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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Stand der Gasversorgung und Einspeicherung im Sommer 2026

Diese Kleine Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gehört zur 21. Wahlperiode und hat den Stand „Beantwortet“.

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Datum

03.09.2026

Antwortdauer

17 Tage

Aktualisiert

10.09.2026

Offizielle Quellen und Volltext

Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.

Deutscher BundestagDrucksache 21/759917.08.2026

Stand der Gasversorgung und Einspeicherung im Sommer 2026

der Abgeordneten Michael Kellner, Dr. Julia Verlinden, Dr. Alaa Alhamwi, Lisa Badum, Dr. Sandra Detzer, Julian Joswig, Sandra Stein, Katrin Uhlig, Andreas Audretsch und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

In der Heizperiode 2025/2026 waren die Gasspeicher wesentlich geringer gefüllt als in vorherigen Wintern. Hinsichtlich der niedrigen Speicherfüllstände zum Ende der Heizperiode war für Gasversorger wie Speicherbetreiber klar, dass die fristgerechte Wiederbefüllung über den Sommer anspruchsvoll werden würde. Entsprechende Einspeicherraten sind daher notwendig. Der Krieg im Iran und die Sperrung der Straße von Hormus führen auf dem globalen Gasmarkt und beim LNG-Export zu massiven Preisauswirkungen. Hinzu kommt, dass kurzfristige Lieferungen regelmäßig nach Asien gehen, wo mehrere Länder Energiesparmaßnahmen verordnet haben und die Bevölkerung mit Preisrekorden und akutem Versorgungsknappheiten zu kämpfen hat. Derweil füllen sich die deutschen Speicher sehr langsam. Ein Blick auf die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigt, dass das Speicherniveau unterhalb des das Niveaus der bisher niedrigsten Füllstandsverläufe seit 2018 nachzeichnet (vgl. www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/_svg/Gasspeicher_Fuellstand/Speicherfuellstand.html). Für eine sichere Versorgung im kommenden Winter braucht es aus Sicht der fragestellenden Fraktion neben ausreichenden Einspeichermengen im Sommer eine gezielte Reduzierung des Verbrauchs durch Ersatz von z. B. Gasheizungen durch klimafreundliche Heiztechnologien sowie die Umstellung auf elektrische Prozesse und das Heben von Effizienzen.

Sollte die Bundesregierung mehrere der folgenden Fragen aus Gründen der Übersichtlichkeit zusammenfassend beantworten, wird ausdrücklich darum gebeten, in der Antwort für jede Einzelfrage spezifisch auf die erfragten Unterpunkte einzugehen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen28

1

Wie hoch ist die Füllstandsdifferenz der deutschen Gasspeicher im Vergleich zum Stichtag 2025?

2

Gibt es Anzeichen, dass einzelne Speicher die Füllstandsvorgaben nicht erreichen werden? Falls ja, bei welchen Speichern und welche Maßnahmen werden diesbezüglich ergriffen?

3

Wie wirken sich die niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher zum Ende der Heizperiode 2025/2026 und die durch den Krieg im Iran gestiegenen Preise auf die Einspeicherung und den Sommer-Winter-Spread aus?

4

Wie hoch sind zum Stichtag die Füllstände der Gasspeicher unserer europäischen Nachbarländer, mit denen wir per Gasleitung direkt verbunden sind?

5

Wie stellen sich die tagesaktuellen Füllstände der an das bayerische Gasnetz angeschlossenen Gasspeicher (inklusive der für die bayerische Versorgung relevanten österreichischen Speicher wie Haidach) im Vergleich zum selben Stichtag der Jahre 2024 und 2025 dar und werden sie nach Einschätzung der Bundesregierung ihre Füllstandsvorgaben bis zur Heizperiode 2026/27 erreichen?

6

Gibt es derzeit Gespräche mit Importeuren, Speicherbetreibern und weiteren Marktteilnehmern, um kurzfristig die Einspeichermengen zu erhöhen? Falls ja, welche Maßnahmen werden diesbezüglich in Betracht gezogen?

7

Gibt es Pläne zur Änderung der Füllstandsvorgaben? Falls ja, welche und sollen diese schon für die kommende Heizperiode greifen?

8

Gib es eine neue Bewertung zur Funktionalität des Sommer-Winter-Spreads, hinsichtlich des Weltmarktpreises für Gas und der anhaltenden geringen Einspeicherung oder gilt weiterhin die dazu in Bundestagsdrucksache 21/5306 getroffene Aussage?

9

Falls die Einschätzung weiter Gültigkeit hat, welche Ursachen und Erkenntnisse liegen hinsichtlich der zurückhaltende Speicherbefüllung vor?

10

Wie viel wird die von der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie angekündigte Gasumlage im Rahmen der angekündigten Gasreserve kosten?

11

Wie soll die Gasreserve als Ganze finanziert werden? Wie viel soll die angekündigte Umlage zur Finanzierung beitragen?

12

Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zu ergreifen, um die noch nicht für diesen Winter greifende Gasreserve im Falle eines Mangels auszugleichen?

13

Zu wann will die Bundesregierung die Gasreserve beschließen und in welchem Zeitraum soll diese wie angelegt werden?

14

Welche Bedeutung haben die zur Stilllegung beantragten Gasspeicher hinsichtlich möglicher neuer Speicher- und Versorgungsbedarfe, um im Zuge der Kraftwerksstrategie entstehende Gas-Kraftwerke zu versorgen?

15

Welche Bedeutung haben die weiterhin in der Straße von Hormus gebundenen Gastankerkapazitäten für die Versorgung von Deutschland und Europa?

16

Welche Einschätzung gibt es zur Entwicklung der LNG-Lieferungen nach Deutschland sowie in die Europäische Union aus dem arabischen Raum?

17

Wie verläuft die Reduzierung des Gasimports aus Russland in die Europäische Union und wird dieser planmäßig vollständig eingestellt, wenn ja, wann, wenn nein, warum nicht?

18

Welche Kosten sind der deutschen Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2026 (gegebenenfalls für die bisher vorliegenden Monate) für den Import von fossilem Gas entstanden und welcher prozentuale Anteil dieser Kosten ist nach Kenntnis der Bundesregierung auf Preisaufschläge durch die Blockade der Straße von Hormus zurückzuführen?

19

Welche Krisen-Szenarien oder Notfallpläne hat die Bundesregierung speziell für die Gasversorgung Süddeutschlands erarbeitet, falls die Befüllungsvorgaben dort nicht bzw. nicht rechtzeitig eingehalten werden bzw. sobald die Füllstände der bayerischen und österreichischen Speicher das kritische Niveau des letzten Winters noch unterschreiten?

20

Welche Mehrkosten für die deutsche Volkswirtschaft entstanden im Vergleich zum Vorjahrszeitraum für den Import von fossilem Gas durch den Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus?

21

Mit welchen durchschnittlichen Mehrkosten, aufgrund des gestiegenen Importpreises, muss ein mit Gas heizender Durchschnittshaushalt für die kommende Heizperiode rechnen?

22

Ist geplant die Leitung ETL 182 Elbe Süd nach Achim nach dem Ausstieg aus fossilem Gas für grüne Gase, wie z. B. grünen Wasserstoff, zu nutzen?

23

Welche Fortschritte bei der Reduzierung des Gasverbrauchs sind seit Jahresbeginn erreicht worden?

24

Sind zusätzlich Programme geplant oder in Umsetzung, um den Gasverbrauch zu reduzieren? Falls ja, welche, falls nein, warum nicht?

25

Plant die Bundesregierung hinsichtlich des knappen Weltmarktangebots und der im Vergleich geringen Speicherfüllstände Energiesparmaßnahmen oder Appelle an Bevölkerung und Unternehmen? Wenn ja, wann und mit welchem Inhalt?

26

Plant die Bundesregierung Gesetze einzubringen, um den Gasverbrauch in Deutschland zu reduzieren? Wenn ja, welche?

27

Besteht nach Einschätzung der Bundesregierung das Risiko durch geplante oder in Umsetzung befindliche gesetzliche Regelungen die Abhängigkeit von fossilem Gas zu erhöhen?

28

Wie bewertet die Bundesregierung das Gebäudemodernisierungsgesetz hinsichtlich der Abhängigkeit Deutschlands von a) fossilen Gasimporten b) Importen von biogenen Gasen?

Berlin, den 13. August 2026

Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion

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