Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/10086 –
Kosten durch Zugverspätungen und Zugausfälle bei der Deutschen Bahn AG
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Jahr 2023 hat die Deutsche Bahn AG (DB AG) im Fernverkehr nach
Ansicht der Fragesteller einen Rekordwert bei der Unpünktlichkeit ihrer Züge
erreicht. Fast ein Drittel aller Fahrgäste waren im Fernverkehr der DB AG von
Verspätungen betroffen. Zwischen Januar und November 2023 kamen
lediglich 69,6 Prozent der Reisenden pünktlich ans Ziel (vgl.
https://www.tagessch
au.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bahn-verspaetung-100.html).
Sowohl bei der DB Fernverkehr AG als auch bei der DB Regio AG sanken
besonders im November 2023 die Pünktlichkeitswerte. Auf der Homepage der
Deutschen Bahn AG liest man hierzu, dass im November 2023 52 Prozent der
ICE- und IC-Züge ihr Ziel pünktlich erreicht haben und dass rund 75 Prozent
der Fernverkehrszüge auf ihrer Fahrt durch mindestens eine Baustelle
ausgebremst wurden (vgl.
https://www.deutschebahn.com/de/konzern/konzernprofi
l/zahlen_fakten/puenktlichkeitswerte-6878476).
Im Falle von Zugverspätungen, Zugausfällen und verpassten Anschlusszügen
gibt es umfangreiche Rechte und Ansprüche der Fahrgäste (vgl.
https://www.b
ahn.de/service/informationen-buchung/fahrgastrechte/rechtliche-regelungen).
So erhalten Reisende ab 60 Minuten Verspätung an ihrem Zielbahnhof eine
Entschädigung von 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache
Fahrt und ab 120 Minuten Verspätung eine Entschädigung von 50 Prozent des
gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt. Außerdem gibt es in bestimmten
Fällen:
– Erstattungen, wenn Fahrgäste wegen Verspätung, Zugausfall oder
verpasstem Anschluss die Fahrt nicht antreten oder abbrechen;
– Ersatz von Kosten für ein anderes Verkehrsmittel (z. B. Bus oder Taxi)
aufgrund von Zugverspätungen, Zugausfällen oder Anschlussverlusten im
Strandungsfall und
– Ersatz von Kosten für Übernachtung (z. B. Hotel oder anderweitige
Unterkunft) aufgrund von Zugverspätungen, Zugausfällen oder
Anschlussverlusten im Strandungsfall.
Aufgrund der nach Ansicht der Fragesteller aktuell sehr schlechten
Pünktlichkeitswerte der DB AG gehen die Fragesteller von zahlreichen Fällen aus, in
denen die DB AG den Fahrgästen Kosten erstatten oder Ausgleichsleistungen
erbringen muss.
Deutscher Bundestag Drucksache 20/10356
20. Wahlperiode 19.02.2024
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr
vom 16. Februar 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Wie groß ist der Anteil der DB-Personenfernverkehrszüge, die im Jahr
2023 pünktlich, d. h. ohne die planmäßige Ankunftszeit um weniger als
eine Minute zu überschreiten, angekommen sind?
Bei der Deutschen Bahn AG (DB AG) wird zur Messung der betrieblichen
Pünktlichkeit im Personenverkehr ein Schwellenwert von 5.59 Minuten
verwendet. Auf dieser Basis wurde im Jahr 2023 ein Anteil betrieblich pünktlicher
Züge der DB Fernverkehr AG von 64 Prozent ermittelt (
https://www.deutscheb
ahn.com/de/konzern/konzernprofil/zahlen_fakten/puenktlichkeitswerte-687
8476).
2. Warum haben im November 2023 lediglich 52 Prozent der ICE- und
IC‑Züge ihr Ziel pünktlich erreicht (d. h. mit einer Verspätung von
weniger als sechs Minuten)?
Nach Angaben der DB AG wird die Pünktlichkeit durch ein teilweise
überlastetes Schienennetz, Störungsgeschehen an der Infrastruktur, umfangreiche
Baumaßnahmen, die daraus resultierenden Kapazitätskonflikte auf dem Netz sowie
zahlreiche externe Einflüsse (z. B. Extremwetterereignisse, gefährliche
Eingriffe in den Bahnverkehr usw.) maßgeblich beeinträchtigt. Weitere
Verspätungsursachen liegen beim Eisenbahnverkehrsunternehmens DB Fernverkehr AG in
den Bereichen Betrieb (z. B. Haltezeitüberschreitung, Bereitstellung),
Fahrzeuge (inkl. Fahrzeug-Umlauf), Personal und externe Einflüsse (z. B.
Fremdeinwirkung, Behördeneinsatz, gefährliche Ereignisse, Witterung).
Neben den oben genannten Betriebserschwernissen war der November 2023
von mehreren externen Sonderereignissen geprägt, die die betriebliche Lage auf
dem ohnehin schon überlasteten Schienennetz weiter verschärft haben. Zu
diesen Sonderereignissen zählten u. a. eine Oberleitungsstörung am Knotenpunkt
Hannover, ein gefährliches Ereignis im Bahnbetrieb in Reichertshausen,
Langsamfahrstellen im Raum Nürnberg und Gütersloh, die temporäre Einführung
von Grenzkontrollen im stehenden Zug durch die Bundespolizei, insbesondere
im Raum Rosenheim, sowie der GDL-Streik am 15. und 16. November 2023
mit maßgeblichen Auswirkungen auf den Betrieb vor und nach dem Streik.
3. Welche Schlussfolgerung zieht die Bundesregierung daraus, dass bis zum
Jahr 2021 die Pünktlichkeitsquote der Züge stabil über 70 Prozent, im
Jahr 2020 sogar über 80 Prozent lag und sich ab 2022 ein völlig anderes
Bild zeichnet?
5. Wie will die DB AG dieses Ziel im Jahr 2024 erreichen?
Die Fragen 3 und 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Angaben der DB AG hängt die von den Eisenbahnverkehrsunternehmen
erreichbare Pünktlichkeit maßgeblich von der verfügbaren Kapazität des
Schienennetzes und dessen Auslastung ab. In den letzten Jahren ist die
Verkehrsmenge auf der Schiene deutlich gestiegen.
Während 2020 im Zuge der Corona-Pandemie die niedrigen Reisendenzahlen
und die geringe Auslastung des Schienennetzes zwischenzeitlich zu einer
höheren Pünktlichkeit führten, kam es 2021 zu einer Rückkehr der Reisenden und
einer kontinuierlichen Erhöhung des Angebots im Personen- und Güterverkehr.
Diese Steigerung fand vor allem in den bereits hoch belasteten
Streckenabschnitten statt. Gleichzeitig waren gerade auf diesen hochausgelasteten
Streckenabschnitten bzw. Knoten Baumaßnahmen zur Instandhaltung nötig, die
die Pünktlichkeit weiter verschlechterten. So gab es seit 2021 eine starke
Zunahme von belastungs- und baubedingten Verspätungen.
Um die Pünktlichkeit zu erhöhen, investieren der Bund und die DB AG weiter
in eine leistungsfähige Infrastruktur und in ein digitales Kapazitätsmanagement
zur optimalen Nutzung des Bestandsnetzes. Die
Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB AG beschaffen moderne und zuverlässige Züge. Durch eine
bessere Reisendeninformation werden die Fahrgäste frühestmöglich auf veränderte
Betriebslagen hingewiesen. Im Schulterschluss mit Bund und Branche strebt
die DB AG eine nachhaltige Verkehrsverlagerung auf die umweltfreundliche
Schiene an. Um dies zu erreichen, muss die Pünktlichkeit deutlich verbessert
werden. Die Sicherstellung eines zuverlässigen und pünktlichen Betriebs
einerseits und die Steigerung der Verkehrsmenge im Schienenpersonenfernverkehr
andererseits bedürfen einer modernen, zuverlässigen und im Vergleich zum
Status quo ausgebauten Infrastruktur. Daher besteht die zentrale
Herausforderung derzeit darin, die Modernisierung des Schienennetzes voranzutreiben und
parallel die Pünktlichkeit stabil zu halten. Um dies zu erreichen, werden u. a.
im Rahmen einer Generalsanierung des Schienennetzes ab diesem Jahr
Bauvorhaben gebündelt abgearbeitet und insgesamt 40 Streckenabschnitte im
hochbelasteten Netz bis zum Jahr 2030 saniert. So werden die Voraussetzungen für
eine nachhaltige Verbesserung der Pünktlichkeit im Schienenverkehr
geschaffen.
Die DB Fernverkehr AG investiert bis 2030 zwölf Mrd. Euro in neue Züge und
mehr Sitzplätze. Seit Dezember 2022 sind die ersten ICE 3neo im
Fahrgasteinsatz. Bis April dieses Jahres wird die Auslieferung aller 137 ICE 4
abgeschlossen. Gegen Ende des Jahres wird der ICE L sukzessive in Betrieb gehen.
Zusätzlich sollen in diesem Jahr die neuen ICE 3neo für Belgien und die
Niederlande zugelassen sein. Neben dieser Fahrzeugoffensive wird die Instandhaltung
optimiert: So sollen bis 2030 über zwei Mrd. Euro in den Aus- und Neubau von
Instandhaltungswerken investiert sowie die Instandhaltung weiter digitalisiert
und wo möglich automatisiert werden. Damit werden die Voraussetzungen
verbessert, mehr Züge instand zu halten und somit die Fahrzeugzuverlässigkeit
und die Qualität im Fahrgasteinsatz zu steigern.
Damit die Fahrgäste trotz der Vielzahl an Baustellen und der dadurch
angespannten betrieblichen Situation ihre Anschlusszüge zuverlässiger erreichen
und die Bahnreise besser planbar wird, werden frühzeitig handlungsleitende
Information vor allem über die Digitalkanäle verbreitet. Ferner wurden zur
weiteren Unterstützung der Fahrgäste u. a. Reisendenlenker an den wichtigsten
Knotenbahnhöfen und zusätzliche Servicekräfte für die Betreuung der
Fahrgäste an Bord eingestellt.
4. Welches Ziel der Pünktlichkeit beim Personenfernverkehr setzt sich die
DB AG für das Jahr 2024?
Die DB AG hat für den Fernverkehr ein betriebliches Pünktlichkeitsziel von
71,5 Prozent für das Jahr 2024 angesetzt.
6. Wie viele Fahrten hat die DB Fernverkehr AG im Jahr 2023
durchgeführt?
a) Wie viele dieser Fahrten hatten eine Verspätung von mehr als fünf
Minuten (bitte auch prozentual an der gesamten Anzahl der
durchgeführten Fahrten im Jahr 2023 angeben)?
b) Wie viele dieser Fahrten hatten eine Verspätung von mehr als 15
Minuten (bitte auch prozentual an der gesamten Anzahl der
durchgeführten Fahrten im Jahr 2023 angeben)?
c) Wie viele dieser Fahrten hatten eine Verspätung von mehr als 30
Minuten (bitte auch prozentual an der gesamten Anzahl der
durchgeführten Fahrten im Jahr 2023 angeben)?
d) Wie viele dieser Fahrten hatten eine Verspätung von mehr als 60
Minuten (bitte auch prozentual an der gesamten Anzahl der
durchgeführten Fahrten im Jahr 2023 angeben)?
e) Wie viele dieser Fahrten hatten eine Verspätung von mehr als
120 Minuten (bitte auch prozentual an der gesamten Anzahl der
durchgeführten Fahrten im Jahr 2023 angeben)?
f) Wie viele dieser Fahrten hatten eine Verspätung von 180 Minuten
oder mehr (bitte auch prozentual an der gesamten Anzahl der
durchgeführten Fahrten im Jahr 2023 angeben)?
Die Fragen 6 bis 6f werden gemeinsam beantwortet.
Nach Angaben der DB AG hat DB Fernverkehr im Jahr 2023 durchschnittlich
823 Fahrten mit 7.372 Ankunftshalten am Tag durchgeführt. Deutliche
Verspätungen von 60 Minuten oder mehr sind im vergangenen Jahr bei 2,4 Prozent
der Halte aufgetreten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die anteilige Ankunftsverspätung am Halt
gemäß Fragen 6a bis 6 f. Die Prozentangaben enthalten dabei jeweils auch die
Verspätungen der Cluster mit längerer Ankunftsverspätung.
Verspätungscluster mit
Ankunftsverspätung in Minuten
Anteil in Prozent
Größer-gleich 6 36,0
Größer-gleich 16 18,3
Größer-gleich 31 8,6
Größer-gleich 61 2,4
Größer-gleich 121 0,3
Größer-gleich 181 0,1
7. Wie viele der geplanten Fahrten bei der DB Fernverkehr AG im Jahr
2023 sind ausgefallen?
a) Wie viele Fahrten sind vor Fahrtantritt ausgefallen?
b) Wie viele Fahrten sind während der Zugfahrt ausgefallen?
c) Wie viele Fahrten sind auf der kompletten Strecke ausgefallen?
Die Fragen 7 bis 7c werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Angaben der DB AG sind im Jahr 2023 bei Zusammenfassung aller
internen und externen Einflussfaktoren (wie z. B. Streik) 2,7 Prozent der geplanten
Fahrten auf dem gesamten Laufweg ersatzlos ausgefallen. Die Fahrgäste
konnten in der Regel frühzeitig über einen Ausfall informiert und in vielen Fällen
konnte ihnen eine alternative Reiseverbindung angeboten werden. Für
Fahrgäste entstehen in solchen Fällen keine Mehrkosten und gemäß der europäischen
Fahrgastrechteverordnung können Erstattungen von Fahrpreisen geltend
gemacht werden. Des Weiteren kann es auch zu Teilausfällen kommen – auf
einem Teilabschnitt zu Beginn oder im weiteren Verlauf der Strecke. Zu Beginn
der Fahrt kam es im vergangenen Jahr bei 1,8 Prozent der Zugfahrten zu einem
Teilausfall. Während der Fahrt kam es bei 2,8 Prozent der Fahrten zu einem
Teilausfall.
d) Aus welchen Gründen sind diese ausgefallen?
Solche Ausfälle haben externe Ursachen, Fahrzeugursachen,
Infrastrukturursachen oder Ursachen des Eisenbahnverkehrsunternehmens (z. B. Personal
oder Fahrplan). Zudem wird auf die Antwort zur Teilfrage g. verwiesen.
e) Wie viele Züge mit angefangenen Fahrten mussten vorzeitig
umkehren?
Grundsätzlich werden angefangene Fahrten mit Fahrgästen nicht umgekehrt. Ist
die Weiterfahrt auf der ursprünglich geplanten Strecke – etwa durch eine
Streckensperrung – nicht umsetzbar, wird eine Umleitung durchgeführt. Ist
auch dies nicht möglich, endet die Fahrt außerplanmäßig an einem
Unterwegsbahnhof und alternative Reisemöglichkeiten werden ermöglicht und vermittelt.
f) Wie hoch ist der Anteil der ausgefallenen Fahrten durch
unvorhersehbare Ursachen?
Die Ursachen für Ausfälle sind grundsätzlich nicht vorhersehbar.
g) Wie hoch ist bei unvorhersehbaren Ursachen der Anteil von
ausgefallenen Fahrten durch Unfälle, witterungsbedingte technische
Störungen, Blockaden oder andere Gründe (bitte jeweils auflisten)?
Die Ausfallursachen werden grundsätzlich unterschieden in externe Ursachen,
Fahrzeugursachen, Infrastrukturursachen oder Ursachen des
Eisenbahnverkehrsunternehmens. Externe Ursachen wie witterungsbedingte Störungen,
Unfälle, Streiks o. Ä. haben im Jahr 2023 etwa 41 Prozent der Ausfallursachen
ausgemacht. Infrastrukturursachen wie Oberleitungsstörungen, Störungen der
Fahrbahn, Baumaßnahmen o. Ä. sind für etwa 14 Prozent der Ausfälle
verantwortlich.
h) Wie hoch ist der Anteil der ausgefallenen Fahrten durch
Verzögerungen?
i) Welche sind die häufigsten Gründe für Verzögerungen bei
Zugausfällen?
Eine Vielzahl von Ursachen können zu unterschiedlichen Arten von
Verzögerungen im Betrieb bzw. in der Folge möglicherweise zu Ausfällen führen –
z. B. Infrastrukturschäden oder Extremwetterereignisse. Eine Zuordnung von
Ausfällen zu vorherigen Verspätungen/Verzögerungen ist nicht möglich, da
Ausfälle den Primärursachen zugeordnet werden. Zu den Anteilen
grundsätzlicher Ausfallursachen wird auf die Antwort zu Teilfrage g verwiesen.
j) Wie viel Prozent der Fahrten mit „Sprinter“-Zügen sind ausgefallen?
Im Jahr 2023 sind 2 Prozent der Züge auf Sprinterlinien auf dem gesamten
Laufweg ohne Ersatz ausgefallen.
8. In wie vielen Fällen hat die DB AG (DB Regio AG und DB Fernverkehr
AG) in den Jahren 2021, 2022 und 2023 Entschädigungen für
Verspätungen ab 60 Minuten am Zielbahnhof gezahlt (bitte für jedes Jahr einzeln
auflisten)?
9. In wie vielen Fällen hat die DB AG (DB Regio AG und DB Fernverkehr
AG) in den Jahren 2021, 2022 und 2023 Entschädigungen für
Verspätungen ab 120 Minuten am Zielbahnhof gezahlt (bitte für jedes Jahr einzeln
auflisten)?
10. Wie hoch war die Gesamtsumme der von der DB AG gezahlten
Entschädigungen in den Jahren 2021, 2022 und 2023 (bitte für jedes Jahr einzeln
auflisten)?
14. Wie hoch waren die Gesamtkosten für die DB AG in den Jahren 2021,
2022 und 2023 im Fall von Erstattungen, weil Fahrgäste wegen
„Verspätung, Zugausfall oder verpasstem Anschluss“ die Fahrt nicht angetreten
oder abgebrochen haben (vgl.
https://www.bahn.de/service/informatione
n-buchung/fahrgastrechte/rechtliche-regelungen; bitte für jedes Jahr
einzeln auflisten)?
15. Wie hoch waren die Gesamtkosten für die DB AG in den Jahren 2021,
2022 und 2023 im Fall von „Ersatz von Kosten für ein anderes
Verkehrsmittel (z. B. Bus oder Taxi) aufgrund von Zugverspätungen,
Zugausfällen oder Anschlussverlusten im Strandungsfall“ (vgl.
https://www.bah
n.de/service/informationen-buchung/fahrgastrechte/rechtliche-regelu
ngen; bitte für jedes Jahr einzeln auflisten)?
a) In wie vielen Fällen haben Fahrgäste einen Bus genutzt?
b) In wie vielen Fällen haben Fahrgäste ein Taxi genutzt?
c) Wie hoch waren die Kosten für Taxifahrten für die DB AG in den
Jahren 2021, 2022 und 2023 als Ersatz infolge von Zugverspätungen,
Zugausfällen oder Anschlussverlusten im Strandungsfall (bitte für
jedes Jahr getrennt auflisten)?
16. Wie hoch waren die Gesamtkosten für die DB AG in den Jahren 2021,
2022 und 2023 im Fall vom „Ersatz von Kosten für Übernachtungen
(z. B. Hotel oder anderweitige Unterkunft) aufgrund von
Zugverspätungen, Zugausfällen oder Anschlussverlusten im Strandungsfall“ (vgl.
https://www.bahn.de/service/informationen-buchung/fahrgastrechte/recht
liche-regelungen; bitte für jedes Jahr einzeln auflisten)?
17. In wie vielen Fällen hat die DB AG ihren Kundinnen und Kunden
angemessene Übernachtungskosten ersetzt, weil eine Fortsetzung der Fahrt
am selben Tag aufgrund eines Zugausfalls oder einer Zugverspätung
nicht möglich oder die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht
zumutbar war?
18. Wie hoch waren die Gesamtkosten für die DB AG in den Jahren 2021,
2022 und 2023 für Erstattungen, weil Fahrgäste ihre
Sitzplatzreservierung nicht in Anspruch nehmen konnten (bitte für jedes Jahr einzeln
auflisten)?
19. Wie häufig kam es vor, dass reservierte Sitzplätze nicht zugeteilt oder
zugeteilte Sitzplätze nicht bereitgehalten oder wegen Zugverspätung
nicht eingenommen werden konnten, und aus welchen Gründen kamen
diese Fälle vor?
Die Fragen 8 bis 10 sowie 14 bis 18 werden aufgrund des Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Nach Angaben der DB AG werden die gewünschten Daten in der erfragten
Detailtiefe nicht erfasst.
Informationen zu den Erstattungen aufgrund von Fahrgastrechten sind im
jährlichen „Qualitätsbericht gemäß der Verordnung (EU) 2021/782“ enthalten. Der
Berichtsteil „Beschwerdemanagement“ ist jeweils in den Geschäftsberichten
der DB Fernverkehr AG einzusehen, der unter
https://ir.deutschebahn.com/de/b
erichte/tochtergesellschaften/ abrufbar ist.
Nach Angaben der DB AG werden nachfolgend die im Servicecenter
Fahrgastrechte (SC FGR) bearbeiteten Fälle und die Gesamtsumme der ausgezahlten
Regulierungen ausgewiesen. Diese Angaben umfassen Fälle und Auszahlungen
für alle am gemeinsamen Verfahren beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen
(EVU). Am gemeinsamen Entschädigungsverfahren des SC FGR sind rund
40 EVU beteiligt. Der Anteil der EVU der DB AG beträgt rund 97 Prozent.
Die DB AG hat im vergangenen Jahr deutlich höhere Entschädigungssummen
an ihre Fahrgäste infolge von Verspätungen und Zugausfällen gezahlt.
Insgesamt wurden im SC FGR im Jahr 2023 rund 5,6 Millionen
Entschädigungsanträge bearbeitet. Dabei wurden Fahrgästen im Nah- und Fernverkehr
insgesamt 132,8 Mio. Euro erstattet. Im Vergleich dazu wurden 2022 3,8 Millionen
Anträge bearbeitet und 92,7 Mio. Euro Entschädigungen ausgezahlt.
11. In wie vielen Fällen der von der DB AG in den Jahren 2021, 2022 und
2023 bei der DB Regio AG und DB Fernverkehr AG durchgeführten
Fahrten mussten Fahrgäste auf einen anderen Zug ausweichen, um ihre
jeweilige Reise fortzusetzen (bitte für jedes Jahr einzeln auflisten)?
Fahrgäste müssen auf einen anderen Zug ausweichen, um ihre Reise
fortzusetzen, wenn dieser von einem Teilausfall oder einer Teilräumung (unzulässige
Überbesetzung) betroffen ist. Bei Teilräumungen werden grundsätzlich so
wenige Fahrgäste wie möglich und so viele wie nötig auf einen späteren Zug
verwiesen, um eine sichere Zugfahrt zu gewährleisten.
Die folgende Tabelle zeigt die Teilausfälle während der Fahrt sowie die
Teilräumungen für die Jahre 2021 bis 2023. Im Jahr 2021 kam es aufgrund
geringerer Fahrgastzahlen, bedingt durch die Corona-Pandemie, seltener zu
Räumungen der Züge.
Jahr Anteil Fahrten
mit Teilausfall
während der Fahrt
in Prozent
Anteil Züge
mit Teilräumung
in Prozent
2021 2,5 <0,1
2022 2,8 0,2
2023 2,8 0,2
12. In wie vielen Fällen haben Fahrgäste in den Jahren 2021, 2022 und 2023
die Möglichkeit wahrgenommen, bei verspäteten oder ausgefallenen
Zügen eine Fahrt mit anderen Eisenbahnen (z. B. Flixtrain, Nightjet), einem
Reisebus oder einem Bus des Regionalverkehrs fortzusetzen, weil das
Eisenbahnunternehmen nicht innerhalb von 100 Minuten nach der
planmäßigen Abfahrtszeit eines verspäteten oder ausgefallenen Zuges oder
eines verpassten Anschlusses darüber informiert hat (bitte für jedes Jahr
einzeln auflisten)?
13. Wie hoch waren die „ggf. entstandenen notwendigen, angemessenen und
zumutbaren Kosten“ in diesem Fall (vgl. Frage 12) für die DB AG, die
über das Servicecenter Fahrgastrechte erstattet wurden (vgl.
https://www.
bahn.de/service/informationen-buchung/fahrgastrechte/rechtliche-regelu
ngen)?
Die Fragen 12 und 13 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Angaben der DB AG werden Fallzahlen in der erfragten Detailtiefe nicht
erfasst. Die sogenannte 100-Minuten-Regelung gibt es erst seit Juni 2023, als
die novellierte Verordnung (EU) 2021/782 in Kraft getreten ist.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333