[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Tabea Rößner,
Dr. Danyal Bayaz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/20462 –
Lebensversicherungen und Run-offs
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Seit der Deregulierung der Versicherungsaufsicht 1994 gibt es einen immer
stärkeren Wettbewerb im deutschen Versicherungsmarkt. Aufgrund vieler
Faktoren, u. a. die anhaltende Niedrigzinsphase, stagnieren die Beitragseinnahmen
der deutschen Lebensversicherer seit einigen Jahren. In solch einem
gesättigten Markt gibt es wenig Weiterentwicklung oder Wachstum. Die
Versicherungsunternehmen haben erkannt, dass sich mit der Verwaltung von
Beständen und dem geringen Wachstum im Neugeschäft weniger Gewinne erzielen
lassen. Diese Veränderungen, sowie rechtliche und zinswirtschaftliche
Rahmenveränderungen des Versicherungsmarktes, führen vermehrt zur
Abwicklung von Lebensversicherungsbeständen in sogenannten externen Run-offs.
Dabei handelt es sich in der Praxis um den Verkauf des
Lebensversicherungsbestandes an ein anderes Unternehmen und das zeitgleiche Einstellen des
Neugeschäfts in diesem Bereich.
In anderen Ländern, beispielsweise in Großbritannien, ist ein sogenannter
externer Run-off bereits seit vielen Jahren ein etablierter Geschäftszweig. Vor
einigen Jahren ist diese Entwicklung auch in Deutschland angekommen. Zuletzt
hat Generali Versicherung (
https://www.test.de/Lebensversicherung-Verkauft-
und-abgewickelt-Millionen-Kunden-betroffen-5238823-0/) im Jahr 2019 den
bisher größten externen Run-off eines deutschen Unternehmens vollzogen und
dabei rund vier Millionen verzinste Lebensversicherungsverträge abgestoßen.
Diese Entwicklung sollte aus Sicht des Verbraucherschutzes intensiv begleitet
werden, da bisher nicht abzusehen ist, welche Folgen dies sowohl für die
Kundinnen und Kunden als auch für die gesamte
Lebensversicherungswirtschaft haben wird.
Insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gilt es zu prüfen,
welche zusätzlichen Herausforderungen auf die Branche und das Run-off-
Geschäft zukommen.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/21169
19. Wahlperiode 21.07.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 20. Juli 2020
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Welche 20 Versicherungsunternehmen, die Lebensversicherungsprodukte
in Deutschland anbieten, verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung
über den größten absoluten und relativen Marktanteil in Deutschland
gemessen an absoluten Vertragszahlen, ihrem Umsatz und ihrem Gewinn?
Für die verschiedenen Messgrößen sind nachfolgend die 20
Versicherungsunternehmen mit dem größten absoluten und relativen Marktanteil zum 31.
Dezember 2018 in absteigender Reihenfolge aufgelistet.
gemessen an Vertragszahl
Allianz Lebensversicherungs-AG
AachenMünchener Lebensversicherung AG
R + V Lebensversicherung AG
ERGO Lebensversicherung AG
Proxalto Lebensversicherung AG
Debeka Lebensversicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
AXA Lebensversicherung AG
Nürnberger Lebensversicherung AG
HDI Lebensversicherung AG
TARGO Lebensversicherung AG
Württembergische Lebensversicherung AG
Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG
Provinzial NordWest Lebensversicherung AG
SV SparkassenVersicherung Lebensversicherung AG
Signal Iduna Lebensversicherung a. G.
Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit
Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G.
Cosmos Lebensversicherungs-AG
Gothaer Lebensversicherung Aktiengesellschaft
gemessen am Umsatz (verdiente Bruttobeiträge)
Allianz Lebensversicherungs-AG
R + V Lebensversicherung AG
AachenMünchener Lebensversicherung AG
Debeka Lebensversicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG
Proxalto Lebensversicherung AG
AXA Lebensversicherung AG
Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit
Nürnberger Lebensversicherung AG
ERGO Lebensversicherung AG
Württembergische Lebensversicherung AG
HDI Lebensversicherung AG
Cosmos Lebensversicherungs-AG
SV SparkassenVersicherung Lebensversicherung AG
Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G.
Provinzial NordWest Lebensversicherung AG
Signal Iduna Lebensversicherung a. G.
Gothaer Lebensversicherung Aktiengesellschaft
Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland
gemessen am Gewinn (nach Steuern und vor Gewinnabführung)
Allianz Lebensversicherungs-AG
R + V Lebensversicherung AG
AXA Lebensversicherung AG
Heidelberger Lebensversicherung AG
Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG
Victoria Lebensversicherung AG
Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit
Nürnberger Lebensversicherung AG
Cosmos Lebensversicherungs-AG
ERGO Lebensversicherung AG
TARGO Lebensversicherung AG
Württembergische Lebensversicherung AG
AachenMünchener Lebensversicherung AG
SV SparkassenVersicherung Lebensversicherung AG
Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland
Gothaer Lebensversicherung AG
Athora Lebensversicherung AG
Debeka Lebensversicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Volkswohl-Bund Lebensversicherung a.G.
Entis Lebensversicherung AG
2. Wie hat sich die Anzahl laufender Lebensversicherungen in Deutschland
nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
entwickelt?
Die Anzahl der Lebensversicherungsverträge hat sich wie folgt entwickelt:
Jahr Verträge (Tsd.)
2009 91.071
2010 90.071
2011 89.240
2012 88.323
2013 87.105
2014 87.702
2015 86.170
2016 84.794
2017 83.773
2018 82.839
(Quelle: Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht –
Erstversicherungsunternehmen und Pensionsfonds, Tabelle 150)
a) Welche zehn Unternehmen besitzen die größte Anzahl laufender
Lebensversicherungsprodukte in Deutschland, und wie hat sich die
Anzahl ihrer Lebensversicherungen nach Kenntnis der Bundesregierung
in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Ost- und
Westdeutschland spezifizieren)?
Die zehn Lebensversicherer, die am 31. Dezember 2018 die größten
Vertragsbestände hatten, und die Entwicklung der Anzahl der Verträge (in Tsd.) seit
2009 ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
2018 2017 2016 2015 2014
Allianz Lebensversicherungs-AG 10.923 10.685 10.547 10.481 10.444
AachenMünchener Lebensvers. AG 5.121 5.090 5.113 5.159 5.211
2018 2017 2016 2015 2014
R + V Lebensversicherung AG 4.193 4.215 4.258 4.291 4.305
ERGO Lebensversicherung AG 4.124 4.786 4.892 5.053 5.259
Proxalto Lebensversicherung AG 3.846 4.066 4.249 4.437 4.562
Debeka Lebensversicherungsverein a. G. 3.334 3.358 3.385 3.430 3.453
Zurich Deutscher Herold Lebensvers. AG 3.058 3.146 3.245 3.360 3.451
AXA Lebensversicherung AG 2.657 2.758 2.838 2.922 3.024
NÜRNBERGER Lebensvers. AG 2.562 2.618 2.684 2.752 2.817
HDI Lebensversicherung AG 2.097 2.171 2.248 2.338 2.410
2013 2012 2011 2010 2009
Allianz Lebensversicherungs-AG 10.380 10.370 10.344 10.278 10.244
AachenMünchener Lebensvers. AG 5.266 5.318 5.372 5.444 5.492
R + V Lebensversicherung AG 4.252 4.240 4.174 4.101 4.033
ERGO Lebensversicherung AG 5.461 5.640 5.750 5.921 5.655
Proxalto Lebensversicherung AG 4.716 4.836 4.947 5.042 5.143
Debeka Lebensversicherungsverein a. G. 3.459 3.471 3.440 3.374 3.328
Zurich Deutscher Herold Lebensvers. AG 3.548 3.677 3.747 3.805 3.833
AXA Lebensversicherung AG 3.134 1.682 1.721 1.778 1.849
NÜRNBERGER Lebensvers. AG 2.862 2.907 2.939 2.976 3.032
HDI Lebensversicherung AG 2.493 2.574 2.619 2.668 2.072
(Quelle: BaFin, Daten für das Jahr 2019 sind noch nicht vollständig gemeldet)
Eine Aufteilung der Versicherungsbestände nach West- und Ostdeutschland
liegt der Bundesregierung nicht vor.
b) Welche zehn Unternehmen haben die größte Anzahl an
Lebensversicherungsprodukten in Deutschland verkauft, und wie hat sich der
Verkauf von Lebensversicherungsprodukten nach Kenntnis der
Bundesregierung in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Ost- und
Westdeutschland spezifizieren)?
Die Frage wird dahingehend verstanden, dass damit der Verkauf von
Lebensversicherungsbeständen an gemeint ist. Es gibt sechs Lebensversicherer, deren
Bestand an eine Run-off-Plattform verkauft wurde. Die folgende Tabelle gibt
für diese sechs Lebensversicherer das Jahr des Verkaufs, den neuen Namen und
die Anzahl der Verträge im Verkaufszeitpunkt an.
Jahr des
Übergangs
ursprünglicher
Lebensversicherer firmiert jetzt als
Verträge
(Tsd.)
2014 HeidelbergerLebensversicherung AG
Heidelberger
Lebensversicherung AG 416
2014 Skandia Lebensversicherung AG Skandia Lebensversicherung AG 317
2015 Delta Lloyd Lebensversicherung AG Athora Lebensversicherung AG 331
2017 Arag Lebensversicherungs-AG Frankfurt MünchenerLebensversicherung AG 308
2017 Protektor Lebensvers.-AG/ Salvamus Lebensvers. AG Entis Lebensversicherung AG 100
2019 Generali Lebensversicherung AG Proxalto Lebensversicherung AG 3.846
Darüber hinaus ist im Jahr 2017 der Versicherungsbestand der Basler Leben
AG Direktion für Deutschland mit 105 Tsd. Verträgen im Wege einer
Bestandsübertragung auf die Frankfurter Lebensversicherung AG übergegangen.
Eine Aufteilung der Versicherungsbestände nach West- und Ostdeutschland
liegt der Bundesregierung nicht vor.
c) Welche Unternehmen haben die größte Anzahl an
Lebensversicherungsprodukten in Deutschland aufgekauft, und wie hat sich deren
Anzahl an Lebensversicherungsprodukten nach Kenntnis der
Bundesregierung in den letzten zehn Jahren entwickelt?
Die Frage wird dahingehend verstanden, dass damit der Erwerb von
Lebensversicherungsbeständen gemeint ist. Seit 2014 haben drei Run-off-Plattformen
Bestände von Lebensversicherern erworben. Die Anzahl der
Lebensversicherungsverträge bei den drei Run-off-Plattformen hat sich wie folgt entwickelt
(Angaben in Tsd.):
2014 2015 2016 2017 2018
Viridium-Gruppe 704 679 653 720 692
Athora Deutschland GmbH 316 287 264 244
Frankfurter Leben-Gruppe 287 268
(Quelle: BaFin)
3. Wie viele Lebensversicherungsverträge wurden in den letzten zehn
Jahren in Deutschland abgeschlossen (bitte nach Jahr,
Versicherungsunternehmen und Versicherungsprodukt aufschlüsseln)?
Die Anzahl der insgesamt und pro Versicherungsart abgeschlossenen
Lebensversicherungsverträge hat sich im Zeitraum von 2009 bis 2018 wie folgt
entwickelt (Angaben in Tsd. Stück):
2009 2010 2011 2012 2013
Abschlüsse gesamt 6.158 6.117 6.309 5.993 5.347
Abschlüsse in der Einzelversicherung:
Kapitalbildende Lebensversicherung 578 570 562 510 431
Risikoversicherung 731 701 691 712 648
Rentenversicherung 811 1.004 1.072 1.047 872
Berufsunfähigkeitsversicherung 372 401 459 488 423
Pflegerentenversicherung 12 14 17 36 35
Rentenversicherung nach § 1 AltZertG 525 476 476 288 207
Abschlüsse in der Kollektivversicherung:
Kapitalversicherung 194 190 181 203 162
Bausparrisikoversicherung 285 228 217 174 208
Restschuldversicherung 510 336 303 323 275
übrige Kollektivversicherung 393 530 643 467 540
Rentenversicherung nach § 1 AltZertG 5 19 7 5 4
Abschlüsse in der sonstigen Lebensvers.:
Lebensvers., bei der das Anlagerisiko vom
Versicherungsnehmer getragen wird 756 710 686 628 560
Lebensvers. ohne Überschussbeteiligung 392 479 558 636 735
Kapitalisierungsgeschäft 97 74 66 54 49
Lebensvers. nach § 1 AltZertG, bei der das
Anlagerisiko vom Versicherungsnehmer getragen wird 498 387 372 243 196
2014 2015 2016 2017 2018
Abschlüsse gesamt 5.570 5.160 5.139 5.046 5.191
Abschlüsse in der Einzelversicherung:
Kapitalbildende Lebensversicherung 447 394 401 345 359
Risikoversicherung 588 597 588 557 518
Rentenversicherung 913 722 652 545 560
2014 2015 2016 2017 2018
Berufsunfähigkeitsversicherung 448 414 422 405 413
Pflegerentenversicherung 33 24 32 20 27
Rentenversicherung nach § 1 AltZertG 204 146 122 72 74
Abschlüsse in der Kollektivversicherung:
Kapitalversicherung 124 121 113 99 84
Bausparrisikoversicherung 154 125 104 110 103
Restschuldversicherung 376 212 202 269 353
übrige Kollektivversicherung 547 547 535 544 538
Rentenversicherung nach § 1 AltZertG 4 3 4 3 3
Abschlüsse in der sonstigen Lebensvers.:
Lebensvers., bei der das Anlagerisiko vom
Versicherungsnehmer getragen wird 614 647 719 782 803
Lebensvers. ohne Überschussbeteiligung 847 981 1.031 1068 1.119
Kapitalisierungsgeschäft 64 48 47 69 67
Lebensvers. nach § 1 AltZertG, bei der das
Anlagerisiko vom Versicherungsnehmer getragen wird 207 179 168 158 170
(Quelle: Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht –
Erstversicherungsunternehmen und Pensionsfonds, Tabelle 150)
Entsprechende Angaben für einzelne Unternehmen können dem Anhang der
Geschäftsberichte der einzelnen Unternehmen entnommen werden.
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Stornoquote bei Verträgen für Lebensversicherungsprodukte in den
letzten zehn Jahren entwickelt?
Die Stornoquote hat sich im Zeitraum von 2009 bis 2018 wie folgt entwickelt
(Angabe in Prozent der mittleren Bestandssumme des Geschäftsjahres):
Jahr Stornoquote
2009 5,00 %
2010 4,50 %
2011 4,30 %
2012 4,30 %
2013 4,20 %
2014 3,80 %
2015 3,60 %
2016 3,40 %
2017 3,40 %
2018 3,50 %
(Quelle: Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht –
Erstversicherungsunternehmen und Pensionsfonds, Tabelle 160)
a) Bei welchen zehn Unternehmen, die Lebensversicherungsprodukte
anbieten, ist die Stornoquote für diese Produkte nach Kenntnis der
Bundesregierung am höchsten, und wie hoch ist diese Quote jeweils?
b) Bei welchen dieser Unternehmen liegt das Hauptgeschäftsfeld in der
Übernahme der Lebensversicherungsvertragsbestände anderer
Versicherer?
Die Fragen 4a und 4b werden zusammen beantwortet.
Nachfolgend aufgeführt sind die zehn deutschen
Lebensversicherungsunternehmen mit den höchsten Stornoquoten im Jahr 2018. Bei keinem dieser
Unternehmen liegt das Hauptgeschäftsfeld in der Übernahme von Beständen anderer
Lebensversicherer. Die Generali Lebensversicherung AG wurde im Jahr 2019 von
der Viridium-Gruppe erworben.
Unternehmen Stornoquote
TARGO Lebensversicherung AG 15,5 %
WWK Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit 13,4 %
ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG 9,0 %
Lifestyle Protection Lebensversicherung AG 8,7 %
HanseMerkur Lebensversicherung AG 6,3 %
PB Lebensversicherung AGt 6,1 %
Dortmunder Lebensversicherung AG 5,9 %
ERGO Lebensversicherung AG 5,8 %
Generali Lebensversicherung AG 5,6 %
myLife Lebensversicherung AG 5,5 %
(Quelle: Statistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht –
Erstversicherungsunternehmen und Pensionsfonds, Tabelle 160)
5. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Beschwerdequote bei Verträgen für Lebensversicherungsprodukte in den
letzten zehn Jahren entwickelt?
Die Entwicklung der von der BaFin gemessenen Beschwerdequote ist
nachfolgend dargestellt. Die Beschwerdequote eines Jahres ist das Verhältnis der von
der BaFin bearbeiteten Beschwerden über deutsche Lebensversicherer zur
Anzahl der Versicherungsverträge am Ende des Vorjahres.
2010 2011 2012 2013 2014
Beschwerdequote 0,00282 % 0,00244 % 0,00224 % 0,00248 % 0,00245 %
2015 2016 2017 2018 2019
Beschwerdequote 0,00188 % 0,00150 % 0,00159 % 0,00161 % 0,00116 %
a) Bei welchen zehn Unternehmen, die Lebensversicherungsprodukte
anbieten, ist die Beschwerdequote für diese Produkte nach Kenntnis der
Bundesregierung am höchsten, und wie hoch ist diese Quote jeweils?
b) Bei welchen dieser Unternehmen liegt das Hauptgeschäftsfeld in der
Übernahme der Lebensversicherungsvertragsbestände anderer
Versicherer?
Die Fragen 5a und 5b werden zusammen beantwortet.
Nachfolgend dargestellt sind die zehn deutschen
Lebensversicherungsunternehmen mit der höchsten Beschwerdequote im Jahr 2019. Bei keinem dieser
Unternehmen liegt das Hauptgeschäftsfeld in der Übernahme von
Lebensversicherungsbeständen anderer Lebensversicherer. Bei der Heidelberger
Lebensversicherung AG, der Frankfurter Lebensversicherung AG, der Skandia
Lebensversicherung AG und der Entis Lebensversicherung AG handelt es sich um
übernommene Versicherungsbestände (s. Antwort zu Frage 2b).
Unternehmen Beschwerdequote
Heidelberger Lebensversicherung AG 0,00825 %
Frankfurter Lebensversicherung AG 0,00759 %
Skandia Lebensversicherung AG 0,00699 %
Barmenia Lebensversicherung a. G. 0,00521 %
Unternehmen Beschwerdequote
Entis Lebensversicherung AG 0,00466 %
Itzehoer Lebensversicherungs-AG 0,00423 %
Karlsruher Lebensversicherung AG 0,00392 %
Victoria Lebensversicherung AG 0,00276 %
Nürnberger Lebensversicherung AG 0,00265 %
Signal Iduna Lebensversicherung a. G. 0,00214 %
6. Wie hat sich die Verzinsung von Lebensversicherungsprodukten in den
letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahr,
Versicherungsunternehmen und Versicherungsprodukt aufschlüsseln)?
Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung der durchschnittlichen
Gesamtverzinsung (Verzinsung der Vertragsguthaben, mindestens garantierter Zins) in der
Lebensversicherung dar. Bis 2015 ist die Gesamtverzinsung in der
kapitalbildenden Lebensversicherung angegeben, ab 2016 die Gesamtverzinsung, die die
Unternehmen durchschnittlich in dem kapitalbildenden Tarif bieten, der den
höchsten Anteil am Neugeschäft des Jahres hat. Sofern ein Unternehmen kein
Neugeschäft betreibt, ist die die Gesamtverzinsung für den letzten
Hauptverkaufstarif vor Einstellung des Neugeschäfts berücksichtigt.
Jahr Gesamtverzinsung
2009 4,26 %
2010 4,15 %
2011 4,00 %
2012 3,77 %
2013 3,59 %
2014 3,31 %
2015 3,06 %
2016 2,86 %
2017 2,54 %
2018 2,39 %
Angaben zur Gesamtverzinsung der einzelnen Lebensversicherer für die
verschiedenen Versicherungsarten können der Deklaration der
Überschussanteilsätze entnommen werden, die die Unternehmen im Anhang ihrer
Geschäftsberichte veröffentlichen.
7. In welchem Umfang beteiligten Run-off-Unternehmen, die
Lebensversicherungsprodukte von deutschen Versicherungsunternehmen gekauft
haben, die Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer in den
letzten fünf Jahren an den Rohüberschüssen (bitte nach Jahren, Run-off-
Unternehmen, prozentualer und absoluter Beteiligung am Rohüberschuss
aufschlüsseln)?
Die Beteiligung am Rohüberschuss legt nicht offen, in welchem Umfang die
Versicherten an den Erträgen tatsächlich beteiligt sind; denn der Rohüberschuss
wird nach Finanzierung der Zinsgarantien aus den Versicherungsverträgen
festgestellt. In der folgenden Tabelle ist daher auch die Beteiligung der
Versicherten an den Erträgen unter Einbeziehung der Zinsgarantien dargestellt. Die
Zeitreihen berücksichtigen einen gekauften Bestand auch in den Jahren vor dem
Kauf, sodass für alle Jahre die Bestandsgrundlage einheitlich ist.
Die Versicherten waren absolut und relativ wie folgt an den Erträgen und am
Rohüberschuss beteiligt:
alle gekauften Bestände 2014 2015 2016 2017 2018
Beteiligung absolut (Mio. Euro)
an den Erträgen 2.604,9 2.528,6 2.551,0 2.587,1 2.201,0
am Rohüberschuss 534,0 632,6 391,5 324,8 626,6
Beteiligung relativ
an den Erträgen 95,2 95,4 95,2 93,8 94,3
am Rohüberschuss 80,3 83,9 75,1 65,5 82,6
Für die einzelnen Run-off-Plattformen stellt sich die Beteiligung wie folgt dar:
Käufer: Viridium 2014 2015 2016 2017 2018
Beteiligung absolut (Mio. Euro)
an den Erträgen 2.288,6 2.164,7 2.183,2 2.214,2 1.937,1
am Rohüberschuss 505,7 602,5 377,8 303,1 559,6
Beteiligung relativ
an den Erträgen 95,4 95,5 95,0 93,5 94,7
am Rohüberschuss 82,0 85,5 76,5 66,2 83,8
Käufer: Athora 2014 2015 2016 2017 2018
Beteiligung absolut (Mio. Euro)
an den Erträgen 177,5 243,3 228,3 217,1 207,3
am Rohüberschuss 9,7 23,0 8,4 18,2 64,3
Beteiligung relativ
an den Erträgen 92,2 92,6 94,0 93,3 90,3
am Rohüberschuss 39,4 54,2 36,6 53,9 74,3
Käufer: Frankfurter Leben-Gruppe 2014 2015 2016 2017 2018
Beteiligung absolut (Mio. Euro)
an den Erträgen 138,7 120,7 139,5 155,9 56,5
am Rohüberschuss 18,5 7,1 5,3 3,5 2,7
Beteiligung relativ
an den Erträgen 96,4 100,0 100,4 99,4 97,9
am Rohüberschuss 78,2 100,2 112,0 77,7 69,3
8. Wie viele konkrete Anfragen zu externen Run-offs hat die Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in den letzten fünf Jahren
erhalten, und wie viele Verträge waren davon jeweils betroffen (bitte je
Jahr und Versicherungsunternehmen ausweisen)?
a) Welche externen Run-offs hat die BaFin bisher für welche
Versicherungsunternehmen genehmigt (bitte je Jahr und
Versicherungsprodukt ausweisen)?
b) Welche Verträge mit welcher Gesamtversicherungssumme und
welchen bisher eingezahlten Beiträgen waren von einem externen
Runoff betroffen (bitte je Jahr und Versicherungsunternehmen
ausweisen)?
c) In welcher Form wurden die genehmigten Run-offs vollzogen?
d) Bei wie vielen der bisherigen externen Run-offs gab es höhere
Kapitalanforderungen, und wie hoch sind diese Zusatzanforderungen
jeweils genau?
e) Wie viele Run-offs wurden untersagt (ggf. aus welchen Gründen),
und wie viele Verträge waren davon betroffen (bitte je Jahr und in
absoluten Zahlen der Verträge je Versicherungsunternehmen
ausweisen)?
f) Wie viele externe Run-offs werden aktuell von der BaFin geprüft,
und wie viele Verträge mit welcher Gesamtversicherungssumme und
welchen bisher eingezahlten Beiträgen wären bei einem Verkauf
davon betroffen (bitte je Versicherungsunternehmen ausweisen)?
Es gab in den letzten fünf Jahren sieben konkrete Anfragen an die BaFin, die
externe Run-offs von Lebensversicherungsbeständen betrafen. In allen Fällen
kam es zum Übergang auf eine Run-off-Plattform. Hierzu wird auf die Antwort
zu Frage 2b verwiesen.
Ergänzend sind in der folgenden Tabelle die Versicherungssumme und die
Versichertenguthaben (Deckungsrückstellungen und Ansammlungsguthaben) im
Zeitpunkt des jeweiligen Übergangs zusammengestellt.
Jahr des
Übergangs Bestand (heutige Bezeichnung)
Versicherungssumme
(Mio. Euro)
Versichertenguthaben (Mio. Euro)
2014 Heidelberger Lebensvers. AG 24.291 5.792
2014 Skandia Lebensversicherung AG 11.450 3.391
2015 Athora Lebensversicherung AG 9.430 4.024
2017 Frankfurter Lebensvers. AG 2.370 1.498
2017 Frankfurt Münchener Lebensversicherung AG 6.800 2.803
2017 Entis Lebensversicherung AG 6.452 1.600
2019 Proxalto Lebensversicherung AG 134.973 41.506
In zwei Fällen hat die BaFin verlangt, eine Kapitalausstattung oberhalb von
100 Prozent sicherzustellen. Derzeit läuft bei der BaFin kein Verfahren im
Zusammenhang mit einem externen Run-off.
9. Welche Erwerbergesellschaften sind nach Kenntnis der Bundesregierung
momentan an externen Run-offs von deutschen
Versicherungsunternehmen beteiligt (bitte nach deutschen, EU-staatlichen und anderen
Unternehmen ausführen)?
Auf die Antwort zu Frage 2c wird verwiesen.
Eigentümer der deutschen Viridium-Gruppe sind der britische Private-Equity-
Fonds Cinven (Hauptaktionär), die Hannover Rück SE und der Generali
Konzern. Eigentümer der Frankfurter Leben-Gruppe ist das chinesische
Konglomerat Fosun. Die Versicherungsholding Athora Deutschland GmbH wird von der
Athora Deutschland Holding GmbH & Co. KG gehalten. Direkte
Muttergesellschaft ist die Athora Holding Ltd.
10. Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklungen der
Lebensversicherungsbranche im Allgemeinen, insbesondere im Hinblick auf die
vermehrten Run-off-Ambitionen von verschiedenen
Versicherungsunternehmen (
https://www.cash-online.de/versicherungen/2019/initiative-der-erg
o-bietet-mehr-als-ein-run-off-angebot/473404) und auf die
Niedrigzinsphase in der EU?
Die Bundesregierung hat mit verschiedenen Maßnahmen die Regulierung der
Lebensversicherung an die Erfordernisse im Niedrigzinsumfeld angepasst. Die
im Jahr 2018 durchgeführte Evaluierung des
Lebensversicherungsreformgesetzes hat gezeigt, dass sich die ergriffenen Maßnahmen überwiegend bewährt
haben, um das System der Lebensversicherung langfristig auf eine stabile
Grundlage zu stellen. Die BaFin verfügt über gesetzliche Befugnisse zur Wahrung der
Belange der Versicherten und hat ihre Aufsicht auch im Bereich des Run-off
intensiviert. Die Bundesregierung wird das Thema weiter intensiv beobachten
und behält sich vor, erforderlichenfalls gesetzliche Regelungen vorzuschlagen.
11. Wie bewertet die Bundesregierung, dass bei Run-off-Gesellschaften die
Überschussbeteiligung wohl im Durchschnitt geringer ausfällt und dafür
die Zuführung zu den Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB)
höher liegt (
https://www.dia-vorsorge.de/wp-content/uploads/2020/03/DI
A-Studie_Run-off-in-der-Lebensversicherung_Langfassung.pdf, Seite
156)?
a) Worin ist dies nach Kenntnis der Bundesregierung begründet?
b) Kann sich dies nach Einschätzung der Bundesregierung auf die
Verteilung der Überschüsse zwischen einzelnen Versicherten bzw.
Versichertenkohorten auswirken (bitte nach Ost- und Westdeutschland
spezifizieren)?
c) Wenn ja, welche Konstellationen sind nach Einschätzung der
Bundesregierung hier denkbar?
d) Hat dies nach Ansicht der Bundesregierung insbesondere für
Versicherte, die ihre Verträge frühzeitig kündigen, Auswirkungen?
In der zitierten Studie wird die Zuführung zur RfB (Beteiligung der Kunden an
den Überschüssen bzw. Überschussbeteiligung) in Relation zu den verdienten
Beiträgen und in Relation zum Rohüberschuss (Saldo aller Erträge und
Aufwendungen eines Geschäftsjahres) ausgedrückt. Bezogen auf den
Rohüberschuss, ist die Zuführung zur RfB bei Run-off-Gesellschaften im Durchschnitt
niedriger als bei den anderen Lebensversicherern. In diesem Zusammenhang
stellt die Studie fest, dass der Rohüberschuss bei den Run-off-Gesellschaften
ein tendenziell besseres Bild zeigt als beim restlichen Markt und sich im
Durchschnitt der Run-off-Versicherer auch eine höhere Zuführung zur RfB
ergibt. Das lässt sich daran festmachen, dass, bezogen auf die Beiträge, die
Zuführung zur RfB bei Run-off-Gesellschaften im Durchschnitt höher ist als bei
den anderen Lebensversicherern. Dies wirkt sich nach Einschätzung der
Bundesregierung nicht auf die Verteilung der Überschüsse auf verschiedene
Versicherte oder Versichertenkohorten aus.
12. Wann plant die Bundesregierung, den Entwurf eines Gesetzes zur
Deckelung der Abschlussprovision von Lebensversicherungen und von
Restschuldversicherungen in den Deutschen Bundestag einzubringen?
Hierzu verweist die Bundesregierung auf ihre Antwort zu den Fragen 19 bis 22
der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/18516.
13. Wann plant die Bundesregierung, den Gesetzentwurf zur Vierten
Verordnung zur Änderung von Verordnungen nach dem
Versicherungsaufsichtsgesetz in den Deutschen Bundestag einzubringen, welcher es Externen
erleichtern soll, sich an Unternehmen zu beteiligen, die im
Lebensversicherungsgeschäft tätig sind?
Die angesprochene Verordnung wird in Kürze erlassen werden.
14. Wie beurteilt die Bundesregierung die Ergebnisse der Studie der
Ratingagentur Assekurata aus dem letzten Jahr, welche ermittelte, dass Run-off-
Versicherer durchschnittlich einen höheren Anteil des erzielten
Rohüberschusses zu ihren Gunsten einbehalten als im Marktdurchschnitt üblich
ist, und welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus (https://
www.assekurata.de/fileadmin/mediendatenbank/Dokumente/Presse/Press
emitteilungen/2019/Run_Off_Studie/Assekurata_PM_21_10_2019_Ru
n_Off_Studie.pdf)?
Hinsichtlich der Beteiligung der Versicherten an den Erträgen (Kapitalerträge,
Risikoüberschuss und sonstige Überschüsse) kommt die Studie von Assekurata
zu dem Ergebnis, dass sich „nur marginale Unterschiede zwischen der
Vergleichsgruppe der Run-Off-Gesellschaften und dem Markt feststellen“ lassen.
Die Run-off-Versicherer handeln demnach wie der Marktdurchschnitt. Dass
sich bei ihnen relativ zum Rohüberschuss Abweichungen vom
Marktdurchschnitt ergeben, deutet darauf hin, dass die Versicherungsverträge eine
überdurchschnittliche garantierte Verzinsung haben und daher ein größerer Anteil
der Erträge benötigt wird, um diese Verzinsung zu erfüllen.
15. Wie steht die Bundesregierung zu der Forderung, dass Versicherte im
Falle eines externen Run-offs ein außerordentliches Wechsel- und
Kündigungsrecht bekommen, ohne dabei auf Geldleistungen verzichten zu
müssen, wie es ein Vorschlag des Bundesverbandes Finanzdienstleistung
AfW e. V. und des Bundes der Versicherten fordern (
https://www.bundde
rversicherten.de/fbfiles/pdf/Eckpunktepapier.pdf)?
Die BaFin achtet auch bei einem externem Ruf-off auf die Wahrung der
Belange der Versicherten insgesamt. Ein außerordentliches Wechsel- und
Kündigungsrecht könnte für die Versicherten, die im Unternehmen bleiben,
erhebliche Nachteile nach sich ziehen. Denn die Kunden, die ihre Verträge
außerordentlich kündigen, würden erhöhte Auszahlungen zu Lasten der übrigen
Versicherten erhalten.
16. a) In welchem Maße wirkt sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Corona-Pandemie auch auf die wirtschaftliche Lage der
Versicherungsunternehmen aus?
b) Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung einen Unterschied in der
Auswirkung der Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Lage der
Unternehmen, die im Run-off-Geschäft tätig sind?
c) Welche Entwicklungen erwartet die Bundesregierung angesichts der
Corona-Pandemie für die Lebensversicherungsbranche?
d) Geht die Bundesregierung davon aus, dass die Chancen oder die
Risiken für die Lebensversicherungsbranche überwiegen, und warum?
Zum Stichtag 31. März 2020 ist in allen Versicherungssparten die Solvabilität
niedriger als im Vorquartal, insbesondere im Bereich der Lebens- und
Krankenversicherer. In allen Versicherungssparten ist aber die Solvabilität mit einer
durchschnittlichen Bedeckungsquote von mehr 200 Prozent weiterhin
ausreichend.
Die Versicherungsunternehmen mussten infolge der wirtschaftlichen
Auswirkungen der Corona-Pandemie teilweise ihre Gewinnerwartungen senken. Nach
Einschätzung der BaFin lässt sich ein Unterschied in der Auswirkung der
Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen, die im Run-
Off-Geschäft tätig sind, nicht feststellen.
Es ist davon auszugehen, dass infolge der Pandemie die Digitalisierung auch
im Versicherungsbereich zusätzlich beschleunigt wird.
17. Ist nach Kenntnis der Bundesregierung absehbar, ob die Corona-
Pandemie Änderungen der Verbraucherinnen und Verbraucher
hinsichtlich der Vertragsabschlüsse oder der Versicherungshöhen für
Lebensversicherungen bewirkt hat?
Nach Beobachtungen der BaFin gibt es pandemiebedingt einen Rückgang im
Neugeschäft sowie ein Anstieg von Vertragskündigungen oder
Beitragsfreistellungen sowie Beitragsstundungen. Im Mai 2020 zeichnete sich ab, dass der
Effekt deutlich abklingt.
18. Wie haben die Lebensversicherungsunternehmen nach Kenntnis der
Bundesregierung auf die Corona-Pandemie reagiert?
Die wichtigsten kurzfristig ergriffenen Maßnahmen der Branche waren die
Sicherstellung des Geschäftsbetriebs (auch unter Einsatz von Telearbeit bzw.
Home-Office) sowie die Analyse möglicher Auswirkungen der Corona-
Pandemie, insbesondere auch mit Blick auf ungünstige gesamtwirtschaftlicher
Entwicklungen und ihre Folgen auf die Geschäftsentwicklung des Versicherers.
19. Sieht die Bundesregierung durch die Corona-Pandemie eine verstärkte
Beobachtung einzelner Versicherungsunternehmen als notwendig an, und
wenn ja, warum?
Die BaFin hat im Rahmen der Corona-Pandemie über die laufende Aufsicht
über die Versicherungsunternehmen hinaus mehrere repräsentative
Sonderabfragen bei Unternehmen durchgeführt und verfolgt die weitere Entwicklung
aufmerksam.
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ISSN 0722-8333]