[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Caren Lay, Christian Görke,
Dr. Gesine Lötzsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/800 –
Fördermittelvorzug und Verwendung im Rahmen des Strukturwandels
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Im Rahmen des beschlossenen Ausstiegs aus der Kohleverstromung und des
damit eingeleiteten Strukturwandels in den betroffenen Revieren wurden
Förderprogramme und Modellvorhaben zur Umsetzung eingerichtet.
Fraglich ist nun, inwieweit diese Modellvorhaben und Programme bislang
genutzt wurden, und wenn ja, in welchem Umfang. Zudem ist zu fragen, wie die
Bundesregierung den bisherigen Beitrag zum Strukturwandel mittels der
genannten Programme einschätzt und welchen Einfluss die im Koalitionsvertrag
zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP vereinbarte
Festlegung auf einen Vorzug des Kohleausstiegs auf „idealerweise“ 2030 hat.
Bei einem Besuch in Sachsen vom 18. bis 21. Januar 2022 äußerte der
Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, zudem,
dass bei einem beschleunigten Kohleausstieg auch Fördermittel vorgezogen
werden müssten (Energie: Ostbeauftragter: Fördergelder für Strukturwandel
vorziehen, ZEIT ONLINE). Zudem äußerte er, dass bei geänderter Sachlage
neu über die Verwendung der Mittel aus dem Just Transition Fund (JTF) der
EU nachgedacht werden könnte (Kohleausstieg: „Fördermittel müssen
vorgezogen werden“, SäZ Online, Absatz 4).
1. Welche Konsequenzen sieht die Bundesregierung für den Strukturwandel
durch den laut Koalitionsvertrag geplanten, vorgezogenen Kohleausstieg
auf „idealerweise“ 2030?
2. Plant die Bundesregierung einen Vorzug der Fördermittel im Rahmen des
beschlossenen Kohleausstiegs bzw. eine Anpassung der Förderperioden
angesichts des im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziels des Vorzugs des
Kohleverstromungsausstiegs auf „idealerweise“ 2030?
3. Wenn ja, bis wann legt die Bundesregierung einen entsprechenden Plan
zum Vorzug der Fördermittel vor?
Deutscher Bundestag Drucksache 20/1171
20. Wahlperiode 21.03.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 18. März 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
4. Plant die Bundesregierung, zum zielgerichteten Einsatz der Fördermittel
für den Strukturwandel im Rahmen des Kohleausstiegs, kernbetroffene
Gebiete zu definieren?
Wenn ja, nach welchen Kriterien soll die Kernbetroffenheit ausgestaltet
sein, und wenn nein, warum nicht?
5. Wie gedenkt die Bundesregierung mit der Tatsache umzugehen, dass
bereits zum jetzigen Zeitpunkt, Anfang 2022, zahlreiche geplante
Strukturwandelhilfen durch Projekte gebunden und einige Förderprogramme
bereits ausgeschöpft sind (Kohlegelder für die Lausitz bis 2026 ausgereizt,
Wirtschaft-in-Sachsen)?
6. Wie will die Bundesregierung sicherstellen, dass die Mittel für den
Strukturwandel nicht, wie teilweise bislang, in konsumtive Ausgaben
und sogenannte Sowieso-Projekte fließen (Ifo-Institut kritisiert bisherige
Verwendung der Strukturwandel-Hilfen, rbb) und stattdessen, wie u. a.
von der Lausitzrunde gefordert (Forderungen Lausitzrunde), neue
Industriearbeitsplätze entstehen?
Die Fragen 1 bis 6 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet. Die Bundesregierung prüft derzeit, wie die
Strukturstärkungsmaßnahmen in den Kohleregionen angesichts des „idealerweise“ auf 2030
vorgezogenen Kohleausstiegs vorgezogen bzw. beschleunigt werden können. Zum
jetzigen Zeitpunkt kann noch keine Aussage zu konkreten Maßnahmen getroffen
werden.
7. Erwägt die Bundesregierung eine Revidierung zur Übereinkunft mit den
Ländern Sachsen und Brandenburg über die Verwendung der Mittel aus
dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union?
Nach der im April 2021 erzielten Verständigung zwischen Bundesregierung
und Bundesländern erfolgt die Umsetzung des Just Transition Fund (JTF) in
Deutschland durch die Länder Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt
sowie Nordrhein-Westfalen. Dabei werden die europäischen Mittel des JTF
grundsätzlich auf die Mittel des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG)
angerechnet. Die Anrechnung wird auf 85 Prozent der europäischen JTF-Mittel
begrenzt. Die europäischen Mittel aus dem JTF verstärken und ergänzen damit
die Anstrengungen für den Strukturwandel in den Kohleregionen nach dem
InvKG. Die Umsetzung des JTF erfolgt durch regionale Programme der
Länder. Die Länder sind dabei an die Vorgaben der Just-Transition-Fund-
Verordnung und des europäischen Strukturfondsrechts gebunden, nach denen eine
Förderung von Unternehmen durch den JTF möglich ist.
8. Wenn nein, welche Veränderungen der Sachlage über die
Beschleunigung des Kohleausstiegs von 2038 auf „idealerweise“ 2030 müssen
vorliegen, um aus Sicht der Bundesregierung eine Revidierung der
Entscheidung zur Verwendung der JTF-Mittel zu veranlassen?
Auf die Antwort zu den Fragen 1 bis 6 wird verwiesen.
9. Wenn nein, mit welchen Förderarmen für den Strukturwandel und mit
welchen für die Förderperioden geplanten Mitteln werden die Mittel des
europäischen Just Transition Fund (JTF) für Brandenburg und für
Sachsen verrechnet?
Die JTF-Mittel für den Freistaat Sachsen werden mit den Mitteln aus dem
2. Förderarm, diejenigen für Brandenburg mit den Mitteln aus dem 1.
Förderarm verrechnet.
10. Wie viele Anträge wurden seit dem Start des Förderprogramms
„Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen
Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ aufgeteilt nach Bundesländern
eingereicht (bitte nach Förderantragssteller, Kurzbeschreibung des
Projektes, Revier, Förderzeitraum, Fördersumme, Bewertung durch die
Bundesländer – mit jeweilig zuständiger Stelle, Anzahl der zu schaffenden bzw.
der beantragten Personalstellen durch Projektantrag – aufschlüsseln)?
Im Rahmen des ersten Förderaufrufs des Programms „Kommunale
Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in
Strukturwandelregionen“ (KoMoNa) wird mit der Bewilligung von 56 Projekten (47
Einzelprojekte und 9 Verbundprojekte, davon 8 mit 2 Verbundpartnern und 1 mit
3 Verbundpartnern, somit insgesamt 66 Anträgen) mit einer Fördersumme von
rund 42 Mio. Euro gerechnet. Davon entfallen 11 Projekte mit rund 10,5 Mio.
Euro auf Brandenburg, 23 Projekte mit rund 16 Mio. Euro auf Nordrhein-
Westfalen, 17 Projekte mit rund 12 Mio. Euro auf Sachsen und 5 Projekte mit
rund 3,5 Mio. Euro auf Sachsen-Anhalt.
Die Förderantragsstellenden, einschließlich ihrer Verbundpartnerinnen und
Verbundpartner, lassen sich wie folgt aufschlüsseln:
Brandenburg Nordrhein-
Westfalen
Sachsen Sachsen-
Anhalt
Kommune/Kommunaler Zusammenarbeit 5 19 13 4
Unternehmen 2 2 – –
Wissenschaftseinrichtung 1 – 1 –
Zivilgesellschaft 7 3 8 1
8 Projekte mit einer Fördersumme von rund 3,2 Mio. Euro wurden bereits
bewilligt. Davon werden 6 Projekte von Kommunen und 2 von
zivilgesellschaftlichen Akteuren in den Themenbereichen Entsiegelung, Grüne Stadt,
Nachhaltigkeitsmanager*in/-konzept und Renaturierung von Gewässern umgesetzt.
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11. Welche beantragten Projekte wurden bisher nicht bewilligt, und warum
nicht (bitte Projekte, Grund der Ablehnung und Braunkohlerevier
angeben)?
Von den beantragten Projekten wurde noch kein Projekt abgelehnt. Acht
Projekte sind bereits bewilligt worden. Alle anderen Projekte befinden sich derzeit
noch im Prüfungsverfahren zur Bewilligung.
12. Wie lang ist im Durchschnitt der Bearbeitungszeitraum von der
Antragstellung bis zur Bewilligung der Förderung (bitte nach Monaten
aufschlüsseln)?
Die Bearbeitungszeit von Antragstellung bis zur Bewilligung der Förderung
variiert in Abhängigkeit von der Komplexität des Vorhabens, der
Antragstellerkonstellation sowie deren Erfahrung mit Antragstellungen und der Qualität der
Anträge. Da es sich um den ersten Förderaufruf auf Basis der KoMoNa-
Förderrichtlinie handelt, existieren noch keine durchschnittlichen
Erfahrungswerte.
13. Wie viele Bundesmittel waren 2021 für das Förderprogramm
vorgesehen?
Wie hoch sind die geplanten Bundesmittel für 2022 und die folgenden
Jahre?
Für KoMoNa stehen gemäß Strukturstärkungsgesetz bis zum Jahr 2038
Gesamtmittel in Höhe von rund 100 Mio. Euro zur Verfügung. Für das
Haushaltsjahr 2021 waren 5 Mio. Euro vorgesehen. Mit dem Zweiten Regierungsentwurf
des Bundeshaushalts 2022 ist folgende Verteilung vorgesehen: 2022 18 Mio.
Euro, für 2023 24 Mio. Euro, für 2024 25,9 Mio. Euro, für 2025 16 Mio. Euro
und für 2026 8 Mio. Euro. Hinsichtlich der Verteilung können sich noch
Veränderungen im Rahmen des aktuellen Haushaltsaufstellungsverfahrens ergeben.
14. Welche wirtschaftliche Anschlussfähigkeit (beispielsweise vorhandene
Cluster, Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner) besitzen die
in der engeren Auswahl befindlichen Großforschungsprojekte (Vier
Projekte aus Sachsen in Endauswahl für neue Großforschungszentren in
Mitteldeutschland, MDR) im Mitteldeutschen Revier und im Lausitzer
Revier?
In der näheren Auswahl befinden sich aktuell noch sechs Vorschläge für die
Großforschungszentren in der sächsischen Lausitz und dem Mitteldeutschen
Revier, die in den Themenfeldern nachhaltige Chemie, Innovation in der
Medizin, Reallabore für Klimaschutz, innovatives und nachhaltiges Bauen,
Grundlagenforschung der Astrophysik und Technikentwicklung für
Raumfahrtmissionen angesiedelt sind. Diese werden in einer sechsmonatigen Konzeptionsphase
zur Ausarbeitung detaillierter Konzepte zu Aufbau und Ausrichtung der neuen
Großforschungszentren gefördert. Die Darstellung von konkreten Planungen
für die Überführung von Forschungsergebnissen in die Anwendung und deren
regionale, überregionale und internationale Bedeutung ist Bestandteil der
derzeit von den Kandidaten auszuarbeitenden Konzepten.
Im Anschluss erfolgt eine Begutachtung durch externe Experten und die
Auswahl von zwei Vorhaben. Standortfragen und die Qualität der Transferkonzepte
sind essentieller Teil dieser Begutachtung. Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung wird in diesem Stadium dem Ergebnis des
wissenschaftsgeleiteten Verfahrens nicht mit eigenen Einschätzungen vorgreifen.
15. Wie ist der Bearbeitungsstand bei den weiteren Förderprogrammen und
Maßnahmen nach § 17 des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG)?
Wie wird im Rahmen der Förderprogramme sichergestellt, dass über die
Förderprogramme finanzierte Personalmittel auch für Folgeanträge in
ausreichendem Maße zur Verfügung stehen?
16. Welcher Finanzrahmen bzw. welches Budget ist für die einzelnen
Förderprogramme und Maßnahmen nach § 17 InvKG im Zeitraum von 2021 bis
2026 vorgesehen (bitte nach Revieren und Bundesländern aufteilen)?
17. Wie wird im Rahmen der Förderprogramme nach § 17 InvKG
sichergestellt, dass über die Förderprogramme finanzierte Personalmittel auch für
Folgeanträge in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen?
Die Fragen 15 bis 17 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Informationen zu den Maßnahmen nach § 17 des Investitionsgesetzes
(InvKG) sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt.
Lausitzer Revier – brandenburgischer Teil:
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Aufbau und Betrieb eines Forschungs- und
Entwicklungszentrums (FEZ) zur Untersuchung einer
nachhaltigen Stilllegung, Sanierung,
Rekultivierung und Nachnutzung von ehemaligen
Bergbaurevieren
BMWK-7 16.631 Laufend
Technologieinitiative Hybrid Elektrisches Fliegen –
Aufstockung nationales ziviles
Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo)
BMWK-17 64.208 Start in 2022
COLab zur Stärkung der Innovationsfähigkeit und
des Gründungsgeschehens an der BTU Cottbus-
Senftenberg
BMWK-21 5.600 Start in 2022
Weiterer Aufbau und Verstetigung des Betriebs des
Kompetenzzentrums Klimaschutz in
energieintensiven Industrien (KEI)
BMUV-1 36.972 Laufend
Power-to-X-Kompetenzzentrum inklusive
Demonstrationsanlage
BMUV-3 163.213 Laufend
Realisierung eines Forschungs- und
Demonstrationsfeldes für innovative Wasser- und
Abwassertechnik an einem Klärwerkstandort im Lausitzer
Revier
BMUV-7 13.936 Start in 2022
(Machbarkeitsstudie)
Einrichtung eines Kompetenzzentrums
Regionalentwicklung als Teil des Bundesinstituts für Bau-,
Stadt- und Raumforschung (BBSR)
BMI-3 30.610 Laufend
Maßnahmen zur Förderung der Sorben / Lausitzer
Revier in BB
BMI-5 9.082 Start in 2022
Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik
Cottbus (iCampµs)
BMBF-12 20.000 Laufend
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
SpreeTec neXt – Neue Fertigungstechnologien für
Komponenten und Systeme der dezentralen
Energietechnik
BMBF-13 36.955 Start in 2022
Energie-Innovationszentrum der
Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
(EIZ)
BMBF-14 37.861 Start in 2022
KI-geregelte robotische Industriemaschinen
(KIRM)
BMBF-15 2.595 Start in 2022
Arthrospira platensis als Rohstoff für die
Entwicklung neuer Arzneimittel gegen Krebs: Validierung
des zytostatischen Prinzips an Lebertumorzellen
(AVantiLT)
BMBF-16 1.972 Start in 2022
Synthese G-Protein-gekoppelter Rezeptoren in
pilzbasierten zellfreien Systemen (PZ-Syn+G)
BMBF-17 1.492 Start in 2022
Lausitzer Revier – sächsischer Teil:
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Maßnahmen zur Förderung der Sorben / Lausitzer
Revier in Sachsen
BMI-4 12.500 Start in 2022
CASUS – Center for Advanced Systems
Understanding
BMBF-5 65.326 Projektförderung
01.04.2019-31.03.2022
Institutionelle
Förderung als Teil des HZDR
ab 01.04.2022
Mitteldeutsches Revier – sächsischer Teil:
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Monitoringzentrum zur Biodiversität BMUV-5 44.328 Laufend
Deutsches Biomasseforschungszentrum Leipzig;
Neubau eines Technikums
BMEL-1 21.222 Laufend
Mitteldeutsches Revier – sachsen-anhaltischer Teil:
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch
Digitalisierung in Industrie und Gebäuden (KEDi)
BMWK-18 28.015 Start in 2022
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Umwelt- und Naturschutzdatenzentrum
Deutschland zum Aufbau und Betrieb eines nutzer- und
anwenderorientierten fach- und
behördenübergreifenden nationalen Online-Informations- und
Partizipationsangebotes
BMUV-6 23.011 Laufend
Modellregion „Digitalisierung in der
Landwirtschaft“
BMBF-18 70 Start in 2022
Rheinisches Revier:
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
QUIRINUS Control – technisches
Versorgungsqualitäts-Monitoringsystem im
Rheinischen Revier für den Sektor Strom
BMWK-16 7.278 Start in 2022
H2Revier – Aufbau einer Brennstoffzellen-
Produktion im Rahmen einer wasserstoffbasierten
Wertschöpfungskette in NRW
BMWK-19 2.310 Start in 2022
H2-Hub-Bedburg – Konzeption und Pilotierung
eines Multi-Use-Power2Gas-Systems auf Basis von
regenerativ erzeugtem H2
BMWK-20 2.167 Start in 2022
Kraftraum-Shuttle: Mobilität als Treiber für den
Strukturwandel, ein unabhängiges On-demand
Shuttle-System für das Rheinische Revier im
Rahmen des BMVI-Förderprogramms „Modellprojekte
zur Stärkung des ÖPNV“
BMDV-65 8.683 Start in 2022
Brennstoffzellenfahrzeuge im SPNV-Netz Düren
im Rahmen des BMVI-Förderprogramms
„Förderung von Schienenfahrzeugen mit alternativen
Antrieben“
BMDV-66 59.473 Start in 2022
Errichtung einer Wasserstofftankstelle inkl.
Elektrolyseur im Rahmen des Projekts Aus- und
Weiterbildungszentrum für digitale und klimaneutrale
Mobilität in Mechernich im Zuge des Nationalen
Innovationsprogramm Wasserstoff und
Brennstoffzellentechnologie des BMVI
BMDV-67 10.500 Start in 2022
HyLoad: Anlage zur Hochdruck-Verladung von
grünem Wasserstoff aus Elektrolyseanalgen im
Rahmen des BMDV-Förderprogramms „Nationales
Innovationsprogramm Wasserstoff- und
Brennstoffzellentechnologie Phase 2“
BMDV-69 13.450 Start in 2022
Modellregion BioökonomieREVIER BMBF-4 83.920 Laufend
Maßnahme Nummer Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Fraunhofer-Zentrum „Digitale Energie“ des
Fraunhofer-Instituts für Angewandte
Informationstechnik FIT und des Fraunhofer-Instituts für
Kommunikation, Informations-verarbeitung und
Ergonomie
BMBF-6 29.900 Start in 2022
Nach der
grundsätzlichen Genehmigung der
Baumaßnahme durch
den Zuwendungsgeber
prüft Fraunhofer
derzeit, ob die
Bewirtschaftungsregel für die
Mittel aus dem StStG
mit einem Bau
innerhalb von Fraunhofer
kompatibel sind.
Ausbau des Ernst-Ruska-Centrums für
Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen
BMBF-7 54.373 Laufend
iNEW 2.0 towards ANABEL – Fortsetzung des
Inkubators Nachhaltige Elektrochemische
Wertschöpfungsketten für die nachhaltige Bereitstellung
elektrochemisch erzeugter Kraft- und Wertstoffe
mittels Power-to-X
BMBF-8 23.797 Laufend
NEUROTEC II BMBF-9 36.500 Laufend
Helmholtz-Cluster für nachhaltige und
infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft
BMBF-11 198.040 Laufend
Revierübergreifend:
*Abrechnung auf Revierebene erfolgt erst am Ende der Maßnahme
Maßnahme Nummer Reviere und
Aufteilung*
Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Proaktive
Unternehmensberatung in den Kohleregionen
BMWK-5 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
12.000 Start in 2022
Förderung der
strukturschwachen Regionen bzw. der vom
Kohleausstieg betroffenen
Regionen durch die GTAI
BMWK-9 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
3.594 Laufend
JTF BMWK-14 LR-SN (26 %),
MR-SN (12 %),
MR-ST (22 %),
RR (40 %)
k.A. k.A.
Förderung von
branchenspezifischen Ausbildungsclustern
4.0
BMWK-15 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
16.050 Start in 2022
Maßnahme Nummer Reviere und
Aufteilung*
Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Programmmodul
„Digitalisierung und datenbasierte
Innovationen für Mobilität 4.0 und
Daseinsvorsorge in den
Braunkohlerevieren“ im Rahmen des
BMVI-Förderprogramms
mFUND
BMDV-22 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
34.965 Laufend
Programmmodul
„Digitalisierung und datenbasierte
Innovationen für Mobilität 4.0 und
Daseinsvorsorge in den
Braunkohlerevieren“ mFUND
(Sonderaufruf 2021)
BMDV-54 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
75.000 Laufend
BMU-Förderprogramm
„Kommunale Modellvorhaben zur
Umsetzung der ökologischen
Nachhaltigkeitsziele in
Strukturwandelregionen“ (KoMoNa)
BMUV-2 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
93.012 Laufend
Verstärkung der (bestehenden)
Sportförderung
BMI-2 LR-BB (10 %),
MR-SN (11 %),
MR-ST (80 %)
4.016 Laufend
Sofortprogramm BMF-1 LR-BB (27 %),
LR-SN (10 %),
MR-SN (13 %),
MR-ST (11 %),
RR (38 %)
165.975 Laufend
Fraunhofer-Einrichtung für
Energieinfrastruktur und
Geothermie IEG
BMBF-1 LR-BB (40 %),
LR-SN (10 %),
RR (50 %)
12.975 Laufend
Aufbau von regionalen
Kompetenzzentren der
Arbeitsforschung
BMBF-2 LR-SN (25 %),
MR-SN (25 %),
RR (50 %)
72.419 Laufend
Kompetenzzentrum „Bildung
im Strukturwandel“
BMBF-3 LR-BB (26 %),
LR-SN (17 %),
MR-SN (8 %),
MR-ST (12 %),
RR (37 %)
7.569 Laufend
Gründung je eines neuen
institutionell geförderten
Großforschungszentrums nach
Helmholtz- oder vergleichbaren
Bedingungen auf Grundlage eines
Wettbewerbsverfahrens
BMBF-10 LR-SN (50 %),
MR-SN (35 %),
MR-ST (15 %)
121.000 Laufend
Maßnahme Nummer Reviere und
Aufteilung*
Volumen 2021 bis
2026 (in Tausend
Euro) – ab 2022
Soll-Ansätze
Status
Verstärkung der
Kulturförderung
BKM-1 LR-BB (22 %),
LR-SN (15 %),
MR-SN (7 %),
MR-ST (49 %),
RR (7 %)
115.843 Laufend
Auflage eines
Förderprogramms Industriekultur
BKM-2 LR-BB (18 %),
LR-SN (12 %),
MR-SN (6 %),
MR-ST (16 %),
RR (48 %)
80.113 Laufend
Bereits im Rahmen der Anmeldung neuer Maßnahmen im Bund-Länder-
Koordinierungsgremium sind mögliche Folgekosten darzustellen.
18. Wie wird grundsätzlich die Anschlussfähigkeit der Investitionsprojekte
aus dem Bundesarm für den Strukturwandel in der Region sichergestellt?
Welche Schnittstellen existieren bei der Umsetzung der Bundesprojekte
zur Kommunalpolitik und zu regionalen Akteurinnen und Akteuren der
Zivilgesellschaft?
19. Wie könnte aus Sicht der Bundesregierung die Umsetzung der
Bundesprojekte stärker mit regional- bzw. lokalspezifischen Projekten bzw.
Initiativen verzahnt werden?
Die Fragen 18 und 19 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Bund-Länder-Koordinierungsgremium (BLKG) nach § 25 InvKG
entscheiden Bund und Länder gemeinsam über die Strukturwandelprojekte. Laut § 18
Absatz 7 der Bund-Länder-Vereinbarung sowie § 10 Absatz 3 der
Geschäftsordnung des Koordinierungsgremiums können Maßnahmen nicht gegen den
Willen des jeweils betroffenen Landes beschlossen werden. Schnittstellen zur
Kommunalpolitik und regionalen Akteurinnen und Akteuren der
Zivilgesellschaft werden grundsätzlich durch die Länder sichergestellt. Es gibt darüber
hinaus auch Maßnahmen des Bundes, bei denen regionale Akteurinnen und
Akteure inhärent involviert sind, da sie Teil des Konzeptes sind. Eine stärkere
Einbindung von lokal- und regionalspezifischen Akteuren kann von den Ländern
bei der Auswahl der vom Bund vorgeschlagenen Maßnahmen oder den von den
Ländern eigenständig ausgewählten Vorschlägen verstärkt berücksichtigt
werden.
20. Können bereits vom Bund-Länder-Koordinierungsgremium gefasste
Beschlüsse zu geplanten Maßnahmen nachträglich korrigiert werden, wenn
mit der Umsetzung der Maßnahme noch nicht begonnen wurde, und
wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Beschlüsse des BLKG können nachträglich korrigiert werden, unabhängig
davon, ob eine Maßnahme schon begonnen hat oder nicht. Das Verfahren ist in
Kapitel 3 der Bund-Länder-Vereinbarung (
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downl
oads/B/bund-laender-vereinbarung-invkg.pdf) und in der Geschäftsordnung
festgelegt.
21. Wann werden die Mittel für die Förderiode 2 im Arm 1 (2027 bis 2033)
den Ländern zur Verfügung gestellt?
22. Wann werden die Mittel für die Förderperiode 3 im Arm 1 (2033 bis
2038) den Ländern zur Verfügung gestellt?
Die Fragen 21 und 22 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Mittel werden jährlich durch den Bundeshaushalt unter Wahrung des
Budgetrechts des Parlaments bedarfsgerecht bereitgestellt.
23. Gibt es Überlegungen seitens der Bundesregierung, die Einteilung in
Förderperioden im Arm 1 ganz wegfallen zu lassen?
Auf die Antwort zu den Fragen 1 bis 6 wird verwiesen.
24. Wann müssen die Mittel für die erste Förderperiode im Arm 1
ausgegeben sein?
Grundsätzlich müssen die Mittel für die erste Förderperiode bis zum Ende der
Förderperiode, d. h. bis zum 31. Dezember 2026 abgeflossen sein. Nicht
abgeflossene Mittel eines Projekts, das ursprünglich bis zum Ende einer
Förderperiode beendet sein sollte, können auch noch bis zu drei Jahre nach dem Ende der
Förderperiode, längstens bis 2041, verausgabt und abgerechnet werden, wenn
das Projekt in seiner Hauptsache vor dem Ende der Förderperiode beendet
wurde.
25. Welche unterschiedlichen Entscheidungs- und Beteiligungsgremien
existieren, bzw. welche Verfahren zur Projektauswahl bzw. Mittelvergabe
nach Kapitel 1 InvKG werden in den einzelnen Ländern nach Kenntnis
der Bundesregierung angewandt?
26. Welche Institutionen bzw. Akteurinnen und Akteure haben nach
Kenntnis der Bundesregierung in welchem Bundesland (aufgeteilt nach
Gremien) aktives Stimmrecht bzw. nur beratende Funktion?
27. Wie wird die unterschiedliche Beteiligung (aktives Stimmrecht bzw.
beratend) nach Kenntnis der Bundesregierung begründet, und hat die
Bundesregierung die Möglichkeit geprüft, seitens des Bundes den
Bundesländern Vorgaben zur Ausgestaltung zu machen, bzw. plant die
Bundesregierung solche Vorgaben?
Die Fragen 25 bis 27 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Projektauswahl nach Kapitel 1 des InvKG liegt in der Zuständigkeit der
Länder. Die Verfahren der Länder unterscheiden sich zum Teil deutlich.
Informationen zu dem Verfahren der Länder finden sich auf folgenden
Internetseiten:
Brandenburg:
https://lausitz-brandenburg.de/foerderung/
Nordrhein-Westfallen:
www.rheinisches-revier.de/foerderung
Sachsen:
www.strukturentwicklung.sachsen.de/foerderrichtlinie-braunkohlerevi
ere-4804.html
Sachsen-Anhalt:
https://strukturwandel.sachsen-anhalt.de/revier/.
28. Wie muss das Förderkriterium „Zusätzlichkeit der Maßnahme“ durch die
Länder für Landesmaßnahmen bzw. kommunale Projekte nachgewiesen
werden?
Nach § 4 Absatz 4 InvKG muss die Zusätzlichkeit der geförderten
Investitionsmaßnahmen vorhabenbezogen gewährleistet sein. Dies ist gegeben, wenn nicht
bereits ein anderer Finanzierungsweg gefunden wurde und die Finanzierung der
Maßnahme in der Vergangenheit noch nicht in den Haushalt eingestellt wurde.
Vorhaben, die bereits in einen Haushalt aufgenommen wurden, wurden als
etatreif bewertet und können daher nicht als zusätzlich im Sinne des § 4 Absatz 4
InvKG erachtet werden.
29. Inwieweit erfüllen die bislang dem Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) vorgelegten Projekt die in § 4 Absatz 2 InvKG
genannten Auswahlkriterien (bitte die Anzahl der bislang vorgelegten
Projekte und die Fördersumme pro Auswahlkriterium, unterteilt nach
Revieren und Bundesländern, angeben)?
Die Auswahl der Projekte nach § 4 InvKG obliegt den Ländern. Zur Zuordnung
der Projekte zu den Kriterien nach § 4 Absatz 2 InvKG (d. h. Schaffung und
Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen oder Diversifizierung der
Wirtschaftsstruktur und Verbesserung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes)
durch die Länder liegen der Bundesregierung derzeit keine Informationen vor.
Die Evaluierung des InvKG, deren erster Bericht für den 30. Juni 2023
vorgesehen ist, wird den Beitrag der Projekte der Länder zu den Kriterien
untersuchen. Die Evaluierung wird danach alle zwei Jahre vorgelegt.
30. Welche geplanten Projektinhalte, Fördersummen, Investitionsvolumen
und Zeiträume liegen für die 62 geplanten IPCEI-Projekte Wasserstoff
(IPCEI = Important Project of Common European Interest) vor (wenn
vorhanden, bitte eine detaillierte Projektliste angeben)?
Das transnationale, wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischen
Interesse (sogenanntes IPCEI) Wasserstoff fördert Projekte entlang der gesamten
Wasserstoffwertschöpfungskette: Erzeugung, Infrastruktur, Anwendung in
Industrie und Mobilität. Bund und Länder stellen insgesamt bis zu 8,4 Mrd. Euro
Fördermittel zur Verfügung. Es sollen über 30 Mrd. Euro an
Gesamtinvestitionen ausgelöst werden. Erste Projekte sollen dieses Jahr starten, die Umsetzung
dürfte einen Zeitraum bis 2027 und später in Anspruch nehmen. Eine
Projektliste ist hier verfügbar:
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/I/ipcei-stando
rte.html.
31. Treffen Medienberichte (Die Stahl- und die Chemiebranche kämpfen um
staatliche Förderung, Handelsblatt) zu, wonach die Gesamtkosten der
eingereichten IPCEI-Projekte die bislang eingestellte Fördersumme
übertreffen?
Wenn ja, nach welchen Kriterien erfolgt das weitere Auswahlverfahren?
Die gesamten Investitionskosten übertreffen naturgemäß die für das IPCEI
Wasserstoff bereitgestellte Fördersumme. Inwieweit auch die Förderbedarfe die
bereitgestellte Fördersumme übertreffen, wird sich erst nach Genehmigung der
Projekte durch die Europäische Kommission (KOM) konkretisieren. Über das
IPCEI Wasserstoff hinaus stellt die Bundesregierung weitere Förderprogramme
zur Dekarbonisierung der Industrie bereit.
32. Wie erfolgt die weitere Projektqualifizierung der IPCEI-Projekte?
Wann, in welchem zeitlichen Rahmen und nach welchen Kriterien wird
das passieren?
Was das IPCEI Wasserstoff betrifft, ist eine weitere Auswahl von Projekten
über die 62 ausgewählten Projekte hinaus derzeit nicht vorgesehen.
Die 62 ausgewählten Projekte werden bzw. wurden bei der KOM zur
Genehmigung vorgelegt. Bisher steht eine KOM-Entscheidung dazu noch aus. Die
zugrunde liegenden Kriterien werden in der IPCEI-Mittteilung der KOM
beschrieben. Bei einzelnen der 62 Projekte kann es zu einem Wechsel der
Notifizierungsgrundlage kommen, z. B. hin zu Allgemeine
Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) oder Leitlinien für Klima-, Umweltschutz- und
Energiebeihilfen (KUEBLL).
33. Inwieweit beabsichtigt die Bundesregierung, aufgrund des vorgezogenen
Kohleausstiegs und der damit verbundenen zeitlichen Konvergenz mit
der Umsetzung der IPCEI-Projekte, die besonderen Potentiale der
Kohlereviere in Bezug auf Flächen, Fachkräfte und vorhandene Akzeptanz
für industrielle Wertschöpfung zu berücksichtigen?
Wenn nein, warum nicht?
Auf die Antwort zu den Fragen 1 bis 6 wird verwiesen.
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ISSN 0722-8333]