Schmerzmittelmissbrauch bei Jugendlichen
der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Dr. Gero Clemens Hocker, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Michael Georg Link, Alexander Müller, Hagen Reinhold, Bernd Reuther, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Andrew Ullmann, Sandra Weeser, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Medienberichten zufolge ist das opioidhaltige Schmerzmittel Tilidin in den letzten Jahren bei Jugendlichen in Deutschland zur Modedroge geworden (https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/schmerzmittel-tilidin-geborgenes-gefuehl-quaelender-entzug/26229212.html). Das synthetische Opioid ist zur Behandlung von starken und sehr starken Schmerzen zugelassen und kann körperlich abhängig machen, weshalb es z. B. in den USA verboten ist. Der Drogen- und Suchtbericht 2019 gibt keine Informationen über die Prävalenz des Gebrauchs opioidhaltiger Schmerzmittel. Dem Bericht zufolge scheint es bisher kein Präventionsprojekt für Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu geben.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die jährliche Prävalenz von Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit in Deutschland seit 2010 (bitte nach Geschlecht, Altersgruppe und Medikamentenklasse aufschlüsseln)?
Wie häufig wurden opioidhaltige Schmerzmittel wie Tilidin nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich seit 2010 verschrieben (bitte nach Geschlecht und Altersgruppe aufschlüsseln)?
Wie viele Todesfälle im Zusammenhang mit opioidhaltigen Schmerzmitteln, z. B. durch die kombinierte Einnahme von Tilidin und Alkohol, sind der Bundesregierung jährlich seit 2010 bekannt?
Plant das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), auch Tilidin Retardtabletten in das Betäubungsmittelgesetz aufzunehmen, und wenn ja, wann?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit 2013 getroffen, um den Missbrauch von Medikamenten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzudämmen?
Zu welchen messbaren Erfolgen haben diese Maßnahmen bislang jeweils geführt?
Welche Kosten sind bislang für die einzelnen Maßnahmen angefallen?
Welche Maßnahmen in diesem Bereich sind in Zukunft geplant?
Welche Präventionsprojekte für Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat der Bund seit 2013 gefördert oder selbst durchgeführt?
Welche Forschungsprojekte zum Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterstützt die Bundesregierung aktuell?
Was wird unternommen, um weitere Kenntnisse über den Missbrauch von opioidhaltige Schmerzmittel bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erzielen?
Plant die Bundesregierung die Förderung und Durchführung von weiteren Studien und Präventionsprojekten in diesem Bereich, und wenn ja, wann?
Welche Mengen von illegalen Medikamenten kommen nach Einschätzung der Bundesregierung jedes Jahr in Deutschland in Umlauf (bitte nach Medikamentenklasse aufschlüsseln)?
Wie viele gefälschte Rezepte kommen nach Einschätzung der Bundesregierung jedes Jahr in Deutschland in Umlauf? Wie begegnet die Bundesregierung diesem Problem?