Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Nicole Gohlke, Gökay Akbulut, Clara
Bünger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/7516 –
Miet- und Wohnraumkosten in Bayern
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Trotz Anstiegs des Zinsniveaus und teils sinkender Immobilienpreise stiegen
die Mieten in Deutschland weiter an. Die Bundesregierung ist an
unterschiedlichen Stellen angetreten, den steigenden Mieten in Ballungszentren
entgegenzuwirken (
www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/wohnen-und-miete-40
9882). Im Städtevergleich belegt München bei den Quadratmeterpreisen
wieder den ersten Platz und verzeichnete zuletzt einen Rekordanstieg bei den
Mieten (
www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-mietspiegel-2023-anstie
g-mieten-entwicklung-1.5764767). Unter den zehn teuersten deutschen
Städten befindet sich auch Rosenheim, wo der Quadratmeter im Schnitt
13,23 Euro kostet (vgl. de.statista.com/statistik/daten/studie/1885/umfrage/mi
etpreise-in-den-groessten-staedten-deutschlands). Ein ähnliches Bild zeigt sich
bei den Kaufpreisen für Wohneigentum, wo München, Rosenheim und
Erlangen zu den zehn teuersten Städten gehören (vgl. de.statista.com/statistik/daten/
studie/6654/umfrage/immobilienpreise-fuer-eigentumswohnungen-in-deutsch
en-staedten-2008).
Umgekehrt ist der Bestand an Sozialmietwohnungen im Freistaat Bayern
zwischen 2011 und 2020 um 15 Prozent gesunken. Dabei war zuletzt auch die
Zahl der geförderten Neubauten und Modernisierungen wieder rückläufig
(vgl. die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 19/29951, S 15;
www.n-tv.de/ticker/Zahl-der-Sozialwohnunge
n-in-Deutschland-sinkt-article19713749.html). Dabei ist die Bundesministerin
für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz, angetreten, um
den Bestand an Sozialwohnungen massiv zu erhöhen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Wohnungsmarktlage in Deutschland ist regional sehr unterschiedlich
ausgeprägt. Insbesondere in den Großstädten, vielen Universitätsstädten und
städtisch geprägten Regionen ist die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen hoch.
Die Mieten und Preise steigen in diesen Regionen seit Jahren.
Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP
ist festgehalten, das Bauen und Wohnen der Zukunft bezahlbar, klimaneutral,
Deutscher Bundestag Drucksache 20/7762
20. Wahlperiode 14.07.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen vom 13. Juli 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
nachhaltig, barrierearm, innovativ und mit lebendigen öffentlichen Räumen zu
gestalten. Die Vielfalt der Rahmenbedingungen und Wohnformen und
individuellen Bedürfnisse der Menschen in ländlichen und urbanen Räumen wird dabei
beachtet.
Dazu gehört auch, dass wir das Abschmelzen des Sozialwohnungsbestandes
bremsen und umkehren. Die Bundesregierung beabsichtigt, den Ländern im
Zeitraum von 2022 bis 2027 Programmmittel in Höhe von insgesamt
18,15 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen.
Zudem unterstützt die Bundesregierung seit 1. März 2023 Bürgerinnen und
Bürger bei der Finanzierung eines klimafreundlichen und energieeffizienten
Eigenheims oder Mehrfamilienhauses mit dem Förderprogramm
„Klimafreundlicher Neubau“ sowie seit dem 1. Juni 2023 Familien mit niedrigeren und
mittleren Einkommen beim Neubau von klimafreundlichem Wohneigentum mit
dem KfW-Programm „Wohneigentum für Familien“.
Für mehr private Investitionen setzt die Bundesregierung außerdem auch
steuerliche Anreize. So wurde der lineare AfA-Satz für nach dem 31.
Dezember 2022 fertiggestellte Wohngebäude von bisher 2 Prozent auf 3 Prozent
erhöht. Zusätzlich wurde – zeitlich befristet – wieder eine Sonderabschreibung
für den Mietwohnungsneubau in modifizierter Form eingeführt. Damit können
bei neugeschaffenen Mietwohnungen in den ersten vier Jahren ab
Fertigstellung jährlich weitere 5 Prozent der Herstellungskosten steuerlich berücksichtigt
werden, wenn insbesondere bestimmte Energieeffizienzvorgaben eingehalten
sind. So können in den ersten vier Jahren ab Fertigstellung insgesamt bis zu
32 Prozent der Neubaukosten steuermindernd abgeschrieben werden.
Parallel dazu arbeitet die Bundesregierung im Bündnis bezahlbarer Wohnraum
gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an den
erforderlichen Rahmenbedingungen, die helfen, die Situation für den Wohnungsbau
zu verbessern.
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils die
Angebotsmieten in den 20 größten bayerischen Städten seit 2012 entwickelt
(bitte nach Städten und Jahren angeben)?
Die folgende Tabelle enthält die durchschnittlichen Angebotsmieten inserierter
Wohnungen aus Erst- und Wiedervermietungen der Jahre 2012 bis 2022 der
zwanzig größten kreisfreien bayerischen Städte.
Durchschnittliche Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen
in den 20 größten kreisfreien Städten in Bayern 2012 bis 2022.
Kreisfreie Städte
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2012–2022
Erst- und Wiedervermietungsmieten nettokalt in Euro je Quadratmeter
Jährliche
Entwicklung
in Prozent
München, Stadt 12,25 12,95 13,86 14,58 15,49 16,41 18,05 18,83 19,21 19,27 19,57 4,8
Nürnberg, Stadt 7,36 7,59 7,88 8,37 8,79 9,26 9,92 10,00 10,25 10,35 10,40 3,5
Augsburg, Stadt 7,02 7,56 8,00 8,49 9,10 9,58 10,09 10,68 11,03 11,17 11,75 5,3
Regensburg, Stadt 8,79 9,49 9,82 9,85 9,93 10,66 11,11 10,95 11,19 11,31 11,83 3,0
Ingolstadt, Stadt 8,84 9,27 10,00 10,62 11,44 11,28 11,70 11,86 11,71 11,86 12,10 3,2
Fürth, Stadt 7,31 7,64 7,63 8,12 8,54 8,85 9,22 9,75 9,72 10,13 10,55 3,7
Würzburg, Stadt 7,30 8,62 8,63 8,85 9,85 10,06 10,37 10,36 11,10 10,99 11,26 4,4
Erlangen, Stadt 8,31 8,30 9,25 9,27 9,03 9,25 9,77 10,31 10,23 10,69 10,24 2,1
Bamberg, Stadt 7,84 7,75 7,78 7,61 8,06 8,80 9,65 9,76 10,29 10,26 10,61 3,1
Bayreuth, Stadt 6,67 6,75 7,08 7,34 7,56 8,15 8,41 8,95 9,21 9,12 9,45 3,5
Kreisfreie Städte
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2012–2022
Erst- und Wiedervermietungsmieten nettokalt in Euro je Quadratmeter
Jährliche
Entwicklung
in Prozent
Landshut, Stadt 7,38 7,57 8,04 8,61 8,90 9,29 9,87 10,34 10,28 11,08 11,02 4,1
Aschaffenburg, Stadt 6,88 7,18 7,47 7,97 8,46 8,85 9,18 9,44 10,27 10,23 10,64 4,5
Kempten (Allgäu), Stadt 5,83 5,90 6,02 6,23 7,37 8,00 8,72 8,91 9,42 9,86 10,51 6,1
Rosenheim, Stadt 8,02 8,41 8,71 8,96 9,76 10,04 10,83 11,15 11,65 12,02 12,21 4,3
Schweinfurt, Stadt 5,40 5,42 5,55 5,41 5,78 6,60 7,18 7,71 7,85 7,68 8,49 4,6
Passau, Stadt 6,00 6,20 7,12 7,51 7,59 8,20 9,07 9,31 9,04 8,94 9,17 4,3
Straubing, Stadt 5,72 5,97 6,45 6,59 6,98 7,65 7,83 8,47 8,84 8,83 8,86 4,5
Hof, Stadt 4,04 4,20 4,25 4,24 4,39 5,07 5,36 5,95 5,76 6,08 6,66 5,1
Kaufbeuren, Stadt 5,61 5,89 5,97 6,22 6,38 6,85 7,47 7,86 8,49 9,42 8,31 4,0
Memmingen, Stadt 5,95 6,22 7,01 7,37 8,23 8,38 9,19 9,42 9,87 10,82 10,89 6,2
Anmerkungen: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte
Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau mit 40 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche,
mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute Wohnlage, basierend auf im
Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen und
Zeitungen.
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH,
microm Wohnlagen.
2. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
landesweite Angebotsmiete seit 2012 (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Die durchschnittlichen Angebotsmieten inserierter Wohnungen aus Erst- und
Wiedervermietungen lagen im Land Bayern im Jahr 2022 bei 12,67 Euro je
Quadratmeter und hatten im Zeitraum 2012 bis 2022 eine durchschnittliche
jährliche Steigerungsrate von 4,5 Prozent.
Durchschnittliche Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen
im Land Bayern 2012 bis 2022.
Land
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2012–2022
Erst- und Wiedervermietungsmieten nettokalt in Euro je Quadratmeter
Jährliche
Entwicklung in
Prozent
Bayern 8,17 8,55 8,99 9,42 9,98 10,51 11,32 11,76 12,09 12,32 12,67 4,5
Anmerkungen: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte
Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau mit 40 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche,
mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute Wohnlage, basierend auf im
Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen und
Zeitungen.
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH,
microm Wohnlagen.
3. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die
durchschnittlichen Angebotsmieten in Bayern im Jahr 2022 (bitte nach Landkreisen
und kreisfreien Städten aufschlüsseln)?
Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Angebotsmieten inserierter
Wohnungen aus Erst- und Wiedervermietungen im Jahr 2022 in den
bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten.
Durchschnittliche Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen
in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern 2022.
Kreisname Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je Quadratmeter,
2022
Landkreise Aichach-Friedberg 10,71
Altötting 8,68
Amberg-Sulzbach 7,79
Ansbach 8,83
Aschaffenburg 8,95
Augsburg 10,92
Bad Kissingen 7,25
Bad Tölz-
Wolfratshausen
13,39
Bamberg 9,52
Bayreuth 8,21
Berchtesgadener Land 10,25
Cham 7,35
Coburg 6,96
Dachau 14,64
Deggendorf 8,59
Dillingen a.d.Donau 10,18
Dingolfing-Landau 8,41
Donau-Ries 9,27
Ebersberg 13,76
Eichstätt 10,04
Erding 12,29
Erlangen-Höchstadt 10,67
Forchheim 9,02
Freising 13,28
Freyung-Grafenau 7,52
Fürstenfeldbruck 14,99
Fürth 9,85
Garmisch-
Partenkirchen
11,95
Günzburg 9,60
Haßberge 7,67
Hof 6,12
Kelheim 9,21
Kitzingen 8,33
Kronach 7,17
Kulmbach 7,89
Landsberg am Lech 11,69
Landshut 9,55
Lichtenfels 7,89
Lindau (Bodensee) 12,07
Main-Spessart 7,91
Kreisname Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je Quadratmeter,
2022
Landkreise Miesbach 14,04
Miltenberg 8,54
Mühldorf a.Inn 9,23
München 16,47
Neuburg-
Schrobenhausen
9,81
Neumarkt i.d.OPf. 9,17
Neustadt a.d.Aisch-
Bad Windsheim
8,49
Neustadt a.d.Waldnaab 7,44
Neu-Ulm 10,94
Nürnberger Land 9,54
Oberallgäu 10,51
Ostallgäu 10,23
Passau 7,62
Pfaffenhofen a.d.Ilm 10,81
Regen 7,30
Regensburg 9,39
Rhön-Grabfeld 6,99
Rosenheim 11,42
Roth 9,45
Rottal-Inn 8,29
Schwandorf 8,14
Schweinfurt 7,64
Starnberg 14,89
Straubing-Bogen 8,38
Tirschenreuth 5,54
Traunstein 10,03
Unterallgäu 9,66
Weilheim-Schongau 11,16
Weißenburg-
Gunzenhausen
8,24
Wunsiedel i.
Fichtelgebirge
6,29
Würzburg 10,12
Kreisfreie
Städte
Amberg, Stadt 8,79
Ansbach, Stadt 9,01
Aschaffenburg, Stadt 10,64
Augsburg, Stadt 11,75
Bamberg, Stadt 10,61
Bayreuth, Stadt 9,45
Coburg, Stadt 8,13
Erlangen, Stadt 10,24
Fürth, Stadt 10,55
Hof, Stadt 6,66
Ingolstadt, Stadt 12,10
Kaufbeuren, Stadt 8,31
Kempten (Allgäu),
Stadt
10,51
Landshut, Stadt 11,02
Memmingen, Stadt 10,89
Kreisname Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je Quadratmeter,
2022
Kreisfreie
Städte
München, Stadt 19,57
Nürnberg, Stadt 10,40
Passau, Stadt 9,17
Regensburg, Stadt 11,83
Rosenheim, Stadt 12,21
Schwabach, Stadt 9,45
Schweinfurt, Stadt 8,49
Straubing, Stadt 8,86
Weiden i.d.OPf., Stadt 8,14
Würzburg, Stadt 11,26
Anmerkungen: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte
Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau mit 40 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche,
mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute Wohnlage, basierend auf im
Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen und
Zeitungen.
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH,
microm Wohnlagen.
4. Welche zehn Landkreise bzw. kreisfreien Städte in Bayern haben nach
Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2022 jeweils den höchsten
Mietenanstieg (im Vergleich zum Vorjahr und im Vergleich zum Jahr 2012)
zu verzeichnen (bitte sowohl Landkreise bzw. kreisfreie Städte als auch
den prozentualen Anstieg der Miete angeben)?
In den folgenden Tabellen sind jeweils die zehn kreisfreien Städte und
Landkreise in Bayern mit den höchsten jährlichen prozentualen Steigerungsraten der
Angebotsmieten inserierter Wohnungen aus Erst- und Wiedervermietungen in
den Zeiträumen 2021 bis 2022 und 2012 bis 2022 dargestellt.
Zehn kreisfreie Städte und Landkreise in Bayern mit den höchsten
Steigerungsraten der durchschnittlichen Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter
Wohnungen 2021 bis 2022.
Kreisfreie Städte und Landkreise
2021 2022 2021 bis 2022
Erst- und Wiedervermietungsmieten nettokalt
in Euro je Quadratmeter
Jährliche Entwicklung
in Prozent
Dillingen a.d.Donau 8,73 10,18 16,6
Kulmbach 7,00 7,89 12,8
Regen 6,50 7,30 12,3
Landsberg am Lech 10,46 11,69 11,8
Weiden i.d.OPf., Stadt 7,29 8,14 11,7
Freyung-Grafenau 6,78 7,52 11,0
Bad Kissingen 6,53 7,25 11,0
Schweinfurt, Stadt 7,68 8,49 10,6
Ansbach 8,00 8,83 10,3
Hof 5,58 6,12 9,8
Anmerkungen: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte
Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau mit 40 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche,
mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute Wohnlage, basierend auf im
Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen und
Zeitungen.
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH,
microm Wohnlagen.
Zehn kreisfreie Städte und Landkreise in Bayern mit den höchsten jährlichen
Steigerungsraten der durchschnittlichen Erst- und Wiedervermietungsmieten
inserierter Wohnungen 2012 bis 2022.
Kreisfreie Städte und Landkreise
2012 2022 2012 bis 2022
Erst- und Wiedervermietungsmieten nettokalt
in Euro je Quadratmeter
Jährliche Entwicklung
in Prozent
Dillingen a.d.Donau 5,37 10,18 6,6
Memmingen, Stadt 5,95 10,89 6,2
Bad Kissingen 4,00 7,25 6,1
Oberallgäu 5,83 10,51 6,1
Freyung-Grafenau 4,21 7,52 6,0
Kulmbach 4,49 7,89 5,8
Kitzingen 4,76 8,33 5,8
Günzburg 5,51 9,60 5,7
Lichtenfels 4,56 7,89 5,6
Weißenburg-Gunzenhausen 4,77 8,24 5,6
Anmerkungen: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte
Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau mit 40 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche,
mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute Wohnlage, basierend auf im
Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen und
Zeitungen.
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH,
microm Wohnlagen.
5. Welche zehn Landkreise bzw. kreisfreien Städte weisen in Bayern nach
Kenntnis der Bundesregierung aktuell die höchsten Angebotsmieten auf?
Die folgende Tabelle zeigt die zehn kreisfreien Städte und Landkreise in
Bayern mit den höchsten durchschnittlichen Niveaus der Angebotsmieten
inserierter Wohnungen aus Erst- und Wiedervermietungen im Jahr 2022.
Zehn kreisfreie Städte und Landkreise in Bayern mit den höchsten
durchschnittlichen Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen 2022.
Kreisfreie Städte und Landkreise Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je Quadratmeter, 2022
München, Stadt 19,57
München 16,47
Fürstenfeldbruck 14,99
Starnberg 14,89
Dachau 14,64
Miesbach 14,04
Ebersberg 13,76
Bad Tölz-Wolfratshausen 13,39
Freising 13,28
Erding 12,29
Anmerkungen: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte
Wohnungen im Gebäudebestand und Neubau mit 40 bis 100 Quadratmeter Wohnfläche,
mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute Wohnlage, basierend auf im
Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen und
Zeitungen.
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH,
microm Wohnlagen.
6. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bestandsmieten
in Bayern seit 2012 entwickelt (bitte tabellarisch nach Jahren
aufschlüsseln)?
Mit dem Index der Nettokaltmieten im Rahmen des Verbraucherpreisindex
werden vor allem Mieten in bestehenden Mietverhältnissen abgebildet. Die
folgende Tabelle zeigt die Indexwerte der Nettokaltmieten für Bayern der Jahre
2012 bis 2022.
Index der Nettokaltmieten in Bayern 2012 bis 2022.
Jahr Nettokaltmieten (Index 2020=100)
2012 88,2
2013 89,3
2014 90,7
2015 92,1
2016 93,6
2017 95,1
2018 96,9
2019 98,4
2020 100,0
2021 101,4
2022 103,5
Datenbasis: Statistisches Bundesamt – Verbraucherpreisindex
Mit der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 erfolgte eine
flächendeckende Erhebung von Bestandsmieten. Die Ergebnisse zum
Erhebungsstand Mai 2022 werden nach aktuellem Stand voraussichtlich im März 2024
durch die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder veröffentlicht.
7. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Baulandpreise in
Bayern seit dem Jahr 2012 entwickelt (bitte nach Jahren und Landkreisen
aufschlüsseln)?
In der folgenden Tabelle finden sich (als Ergänzung zu den bereits vorliegenden
Daten aus der KA 19/28910, Drucksache 19/29951) die durchschnittlichen
Kaufwerte für Bauland pro Quadratmeter in Euro für die Kreise und kreisfreien
Städte in Bayern für die Jahre 2020 und 2021.
Es wird darauf hingewiesen, dass die ausgewiesenen Durchschnittswerte für
einen zeitlichen Vergleich nur bedingt verwendbar sind, weil die statistischen
Massen, aus denen sie ermittelt werden, sich jeweils aus anders gearteten
Einzelfällen zusammensetzen können. Die Statistik der Kaufwerte für Bauland hat
daher mehr den Charakter einer Grundeigentumswechselstatistik, mit der
durchschnittliche Kaufwerte ermittelt werden, als den einer echten
Preisstatistik.
Durchschnittliche Kaufwert für Bauland pro Quadratmeter in Euro für die
Kreise und kreisfreien Städte in Bayern für die Jahre 2020 und 2021.
Kreis/Kreisfreie Stadt 2020 20211
Durchschnittlicher Kaufwert
in Euro je Quadratmeter
Bayern 249,22 255,07
Oberbayern, Regierungsbezirk 742,98 839,97
Ingolstadt 948,29 797,59
München, Landeshauptstadt 2698,3 3897,71
Rosenheim 846 763,61
Altötting, Landkreis 125,1 130,32
Berchtesgadener Land, Landkreis 245,06 251,83
Bad Tölz-Wolfratshausen,
Landkreis
670 727,73
Dachau, Landkreis 895,84 706,36
Ebersberg, Landkreis 683,53 504,43
Eichstätt, Landkreis 272,38 251,21
Erding, Landkreis 171,61 244,79
Freising, Landkreis 413,96 510,26
Fürstenfeldbruck, Landkreis 1012,87 727,27
Garmisch-Partenkirchen,
Landkreis
512,12 606,44
Landsberg am Lech, Landkreis 300,67 314,82
Miesbach, Landkreis 518,97 988,38
Mühldorf a.Inn, Landkreis 109,54 204,71
München, Landkreis 1186,72 1286,74
Neuburg-Schrobenhausen,
Landkreis
178,93 226,82
Pfaffenhofen a.d.Ilm, Landkreis 282,03 436,9
Rosenheim, Landkreis 380 491,09
Starnberg, Landkreis 1040,71 1081,61
Traunstein, Landkreis 317,72 267,55
Weilheim-Schongau, Landkreis 299,31 385,91
Niederbayern, Regierungsbezirk 122,18 132,44
Landshut 709,01 882,77
Passau 138,12 194,7
Straubing 154,42 336,48
Deggendorf, Landkreis 139,54 115,62
Freyung-Grafenau, Landkreis 34,75 55,29
Kelheim, Landkreis 202,17 137,31
Landshut, Landkreis 171,39 128,68
Passau, Landkreis 74,36 80,35
Regen, Landkreis 67,86 64,35
Rottal-Inn, Landkreis 60,43 69,3
Straubing-Bogen, Landkreis 89,4 84,27
Dingolfing-Landau, Landkreis 112,33 133,9
Oberpfalz, Regierungsbezirk 84,76 81,85
Amberg 184,51 99,22
Regensburg 1230,72 561,68
Weiden i.d.OPf. 182,19 142,95
Amberg-Sulzbach, Landkreis 70,2 58,54
Cham, Landkreis 56,72 53,26
Neumarkt i.d.OPf., Landkreis 79 117,26
Kreis/Kreisfreie Stadt 2020 20211
Durchschnittlicher Kaufwert
in Euro je Quadratmeter
Neustadt a.d.Waldnaab, Landkreis 36,33 30,94
Regensburg, Landkreis 129,06 205,76
Schwandorf, Landkreis 66,09 62,34
Tirschenreuth, Landkreis 36,19 37,15
Oberfranken, Regierungsbezirk 54,93 64,33
Bamberg 21,62 218,95
Bayreuth 178,24 180,12
Coburg 206,07 70,84
Hof 67,45 72,86
Bamberg, Landkreis 92,68 96,63
Bayreuth, Landkreis 39,75 62,28
Coburg, Landkreis 59,44 45,24
Forchheim, Landkreis 161,05 191,97
Hof, Landkreis 27,74 37,97
Kronach, Landkreis 38,77 43,91
Kulmbach, Landkreis 23,34 44,16
Lichtenfels, Landkreis 62,87 58,61
Wunsiedel i.Fichtelgebirge,
Landkreis
39,53 32,83
Mittelfranken, Regierungsbezirk 191,71 265,35
Ansbach 119,67 130,66
Erlangen 589,8 600,81
Fürth 342,4 507,03
Nürnberg 906,84 909,17
Schwabach 376,31 323,07
Ansbach, Landkreis 61,07 80,62
Erlangen-Höchstadt, Landkreis 240,1 287,35
Fürth, Landkreis 259,46 401,52
Nürnberger Land, Landkreis 212,24 225,48
64,67 76,85
Roth, Landkreis 152,62 158,58
65,33 71,46
Unterfranken, Regierungsbezirk 109,95 96,95
Aschaffenburg 836,3 749,14
Schweinfurt 162,06 124,5
Würzburg 385,29 354,6
Aschaffenburg, Landkreis 160,23 188,1
Bad Kissingen, Landkreis 41,69 51,47
Rhön-Grabfeld, Landkreis 35,51 39,96
Haßberge, Landkreis 61,32 48,9
Kitzingen, Landkreis 77,16 78,29
Miltenberg, Landkreis 130,85 144,07
Main-Spessart, Landkreis 74,19 67,68
Schweinfurt, Landkreis 79,41 51,48
Würzburg, Landkreis 140,15 170,56
Schwaben, Regierungsbezirk 124,66 169,63
Augsburg 720,73 962,22
Kaufbeuren 145,93 225,78
Kempten (Allgäu) 213,17 414,71
Memmingen 127,58 201,97
Aichach-Friedberg, Landkreis 205,48 259,15
Kreis/Kreisfreie Stadt 2020 20211
Durchschnittlicher Kaufwert
in Euro je Quadratmeter
Augsburg, Landkreis 166,81 227,05
Dillingen a.d.Donau, Landkreis 79,95 77,78
Günzburg, Landkreis 75,7 116,41
Neu-Ulm, Landkreis 163,54 174,79
Lindau (Bodensee), Landkreis 268,76 248,19
Ostallgäu, Landkreis 111,47 164,43
Unterallgäu, Landkreis 68,27 93,16
Donau-Ries, Landkreis 73 76,96
Oberallgäu, Landkreis 145,1 199,76
1 Die Statistik wurde zum Berichtsjahr 2021 neu konzipiert. Methodische Erläuterungen enthält der
Aufsatz „Neukonzeption der Bodenmarktstatistiken“ in der Ausgabe 4/2021 der Zeitschrift
„Wirtschaft und Statistik“.
Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Deutschland, 2023.
8. Wie hat sich der Bestand an Sozialwohnungen in Bayern seit 2012
entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Der Bestand an Sozialmietwohnungen in Bayern im Zeitraum von 2012 bis
2022 ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.
Bestand an Sozialmietwohnungen in Bayern; 2012 bis 2022 (Stand: 31.12.)
Jahr Anzahl Wohnungen
2012 158.000
2013 150.500
2014 147.078
2015 135.823
2016 138.036
2017 135.619
2018 136.904
2019 135.655
2020 135.346
2021 133.552
2022 133.129
Datenbasis: Angaben des Landes Bayern
9. In welcher Höhe ist nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2022
Baukindergeld an wie viele Antragstellerinnen und Antragsteller in
Bayern geflossen?
Im Jahr 2022 gab es für das Bundesland Bayern 6449 Zusagen für
Baukindergeld, die mit einer Höhe von insgesamt 140,02 Mio. Euro gefördert wurden.
10. Wie verteilt sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Einsatz des
nach Bayern geflossenen Baukindergelds im Jahr 2022 prozentual nach
Neubau bzw. Erwerb von Bestandsimmobilien?
Eine bestehende Auswertung zwischen Neubau und Bestand pro Bundesland
liegt weder der Bundesregierung noch der Kreditanstalt für Wiederaufbau
(KfW) vor. Die KfW geht davon aus, dass die bundesweiten Zahlen für das
Jahr 2022 (über 70 Prozent Neubauförderung, weniger als 30 Prozent Erwerb
von Bestandsgebäude) auch auf die jeweiligen Bundesländer
heruntergebrochen werden können.
11. Wie hat sich der Bestand der Grundstücke, Immobilien, Mietwohnungen
und Sozialwohnungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
(BImA) in Bayern nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr
2022 entwickelt (bitte jeweils nach Jahr, Kommune, Immobilienart und
Anzahl aufschlüsseln, vgl. Antwort auf bzw. Anlage zu Frage 32 auf
Bundestagsdrucksache 19/29951)?
Zur Bestandsentwicklung der Liegenschaften der Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA) im Freistaat Bayern seit dem Jahr 2022 wird auf die
aktualisierte Tabelle in der Anlage zu Frage 11 verwiesen.* Die in der Tabelle
genannte Nutzungsart ist die „historische“ Nutzungsart. Mit der „historischen
Nutzung“ ist die Nutzung bis zum Zeitpunkt der Rückführung der Liegenschaft
an die BImA gemeint. Die sich im Zuge zum Beispiel der Konversion
ergebende Aufteilung und etwaige künftige Nutzungsoptionen sind nicht abgebildet.
Die Aufstellung für das Jahr 2023 bezieht sich auf den Stichtag 30. Juni 2023.
12. In welchem Umfang hat die BImA nach Kenntnis der Bundesregierung
seit dem Jahr 2022 in Bayern nicht öffentlich geförderte Wohnungen
geschaffen (bitte unter Angabe von Jahr, exakter Adresse und
Wohneinheitenanzahl auflisten)?
Die BImA hat seit Beginn des Jahres 2022 im Freistaat Bayern in
– 63743 Aschaffenburg, Schoberstraße, 52 Wohnungen und in
– 89231 Neu-Ulm, Bradleystraße, sechs Wohnungen
geschaffen. In weiteren Fällen dauert die Baurechtschaffung noch an.
13. In welchem Umfang hat die BImA nach Kenntnis der Bundesregierung
seit dem Jahr 2022 in Bayern Sozialwohnungen geschaffen (bitte unter
Angabe von Jahr, exakter Adresse und Wohneinheitenanzahl auflisten)?
Nach der Kompetenzordnung des Grundgesetzes sind für den sozialen
Wohnungsbau die Länder zuständig. Der Bau von Sozialwohnungen fällt damit
nicht in die Zuständigkeit des Bundes und damit auch nicht in die der BImA als
dem zentralen Immobilienunternehmen des Bundes. Daher ist die BImA nicht
berechtigt, Sozialwohnungen zu bauen. Die BImA vermietet ihre Wohnungen
jedoch zu preisgedämpften Mieten am unteren Ende der Ortsüblichkeit und
wählt ihre Mieterinnen und Mieter nach sozialen Kriterien der
Wohnungsfürsorge des Bundes aus.
Die BImA gibt Gebietskörperschaften und von diesen getragenen
Gesellschaften beim Verkauf von entbehrlichen Grundstücken mit der Gewährung von
Kaufpreisnachlässen außerdem Anreize, auf den verkauften Flächen öffentlich
geförderte Wohnungen zu schaffen. Im Jahr 2022 konnten aus
Nachverhandlung zu zwei Kaufverträgen Verbilligungsabschläge in Höhe von rund 2,3 Mio.
Euro für die Schaffung von Sozialwohnungen gewährt werden (Kaufvertrag
aus 2017 über die ehemalige Bajuwarenkaserne in Regensburg und Kaufvertrag
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/7762 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
aus 2018 über Baufelder der Spessart-Gärten in Aschaffenburg). Hierdurch hat
die BImA Wohnbauflächen mobilisiert und damit mittelbar 93 geförderte
Sozialwohnungen initiiert. Weitere 14 frei finanzierte Wohnungen wurden im Jahr
2022 durch den Verkauf der Liegenschaft Heppstraße in München (laufende
Nummer 53 der Anlage zu den Fragen 14 und 15 initiiert.*
14. Welche in Bayern gelegenen Wohnungen, Immobilien und Grundstücke
hat die BImA nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr 2022 an
welche Käufer veräußert, und wie hoch waren die dabei erzielten
Einnahmen (bitte nach Jahr, Immobilienart, exakter Adresse, Käufer und
erzielten Einnahmen aufschlüsseln)?
15. Welche der in Frage 13 genannten Objekte werden nach Kenntnis der
Bundesregierung
a) für die Schaffung von Sozialwohnungen verwendet,
b) für den Bau von Wohnungen für den freien Mietmarkt verwendet,
c) für den Bau von Eigentumswohnungen verwendet,
d) von öffentlichen Einrichtungen genutzt,
e) gewerblich genutzt?
Die Fragen 14 und 15 werden zusammengefasst beantwortet und es wird davon
ausgegangen, dass die Bezugnahme in Frage 15 sich auf Frage 14 und nicht auf
Frage 13 bezieht:
Die BImA hat im Freistaat Bayern im Zeitraum 2022 bis 29. Juni 2023
insgesamt 83 Liegenschaften mit einem Verkaufserlös von rund 46,5 Mio. Euro
verkauft. Davon hat sie 48 Liegenschaften (mit einem Verkaufserlös von rund
35,5 Mio. Euro) an Gebietskörperschaften beziehungsweise von diesen
getragene Gesellschaften veräußert und Kaufpreisabschläge von insgesamt rund
5,4 Mio. Euro gewährt. Davon entfällt ein anteiliger Verbilligungsabschlag in
Höhe von knapp 2,3 Mio. Euro auf die Schaffung von 93 Sozialwohnungen im
Wege von Nachverhandlungen.
Die restlichen rund 3 Mio. Euro entfallen auf die übrigen verbilligungsfähigen
Nutzungszwecke gemäß der Verbilligungsrichtlinie der BImA (VerbR 2018),
zum Beispiel für die Nutzung für hoheitliche Tätigkeiten der
Gebietskörperschaften, für die Nutzung für Einrichtungen des öffentlichen Bildungswesens,
für den Bau und Betrieb allgemeiner Basisinfrastruktureinrichtungen oder für
lokale Infrastruktureinrichtungen ohne überregionale Bedeutung.
Die VerbR 2018 enthält die Regelung, dass die Gebietskörperschaften die
verbilligt erworbenen Liegenschaften für einen angemessenen Zeitraum, der
mindestens zehn Jahre beträgt, entsprechend dem verbilligungsfähigen
Nutzungszweck verwenden müssen. Bei einer zweckwidrigen Nutzung muss die
Verbilligung entsprechend anteilig nachgezahlt werden.
Zu den übrigen Liegenschaften liegen keine aktuellen Erkenntnisse über die
derzeitige Nutzung vor.
An Privatpersonen oder private Gesellschaften wurden 35 Liegenschaften mit
einem Verkaufserlös von rund 11,1 Mio. Euro verkauft. Dabei bietet ein
Baugrundstück in München Kapazitäten für 14 frei finanzierte Wohnungen. Zu den
weiteren, an Private veräußerten Liegenschaften gehören unbebaute, land- und
forstwirtschaftliche Flächen, an denen kein kommunales Kaufinteresse bestand.
Details sind der Anlage zu den Fragen 14 und 15 zu entnehmen.*
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/7762 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
16. Welche der in Bayern gelegenen Wohnungen, Grundstücke und
Immobilien der BImA sollen nach Kenntnis der Bundesregierung laut aktuellen
Planungen in den nächsten fünf Jahren verkauft werden (bitte unter
Angabe von Immobilienart, exakter Adresse und Jahr des geplanten
Verkaufs auflisten)?
Zum Stand der derzeit laufenden konkreten Verkaufsverhandlungen der BImA
für das Jahr 2023 wird auf die Anlage zu Frage 16 verwiesen.*
Ob, wann, an wen und wie viele Objekte ganz oder in Teilen und zu welchem
Nutzungszweck tatsächlich verkauft werden können, kann derzeit konkret nicht
angegeben werden.
Für die Jahre 2024 ff. steht die Verkaufsplanung noch nicht fest. Das
Verkaufsportfolio unterliegt einem dynamischen Prozess und kann durch zeitliche
Verschiebungen oder die Neuaufnahme beziehungsweise Herausnahme von
Verkaufsfällen (zum Beispiel durch neu auftretenden Bundesbedarf,
Flüchtlingsunterbringung) aus dem gesamten verwertbaren Liegenschaftsbestand kurzfristige
Veränderungen erfahren. Die geplanten Veräußerungszeitpunkte unterliegen
permanenten Veränderungen sowie situations- und verhandlungsbedingten
Anpassungen. Die BImA muss sich bei ihren Veräußerungsentscheidungen den
sich stets ändernden Gegebenheiten anpassen und arbeitet insoweit nur mit
einer einjährigen konkreten und belastbaren Verkaufsplanung. Angaben zu über
das Jahr 2023 hinausgehenden Verkaufsabsichten können nicht mit der
erforderlichen Verbindlichkeit gemacht werden.
Bevor die BImA entbehrliche Liegenschaften auf dem Immobilienmarkt
veräußert, bietet sie diese zunächst den Gebietskörperschaften zum Kauf im Wege
des Erstzugriffs an.
Insbesondere bei den für den Wohnungsbau geeigneten und für den Bund
entbehrlichen Grundstücken verfolgt die BImA das Ziel, im Rahmen der
Wohnraumoffensive der Bundesregierung vorrangig an Kommunen zu veräußern.
Hierdurch ist sichergestellt, dass keine für eine kommunale Nutzung
interessante Liegenschaft „an der Kommune vorbei“ an private Träger verkauft wird.
a) Welche dieser Objekte sollen zu marktüblichen Verkaufspreisen bzw.
im Bieterverfahren veräußert werden?
Die Kommunen entscheiden im Rahmen ihrer kommunalen
Selbstverwaltungshoheit eigenständig darüber, ob sie für die ihnen angebotenen Grundstücke die
Erstzugriffsoption ausüben. Im Rahmen von Bieterverfahren oder über eine
Auktion werden Liegenschaften an Dritte nur dann veräußert, wenn
Gebietskörperschaften den Erwerb der ihnen angebotenen Liegenschaften ablehnen.
b) Welche dieser Objekte sollen verbilligt zum Zwecke des sozialen
Wohnungsbaus veräußert werden (vgl.
www.bundesimmobilien.de/ers
tzugriff-und-verbilligung-dfbcbdbd3c606579)?
Die Grundstücke, an denen Kommunen gegenüber dem Bund bereits Interesse
an einer verbilligten Abgabe für den Zweck des sozialen Wohnungsbaus
geäußert haben, sind in der Anlage zu Frage 16 dargestellt. Sofern die
Gebietskörperschaften Liegenschaften im Erstzugriff nicht erwerben möchten, ist dies in
der Anlage zu Frage 16 mit dem Hinweis „abgelehnt“ bezeichnet.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/7762 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
17. Welche Wohnungen, Grundstücke und anderweitige Immobilien der
BImA waren bzw. sind nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2022
länger als einen Monat ungenutzt bzw. liegen brach (bitte nach Jahr,
exakt, Objektart und Wohneinheitenanzahl bzw. Immobilien- bzw.
Grundstücksfläche auflisten)?
Eine entsprechende Aufstellung der leerstehenden Liegenschaften wird bei der
BImA in der erfragten Detailtiefe nicht vorgehalten. Von den sich im Eigentum
der BImA befindlichen Wohnungen in Bayern stehen aktuell insgesamt
471 Wohnungen leer. Hiervon stehen 129 Wohnungen seit null bis sechs
Monaten, 98 Wohnungen seit sieben bis zwölf Monaten und 244 Wohnungen seit
über zwölf Monaten leer.
a) Aus welchen Gründen bestand bzw. besteht der Leerstand in den
genannten Objekten?
Das Gewerbeportfolio besteht in der Regel nicht aus den klassischen
Büroflächen, sondern vielfach aus aufgegebenen Militärliegenschaften, Freiflächen,
Lagerräumen und Stellplätzen. Bei diesen Liegenschaften ist die Möglichkeit
einer unmittelbaren Anschlussnutzung nicht immer gegeben.
Hinsichtlich ihres Wohnungsbestandes hat die BImA entschieden, diesen
Schritt für Schritt zu sanieren sowie zu modernisieren und hat dafür die
entsprechenden Investitionsmittel deutlich erhöht. Damit unterstützt die BImA die
wohnungspolitischen Ziele der Bundesregierung.
Der Großteil des Leerstandes bei den Wohnungen ist durch erhebliche
technische Mängel der Wohnungen oder durch laufende Gebäudesanierung/-
modernisierung begründet. Die Leerstandsgründe sind im Einzelnen Fluktuation
(71 Wohnungen), Mangel (84 Wohnungen), Gebäudesanierung (180
Wohnungen) und Sonstiges (136 Wohnungen). „Sonstiges“ bezieht sich dabei auf
Wohnungen, die zum Verkauf stehen, abgerissen werden sollen oder für die kein
Planungsrecht mehr vorhanden ist. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen
beziehungsweise nach Herrichtung der Wohnung werden die Wohnungen im
Rahmen der Wohnungsfürsorge zur Vermietung angeboten.
b) Bis wann plant die BImA mit welchen Maßnahmen den noch
existierenden Leerstand zu beseitigen?
Der Leerstandsabbau bei Wohnungen ist vorrangiges Ziel der BImA. Der
Leerstand der Wohnungen der BImA im Freistaat Bayern ist grundsätzlich in der
Durchführung von notwendigen baulichen Maßnahmen zur Hebung der
Wohnungen beziehungsweise Gebäude auf einen marktgerechten beziehungsweise
energetischen Ausstattungsstandard begründet. Das angespannte
Marktgeschehen im Bereich des Bauens sorgt jedoch für verlängerte und teilweise schwer
kalkulierbare Ausführungszeiten.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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Anlage zu Frage 16:
Aktuelles Verkaufsportfolio 2023 in Bayern
lfd. Nr. PLZ Ort Erstzugriff Verbilligung sozialer
Wohnungsbau ja/nein
1 91617 Oberdachstetten nein nein
2 91586 Lichtenau, Markt nein nein
3 97795 Schondra, Markt nein nein
4 97656 Oberelsbach, Markt ja nein
5 86391 Stadtbergen ja nein
6 85134 Stammham ja nein
7 85104 Pförring ja nein
8 82152 Krailling noch offen nein
9 82152 Krailling nein nein
10 82152 Krailling nein nein
11 82152 Krailling noch offen nein
12 82152 Krailling nein nein
13 82152 Krailling nein nein
14 86899 Landsberg a. Lech,
1 gemfr. Gebiet
ja nein
15 82205 Gilching nein nein
16 82205 Gilching nein nein
17 93326 Abensberg, Stadt ja nein
18 97769 Römershag nein nein
19 95183 Feilitzsch nein nein
20 91322 Gräfenberg ja nein
21 91346 Muggendorf nein nein
22 96231 Bad Staffelstein nein nein
23 85232 Bergkirchen ja nein
24 84028 Landshut noch offen nein
25 86859 Igling ja nein
26 81673 München ja nein
27 82481 Mittenwald, Markt ja ja
28 83071 Stephanskirchen nein nein
29 83071 Stephanskirchen nein nein
30 83301 Traunreut noch offen nein
31 83301 Traunreut noch offen nein
32 83301 Traunreut noch offen nein
33 95706 Schirnding, Markt noch offen nein
34 92507 Nabburg, Stadt ja nein
35 97337 Dettelbach, Stadt ja ja
36 95706 Schirnding, Markt ja nein
37 93426 Roding noch offen nein
38 96050 Bamberg ja nein
39 97076 Würzburg ja nein
40 63743 Aschaffenburg ja nein
41 86391 Stadtbergen noch offen nein
42 86456 Gablingen ja nein
43 86507 Kleinaitingen noch offen nein
44 86929 Penzing ja nein
45 82266 Inning am Ammersee ja nein
46 87439 Kempten ja nein
47 87437 Kempten (Allgäu), Stadt ja ja
48 82166 Gräfelfing noch offen nein
Aktuelles Verkaufsportfolio 2023 in Bayern
lfd. Nr. PLZ Ort Erstzugriff Verbilligung sozialer
Wohnungsbau ja/nein
49 84082 Laberweinting, Neuhofen noch offen nein
50 94469 Deggendorf ja nein
51 93346 Ihrlerstein nein nein
52 93346 Ihrlerstein nein nein
53 81827 München abgelehnt nein
54 85748 Garching-Hochbrück ja nein
55 85748 Garching-Hochbrück ja nein
56 80935 München ja nein
57 97688 Bad Kissingen ja nein
58 82216 Maisach noch offen nein
59 82216 Maisach noch offen nein
60 82216 Maisach ja nein
61 82216 Maisach noch offen nein
62 82216 Maisach ja nein
63 97232 Giebelstadt ja nein
64 97232 Giebelstadt nein nein
65 97772 Wildflecken ja nein
66 94469 Deggendorf ja nein
67 95447 Bayreuth ja nein
68 84085 Langquaid ja nein
69 94327 Bogen noch offen nein
70 93053 Regensburg ja nein
71 84085 Langquaid noch offen nein
72 84085 Langquaid noch offen nein
73 84085 Langquaid noch offen nein
74 92224 Amberg ja ja
75 83278 Traunstein ja nein
76 94339 Leiblfing ja nein
77 94078 Freyung ja nein
78 82343 Pöcking ja nein
79 91171 Greding ja nein
80 86899 LANDSBERG AM LECH ja nein
81 86929 Penzing ja ja
82 86836 Obermeitingen noch offen nein
83 86836 Obermeitingen noch offen nein
84 82481 Mittenwald, Markt noch offen nein
85 84056 Rottenburg a.d. Laaber ja nein
86 91738 Pfofeld ja nein
87 96052 Bamberg ja nein
88 94079 Fürstenzell noch offen nein
89 97421 Schweinfurt/Geldersheim ja nein
90 97421 Schweinfurt/Geldersheim ja nein
91 83278 Traunstein ja ja
92 82467 Garmisch-Partenkirchen noch offen nein
93 82166 Gräfelfing nein nein
94 86559 Adelzhausen ja nein
95 80995 München ja nein
96 82481 Mittenwald ja nein
97 97772 Wildflecken nein nein
98 97772 Wildflecken nein nein
99 94253 Bischofsmais nein nein
Aktuelles Verkaufsportfolio 2023 in Bayern
lfd. Nr. PLZ Ort Erstzugriff Verbilligung sozialer
Wohnungsbau ja/nein
100 93359 Wildenberg ja nein
101 94130 Obernzell ja nein
102 85221 Dachau ja nein
103 89335 Ichenhausen nein nein
104 85461 Grünbach nein nein
105 85461 Grünbach nein nein
106 92676 Eschenbach i.d.OPf. nein nein
107 91738 Pfofeld nein nein
108 91738 Pfofeld nein nein
109 97273 Dettelbach ja nein