[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Nicole Gohlke, Dr. Petra Sitte,
Ali Al-Dailami, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/2681 –
Militärische und Dual-Use-Forschung an zivilen öffentlichen Hochschulen und
anderen Forschungseinrichtungen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Durch die jüngste Berichterstattung (
https://correctiv.org/aktuelles/wirtschaft/
2022/05/18/wie-deutschlands-wissenschaft-china-hilft-zur-militaer-supermach
t-aufzusteigen/) sind internationale Kooperationen deutscher Hochschulen
(HS) und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (AuF) im Bereich
militärtechnischer und Dual-Use-Forschung erneut in den Fokus der öffentlichen
Debatte geraten (z. B. Tagesspiegel,
https://www.tagesspiegel.de/wissen/fragw
uerdige-zusammenarbeit-china-baut-offenbar-eigenes-militaer-mit-deutscher-f
orschung-aus/28358794.html).
Bundesweit wird an zivilen, öffentlichen HS und AuF sicherheits- und
verteidigungsrelevante sowie militärisch verwertbare Forschung betrieben.
Auftraggeber sind vor allem die Bundesregierung, die Bundeswehr, aber auch
ausländische Verteidigungsministerien sowie private Rüstungskonzerne. Aber
das gesamte Ausmaß ist schwerlich zu überblicken, da viele Details und
Verträge als Geheimsache eingestuft sind. Nach Ansicht der Fragestellerinnen
und Fragesteller ist fraglich, inwiefern diese Geheimhaltung im Widerspruch
steht mit dem zivilen Charakter der Hochschulen, ihrem öffentlichen Auftrag
und öffentlicher Finanzierung. Die Geheimhaltungspraxis der
Bundesregierung durch Einstufung von Informationen als „VS – Nur für den
Dienstgebrauch“ (z. B. Antworten der Bundesregierung auf die Kleinen Anfragen auf
den Bundestagsdrucksachen 17/3337 und 18/851 sowie 18/8355) trägt nach
Meinung der Fragestellerinnen und Fragesteller zu einem hohen Grad an
Intransparenz bezogen auf die Verwendung öffentlicher Gelder bei. Die Fraktion
DIE LINKE. erkundigt sich regelmäßig in Form von Kleinen Anfragen nach
verteidigungs- und sicherheitsrelevanter sowie militärischer Forschung an HS
und AuF (vgl. Kleine Anfragen auf den Bundestagsdrucksachen 17/5832,
18/7977, 18/2345, 19/11954 und 19/29108).
Daneben steht aus Sicht der Fragestellerinnen und Fragesteller die Frage im
Raum, inwieweit die geltenden Bestimmungen bzw. die Selbstverpflichtung
der HS und AuF in Form von Zivilklauseln ausreichend sind, um sicherheits-
und verteidigungsrelevante Forschungsergebnisse einer effektiven Kontrolle
zur Verhinderung einer missbräuchlichen bzw. schadhaften Nutzung
gegenüber der Zivilbevölkerung zu unterziehen. Wie Bettina Stark-Watzinger in
Deutscher Bundestag Drucksache 20/3034
20. Wahlperiode 05.08.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung
vom 4. August 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
ihrer Pressekonferenz am 20. Mai 2022 auf Nachfrage mitteilte, steht die
Bundesregierung den Hochschulen in dieser Frage beratend zur Seite und
beobachtet die Situation (vgl.
https://www.deutschlandfunk.de/forschung-china-r
echerche-reaktionen-100.html).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Vorbemerkung der Fragesteller zur Kenntnis.
Sie stimmt weder den darin enthaltenen Wertungen zu noch bestätigt sie die
darin enthaltenen Feststellungen oder dargestellten Sachverhalte.
1. Auf welchem Wege erhielt die Bundesregierung Kenntnis von den jüngst
bekannt gewordenen Fällen der Zusammenarbeit im Bereich der
Rüstungs- bzw. Sicherheitsforschung (siehe
https://correctiv.org/aktuelle
s/wirtschaft/2022/05/18/wie-deutschlands-wissenschaft-china-hilft-zur-m
ilitaer-supermacht-aufzusteigen/) von ausländischen Einrichtungen und
deutschen HS bzw. AuF?
Die durch das Recherchekollektiv geschilderten Vorgänge wurden der
Bundesregierung durch die öffentliche Berichterstattung bekannt.
2. Welche staatlichen Einrichtungen und Bundesministerien sind für die
Genehmigung und Registrierung militärisch relevanter
Forschungsvorhaben zuständig?
Militärisch relevante, d. h. verteidigungsbezogene Forschungsprojekte, werden
auf Ebene des Bundes grundsätzlich nur durch das Bundesministerium der
Verteidigung vergeben.
3. Wurden für die infrage stehenden Forschungsvorhaben Anträge auf
Erlaubnis bei der Bundesregierung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz
gestellt, und wenn ja, für welche Vorhaben, und nach welchen
gesetzlichen Vorschriften?
Nach §§ 2 bis 4a des Kriegswaffenkontrollgesetzes bedarf der Genehmigung,
wer Kriegswaffen im Sinne der Kriegswaffenliste (Anlage zu § 1 Absatz 1 des
Kriegswaffenkontrollgesetzes) herstellen, erwerben, überlassen, befördern oder
ein auf den Erwerb oder die Überlassung von Kriegswaffen gerichtetes
Auslandsgeschäft vermitteln will. Das Kriegswaffenkontrollgesetz stellt
Forschungsvorhaben als solche nicht unter Genehmigungsvorbehalt.
4. Wie viele Anträge auf Genehmigung zum Export nach EU-Verordnung
2021/821 (EU-Dual-Use-VO) zum Dual Use wurden seit 2017 gestellt
(bitte nach Jahren und importierenden Ländern aufschlüsseln)?
Welche Anträge wurden genehmigt?
Und zu welchem Zweck wurden die Dual-Use-Güter exportiert?
5. Wie viele Anträge auf Exportgenehmigung von Dual-Use-Gütern nach
EU-Verordnung 2021/821 wurden durch das Bundesamt für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle (BAFA) genehmigt?
In welche Länder wurden die genehmigten Ausfuhren exportiert (bitte
nach Jahren für den Zeitraum 2017 bis heute aufschlüsseln)?
Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs zusammen
beantwortet.
Für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 6. Juli 2022 wurden folgende Anträge
auf Ausfuhrgenehmigung nach EU-Verordnung 2021/821 (EU-Dual-Use-VO)
bzw. der zuvor gültigen EG-Verordnung 428/2009 (EG-Dual-Use-VO)
genehmigt.
Bemerkungen:
Bei den Angaben für Genehmigungszahlen aus dem Jahr 2022 handelt es sich
um vorläufige Zahlen, die sich durch Berichtigungen und Fehlerkorrekturen
noch verändern können. Unter der Rubrik „Länder (diverse)“ werden
Genehmigungen subsumiert, die für mehrere Endverwender in unterschiedlichen
Ländern erteilt worden sind.
Da Verbringungen von Dual-Use-Gütern in andere EU-Mitgliedstaaten auf
Grund des Europäischen Binnenmarktes weitgehend genehmigungsfrei sind, ist
die Anzahl von Genehmigungen in diese Bestimmungsländer gering. Daneben
gilt für Ausfuhren der meisten Dual-Use-Güter nach Australien, Japan, Kanada,
Neuseeland, Norwegen, in die Schweiz einschließlich Liechtenstein und die
Vereinigten Staaten von Amerika eine EU-einheitliche Allgemeingenehmigung,
die für diese Länder Einzelgenehmigungen weitgehend entbehrlich macht.
Daher ist die Anzahl der Genehmigungen in diese Bestimmungsländer ebenfalls
gering.
Der Bundesregierung liegen für statistische Auswertungen nur für
Genehmigungsverfahren vollständige und belastbare Daten vor. Über tatsächlich
getätigte Ausfuhren liegen solche Daten nicht vor.
2017:
Land Anzahl der Genehmigungen
Afghanistan 1
Ägypten 119
Albanien 10
Algerien 31
Angola 5
Arabische Rep. Syrien 3
Argentinien 41
Armenien 11
Aserbaidschan 11
Äthiopien 5
Australien 13
Bahamas 1
Bahrain 7
Bangladesch 47
Barbados 1
Belarus 80
Belgien 6
Benin 1
Bolivarische Republik Venezuela 3
Bosnien u. Herzegowina 24
Botsuana 1
Brasilien 213
Brunei (Darussalam) 3
Land Anzahl der Genehmigungen
Bulgarien 1
Burkina Faso 2
Chile 79
Costa Rica 11
Cote D’Ivoire 10
Dänemark 1
Dem. Volksrep. Laos 4
Dominikanische Republik 5
Ecuador 19
El Salvador 1
Finnland 6
Frankreich 45
Georgien 16
Ghana 7
Griechenland 3
Guatemala 10
Guinea 3
Honduras 2
Hongkong 38
Indien 644
Indonesien 98
Irak 21
Islamische Rep. Iran 62
Island 14
Israel 288
Italien 9
Japan 75
Jordanien 46
Kambodscha 4
Kamerun 3
Kanada 15
Kasachstan 52
Katar 51
Kenia 11
Kirgisistan 2
Kolumbien 31
Kosovo 4
Kuba 15
Kuwait 36
Länder (diverse) 4
Libanon 37
Libyen 3
Litauen 1
Luxemburg 1
Macau 2
Madagaskar 1
Malaysia 211
Malediven 1
Mali 7
Marokko 53
Mauretanien 3
Mauritius 5
Mazedonien ehem. Jugosl. Rep. 20
Land Anzahl der Genehmigungen
Mexiko 267
Mongolei 2
Montenegro 6
Mosambik 1
Myanmar 5
Namibia 6
Nepal 1
Neukaledonien 2
Neuseeland 3
Nicaragua 1
Niederlande 14
Niger 1
Nigeria 12
Norwegen 15
Oman 26
Österreich 2
Pakistan 119
Panama 6
Paraguay 9
Peru 18
Philippinen 35
Plurinationaler Staat Bolivien 11
Polen 5
Republik Korea 481
Republik Moldau 8
Rumänien 3
Russische Föderation 650
Sambia 1
Saudi-Arabien 159
Schweden 2
Schweiz 108
Senegal 1
Serbien 86
Simbabwe 5
Singapur 197
Slowakei 2
Somalia 1
Spanien 9
Sri Lanka 19
Südafrika 283
Sudan 3
Tadschikistan 2
Taiwan 349
Thailand 317
Trinidad und Tobago 3
Tschad 1
Tschechische Republik 10
Tunesien 33
Türkei 455
Turkmenistan 14
Uganda 2
Ukraine 83
Ungarn 3
Land Anzahl der Genehmigungen
Uruguay 21
Usbekistan 18
Vereinigte Arabische Emirate 134
Vereinigte Rep. Tansania 9
Vereinigte Staaten 58
Vereinigtes Königreich 20
Vietnam 125
Volksrepublik China 2.160
Gesamt 9.132
2018:
Land Anzahl der Genehmigungen
Afghanistan 2
Ägypten 123
Albanien 9
Algerien 39
Äquatorialguinea 1
Arabische Rep. Syrien 4
Argentinien 40
Armenien 10
Aserbaidschan 11
Äthiopien 6
Australien 24
Bahamas 3
Bahrain 7
Bangladesch 50
Belarus 82
Belgien 5
Benin 3
Bolivarische Republik Venezuela 7
Bosnien u. Herzegowina 23
Botsuana 6
Brasilien 278
Brunei (Darussalam) 7
Bulgarien 3
Burkina Faso 3
Burundi 1
Chile 65
Costa Rica 14
Cote D’Ivoire 9
Dänemark 2
Dem.Rep. Kongo 4
Dem. Volksrep. Laos 2
Dominikanische Republik 6
Dschibuti 1
Ecuador 43
El Salvador 1
Estland 1
Falklandinseln 1
Finnland 5
Frankreich 55
Land Anzahl der Genehmigungen
Georgien 11
Ghana 4
Griechenland 3
Guatemala 15
Guinea 4
Haiti 1
Honduras 1
Hongkong 52
Indien 628
Indonesien 107
Irak 12
Islamische Rep. Iran 57
Island 9
Israel 262
Italien 13
Jamaika 4
Japan 48
Jemen 1
Jordanien 36
Kambodscha 1
Kamerun 3
Kanada 18
Kap Verde 1
Kasachstan 37
Katar 34
Kenia 6
Kolumbien 45
Kosovo 3
Kroatien 1
Kuba 12
Kuwait 35
Länder (diverse) 2
Lesotho 1
Lettland 1
Libanon 31
Libyen 4
Litauen 1
Macau 1
Madagaskar 2
Malawi 1
Malaysia 192
Malediven 1
Mali 6
Marokko 54
Mauretanien 1
Mauritius 6
Mazedonien ehem. Jugosl. Rep. 34
Mexiko 273
Mongolei 4
Montenegro 6
Mosambik 3
Myanmar 8
Namibia 8
Land Anzahl der Genehmigungen
Nepal 2
Neukaledonien 6
Neuseeland 1
Niederlande 13
Nigeria 19
Norwegen 14
Oman 36
Österreich 8
Pakistan 109
Panama 12
Papua-Neuguinea 1
Paraguay 8
Peru 29
Philippinen 28
Plurinationaler Staat Bolivien 16
Polen 4
Portugal 1
Republik Kongo 2
Republik Korea 493
Republik Moldau 7
Ruanda 3
Rumänien 1
Russische Föderation 719
Samoa 1
Saudi-Arabien 194
Schweden 10
Schweiz 130
Senegal 2
Serbien 86
Seychellen 1
Simbabwe 2
Singapur 182
Slowakei 3
Slowenien 1
Spanien 3
Sri Lanka 23
Südafrika 239
Sudan 7
Suriname 1
Tadschikistan 1
Taiwan 321
Thailand 321
Togo 1
Trinidad und Tobago 2
Tschad 1
Tschechische Republik 6
Tunesien 27
Türkei 374
Turkmenistan 4
Uganda 4
Ukraine 111
Ungarn 2
Uruguay 12
Land Anzahl der Genehmigungen
Usbekistan 17
Vereinigte Arabische Emirate 120
Vereinigte Rep. Tansania 2
Vereinigte Staaten 77
Vereinigtes Königreich 12
Vietnam 136
Volksrepublik China 2.192
Zentralafrikanische Republik 2
Zypern Süd 1
Gesamt 9.223
2019:
Land Anzahl der Genehmigungen
Afghanistan 5
Ägypten 118
Albanien 11
Algerien 18
Angola 3
Arabische Rep. Syrien 2
Argentinien 27
Armenien 15
Aserbaidschan 18
Äthiopien 9
Australien 16
Bahamas 2
Bahrain 10
Bangladesch 42
Belarus 94
Belgien 12
Benin 1
Bolivarische Republik Venezuela 2
Bosnien u. Herzegowina 28
Botsuana 1
Brasilien 224
Brunei (Darussalam) 9
Bulgarien 1
Burkina Faso 1
Chile 66
Costa Rica 12
Cote D’Ivoire 5
Curacao 1
Dänemark 4
Dem.Rep. Kongo 3
Dem. Volksrep. Laos 1
Dominikanische Republik 5
Ecuador 30
Finnland 7
Frankreich 42
Georgien 18
Ghana 4
Griechenland 1
Land Anzahl der Genehmigungen
Guatemala 16
Guinea 1
Honduras 5
Hongkong 35
Indien 693
Indonesien 100
Irak 17
Islamische Rep. Iran 26
Island 8
Israel 298
Italien 15
Jamaika 3
Japan 26
Jemen 2
Jordanien 40
Kambodscha 1
Kamerun 1
Kanada 13
Kap Verde 1
Kasachstan 38
Katar 36
Kenia 9
Kirgisistan 1
Kolumbien 38
Kosovo 2
Kroatien 1
Kuba 17
Kuwait 19
Länder (diverse) 2
Libanon 28
Liberia 1
Libyen 6
Litauen 1
Luxemburg 1
Macau 3
Madagaskar 3
Malawi 1
Malaysia 157
Mali 2
Marokko 51
Mauretanien 1
Mauritius 3
Mazedonien ehem. Jugosl. Rep. 1
Mexiko 179
Montenegro 3
Mosambik 2
Myanmar 1
Namibia 13
Nepal 1
Neukaledonien 4
Neuseeland 5
Niederlande 18
Nigeria 18
Land Anzahl der Genehmigungen
Nord Mazedonien 29
Norwegen 8
Oman 30
Österreich 9
Pakistan 64
Panama 7
Paraguay 11
Peru 22
Philippinen 47
Plurinationaler Staat Bolivien 14
Polen 3
Portugal 2
Republik Korea 433
Republik Moldau 8
Rumänien 4
Russische Föderation 703
Sambia 2
Sao Tome und Principe 1
Saudi-Arabien 224
Schweden 11
Schweiz 108
Serbien 104
Simbabwe 1
Singapur 212
Slowakei 1
Slowenien 1
Spanien 8
Sri Lanka 24
St.Martin (Niederländischer Teil) 1
Südafrika 190
Sudan 6
Südsudan 6
Tadschikistan 2
Taiwan 321
Thailand 235
Togo 2
Trinidad und Tobago 2
Tschechische Republik 8
Tunesien 27
Türkei 317
Turkmenistan 6
Uganda 4
Ukraine 74
Ungarn 1
Uruguay 16
Usbekistan 20
Vereinigte Arabische Emirate 99
Vereinigte Rep. Tansania 5
Vereinigte Staaten 105
Vereinigtes Königreich 13
Vietnam 145
Volksrepublik China 2.094
Zentralafrikanische Republik 1
Land Anzahl der Genehmigungen
Gesamt 8.626
2020:
Land Anzahl der Genehmigungen
Afghanistan 2
Ägypten 113
Albanien 11
Algerien 18
Angola 3
Arabische Rep. Syrien 4
Argentinien 32
Armenien 10
Aserbaidschan 8
Äthiopien 5
Australien 15
Bahamas 2
Bahrain 12
Bangladesch 35
Belarus 89
Belgien 8
Benin 3
Bhutan 1
Bolivarische Republik Venezuela 2
Bosnien u. Herzegowina 16
Botsuana 1
Brasilien 200
Brunei (Darussalam) 8
Bulgarien 3
Burkina Faso 1
Chile 53
Costa Rica 15
Cote D’Ivoire 4
Dänemark 2
Dem.Rep. Kongo 7
Dem. Volksrep. Laos 3
Dominikanische Republik 7
Ecuador 21
El Salvador 1
Finnland 7
Frankreich 63
Gambia 1
Georgien 10
Griechenland 1
Guatemala 11
Guyana 1
Hongkong 30
Indien 513
Indonesien 94
Irak 12
Islamische Rep. Iran 11
Island 10
Land Anzahl der Genehmigungen
Israel 263
Italien 17
Jamaika 4
Japan 20
Jemen 2
Jordanien 56
Kaimaninseln 1
Kambodscha 6
Kamerun 3
Kanada 20
Kasachstan 42
Katar 31
Kenia 6
Kirgisistan 2
Kolumbien 47
Kosovo 4
Kuba 4
Kuwait 24
Länder (diverse) 1
Lettland 1
Libanon 14
Liberia 1
Libyen 2
Liechtenstein 1
Litauen 1
Macau 1
Madagaskar 4
Malaysia 147
Mali 3
Marokko 44
Mauritius 2
Mexiko 159
Mongolei 2
Montenegro 5
Mosambik 1
Myanmar 3
Namibia 6
Neukaledonien 2
Neuseeland 3
Niederlande 11
Niger 1
Nigeria 29
Nordmazedonien 31
Norwegen 15
Oman 40
Österreich 11
Pakistan 74
Panama 7
Paraguay 6
Peru 30
Philippinen 66
Plurinationaler Staat Bolivien 16
Polen 2
Land Anzahl der Genehmigungen
Portugal 2
Republik Kongo 2
Republik Korea 406
Republik Moldau 23
Ruanda 3
Rumänien 3
Russische Föderation 673
Sambia 4
San Marino 2
Saudi-Arabien 200
Schweden 15
Schweiz 84
Senegal 3
Serbien 86
Seychellen 1
Sierra Leone 2
Simbabwe 2
Singapur 185
Slowakei 2
Slowenien 1
Somalia 1
Spanien 10
Sri Lanka 17
Südafrika 170
Sudan 7
Südsudan 2
Tadschikistan 4
Taiwan 293
Thailand 172
Tschad 1
Tschechische Republik 7
Tunesien 30
Türkei 378
Turkmenistan 5
Uganda 1
Ukraine 85
Ungarn 2
Uruguay 21
Usbekistan 31
Vereinigte Arabische Emirate 148
Vereinigte Rep. Tansania 1
Vereinigte Staaten 125
Vereinigtes Königreich 13
Vietnam 109
Volksrepublik China 1.879
Gesamt 7.984
2021:
Land Anzahl der Genehmigungen
Afghanistan 2
Ägypten 130
Albanien 6
Algerien 18
Angola 6
Äquatorialguinea 1
Arabische Rep. Syrien 1
Argentinien 26
Armenien 10
Aserbaidschan 15
Äthiopien 2
Australien 16
Bahamas 4
Bahrain 15
Bangladesch 36
Belarus 81
Belgien 4
Bolivarische Republik Venezuela 4
Bosnien u. Herzegowina 20
Botsuana 1
Brasilien 236
Brunei (Darussalam) 2
Bulgarien 2
Burkina Faso 1
Burundi 2
Chile 78
Costa Rica 16
Cote D’Ivoire 4
Curacao 1
Dänemark 4
Dem.Rep. Kongo 8
Dem. Volksrep. Laos 1
Dominikanische Republik 12
Ecuador 22
El Salvador 3
Färöer 1
Fidschi 1
Finnland 3
Frankreich 51
Gabun 3
Gambia 1
Georgien 11
Ghana 4
Gibraltar 1
Guatemala 12
Guinea 1
Honduras 3
Hongkong 41
Indien 536
Indonesien 113
Irak 15
Land Anzahl der Genehmigungen
Islamische Rep. Iran 22
Island 4
Israel 243
Italien 9
Jamaika 1
Japan 42
Jemen 3
Jordanien 44
Kambodscha 5
Kamerun 4
Kanada 17
Kasachstan 40
Katar 48
Kenia 9
Kirgisistan 2
Kolumbien 44
Kosovo 2
Kuba 1
Kuwait 27
Lettland 1
Libanon 24
Libyen 2
Litauen 1
Macau 1
Madagaskar 3
Malawi 1
Malaysia 125
Mali 7
Marokko 54
Mauretanien 2
Mauritius 2
Mexiko 148
Mongolei 2
Montenegro 2
Mosambik 2
Myanmar 2
Namibia 4
Neukaledonien 2
Niederlande 20
Niger 1
Nigeria 21
Nordmazedonien 47
Norwegen 16
Oman 12
Österreich 12
Pakistan 89
Panama 10
Papua-Neuguinea 2
Paraguay 6
Peru 28
Philippinen 38
Plurinationaler Staat Bolivien 4
Polen 4
Land Anzahl der Genehmigungen
Portugal 2
Republik Kongo 1
Republik Korea 449
Republik Moldau 12
Ruanda 1
Rumänien 3
Russische Föderation 674
Sambia 3
Saudi-Arabien 174
Schweden 13
Schweiz 87
Senegal 4
Serbien 86
Simbabwe 1
Singapur 204
Sint Maarten (niederländischer Teil) 3
Slowakei 4
Slowenien 5
Somalia 4
Spanien 7
Sri Lanka 10
Südafrika 177
Sudan 6
Südsudan 5
Suriname 2
Tadschikistan 1
Taiwan 325
Thailand 168
Togo 2
Trinidad und Tobago 1
Tschad 1
Tschechien 10
Tunesien 30
Türkei 362
Turkmenistan 4
Uganda 5
Ukraine 69
Ungarn 4
Uruguay 18
Usbekistan 23
Vereinigte Arabische Emirate 127
Vereinigte Rep. Tansania 2
Vereinigte Staaten 121
Vereinigtes Königreich 195
Vietnam 106
Volksrepublik China 2.242
Zentralafrikanische Republik 4
Gesamt 8.606
2022: (bis 6. Juli 2022
Land Anzahl der Genehmigungen
Afghanistan 3
Ägypten 54
Albanien 5
Algerien 12
Angola 1
Arabische Rep. Syrien 1
Argentinien 20
Armenien 3
Aserbaidschan 9
Äthiopien 2
Australien 10
Bahrain 1
Bangladesch 19
Belarus 11
Belgien 4
Benin 1
Bolivarische Republik Venezuela 5
Bosnien u. Herzegowina 9
Brasilien 144
Brunei (Darussalam) 3
Bulgarien 2
Burkina Faso 2
Chile 34
Costa Rica 4
Cote D’Ivoire 5
Dänemark 1
Dem.Rep. Kongo 1
Dominikanische Republik 5
Ecuador 9
Finnland 2
Frankreich 38
Gabun 1
Gambia 1
Georgien 5
Ghana 2
Guatemala 3
Haiti 1
Honduras 4
Hongkong 18
Indien 295
Indonesien 50
Irak 10
Islamische Rep. Iran 5
Israel 145
Italien 7
Japan 17
Jemen 3
Jordanien 23
Kambodscha 1
Kamerun 1
Kanada 9
Land Anzahl der Genehmigungen
Kasachstan 11
Katar 24
Kenia 6
Kirgisistan 3
Kolumbien 37
Kosovo 2
Kroatien 1
Kuba 1
Kuwait 10
Libanon 10
Litauen 1
Macau 2
Madagaskar 1
Malaysia 64
Mali 4
Malta 1
Marokko 28
Mauretanien 3
Mauritius 1
Mexiko 76
Montenegro 1
Mosambik 1
Myanmar 1
Namibia 1
Neuseeland 1
Niederlande 9
Niger 2
Nigeria 8
Nordirland 2
Nordmazedonien 22
Norwegen 10
Oman 7
Österreich 6
Pakistan 24
Panama 4
Paraguay 5
Peru 17
Philippinen 12
Plurinationaler Staat Bolivien 5
Polen 1
Portugal 2
Republik Kongo 1
Republik Korea 236
Republik Moldau 3
Ruanda 2
Russische Föderation 75
Sambia 1
Saudi-Arabien 84
Schweden 3
Schweiz 44
Senegal 1
Serbien 52
Singapur 104
Land Anzahl der Genehmigungen
Slowakei 3
Slowenien 1
Somalia 1
Spanien 6
Sri Lanka 3
Südafrika 37
Sudan 2
Tadschikistan 1
Taiwan 180
Thailand 103
Togo 1
Trinidad und Tobago 1
Tschad 1
Tschechien 7
Tunesien 20
Türkei 233
Turkmenistan 2
Uganda 1
Ukraine 55
Ungarn 2
Uruguay 8
Usbekistan 9
Vereinigte Arabische Emirate 63
Vereinigte Staaten 53
Vereinigtes Königreich 147
Vietnam 35
Volksrepublik China 963
Zypern Süd 1
Gesamt 3.993
Die Bundesregierung folgt dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom
21. Oktober 2014 (BVerfGE 137, 185) zur Reichweite des parlamentarischen
Auskunftsanspruchs zu Rüstungsexportentscheidungen sowie den Eckdaten
von genehmigten Ausfuhrvorhaben. Von weiteren Ausführungen wird daher
abgesehen.
6. Welche HS und AuF haben nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2020
Forschungsaufträge im Rüstungsbereich aus dem Ausland angenommen
(bitte nach HS und AuF und betreffenden Staaten aufschlüsseln)?
Die Hochschulen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Länder. Für den
Bereich der Hochschulen liegen der Bundesregierung daher keine Kenntnisse vor.
Eine Ausnahme bilden hier die Universitäten der Bundeswehr, welche zum
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) gehören.
Diese haben keine entsprechenden Forschungsaufträge aus dem Ausland
angenommen.
Der Bundesregierung liegen für den Bereich der außeruniversitären
Forschungseinrichtungen keine Kenntnisse vor.
7. Welche öffentlichen HS und AuF haben seit 2020 Bundesmittel für
rüstungsrelevante Projekte und Forschungsvorhaben erhalten?
Welche dieser Forschungsvorhaben wurden in Kooperation mit
ausländischen Stellen in Auftrag gegeben?
Folgende öffentliche Hochschulen und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen haben seit 2020 Bundesmittel für rüstungsrelevante Forschungsprojekte
erhalten:
– Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung
(diverse Institute),
– Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (diverse Institute),
– Deutsch-Französisches Forschungsinstitut Saint-Louis,
– Deutsches Institut für Kautschuktechnologie e. V.,
– Friedrich-Loeffler-Institut,
– Gesellschaft für Forschung und Entwicklung e. V. (GEFORENT),
– Innovationsgesellschaft TU Braunschweig,
– Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V. (IUTA),
– Institut für Physikalische Hochtechnologie Jena e. V.,
– Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik,
– Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V.,
– Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover,
– Hochschule Bonn-Rhein-Sieg,
– Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof,
– Hochschule Schweinfurt,
– Hochschule Trier,
– Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg,
– Technische Hochschule Ingolstadt,
– Technische Universität Bergakademie Freiberg,
– TU Braunschweig,
– TU Dresden,
– TU München,
– Universität Bern,
– Universität Bonn,
– Universität Duisburg,
– Universität Erlangen,
– Universität Hannover,
– Universität Kiel,
– Universität Koblenz,
– Universität Mainz,
– Universität München,
– Universität Siegen.
Von diesen Forschungsvorhaben wurde keines in Kooperation in Auftrag
gegeben. Die Beauftragung erfolgte ausschließlich durch nationale Stellen.
8. Welche rüstungsrelevanten Forschungsvorhaben haben die
Bundesregierung bzw. Einrichtungen des Bundes an HS und AuF in Deutschland in
Auftrag gegeben?
Welche dieser Forschungsvorhaben wurden in Kooperation mit
ausländischen Stellen in Auftrag gegeben?
Die Beantwortung der Frage kann in offener Form nicht erfolgen. Die
Einstufung als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ ist im vorliegenden Fall im
Hinblick auf das Staatswohl erforderlich. Nach § 2 Absatz 2 Nummer 4 der
Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum materiellen Geheimschutz
(Verschlusssachenanweisung, VSA) vom 10. August 2018 sind Informationen, deren
Kenntnisnahme durch Unbefugte für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland
oder eines ihrer Länder nachteilig sein kann, entsprechend einzustufen.
Eine zur Veröffentlichung bestimmte Antwort der Bundesregierung auf diese
Frage würde detaillierte Rückschlüsse auf vorhandene Fähigkeitslücken in
Bezug auf Verfahren und Ausrüstung der Bundeswehr zulassen. Aufgrund der
damit verbundenen nachteiligen Auswirkungen auf die sicherheitsempfindlichen
Belange der Bundeswehr kann dem Wunsch nach einer öffentlich frei
zugänglichen Liste zu Ressortforschungsaufträgen des BMVg an Hochschulen und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen auch unter Berücksichtigung des
parlamentarischen Fragerechts nicht entsprochen werden.
Die als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte Anlage enthält eine
Aufstellung der beauftragten rüstungsrelevanten Forschungsvorhaben mit
Mittelabfluss in den Jahren 2020 ff. Die Vergabe erfolgte durch nationale Stellen.*
9. Welche rüstungsrelevanten Forschungsvorhaben haben die
Bundesregierung bzw. Einrichtungen des Bundes an HS und AuF im Ausland in
Auftrag gegeben?
Welche dieser Forschungsvorhaben wurden in Kooperation mit
ausländischen Stellen in Auftrag gegeben?
Rüstungsrelevante Forschungsvorhaben zu folgenden Themen wurden mit
Mittelabfluss in den Jahren 2020 ff. an HS und AuF im Ausland beauftragt:
– Ausbreitung akustischer Signale in urbanem Gelände,
– Untersuchung der Ausbreitung von akustischen, seismischen und
elektromagnetischen Signaturen zur Ermittlung der Prognosemöglichkeiten durch
ein Softwaremodell,
– Untersuchung des Verhaltens von aktiven und reaktiven Schutzlösungen
gegenüber Bedrohung durch Wuchtgeschosse,
– Experimentalstudie zur Leistungssteigerung eines Heat Capacity Lasers,
– Untersuchungen zur Ausbreitung durch stumpfe Gewalt eingetragener
Energie im Gewebe.
Die Vergabe erfolgte durch nationale Stellen.
* Das Bundesministerium der Verteidigung hat die Antwort als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft. Die
Antwort ist im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten eingesehen
werden.
10. Auf welchen finanziellen Gesamtumfang belaufen sich die Ausgaben des
Bundes einschließlich nachgeordneter Bundeseinrichtungen für
rüstungsrelevante Forschungsvorhaben seit 2017 (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
Im Rahmen der wehrtechnischen Forschungs- und Technologie wurden
vorhabenbezogen verausgabt:
2017: 484,5 Mio. Euro
2018: 424,1 Mio. Euro
2019: 533,1 Mio. Euro
2020: 565,7 Mio. Euro
2021: 551,5 Mio. Euro.
11. Wie viele der bewilligten Projektanträge an die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) enthielten nach Kenntnis der Bundesregierung in den
Jahren seit 2017 Hinweise gemäß Abschnitt 4.1.5 Erläuterungen zu
möglichen sicherheitsrelevanten Aspekten („Dual Use Research of Concern“;
Außenwirtschaftsrecht) des DFG-Leitfadens für die Antragstellung
(
https://www.dfg.de/formulare/54_01/54_01_de.pdf) (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
12. In welchem finanziellen Gesamtumfang wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung die in Frage 11 genannten Forschungsvorhaben durch
die DFG gefördert (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Die Fragen 11 und 12 werden zusammen beantwortet.
In Anlehnung an den international etablierten englischsprachigen Begriff Dual
Use Research of Concern (DURC) fasst der Gemeinsame Ausschuss von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Leopoldina unter den Begriff
„besorgniserregende sicherheitsrelevante Forschung“ wissenschaftliche
Arbeiten, bei denen die Möglichkeit besteht, dass sie Wissen, Produkte oder
Technologien hervorbringen, die unmittelbar von Dritten missbraucht werden können,
um Menschenwürde, Leben, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Umwelt oder ein
friedliches Zusammenleben erheblich zu schädigen. In DFG-Projekten wird
ganz gezielt nach dieser Art besorgniserregender sicherheitsrelevanter
Forschung gefragt und nicht nach allgemeinem militärischem oder Dual-Use-
Potential, z. B. im internationalen Kontext. Im Kontext internationaler
Zusammenarbeit verweist die DFG explizit auf die rechtlichen Regelungen des
BAFA.
Eine Quantifizierung i. S. v. Nachverfolgung einer Kennzeichnung ist auf
Seiten der DFG nicht möglich. Ob ein Forschungsvorhaben Wissen, Produkte oder
Technologien hervorbringen kann, die von Dritten unmittelbar zu erheblichen
schädlichen Zwecken missbraucht werden können (Dual Use Research of
Concern, DURC), kann nur auf Grundlage einer ethischen Auseinandersetzung und
damit qualitativ bewertet werden. Sind Anhaltspunkte für DURC erkennbar,
müssen sich Antragstellende von den lokalen Ethikkommissionen (sog. KEFs,
Kommissionen für Fragen der sicherheits-relevanten Forschung) beraten
lassen, das Risiko-/Nutzen-Verhältnis einschätzen und Maßnahmen zur
Risikominimierung einplanen. Mögliche Anhaltspunkte für Missbrauchspotential/
unmittelbare Gefährdung/DURC werden im Begutachtungsprozess beraten und
diskutiert. Bislang konnte die DFG noch keinen Fall einer Förderung
identifizieren, bei dem Anhaltspunkte für DURC bestanden.
13. Welche HS und AuF arbeiten nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell
im Auftrag von oder in Kooperation mit ausländischen Auftraggebern
bzw. ausländischen Stellen militärischen, sicherheits- und
verteidigungsrelevanten Projekten und Forschungsvorhaben?
Hochschulen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Länder, daher liegen der
Bundesregierung für diesen Bereich über die im Folgenden genannten
Hochschulen hinaus keine Kenntnisse vor. Eine Ausnahme bilden hier die
Universitäten der Bundeswehr, welche zum Geschäftsbereich BMVg gehören. Hier
bearbeitet ausschließlich die Universität der Bundeswehr München entsprechende
Forschungsvorhaben. Über die ebenfalls nachfolgend aufgeführten
außeruniversitären Forschungseinrichtungen hinaus, liegen der Bundesregierung für
diesen Bereich keine weiteren Kenntnisse vor.
– Cybercrime Research Institute GMBH,
– Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz,
– Universität Potsdam, Institut für Informatik,
– Universität der Bundeswehr München,
– Hochschule Mittweida,
– Otto-von-Guericke Universität Magdeburg,
– Universität Hannover,
– Universität Saarland,
– AEGIS IT Research.
14. Wie viele dieser HS sind seit 2017 an militärischen sowie sicherheits-
und verteidigungsrelevanten Forschungsprojekten beteiligt?
Über die vorstehenden, in der Antwort zu Frage 13 genannten sechs
Hochschulen hinaus liegen der Bundesregierung keine weiteren Kenntnisse vor, da die
Hochschulen in den Zuständigkeitsbereich der Länder fallen.
15. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse über die Wirksamkeit von
Zivilklauseln an den HS, um eine zivile Ausrichtung von Wissenschaft und
Forschung zu gewährleisten, und wenn ja, welche Schlüsse zieht sie
daraus?
Inwieweit bringt sich die Bundesregierung in Kooperation mit den
Ländern zur Implementierung von Zivilklauseln an HS ein?
Der Bundesregierung liegen keine entsprechenden Kenntnisse vor.
Hochschulen fallen mit Ausnahme der Universitäten der Bundeswehr in den
Zuständigkeitsbereich der Länder und sind aufgrund der Hochschulautonomie und des
Grundrechts der Freiheit von Forschung und Lehre in der Formulierung ihrer
Satzungen frei.
16. Mit welcher Definition von Dual-Use-Forschung arbeitet die
Bundesregierung?
Eine abschließende ressortübergreifende Definition des Begriffes „Dual-Use-
Forschung“ besteht derzeit nicht.
17. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über militärische sowie
sicherheits- und verteidigungsrelevante bzw. Dual-Use-
Forschungsaufträge von privaten Firmen an öffentlichen HS und AuF in Deutschland,
die nicht Einrichtungen der Bundeswehr, des Bundesministeriums der
Verteidigung oder der Bundespolizei sind?
Die öffentlichen Hochschulen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Länder.
Für den Bereich der öffentlichen Hochschulen liegen der Bundesregierung
daher keine Kenntnisse vor.
Der Bundesregierung liegen für den Bereich der außeruniversitären
Forschungseinrichtungen keine Kenntnisse vor.
18. Plant die Bundesregierung Maßnahmen, um die Verbreitung der
Ergebnisse sicherheits- oder verteidigungsrelevanter Forschung bzw. Dual-
Use-Forschung stärker zu überwachen und zu reglementieren, und wenn
ja, welche Maßnahmen plant die Bundesregierung?
19. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die Verwendung von
Forschungsergebnissen für militärische sowie sicherheits- und
verteidigungsrelevante Zwecke stärker zu überwachen und zu reglementieren,
insbesondere durch ausländische Auftraggeber?
Die Fragen 18 und 19 werden zusammen beantwortet.
Internationale Forschungskooperationen sind aus Sicht der Bundesregierung
Voraussetzung für die Partizipation Deutschlands an der internationalen
Spitzenforschung. Nur so lässt sich die Innovationskraft unserer Wirtschaft und
Wissenschaft erhalten und ausbauen. Der Wissenschaftsfreiheit nach Artikel 5
Absatz 3 des Grundgesetzes misst die Bundesregierung dabei einen hohen
Stellenwert bei.
Im Hinblick auf den Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung verfügt
Deutschland über einen umfangreichen Rechtsrahmen. Einschlägig sind hier
unter anderem die Außenwirtschaftsverordnung und die europäische Dual-Use-
Verordnung. Spezifische Handreichungen und Empfehlungen sollen
Forschenden den Umgang mit den gesetzlichen Regelungen erleichtern und für das
Thema sensibilisieren. Hierzu zählen z. B. das „Handbuch Exportkontrolle und
Academia“ und „Exportkontrolle in Forschung & Wissenschaft“ des
Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Ergänzend dazu hat die Deutsche
Akademie der Naturforscher Leopoldina e. V. zusammen mit der Deutschen
Forschungsgemeinschaft mit der Stellungnahme „Wissenschaftsfreiheit und
Wissenschaftsverantwortung – Empfehlungen zum Umgang mit
sicherheitsrelevanter Forschung“ einen Prozess initiiert, um den verantwortungsvollen
Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung und die diesbezügliche
Selbstregulierung der Wissenschaft nachhaltig zu stärken und die Forschenden frühzeitig zu
sensibilisieren. Dies umfasst unter anderem auch die Einrichtung des
Gemeinsamen Ausschusses zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung und die
Etablierung der in den Empfehlungen vorgesehenen Kommissionen für Ethik
sicherheitsrelevanter Forschung.
Die Bundesregierung behält sich vor, in Fällen konkreter Gefährdung deutscher
Interessen, laufende und geplante Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich
Forschung und Innovation einzufrieren oder kritisch zu überprüfen.
Entsprechend wurde zuletzt mit den deutsch-russischen und deutsch-weißrussischen
Kooperationen verfahren. Die Information und Sensibilisierung der
Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch die Bundesregierung spielt weiterhin
eine wichtige Rolle und soll intensiviert werden.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]