[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger, Nicole Gohlke,
Anke Domscheit-Berg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/437 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das Jahr 2021 –
Schwerpunktfragen zu Dublin-Verfahren
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Anteil von Verfahren zur Klärung der asylrechtlichen Zuständigkeit nach
der Dublin-Verordnung (Dublin-VO) der Europäischen Union (EU) an allen
Asylverfahren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lag im
Jahr 2020 bei 29,4 Prozent (vgl. hierzu und soweit nicht anders angegeben
auch im Folgenden: Bundestagsdrucksache 19/30849). Übernahmeersuchen
wurden im Jahr 2020 vor allem an Griechenland und Italien gerichtet (22,4
bzw. 17,6 Prozent aller Ersuche), die meisten Überstellungen gingen nach
Frankreich und Italien. Nach Ungarn wurde im ersten Quartal 2021 das erste
Mal seit Mai 2017 wieder eine Überstellung vollzogen, obwohl die EU-
Kommission mehrere Vertragsverletzungsverfahren wegen Verstößen gegen EU-
Asylrecht gegen Ungarn eingeleitet hatte.
Den insgesamt 30 135 Dublin-Ersuchen im Jahr 2020 standen 2 953
Überstellungen gegenüber. Gemessen an den Zustimmungen der anderen EU-Staaten
zur Rückübernahme (15 759) lag die sogenannte Überstellungsquote bei
18,7 Prozent und damit – mutmaßlich coronabedingt – deutlich niedriger als
2019 (28,3 Prozent). 71,6 Prozent aller Zustimmungen Griechenlands und
64 Prozent der Zustimmungen Italiens basierten auf nicht fristgerecht
beantworteten Ersuchen Deutschlands. Vielfach verhindern Gerichte geplante
Überstellungen wegen erheblicher Mängel in den Asyl- oder Aufnahmesystemen
anderer Mitgliedstaaten oder aufgrund individueller Umstände. So waren 2020
28,4 Prozent aller einstweiligen Rechtsschutzanträge gegen Dublin-Bescheide
erfolgreich, in Bezug auf Italien lag die Quote bei 37,5 und bei Griechenland
bei 42,4 Prozent. Ein Eilantrag gilt nach dieser Statistik jedoch auch dann als
„abgelehnt“, wenn das BAMF den angefochtenen Bescheid vor einer
gerichtlichen Entscheidung abändert (etwa nach richterlichem Hinweis) oder sich
durch Selbsteintritt für zuständig erklärt (Antwort zu Frage 17 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405).
353 Beschäftigte des BAMF arbeiteten im Mai 2021 im Dublin-Bereich.
Während immer komplexere Dublin-Verfahren das Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge und die Gerichte zunehmend beschäftigen und betroffene
Schutzsuchende stark belasten, bleibt die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland
infolge des Dublin-Systems in etwa gleich: 2 953 Überstellungen aus Deutsch-
Deutscher Bundestag Drucksache 20/861
20. Wahlperiode 24.02.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat
vom 24. Februar 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
land standen im Jahr 2020 4 369 Überstellungen nach Deutschland gegenüber.
Das ist im Ergebnis eine reale Umverteilung von 1 416 Personen nach über
30 000 aufwändigen Verfahren zur Klärung der Zuständigkeit. Dublin-
Verfahren dauerten im Jahr 2020 durchschnittlich zwei Monate. Kommt es nach der
Feststellung der Zuständigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaates doch noch zu
einer Asylprüfung in Deutschland (etwa infolge einer Gerichtsentscheidung
oder weil eine Überstellung nicht durchsetzbar war), dauern diese Verfahren
mit insgesamt 21,4 Monaten überdurchschnittlich lange – das betraf im Jahr
2020 13 897 Asylsuchende (13 321 im Jahr 2019).
In Griechenland als Flüchtlinge Anerkannte dürfen nach Ansicht der
Fragestellenden und überwiegender Rechtsprechung in Deutschland derzeit nicht
nach Griechenland zurückgeschickt werden, weil ihnen dort eine
menschenrechtswidrige Behandlung und existenzbedrohliche Notlage droht
(Informationsverbund Asyl & Migration – Rechtsprechungsübersicht). 7 400
Asylsuchende, vor allem syrischer, irakischer und afghanischer Herkunft, betraf dies
nach Angaben der Bundesregierung im Jahr 2020. Ende November 2021
belief sich deren Zahl bereits auf 37 200 (BAMF Asylgeschäftsstatistik
November 2021). Die Asylverfahren dieser Menschen wurden im Oktober 2020
generell „rückpriorisiert“, d. h. sie werden nicht entschieden und die Betroffenen
hängen „in der Schwebe“. Die Bundesregierung bot Griechenland 50 Mio.
Euro zur Unterbringung anerkannter Flüchtlinge an, um Abschiebungen dorthin
wieder zu ermöglichen – eine diesbezügliche Einigung gibt es bislang nicht
(vgl. Die Welt vom 15. Dezember 2021: „Freifahrtschein nach Deutschland“).
1. Wie viele Verfahren im Rahmen der Dublin-Verordnung wurden im
zweiten Halbjahr 2021 bzw. im Gesamtjahr 2021 eingeleitet (bitte in
absoluten Zahlen und in Prozentzahlen die Relation zu allen
Asylerstanträgen sowie die Quote der auf EURODAC-Treffern – EURODAC =:
Europäische Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken – basierenden
Dublin-Verfahren angeben; bitte auch nach den unterschiedlichen
EURODAC-Treffern differenzieren), wie viele EURODAC-Treffer
welcher Kategorie gab es in diesen Zeiträumen?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Asylerstanträge Übernahmeersuchen (ÜE)
an die Mitgliedstaaten
gesamt
Prozentualer Anteil
der ÜE zu den
Asylerstanträgen
Prozentualer Anteil
der ÜE mit
EURODAC-Treffer
2. Halbjahr 2021 88.265 26.191 29,7 66,5
Jahr 2021 148.233 42.284 28,5 69,6
Übernahmeersuchen mit EURODAC-Treffern
2. Halbjahr 2021 Jahr 2021
EURODAC-Treffer gesamt 17.418 29.450
davon EURODAC-Treffer
nach Artikel 9 EURODAC-Verordnung 12.007 20.442
nach Artikel 14 EURODAC-Verordnung 2.935 4.365
nach Artikel 17 EURODAC-Verordnung 2.476 4.643
Liegen für eine Person mehrere unterschiedliche EURODAC-Treffer vor,
werden vorrangig die gemäß Artikel 9 der EURODAC-Verordnung vorhandenen
Treffer ausgewiesen.
EURODAC-Treffer
bei Asylerstanträgen
nach Artikel 9
EURODAC-Verordnung
nach Artikel 14
EURODAC-Verordnung
2. Halbjahr 2021 18.426 2.819
Jahr 2021 33.209 4.436
2. Welches waren in den benannten Zeiträumen die 15 am stärksten
betroffenen Herkunftsländer und welche die 15 am stärksten angefragten
Mitgliedstaaten der Europäischen Union (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen angeben sowie in jedem Fall die Zahlen zu Griechenland,
Zypern, Malta, Bulgarien und Ungarn nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
2. Halbjahr 2021 Übernahmeersuchen
Übernahmeersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 26.191
darunter:
Griechenland 6.597 25,2
Italien 4.133 15,8
Frankreich 2.805 10,7
Polen 2.171 8,3
Österreich 1.422 5,4
Spanien 1.276 4,9
Rumänien 1.146 4,4
Bulgarien 1.070 4,1
Schweden 1.015 3,9
Niederlande 798 3,0
Kroatien 676 2,6
Slowenien 597 2,3
Schweiz 468 1,8
Belgien 369 1,4
Ungarn 348 1,3
Malta 101 0,4
Zypern 42 0,2
2. Halbjahr 2021 Übernahmeersuchen
nach Herkunftsland absolut in Prozent
gesamt 26.191
darunter:
Afghanistan 6.844 26,1
Syrien, Arabische Republik 4.445 17,0
Irak 2.962 11,3
Türkei 1.646 6,3
Algerien 917 3,5
Moldau, Republik 797 3,0
Iran, Islamische Republik 662 2,5
Ungeklärt 612 2,3
Albanien 554 2,1
Marokko 546 2,1
Russische Föderation 514 2,0
Somalia 458 1,7
Nigeria 455 1,7
Pakistan 444 1,7
Tunesien 375 1,4
Jahr 2021 Übernahmeersuchen
Übernahmeersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 42.284
darunter:
Griechenland 10.427 24,7
Italien 6.623 15,7
Frankreich 4.416 10,4
Rumänien 2.869 6,8
Polen 2.579 6,1
Österreich 2.222 5,3
Schweden 2.000 4,7
Spanien 1.918 4,5
Bulgarien 1.768 4,2
Niederlande 1.407 3,3
Kroatien 1.296 3,1
Schweiz 831 2,0
Slowenien 772 1,8
Belgien 665 1,6
Ungarn 491 1,2
Malta 174 0,4
Zypern 61 0,1
Jahr 2021 Übernahmeersuchen
nach Herkunftsland absolut in Prozent
gesamt 42.284
darunter:
Afghanistan 10.896 25,8
Syrien, Arabische Republik 7.592 18,0
Irak 4.362 10,3
Türkei 2.019 4,8
Algerien 1.695 4,0
Moldau, Republik 1.069 2,5
Iran, Islamische Republik 1.057 2,5
Nigeria 1.039 2,5
Marokko 956 2,3
Ungeklärt 926 2,2
Russische Föderation 856 2,0
Somalia 811 1,9
Pakistan 807 1,9
Tunesien 670 1,6
Albanien 665 1,6
3. Wie viele Dublin-Entscheidungen mit welchem Ergebnis (Zuständigkeit
eines anderen EU-Mitgliedstaats bzw. der Bundesrepublik Deutschland,
Selbsteintritt, humanitäre Fälle, Familienzusammenführung usw.) gab es
in den benannten Zeiträumen (bitte bei der Zahl der Selbsteintritte auch
nach den fünf wichtigsten Mitgliedstaaten der Europäischen Union und
den jeweils fünf wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Entscheidungen über Dublin-Verfahren auf Grundlage der Verordnung (EU)
Nr. 604/2013 (sog. Dublin-III-VO) werden im Statistiksystem des Bundesamtes
für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach den in den nachfolgenden
Tabellen aufgeführten Kategorien erfasst:
2. Halbjahr 2021 Jahr 2021
Ablehnungen durch die Mitgliedstaaten gesamt 13.153 20.956
davon:
Art. 3 II Dublin III 139 166
Art. 8 I Dublin III 17 37
Art. 8 II Dublin III 0 4
Art. 8 III Dublin III 4 5
Art. 8 IV Dublin III 506 799
Art. 9 Dublin III 280 350
Art. 10 Dublin III 27 36
Art. 11 a) Dublin III 27 28
Art. 11 b) Dublin III 4 4
Art. 12 I Dublin III 17 29
Art. 12 II Dublin III 86 96
Art. 12 III Dublin III 1 2
Art. 12 IV Dublin III 135 174
Art. 13 I Dublin III 1.442 1.767
Art. 13 II Dublin III 64 128
Art. 14 I Dublin III 24 24
Art. 14 II Dublin III 27 34
Art. 16 I Dublin III 1 1
Art. 16 II Dublin III 0 1
Art. 17 I Dublin III 9 13
Art. 17 II Dublin III 32 67
Art. 18 I a Dublin III 10 13
Art. 18 I b Dublin III 2.356 3.275
Art. 18 I c Dublin III 5 8
Art. 18 I d Dublin III 66 106
Art. 18 II Dublin III 1 2
Art. 19 I Dublin III 12 23
Art. 19 II Dublin III 890 1.402
Art. 19 III Dublin III 995 1.203
Art. 20 III Dublin III 23 49
Art. 22 VII Dublin III 2 2
Ablehnende Zwischenantwort, da ÜE an 3.MS noch nicht beantwortet 13 21
EURODAC-Treffer unvollständig 40 79
Kein Dublinfall (i.d.R., weil int. Schutz in MS) 2.564 5.432
Keine Antwort auf Remonstration innerhalb der Frist 1.606 2.428
Minderjährigkeit zw. MS strittig 136 245
Verweis auf Zuständigkeit eines anderen MS 1.592 2.903
2. Halbjahr 2021 Jahr 2021
Zustimmungen der Mitgliedstaaten gesamt 10.123 18.429
davon:
Art. 3 II Dublin III 1 6
Art. 8 II Dublin III 0 1
Art. 8 IV Dublin III 2 6
Art. 9 Dublin III 27 61
Art. 10 Dublin III 5 6
Art. 11 a) Dublin III 6 7
Art. 11 b) Dublin III 5 5
Art. 12 I Dublin III 88 153
Art. 12 II Dublin III 322 481
Art. 12 III Dublin III 5 5
Art. 12 IV Dublin III 243 342
Art. 13 I Dublin III 597 1.118
Art. 13 II Dublin III 24 33
2. Halbjahr 2021 Jahr 2021
Zustimmungen der Mitgliedstaaten gesamt 10.123 18.429
davon:
Art. 14 I Dublin III 82 82
Art. 16 II Dublin III 0 1
Art. 17 I Dublin III 1 2
Art. 17 II Dublin III 10 20
Art. 18 I a Dublin III 30 79
Art. 18 I b Dublin III 3.050 4.773
Art. 18 I c Dublin III 1.013 2.082
Art. 18 I d Dublin III 2.193 4.813
Art. 19 I Dublin III 0 3
Art. 19 II Dublin III 0 3
Art. 19 III Dublin III 4 5
Art. 20 III Dublin III 3 6
Art. 20 III S. 2 Dublin III 1 1
Art. 20 V Dublin III 52 96
Art. 22 VII Dublin III 1.151 2.275
Art. 25 II Dublin III 1.194 1.945
Art. 28 III Dublin III 14 19
2. Halbjahr 2021
Selbsteintritte Deutschlands, die zur Durchführung eines nationalen Asylverfahrens führten
Mitgliedstaat Herkunftsland
Belgien 6 Guinea 2
Nigeria 2
Afghanistan 1
Sudan 1
Bulgarien 8 Irak 4
Syrien, Arabische Republik 2
Afghanistan 1
Iran, Islamische Republik 1
Dänemark 1 Afghanistan 1
Frankreich 33 darunter:
Moldau, Republik 9
Bosnien und Herzegowina 6
Nigeria 6
Georgien 3
Gabun 2
Griechenland 19 Afghanistan 12
Syrien, Arabische Republik 5
Guinea 1
Iran, Islamische Republik 1
Italien 72 darunter:
Nigeria 29
Somalia 7
Afghanistan 6
Eritrea 5
Guinea 4
Kroatien 25 Afghanistan 18
Türkei 5
Iran, Islamische Republik 2
Lettland 1 Aserbaidschan 1
2. Halbjahr 2021
Selbsteintritte Deutschlands, die zur Durchführung eines nationalen Asylverfahrens führten
Mitgliedstaat Herkunftsland
Litauen 3 Iran, Islamische Republik 1
Syrien, Arabische Republik 1
Tadschikistan 1
Malta 17 Syrien, Arabische Republik 10
Libyen 7
Niederlande 7 Somalia 3
Nigeria 2
Irak 1
Türkei 1
Norwegen 5 Moldau, Republik 3
Afghanistan 1
Kamerun 1
Österreich 8 darunter:
Afghanistan 3
Irak 1
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als Staat anerkannt)
1
Tunesien 1
Türkei 1
Polen 39 darunter:
Russische Föderation 18
Afghanistan 7
Armenien 6
Irak 2
Syrien, Arabische Republik 2
Portugal 1 Somalia 1
Rumänien 23 darunter:
Afghanistan 10
China 4
Syrien, Arabische Republik 3
Irak 2
Bangladesch 1
Schweden 14 Afghanistan 6
Irak 6
Ghana 1
Togo 1
Schweiz 2 Somalia 1
Belarus 1
Slowakei 2 Vietnam 2
Slowenien 5 Afghanistan 2
Irak 2
Somalia 1
Spanien 12 darunter:
Guinea 5
Algerien 2
Syrien, Arabische Republik 2
Afghanistan 1
Marokko 1
2. Halbjahr 2021
Selbsteintritte Deutschlands, die zur Durchführung eines nationalen Asylverfahrens führten
Mitgliedstaat Herkunftsland
Tschechien 4 Vietnam 2
Armenien 1
Türkei 1
Ungarn 5 Vietnam 4
Syrien, Arabische Republik 1
Gesamt 312
Jahr 2021
Selbsteintritte Deutschlands, die zur Durchführung eines nationalen Asylverfahrens führten
Mitgliedstaat Herkunftsland
Belgien 15 darunter:
Somalia 3
Togo 3
Guinea 2
Nigeria 2
Afghanistan 1
Bulgarien 15 Irak 6
Syrien, Arabische Republik 6
Iran, Islamische Republik 2
Afghanistan 1
Dänemark 6 darunter:
Afghanistan 1
Iran, Islamische Republik 1
Nigeria 1
Russische Föderation 1
Syrien, Arabische Republik 1
Estland 1 Marokko 1
Finnland 2 Irak 2
Frankreich 59 darunter:
Moldau, Republik 11
Nigeria 11
Bosnien und Herzegowina 6
Afghanistan 4
Georgien 4
Griechenland 76 darunter:
Afghanistan 42
Syrien, Arabische Republik 20
Türkei 9
Eritrea 1
Guinea 1
Italien 183 darunter:
Nigeria 67
Afghanistan 15
Eritrea 12
Ghana 11
Somalia 10
Jahr 2021
Selbsteintritte Deutschlands, die zur Durchführung eines nationalen Asylverfahrens führten
Mitgliedstaat Herkunftsland
Kroatien 33 Afghanistan 24
Türkei 5
Iran, Islamische Republik 2
Irak 1
Pakistan 1
Lettland 3 Aserbaidschan 3
Litauen 7 Syrien, Arabische Republik 2
Türkei 2
Iran, Islamische Republik 1
Tadschikistan 1
Vietnam 1
Malta 21 Syrien, Arabische Republik 11
Libyen 7
Nigeria 2
Elfenbeinküste (Cote d Ivoire) 1
Niederlande 21 darunter:
Somalia 3
Irak 2
Iran, Islamische Republik 2
Marokko 2
Nigeria 2
Norwegen 6 Moldau, Republik 3
Afghanistan 1
Irak 1
Kamerun 1
Österreich 17 darunter:
Afghanistan 4
Syrien, Arabische Republik 3
Irak 2
Gambia 1
Iran, Islamische Republik 1
Polen 52 darunter:
Russische Föderation 19
Afghanistan 7
Armenien 6
Vietnam 6
Syrien, Arabische Republik 4
Portugal 5 Angola 2
Gambia 1
Ruanda 1
Somalia 1
Rumänien 38 darunter:
Afghanistan 16
Syrien, Arabische Republik 7
Irak 5
China 4
Türkei 2
Jahr 2021
Selbsteintritte Deutschlands, die zur Durchführung eines nationalen Asylverfahrens führten
Mitgliedstaat Herkunftsland
Schweden 41 darunter:
Afghanistan 22
Irak 8
Somalia 4
Vietnam 3
Ghana 1
Schweiz 8 Eritrea 4
Algerien 1
Somalia 1
Syrien, Arabische Republik 1
Belarus 1
Slowakei 2 Vietnam 2
Slowenien 12 Afghanistan 4
Syrien, Arabische Republik 4
Irak 2
Marokko 1
Somalia 1
Spanien 27 darunter:
Guinea 8
Syrien, Arabische Republik 4
Algerien 3
Kamerun 3
Ghana 2
Tschechien 8 Vietnam 3
Türkei 2
Armenien 1
Syrien, Arabische Republik 1
Ukraine 1
Ungarn 6 Vietnam 5
Syrien, Arabische Republik 1
Zypern 1 Türkei 1
Gesamt 665
4. Wie viele Überstellungen nach der Dublin-Verordnung wurden in den
benannten Zeiträumen vollzogen (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen angeben und auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und
Mitgliedstaaten der Europäischen Union – in jedem Fall auch
Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Zypern und Malta – differenzieren), wie viele
dieser Personen wurden unter Einschaltung des Bundesamtes, aber ohne
Durchführung eines Asylverfahrens überstellt?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
2. Halbjahr 2021 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 1.443
darunter:
Frankreich 232 16,1
Italien 214 14,8
Österreich 203 14,1
Schweden 152 10,5
Niederlande 129 8,9
2. Halbjahr 2021 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 1.443
darunter:
Spanien 118 8,2
Polen 64 4,4
Belgien 61 4,2
Schweiz 57 4,0
Rumänien 51 3,5
Bulgarien 26 1,8
Dänemark 25 1,7
Kroatien 25 1,7
Litauen 21 1,5
Slowenien 18 1,2
Zypern 3 0,2
Malta 1 0,1
Griechenland 0 0,0
Ungarn 0 0,0
2. Halbjahr 2021 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 1.443
darunter:
Afghanistan 195 13,5
Irak 142 9,8
Syrien, Arabische Republik 139 9,6
Algerien 129 8,9
Marokko 80 5,5
Russische Föderation 79 5,5
Nigeria 75 5,2
Somalia 48 3,3
Gambia 45 3,1
Guinea 43 3,0
Georgien 37 2,6
Iran, Islamische Republik 34 2,4
Pakistan 28 1,9
Türkei 28 1,9
Tunesien 27 1,9
Jahr 2021 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 2.656
darunter:
Frankreich 455 17,1
Österreich 363 13,7
Schweden 323 12,2
Niederlande 309 11,6
Italien 287 10,8
Spanien 183 6,9
Schweiz 123 4,6
Polen 121 4,6
Rumänien 118 4,4
Belgien 116 4,4
Dänemark 51 1,9
Litauen 39 1,5
Bulgarien 26 1,0
Jahr 2021 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 2.656
darunter:
Kroatien 25 0,9
Tschechien 23 0,9
Zypern 3 0,1
Malta 2 0,1
Griechenland 1 0,0
Ungarn 1 0,0
Jahr 2021 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 2.656
darunter:
Afghanistan 344 13,0
Irak 301 11,3
Syrien, Arabische Republik 251 9,5
Algerien 207 7,8
Russische Föderation 160 6,0
Marokko 139 5,2
Nigeria 119 4,5
Somalia 91 3,4
Georgien 80 3,0
Guinea 80 3,0
Iran, Islamische Republik 76 2,9
Gambia 58 2,2
Türkei 46 1,7
Moldau, Republik 44 1,7
Ungeklärt 40 1,5
Zeitraum Überstellungen ohne Durchführungeines Asylverfahrens
2. Halbjahr 2021 175
Jahr 2021 365
5. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des
Ausländerzentralregisters (AZR) derzeit in Deutschland auf, für die nach Auffassung des
BAMF ein anderer Mitgliedstaat für die Asylprüfung zuständig ist, und
wie viele dieser Personen waren ausreisepflichtig bzw. verfügten über
welchen Aufenthaltsstatus (bitte nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern, Mitgliedstaaten, Bundesländern und dem Aufenthaltsstatus
differenzieren)?
Wie ist es zu erklären, dass laut Ausländerzentralregister 1 357 Personen
eine Aufenthalts- oder sogar eine Niederlassungserlaubnis erhalten
haben, obwohl zugleich vermerkt ist, dass ein anderer Mitgliedstaat für
deren Asylprüfung zuständig sei, und in welchen Konstellationen erhalten
Personen, bei denen die Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaats
festgestellt wurde, eine Duldung (vgl. Antwort zu Frage 5 auf
Bundestagsdrucksache 19/30849; letzteres war Ende April 2021 bei 5 675 Personen
der Fall)?
Zum Stichtag 31. Dezember 2021 hielten sich 20 987 Personen in Deutschland
auf, bei denen das Zuständigkeitsbestimmungsverfahren gemäß der sog.
Dublin-III-VO abgeschlossen wurde und ein anderer Mitgliedstaat als die
Bundesrepublik Deutschland für die Prüfung des von diesen Personen gestellten
Antrags auf internationalen Schutz als zuständig festgestellt wurde. Von diesen
waren zum Stichtag 7 292 ausreisepflichtig. Im Ausländerzentralregister (AZR)
wird durch das BAMF zum Zeitpunkt der Bescheidzustellung die Angabe
„über Überstellung an <Staat> entschieden am <Datum>“ mit Datum der
Zustimmung eingetragen. Die weiteren Angaben können den nachfolgenden
Tabellen entnommen werden.
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen
Gesamt 20.987
darunter:
Afghanistan 2.943
Nigeria 2.933
Irak 2.458
Iran, Islamische Republik 1.476
Syrien, Arabische Republik 1.454
Russische Föderation 1.244
Somalia 580
Guinea 525
Gambia 484
Türkei 484
Mitgliedstaat Anzahl Personen
Gesamt 20.987
davon:
Italien 8.153
Frankreich 1.589
Polen 1.449
Schweden 1.306
Spanien 1.267
Rumänien 926
Kroatien 779
Österreich 718
Bulgarien 638
Niederlande 557
Ungarn 432
Belgien 367
Dänemark 346
Litauen 341
Schweiz 290
Slowenien 281
Portugal 259
Norwegen 237
Finnland 212
Griechenland 211
Tschechien 181
Lettland 136
Malta 116
Slowakei 84
Estland 46
Luxemburg 31
Zypern 15
Großbritannien mit Nordirland 14
Island 4
Irland 2
Bundesland Anzahl Personen
Gesamt 20.987
davon:
Baden-Württemberg 3.211
Bayern 3.724
Berlin 942
Brandenburg 674
Bremen 171
Hamburg 523
Hessen 1.252
Mecklenburg-Vorpommern 421
Niedersachsen 2.055
Nordrhein-Westfalen 4.911
Rheinland-Pfalz 873
Saarland 121
Sachsen 592
Sachsen-Anhalt 236
Schleswig-Holstein 795
Thüringen 486
Aufenthaltsstatus Anzahl Personen
Gesamt 20.987
davon:
Niederlassungserlaubnis 88
Aufenthaltserlaubnis 1.356
Aufenthaltsgestattung 10.886
Duldung 4.514
Sonstiges (kein Aufenthaltsrecht, Antrag auf Titel
gestellt, Ankunftsnachweis, EU-Aufenthaltsrechte)
4.143
Die Gründe für das Vorliegen von Aufenthalts-/Niederlassungserlaubnissen
sind vielfältig.
Statistisch wird jeweils der aktuellste aufenthaltsrechtliche Status einer Person
im AZR abgebildet. Jedoch muss der aufenthaltsrechtliche Status einer Person
nicht immer direkt aus dem Asylstatus hervorgehen. So können
Aufenthaltserlaubnisse erteilt werden, wenn Personen die notwendigen Voraussetzungen
hierfür erfüllen – unabhängig davon, ob sie sich in einem Asyl- oder Dublin-
Verfahren befinden.
Ebenfalls kann zwischen der Eintragung des Asyl-Sachverhalts in das AZR und
der Erteilung einer Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis ein zeitlicher
Versatz bestehen und es können ein oder mehrere Aus- und Einreisen der
Person stattgefunden haben.
Zudem kann bei Personen im Dublin-Verfahren ein inlandsbezogenes
Abschiebungshindernis gemäß § 60a Absatz 2 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG)
festgestellt werden. Dies kann zur Ausstellung einer Duldung führen.
6. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des AZR derzeit in
Deutschland auf, die bereits einmal in einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden, und wie viele von ihnen lebten mit welchem Schutz- bzw.
Aufenthalts- oder Duldungsstatus in Deutschland, und wie viele von
ihnen waren ausreisepflichtig (bitte nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern, Mitgliedstaaten und dem Schutz- bzw. Aufenthaltsstatus
differenzieren)?
Zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren 11 613 aufhältige Personen im AZR
registriert, die bereits an einen anderen Mitgliedstaat überstellt wurden. Davon
waren 4 259 Personen ausreisepflichtig.
Die weiteren Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden.
Staatsangehörigkeit Anzahl aufhältiger Personen, die
bereits an einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden
Gesamt 11.613
darunter:
Russische Föderation 1.756
Irak 1.057
Afghanistan 733
Syrien, Arabische Republik 642
Nigeria 624
Somalia 549
Iran, Islamische Republik 494
Kosovo 400
Guinea 385
Türkei 370
Mitgliedstaat Anzahl aufhältiger Personen, die
bereits an einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden
Gesamt 11.613
davon:
Italien 3.272
Polen 1.617
Frankreich 1.159
Schweden 809
Belgien 709
Spanien 704
Österreich 630
Niederlande 422
Ungarn 339
Schweiz 334
Dänemark 210
Griechenland 194
Tschechien 192
Norwegen 169
Rumänien 127
Portugal 94
Bulgarien 91
Slowenien 86
Litauen 83
Finnland 78
Mitgliedstaat Anzahl aufhältiger Personen, die
bereits an einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden
Gesamt 11.613
davon:
Kroatien 76
Slowakei 65
Lettland 39
Luxemburg 36
Großbritannien mit Nordirland 32
Malta 29
Zypern 9
Irland 5
Estland 3
Schutzstatus Anzahl aufhältige Personen, die
bereits an einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden
Gesamt 11.613
davon:
Kein Schutzstatus 10.750
Als Asylberechtigter anerkannt 12
Flüchtlingseigenschaft nach
§ 3 Abs. 1 und 4 AsylG
499
subsidiärer Schutz nach § 4 Abs. 1
AsylG
352
Aufenthaltsstatus Anzahl aufhältiger Personen, die
bereits an einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden
Gesamt 11.613
davon:
Niederlassungserlaubnis 639
Aufenthaltserlaubnis 2.864
Aufenthaltsgestattung 1.955
Duldung 3.664
Sonstiges (kein Aufenthaltsrecht,
Antrag auf Titel gestellt,
Ankunftsnachweis, EU-Aufenthaltsrechte)
2.491
7. Wie vielen Asylsuchenden des Jahres 2021 war zuvor in einem anderen
Mitgliedstaat, insbesondere in Griechenland, ein Schutzstatus
zugesprochen worden (bitte auch nach Monaten auflisten), wie viele von ihnen
lebten zuletzt mit welchem Status in Deutschland (bitte auch nach den
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Wie ist die derzeitige Entscheidungspraxis des BAMF im Umgang mit in
Griechenland anerkannten Flüchtlingen vor dem Hintergrund der
diesbezüglichen Rechtsprechung (bitte so ausführlich wie möglich darlegen),
und mit welcher Begründung wird gegebenenfalls weiterhin an einer
„Rückpriorisierung“ der Asylgesuche dieser Personengruppe
festgehalten (vgl. Antwort zu Frage 9 auf Bundestagsdrucksache 19/30849)?
Statistische Daten im Sinne der Fragestellung liegen nur für Antragstellende
vor, denen bereits ein Schutzstatus in Griechenland zuerkannt wurde.
Daten zu Asylantragstellenden im Jahr 2021, denen bereits ein Schutzstatus in
Griechenland zuerkannt wurde, können der nachfolgenden Tabelle entnommen
werden (Aufschlüsselung nach Monat der Antragstellung).
Jahr 2021 Syrien Afghanistan Irak Ungeklärt Somalia sonstige Gesamt
Gesamt 14.781 8.615 2.742 1.090 921 1.359 29.508
davon:
Januar 857 258 218 66 26 102 1.527
Februar 847 233 141 61 22 103 1.407
März 1.801 355 343 58 74 90 2.721
April 2.085 614 369 114 60 60 3.302
Mai 1.943 1.059 256 76 58 115 3.507
Juni 1.883 977 306 150 126 143 3.585
Juli 1.641 1.579 304 219 162 187 4.092
August 1.119 1.262 215 105 151 132 2.984
September 834 761 203 91 119 139 2.147
Oktober 781 521 194 38 47 88 1.669
November 674 548 115 73 52 141 1.603
Dezember 316 448 78 39 24 59 964
Die Verfahren dieser Asylantragstellenden werden vom BAMF
„rückpriorisiert“. Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 9 der Kleinen Anfrage
der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/30849 wird verwiesen.
Die Bundesregierung prüft derzeit verschiedene Ansätze, um der irregulären
Sekundärmigration von Personen, denen internationaler Schutz in Griechenland
zugesprochen wurde, zu begegnen. Es wird auf die Antwort zu Frage 8
verwiesen.
8. Wie ist der aktuelle Stand der Bemühungen des Bundesministeriums des
Innern und für Heimat (BMI), Griechenland bei der Bereitstellung von
Unterkünften und der existenzsichernden Versorgung von anerkannt
Schutzberechtigten zu unterstützen (bitte so ausführlich wie möglich
darstellen), mit welcher Begründung wird dies von der griechischen Seite
gegebenenfalls abgelehnt, und welche nächsten konkreten Schritte plant
das BMI gegebenenfalls, um den ungeklärten Aufenthaltsstatus dieser
Gruppe schutzbedürftiger Flüchtlinge zu beenden (bitte ausführen)?
Das BAMF hat im Jahr 2021 das Projekt ISBIG („Integration Support for
Beneficiaries of International Protection in Greece“) entwickelt, um Griechenland
dabei zu unterstützen, die Lebensbedingungen für Personen, denen in
Griechenland ein internationaler Schutzstatus zuerkannt wurde (Flüchtling nach der
Genfer Flüchtlingskonvention oder subsidiär schutzberechtigt), nachhaltig zu
verbessern.
Sowohl das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) als auch das
BAMF haben verschiedene Gespräche mit Vertretenden des griechischen
Ministeriums für Migration und Asyl zur Umsetzung von ISBIG geführt. In einer
gemeinsamen Absichtserklärung vom 21. Juli 2021 wurde vereinbart,
unverzüglich Gespräche aufzunehmen. Die entsprechenden Gespräche sind noch
nicht abgeschlossen.
9. Wie viele Kirchenasylfälle mit Dublin-Bezug wurden im Gesamtjahr
2021 an das BAMF gemeldet (bitte nach Bundesländern differenzieren)?
In wie vielen dieser Fälle wurde rechtzeitig ein Dossier vorgelegt, und
was war das Ergebnis der Überprüfungen (Überstellung, Selbsteintritt
Deutschlands, sonstige Verfahrenserledigung; bitte nach Monaten
differenzieren)?
Wie viele Kirchenasylfälle ohne Dublin-Bezug gab es 2021, und wie
waren hier die Ergebnisse?
Die Kirchenasylfälle mit Dublin-Bezug im Jahr 2021 (Stand: 7. Januar 2022)
können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Monat
Anzahl der
gemeldeten
Kirchenasylfälle
dazu bisher
eingegangene
Dossiers
Ergebnisse der bisherigen
Dossier-Prüfungen sonstige
Erledigungen
in
BearbeitungSelbsteintritt
(SER) ausgeübt
kein SER
ausgeübt
Januar 2021 38 34 0 33 1 0
Februar 2021 41 31 2 28 1 0
März 2021 84 73 4 68 1 0
April 2021 83 68 1 67 0 0
Mai 2021 75 58 0 55 3 0
Juni 2021 68 48 1 47 0 0
Juli 2021 71 47 0 46 0 1
August 2021 71 63 0 62 0 1
September 2021 73 57 1 50 2 4
Oktober 2021 74 53 0 41 4 8
November 2021 81 66 0 27 2 37
Dezember 2021 63 25 0 5 2 18
Gesamt 822 623 9 529 16 69
Der nachfolgenden Tabelle kann die Verteilung der Kirchenasylmeldungen mit
Dublin-Bezug auf die Länder entnommen werden.
Land Anzahl
Nordrhein-Westfalen 245
Hessen 154
Bayern 120
Berlin 68
Mecklenburg-Vorpommern 39
Hamburg 36
Niedersachsen 34
Sachsen-Anhalt 29
Schleswig-Holstein 19
Thüringen 18
Bremen 16
Brandenburg 15
Baden-Württemberg 14
Rheinland-Pfalz 11
Sachsen 2
Saarland 2
Gesamt 822
Durch das BAMF sind im Jahr 2021 insgesamt 17 Kirchenasylfälle ohne
Dublin-Bezug geprüft worden. Eine statistische Erhebung der Ergebnisse
erfolgt nicht.
10. Wie viele Asylanträge wurden im Jahr 2021 mit der Begründung einer
Nichtzuständigkeit nach der Dublin-Verordnung als unzulässig abgelehnt
oder die Verfahren eingestellt, ohne dass ein Asylverfahren mit
inhaltlicher Prüfung durchgeführt wurde (bitte in absoluten und relativen Zahlen
angeben und auch die Zahl formeller Entscheidungen nennen), und wie
viele Asylanträge wurden als unzulässig erachtet, weil bereits in einem
anderen Land ein Schutzstatus gewährt wurde (bitte in absoluten und
relativen Zahlen angeben)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Zeitraum
Entscheidungen gesamt
davon formelle Entscheidungen
davon Dublin-Entscheidungen (Nichtzuständigkeit)
davon unzulässig
(nach § 29 I Nr. 1
AsylG)
davon
Einstellungen
Jahr 2021 149.954 55.035 12.092 12.017 75
Zeitraum
Entscheidungen gesamt
davon formelle Entscheidungen
davon Schutz im Mitgliedstaat
Jahr 2021 149.954 55.035 2.701
11. Welche statistischen Angaben können zu Rechtsmitteln gegen
Unzulässigkeitsentscheidungen des BAMF wegen „Schutz im Mitgliedstaat“ für
das Jahr 2021 gemacht werden (Zahl der Klagen und Eilanträge,
differenzierte Darstellung der Ergebnisse der gerichtlichen Entscheidungen),
und was genau sind die typischen Fallkonstellationen, wenn solche
Klagen auf sonstige Weise erledigt werden (bitte ausführen; das betraf
82,1 Prozent der Urteile in diesen Verfahren im Jahr 2020, Antwort zu
Frage 15 auf Bundestagsdrucksache 19/30849)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Entscheidungen zu Eilanträgen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. I Nr. 2 AsylG (Schutz in Mitgliedstaat)
im Zeitraum 01.01.-30.11.2021 (Stand 15.01.2022)
abgelehnt stattgegeben Gesamt
Gesamt 763 132 895
darunter:
Syrien, Arabische Republik 412 62 474
Somalia 78 18 96
Irak 66 16 82
Nigeria 55 4 59
Afghanistan 30 9 39
Ungeklärt 25 4 29
Russische Föderation 17 2 19
Iran, Islamische Republik 15 3 18
Eritrea 11 4 15
Gambia 10 0 10
Klagen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. I Nr. 2 AsylG (Schutz in
Mitgliedstaat) im Zeitraum 01.01.-30.11.2021 (Stand 15.01.2022)
Gesamt 2.366
darunter:
Syrien, Arabische Republik 1.291
Irak 233
Somalia 218
Afghanistan 128
Nigeria 103
Ungeklärt 83
Eritrea 66
Iran, Islamische Republik 33
Libyen 29
Russische Föderation 28
01.01.-30.11.2021
(Stand 15.01.2022)
Gerichtsentscheidungen gegen Entscheidungen nach § 29 Abs. I Nr. 2 AsylG
(Schutz in Mitgliedstaat)
Herkunftsland
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
Ablehnung sonst.
Verfahrenserledigung
Abschiebungsandrohung
Gesamt
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Gesamt 11 0,2 6 0,1 458 7,8 87 1,5 5.272 90,3 4 0,1 5.838
darunter:
Syrien, Arabische
Republik
10 0 1 0,0 211 8,3 55 2,2 2.270 89,1 1 0,0 2.548
Irak 0 0,0 0 0,0 85 10,6 7 0,9 706 88,4 1 0,1 799
Afghanistan 0 0,0 1 0,2 42 6,5 1 0,2 607 93,2 0 0,0 651
Somalia 1 0,2 2 0,3 18 2,8 11 1,7 600 94,8 1 0,2 633
Ungeklärt 0 0,0 1 0,3 44 15,3 2 0,7 241 83,7 0 0,0 288
Nigeria 0 0,0 0 0,0 6 2,6 5 2,1 223 95,3 0 0,0 234
Eritrea 0 0,0 1 0,6 11 6,7 1 0,6 151 91,5 1 0,6 165
Iran, Islamische
Republik
0 0,0 0 0,0 12 12,4 0 0,0 85 87,6 0 0,0 97
Gambia 0 0,0 0 0,0 1 2,0 0 0,0 48 98,0 0 0,0 49
Staatenlos 0 0,0 0 0,0 3 6,4 0 0,0 44 93,6 0 0,0 47
Eine Auswertung nach dem Mitgliedstaat ist statistisch nicht möglich.
Unter die Kategorie „sonstige Erledigungen“ zählen als typische
Fallkonstellationen zu etwa 50 Prozent Fälle, in denen die Schutzgewährung noch offen ist
(z. B. Aufhebung der Entscheidung des BAMF durch das Verwaltungsgericht
und Verpflichtung, neu in der Sache zu entscheiden) und zu etwa 50 Prozent
Fälle mit formellen Gerichtsentscheidungen wegen Unzulässigkeit wegen § 29
Absatz 1 Nummer 2 des Asylgesetzes – AsylG (analog zur BAMF-
Entscheidung) bzw. in denen sich die Hauptsache erledigt hatte (z. B.
Verfahrenseinstellungen).
12. Hält die neue Bundesregierung an der bisherigen Haltung der
Bundesregierung fest, dass es für bestimmte Personengruppen beschleunigte
Asylprüfungen an den EU-Außengrenzen geben soll (vgl. Antwort zu
Frage 16 auf Bundestagsdrucksache 19/30849; bitte begründen), und
welche Personengruppen sollen nach Auffassung der Bundesregierung
gegebenenfalls hiervon ausgenommen werden (z. B. vulnerable
Personen, Familien mit Kindern usw.)?
Die Meinungsbildung zu diesem Thema ist innerhalb der Bundesregierung
noch nicht abgeschlossen. Der Koalitionsvertrag, wonach der Asylantrag von
Menschen, die in der EU ankommen, inhaltlich geprüft werden muss, ist
hierbei unsere Leitlinie.
13. Mit welchen grundsätzlichen Forderungen, Vorschlägen und
Positionierungen wird die Bundesregierung in den laufenden Verhandlungen auf
EU-Ebene zum künftigen Gemeinsamen Asylsystem auftreten, in
welchen wichtigen Punkte wird es dabei insbesondere Kontinuitäten oder
auch Abweichungen zur Verhandlungsführung der vorherigen
Bundesregierung geben (bitte ausführen)?
In der Asyl- und Migrationspolitik steht die Bundesregierung für ein neues
Handeln im europäischen Geist. Sie möchte mit einer aktiven und ordnenden
Politik Migration vorausschauend und realistisch gestalten. Die derzeitige
französische EU-Ratspräsidentschaft unterstützt die Bundesregierung nach Kräften
und setzt sich gemeinsam mit Frankreich für eine grundlegende Reform des
Gemeinsamen Europäischen Asylsystems ein.
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 43 des Abgeordneten Christoph de Vries auf Bundestagsdrucksache 20/534
verwiesen.
14. Wie viele Übernahmeersuchen, Zustimmungen bzw. Überstellungen
(bitte differenzieren) im Rahmen des Dublin-Systems gab es im ersten
Halbjahr 2021 bzw. im Gesamtjahr 2021 durch bzw. an Deutschland (bitte
auch nach Ländern differenzieren und die jeweiligen
Überstellungsquoten nennen; bitte in einer gesonderten Tabelle darstellen, wie über
Ersuchen anderer Mitgliedstaaten durch das BAMF im Jahr 2021 entschieden
wurde und nach Gründen bzw. Rechtsgrundlage der Dublin-Verordnung
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Etwaige Überstellungsquoten ergeben sich grundsätzlich aus dem Verhältnis
der jeweils erfolgten Überstellungen zu den jeweiligen Zustimmungen.
1.Halbjahr 2021
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 800 495 147 356 220 170
Belgien 297 175 55 867 504 84
Bulgarien 700 219 0 25 17 0
Schweiz 363 182 65 444 329 203
Zypern 19 8 0 14 3 0
Tschechien 73 37 10 23 15 6
Dänemark 204 100 25 74 60 47
1.Halbjahr 2021
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Estland 7 4 0 1 1 1
Griechenland 3.828 42 1 429 240 155
Spanien 641 486 64 0 0 2
Finnland 49 20 12 11 10 14
Frankreich 1.610 887 216 4.113 2.614 849
Kroatien 621 498 0 20 5 1
Ungarn 143 17 1 4 2 4
Irland 2 2 0 126 12 0
Island 8 5 0 2 2 0
Italien 2.496 2.061 71 448 381 35
Liechtenstein 1 0 0 16 13 0
Litauen 77 61 18 2 0 1
Luxemburg 53 30 7 42 33 22
Lettland 24 20 1 0 0 0
Malta 72 25 1 11 7 3
Niederlande 607 336 168 803 682 291
Norwegen 46 18 5 9 6 9
Polen 403 302 56 24 16 11
Portugal 31 13 11 39 34 6
Rumänien 1.723 1.136 65 12 3 3
Schweden 985 811 169 80 59 42
Slowenien 175 92 2 21 6 2
Slowakei 35 26 1 5 1 0
Gesamt 16.093 8.108 1.171 8.021 5.275 1.961
Jahr 2021
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 2.222 1.316 363 820 516 331
Belgien 665 393 116 1.730 998 219
Bulgarien 1.768 564 26 67 36 25
Schweiz 831 367 123 932 684 392
Zypern 61 19 3 39 5 3
Tschechien 171 97 23 55 35 17
Dänemark 422 236 51 141 118 93
Estland 51 32 0 2 1 1
Griechenland 10.427 42 1 701 422 531
Spanien 1.918 1.346 183 10 5 2
Finnland 147 72 19 40 36 24
Frankreich 4.416 1.856 455 7.810 4.770 1.850
Kroatien 1.296 1.073 25 50 12 5
Ungarn 491 84 1 15 10 7
Irland 15 10 1 332 30 0
Island 24 6 0 5 3 0
Italien 6.623 4.615 287 875 693 91
Liechtenstein 3 0 0 24 20 0
Litauen 358 301 39 47 4 3
Luxemburg 86 46 13 76 62 35
Jahr 2021
Übernahmeersuchen
an die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Lettland 185 155 5 5 1 0
Malta 174 94 2 21 8 5
Niederlande 1.407 675 309 1.441 1.205 477
Norwegen 112 40 8 39 29 21
Polen 2.579 934 121 87 44 21
Portugal 123 53 18 87 74 19
Rumänien 2.869 1.863 118 24 4 4
Schweden 2.000 1.574 323 213 168 88
Slowenien 772 515 20 42 15 7
Slowakei 68 51 3 14 3 3
Gesamt 42.284 18.429 2.656 15.744 10.011 4.274
Jahr 2021
Ablehnungen durch das BAMF
an die Mitgliedstaaten
gesamt
5.930
davon:
Art. 3 II Dublin III 4
Art. 8 I Dublin III 77
Art. 8 II Dublin III 32
Art. 8 III Dublin III 1
Art. 8 IV Dublin III 55
Art. 9 Dublin III 91
Art. 10 Dublin III 38
Art. 11 a) Dublin III 53
Art. 11 b) Dublin III 25
Art. 12 I Dublin III 4
Art. 12 II Dublin III 2
Art. 12 IV Dublin III 17
Art. 13 I Dublin III 5
Art. 13 II Dublin III 4
Art. 14 I Dublin III 1
Art. 14 II Dublin III 1
Art. 16 I Dublin III 2
Art. 17 I Dublin III 1
Art. 17 II Dublin III 185
Art. 18 I a Dublin III 1
Art. 18 I b Dublin III 92
Art. 18 I d Dublin III 67
Art. 19 I Dublin III 4
Art. 19 II Dublin III 737
Art. 19 III Dublin III 600
EURODAC-Treffer unvollständig 122
Kein Dublinfall (i. d. R., weil int. Schutz in MS) 780
Verweis auf Zuständigkeit eines anderen MS 2.877
Sonstige 52
Zustimmungen durch das BAMF
an die Mitgliedstaaten
10.011
gesamt
davon:
Art. 3 II Dublin III 1
Art. 8 I Dublin III 156
Art. 8 II Dublin III 65
Art. 8 III Dublin III 2
Art. 8 IV Dublin III 1
Art. 9 Dublin III 94
Art. 10 Dublin III 50
Art. 11 a) Dublin III 4
Art. 11 b) Dublin III 2
Art. 12 I Dublin III 26
Art. 12 II Dublin III 98
Art. 12 III Dublin III 9
Art. 12 IV Dublin III 95
Art. 13 II Dublin III 1
Art. 16 I Dublin III 6
Art. 17 I Dublin III 1
Art. 17 II Dublin III 131
Art. 18 I a Dublin III 343
Art. 18 I b Dublin III 826
Art. 18 I c Dublin III 349
Art. 18 I d Dublin III 7.690
Art. 18 II Dublin III 9
Art. 19 I Dublin III 2
Art. 19 II Dublin III 3
Art. 19 III Dublin III 3
Art. 20 V Dublin III 21
Art. 22 VII Dublin III 3
Art. 25 II Dublin III 18
Art. 28 III Dublin III 2
15. Wie viele Zustimmungen zur Übernahme von Geflüchteten durch andere
Mitgliedstaaten basierten im Jahr 2021 auf Zustimmungen durch
Fristablauf nach Artikel 22 Absatz 7 bzw. Artikel 25 Absatz 2 Dublin-VO (bitte
im Verhältnis zu allen Zustimmungen angeben und nach beiden
Rechtsgrundlagen differenzieren, differenziert nach Mitgliedstaaten)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Jahr 2021
Zustimmungen der Mitgliedstaaten Zustimmungen Deutschlands
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7 Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2 Dublin III
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7 Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2 Dublin III
absolut in
Prozent
absolut in
Prozent
absolut in
Prozent
absolut in
Prozent
Österreich 1.316 0 0,0 2 0,2 516 0 0,0 0 0,0
Belgien 393 0 0,0 1 0,3 998 0 0,0 1 0,1
Bulgarien 564 3 0,5 157 27,8 36 1 2,8 0 0,0
Schweiz 367 0 0,0 2 0,5 684 0 0,0 2 0,3
Zypern 19 0 0,0 2 10,5 5 0 0,0 0 0,0
Tschechien 97 0 0,0 1 1,0 35 0 0,0 0 0,0
Dänemark 236 0 0,0 0 0,0 118 0 0,0 0 0,0
Jahr 2021
Zustimmungen der Mitgliedstaaten Zustimmungen Deutschlands
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7 Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2 Dublin III
Alle
Zustimmungen
darunter
Artikel 22
Absatz 7 Dublin III
darunter
Artikel 25
Absatz 2 Dublin III
absolut in
Prozent
absolut in
Prozent
absolut in
Prozent
absolut in
Prozent
Estland 32 0 0,0 0 0,0 1 0 0,0 0 0,0
Griechenland 42 14 33,3 19 45,2 422 1 0,2 0 0,0
Spanien 1.346 201 14,9 126 9,4 5 0 0,0 0 0,0
Finnland 72 0 0,0 0 0,0 36 0 0,0 0 0,0
Frankreich 1.856 13 0,7 192 10,3 4.770 0 0,0 12 0,3
Kroatien 1.073 1 0,1 8 0,7 12 0 0,0 0 0,0
Ungarn 84 0 0,0 0 0,0 10 0 0,0 0 0,0
Irland 10 0 0,0 3 30,0 30 0 0,0 0 0,0
Island 6 0 0,0 0 0,0 3 0 0,0 0 0,0
Italien 4.615 2.037 44,1 1.275 27,6 693 1 0,1 0 0,0
Liechtenstein 0 0 0,0 0 0,0 20 0 0,0 0 0,0
Litauen 301 2 0,7 119 39,5 4 0 0,0 0 0,0
Luxemburg 46 0 0,0 0 0,0 62 0 0,0 0 0,0
Lettland 155 1 0,6 0 0,0 1 0 0,0 0 0,0
Malta 94 0 0,0 1 1,1 8 0 0,0 0 0,0
Niederlande 675 0 0,0 12 1,8 1.205 0 0,0 3 0,2
Norwegen 40 0 0,0 0 0,0 29 0 0,0 0 0,0
Polen 934 1 0,1 1 0,1 44 0 0,0 0 0,0
Portugal 53 1 1,9 2 3,8 74 0 0,0 0 0,0
Rumänien 1.863 1 0,1 18 1,0 4 0 0,0 0 0,0
Schweden 1.574 0 0,0 2 0,1 168 0 0,0 0 0,0
Slowenien 515 0 0,0 1 0,2 15 0 0,0 0 0,0
Slowakei 51 0 0,0 1 2,0 3 0 0,0 0 0,0
Gesamt 18.429 2.275 12,3 1.945 10,6 10.011 3 0,0 18 0,2
16. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die statistischen Daten zu
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen in Dublin-Verfahren für das Jahr
2021 (soweit vorliegend), und in wie vielen dieser Fälle wurde
anschließend ein Asylprüfverfahren in Deutschland durchgeführt (bitte
Gesamtsumme nennen und nach Zielstaaten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
01.01. – 30.11.2021
(Stand 15.01.2022)
abgelehnt stattgegeben Gesamt
Belgien 120 10 130
Bulgarien 85 49 134
Dänemark 71 8 79
Estland 7 0 7
Finnland 9 2 11
Frankreich 474 54 528
Griechenland 14 56 70
Island 2 0 2
Italien 835 707 1542
Kroatien 198 81 279
Lettland 11 6 17
Litauen 135 29 164
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
01.01. – 30.11.2021
(Stand 15.01.2022)
abgelehnt stattgegeben Gesamt
Luxemburg 16 0 16
Malta 15 8 23
Niederlande 114 27 141
Norwegen 7 3 10
Österreich 261 26 287
Polen 226 89 315
Portugal 13 12 25
Rumänien 436 97 533
Schweden 290 48 338
Schweiz 50 11 61
Slowakei 9 1 10
Slowenien 53 9 62
Spanien 222 48 270
Tschechien 23 3 26
Ungarn 2 2 4
Zypern 3 0 3
Nationales Asylverfahren nach Dublin-Verfahren (Stand 17.01.2022)
für Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren 01.01. –
30.11.2021 (Stand 17.01.2022)
Belgien 11
Bulgarien 10
Dänemark 14
Estland 1
Finnland 2
Frankreich 43
Griechenland 28
Italien 186
Kroatien 19
Litauen 6
Malta 1
Niederlande 6
Norwegen 4
Österreich 26
Polen 17
Portugal 4
Rumänien 35
Schweden 36
Schweiz 3
Slowakei 2
Slowenien 2
Spanien 19
Tschechien 2
Ungarn 1
Gesamt 478
17. In wie vielen Fällen wurde im Jahr 2021 bei Asylsuchenden festgestellt,
dass Griechenland nach der Dublin-Verordnung zuständig ist (bitte auch
nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenziert angeben und
nach gestellten Übernahmeersuchen und Selbsteintritten differenzieren)?
Die nachfolgende Tabelle enthält die Anzahl der Fälle, in denen ein
Übernahmeersuchen an Griechenland gerichtet wurde.
Übernahmeersuchen an Griechenland
Jahr 2021
Herkunftsländer gesamt: 10.427
darunter:
Syrien, Arabische Republik 3.758
Afghanistan 3.045
Türkei 1.395
Irak 770
Ungeklärt 293
Iran, Islamische Republik 255
Somalia 168
Pakistan 96
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als
Staat anerkannt)
84
Russische Föderation 84
Hinzu kommen Verfahren, in denen Anhaltspunkte für die Zuständigkeit
Griechenlands vorlagen, das BAMF jedoch das Selbsteintrittsrecht ausgeübt hat.
Ausübung des Selbsteintrittsrechts mit Griechenland-Bezug
Jahr 2021
Herkunftsländer gesamt 76
darunter:
Afghanistan 42
Syrien, Arabische Republik 20
Türkei 9
Guinea 1
Ungeklärt 1
Somalia 1
Eritrea 1
Iran, Islamische Republik 1
a) Wie viele schriftliche einzelfallbezogene Zusicherungen der
griechischen Behörden in Bezug auf eine Aufnahme und ein Asylverfahren
nach EU-Recht wurden 2021 für wie viele Personen ausgesprochen?
Im Jahr 2021 erhielt das BAMF für keine Person eine Zusicherung im Sinne
der Fragestellung.
b) Welche konkreten Erkenntnisse hat das BAMF über den Verbleib, die
Unterbringung und das weitere Asylverfahren der nach Griechenland
bislang Zurücküberstellten (bitte ausführen)?
Der Bundesregierung liegen derzeit keine Erkenntnisse im Sinne der
Fragestellung vor.
18. Wie lange war die Dauer von Dublin-Verfahren im Jahr 2021, und wie
lange war die Verfahrensdauer in Fällen, in denen nach der Feststellung,
dass ein anderer EU-Staat für die Asylprüfung zuständig sei, dann doch
ein Prüfverfahren in nationaler Zuständigkeit durchgeführt wurde, um
wie viele Fälle handelt es sich hierbei, und wie ist das inhaltliche
Ergebnis der Prüfverfahren in diesen Fällen (bitte nach den wichtigsten
Herkunftsländern differenziert darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Dublin-Verfahren
in Monaten
Jahr 2021 1,9
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer seit Asylantragstellung bei Übergang in das nationale Asylverfahren
nach Dublin-Verfahren
Dauer
in Monaten
Anzahl
Entscheidungen
Jahr 2021 22,6 10.896
darunter:
Nigeria 25,4 1.585
Irak 23,0 1.225
Syrien, Arabische Republik 19,3 910
Iran, Islamische Republik 24,5 878
Afghanistan 18,3 836
Russische Föderation 21,4 758
Gambia 25,2 346
Guinea 25,6 325
Türkei 19,1 312
Somalia 30,0 271
Jahr 2021
Anerkennung
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnung sonst.
Verfahrenserledigungen
Entscheidungen
gesamt
Gesamt: 18 756 1.018 735 5.713 2.656 10.896
Nigeria 1 31 1 45 1.126 381 1.585
Irak 0 35 27 109 646 408 1.225
Syrien,
Arabische Republik
2 53 781 44 1 29 910
Iran, Islamische
Republik
1 196 18 12 551 100 878
Afghanistan 0 102 22 319 168 225 836
Russische
Föderation
2 17 20 5 420 294 758
Gambia 0 4 3 4 217 118 346
Guinea 1 30 15 15 193 71 325
Türkei 1 96 1 2 178 34 312
Somalia 2 73 6 36 85 69 271
Pakistan 0 4 4 3 127 88 226
19. Wie viele Übernahmeersuchen der griechischen Behörden an
Deutschland im Rahmen der Familienzusammenführungsregelungen nach der
Dublin-Verordnung und wie viele entsprechende Überstellungen nach
Deutschland gab es 2021 (bitte jeweils auch nach Quartalen auflisten)?
Mit welcher Begründung bzw. auf welcher Rechtsgrundlage wurde im
Jahr 2021 diesen Ersuchen stattgegeben bzw. wurden sie abgelehnt?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Ersuchen von Griechenland
Jahr
2021
1. Quartal
2021
2. Quartal
2021
3. Quartal
2021
4. Quartal
2021
gesamt: 701 254 203 156 88
davon familiäre Gründe:
Art. 8 Abs. 1 Dublin III 215 64 61 41 49
Art. 8 Abs. 2 Dublin III 8 3 2 2 1
Art. 9 Dublin III 91 27 18 38 8
Art. 10 Dublin III 98 45 41 12 0
Art. 16 Abs. 1 Dublin III 1 0 0 1 0
Art. 17 Abs. 2 Unterabs. 1 Dublin III 208 100 54 33 21
Erfolgte Überstellungen
aus Griechenland nach Deutschland
Jahr
2021
1. Quartal
2021
2. Quartal
2021
3. Quartal
2021
4. Quartal
2021
gesamt 531 4 168 192 167
davon aus familiären Gründen:
Art. 8 I Dublin III 169 0 65 54 50
Art. 8 II Dublin III 53 0 11 17 25
Art. 8 III Dublin III 2 0 0 0 2
Art. 9 Dublin III 92 1 24 35 32
Art. 10 Dublin III 60 0 23 29 8
Art. 16 I Dublin III 6 0 1 0 5
Art. 17 II Dublin III 145 3 43 55 44
Zustimmungen des BAMF auf Ersuchen
aus Griechenland an Deutschland
Jahr 2021
gesamt 422
davon aus familiären Gründen:
Art. 8 I Dublin III 115
Art. 8 II Dublin III 58
Art. 8 III Dublin III 2
Art. 9 Dublin III 73
Art. 10 Dublin III 46
Art. 16 I Dublin III 4
Art. 17 II Dublin III 116
Ablehnungen des BAMF auf Ersuchen
aus Griechenland an Deutschland
Jahr 2021
gesamt 377
davon aus familiären Gründen:
Art. 8 I Dublin III 42
Art. 8 II Dublin III 20
Art. 8 IV Dublin III 2
Art. 9 Dublin III 40
Art. 10 Dublin III 26
Art. 11 a) Dublin III 5
Ablehnungen des BAMF auf Ersuchen
aus Griechenland an Deutschland
Jahr 2021
gesamt 377
davon aus familiären Gründen:
Art. 16 I Dublin III 1
Art. 17 II Dublin III 130
20. Wie viele Remonstrationen (Wiedervorlagen) durch Griechenland nach
einer Ablehnung durch das BAMF mit welchem Ergebnis gab es 2021 in
Bezug auf Überstellungen nach Deutschland, insbesondere im Rahmen
der Familienzusammenführung nach der Dublin-Verordnung (bitte auch
nach Quartalen auflisten)?
Welche Vereinbarungen mit den griechischen Behörden zur
Verbesserung des Verfahrens plant das BAMF gegebenenfalls vor dem
Hintergrund, dass im ersten Halbjahr 2020 fast jede zweite Zustimmung zur
Übernahme durch das BAMF erst infolge einer Remonstration der
griechischen Behörden erfolgte, was für die Betroffenen mit entsprechenden
Verzögerungen der Familienzusammenführung verbunden ist (vgl.
Antwort zu Frage 25 auf Bundestagsdrucksache 19/30849, bitte ausführen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Remonstrationen von Griechenland Jahr
2021
1.Quartal
2021
2.Quartal
2021
3.Quartal
2021
4.Quartal
2021
Jahr 2021 249 77 76 69 27
davon:
Art. 8 Abs. 1 Dublin III 34 8 10 9 7
Art. 8 Abs. 2 Dublin III 18 6 9 3 0
Art. 9 Dublin III 13 7 3 2 1
Art. 10 Dublin III 123 30 41 41 11
Art. 17 Abs. 2 Unterabs. 1 Dublin III 54 26 12 10 6
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2021 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 113 174
darunter:
familiäre Gründe:
Art. 8 I Dublin III 12 41
Art. 8 II Dublin III 12 25
Art. 8 III Dublin III 0 1
Art. 8 IV Dublin III 2 0
Art. 9 Dublin III 11 25
Art. 10 Dublin III 5 11
Art. 11 a) Dublin III 4 0
Art. 16 I Dublin III 0 4
Art. 17 II Dublin III 48 65
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2021 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 113 174
darunter:
familiäre Gründe nach Quartal:
1. Quartal 2021 19 52
2. Quartal 2021 41 42
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2021 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 113 174
darunter:
familiäre Gründe nach Quartal:
3. Quartal 2021 15 56
4. Quartal 2021 19 22
Vereinbarungen mit den griechischen Behörden im Sinne der Fragstellung sind
derzeit nicht geplant. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu
Frage 25 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 19/30849 verwiesen.
21. Ist die Antwort zu Frage 26 auf Bundestagsdrucksache 19/30849 nach
Kenntnis der Bundesregierung so zu verstehen, dass es im BAMF keine
genaueren internen Vorgaben oder Leitlinien dazu gibt, wann von einer
außergewöhnlichen Härte bei Überstellungen auszugehen ist bzw. wann
vom Selbsteintrittsrecht bzw. von humanitären Ermessensspielräumen im
Rahmen der Dublin-Verordnung Gebrauch gemacht werden soll, sodass
Bedienstete des BAMF diesbezüglich im freien Ermessen handeln
können, wenn es um die Einordnung der individuellen Situation im
familiären oder kulturellen Kontext geht (bitte ausführen und erläutern)?
Die Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Artikel 17 der Dublin III-VO
erfolgt nach einer individuellen Prüfung des Einzelfalles. Diese unterliegt zudem
der Qualitätssicherung beim BAMF durch ein Vier-Augen-Prinzip. Zu den nach
der Praxis des BAMF erforderlichen Beweisen und Indizien wird auf die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 26 der Kleinen Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/30849 verwiesen. Angaben dazu,
welche Aspekte unter Verweis auf die Dublin-III-VO im Rahmen der
Abwägung zu berücksichtigen sind, enthält die entsprechende Dienstanweisung, um
eine möglichst einheitliche Ausübung des Selbsteintrittsrechts sicherzustellen.
22. Hat es im Jahr 2021 eine weitere Überstellung nach Ungarn gegeben,
nachdem dies zuvor seit Mai 2017 nicht mehr der Fall war (vgl. Antwort
zu Frage 21a auf Bundestagsdrucksache 19/8340)?
Inwieweit hält die Bundesregierung eine Zusicherung Ungarns über eine
EU-rechtskonforme Behandlung für glaubwürdig vor dem Hintergrund,
dass mehrere EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn wegen
Verstößen gegen EU-Asylrecht eingeleitet wurden (vgl. z. B.
https://germ
any.representation.ec.europa.eu/news/zugang-zu-asylverfahren-kommissi
on-verklagt-ungarn-wegen-nichtbefolgung-von-eugh-urteil-und-fordert-2
021-11-12_de;
https://ec.europa.eu/atwork/applying-eu-law/infringement
s-proceedings/infringement_decisions/index.cfm?lang_code=DE&typeO
fSearch=false&active_only=0&noncom=0&r_dossier=&decision_date_f
rom=&decision_date_to=&EM=HU&DG=HOME&title=&submit=S
uche), Ungarn durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen
solcher Verstöße verurteilt wurde (vgl. z. B.
https://www.lto.de/recht/nachri
chten/n/eugh-urteil-c-808-18-ungarn-asyl-schutzsuchende-transitzonen/)
und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban öffentlich erklärte, ein
EuGH-Urteil zum ungarischen Asylrecht würde nicht umgesetzt (https://
www.sueddeutsche.de/politik/asylrecht-ungarn-missachtet-eugh-1.549
2805; bitte begründen)?
Was hat die Bundesregierung bzw. das BAMF konkret unternommen, um
in dem Fall einer Überstellung nach Ungarn (Antwort zu Frage 27 auf
Bundestagsdrucksache 19/30849) zu überprüfen, ob die überstellte
Person tatsächlich EU-rechtskonform behandelt wurde, was ist der
Bundesregierung über das Schicksal und Asylverfahren dieser Person bekannt
(bitte in anonymisierter Form ausführen)?
Im Jahr 2021 gab es eine Überstellung nach Ungarn.
Eine von den ungarischen Behörden erteilte Zusicherung für Dublin-
Rückkehrer zur EU-rechtskonformen Unterbringung gemäß der Richtlinie 2013/33/EU
und Bearbeitung des Asylantrags nach Maßgabe der Richtlinie 2013/32/EU
wurde nicht angezweifelt. Die ungarische Asylbehörde (NDGAP) machte
eigens deutlich, dass das Asylverfahren von Dublin-Rückkehrern
uneingeschränkt fortgeführt wird, wenn die Absicht zur Aufrechterhaltung ihres
Asylantrags erklärt wird (EASO, EASO Asylum Report 2021, 29. Juni 2021, S. 97).
Dem BAMF liegen keine Erkenntnisse über das Asylverfahren der nach
Ungarn überstellten Person vor.
23. In wie vielen Fällen ist im Jahr 2021 die Überstellungsfrist abgelaufen,
und in wie vielen Fällen war dies eine Folge coronabedingter
Einschränkungen (bitte auch nach den wichtigsten Herkunfts- und Mitgliedstaaten
differenzieren)?
Im Jahr 2021 scheiterten fristgerechte Überstellungen bei 19 375 Personen, die
aus Deutschland in einen anderen Mitgliedstaat überstellt werden sollten
(Abfragestand 16. Januar 2022). Davon ist bei 2 728 Personen der Ablauf der
Überstellungsfrist auf coronabedingte Gründe zurückzuführen.
Der Ablauf der Überstellungsfrist aufgrund coronabedingter Gründe für die
jeweils 15 wichtigsten Mitgliedstaaten bzw. Herkunftsländer kann den folgenden
Tabellen entnommen werden.
Mitgliedstaat Jahr 2021
Gesamt 2.728
darunter:
Italien 1.014
Frankreich 288
Schweden 203
Kroatien 199
Polen 184
Spanien 118
Österreich 109
Rumänien 88
Niederlande 74
Litauen 67
Slowenien 55
Bulgarien 54
Belgien 43
Dänemark 39
Tschechien 36
Herkunftsstaat Jahr 2021
Gesamt 2.728
darunter:
Nigeria 350
Afghanistan 328
Irak 267
Herkunftsstaat Jahr 2021
Gesamt 2.728
darunter:
Russische
Föderation
234
Iran, Islamische
Republik
130
Syrien, Arabische
Republik
124
Gambia 123
Guinea 95
Türkei 70
Algerien 59
Pakistan 59
Eritrea 52
Somalia 45
Aserbaidschan 43
Tunesien 42
24. Welche coronabedingten besonderen Auflagen oder Bedingungen gibt es
derzeit bei Überstellungen in andere Mitgliedstaaten (bitte nach
Mitgliedstaaten auflisten wie in der Antwort zu Frage 29 auf
Bundestagsdrucksache 19/30849), und welche diesbezüglichen Auflagen oder
Bedingungen gibt es umgekehrt von deutscher Seite aus?
Die derzeitigen Auflagen (Stand: 11. Januar 2022) und Bedingungen für
Überstellungen in die EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Island, Liechtenstein
und Schweiz können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Mitgliedstaat Bedingungen
Belgien Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren) oder
Nachweis über vollständige Impfung bzw. Genesung, Passagierlokalisierungsformular
(innerhalb von 48h vor Ankunft auszufüllen, Ausnahme: Personen unter 16 Jahren)
Bulgarien Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft), Flugeinschränkungen
Dänemark Negativer COVID-Test (Ausnahmen: Genesene, Kinder unter 15 Jahren)
Estland Negativer COVID-Test, Information über frühere COVID-Erkrankung
Finnland Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung, gilt für Personen ab 16 Jahren, Information über frühere COVID-Erkrankung
Frankreich Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren) oder
Nachweis über vollständige Impfung bzw. Genesung
Griechenland Online-Registrierung
Irland Negativer COVID-Test (72h vor Einreise) oder Nachweis über vollständige Impfung,
Passagierlokalisierungsformular
Island Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft), Erfordernis gilt auch für Personen, die geimpft
oder genesen sind
Italien Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft) oder vollständiger Impfnachweis (weitere
Kombinationen von jeweils zwei Voraussetzungen möglich), Flugeinschränkungen
Kroatien Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 7 Jahren),
Flugeinschränkungen
Lettland Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 11 Jahren),
Registrierung auf Website zwecks Generierung eines QR-Codes für die Einreise
Liechtenstein Negativer COVID-Test
Litauen Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft), Info zu früherer Erkrankung
Luxemburg Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft) oder Bescheinigung über vollständige Impfung
oder Genesung (Nachweise nur für Personen ab 12 Jahren)
Mitgliedstaat Bedingungen
Malta Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft), 14-tägige Quarantäne vor Ankunft
Niederlande Negativer COVID-Test (Ausnahme: vollständig Geimpfte/Genesene, Personen unter
12 Jahren), Gesundheitsformular bei Flugüberstellungen
Norwegen Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren) oder
Nachweis über vollständige Impfung bzw. Genesung, Online-Registrierung (für Kinder unter
16 Jahren keine selbstständige Registrierung)
Österreich Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren) oder
Nachweis über vollständige Impfung bzw. Genesung
Portugal Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft)
Polen Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung
Rumänien Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung, Flugeinschränkungen
Schweden Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft), Ausnahme: Kinder unter 12 Jahren
Schweiz Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung; Ausnahme: Kinder unter 16 Jahren
Slowakei Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 10 Jahren),
Registrierung auf staatlicher Einreisewebsite, zusätzlich bei Flugüberstellung:
Passagierlokalisierungsformular
Slowenien Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung
Spanien Negativer COVID-Test (48h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung für Personen ab 12 Jahren, Gesundheitsformular
Tschechien Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft, Ausnahme: Kinder unter 5 Jahren) oder
Nachweis über vollständige Impfung bzw. Genesung
Ungarn Negativer COVID-Test (72h vor Ankunft) oder Nachweis über vollständige Impfung bzw.
Genesung
Die Infektionsdynamik in Deutschland und in den meisten europäischen
Mitgliedstaaten erfordert weiterhin Vorsichtsmaßnahmen, um einerseits das
Funktionieren des Dublin-Verfahrens inklusive des Überstellungsverkehrs zwischen
den Mitgliedstaaten sicherzustellen und andererseits zusätzliche
grenzüberschreitende Infektionsketten zu verhindern. Auch müssen alle Beteiligten bei
den Überstellungen geschützt werden. Deshalb haben die Mitgliedstaaten
Überstellungsvorgaben in Bezug auf Gesundheitsnachweise erlassen.
Für Überstellungen aus den Mitgliedstaaten nach Deutschland gilt
grundsätzlich die aktuell gültige Verordnung zum Schutz vor einreisebedingten
Infektionsgefahren in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 (CoronaEinreiseV,
siehe dazu: CoronaEinreiseV vom 14. Januar 2022:
https://www.bundesgesund
heitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Verordnu
ngen/CoronaEinreiseV_konsolidiert.pdf, abgerufen am 17. Januar 2022).
Überstellungen aus Virusvariantengebieten werden durch Deutschland
grundsätzlich nicht akzeptiert. Aktuell gilt diese Einstufung für keinen Mitgliedstaat
(Robert Koch-Institut, Informationen zur Ausweisung internationaler
Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI,
https://www.rki.de/DE/Conte
nt/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html, abgerufen am
17. Januar 2022).
25. Wie viele Personen sind aktuell mit „Dublin-Verfahren“ im BAMF
befasst bzw. in der Gruppe „Dublin-Verfahren“ tätig (bitte nach genauer
Tätigkeit und jeweiliger Stellenzahl auflisten)?
In der Dublin-Gruppe des BAMF sind Personen im Umfang von 366,60
Vollzeitäquivalenten (VZÄ) beschäftigt (Stand: 1. Januar 2022); hiervon sind 14,55
VZÄ im höheren Dienst, 184,85 VZÄ im gehobenen Dienst und 167,20 VZÄ
im mittleren Dienst beschäftigt.
26. In welchem Umfang hat es im Jahr 2021 welche Unterstützung des
Bundes bei Überstellungen aus ANKER- oder funktionsgleichen
Einrichtungen gegeben (bitte insbesondere Zahlen zu Amtshilfeleistungen durch
die Bundespolizei bei Überstellungen nennen, differenziert nach
Einrichtung)?
Der Umfang der Unterstützung des Bundes bei Überstellungen aus AnkER-
und funktionsgleichen Einrichtungen in Form von Amtshilfeleistungen durch
die Bundespolizei im Jahr 2021 kann der nachfolgenden Tabelle entnommen
werden.
Bundespolizei-Direktion Bundesland beförderte Personen davon vollzogene Ausreisen
Bad Bramstedt MV 2 2
Bad Bramstedt SH 24 24
Bad Bramstedt HH 2 2
Hannover HH 87 80
Koblenz SL 20 15
Pirna SN ���4 4
Berlin BB 6 4
Gesamt: 143 134
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]