[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Martina Renner, Susanne Hennig-
Wellsow, Ralph Lenkert, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/2172 –
Rüstungsexportgenehmigungen für Unternehmen in Thüringen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung hat in der 19. Wahlperiode (24. Oktober 2017 bis zum
26. Oktober 2021) Rüstungsexporte im Wert von 22,5 Mrd. Euro genehmigt.
Spitzenreiter unter den Bundesländern ist demnach Bayern mit 8,2 Mrd. Euro
vor Baden-Württemberg mit 5,4 Mrd. Euro und Niedersachsen mit 2,9 Mrd.
Euro. Thüringen lag mit einem Wert von 52,8 Mio. Euro an drittletzter Stelle
(Antwort zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 19/32518). Hauptempfänger
der Exporte waren Ungarn (2,66 Mrd. Euro) und die USA (2,36 Mrd. Euro).
Unter den zehn wichtigsten Abnehmerstaaten der deutschen Rüstungsindustrie
sind aber auch Algerien (2,0 Mrd. Euro), Ägypten (1,9 Mrd. Euro) und Katar
(0,72 Mrd. Euro) (Antwort auf die Schriftliche Frage 40 auf
Bundestagsdrucksache 19/31996). Der Export von Rüstungsgütern muss von der
Bundesregierung genehmigt werden. Welche Rüstungsgüter dabei zusätzlich als
Kriegswaffen definiert sind, ist in der Kriegswaffenliste aufgeführt. Die
Kriegswaffenliste ist eine Anlage des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen
(KrWaffKontrG). Als Kriegswaffen gelten beispielsweise Kampfflugzeuge,
Panzer, vollautomatische Handfeuerwaffen und Kriegsschiffe. Rüstungsgüter,
die keine Kriegswaffen sind, werden auch als „sonstige Rüstungsgüter“
bezeichnet. Die Liste der „sonstigen Rüstungsgüter“ ist umfangreich und in der
Anlage der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) Teil I Abschnitt A der
Ausfuhrliste (AL) zu finden. Hierunter fallen beispielsweise Pistolen und
Revolver sowie Jagd- und Sportgewehre, Radar- und Funktechnik, aber auch
bestimmte Explosivstoffe und Vorprodukte, die für den militärischen Einsatz
bestimmt sind.
Eine Auflistung der Unternehmen mit Sitz in den Bundesländern, die eine
Ausfuhrgenehmigung für Rüstungsgüter erhalten haben, stellt nach
Auffassung der Bundesregierung eine sehr sensible Information dar, weil sie einen
umfassenden Überblick über die Unternehmenslandschaft eines Bereiches
geben könnte, der für die Bereitstellung wehrtechnischer Schlüsseltechnologien
für die Bundesrepublik Deutschland mitverantwortlich zeichnet. Dieses
detaillierte Informationsbild zum Kreis der im Rüstungsbereich tätigen
Unternehmen ist unter Sicherheitsaspekten schutzwürdig. Deshalb wurden diese
Informationen als Verschlusssachen „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft
und sind damit nicht öffentlich zugänglich.
Deutscher Bundestag Drucksache 20/2499
20. Wahlperiode 28.06.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 27. Juni 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
So ist lediglich nachvollziehbar, in welchen Bundesländern Unternehmen
wertmäßig als Genehmigungsinhaber am meisten von den
Rüstungsexportgenehmigungen der Bundesregierung profitiert haben.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Bei den Angaben für Genehmigungszahlen und Genehmigungswerten aus dem
Jahr 2022 handelt es sich um vorläufige Zahlen, die sich durch Berichtigungen
und Fehlerkorrekturen noch verändern können.
Für das Jahr 2022 wurde der Auswertungszeitraum vom 1. Januar bis
einschließlich 9. Juni berücksichtigt.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass Genehmigungen für die Ausfuhr
von Rüstungsgütern nach dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG) statistisch für
das Bundesland erfasst werden, in dem die Beantragung der
Ausfuhrgenehmigungen durch den Antragsteller erfolgt. Diese Daten geben daher nicht
notwendigerweise Aufschluss über den tatsächlichen Produktionsstandort oder den
tatsächlichen Ausfuhrort der entsprechenden Rüstungsgüter. Die statistische
Erfassung der Rüstungsexportgenehmigungen erfolgt dabei nach dem
Genehmigungsdatum.
Die Summe der Anzahlen nach Ausfuhrlisten-Positionen (AL-Positionen) oder
Rüstungsgüterklassen angegebenen Ausfuhrgenehmigungen kann in einem
Jahr höher als die angegebene Gesamtanzahl der Genehmigungen sein, da sich
auf einer Genehmigung Güter befinden können, die von unterschiedlichen
AL-Positionen erfasst bzw. unterschiedlichen Rüstungsgüterklassen zugeordnet
sind.
Der Wert der tatsächlichen Ausfuhren von Kriegswaffen wird durch das
Statistische Bundesamt erhoben. Dazu verwendet das Statistische Bundesamt
Anmeldungen von Unternehmen zur Außenhandelsstatistik (Zoll- und Intrastat-
Anmeldungen). Es ist davon auszugehen, dass diese Anmeldungen – z. B. im
Zusammenhang mit der Lieferung von Materialpaketen – auch Waren
umfassen, denen keine Kriegswaffeneigenschaft zukommt. Die Bundesregierung
weist darauf hin, dass die Erteilung einer Genehmigung und die tatsächliche
Ausfuhr der Güter aufgrund der Laufzeiten der Genehmigungen in
unterschiedliche Kalenderjahre und damit auch in unterschiedliche Berichtszeiträume
fallen können. Sie weist zudem darauf hin, dass eine zahlenbasierte
Pauschalbetrachtung allein aufgrund von Genehmigungswerten bzw. hier der gemeldeten
Werte von tatsächlichen Ausfuhren eines Berichtszeitraums kein taugliches
Mittel für die Beurteilung der Restriktivität der Rüstungsexportpolitik ist.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die Angaben für das Jahr 2021
ganz überwiegend auf Entscheidungen der Vorgängerregierung zurückgehen.
Diese Bundesregierung sieht einen restriktiven Umgang mit Rüstungsexporten
vor und wird entsprechend den im Koalitionsvertrag vereinbaren Leitplanken
ein Rüstungsexportkontrollgesetz erarbeiten. Über die Erteilung von
Genehmigungen für Rüstungsexporte entscheidet die Bundesregierung im Einzelfall und
im Lichte der jeweiligen Situation nach sorgfältiger Prüfung unter
Einbeziehung außen- und sicherheitspolitischer Erwägungen auf Grundlage der
rechtlichen Vorgaben des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen, des
Außenwirtschaftsgesetzes, der Außenwirtschaftsverordnung, des „Gemeinsamen
Standpunkts des Rates der Europäischen Union vom 8. Dezember 2008
betreffend gemeinsame Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie
und Militärgütern“ in der Fassung des Ratsbeschlusses vom 16. September
2019 und des Vertrags über den Waffenhandel sowie die „Politischen
Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen
Rüstungsgütern“ aus dem Jahr 2000 in der Fassung vom 26. Juni 2019. Die
Beachtung der Menschenrechte im Empfängerland spielt bei der
Entscheidungsfindung eine hervorgehobene Rolle. Wenn hinreichender Verdacht besteht, dass
die zu liefernden Rüstungsgüter zur internen Repression oder zu sonstigen
fortdauernden und systematischen Menschenrechtsverletzungen missbraucht
werden, wird eine Genehmigung grundsätzlich nicht erteilt.
1. Wie hoch war der Anteil der erteilten Einzelgenehmigungen für
Rüstungsgüter insgesamt (Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter) von in
Thüringen ansässigen Antragstellern an den für alle Bundesländer
erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen 2021 bis zum aktuellen Stichtag (bitte
entsprechend den Jahren getrennt unter Angabe der Anzahl der
Einzelgenehmigungen sowie des nominalen und prozentualen Wertanteils
auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die
vorläufigen Zahlen angeben)?
Wertmäßiger Anteil der Einzelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter
(Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter) der in Thüringen ansässigen
Antragsteller an den gesamtdeutschen Einzelausfuhrgenehmigungen für
Rüstungsgüter (inklusive Kriegswaffen):
Zeitraum Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
Anteil
in Prozent
2021 199 10.517.340 0,1
1. Januar bis
9. Juni 2022 64 14.427.903 0,4
2. Wie hoch war der Anteil der erteilten Einzelgenehmigungen für
Kriegswaffen von in Thüringen ansässigen Antragstellern an den insgesamt für
Thüringen erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen 2021 bis zum aktuellen
Stichtag (bitte entsprechend den Jahren getrennt unter Angabe der
Anzahl der Einzelgenehmigungen sowie des nominalen und prozentualen
Wertanteils auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch nicht
erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Nachfolgend wird der wertmäßige Anteil der Einzelausfuhrgenehmigungen für
Kriegswaffen der in Thüringen ansässigen Antragsteller an den insgesamt für
Thüringen erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter (inklusive
Kriegswaffen) dargestellt. Die folgenden Angaben zu den zur Ausfuhr
genehmigten Kriegswaffen sind somit wertmäßig bereits in den Angaben der Antwort
zu Frage 1 enthalten, da sämtliche Kriegswaffen auch Rüstungsgüter sind:
Zeitraum Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
Anteil
in Prozent
2021 0 0 0,0
1. Januar bis
9. Juni 2022 1 47.120 0,3
3. Wie hoch war jeweils der Anteil der erteilten Einzelgenehmigungen für
sonstige Rüstungsgüter von in Thüringen ansässigen Antragstellern an
den insgesamt für Thüringen erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen
2021 bis zum aktuellen Stichtag (bitte entsprechend den Jahren getrennt
unter Angabe der Anzahl der Einzelgenehmigungen sowie des
nominalen und prozentualen Wertanteils auflisten; sofern eine endgültige
Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Wertmäßiger Anteil der Einzelausfuhrgenehmigungen für sonstige
Rüstungsgüter der in Thüringen ansässigen Antragsteller an den insgesamt für
Thüringen erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter (inklusive
Kriegswaffen). Die folgenden Angaben zu den zur Ausfuhr genehmigten
sonstigen Rüstungsgütern sind somit wertmäßig bereits in den Angaben der
Antwort zu Frage 1 enthalten, da sämtliche sonstigen Rüstungsgüter auch
Rüstungsgüter sind:
Zeitraum Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
Anteil
in Prozent
2021 199 10.517.340 100
1. Januar bis
9. Juni 2022 63 14.380.783 99,7
4. Wie hoch war der Anteil der erteilten Einzelgenehmigungen für
Kriegswaffen von in Thüringen ansässigen Antragstellern an den
gesamtdeutschen Einzelausfuhrgenehmigungen für Kriegswaffen 2021 bis zum
aktuellen Stichtag (bitte entsprechend den Jahren getrennt unter Angabe
der Anzahl der Einzelgenehmigungen sowie des nominalen und
prozentualen Wertanteils auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch
nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Wertmäßiger Anteil der Einzelausfuhrgenehmigungen für Kriegswaffen von in
Thüringen ansässigen Antragstellern an den gesamtdeutschen
Einzelausfuhrgenehmigungen für Kriegswaffen:
Zeitraum Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
Anteil in Prozent
2021 0 0 0,0
1. Januar bis
9. Juni 2022 1 47.120 < 0,1
5. Wie hoch war der Anteil der erteilten Einzelgenehmigungen für sonstige
Rüstungsgüter von in Thüringen ansässigen Antragstellern an den
gesamtdeutschen Einzelausfuhrgenehmigungen für sonstige Rüstungsgüter
2021 bis zum aktuellen Stichtag (bitte entsprechend den Jahren getrennt
unter Angabe der Anzahl der Einzelgenehmigungen sowie des
nominalen und prozentualen Wertanteils auflisten; sofern eine endgültige
Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Wertmäßiger Anteil der Einzelausfuhrgenehmigungen für sonstige
Rüstungsgüter von in Thüringen ansässigen Antragstellern an den gesamtdeutschen
Einzelausfuhrgenehmigungen für sonstige Rüstungsgüter:
Zeitraum Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
Anteil
in Prozent
2021 199 10.517.340 0,2
1. Januar bis
9. Juni 2022 63 14.380.783 1,2
6. Welcher Genehmigungswert für Rüstungsgüter (Kriegswaffen und
sonstige Rüstungsgüter) entfiel auf die zehn Hauptempfangsländer von
Thüringen 2021 bis zum aktuellen Stichtag (bitte entsprechend den
Jahren getrennt unter Angabe der jeweiligen zehn Hauptempfängerländer
mit Genehmigungswert auflisten; sofern eine endgültige Auswertung
noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Übersicht der zehn Hauptempfängerländer nach Genehmigungswert der
Einzelausfuhrgenehmigungen der in Thüringen ansässigen Antragsteller für
Rüstungsgüter (Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter) nach Jahren:
2021:
Land Wert in Euro
Australien 143.970
Frankreich 243.450
Indien 639.094
Kanada 622.105
Korea, Republik 883.127
Schweiz 319.341
Südafrika 673.755
Ukraine 258.836
Vereinigte Staaten 4.874.569
Vereinigtes Königreich 494.808
1. Januar bis 9. Juni 2022:
Land Wert in Euro
Australien 6.128.262
Kongo, Dem. Republik 267.003
Korea, Republik 131.230
Norwegen 1.107.958
Österreich 491.312
Polen 55.623
Schweden 72.737
Ukraine 1.599.000
Vereinigte Staaten 3.958.301
Vereinigtes Königreich 332.137
7. Welcher Genehmigungswert für Kriegswaffen entfiel auf die zehn
Hauptempfangsländer von Thüringen 2021 bis zum aktuellen Stichtag
(bitte entsprechend den Jahren getrennt unter Angabe der jeweiligen
zehn Hauptempfängerländer mit Genehmigungswert auflisten; sofern
eine endgültige Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen
Zahlen angeben)?
Im erfragten Zeitraum wurde nur eine Genehmigung erteilt (vergleiche die
Antwort zu Frage 4). Empfängerland dieser Genehmigung war Polen.
8. Welcher Genehmigungswert für sonstige Rüstungsgüter entfiel jeweils
auf die zehn Hauptempfangsländer von Thüringen 2021 bis zum
aktuellen Stichtag (bitte entsprechend den Jahren getrennt unter Angabe der
jeweiligen zehn Hauptempfängerländer mit Genehmigungswert auflisten;
sofern eine endgültige Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die
vorläufigen Zahlen angeben)?
Übersicht der zehn Hauptempfängerländer nach Genehmigungswert der
Einzelausfuhrgenehmigungen der in Thüringen ansässigen Antragsteller für sonstige
Rüstungsgüter nach Jahren:
2021:
Land Wert in Euro
Australien 143.970
Frankreich 243.450
Indien 639.094
Kanada 622.105
Korea, Republik 883.127
Schweiz 319.341
Südafrika 673.755
Ukraine 258.836
Vereinigte Staaten 4.874.569
Vereinigtes Königreich 494.808
1. Januar bis 9. Juni 2022:
Land Wert in Euro
Australien 6.128.262
Kanada 54.048
Kongo, Dem. Republik 267.003
Korea, Republik 131.230
Norwegen 1.107.958
Österreich 491.312
Schweden 72.737
Ukraine 1.599.000
Vereinigte Staaten 3.958.301
Vereinigtes Königreich 332.137
9. Für welche Kriegswaffen von in Thüringen ansässigen Antragstellern
wurden 2021 bis zum aktuellen Stichtag Einzelausfuhrgenehmigungen in
die Staatengruppen EU-Länder, NATO- und der NATO gleichgestellte
Länder, Drittstaaten sowie Entwicklungsländer genehmigt (bitte
entsprechend den Jahren unter Angabe der Anzahl der Einzelgenehmigungen,
der Kriegswaffenlistennummern und Güterbeschreibung sowie der
jeweiligen Stückzahl auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch nicht
erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Übersicht der in Thüringen ansässigen Antragsteller erteilten Genehmigungen
für Kriegswaffen (KWL, Kriegswaffenliste) nach Jahren und Ländergruppe:
2021:
Landgruppe Anzahl der
Genehmigungen
KWL-Nr. Güterkreis
EU-Länder 0 – –
NATO- und NATO-gleichgestellte
Länder 0 – –
Drittländer 0 – –
Entwicklungsländer1
(in den oben genannten Drittländern
bereits enthalten) 0 – –
1. Januar bis 9. Juni 2022:
Landgruppe Anzahl der
Genehmigungen
KWL-Nr. Güterkreis
EU-Länder
1 34
Rohre für
Waffen d.
KWL 29,
31 und 32
NATO- und NATO-gleichgestellte
Länder 0 – –
Drittländer 0 – –
Entwicklungsländer1
(in den oben genannten Drittländern
bereits enthalten) 0 – –
1 Entwicklungsländer und -gebiete entsprechend der Liste des Entwicklungsausschusses
(Development Assistance Committee – DAC) der OECD ohne die Länder der mittleren Einkommensgruppe,
oberer Bereich (vierte Spalte der genannten Liste).
10. Für welche sonstigen Rüstungsgüter von in Thüringen ansässigen
Antragstellern wurden 2021 bis zum aktuellen Stichtag
Einzelausfuhrgenehmigungen in die Staatengruppen EU-Länder, NATO- und der NATO
gleichgestellte Länder, Drittstaaten sowie Entwicklungsländer genehmigt
(bitte entsprechend den Jahren unter Angabe der Anzahl der
Einzelgenehmigungen, der Ausfuhrlistenposition und Güterbeschreibung sowie
der jeweiligen Stückzahl auflisten; sofern eine endgültige Auswertung
noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Die Summe der hier nach Ausfuhrlisten-Positionen (AL-Positionen)
angegebenen Ausfuhrgenehmigungen kann höher ausfallen als die Gesamtanzahl der
Genehmigungen, da eine Genehmigung mehrere Güter enthalten kann, die von
unterschiedlichen AL-Positionen erfasst sein können.
Aufgrund der Güter- und Dimensionsvielfalt in den unterschiedlichen AL-
Positionen ist eine Angabe von Stückzahlen nicht möglich.
Übersicht der in Thüringen ansässigen Antragsteller erteilten Genehmigungen
für sonstige Rüstungsgüter nach Jahren und Ländergruppe:
2021:
Landgruppe Anzahl derGenehmigungen AL-Pos.
EU-Länder 44
davon 9 A0001
13 A0005
4 A0006
1 A0011
1 A0015
13 A0016
3 A0018
NATO- und NATO-gleichgestellte
Länder 83
davon 27 A0001
3 A0003
7 A0004
26 A0005
18 A0011
1 A0016
1 A0022
Drittländer 72
davon 20 A0001
17 A0005
6 A0006
21 A0011
1 A0013
1 A0015
5 A0016
2 A0018
Entwicklungsländer1
(sind in den Drittländern bereits
enthalten) 14
davon 5 A0001
2 A0005
4 A0006
1 A0011
1 A0013
1 A0016
1 A0018
1. Januar bis 9. Juni 2022:
Landgruppe Anzahl derGenehmigungen AL-Pos.
EU-Länder 18
davon 1 A0001
1 A0003
8 A0005
1 A0011
5 A0016
2 A0018
1 A0021
NATO- und NATO-gleichgestellte
Länder 36
davon 6 A0001
7 A0004
13 A0005
8 A0006
1 A0011
1 A0015
1 A0021
Drittländer 9
davon 1 A0001
1 A0004
3 A0005
2 A0006
1 A0013
1 A0017
Entwicklungsländer1
(in den Drittländern bereits enthalten) 4
davon 1 A0001
2 A0006
1 A0013
1 Entwicklungsländer und -gebiete entsprechend der Liste des Entwicklungsausschusses
(Development Assistance Committee – DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) ohne die Länder der mittleren Einkommensgruppe, oberer Bereich (vierte Spalte
der genannten Liste).
11. Wie hoch war der Anteil der erteilten Sammelausfuhrgenehmigungen für
Rüstungsgüter insgesamt (Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter) von
in Thüringen ansässigen Antragstellern an den für alle Bundesländer
erteilten Sammelausfuhrgenehmigungen 2021 bis zum aktuellen Stichtag
(bitte entsprechend den Jahren unter Angabe der Anzahl der
Sammelausfuhrgenehmigungen sowie des nominalen und prozentualen Wertanteils
auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte
die vorläufigen Zahlen angeben)?
12. Wie hoch war der Anteil der erteilten Sammelausfuhrgenehmigungen für
Kriegswaffen von in Thüringen ansässigen Antragstellern an den
insgesamt für Thüringen erteilten Sammelausfuhrgenehmigungen 2021 bis
zum aktuellen Stichtag (bitte nach Bundesländern mit der Anzahl der
Sammelausfuhrgenehmigungen sowie dem nominalen und prozentualen
Wertanteil auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch nicht
erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
13. Wie hoch war jeweils der Anteil der erteilten
Sammelausfuhrgenehmigungen für sonstige Rüstungsgüter von in Thüringen ansässigen
Antragstellern an den insgesamt für Thüringen erteilten
Sammelausfuhrgenehmigungen 2021 bis zum aktuellen Stichtag (bitte nach Bundesländern mit
der Anzahl der Sammelausfuhrgenehmigungen sowie dem nominalen
und prozentualen Wertanteil auflisten; sofern eine endgültige
Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Die Fragen 11 bis 13 werden gemeinsam beantwortet.
Sammelausfuhrgenehmigungen im Sinne der Fragestellungen wurden im
maßgeblichen Zeitraum an in Thüringen ansässige Antragsteller nicht erteilt.
14. In welchem Wert wurden 2021 bis zum aktuellen Stichtag Kriegswaffen
von in Thüringen ansässigen Unternehmen aufgrund zuvor erteilter
Genehmigungen tatsächlich ausgeführt (bitte entsprechend den Jahren unter
Angabe der Anzahl der Einzelgenehmigungen, der
Kriegswaffenlistennummern und Güterbeschreibung sowie der jeweiligen Stückzahl
auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die
vorläufigen Zahlen angeben)?
Der Wert der tatsächlichen Ausfuhren von Kriegswaffen wird durch das
Statistische Bundesamt erhoben. Dazu verwendet das Statistische Bundesamt
Anmeldungen von Unternehmen zur Außenhandelsstatistik (Zoll- und Intrastat-
Anmeldungen).
Die Anzahl der Einzelgenehmigungen, die der Ausfuhr zugrunde liegen, die
KWL-Nummern und Güterbeschreibung sowie die jeweilige Stückzahl werden
nicht von der Außenhandelsstatistik erfasst und können daher nicht
ausgewiesen werden. Sofern NATO-Länder gleichzeitig EU-Länder sind, werden deren
Werte in der Tabelle ebenfalls unter EU-Länder erfasst und damit doppelt
ausgewiesen. Drittländer sind weder EU-, noch NATO-, noch NATO-
gleichgestellte Länder.
Es ist davon auszugehen, dass diese Anmeldungen – z. B. im Zusammenhang
mit der Lieferung von Materialpaketen – auch Waren umfassen, denen keine
Kriegswaffeneigenschaft zukommt. Bei den Daten handelt es sich um
vorläufige Zahlen, die Revisionen unterliegen können. Die Bundesregierung weist
darauf hin, dass die Erteilung einer Genehmigung und die tatsächliche Ausfuhr
der Güter aufgrund der Laufzeiten der Genehmigungen in unterschiedliche
Kalenderjahre und damit auch in unterschiedliche Berichtszeiträume fallen
können.
Die deutsche Außenhandelsstatistik nach Bundesländern wird auf Grundlage
des Ursprungsbundeslands der Ausfuhren bzw. des Bestimmungsbundeslandes
der Einfuhren erhoben, nicht aber nach dem Sitz des ausführenden bzw.
einführenden Unternehmens. Ausfuhren eines Unternehmens mit Hauptsitz im
Land Thüringen sind somit nicht zwangsläufig in der thüringischen
Außenhandelsstatistik enthalten, bspw. falls das Unternehmen in einem anderen
Bundesland ein Zweigwerk betreibt, in dem die ausgeführten Waren hergestellt
wurden. Dieses andere Bundesland ist dann das Ursprungsbundesland der Waren.
Die tatsächlichen Ausfuhren von Kriegswaffen aus der Bundesrepublik
Deutschland im Jahr 2022 sind dem Statistischen Bundesamt nach
gegenwärtigem Stand für die Berichtsmonate Januar bis einschließlich April 2022
bekannt. Bei der Außenhandelsstatistik handelt es sich um eine Monatsstatistik.
Es handelt sich um vorläufige Zahlen, die Änderungen unterliegen können.
Statistische Meldungen über tatsächliche Ausfuhren von Kriegswaffen mit
Ursprungsbundesland Thüringen wurden in folgendem Umfang abgegeben:
Zeitraum Statistischer Wert
in Tausend Euro
2021 1
1. Januar bis 30. April 2022 0
1 Dem Statistischen Bundesamt zufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass anhand der hier
wiederzugebenden Einzelangaben eine Re-Identifizierung betroffener Unternehmen möglich ist.
Die Bundesregierung ist darum nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung gelangt, dass die
erbetenen Auskünfte zum Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen
geheimhaltungsbedürftig sind. Die entsprechenden Informationen sind als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft
und in der Anlage zu dieser Antwort enthalten.
15. Welche „Genehmigungsinhaber“ aus Thüringen haben 2021 bis zum
aktuellen Stichtag eine Genehmigung erhalten, Kriegswaffen in die
Ländergruppen EU-Länder, NATO- und der NATO gleichgestellte Länder,
Drittstaaten sowie Entwicklungsländer zu exportieren (bitte entsprechend
den Jahren getrennt auflisten; sofern eine endgültige Auswertung noch
nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
16. Welche „Genehmigungsinhaber“ aus Thüringen haben 2021 bis zum
aktuellen Stichtag eine Genehmigung erhalten, sonstige Rüstungsgüter in
die Ländergruppen EU-Länder, NATO- und der NATO gleichgestellte
Länder, Drittstaaten sowie Entwicklungsländer zu exportieren (bitte
entsprechend den Jahren getrennt auflisten; sofern eine endgültige
Auswertung noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
Die Fragen 15 und 16 werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung
gelangt, dass zur Wahrung von Staatswohlinteressen eine Beantwortung der
Fragen 15 und 16 nicht in offener Form erfolgen kann. Die Auflistung
sämtlicher Unternehmen mit Sitz in Thüringen, die im vergangenen Jahr eine
Genehmigung für die Ausfuhr von sonstigen Rüstungsgütern bzw.
Kriegswaffenerhalten haben, stellt eine sehr sensible Information dar. Eine entsprechende
Auflistung sämtlicher mit Exporten von sonstigen Rüstungsgütern befassten
Unternehmen gibt einen umfassenden Überblick über die
Unternehmenslandschaft eines Bereiches, der für die Bereitstellung wehrtechnischer
Schlüsseltechnologien für die Bundesrepublik mit verantwortlich zeichnet. Dieses
detaillierte Informationsbild zum Kreis der im Rüstungsbereich tätigen Unternehmen
ist unter Sicherheitsaspekten schutzwürdig. Die entsprechenden Informationen
sind daher als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft und in der Anlage
zu dieser Antwort enthalten.*
* Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat die Antwort als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“
eingestuft. Die Antwort ist im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten
eingesehen werden.
Die Bundesregierung unterrichtet nach den Feststellungen des
Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVerfGE 137, 185) für
den Bereich der Rüstungsexportkontrolle über abschließende positive
Genehmigungsentscheidungen sowie die Eckdaten von genehmigten
Ausfuhrvorhaben. Die Bundesregierung sieht gemäß dem Urteil von weitergehenden
Auskünften ab.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]