[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Dr. Michael
Espendiller, Armin-Paulus Hampel, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion der AfD
– Drucksache 19/31951 –
Mögliche Benachteiligung von Jungen im deutschen Bildungssystem
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Jahr 2002 wurde in dem Artikel „Bringing boys back in“ eine
wissenschaftliche Untersuchung von Diefenbach und Klein veröffentlicht, die die
soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern mit Bezug zum deutschen
Bildungssystem evaluiert. Die Ergebnisse der Auswertung brachten hervor,
dass Jungen, anders als vielfach in der breiten Öffentlichkeit dargestellt, im
Bereich der Schulbildung schon lange hinter den Mädchen zurückblieben.
Demnach erreichten sie im Untersuchungszeitraum 1994/1995 bis 1999/2000
über alle Bundesländer hinweg seltener das Abitur oder einen
Realschulabschluss. Dagegen besuchten sie jedoch häufiger eine Hauptschule und
verließen die Schule auch öfter ohne Abschluss. Die Publikation konnte zudem
einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Zahl an
männlichen Grundschullehrern und der Anzahl an Jungen ohne Schulabschluss
aufzeigen – so ginge ein höherer Anteil an männlichem Lehrpersonal in der
Primarstufe mit einem geringeren Anteil an männlichen Schulabbrechern
einher (vgl. Heike Diefenbach und Michael Klein (2002), „Bringing boys back
in“. Soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern im Bildungssystem
zuungunsten von Jungen am Beispiel der Sekundarschulabschlüsse, Zeitschrift
für Pädagogik 48 (2002) 6, 938 bis 958, abrufbar:
https://www.pedocs.de/vollt
exte/2011/3868/pdf/ZfPaed_6_2002_Diefenbach_Klein_Bringing_Boys_Bac
k_In_D_A.pdf, letzter Stand: 12. Juli 2021).
Die Geschlechterdisparität zum Nachteil von Jungen im Bildungsbereich hat
sich bis heute fortgesetzt. Im Zeitraum zwischen 1999 und 2019 lag der Anteil
von Jungen an Schülern ohne Schulabschluss beständig bei etwa 60 Prozent
(vgl. Statistisches Bundesamt, Allgemeinbildende Schulen – Fachserie 11
Reihe 1 – Schuljahr 2019/2020, Tabelle 6.1, abrufbar:
https://www.destatis.de/
DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Schulen/Publika
tionen/Downloads-Schulen/allgemeinbildende-schulen-2110100207005.html,
letzter Stand: 26. Juli 2021). Auch die jüngsten empirischen Befunde belegen,
dass es Jungen auf ihrem Bildungsweg oft schwerer haben als Mädchen. Diese
Beobachtung geht u. a. aus den aktuellsten Erhebungen der
Geschlechtervergleichsstudien IQB-Bildungstrend 2018 (vgl.
https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/
BT2018/Bericht, letzter Stand: 13. Juli 2021) und PISA 2018 (vgl.
https://ww
Deutscher Bundestag Drucksache 19/32199
19. Wahlperiode 24.08.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
vom 24. August 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
w.pisa.tum.de/pisa/pisa-2000-2018/pisa-2018/, letzter Stand: 13. Juli 2021)
hervor. Die Ergebnisse zeigen, dass Jungen vermehrt später und Mädchen
häufiger vorzeitig eingeschult werden. Auch der Anteil von männlichen Schülern
mit Förderbedarf ist im Vergleich fast doppelt so hoch (vgl. Deutsches
Schulportal (26. Mai 2020), Schneiden Jungen in der Schule schlechter ab?,
abrufbar:
https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/schneiden-jungen-in-der-s
chule-schlechter-ab/, letzter Stand: 14. Juli 2021). Ähnliche Tendenzen lassen
sich auch bei den Übergangsempfehlungen für weiterführende Schulen
erkennen. Dabei fallen die Beurteilungen ebenso wie die Besuchsquoten
verschiedener Schularten zugunsten der Schülerinnen aus: Jungen der 9. Klasse sind
vor allem an Hauptschulen (13 zu 10 Prozent), Mädchen der 9. Klasse
hingegen an Gymnasien überrepräsentiert (39 zu 32 Prozent) (vgl.
https://www.iq
b.hu-berlin.de/bt/BT2018/Bericht, letzter Stand: 26. Juli 2021).
Viel weist nach Auffassung der Fragesteller darauf hin, dass die teilweise
deutlichen Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen keineswegs
vererbt werden. Stattdessen scheint u. a. auch eine Bildungsbenachteiligung
durch das deutsche Bildungssystem zu persistierenden
Geschlechterdisparitäten auf Kosten der Jungen beizutragen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Entsprechend der verfassungsrechtlichen Kompetenzverteilung zwischen Bund
und Ländern liegt die Zuständigkeit für die Schulbildung bei den Ländern. Sie
sind daher auch für die Entwicklung, Ausgestaltung und Umsetzung von
Maßnahmen zur Verhinderung bzw. zum Abbau möglicher Benachteiligungen von
Jungen verantwortlich. Auch obliegt es grundsätzlich den Ländern,
Maßnahmen zur Reduzierung des Anteils früher Schulabgängerinnen und
Schulabgänger zu ergreifen. Auf die „Leitlinien zur Sicherung der Chancengleichheit
durch geschlechtersensible schulische Bildung und Erziehung“ (Beschluss der
Kultusministerkonferenz vom 6. Oktober 2016/Beschluss der Konferenz der
Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und
-senatoren der Länder vom 15./16. Juni 2016) wird verwiesen.
Die Bundesregierung hat im Rahmen ihrer Zuständigkeiten Maßnahmen
ergriffen, um den Erwerb von Abschlüssen im schulischen Bereich zu unterstützen
sowie Abbruchquoten zu reduzieren (vgl. Antwort der Bundesregierung zu
Frage 7 der Kleinen Anfrage der Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache
19/10096). Darüber hinaus soll die gemeinsam vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderte Initiative Klischeefrei eine
Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees unterstützen. Der
bundesweite Zusammenschluss von mittlerweile 356 Partnerorganisationen aus
Bildung, Politik, Wirtschaft, Praxis und Wissenschaft setzt seit 2016
zielführende Maßnahmen um, vernetzt sich und tauscht Materialien und gute Praxis
aus. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 19/11287 verwiesen.
1. Welche Gründe gibt es nach Kenntnis und aus Sicht der Bundesregierung
dafür, dass Jungen in Deutschland später eingeschult werden, häufiger in
die Sonderschule bzw. Förderschule überwiesen werden, schlechtere
Noten erzielen, seltener eine Empfehlung für ein Gymnasium erhalten,
an Hauptschulen überrepräsentiert sind, öfter die Schule abbrechen und
keinen Schulabschluss erwerben sowie geringere und schlechtere
Bildungsabschlüsse erzielen als Mädchen?
2. Inwiefern teilt die Bundesregierung die Auffassung vieler Experten (u. a.
Allan Guggenbühl (2001), Böse Buben: Weshalb vor allem Knaben in
der Schule Probleme machen, in: Neue Zürcher Zeitung, abrufbar:
https://www.nzz.ch/folio/bose-buben-ld.1617858, letzter Stand: 14. Juli
2021; Frank Dammasch (2008), Die Krise der Jungen: Das schwache
Geschlecht? Psychoanalytische Überlegungen, S. 18, abrufbar:
https://w
ww.pedocs.de/volltexte/2010/1699/pdf/Dammasch_Die_Krise_der_Jung
en_2008_D_A.pdf, letzter Stand: 14. Juli 2021), dass die Schule die
geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen von Jungen sowie deren Lern-
und Entwicklungsbedürfnisse nicht angemessen berücksichtigt und dass
dies u. a. mit der zunehmenden „Feminisierung“ im Bildungswesen
zusammenhängt?
3. Welche Gründe gibt es nach Kenntnis und aus Sicht der Bundesregierung
für die vorliegende Korrelation der statistisch belegten Rückläufigkeit
von männlichen Schulabbrechern bei einem höheren Anteil an
männlichem Lehrpersonal, speziell in der Grundschule (siehe Vorbemerkung
der Fragesteller)?
Die Fragen 1 bis 3 werden im Zusammenhang beantwortet.
Die Bundesregierung setzt sich für eine chancengerechte Bildungsbeteiligung
ein und unterstützt Maßnahmen, die die Bildung von Rollenstereotypen
erschweren oder verhindern, so dass geschlechterunabhängig Chancengleichheit
im Lebensverlauf hergestellt wird. Hierzu gehören auch Maßnahmen zur
Erhöhung des Männeranteils insbesondere in den erzieherischen Berufen. Im
Übrigen wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
4. Welche vom Bund geförderten Maßnahmen im Bildungsbereich gab es
im Zeitraum von 2013 bis 2021 exklusiv für Mädchen im schulfähigen
Alter, und welche finanziellen Mittel wurden im Zeitraum von 2013 bis
2021 vom Bund für diese Förderprojekte bereitgestellt (bitte nach
Maßnahme, Fördervolumen in Euro, Zeitraum und Gesamtfördervolumen
aller Maßnahmen in Euro aufschlüsseln)?
Im Bereich „Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Wissenschaft und
Forschung“ hat das BMBF zur Unterstützung der Zielstellungen des
Memorandums zum Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen Projekte zur
Umsetzung von Maßnahmen gefördert, die sich exklusiv an Mädchen im schulfähigen
Alter richten. Zudem wurden im Rahmen der Förderrichtlinie „Erfolg mit
MINT – Neue Chancen für Frauen“ des BMBF Projekte gefördert, mit denen
bildungsbiografische und berufliche Übergänge im akademischen MINT-
Bereich für Mädchen im schulfähigen Alter unterstützt wurden. Das
Gesamtfördervolumen des BMBF hierfür im Zeitraum 2013 bis 2021 beträgt rund
16,45 Mio. Euro. Es wird auf die tabellarische Übersicht in der Anlage 1
verwiesen.
Seit 2001 unterstützt die Bundesregierung die bundesweite Durchführung des
Girls’Day – Mädchen-Zukunftstags. Ziel des gemeinsam vom BMFSFJ und
dem BMBF geförderten Aktionstags ist es, das Berufswahlspektrum von
Mädchen zu erweitern. Er bietet Schülerinnen ab der 5. Klasse wertvolle Einblicke
insbesondere in technische und naturwissenschaftliche Berufe, in denen laut
Statistik mehr Männer beschäftigt sind. Der Aktionstag Girls’Day soll explizit
Mädchen für diese Berufsfelder begeistern und Ausbildungs- und
Studienperspektiven für die Zeit nach dem Schulabschluss vorstellen. Die Maßnahme
wurde und wird im Zeitraum 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2021 mit einer
Summe in Höhe von knapp 5 Mio. Euro je hälftig von BMFSFJ und BMBF
gefördert.
5. Welche vom Bund geförderten Maßnahmen im Bildungsbereich gab es
im Zeitraum von 2013 bis 2021 exklusiv für Jungen im schulfähigen
Alter, und welche finanziellen Mittel wurden im Zeitraum von 2013 bis
2021 vom Bund für diese Förderprojekte bereitgestellt (bitte nach
Maßnahme, Fördervolumen in Euro, Zeitraum und Gesamtfördervolumen
aller Maßnahmen in Euro aufschlüsseln)?
Mit dem Boys‘Day verfolgt die Bundesregierung das Ziel einer
Berufsorientierung jenseits von Rollenstereotypen. Die Erweiterung des
Berufswahlspektrums für junge Männer ist eines der wichtigen Anliegen der
Gleichstellungspolitik in Deutschland. Seit 2011 bietet der Boys’Day Jungen jedes Jahr die
Möglichkeit, Berufe kennenzulernen in denen bisher höchstens 40 Prozent
Männer eine Ausbildung machen oder arbeiten. Jungen ab der 5. Klasse können
sich an diesem Tag über diese Bereiche informieren und neue Perspektiven für
ihre Lebensplanung entdecken. Die Maßnahme wird für den Zeitraum 1. Januar
2013 bis 31. Dezember 2021 mit einer Summe in Höhe von rund 6,07 Mio.
Euro vom BMFSFJ gefördert.
6. Welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung seit dem
Bildungsbericht 2008 ergriffen, um die im Bericht benannten, zunehmenden
Misserfolge von Jungen in der Schule zu bekämpfen (vgl.
Bildungsbericht 2008, „Geschlechtsspezifische Disparitäten: Mädchen und junge
Frauen werden im Bildungssystem immer erfolgreicher, neue
Problemlage bei den Jungen“, S. 11, abrufbar
https://www.bildungsbericht.de/de/
bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2008/pdf-bildungsbericht-20
08/bb-2008.pdf, letzter Stand: 14. Juli 2021; bitte die vom Bund
geförderten Maßnahmen für Mädchen, junge Frauen bzw. Jungen und junge
Männer von 2008 bis heute, aufgeschlüsselt nach Maßnahme,
Fördersumme in Euro, Zeitraum und Gesamtvolumen aller Maßnahmen in Euro
gegenüberstellen)?
Nach wie vor zeigen sich in einzelnen Bereichen der Bildungsverläufe
geschlechterspezifische Unterschiede. Die zunächst zu Beginn des Bildungsweges
erfolgreicheren Mädchen haben als junge Frauen beim Übergang in der
Berufstätigkeit nicht selten geringere Chancen als junge Männer ihre
Bildungsabschlüsse am Arbeitsmarkt z. B. in den von Männern dominierten Berufen
adäquat zu verwerten. Ergänzend wird auf die Antwort der Bundesregierung zu
Frage 3 der Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache
19/11287 hinsichtlich mangelnder Chancengerechtigkeit von Frauen und die
vom BMBF entwickelten, gezielten Maßnahmen und Initiativen für junge
Mädchen und Frauen im MINT-Bereich verwiesen.
Seit 2008 wurden Projekte zur Umsetzung von Maßnahmen für Mädchen und
junge Frauen insbesondere in akademischen MINT-Berufsfeldern durch das
BMBF mit Mitteln in Höhe von rund 27,8 Mio. Euro im Bereich
„Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Wissenschaft und Forschung“ gefördert. Es wird
auf die tabellarische Übersicht in der Anlage 2 verwiesen.
7. Welche Studien und Forschungsprojekte im Bereich der Bildungs- und
Geschlechterforschung zur Benachteiligung von Mädchen und jungen
Frauen im deutschen Bildungswesen wurden seit 2002 von der
Bundesregierung initiiert bzw. gefördert, und wie hoch waren die jeweiligen
Fördergelder (bitte nach Forschungsprojekt, Zeitraum, Fördersumme in
Euro und Gesamtfördervolumen aller Projekte in Euro aufschlüsseln)?
8. Welche Studien und Forschungsprojekte im Bereich der Bildungs- und
Geschlechterforschung zur Benachteiligung von Jungen und jungen
Männern im deutschen Bildungswesen wurden seit 2002 von der
Bundesregierung initiiert bzw. gefördert, und wie hoch waren die
jeweiligen Fördergelder (bitte nach Forschungsprojekt, Zeitraum, Fördersumme
in Euro und Gesamtfördervolumen aller Projekte in Euro aufschlüsseln)?
Die Fragen 7 und 8 werden im Zusammenhang beantwortet.
In den im Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung geförderten
Forschungsprojekten ist weder die Benachteiligung von Mädchen und jungen
Frauen noch von Jungen und jungen Männern explizit als
Forschungsgegenstand ausgewiesen. Allerdings erfolgen im Rahmen der Analysen unabhängiger
Variablen auch geschlechtsspezifische Auswertungen, so dass hier
geschlechtsspezifische Unterschiede im Kompetenzerwerb und in der
Kompetenzvermittlung als Teilaspekte der Analyse zum Tragen kommen.
Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Digitalisierung im
Bildungsbereich – Grundsatzfragen und Gelingensbedingungen (Digitalisierung I)“ wird
im Verbundprojekt „Learning Analytics und Diskriminierung“ der Frage nach
geschlechterspezifischer Benachteiligung durch digitale Bildungstechnologien
nachgegangen: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie
Diskriminierung nach Geschlecht, Alter, Herkunft oder Lerntyp durch den
Einsatz von Datenanalysen in digitalen Lernsystemen begünstigt oder verhindert
werden kann. Das Fördervolumen des BMBF beträgt hierfür im Zeitraum
1. November 2018 bis 31. Oktober 2021 rund 490 TEuro.
Zudem war – ausgehend von den im IQB-Bildungstrend identifizierten
Rückgängen der Kompetenzen und Motivation von Neuntklässlerinnen und
Neuntklässlern im Fach Mathematik vom Jahr 2012 zum Jahr 2018, die bei Jungen
besonders stark ausgeprägt waren – im Jahr 2020 eine weiterführende Analyse
in Auftrag gegeben worden. Sie soll einen Beitrag zum genaueren Verständnis
zu den Entwicklungen bei den Jungen leisten. Diese wurde vom BMBF im Jahr
2020 mit rund 42 TEuro gefördert. Die Ergebnisse dieser Studie werden noch
im diesem Jahr erwartet.
Das BMBF hat im Bereich „Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Wissenschaft
und Forschung“ seit 2002 Forschungsprojekte zur Benachteiligung von
Mädchen und jungen Frauen mit Fokus auf den tertiären Bildungsbereich als
Einzelmaßnahmen sowie im Rahmen mehrerer Förderrichtlinien („Power für
Gründerinnen“, „Frauen an die Spitze“ sowie „Erfolg mit MINT – Neue
Chancen für Frauen“) gefördert. Dabei standen Untersuchungen zur
Geschlechtergerechtigkeit im außerschulischen sowie im tertiären Bildungsbereich im
Zentrum der Förderung. Das Gesamtfördervolumen im Bereich
„Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Wissenschaft und Forschung“ des BMBF beträgt
im Zeitraum 2002 bis 2021 rund 16,53 Mio. Euro. Es wird auf die tabellarische
Übersicht in der Anlage 3 verwiesen
9. Wie beurteilt die Bundesregierung die anhaltenden und deutschlandweit
auftretenden schulischen Leistungsdefizite, die Jungen gegenüber
Mädchen aufweisen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller)?
10. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus der nach
Auffassung der Fragesteller beunruhigenden Entwicklung, dass Jungen im
deutschen Schulsystem seit mehr als 20 Jahren persistent schlechter
abschneiden als Mädchen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller)?
Die Fragen 9 und 10 werden im Zusammenhang beantwortet.
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 7 – Drucksache 19/32199
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 9 – Drucksache 19/32199
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 11 – Drucksache 19/32199
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 13 – Drucksache 19/32199
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ISSN 0722-8333]