[Deutscher Bundestag Drucksache 17/1863
17. Wahlperiode 27. 05. 2010 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dorothea Steiner, Stephan Kühn,
Undine Kurth (Quedlinburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 17/1671 –
Baumaßnahmen an den Bundeswasserstraßen Elbe und Saale und Planungen
des Saale-Elbe-Kanals
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
An der Bundeswasserstraße Elbe werden seit über 15 Jahren – mit
zweijähriger Unterbrechung nach dem Hochwasser 2002 – Baumaßnahmen
durchgeführt, die es ermöglichen sollen, Güterverkehre auf Binnenschiffe zu
verlagern. Diese Baumaßnahmen stehen aufgrund der zu erwartenden Kosten,
stetig zurückgehender Transportmengen und der ökologischen Risiken unter
anhaltender fachlicher und öffentlicher Kritik.
Große Besorgnis erregt der mit einem weiteren Ausbau der Elbe verbundene
signifikante Wasserentzug der umgebenden Flusslandschaft. Dieser
Wasserentzug kann irreparable Schäden an der fast durchgehend unter Naturschutz
stehenden Flusslandschaft, wie beispielsweise den Verlust an biologischer
Vielfalt, zur Folge haben. Aber auch das UNESCO-Welterbe Dessau-
Wörlitzer Gartenreich könnte beeinträchtigt werden und damit wirtschaftliche
Schäden, insbesondere für den lokalen Tourismus, verursachen.
In engem Zusammenhang mit dem möglichen Ausbau der Elbe steht auch der
geplante Saale-Elbe-Kanal, der laut Bundesverkehrswegeplan das Ziel hat, die
Industrieregion Leipzig-Halle leistungsfähig über die Elbe an das europäische
Wasserstraßennetz anzuschließen. Der Nutzen dieses Kanals wird von
Fachexperten und der Presse zunehmend in Frage gestellt. An der bisher einzig
vorliegende Nutzen-Kosten-Analyse aus dem Jahre 2004 von PLANCO
Consulting GmbH wird von verschiedenen Wissenschaftlern und
wissenschaftlichen Institutionen – Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ),
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg, Umweltbundesamt (UBA) – starke Kritik geübt. Zudem
muss sie als veraltet gelten, da sie auf nicht mehr aktuellen Daten und
Planungsgrundlagen beruht. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung vom 25. Mai 2010 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/1863 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeEntwicklung der Güterverkehre
1. Wie hoch ist derzeit der prozentuale Anteil des Güterverkehrs auf der Elbe
(Mittel- und Oberelbe) und auf der Saale am Gesamtgüterverkehr (Summe
aus Straße, Schiene und Wasserstraße) im Elbe-Saale-Raum?
Die Bundesregierung führt keine der Frage entsprechende Statistik.
2. Wie hoch ist derzeit der Anteil des Güterverkehrs auf der Elbe (Mittel- und
Oberelbe) und auf der Saale am Gesamtgüterverkehr aller
Bundeswasserstraßen?
Der Anteil der Elbe und Saale an der gesamten Güterverkehrsleitung aller
Bundeswasserstraßen betrug im Jahr 2008 1,39 Prozent.
3. Wie haben sich die Güterverkehre seit 1990 auf der Elbe (Mittel- und
Oberelbe) und der Saale entwickelt (Angaben in Millionen Tonnen pro
Jahr erbeten)?
Für den erfragten Zeitraum sind nachfolgende Daten verfügbar. Unter anderem
sind infolge des Schengener Abkommens ab 2008 für den Grenzübergang
Schmilka/Prossen keine zuverlässigen Zahlen mehr vorhanden.
4. Welche Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Güterverkehrs auf
der Elbe (Mittel- und Oberelbe) und auf der Saale liegen der
Bundesregierung derzeit vor (Angaben in Millionen Tonnen pro Jahr erbeten)?
Von wem wurden diese Prognosen erstellt?
Im Rahmen der Vorbereitung des Bundesverkehrswegeplans 2003 wurde die
„Güterverkehrsprognose 2015“ von der Arbeitsgemeinschaft BVU/ifo/ITP/
Planco im Jahr 2001 erstellt.
In den darauf basierenden Einzelbewertungen von erwogenen Ausbauvorhaben
wurde für die Saale für das Jahr 2015 eine Güterverkehrsmenge von 1,5 Mio. t
prognostiziert (Neubewertung des Ausbaus der Saale unterhalb Calbe bei
Verzicht auf Ausbaumaßnahmen an der Elbe; Planco Consulting; 2004).
Für die Elbe wurde keine Einzelbewertung erstellt, weil kein Ausbau stattfindet.
Schmilka/Prossen
Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Mio. t 1,0 1,0 0,6 keine 1,3 1,0 0,6 – –
Stadtstrecke Magdeburg
Jahr 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Mio. t keine Daten 1,5 1,7 1,7 1,3 1,3 1,5 1,0 0,8 1,3 1,0 0,9 0,7 0,9
Schleuse Geesthacht
Jahr 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Mio. t 10 8,8 8,5 9,3 9,2 8,7 9,5 9,0 8,4 8,4 10,1 9,5 9,4 9,6 9,0
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/18635. Welche Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Güterverkehrs
auf der Elbe (Mittel- und Oberelbe) und auf der Saale für den Zeitraum
von 1990 bis 2010 lagen der Bundesregierung in der Vergangenheit vor
(Angaben in Millionen Tonnen pro Jahr erbeten)?
Von wem wurden diese Prognosen erstellt?
Für den erfragten Zeitraum wurde im Rahmen der Vorbereitung des
Bundesverkehrswegeplans 1990 die „Güterverkehrsprognose 2000/2010“ von der
Arbeitsgemeinschaft PROGNOS/BVU im Jahr 1989 erstellt. In der darauf basierenden
Umlegungsrechnung wurden für die Elbe und die Saale für das Jahr 2010
folgende Güterverkehrsmengen prognostiziert:
Elbe: 15,6 Mio. t,
Saale: 2,9 Mio. t.
6. Wie hoch sind die in den letzten 20 Jahren auf die Bundeswasserstraßen
insgesamt verlagerten Güterverkehre (absoluter Zuwachs in Millionen
Tonnen sowie relativer Zuwachs in Prozent) vom Lkw auf das
Binnenschiff?
7. Wie hoch sind die in den letzten 20 Jahren auf die Bundeswasserstraßen
insgesamt verlagerten Güterverkehre (absoluter Zuwachs in Millionen
Tonnen sowie relativer Zuwachs in Prozent) von der Schiene auf das
Binnenschiff?
8. Wie hoch sind die in den letzten 20 Jahren auf die Elbe und Saale
verlagerten Güterverkehre (absoluter Zuwachs in Millionen Tonnen sowie
relativer Zuwachs in Prozent) vom Lkw auf das Binnenschiff?
9. Wie hoch sind die in den letzten 20 Jahren auf die Elbe und Saale
verlagerten Güterverkehre (absoluter Zuwachs in Millionen Tonnen sowie
relativer Zuwachs in Prozent) von der Schiene auf das Binnenschiff?
Wenn ja, was sind nach Auffassung der Bundesregierung die Ursachen
der Transportverlagerungen?
10. Gab es in den letzen 20 Jahren Verkehrsverlagerungen vom Binnenschiff
auf den Lkw, und wie hoch sind sie absolut in Millionen Tonnen pro Jahr
und prozentual für die Bundesrepublik Deutschland insgesamt sowie für
das Elbe-Saale-Gebiet im Speziellen?
Wenn ja, was sind nach Auffassung der Bundesregierung die Ursachen
der Transportverlagerungen?
Die Fragen 6 bis 10 werden wegen ihres Zusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Bundesregierung führt keine der Fragen entsprechenden Statistiken.
Drucksache 17/1863 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeKosten-Nutzen-Entwicklungen
11. Welche Kosten in Millionen Euro sind seit 1990, aufgeschlüsselt nach
Jahren, für Unterhaltung und Ausbau der Bundeswasserstraßen insgesamt
und für Elbe und Saale entstanden?
Welcher Anteil in Prozent ist davon schifffahrtsbezogen?
Infolge haushaltstechnischer Änderungen sind die Angaben erst ab 1998 zu
ermitteln (Angaben incl. Maut und Investitionsprogramme).
Der schifffahrtsbezogene Anteil an den Ausgaben ist nicht zu ermitteln, da die
Maßnahmen an den Wasserstraßen die Wasserbewirtschaftung, Gewässergüte,
Eigentumssicherung und Bestandsschutz sowie den Hochwasserschutz
berücksichtigen und dementsprechende Anteile haben.
14. Welche Baumaßnahmen sind an der Bundeswasserstraße Elbe für 2010
und welche sind für die Folgejahre geplant (konkrete Aufstellung der
einzelnen Maßnahmen nach Flusskilometern)?
Welche Zielstellungen und welche Kosten sind mit den jeweiligen
konkreten Baumaßnahmen verbunden?
Die derzeitigen Unterhaltungsarbeiten an der Elbe haben die Wiederherstellung
der Fahrrinnenverhältnisse vor dem Elbehochwasser 2002 zum Ziel. Für die
Unterhaltungsarbeiten an der Elbe werden jährlich insgesamt rund 6 Mio. Euro
aufgewendet. Nach Herstellung des angestrebten Unterhaltungsziels ist es
Aufgabe der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die Stromregelungsbauwerke in
ihrem Zustand – durch ggf. erforderliche Unterhaltungsarbeiten – zu erhalten.
Im Jahr 2010 sind Unterhaltungs- und Reparaturmaßnahmen an rund 120 Buhnen
und an sechs Parallel/Deckwerksabschnitten mit mittleren bis sehr großen
Schäden vorgesehen. Die detaillierte Zusammenstellung, wo die
Instandsetzungsmaßnahmen vorgesehen werden, steht zur Einsichtnahme im Internet unter
www.wsd-ost.wsv.de zur Verfügung. Darüber hinaus werden an der gesamten
Elbe Maßnahmen der Regelunterhaltung (kleine bis mittlere Schäden) aus
Gründen der Eingriffsvermeidung und Sparsamkeit unter Berücksichtigung/
Beachtung ökologischer Belange möglichst umgehend nach dem Erkennen, ebenfalls
in Abstimmung mit den zuständigen Landesbehörden beseitigt. Für die
Unterhaltungsmaßnahmen an den Strombauwerken sind in 2010 Kosten in Höhe von
rd. 6 bis 7 Mio. Euro vorgesehen.
Jahr Ausgaben für Bau, Betrieb und Unterhaltung [Mio. Euro]
WaStr. insgesamt an Elbe an Saale
1998 790 29 7
1999 845 27 8
2000 824 19 9
2001 763 13 4
2002 786 17 2
2003 781 13 2
2004 740 15 3
2005 772 17 4
2006 752 14 3
2007 839 23 4
2008 1 001 31 2
2009 1 306 36 4
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/186312. Welche Haushaltsmittel wurden für 2010 und welche für die Folgejahre
für die Bundeswasserstraßen insgesamt eingeplant, und welcher
prozentuale Anteil ist davon schifffahrtsbezogen?
13. Welche Haushaltsmittel wurden für 2010 und die Folgejahre für die
Bundeswasserstraße Elbe eingeplant, und welcher prozentuale Anteil ist
davon schifffahrtsbezogen?
15. Welche Mittel wurden für 2010 und die Folgejahre für die
Bundeswasserstraße Saale eingeplant, und welcher prozentuale Anteil ist davon
schifffahrtsbezogen?
Die Fragen 12, 13 und 15 werden wegen ihres Sachzusammenhangs zusammen
beantwortet.
Bezüglich des schifffahrtsbezogenen Anteils wird auf die Antwort zu Frage 11
verwiesen.
Für künftige Finanzplanungsjahre sieht die Bundesregierung – nach ständiger
Praxis – davon ab, Angaben zu den Ansätzen einzelner Ausgabetitel bzw. zu
Teilbeträgen aus einzelnen Titeln zu machen. Die regierungsinterne
Finanzplanung ist ein unverbindliches internes Planungsinstrument, über das im
parlamentarischen Haushaltsverfahren nicht entschieden wird. Die Daten werden
daher – soweit sie nicht Teil des dem Parlament zur Unterrichtung zugeleiteten
Finanzplans sind – nicht veröffentlicht.
16. Welche Baumaßnahmen sind an der Bundeswasserstraße Saale für 2010
und welche für die Folgejahre geplant (konkrete Aufstellung der
einzelnen Maßnahmen nach Flusskilometern)?
Welche Kosten sind mit den jeweiligen konkreten Baumaßnahmen
verbunden?
Ausbaumaßnahmen an der Saale sind im Jahr 2010 nicht vorgesehen. Die als
ständige Aufgabe zu erledigenden Unterhaltungsarbeiten an der Saale haben den
Erhalt der Wasserstraße zum Ziel. Für die Unterhaltungsarbeiten an der Saale
werden jährlich insgesamt rund 3 Mio. Euro für die Instandsetzung der
Schleusen, Wehre, Pegelanlagen sowie Ufersicherungen und Stromregelungsbauwerke
aufgewendet.
17. Wie schätzt die Bundesregierung das Kosten-Nutzen-Verhältnis für diese
geplanten Baumaßnahmen an der Elbe und Saale ein?
Wurde bei dieser Schätzung die nach dem Raumordnungsverfahren
wahrscheinliche Verlängerung des Kanals berücksichtigt?
Bei den vorgenannten an Elbe und Saale anstehenden Maßnahmen handelt es
sich ausschließlich um Unterhaltungsmaßnahmen, für die gemäß den
Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit (§ 7 der Bundeshaushaltsordnung
– BHO) die wirtschaftlichste Art der Durchführung, aber kein Nutzen-Kosten-
Verhältnis, ermittelt wird. Für das an der Saale erwogene Ausbauvorhaben eines
Schleusenkanals bei Tornitz gibt es keine Aktualisierung der Planungen, die
Basis für das Raumordnungsverfahren (ROV) des Landes waren, und folglich auch
kein neues Nutzen/Kosten-Verhältnis.
Jahr Planung für Bau, Betrieb und Unterhaltung [Mio Euro]
WaStr. insgesamt an Elbe an Saale
2010 1 296 31 10
Drucksache 17/1863 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode18. Für welche Binnenhäfen an der Bundeswasserstraße Elbe wurden bzw.
werden Mittel aus den Konjunkturpaketen I und II in welcher Höhe und
maßnahmenkonkret eingesetzt?
19. Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Investitionen in Binnenhäfen
an der Bundeswasserstraße Elbe?
20. Für welche Binnenhäfen an Elbe und Saale wurden bzw. werden aus der
Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur (GA) Mittel, in welcher Höhe, und für welche konkreten Maßnahmen
eingesetzt?
21. Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Investitionen in die
Binnenhäfen an Elbe und Saale aus den GA-Mitteln?
Die Fragen 18 bis 21 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs zusammen
beantwortet.
Die Bereitstellung der Hafeninfrastruktur liegt in der Zuständigkeit der Länder
und Kommunen. Darüber ob, in welchem Umfang die Länder Mittel aus den
Konjunkturpaketen für die Binnenhäfen an der Elbe und Saale bereitstellen,
liegen der Bundesregierung keine Informationen vor.
Die Bewilligung von Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der
regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und der Mittel des GRW-
Sonderprogramms ist Aufgabe der Länder. Im Rahmen der GRW ist u. a. die Förderung
wirtschaftsnaher kommunaler Infrastruktur und dabei die Errichtung oder der
Ausbau von Verkehrsverbindungen zur Anbindung von Gewerbebetrieben oder
Gewerbegebieten an das überregionale Verkehrsnetz vorgesehen. Dies umfasst
auch kommunale Hafenbaumaßnahmen, die den Gewerbebetrieben vor Ort
dienen.
Das Land Sachsen-Anhalt bewilligte in den Jahren 2008 und 2009 die
Förderung wirtschaftsnaher kommunaler Infrastruktur zum Ausbau von
Verkehrsverbindungen zur Anbindung von Gewerbegebieten an das überregionale
Verkehrsnetz aus Mitteln der GRW in Höhe von rd. 2,5 Mio. Euro zur Förderung von
Binnenhäfen an der Elbe.
Der Bund ist für die ordnungspolitischen Vorgaben und die infrastrukturelle
Anbindung der Binnenhäfen zuständig. Wie im Nationalen Hafenkonzept für die
See- und Binnenhäfen beschrieben, zielt die Politik der Bundesregierung unter
anderem auf eine Verbesserung der wasser- und landseitigen Anbindungen, eine
stärkere Vernetzung untereinander und mit den Seehäfen sowie die
Weiterentwicklung der Binnenhäfen zu multimodalen und –funktionalen
Logistikstandorten.
22. Wie schätzt die Bundesregierung den Nutzen der bisherigen
Baumaßnahmen an Elbe und Saale in Hinblick auf die Befahrbarkeit der
Wasserstraßen und im Hinblick auf die Entwicklung des Güterverkehrs auf Elbe und
Saale ein?
Aufgabe der bisherigen Baumaßnahmen war es, einen Status quo ante
herzustellen. Der Nutzen für die Schifffahrt stellt sich ein, wenn auf der Elbe im Rahmen
der Unterhaltung dauerhaft die Wasserstände wiederhergestellt sind, die vor dem
Hochwasser 2002 gegeben waren.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/186323. Wurde in Bezug auf die bisherigen Baumaßnahmen an Elbe und Saale
eine Kontrolle der Effizienz des Mitteleinsatzes durchgeführt?
Wenn ja, durch wen wurde diese Effizienzkontrolle durchgeführt, und
was sind die Ergebnisse?
Bei den bisher an Elbe und Saale durchgeführten Maßnahmen handelt es sich,
wie bereits dargestellt, ausschließlich um Unterhaltungsmaßnahmen zur
Sicherung des vorhandenen bzw. zur Wiederherstellung des ursprünglich
vorhandenen Zustandes. Der effiziente Einsatz von Haushaltsmitteln wird bei der
Durchführung von Unterhaltungsmaßnahmen stets gewährleistet. Im Übrigen
wird auf die Antwort zu Frage 17 verwiesen.
24. An wie vielen Tagen im Jahr konnten in den Jahren seit 1997 (bitte nach
Jahren aufgeschlüsselt), Frachtschiffe (einschiffig) mit der Ladung von
1000 Tonnen pro Schiff bzw. voll abgeladen mit 1350 Tonnen pro Schiff
auf der Saale bzw. auf der Elbe fahren (bitte getrennt für die Abschnitte
von der Saalemündung Richtung Magdeburg und Richtung Dresden/
Tschechien angeben)?
25. An wie vielen Tagen im Jahr, hätten in den Jahren seit 1997 (bitte nach
Jahren aufgeschlüsselt) unter der Annahme eines existierenden Saale-
Elbe- Kanals, Frachtschiffe (einschiffig) mit der Ladung von 1000
Tonnen pro Schiff bzw. voll abgeladen mit 1350 Tonnen pro Schiff auf der
Saale bzw. auf der Elbe fahren können (bitte getrennt für die Abschnitte
Magdeburg und Dresden/Tschechien angeben)?
Die Fragen 24 und 25 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
In der Kürze der zur Beantwortung der Kleinen Anfrage zur Verfügung
stehenden Frist ist eine fragekonforme Auswertung der Daten für den gesamten
erfragten Zeitraum nicht möglich. Die Beantwortung erfolgt beispielhaft für das Jahr
2008: Ein mit 1 000 t beladenes Europaschiff mit einer Abladetiefe von rd. 2 m
hätte im Jahr 2008 an rd. 190 Tagen die Elbe stromab der Saalemündung und an
rd. 140 Tagen die Elbe stromauf der Saalemündung befahren können. Die
Verkehre der Elbe hätten entsprechend auf der Saale stattfinden können.
26. Mit welcher durchschnittlichen Beladung in Tonnen und mit welcher
Auslastung in Prozent fuhren in den letzen 20 Jahren Güterschiffe auf der
Elbe laut den Daten der Zählstelle Magdeburg, und wie hoch war der
Anteil an Leerschiffen?
Für den erfragten Zeitraum sind nur folgende Daten verfügbar:
Stadtstrecke Magdeburg ohne Leerfahrzeuge – nur beladene Schifffahrt
Jahr Tragfähigkeitstonnen [t] Ladungstonnen [t] Auslastung beladener
Güterschiffe in %
2000 3 141 245 1 334 713 42,49
2001 2 662 734 1 292 842 48,55
2002 2 689 478 1 456 765 54,17
2003 2 184 560 1 019 156 46,65
2004 1 976 193 843 727 42,69
2005 2 619 133 1 342 881 51,27
2006 2 077 418 1 013 389 48,78
2007 1 982 085 913 011 46,06
2008 1 724 437 718 008 41,64
2009 2 099 913 944 434 44,97
Drucksache 17/1863 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode27. Mit welcher durchschnittlichen Beladung in Tonnen und mit welcher
Auslastung in Prozent fuhren in den letzen 20 Jahren Güterschiffe auf der
Elbe laut den Daten der Zählstelle Grenze Deutschland/Tschechien, und
wie hoch war der Anteil an Leerschiffen?
Die Bundesregierung führt keine der Frage entsprechende Statistik.
Unterhaltungs- und Ausbaumaßnahmen
28. Welche Fahrrinnentiefe ist aus Sicht der Bundesregierung für einen
wirtschaftlich rentablen Transport von Massengütern mit Motorgüterschiffen
erforderlich?
Der wirtschaftliche Betrieb eines Binnenschiffs hängt neben den verfügbaren
Fahrrinnenverhältnissen u. a. vom Schiffstyp, der Art der Bereederung
(Disposition der Reederei, Vermeidung von Leerfahrten), der Art der transportierten
Güter und von dem betrachteten Revier ab.
Gütertransporte auf dem Binnenschiff, von denen auch die regionale
Hafenwirtschaft profitieren kann, verlangen ein Mindestmaß an infrastrukturellen
Voraussetzungen. Der im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung an der Elbe bis
2015 prognostizierte Verkehrszuwachs setzt die genannte
Mindestfahrrinnentiefe von 1,60 m voraus.
29. Ist auf dem geplanten Saale-Elbe-Kanal ein Containertransport
vorgesehen, und wenn ja, in wie viel Lagen?
Auf der Saale ist ein 2-lagiger Containerverkehr angestrebt.
30. Welche Fahrrinnentiefe und welche Brückendurchfahrtshöhe sind aus
Sicht der Bundesregierung für den wirtschaftlich rentablen
Containertransport erforderlich?
Die Abladetiefe eines mit Containern beladenen Schiffs hängt von der Art der
Ladung der Container ab. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich. Als
Brückendurchfahrtshöhe für einen sicheren und leichten Verkehr mit zwei
Lagen Containern sind 5,25 m über dem entsprechenden
Bemessungswasserstand erforderlich.
31. Für welche Schiffsgrößen bzw. Schiffstypen soll der Saale-Elbe-Kanal
gebaut werden?
Die Schiffsgrößen auf der Saale sind durch die bereits vorhandenen Schleusen
von 100 m Länge und 12 m Breite begrenzt.
32. Welche Güterarten sollen in welchem Umfang (Angaben in Millionen
Tonnen pro Jahr erbeten) auf dem Saale-Elbe-Kanal transportiert
werden?
Gemäß der „Neubewertung des Ausbaus der Saale bei Verzicht auf
Ausbaumaßnahmen an der Elbe“ aus dem Jahr 2004 sollen folgende Güterarten auf der Saale
transportiert werden:
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/1863Landw. Erzeugnisse, Getreide 199 000 t,
Nahrungs- und Futtermittel 95 000 t,
NE-Metallerze, Schrott 79 000 t,
Eisen, Stahl und NE-Metalle 61 000 t,
Steine und Erden 359 000 t,
Chem. Erzeugnisse, Düngemittel 670 000 t,
Sonstige Massengüter 39 000 t.
33. Welche Zielhäfen werden für diese Transporte angenommen, und wie
hoch ist der jeweilige Güteranteil, der über Magdeburg oder über
Dresden/Tschechien abgefahren werden soll?
Zielhafen an der Saale ist der Hafen Halle-Trotha.
Der An- und Abtransport der Güter von und zur Saale über die Elbe verteilt sich
wie folgt:
Richtung Magdeburg: 1,351 Mio. t,
Richtung Dresden/Tschechien 0,151 Mio. t.
34. Welche Ladungsmengen werden pro Schiff durchschnittlich und maximal
zugrunde gelegt, und welche Fahrrinnentiefen sind dafür erforderlich?
35. Welche Fahrrinnentiefen erfordern Motorgüterschiffe mit 1000 Tonnen
Ladung und mit 1350 Tonnen Ladung im geplanten Saale-Elbe-Kanal
(Schleusenkanal Tornitz) sowie in der anschließenden Elbe?
Die Fragen 34 und 35 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Ein Europaschiff misst zwischen 80 m und 85 m Länge und bis zu 9,50 m
Breite. Die durchschnittliche Abladetiefe eines mit 1 000 t beladenen
Europaschiffs liegt daher bei ca. 2 m, eines mit 1 350 t beladenen Europaschiffes bei
ca. 2,50 m.
36. Wie hoch ist der prozentuale Anteil der Verkehrsträger Bahn, Lkw und
Schiff am derzeitigen Gütertransport von und nach Halle/Bernburg?
Der Güterumschlag im Salzlandkreis (Bernburg) und Halle/Saale verteilt sich
im Jahr 2009 wie folgt:
Hinweis: Durchgangsverkehre werden durch das Stat. Bundesamt nicht erfasst.
37. Wie hat sich der Einsatz von Ganzzügen ab dem Hafen Halle in den
letzten Jahren entwickelt?
Die Bundesregierung führt keine der Frage entsprechende Statistik.
Salzlandkreis Halle/Saale
Straßengüterverkehr (nur dt. Fahrzeuge) 89,9 Prozent 95,9 Prozent
Eisenbahn 10,0 Prozent 4,0 Prozent
Binnenschifffahrt 0,1 Prozent 0,03 Prozent
Drucksache 17/1863 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode38. Sieht die Bundesregierung die Möglichkeit, die ganzjährige
Befahrbarkeit der Elbe mit einer Fahrrinnentiefe von 1,60 Metern an 345 Tagen im
Jahr allein durch Unterhaltungsmaßnahmen zur Wiederherstellung des
Zustandes vor dem Elbehochwasser 2002 zu erreichen, insbesondere am
in der Fahrrinnenbreite eingeschränkten Elbabschnitt Magdeburg?
Wenn ja, wie ist diese Annahme begründet, vor dem Hintergrund, dass
auch vor 2002 eine ganzjährige Befahrbarkeit der Elbe mit einer
Fahrrinnentiefe von 1,60 Metern nicht gegeben war?
39. Ist der Bundesregierung bekannt, dass die vom Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beauftragte PLANCO Consulting
GmbH vor dem Elbehochwasser 2002 die damals bestehende
Fahrrinnentiefe der Elbe für rentable Schifffahrt als unzureichend diagnostizierte?
Teilt die Bundesregierung diese Einschätzung, und wenn nein, warum
nicht?
Die Fragen 38 und 39 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Das Ziel der Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe ist die Wiederherstellung
einer Fahrrinnentiefe von 1,60 m zwischen Geesthacht und Dresden und von
1,50 m oberhalb von Dresden an durchschnittlich 345 Tagen im Jahr. Dieses Ziel
kann unter Inkaufnahme von Restriktionen u. a. beim Begegnungsverkehr durch
eine gegenüber vor 2002 optimierte Ausnutzung der vorhandenen bzw.
wiederherzustellenden Abflussquerschnitte durch eine Reduzierung der nutzbaren
Fahrrinnenbreite auf bis zu 35 m erreicht werden. Demgegenüber ist vor dem
Jahr 2002 von einer durchgängig herzustellenden Fahrrinnenbreite von 50 m für
einen zweischiffigen Binnenschiffsverkehr ausgegangen worden.
40. Ist der Bundesregierung bekannt, dass die PLANCO Consulting GmbH
im Rahmen des Gutachtens zum Saalekanal nach dem Ausbaustopp der
Elbe 2002 die Wasserstände der Elbe als ausreichend für eine rentable
Schifffahrt einschätzte?
Teilt die Bundesregierung diese Einschätzung, und wenn nein, warum
nicht?
Ja
41. Ist der Bundesregierung bekannt, dass bei der Berechnung der
Wirtschaftlichkeit des Saaleausbaus (Kanalvariante) durch die PLANCO
Consulting GmbH vor allem die überwiegend hohen Wasserstände der
70er- und 80er- Jahre zugrunde gelegt wurden, und dass diese
Wasserstände seit 20 Jahren nicht mehr erreicht worden sind?
Wenn ja, sieht die Bundesregierung die Ergebnisse der
Wirtschaftlichkeitsberechnung dadurch in Frage gestellt?
Die Bewertung der Wirtschaftlichkeit der Verbesserung der
Schifffahrtsverhältnisse auf der Saale durch einen Schleusenkanal bei Tornitz ohne Wehr erfolgte
im Jahr 2002 nach der Systematik der Bundesverkehrswegeplanung unter
Zugrundelegung der maßgeblichen Abflussverhältnisse der Elbe.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/186342. Welche Auswirkungen erwartet die Bundesregierung vom weiteren
Ausbau der Elbe auf den Wasserhaushalt und die biologische Vielfalt der
umgebenden Flusslandschaft, und worauf stützt sie ihre Einschätzung?
Im Jahr 2002 ist ein Stopp des Ausbaus der Elbe verfügt worden, der weiterhin
gilt.
43. Kann die Bundesregierung ausschließen, dass der weitere Ausbau der
Elbe zu einer Gefährdung des UNESCO-Welterbes Dessau-Wörlitzer
Gartenreich und des UNESCO-Biosphärenreservats Mittlere Elbe führt,
und worauf stützt die Bundesregierung ihre Einschätzung?
Der im Jahr 2002 verfügte Stopp des Ausbaus an der Elbe gilt weiterhin.
Zukunft der Elbschifffahrt
44. Teilt die Bundesregierung die Auffassung des Potsdam-Institutes für
Klimafolgenforschung (PIK) und weiterer Forschungsinstitute sowie der
Klimastudien der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, dass sich die
Niedrigwasserperioden der Elbe im Sommerhalbjahr durch den
Klimawandel verschärfen und verlängern werden?
Wenn ja, welche Konsequenzen ergeben sich daraus nach Auffassung der
Bundesregierung für die Elbschifffahrt?
45. Teilt die Bundesregierung die Einschätzungen des Umweltbundesamtes
(2008, Positionspapier: Die Elbe – Schifffahrt und Ökologie ausgewogen
miteinander verbinden), dass auf Grund des Klimawandels die
Elbschifffahrt grundsätzlich in Frage zu stellen sei?
Die Fragen 44 und 45 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung lässt die
möglichen Klimafolgen für die Wasserstraßen und die Schifffahrt im Rahmen des
Forschungsprogramms KLIWAS auch für das Elbegebiet untersuchen. Fachlich
zuständig und federführend für die Frage der zukünftigen Abflussentwicklung
der Elbe ist die Bundesanstalt für Gewässerkunde, die im Verbund mit dem
Deutschen Wetterdienst, der Bundesanstalt für Wasserbau, dem Bundesamt für
Seeschifffahrt und Hydrographie sowie dem wissenschaftlichen Netzwerk an
belastbaren Projektionen arbeitet. Bislang gibt es für die Elbe keine
wissenschaftlich belastbaren Aussagen über verkehrsrelevante Änderungen des
Wasserhaushalts durch den Klimawandel.
46. Teilt die Bundesregierung die vom Sachsen-Anhaltischen
Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff in einem Interview mit der „Mitteldeutschen
Zeitung“ am 4. Februar 2010 geäußerte Einschätzung, dass die
Ertüchtigung der Elbe für die Befahrung durch den Binnenschifffahrtstyp
„Europaschiffe“ auszuschließen sei?
Falls ja, warum soll dann die Saale als Nebenfluss der Elbe für die
Befahrung durch den Binnenschifffahrtstyp „Europaschiffe“ ausgebaut
werden?
Wenn nein, warum nicht?
Hinsichtlich der Elbe wird auf die Antwort zu den Fragen 38 und 39, hinsichtlich
der Saale auf die Antwort zu Frage 31 verwiesen. Im Übrigen steht die
Entscheidung über das weitere Vorgehen an der Saale aus.
Drucksache 17/1863 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode47. Teilt die Bundesregierung die Bewertung des Bundesamtes für
Güterverkehr vom November 2007 im Sonderbericht Hafenhinterlandverkehr,
dass die Schifffahrt der Elbe aufgrund natürlicher Bedingungen
(Niedrigwasser) den Rücken kehrt, und wenn nein, warum nicht?
Es wird auf Antwort zu den Fragen 44 und 45 verwiesen.
48. Ist der Bundesregierung bekannt, dass das Forschungsinstitut für
Wasserwirtschaft in Prag (VÚV T. G. Masaryk) zu der Einschätzung gelangt ist,
dass der Abfluss der tschechischen Elbe bis zum Ende dieses
Jahrhunderts im Sommer und Herbst um bis zu 40 Prozent zurückgeht?
Teilt die Bundesregierung diese Einschätzung, und wenn nein, warum
nicht?
Es wird auf Antwort zu den Fragen 44 und 45 verwiesen.
49. Plant die Bundesregierung vor dem Hintergrund der in den
vorrangegangen Fragen dargestellten Einschätzungen verschiedener Akteure zur
Elbschifffahrt weitere Prüfungen zur derzeitigen und künftigen Eignung der
Elbe und Saale als Wasserstraßen für den Güterverkehr im Vorfeld
weiterer Investitionen zur Unterhaltung und zum Ausbau dieser Wasserstraßen,
und wenn nein, warum nicht?
Wie bereits dargestellt, sind Ausbaumaßnahmen an der Elbe nicht vorgesehen.
Zum weiteren Vorgehen bezüglich des erwogenen Vorhabens an der Saale steht
eine Entscheidung bevor. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die unbestreitbare
Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung die Inangriffnahme neuer
Infrastrukturprojekte in der mittelfristigen Finanzplanung stark einschränkt und zu
einer strengen Priorisierung der Maßnahmen zwingt.
50. Bezieht die Bundesregierung mögliche Kapazitätsreserven auf dem
alternativen Verkehrsträger Schiene entlang der Elbe zwischen Hamburg und
Tschechien in ihre Wasserstraßenplanungen mit ein, und wenn nein,
warum nicht?
Wenn ja, warum liegen der Bundesregierung (laut Antwort auf die
Schriftliche Frage der Abgeordneten Dorothea Steiner,
Bundestagsdrucksache 17/1389) derzeit keine Aufstellungen zu den bestehenden
Kapazitätsreserven vor?
Die Bundesregierung führt keine der Frage entsprechende Statistik.
51. Liegen der Bundesregierung vergleichende Analysen zu den Kosten des
Gütertransportes (je Tonnenkilometer) entlang der Elbe mit den
verschiedenen Verkehrsträgern Bahn und Binnenschifffahrt vor?
Wenn ja, zu welchen Ergebnissen kommen diese Analysen, und wurden
externe Kosten und Opportunitätskosten mit in die Analysen einbezogen?
Wenn nein, sind solche Analysen in Planung oder sieht die
Bundesregierung dafür nicht die Notwendigkeit?
Die Kosten des Gütertransports im Elbe-Korridor (Relation Hamburg-
Tschechien) wurden ermittelt zu:
Bahn: 3,94 Cent/tkm,
Binnenschiff: 1,57 Cent/tkm.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/1863Darin sind die externen Kosten und Opportunitätskosten für die Bereiche
Klimagase, Luftschadstoffe, Unfälle und Lärm enthalten.
52. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung verschiedener
wissenschaftlicher Untersuchungen – Umweltbundesamt (UBA), Institut für Energie-
und Umweltforschung Heidelberg (IFEU), INFRAS, Institut für
ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) –, dass die Umweltbelastungen und die
daraus entstehenden externen Kosten der Bahn deutlich geringer sind als
die der Binnenschifffahrt?
Nein. Gemäß der Untersuchung „Verkehrswirtschaftlicher und ökologischer
Vergleich der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße“ liegen die
Externen Kosten, bestehend aus Kosten für Klimagase, Luftschadstoffe, Unfälle
und Lärm bei der Wasserstraße mit im Mittel 0,28 Cent/tkm unter denen der
Bahn mit im Mittel 1,13 Cent/tkm.
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ISSN 0722-8333]