[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Janine Wissler, Susanne Ferschl, Victor
Perli, Ali Al-Dailami und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/2966 –
Mindestlohnbetrug und Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns in Hessen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Zum 1. Oktober 2022 steigt der gesetzliche Mindestlohn von 10,45 Euro auf
12 Euro je Zeitstunde. Das ist für viele Menschen ein erheblicher und –
angesichts aktuell explodierender Verbraucher- und Energiepreise – auch dringend
notwendiger Lohnzuwachs. Vor allem Geringverdienerinnen und
Geringverdiener, Frauen und Menschen in Ostdeutschland werden von der Erhöhung des
gesetzlichen Mindestlohns profitieren – wenn sie ihn denn tatsächlich auch
ausgezahlt bekommen. Laut Schätzungen des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung erhielten im Jahr 2017 bis zu 2,4 Millionen Beschäftigte den
gesetzlichen Mindestlohn nicht – mit gravierenden Folgen nicht nur für das
Nettoeinkommen der betroffenen Beschäftigten, sondern auch für die
Sozialversicherungssysteme sowie die Steuereinnahmen. Der Gesamtverlust beläuft
sich nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf
durchschnittlich 5 Mrd. Euro jährlich (
https://www.dgb.de/themen/++co++516acf6
6-a0ea-11ea-bab3-52540088cada).
Die beschlossene Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns muss daher
zwingend wirksam kontrolliert werden. Nur so ist sichergestellt, dass das Plus nicht
nur auf der Haben-Seite des Bundeskanzlers Olaf Scholz steht, sondern auch
tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt. Die Fraktion DIE LINKE. möchte
sich mit dieser Kleinen Anfrage ein Bild über die Arbeit der zuständigen
Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) in Hessen machen, um frühzeitig
Fehlentwicklungen in den Kontrollstrukturen zu thematisieren und gegebenenfalls
notwendige Handlungsoptionen für eine wirksame Durchsetzung des
gesetzlichen Mindestlohns vorzuschlagen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung durch die
Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Zollverwaltung hat auch in den letzten
Jahren durch umfangreiche Prüf- und Ermittlungsverfahren entscheidend zur
Sicherung der Sozialsysteme und Staatseinnahmen beigetragen und so faire
Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen ermöglicht. Während der aktuellen
COVID-19-Pandemie wird dabei weiterhin sichergestellt, dass die Arbeitsfä-
Deutscher Bundestag Drucksache 20/3295
20. Wahlperiode 02.09.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen
vom 2. September 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
higkeit der FKS unter Einhaltung der gesundheitlichen Schutzmaßnahmen für
die Beschäftigten erhalten bleibt. Ein Vergleich der in der vorliegenden Kleinen
Anfrage erbetenen Zahlen für das erste Halbjahr 2022 mit denen der
Vorjahreszeiträume ist jedoch nur bedingt aussagekräftig. So waren zahlreiche Branchen
besonders stark von den Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-
Pandemie betroffen, was Auswirkungen auf die Tätigkeit der FKS und die
damit verbundenen Arbeitsergebnisse hatte. Darüber hinaus beeinflussten der
erhöhte Aufwand zum Schutz der Beschäftigten und Personalausfälle aufgrund
von Quarantänemaßnahmen ebenfalls die Aufgabenwahrnehmung der FKS.
Die nachfolgenden Detailauswertungen zu den Arbeitsergebnissen der FKS
erfolgen regelmäßig stichtagsbezogen. Hierbei ist auch zu beachten, dass die
Statistiken der FKS nach einer durchgeführten IT-Verfahrensumstellung einer
fortlaufenden Qualitätssicherung durch die Generalzolldirektion unterliegen und
insofern stichtagsbezogene Veränderungen einzelner Werte möglich sind.
1. Für wie viele Betriebe und für wie viele Beschäftigte hatte die FKS nach
Kenntnis der Bundesregierung von Januar bis Juli 2022 in Hessen die
Kontrollkompetenz (zum Vergleich auch die entsprechenden
Vorjahreszeiträume 2021, 2020 und 2019 ausweisen sowie nach den Branchen
Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Abfallwirtschaft, Gaststätten- und
Beherbergungsgewerbe, Pflege, Gebäudereinigung, Landwirtschaft,
Forstwirtschaft, Personenbeförderungsgewerbe, Speditions-, Transport- und
Logistikgewerbe, Kurier-, Express- und Paketdienste,
Arbeitnehmerüberlassung, geringfügige Beschäftigung sowie nach sonstigen Branchen
differenzieren und nach Hauptzollämtern aufschlüsseln)?
Die FKS hat grundsätzlich für alle Betriebe mit mindestens einer
Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer Kontrollkompetenz. Hinsichtlich der Anzahl der
Betriebe und Beschäftigten in Hessen in den Jahren 2019 bis 2021 –
differenziert nach Wirtschaftszweigen – wird auf die nachfolgende
Datenzusammenstellung aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA)
verwiesen. In der Beschäftigungsstatistik der BA wird der Juni-Wert jeweils als
Jahreswert ausgewiesen. Eine Statistik für das Jahr 2022 liegt noch nicht vor.
Eine Aufschlüsselung nach Hauptzollamtsbezirken ist in der
Beschäftigungsstatistik der BA nicht vorgesehen.
Betriebe und Beschäftigte nach ausgewählten Wirtschaftszweigen WZ 2008
Hessen (Arbeitsort); Gebietsstand des jeweiligen Stichtags
Stichtag Wirtschaftszweig WZ 2008
Betriebe
Insgesamt
Beschäftigte
(Summe aus SvB
und agB)
davon
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte (SvB)
Ausschließlich
geringfügig
Beschäftigte (agB)
30.06.2019
Insgesamt 238.789 3.009.026 2.630.864 378.162
Landwirtschaftliche und damit verb. Tätigkeiten (011-016) 3.477 14.674 7.812 6.862
Forstwirtschaft (021) 156 591 464 127
Schlachten und Fleischverarbeitung (101) 823 10.827 8.772 2.055
Sammlung, Abfallbeseitigung, Rückgewinnung (38) 429 14.022 13.439 583
Baugewerbe (F) 19.799 147.833 134.714 13.119
Bauinstallation, sonstiger Ausbau, sonstige spez.
Bautätigkeiten (432,433,439)
16.594 104.789 94.274 10.515
43991, Gerüstbau 250 2.007 1.808 199
Einzelhandel mit Getränken, Tankstellen (4730,4725) 1.439 9.948 5.881 4.067
Verkehr und Lagerei (H) 8.244 209.961 188.809 21.152
Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr, im Straßenverkehr,
Umzugstransporte; Post- Kurier und Expressdienste
(492,494,53)
3.730 59.262 49.128 10.134
Betrieb von Taxis (4932) 1.866 9.388 5.842 3.546
Gastgewerbe (I) 16.337 132.613 88.957 43.656
Caterer und Erbr. sonst. Verpflegungs-DL (562) 1.475 25.015 20.229 4.786
Arbeitnehmerüberlassung (782+783) 1.060 55.841 52.237 3.604
Private Wach- und Sicherheitsdienste, mit Überwachungs-
und Alarmsystemen (801+802)
513 26.164 22.802 3.362
Reinigung v. Gebäuden, Straßen u. Verkehrsm. (812) 3.308 78.973 53.842 25.131
Allgemeine Gebäudereinigung (8121) 2.302 72.326 48.750 23.576
Call Center (822) 107 3.651 3.454 197
Messe-, Ausstellungs- u. Kongress- veranst. (823) 309 3.630 3.100 530
Heime (ohne Erholungs- u. Ferienheime, soz. Betreuung
ält. Menschen und Behind. (87,881)
2.893 133.453 122.699 10.754
Frisör- und Kosmetiksalons (9602) 5.015 16.022 11.881 4.141
Frisörsalons (96021) 3.900 13.710 10.420 3.290
Kosmetiksalons (96022) 1.115 2.312 1.461 851
Stichtag Wirtschaftszweig WZ 2008
Betriebe
Insgesamt
Beschäftigte
(Summe aus SvB
und agB)
davon
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte (SvB)
Ausschließlich
geringfügig
Beschäftigte (agB)
30.06.2020
Insgesamt 235.455 2.970.201 2.623.535 346.666
Landwirtschaftliche und damit verb. Tätigkeiten (011-016) 3.573 14.840 7.855 6.985
Forstwirtschaft (021) 155 616 484 132
Schlachten und Fleischverarbeitung (101) 771 10.860 8.997 1.863
Sammlung, Abfallbeseitigung, Rückgewinnung (38) 431 14.110 13.533 577
Baugewerbe (F) 20.078 150.306 136.918 13.388
Bauinstallation, sonstiger Ausbau, sonstige spez.
Bautätigkeiten (432,433,439)
16.844 106.408 95.640 10.768
43991, Gerüstbau 243 1.970 1.749 221
Einzelhandel mit Getränken, Tankstellen (4730,4725) 1.455 9.582 5.730 3.852
Verkehr und Lagerei (H) 8.013 211.493 191.655 19.838
Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr, im Straßenverkehr,
Umzugstransporte; Post- Kurier und Expressdienste
(492,494,53)
3.707 60.868 51.034 9.834
Betrieb von Taxis (4932) 1.738 8.115 4.919 3.196
Gastgewerbe (I) 15.744 116.320 82.030 34.290
Caterer und Erbr. sonst. Verpflegungs-DL (562) 1.414 23.009 19.185 3.824
Arbeitnehmerüberlassung (782+783) 1.050 45.234 42.992 2.242
Private Wach- und Sicherheitsdienste, mit Überwachungs-
und Alarmsystemen (801+802)
524 26.374 23.177 3.197
Reinigung v. Gebäuden, Straßen u. Verkehrsm. (812) 3.367 74.919 51.238 23.681
Allgemeine Gebäudereinigung (8121) 2.340 68.275 46.029 22.246
Call Center (822) 95 3.066 2.910 156
Messe-, Ausstellungs- u. Kongress- veranst. (823) 280 3.307 3.037 270
Heime (ohne Erholungs- u. Ferienheime, soz. Betreuung
ält. Menschen und Behind. (87,881)
2.919 135.569 125.256 10.313
Frisör- und Kosmetiksalons (9602) 4.869 15.619 11.801 3.818
Frisörsalons (96021) 3.791 13.336 10.299 3.037
Kosmetiksalons (96022) 1.078 2.283 1.502 781
Stichtag Wirtschaftszweig WZ 2008
Betriebe
Insgesamt
Beschäftigte
(Summe aus SvB
und agB)
davon
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte (SvB)
Ausschließlich
geringfügig
Beschäftigte (agB)
30.06.2021
Insgesamt 237.150 2.997.556 2.657.751 339.805
Landwirtschaftliche und damit verb. Tätigkeiten (011-016) 3.591 15.353 8.134 7.219
Forstwirtschaft (021) 154 628 494 134
Schlachten und Fleischverarbeitung (101) 742 10.987 9.187 1.800
Sammlung, Abfallbeseitigung, Rückgewinnung (38) 427 14.223 13.704 519
Baugewerbe (F) 20.759 155.769 142.399 13.370
Bauinstallation, sonstiger Ausbau, sonstige spez.
Bautätigkeiten (432,433,439)
17.360 111.113 100.327 10.786
43991, Gerüstbau 241 1.998 1.809 189
Einzelhandel mit Getränken, Tankstellen (4730,4725) 1.470 9.475 5.726 3.749
Verkehr und Lagerei (H) 8.059 212.633 193.048 19.585
Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr, im Straßenverkehr,
Umzugstransporte; Post- Kurier und Expressdienste
(492,494,53)
3.779 64.396 54.579 9.817
Betrieb von Taxis (4932) 1.667 7.759 4.517 3.242
Gastgewerbe (I) 15.783 107.894 76.675 31.219
Caterer und Erbr. sonst. Verpflegungs-DL (562) 1.400 22.090 18.680 3.410
Arbeitnehmerüberlassung (782+783) 1.035 52.079 49.667 2.412
Private Wach- und Sicherheitsdienste, mit Überwachungs-
und Alarmsystemen (801+802)
547 24.189 20.921 3.268
Reinigung v. Gebäuden, Straßen u. Verkehrsm. (812) 3.464 73.501 51.009 22.492
Allgemeine Gebäudereinigung (8121) 2.387 65.726 44.749 20.977
Call Center (822) 97 3.108 2.969 139
Messe-, Ausstellungs- u. Kongress- veranst. (823) 268 2.960 2.724 236
Heime (ohne Erholungs- u. Ferienheime, soz. Betreuung
ält. Menschen und Behind. (87,881)
2.961 136.898 126.563 10.335
Frisör- und Kosmetiksalons (9602) 4.798 14.693 11.237 3.456
Frisörsalons (96021) 3.772 12.617 9.846 2.771
Kosmetiksalons (96022) 1.026 2.076 1.391 685
2. Wie viele Arbeitgeberprüfungen hat die FKS von Januar bis Juli 2022 in
Hessen durchgeführt (bitte nach den in Frage 1 genannten Branchen
differenzieren und zum Vergleich die entsprechenden Vorjahreszeiträume 2021,
2020 und 2019 ausweisen sowie nach Hauptzollämtern aufschlüsseln)?
Die Anzahl der in Hessen von der FKS jeweils im ersten Halbjahr der Jahre
2019 bis 2022 durchgeführten Arbeitgeberprüfungen in den erfragten Branchen
kann – aufgeschlüsselt nach Hauptzollämtern (HZÄ) – den nachfolgenden
Tabellen entnommen werden. Die Arbeitsstatistik der FKS differenziert zwischen
über 25 verschiedenen Branchen. Kurier-, Express- und Paketdienste sind dabei
Teil der Branche Speditions-, Transport- und damit verbundenes
Logistikgewerbe. Die Arbeitsstatistik der FKS sieht keine Erfassung nach
Beschäftigungsarten oder -umfang, z. B. nach geringfügiger Beschäftigung, vor.
In Hessen ist die FKS der HZÄ Darmstadt, Frankfurt am Main und Gießen
zuständig.
Anzahl Arbeitgeberprüfungen der FKS
HZA Darmstadt
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Abfallwirtschaft 1 1 15 1
Arbeitnehmerüberlassung 18 5 6 6
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 118 150 146 167
Forstwirtschaft 0 0 0 1
Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe 48 71 53 97
Gebäudereinigung 18 21 31 23
Landwirtschaft 6 9 13 1
Personenbeförderungsgewerbe 35 12 16 13
Pflegebranche 3 3 28 3
Sonstige 104 103 126 170
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 69 183 159 131
Anzahl Arbeitgeberprüfungen der FKS
HZA Frankfurt am Main
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Abfallwirtschaft 0 0 7 1
Arbeitnehmerüberlassung 5 2 2 18
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 53 36 34 41
Forstwirtschaft 0 0 0 0
Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe 24 23 28 52
Gebäudereinigung 7 5 1 22
Landwirtschaft 0 0 1 0
Personenbeförderungsgewerbe 5 2 1 7
Pflegebranche 0 2 0 1
Sonstige 29 41 26 44
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 12 11 13 41
Anzahl Arbeitgeberprüfungen der FKS
HZA Gießen
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Abfallwirtschaft 6 1 10 2
Arbeitnehmerüberlassung 14 32 10 8
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 211 255 253 242
Forstwirtschaft 2 2 3 4
Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe 127 256 119 112
Gebäudereinigung 24 29 31 8
Landwirtschaft 19 36 6 2
Personenbeförderungsgewerbe 30 8 8 2
Pflegebranche 7 10 5 30
Sonstige 137 202 142 296
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 47 66 47 77
3. Wie viele Verstöße gegen das Mindestlohngesetz wurden nach Kenntnis
der Bundesregierung durch die FKS von Januar bis Juli 2022 in Hessen
festgestellt (bitte nach den in Frage 1 genannten Branchen differenzieren
und zum Vergleich die entsprechenden Vorjahreszeiträume 2021, 2020 und
2019 ausweisen sowie nach Hauptzollämtern aufschlüsseln)?
Die Anzahl der von der FKS in Hessen jeweils im ersten Halbjahr der Jahre
2019 bis 2022 wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetz (MiLoG) in den
erfragten Branchen eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren kann –
aufgeschlüsselt nach HZÄ – den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Hinsichtlich der Branchenzuordnung und Erfassung von Angaben zu geringfügig
Beschäftigten sowie der Zuständigkeit der HZÄ Darmstadt, Frankfurt am Main
und Gießen wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
Eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren der FKS wegen Verstößen gegen MiLoG
HZA Darmstadt
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Abfallwirtschaft 0 1 0 0
Arbeitnehmerüberlassung 0 0 0 0
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 7 0 10 4
Forstwirtschaft 0 0 0 0
Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe 26 21 9 21
Gebäudereinigung 1 1 1 1
Landwirtschaft 0 0 0 0
Personenbeförderungsgewerbe 7 3 1 2
Pflegebranche 0 0 1 0
Sonstige 30 35 11 26
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 16 19 36 5
(Auswertestichtag: 8. August 2022)
Eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren der FKS wegen Verstößen gegen MiLoG
HZA Frankfurt am Main
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Abfallwirtschaft 0 0 0 0
Arbeitnehmerüberlassung 0 0 0 1
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 0 0 0 2
Forstwirtschaft 0 0 0 0
Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe 10 9 5 31
Gebäudereinigung 0 1 1 2
Landwirtschaft 0 0 0 0
Personenbeförderungsgewerbe 2 0 3 2
Pflegebranche 0 0 0 0
Sonstige 4 8 5 8
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 1 1 2 9
(Auswertestichtag: 8. August 2022)
Eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren der FKS
wegen Verstößen gegen MiLoG
HZA Gießen
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Abfallwirtschaft 0 1 1 0
Arbeitnehmerüberlassung 0 0 0 0
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 1 6 5 8
Forstwirtschaft 0 0 0 0
Eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren der FKS
wegen Verstößen gegen MiLoG
HZA Gießen
Branche 1. HJ 2019 1. HJ 2020 1. HJ 2021 1. HJ 2022
Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe 63 29 20 27
Gebäudereinigung 0 0 2 2
Landwirtschaft 0 4 1 0
Personenbeförderungsgewerbe 3 7 3 1
Pflegebranche 3 0 0 2
Sonstige 33 24 10 30
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 7 18 4 4
(Auswertestichtag: 8. August 2022)
4. Wie viele Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren (nach § 21 Absatz 1
Nummer 9, Absatz 2 des Mindestlohngesetzes – MiLoG; § 266a Absatz 1,
Absatz 2 des Strafgesetzbuchs – StGB) sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in Hessen im Zeitraum Januar bis Juli 2022 eingeleitet worden,
und wie viele wurden im selben Zeitraum mit einer Strafe abgeschlossen
(bitte zum Vergleich die Vorjahreszeiträume 2021, 2020 und 2019
ausweisen und nach den in Frage 1 genannten Branchen differenzieren sowie
nach Hauptzollämtern getrennt aufschlüsseln)?
Die Anzahl der von der FKS in Hessen jeweils im ersten Halbjahr der Jahre
2019 bis 2022 in den erfragten Branchen wegen Verstößen gegen § 21 Absatz 1
Nummer 9 und Absatz 2 MiLoG sowie nach § 266a des Strafgesetzbuches
(StGB) eingeleiteten Ermittlungsverfahren kann – aufgeschlüsselt nach HZÄ –
den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Hinsichtlich der Branchenzuordnung und Erfassung von Angaben zu
geringfügig Beschäftigten sowie der Zuständigkeit der HZÄ Darmstadt, Frankfurt am
Main und Gießen wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
Eingeleitete Ermittlungsverfahren der FKS
HZA Darmstadt
Ordnungswidrigkeitenverfahren
nach § 21 Absatz 1 Nummer 9,
Absatz 2 MiLoG
Strafverfahren
nach § 266a StGB
Branche 1. HJ 2019
1. HJ
2020
1. HJ
2021
1. HJ
2022
1. HJ
2019
1. HJ
2020
1. HJ
2021
1. HJ
2022
Abfallwirtschaft 0 0 0 0 0 0 0 0
Arbeitnehmerüberlassung 0 0 0 0 5 4 2 1
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 2 0 3 2 86 101 104 150
Forstwirtschaft 0 0 0 0 0 1 0 0
Gaststätten- und
Beherbergungsgewerbe 8 9 3 11 30 43 27 21
Gebäudereinigung 1 0 0 1 24 13 15 13
Landwirtschaft 0 0 0 0 3 2 1 0
Personenbeförderungsgewerbe 2 2 0 1 4 9 4 3
Pflegebranche 0 0 0 0 5 7 5 1
Sonstige 18 27 9 18 45 64 30 51
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 8 10 10 1 32 32 28 37
(Auswertestichtag: 8. August 2022)
Eingeleitete Ermittlungsverfahren der FKS
HZA Frankfurt am Main
Ordnungswidrigkeitenverfahren
nach § 21 Abs. 1 Nr. 9, Abs. 2 Mi-
LoG
Strafverfahren
nach § 266a StGB
Branche 1. HJ 2019
1. HJ
2020
1. HJ
2021
1. HJ
2022
1. HJ
2019
1. HJ
2020
1. HJ
2021
1. HJ
2022
Abfallwirtschaft 0 0 0 0 0 1 0 0
Arbeitnehmerüberlassung 0 0 0 1 1 3 2 1
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 0 0 0 0 64 66 34 52
Forstwirtschaft 0 0 0 0 0 0 0 0
Gaststätten- und
Beherbergungsgewerbe 2 7 1 7 10 33 17 28
Gebäudereinigung 0 1 0 0 8 20 7 15
Landwirtschaft 0 0 0 0 0 1 1 0
Personenbeförderungsgewerbe 1 0 2 0 2 0 3 3
Pflegebranche 0 0 0 0 1 3 0 0
Sonstige 2 7 1 3 9 37 10 19
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 1 1 1 4 6 8 3 6
(Auswertestichtag: 8. August 2022)
Eingeleitete Ermittlungsverfahren der FKS
HZA Gießen
Ordnungswidrigkeitenverfahren
nach § 21 Absatz 1 Nummer 9,
Absatz 2 MiLoG
Strafverfahren
nach § 266a StGB
Branche 1. HJ 2019
1. HJ
2020
1. HJ
2021
1. HJ
2022
1. HJ
2019
1. HJ
2020
1. HJ
2021
1. HJ
2022
Abfallwirtschaft 0 1 1 0 0 2 2 1
Arbeitnehmerüberlassung 0 0 0 0 1 0 0 0
Bauhaupt- und Baunebengewerbe 1 4 0 2 183 136 102 129
Forstwirtschaft 0 0 0 0 2 0 3 0
Gaststätten- und
Beherbergungsgewerbe 22 7 8 11 49 33 28 38
Gebäudereinigung 0 0 1 0 13 12 18 17
Landwirtschaft 0 1 1 0 2 0 3 4
Personenbeförderungsgewerbe 2 2 1 0 5 7 7 2
Pflegebranche 3 0 0 2 7 3 7 18
Sonstige 17 15 6 12 53 63 40 51
Speditions-, Transport- und damit
verbundenes Logistikgewerbe 3 9 0 2 26 24 21 17
(Auswertestichtag: 8. August 2022)
Verstöße gegen das Mindestlohngesetz können als Ordnungswidrigkeit
geahndet werden. Eine Verhängung von Strafen ist dabei nicht vorgesehen.
Die Anzahl der mit Geld- oder Freiheitsstrafen abgeschlossenen Strafverfahren,
wird in der Arbeitsstatistik der FKS nicht erfasst. Die für den erbetenen
Vergleich erforderlichen Zahlen für das Jahr 2022 der Strafverfolgungsstatistik, die
das Statistische Bundesamt jährlich herausgibt, werden voraussichtlich erst im
Herbst 2023 veröffentlicht.
5. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung im Zeitraum Januar
bis Juni 2022 die verhängten Geldstrafen sowie Verwarn- und Bußgelder
bei den Kontrollen der FKS in Hessen?
Im ersten Halbjahr des Jahres 2022 wurden durch die FKS in Hessen
Verwarnungs- und Bußgelder sowie Einziehungsbeträge in Höhe von
1 303 151 Euro festgesetzt. Die Höhe der erfassten Geldstrafen auf Basis der
Rückmeldungen der Justiz zu den Ermittlungsverfahren der FKS betrug im
genannten Zeitraum 1 063 276 Euro. Diese Ergebnisse sind Resultat
abgeschlossener Ermittlungsverfahren und stehen nicht im unmittelbaren Zusammenhang
mit durchgeführten Prüfungen der FKS.
6. In welchen Branchen fanden nach Kenntnis der Bundesregierung in
Hessen im Zeitraum Januar bis Juli 2022 Schwerpunktprüfungen durch die
FKS statt, für wie viele Betriebe hat die FKS Prüfkompetenzen, wie viele
Arbeitgeberprüfungen wurden durchgeführt, wie viele
Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Nichtgewährung des gesetzlichen Mindestlohns
und wie viele Strafverfahren wurden eingeleitet (bitte zum Vergleich die
Vorjahreszeiträume 2021, 2020 und 2019 ausweisen)?
Im ersten Halbjahr des Jahres 2022 wurden durch die FKS drei bundesweite
Schwerpunktprüfungen (auch in Hessen) durchgeführt. Branchen, Anzahl der
in diesem Zusammenhang bundesweit durchgeführten Arbeitgeberprüfungen,
eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Nichtgewährung des
gesetzlichen Mindestlohns sowie Strafverfahren (insgesamt) können der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Eine Differenzierung der
Schwerpunktprüfungen nach Ländern ist in der Arbeitsstatistik der FKS nicht vorgesehen.
Hinsichtlich der Anzahl der Betriebe der jeweiligen Branche wird auf die Antwort
zu Frage 1 verwiesen.
Branche Arbeitgeberprüfungen
Ordnungswidrigkeitenverfahren
(§ 21 Absatz 1
Nummer 9 und § 21
Absatz 2 MiLoG)
Strafverfahren
Friseurhandwerk 2.049 7 57
Bauhaupt- und
Baunebengewerbe 600 1 314
Gaststättengewerbe 1.008 7 165
Bei den abgebildeten Fallzahlen handelt es sich um erste Ergebnisse
unmittelbar nach den jeweiligen Schwerpunktprüfungen. Zahlreiche Sachverhalte
bedürfen weiterer Prüfungen, insbesondere in Bezug auf eventuelle
Mindestlohnverstöße. Daher ist insgesamt eine Zunahme von eingeleiteten
Ordnungswidrigkeitenverfahren sowie Strafverfahren im Zusammenhang mit den aufgeführten
Schwerpunktprüfungen zu erwarten.
Hinsichtlich der von der FKS auch in Hessen in den Jahren 2019 bis 2021
durchgeführten bundesweiten Schwerpunktprüfungen, der Anzahl der Betriebe
der betreffenden Branchen sowie der in diesem Zusammenhang durchgeführten
Arbeitgeberprüfungen, eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen
Nichtgewährung des gesetzlichen Mindestlohns sowie Strafverfahren wird auf
die Antwort der Bundesregierung zu Frage 11 der Kleinen Anfrage der Fraktion
DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 20/1223 verwiesen.
7. Wie viele geringfügig Beschäftigte (§ 8 des Vierten Buches
Sozialgesetzbuch – SGB IV) waren nach Kenntnis der Bundesregierung von Januar bis
Juli 2022 in Hessen von Verstößen gegen den gesetzlichen Mindestlohn
betroffen (bitte zum Vergleich die Vorjahreszeiträume 2021, 2020 und
2019 ausweisen)?
Die FKS führt keine statistischen Aufzeichnungen, aus denen sich der Anteil
geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse im Zusammenhang mit
Mindestlohnverstößen herleiten lässt.
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ISSN 0722-8333]