[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Cem Özdemir, Dr. Anna
Christmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/23356 –
Der Bahnknoten Ulm im Deutschlandtakt
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Bahnhof Ulm spielt als Regionalverkehrsknoten und
Verknüpfungsbahnhof zwischen Fern- und Regionalverkehr eine wichtige Rolle für das östliche
Baden-Württemberg und die Bodenseeregion. Er ist maßgeblicher Bestandteil
des gerade in Bau befindlichen Bahnprojekts Stuttgart-Ulm und ICE-
Systemhalt an einer der großen Fernverkehrstrassen Deutschlands. Daher wird er im
Zielfahrplan für den Deutschlandtakt 2030 auch merkbar umstrukturiert und
mit neuen und geänderten Relationen bedacht. Der kürzlich erschienene dritte
Fahrplanentwurf offenbart den aktuellen Stand der Planungen.
Neue Planungen der Deutschen Bahn AG (DB AG) lassen nach Ansicht der
Fragesteller vermuten, dass der geplante Neubau des Bahnhofs aus
Kostengründen nicht umgesetzt werden soll. Hier werden Versprechen und konkrete
Planungsvorhaben, die von der Stadt Ulm unterstützt wurden, untergraben
(vgl.
https://www.stimme.de/suedwesten/wirtschaft/wi/Bahn-sagt-Neubau-de
s-Hauptbahnhofs-in-Ulm-ab-Stadt-kaempft;art19071,4291953).
Auf verschiedenen Strecken rund um den Ulmer Hauptbahnhof finden aktuell
umfangreiche Baumaßnahmen statt. Die Elektrifizierung der Südbahn ist ein
wichtiger Schritt, der sich auch in den Fahrzeiten niederschlagen sollte. Die
Neubaustrecke Wendlingen – Ulm wird voraussichtlich früher als der Bahnhof
in Stuttgart fertig (
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neubaustrecke-sch
nelle-zuege-nach-ulm-doch-2022.6e90e03b-8fd4-4c6e-95e7-39a122a7e38
d.html). Allerdings ergeben sich hier Einschränkungen durch lange eingleisige
Strecken, die eine volle Nutzung der Strecke nicht ermöglichen.
1. Ist für den als Taktknoten geplanten Bahnhof eine klar definierte
Taktminute angedacht und im Fahrplan erkennbar umgesetzt, und wenn ja,
welche, und gibt es eine Unterscheidung zwischen Fern- und
Regionalverkehr?
2. Wird mit dem Vermerk in der Präsentation Akteurskonferenz vom 15.
Juli 2020 auf Seite 155 die Realisierung des Knotens Ulm als Taktknoten
de facto aus der Planung gestrichen?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/24204
19. Wahlperiode 10.11.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 6. November 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Warum widersprechen sich nach Ansicht der Fragesteller hier die
Planungsunterlagen (vgl. S. 38 und S. 166)?
3. Falls Ulm als Taktknoten beibehalten werden soll, gibt es hier
Planungen, die Taktminuten von Regional- und Fernverkehr wieder zu
vereinigen?
Die Fragen 1 bis 3 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Regionalverkehr ist Ulm ein ausgeprägter Knoten zu den Minuten 00 und
30. Der 30-Minutentakt im Fernverkehr ist leicht verschoben. Aufgrund der
Menge des Verkehrs ergeben sich in der Regel gute Richtungsanschlüsse.
Widersprüche in der Präsentation zur Akteurskonferenz ergeben sich nicht.
4. Welche Knotenzeiten in anderen Bahnhöfen verhindern die Orientierung
der Regionalverkehrsverbindungen an den Fernzügen in Ulm?
Bei der Knotenausbildung wurde ein verstärktes Augenmerk auf Regionen mit
geringerem Zugangebot gelegt, da hier gute Anschlüsse von höherer Bedeutung
sind als entlang von Hauptachsen mit einem sehr dichten Zugangebot. Für Ulm
sind dies die Knoten Aalen, Memmingen, Aulendorf, Sigmaringen und
Tuttlingen.
5. Gibt es Kantenfahrzeiten, die einen Taktknoten in Ulm verhindern oder
erschweren (bitte Fahrzeit und Relation angeben)?
Die leichte Verschiebung des Fernverkehrs in Ulm gegenüber den Minuten
00/30 erfolgt aufgrund des fixierten Knotens Mannheim und der Kantenfahrzeit
Mannheim – Stuttgart, die im Zuge des dritten Entwurfs deutlich auf 31
Minuten verkürzt werden konnte.
6. Wie lange sind die Umsteige- und Wartezeiten vom Fernverkehr zu den
Hauptrelationen des Regionalverkehrs (Friedrichshafen, Lindau,
Kempten, Weißenhorn, Regensburg, Ingolstadt, München –Regio –, Aalen,
Stuttgart – Regio –, Sigmaringen) und umgekehrt (bitte einzeln
aufschlüsseln)?
Es wird auf die Anlage 1 verwiesen.
Weitere Anschlussbeziehungen können im Internet über die Netzgrafiken
eingesehen werden (abrufbar unter:
https://www.deutschlandtakt.de/news-und-do
wnloads/downloads/#articlefilter=alle).
7. Wie lange sind die geplanten Standzeiten der Regionalzüge im Bahnhof
Ulm, und stehen die Fahrzeuge die gesamte Standzeit am Bahnsteig?
9. Ist am Ulmer Hauptbahnhof ein Stärken und/oder Schwächen von Zügen
vorgesehen (bitte einzeln nach Linie angeben)?
Die Fragen 7 und 9 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Standzeiten der durchgehenden Regionalzüge betragen im dritten
Gutachterentwurf des Zielfahrplans Deutschlandtakt zwischen 4 und 12 Minuten. Die
Wendezeiten der übrigen Züge betragen zwischen 12 und 42 Minuten, die
hauptsächlich am Bahnsteig verbracht werden.
Betriebsführung, etwa Fahrzeugtausche und notwendige Rangierfahrten,
Stärken oder Schwächen von Zügen etc., ist nicht Teil der Planungen zum
Deutschlandtakt.
8. Sind für Linien, die im Ulmer Hauptbahnhof gemäß des dritten
Gutachterentwurfs des Deutschlandtaktes enden, Durchbindungen geplant?
Nein.
10. Welche Linien halten auf welchen Gleisen im Ulmer Hauptbahnhof, und
für welche Gleise sind Doppelbelegungen vorgesehen (bitte qualitativen
Gleisbelegungsplan angeben)?
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Gleisbelegung im Knoten Ulm in der
Hauptverkehrszeit. Doppelbelegungen sind dabei auf den Gleisen 4, 6 und 7
vorgesehen.
Regional- und Fernverkehr Gleisnutzung
Fernverkehr 1 und 2
wendende Züge aus Richtung Filstal 3
durchgehender Regionalverkehr in der
Relation Stuttgart – Friedrichshafen 2 – 4
Züge der Brenz- und Donautalbahn 4 – 7 (nördlicheHälften)
Züge der Illertal- und Südbahn 4 – 7 (südlicheHälften)
wendende Züge aus Richtung Südbahn 8
endende Linien des Regionalverkehrs
aus Richtung Günzburg
südliche Stumpfgleise
25 – 28
11. Wenn Doppelbelegungen an Bahnsteiggleisen vorgesehen sind, wie viele
Doppelbelegungen pro Tag sind im Ulmer Hauptbahnhof geplant?
Zur optimalen Nutzung der Infrastruktur sieht der dritte Gutachterentwurf rund
30 Doppelbelegungen pro Tag vor.
12. Welches Fahrzeugmaterial soll im Knoten Ulm zum Einsatz kommen,
und in welchen Konfigurationen sollen die Fahrzeuge verkehren?
Im Fern- und Nahverkehr sind gemäß der Methodik des
Bundesverkehrswegeplans (BVWP) vorgegebene Musterzüge unterstellt. Diese haben im
Fernverkehr eine Länge von 200, 350 und 400 Meter. Die jeweils zugrunde gelegten
Geschwindigkeitsanforderungen an die Fahrzeuge können aus der Netzgrafik
zum Fernverkehr eingesehen werden (abrufbar unter:
https://www.deutschlandt
akt.de/news-und-downloads/downloads/#articlefilter=alle).
Im Nahverkehr sind folgende Musterzüge unterstellt:
• Doppelstock Lok-Wagen-Zug elektrisch mit 5 Wagen, 160 km/h, 150 m
Länge
• Doppelstock Lok-Wagen-Zug Diesel mit 5 Wagen, 140 km/h, 150 m Länge
• Elektrotriebzug einstöckig/doppelstöckig, 160 km/h, 90 m Länge
• Dieseltriebzug einstöckig, 120/140 km/h, 45 m Länge.
Im Übrigen liegen der Bundesregierung keine weiteren eigenen Informationen
vor.
13. Welche Bahnsteiglänge wird für die vorgesehenen Fahrzeuge hierfür
benötigt (bitte einzeln nach Linie angeben)?
Die Anforderungen an die Bahnsteiglängen im dritten Gutachterentwurf
ergeben sich aus den zugrunde gelegten Musterzügen. Es wird auf die Anlage 2
verwiesen.
14. Wie hoch war der Anteil der pünktlichen Züge im Bahnhof Ulm im
letzten Jahr, und wie gedenkt man, mit deutlich mehr Zugfahrten bei
unveränderter Infrastruktur eine zufriedenstellende Pünktlichkeit zu
gewährleisten (bitte für Fernverkehr und Regionalverkehr getrennt angeben)?
Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG (DB AG) betrug die Pünktlichkeit im
Knoten Ulm 2019 im Fernverkehr 72,6 Prozent sowie 87,9 Prozent im
Regionalverkehr. Die derzeit laufenden Umbauarbeiten am Bahnhof Ulm zur
Einbindung der Neubaustrecke (NBS) Wendlingen – Ulm ermöglichen es nach
Auskunft der DB AG das künftige Betriebsprogramm in einer guten Qualität zu
erfüllen.
15. Welche Gründe gibt es für den Entfall des fünften Bahnsteigs in Ulm
(vgl. Drucksache Landtag Baden-Württemberg 15/1365), und kann unter
Berücksichtigung von geplanten Konzepten (z. B. S-Bahn Donau/Iller)
die absehbare Steigerung von Zugfahrten im Ulmer Hauptbahnhof
trotzdem aufgenommen werden?
16. Sollten die Kapazitäten nicht ausreichen, ist ein zügiger Ausbau der
Bahnhofkapazitäten geplant?
Die Fragen 15 und 16 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG ist u. a. aufgrund der Optimierung des Spurplans
kein Bedarf für einen fünften Bahnsteig gegeben. Sollten sich im Zuge neuer
Konzepte ein Bedarf oder eine sonstige Erweiterung der Bahnhofskapazitäten
ergeben, werden dort entsprechende Planungen anzustoßen.
17. Hat die im Rahmen der Debatte um Stuttgart 21 (S 21) von Seiten der
DB AG erfolgte Zusage, den Ulmer Hauptbahnhof (insbesondere das
Bahnhofsgebäude und den Innenstadtanschluss) umzubauen, Bestand,
und wenn ja, wie sollen diese Maßnahmen aussehen (zeitliche Planung
mit angeben)?
18. Für den Fall, dass kein Gebäudeneubau mehr von Seiten der DB AG
geplant ist, warum wurden die Planungen dahingehend entgegen der zuvor
getätigten Zusage eingestellt?
19. Hat die Bundesregierung bzw. die Bahn AG geprüft, ob ein Umbau des
Hauptbahnhofs in städtischer Regie möglich ist, und wenn ja, welche
Kosten würden dabei in etwa auf die Stadt zukommen?
20. Hat die Bundesregierung bzw. die Bahn AG eine Vorstellung von der
zeitlichen Perspektive (bitte Zeithorizont skizzieren)?
21. Wie könnte nach Vorstellung der Bundesregierung bzw. der Bahn AG
notfalls eine vom Bauvolumen reduzierte Umbauvariante aussehen, die
den städtischen Finanzen Rechnung trägt?
Plant der Bund, sich an der Finanzierung des Projekts zu beteiligen?
Die Fragen 17 bis 21 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Jahr 2016 hat die DB AG gemeinsam mit der Stadt Ulm eine
Machbarkeitsstudie durchgeführt, die einen geringstmöglichen baulichen Umfang für einen
Neubau der Bahnhofshalle untersucht hat. Im Ergebnis zeigte sich keine
wirtschaftlich tragfähige Variante. Der Finanzierungsbedarf für den Neubau des
Bahnhofsgebäudes wurde mit Kostenstand 2014 auf 132 Mio. Euro
eingeschätzt. Hinzu kämen 35 Mio. Euro (Stand 2012) für den Neubau und
Durchstich der Personenunterführung.
Um den Reisenden und Besuchern einen ansprechenden und barrierefreien
Bahnhof anzubieten, wird nach Auskunft der DB AG die DB Station&Service
AG mindestens 15 Mio. Euro in die Sanierung und Modernisierung des
Bestands investieren, nachdem bereits im Jahr 2019 circa 7,9 Mio. Euro in den
Bau von Aufzügen und zusätzlichen Treppenanlagen investiert wurden. Der
Umbau des Bahnhofs zu einer barrierefreien Verkehrsstation erfolgt nach
Auskunft der DB AG in den Jahren 2022 bis 2024. Die Modernisierung des
Empfangsgebäudes beginnt bereits im Jahr 2021 und soll in rund vier Jahren in
mehreren Abschnitten umgesetzt werden.
22. Wann ist die Elektrifizierung der Südbahn zwischen Ulm und
Friedrichshafen HBF fertiggestellt, befindet sich der Bau im Zeitplan?
Das Projekt zur Elektrifizierung der Südbahn liegt im Zeitplan. Die
Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke Ulm–Friedrichshafen–Lindau ist zum
Fahrplanwechsel 2021/2022 vorgesehen.
23. Erfolgt die Elektrifizierung der Südbahn im vorgesehenen Kostenrahmen
(bitte ursprünglich geplante und aktuell prognostizierte Kosten
angeben)?
Nach Auskunft der DB AG hat sich bereits bei Beginn der Bauarbeiten zur
Elektrifizierung der Südbahn im Jahr 2018 abgezeichnet, dass die
Kostenprognosen aufgrund der Marktentwicklung bei den Baupreisen in einer
Größenordnung von über 300 Mio. Euro liegen würden. Eine finale Aussage zu den
Gesamtkosten ist erst nach weiteren Bauarbeiten und Vergaben möglich.
24. Welches Fahrplankonzept ist nach Fertigstellung der Elektrifizierung auf
der Südbahn Ulm – Friedrichshafen geplant (Fahrzeugtyp, Linien und
Halte angeben)?
29. Wie viele Regionalverkehrszüge sollen nach der Elektrifizierung auf der
Südbahn pro Tag verkehren (Linien mit angeben und Vergleich zu
aktuellen Zahlen)?
32. Werden nach Inbetriebnahme der Elektrifizierung auf der Südbahn
weiterhin alle Halte zwischen Friedrichshafen und Lindau in gleicher Anzahl
bedient, die auch zuvor bedient worden sind (bitte angeben, wenn Halte
seltener bedient werden)?
42. Werden nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm
weiterhin alle Halte zwischen Friedrichshafen und Lindau in gleicher Anzahl
bedient, die auch zuvor bedient worden sind (bitte auch angeben, wenn
Halte seltener bedient werden), und wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 24, 29, 32 und 42 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Zuständig für das Angebotskonzept ist das Land. Im Übrigen liegen der
Bundesregierung keine weiteren eigenen Informationen vor.
25. Wie viele Fernverkehrszüge verkehren im Fahrplanjahr 2020 pro (Stand
Januar 2020) auf der Südbahn (Linie angeben)?
Nach Auskunft der DB AG verkehrt im Fahrplanjahr 2020 (Stand: Januar
2020) auf der Südbahn in beide Richtungen täglich je ein Fernverkehrszug (IC
118/119 Dortmund–Innsbruck).
26. Wie viele Fernverkehrszüge sollen nach aktuellem Plan gemäß dem
Deutschlandtakt pro Tag auf der Südbahn verkehren (Fernverkehrstyp
und Linie angeben)?
Auf der Südbahn sind im dritten Gutachterentwurf keine systematischen
Fernverkehrszüge vorgesehen.
27. Wenn keine Fernverkehrszüge mehr im Deutschlandtakt auf der Südbahn
geplant sind, wie erklärt die Bundesregierung die Differenz zum
Fahrplanjahr 2020 (Stand: Januar 2020)?
Der Zielfahrplan enthält lediglich Linien, die im Ein- bzw. Zweistundentakt
verkehren. Die Führung einzelner Züge – abweichend von dem im Zielfahrplan
unterstellten Angebotskonzept – ist dennoch möglich.
28. Wie viele Fernverkehrszüge sollen nach der Elektrifizierung auf der
Südbahn pro Tag verkehren (Linien mit angeben)?
Nach Auskunft der DB AG soll weiterhin ein Intercity-Zugpaar pro Tag über
diese Strecke verkehren (IC-Linie Dortmund–Innsbruck). Ferner wird
perspektivisch eine höhere Anzahl an Fernverkehrszügen auf der Südbahn unter
Berücksichtigung der Nachfrageentwicklung geprüft.
30. Wie hoch ist die Zeitersparnis durch die Elektrifizierung und die
Geschwindigkeitserhöhungen für Fernverkehrszüge zwischen Ulm und
Friedrichshafen sowie Friedrichshafen und Lindau?
In einzelnen Bereichen wird die Streckenhöchstgeschwindigkeit auf bis zu 160
km/h erhöht. Fahrzeitverkürzungen für die Züge des Fernverkehrs können
derzeit nach Auskunft der DB AG noch nicht prognostiziert werden. Eine
Fahrzeitverkürzung wird beim Fernverkehr u. a. von der Koordination der
Fahrplantrassen mit den Zeitlagen des Nahverkehrs im Rahmen der Trassenvergabe
zum Fahrplanjahr 2022 abhängig sein. Die Bewertung des Projekts zum BVWP
ergab eine Fahrzeitverkürzung von 9 Minuten.
31. Wie hoch ist die Zeitersparnis durch die Elektrifizierung und die
Geschwindigkeitserhöhungen für Regionalverkehrszüge zwischen Ulm und
Friedrichshafen sowie Friedrichshafen und Lindau?
Nach Auskunft der DB AG verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Ulm Hbf und
Friedrichshafen Stadt um circa 5 Minuten gegenüber dem Fahrplan 2020.
Zwischen Friedrichshafen Stadt und Lindau Hbf (Insel) ändert sich die Fahrzeit
nicht.
33. Sind bauliche Maßnahmen auf der Brenzbahn geplant, und ist eine
Elektrifizierung für diese Strecke vorgesehen (Maßnahmen mit Zeit- und
Kostenplan auflisten)?
Gemäß Vorgabe des Landes Baden-Württemberg ist eine Elektrifizierung auf
der Brenzbahn im dritten Gutachterentwurf des Zielfahrplans Deutschlandtakt
unterstellt. Ferner wurden auf Basis des vom Land gemeldeten
Angebotskonzepts zweigleisige Abschnitte von den Gutachtern fahrplanbasiert abgeleitet.
Zuständig für das Angebotskonzept ist das Land. Im Übrigen liegen der
Bundesregierung keine weiteren eigenen Informationen vor.
34. Sind zwei Zugfahrten je Richtung je Stunde (auf dem südlichen Teilstück
sogar drei) auf der Brenzbahn mit der bestehenden Infrastruktur fahrbar?
Wie viele Kreuzungsbahnhöfe stehen zur Verfügung?
Mit welchen Kreuzungs- und Pufferzeiten wurde der Betrieb geplant
(bitte Bildfahrplan der Strecke beilegen)?
Nach Auskunft der DB AG können derzeit zwischen Aalen Hbf und Ulm Hbf
in 15 Bahnhöfen Zugkreuzungen erfolgen. Die angedachten
Verkehrsausweitungen auf der Brenzbahn sind nach Auskunft der DB AG mit der bestehenden
Infrastruktur nicht möglich. Derzeit erfolgen Untersuchungen einschließlich
einer eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung. Der DB AG liegt noch
keine abschließende Maßnahmenliste oder grafische Fahrplandarstellung vor.
35. Wie sind die Fahrzeugumläufe für das Fahren in Lastrichtung im
Teilstück Langenau-Sontheim geplant?
Wie viel Kapazität zum zeitweisen Abstellen von Fahrzeugen besteht in
Sontheim?
Die Planung von Fahrzeugumläufen obliegt dem ausführenden
Eisenbahnverkehrsunternehmen. Nach Auskunft der DB AG ist die Abstellkapazität in
Sontheim-Brenz auf die beiden Bahnhofsgleise reduziert. Abstellungen sind
somit nicht sinnvoll. Nach Auskunft der DB AG wird die Ausweitung der
Abstellmöglichkeiten derzeit untersucht.
36. Weshalb verlassen die Züge nach Aalen den Bahnhof Ulm in einem
Abstand von lediglich elf Minuten bzw. kommen in diesem Abstand dort
an?
Warum orientiert sich der Halbstundentakt am kleineren Knoten Aalen
und nicht am Fernverkehrsanschluss und Taktknoten Ulm?
Das im dritten Gutachterentwurf des Zielfahrplans Deutschlandtakt unterstellte
Konzept im Schienenpersonennahverkehr entspricht dem vom Land
gemeldeten Angebotskonzept.
37. Zu welchem Zeitpunkt ist die Inbetriebnahme der Neubaustrecke
Wendlingen – Ulm geplant?
Die Inbetriebnahme ist für den Fahrplanwechsel 2022/2023 geplant.
38. Zu welchem Zeitpunkt ist die Inbetriebnahme des Bahnhofs Merklingen
auf der Neubaustrecke Wendlingen – Ulm geplant?
Nach Auskunft der DB AG ist die kommerzielle Inbetriebnahme des Bahnhofs
Merklingen mit Inbetriebnahme der Neubaustrecke (NBS) Wendlingen–Ulm
zum Fahrplanwechsel 2022/2023 vorgesehen.
39. Wie viele Züge sollen pro Tag direkt nach der Inbetriebnahme der
Neubaustrecke Wendlingen – Ulm über diese Strecke verkehren (vor
Fertigstellung von S 21, bitte Linien angeben)?
Nach Auskunft der DB AG liegt noch kein ganztägiger Fahrplan für die
Inbetriebnahme der NBS Wendlingen–Ulm vor. Nach Inbetriebnahme der
Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm sollen zunächst die zweistündlichen ICE-Linien
München–Stuttgart–Frankfurt–Leipzig–Berlin und München–Stuttgart–
Karlsruhe sowie einzelne weitere Züge der DB Fernverkehr AG verkehren.
40. Wie viele dieser Züge halten im Bahnhof Merklingen (bitte Linien
angeben)?
Für alle Züge des Regionalverkehrs ist nach Auskunft der DB AG im Bahnhof
Merklingen ein Halt vorgesehen. Es wird zudem auf die Antwort zu Frage 39
verwiesen. Ein Halt von Fernverkehrszügen im Bahnhof Merklingen ist seitens
der DB AG nicht geplant.
41. Wie viele Züge können die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm aufgrund
des langen eingleisigen Abschnittes im Albaufstieg nach Inbetriebnahme
maximal befahren (für eine Stunde angeben, jeweils in beide
Richtungen)?
Nach Auskunft der DB AG können 3,5 Züge pro Stunde (Summe beider
Richtungen) über die Neubaustrecke vor der Inbetriebnahme von Stuttgart 21
verkehren.
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