Deutscher Bundestag Drucksache 20/12188
20. Wahlperiode 03.07.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/11645 –
Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes für den deutschen
Mittelstand
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In einem vielbeachteten Interview hat der Präsident der Fraunhofer-
Gesellschaft (FhG), Prof. Dr. -Ing. Holger Hanselka, folgende Sorge geäußert:
„Unser wichtigster Partner in der Wirtschaft sind die kleinen und mittleren
Unternehmen. Deshalb mache ich mir Sorgen darüber, ob wir den Mittelstand
ausreichend dabei unterstützen, sich für die Zukunft technologisch aufzustellen.
[…] Mir geht es primär um die kleinen und mittleren Unternehmen. Wir haben
eine über Jahrzehnte gewachsene, sehr resiliente Struktur im deutschen
Mittelstand. Diese Unternehmen erfinden sich immer wieder neu, aber sie brauchen
verlässliche Rahmenbedingungen, um dauerhaft in Deutschland zu
investieren.“ (
www.faz.net/aktuell/technik-motor/fraunhofer-praesident-hanselka-ueb
er-fehlendes-geld-19561304.html).
Ferner erreichen die Fragesteller vermehrt Berichte, dass sich
Förderbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verschlechtern würden.
Nach Kenntnis der Fragesteller hat das Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) wiederholt die für den Mittelstand relevanten
Forschungsprogramme teilweise sehr kurzfristig gekürzt. Ferner hat das BMWK
nach Auffassung der Fragesteller das Forschungsprogramm Industrielle
Gemeinschaftsforschung (IGF) mit einer Neuausschreibung erheblich
geschwächt (
www.forschung-fom.de/fom/aktuelles/d/kurzmitteilung-dlr-wird-ne
uer-igf-projekttraeger). Aus Sicht der Fragesteller haben das BMWK und das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die
Förderprogramme IGF, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und KMU-
innovativ extrem schwergängig für gemeinnützige Forschungseinrichtungen
gemacht, die unter den verschlechterten Rahmenbedingungen des weiterhin
gültigen Besserstellungsverbotes leiden (
www.handelsblatt.com/politik/deutsc
hland/forschungsstandort-deutschland-kritik-am-besserstellungsverbot-die-ind
ustrieforschung-geht-vor-die-hunde/29256366.html). Zeitgleich versucht nach
Wahrnehmung der Fragesteller das BMBF genau das mit dem Aufbau der
Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) zu replizieren, was
IGF und ZIM bereits erfolgreich leisten. Die aus Sicht der Fragesteller
erfolgreichen Originale werden empfindlich geschwächt und das vermeintlich Neue,
die DATI, ist bis heute und auch in absehbarer Zukunft nicht funktionsfähig
(
www.jmwiarda.de/2024/04/15/wann-ist-die-dati-dran/). Die Fraktion der
CDU/CSU sieht mit großer Sorge, dass all dies in einer Phase der Rezession
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 3. Juli 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
stattfindet, in der Unternehmen das Geld für Forschungsausgaben fehlt und
gleichzeitigem Ausfall der öffentlichen Förderung. Im Ergebnis sehen die
Fragesteller insbesondere die Wettbewerbsposition der deutschen Mittelständler
im internationalen Wettbewerb bedroht.
1. Wie haben sich die Ausgaben bzw. Haushaltsansätze im Bereich der
Forschungs- und Innovationsförderung für ZIM seit 2021 in realen Preisen
entwickelt (bitte tabellarisch darstellen)?
Haushaltsjahr 2021 2022 2023 2024
Haushaltsansatz Titel 0901 68301 UT 1 (ZIM) 619 Mio. Euro 610 Mio. Euro 694 Mio. Euro 628 Mio. Euro
Angaben in realen Preisen liegen nicht vor.
2. Wie haben sich davon die jährlich verfügbaren Mittel für
Neubewilligungen seit 2021 entwickelt (bitte tabellarisch darstellen)?
Verfügbare Mittel für Neubewilligungen im Titel 0901 68301 UT 1 und UT 2
(Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) und Innovationsprogramm
für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP)) jeweils zu Jahresanfang.
Haushaltsjahr 2021 2022 2023
freie (nicht in Vorjahren gebundene) Barmittel 134 Mio. Euro 5 Mio. Euro 144 Mio. Euro
Verpflichtungsermächtigungen laut Haushaltsplan 625 Mio. Euro 669 Mio. Euro 596 Mio. Euro
3. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 der Mittelabfluss im
Rahmen von ZIM (bitte tabellarisch darstellen)?
Haushaltsjahr 2022 2023
Mittelabfluss Titel 0901 68301 UT 1 (ZIM) 596 Mio. Euro 507 Mio. Euro
4. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 die Bewilligungsquote im
Rahmen von ZIM, bzw. wie viele der Anträge bzw. eingereichten
Projektskizzen haben schließlich zu einer Bewilligung geführt, und wie hoch
war das Antragsvolumen (auch auf Skizzenebene), und wie viel ist
bewilligt worden?
Haushaltsjahr 2022 2023
Gestellte Anträge im Kalenderjahr 2 617 4 067
Davon: Bewilligte Anträge im Kalenderjahr 1 585 2 608
Bewilligungsquote Rund 60 Prozent Rund 64 Prozent
Im Jahr 2022 war die Antragsannahme im ZIM bis zum 2. August 2022 bis auf
wenige Ausnahmen ausgesetzt, daher war die Zahl der eingegangenen Anträge
2022 gering. Das Bewilligungsverfahren im ZIM ist einstufig; das Einreichen
von Skizzen ist nicht erforderlich.
5. Wie verteilen sich die Bewilligungen auf die verschiedenen
Größenklassen der Unternehmen (bitte jeweils die Anzahl und die Bewilligungen
sowie die Summe und die Größe des beteiligten Unternehmens nennen)?
1–9 Mitarbeitende 1 499
10–49 Mitarbeitende 3 819
50–249 Mitarbeitende 1 937
Ab 250 Mitarbeitende 273
6. Wie viele Mittel stehen nach gegenwärtiger Planung der
Bundesregierung dem BMWK in den Jahren 2024 und 2025 für Neubewilligungen
im Rahmen von ZIM zur Verfügung?
Für das Jahr 2024 standen im Titel 0901 68301 (ZIM und IGP) zum
Jahresanfang 195 Mio. Euro freie (nicht in Vorjahren gebundene) Barmittel und
626 Mio. Euro Verpflichtungsermächtigungen laut Haushaltsplan für
Neubewilligungen zur Verfügung. Für das Jahr 2025 können keine Angaben gemacht
werden, da das regierungsinterne Aufstellungsverfahren noch nicht
abgeschlossen ist.
7. Wie haben sich die Ausgaben bzw. Haushaltsansätze im Bereich der
Forschungs- und Innovationsförderung für die IGF seit 2021 in realen
Preisen entwickelt (bitte tabellarisch darstellen)?
9. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 der Mittelabfluss im
Rahmen der IGF?
Die Fragen 7 und 9 werden gemeinsam beantwortet.
Haushaltsansatz Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) IST/Mittelabfluss
2021 200 Mio. Euro 193 Mio. Euro
2022 195 Mio. Euro 180 Mio. Euro
2023 197 Mio. Euro 190 Mio. Euro
2024 180 Mio. Euro –
Angaben in realen Preisen liegen nicht vor.
8. Wie haben sich davon die jährlich verfügbaren Mittel für
Neubewilligungen seit 2021 entwickelt?
Freie Barmittel im jeweiligen Haushaltsjahr
2021 49,8 Mio. Euro
2022 42,7 Mio. Euro
2023 46,3 Mio. Euro
10. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 die Bewilligungsquote im
Rahmen der IGF, bzw. wie viele der Anträge bzw. eingereichten
Projektskizzen haben schließlich zu einer Bewilligung geführt, und wie hoch
war das Antragsvolumen (auch auf Skizzenebene), und wie viel ist
bewilligt worden (bitte jeweils die Anzahl und die Bewilligungen sowie die
Summe nennen)?
Anzahl
begutachtete Anträge
davon
bewilligungsfähige Anträge
Anzahl bewilligte
Projekte
Bewilligungsquote
Bewilligungssumme
2022 1083 635 465 43 Prozent 187,8 Mio. Euro
2023 1049 651 384 37 Prozent 164 Mio. Euro
11. Wie viele Mittel stehen nach gegenwärtiger Planung der
Bundesregierung dem BMWK in den Jahren 2024 und 2025 für Neubewilligungen
im Rahmen der IGF zur Verfügung?
Freie Barmittel im jeweiligen Haushaltsjahr
2024 41,2 Mio. Euro
2025 47,6 Mio. Euro
12. An welchen weiteren Förderprogrammen des BMWK im Bereich
Forschung und Innovation können KMU partizipieren (bitte jeweils einzeln
die Ausgaben bzw. Haushaltsansätze je Förderprogramm sei 2021 in
realen Preisen sowie die Aufteilung auf die Größenklassen der
Unternehmen tabellarisch darstellen)?
Angaben in realen Preisen liegen nicht vor. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass
neben Unternehmen innerhalb der Förderprogramme auch regelmäßig
Zuwendungen an weitere Empfänger wie Forschungseinrichtungen und Universitäten
erfolgen, weswegen die Ausgaben nicht identisch sind mit der Summe der
Zuwendungen an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie
Großunternehmen. Zudem erfolgt die Einbindung von KMU in Projekte häufig über
Unteraufträge. Innerhalb des für die Beantwortung zur Verfügung stehenden
Zeitraumes konnten die nachfolgend aufgeführten Daten zusammengestellt werden.
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13. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 die Bewilligungsquote der
in Frage 12 ggf. identifizierten weiteren Förderprogramme des BMWK
mit Blick auf KMU (bitte einzeln aufführen), bzw. wie viele der Anträge
bzw. eingereichten Projektskizzen haben schließlich zu einer
Bewilligung geführt, und wie hoch war das Antragsvolumen (auch auf
Skizzenebene), und wie viel ist bewilligt worden (bitte jeweils die Anzahl und
die Bewilligungen sowie die Summe nennen)?
Innerhalb des für die Beantwortung zur Verfügung stehenden Zeitraumes
konnten folgende Daten zusammengestellt werden.
a) Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien
Jahr Antragsvolumen KMU
insgesamt
Bewilligungen KMU Bewilligung
2022 • 96 eingereichte
Verbundprojektskizzen
• 657 Partner, davon
248 KMU
• 467,3 Mio. Euro
Antragsvolumen, davon 134,7 Mio.
Euro an KMU
• davon 19 Verbundprojekte
bewilligt
• 130 Partner, davon 52 KMU
• 122,9 Mio. Euro
Bewilligungsvolumen, davon
21,6 Mio. Euro an KMU
2023 • 44 eingereichte
Verbundprojektskizzen
• 373 Partner, davon
134 KMU
• 248,2 Mio. Euro
Antragsvolumen, davon 63,9 Mio.
Euro an KMU
• davon 2 Verbundprojekte
bewilligt
• 24 Partner, davon 1 KMU
• 27,6 Mio. Euro
Bewilligungsvolumen, davon
0,16 Mio. Euro an KMU
• weitere 4 Verbundprojekte
befinden sich aktuell in der
Bewilligungsphase
• 74 Partner, davon 13 KMU
• 29,7 Mio. Euro
Bewilligungsvolumen, davon
7,6 Mio. Euro an KMU
Da es beim Förderprogramm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ keine
separaten Skizzeneinreichungen für die beiden Titel 68311 und 89211 gab,
werden die Statistiken für die beiden Titel in Summe dargestellt.
Für das Förderprogramm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ wurden
nur das Bewilligungsvolumen an KMU als direkte Zuwendungsempfänger
aufgeführt. Indirekte Beteiligungen über Unteraufträge wurden in dieser
Aufstellung nicht berücksichtigt.
b) Digitalisierung der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie
Jahr Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung insgesamt
2022 151 33 100
2023 5 5 15
c) „Manufacturing-X“
Jahr Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung insgesamt
2022 – – –
2023 167 0 7
d) IPCEI Cloud und Datenverarbeitung
Jahr Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung insgesamt
2022 – – –
2023 20 5 20
e) Energieforschungsprogramm
Jahr Antragsvolumen KMU,
insgesamt
Bewilligungen KMU Bewilligung insgesamt
2022 447 Anträge von KMU,
insgesamt 721 Skizzen und 1350
Anträge
410 Bewilligungen mit einer
Fördersumme von 127 Mio.
Euro
1253 Bewilligungen mit einer
Fördersumme von insgesamt
602 Mio. Euro
2023 411 Anträge von KMU,
insgesamt 656 Skizzen und 1298
Anträge
370 Bewilligungen mit einer
Fördersumme von 121, 7 Mio.
Euro
1202 Bewilligungen mit einer
Fördersumme von insgesamt
598,5 Mio. Euro
In Verbundprojekten wird jeweils nur eine Skizze pro Verbund eingereicht; eine
Auswertung nach Empfängergruppe erfolgt dabei nicht. Die Anzahl der
späteren Anträge und Bewilligungen vervielfachte sich entsprechend gegenüber den
Skizzen. Die Ableitung einer Bewilligungsquote könnte nur näherungsweise
erfolgen, da die Verfahren von Einreichung der Skizze bis zur Bewilligung in
verschiedenen Haushaltsjahren liegen können.
f) Industrielle Fertigung für mobile und stationäre Energiespeicher (Titel
89304)
Industrielle Fertigung für mobile und stationäre Energiespeicher (Titel 89304):
Der KMU-Status wird in der Skizzenphase abgefragt, aber noch nicht
übergeprüft. Diese findet erst in der Antragsphase statt.
g) Technologietransfer-Programm Leichtbau (TTP LB)
Jahr Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung
2022 72 Mio. Euro 118 27 Mio. Euro
2023 130 Mio. Euro 142 38 Mio. Euro
h) Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze
(0901 892 10) (Inno-Programm) (Gesamtangabe 2022 und 2023)
Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung
8,6 Mio. Euro 100 Prozent 3,6 Mio. Euro
i) Maritimes Forschungsprogramm (inklusive Echtzeittechnologien für die
maritime Sicherheit und Klimaneutrales Schiff) 0901 683 12; 0901 683 14;
6092 686 28 (Gesamtangabe 2022 und 2023)
Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung
8,6 Mio. Euro 100 Prozent 3,6 Mio. Euro
32,4 Mio. Euro 63 Bewilligungen
28,1 Mio. Euro
160 Bewilligungen
87,8 Mio. Euro
j) Nationales Programm für Weltraum und Innovation (0901 983 32)
Jahr Antragsvolumen KMU, insgesamt Bewilligungen KMU Bewilligung
2022 98 Anträge (ohne Skizze)
18 200 000 Euro
90 Bewilligungen
13 500 000 Euro
91 Prozent
Bewilligungsquote
2023 108 Anträge (ohne Skizze)
24 200 000 Euro
107 Bewilligungen
23 500 000 Euro
99 Prozent
Bewilligungsquote
14. Welchen Stellenwert hat die Forschungs- und Innovationsförderung von
KMU im BMWK?
Bei der Innovationsförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) im Rahmen des Ansatzes „Von der Idee zum Markterfolg“
liegt ein klarer Fokus auf der Stärkung der Innovationsfähigkeit von KMU.
Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache wichtig, dass ein
Aufschwung bei Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen nach dem
COVID-19-Einbruch insbesondere bei großen Unternehmen (ab 500
Beschäftigten) zu verzeichnen war.
15. Wie haben sich die Ausgaben bzw. Haushaltsansätze für die
Förderinitiative KMU-innovativ seit 2021 in realen Preisen entwickelt (bitte
tabellarisch darstellen)?
Bezüglich der Ausgaben und Haushaltsansätze im Rahmen von KMU-
innovativ wird auf die Antworten der Bundesregierung zu den Fragen 31 bis 33 der
Kleinen Anfrage der Fraktion der CDU/CSU auf Bundestagsdrucksache
20/10896 verwiesen.
16. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 der Mittelabfluss im
Rahmen von KMU-innovativ (bitte entlang der inhaltlich-fachlichen
Gliederung darstellen: Bioökonomie, Biomedizin, Elektronik und autonomes
Fahren; High Performance Computing, Medizintechnik, Informations-
und Kommunikationstechnologien, Interaktive Technologien für
Gesundheit und Lebensqualität, Klima, Materialforschung, Photonik und
Quantentechnologien, Zukunft der Wertschöpfung)?
Der Mittelabfluss (in 1 000 Euro) im Rahmen der fachspezifischen KMU-
innovativ-Bekanntmachungen ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Mittelabfluss 2022 Mittelabfluss 2023
Bioökonomie 2 303 7 002
Biomedizin 0 2 463
Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Biotechnologie –
BioChance“
3 300 1 320
Elektronik und autonomes Fahren; High Performance
Computing
11 243 11 838
Medizintechnik 17 285 19 264
Informations- und Kommunikationstechnologien 24 621 28 028
Interaktive Technologien für Gesundheit und
Lebensqualität
11 371 10 571
Klima (Ressourceneffizienz, Flächenmanagement
und Wassermanagement)
20 013 20 035
Materialforschung 8 134 4 775
Photonik und Quantentechnologien 6 270 6 906
Zukunft der Wertschöpfung 9 540 10 213
17. Wie hoch war im Jahr 2022 und im Jahr 2023 die Bewilligungsquote im
Rahmen von KMU-innovativ, bzw. wie viele der Anträge bzw.
eingereichten Projektskizzen haben schließlich zu einer Bewilligung geführt
(bitte entlang der inhaltlich-fachlichen Gliederung darstellen:
Bioökonomie, Biomedizin, Elektronik und autonomes Fahren; High Performance
Computing, Medizintechnik, Informations- und
Kommunikationstechnologien, Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität,
Klima, Materialforschung, Photonik und Quantentechnologien, Zukunft der
Wertschöpfung)?
Die Anzahl der eingereichten Skizzen sowie der daraus resultierenden
Bewilligungen für die Jahre 2022 und 2023 sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen.
Aufgrund der Anpassung der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung
und damit verbundenen zuwendungsrechtlichen Implikationen für KMU sowie
aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung am Jahresanfang kam es im Jahr
2023 zu Verzögerungen im Rahmen der Antragsprüfung einzelner Projekte. Im
Jahr 2023 wurden weitere Projekte ausgewählt, für die noch eine Bewilligung
vorgesehen ist.
2022 2023
Skizzen Bewilligungen Skizzen Bewilligungen
Bioökonomie 74 13 63 2
Biomedizin 43 12 111 8
Elektronik und autonomes Fahren;
High Performance Computing
63 9 38 10
Medizintechnik 129 20 127 8
Informations- und
Kommunikationstechnologien
188 29 160 22
Interaktive Technologien für
Gesundheit und Lebensqualität
60 4 102 9
Klima (Ressourceneffizienz,
Flächenmanagement und Wassermanagement)
146 26 121 27
Materialforschung 97 11 51 10
Photonik und Quantentechnologien 30 6 25 10
Zukunft der Wertschöpfung 227 17 120 10
18. Wie hoch war das Antragsvolumen (auch auf Skizzenebene) im Rahmen
von KMU-innovativ, und wie viel ist bewilligt worden (bitte jeweils die
Anzahl und die Bewilligungen sowie die Summe entlang der o. a.
inhaltlich-fachlichen Gliederung nennen)?
Das beantragte Projektvolumen der eingereichten Skizzen und das daraus
resultierende Bewilligungsvolumen (in 1 000 Euro) für die Jahre 2022 und 2023
sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen. Für die ausstehenden Anträge aus
dem Jahr 2023 (siehe Frage 17) ist eine zeitnahe Bewilligung mit
entsprechenden Implikationen auf das Bewilligungsvolumen vorgesehen.
2022 2023
Skizzenvolumen
Bewilligungsvolumen
Skizzenvolumen
Bewilligungsvolumen
Bioökonomie 62 489 7 791 56 787 1 733
Biomedizin 87 235 19 472 23 437 16 012
Elektronik und autonomes Fahren;
High Performance Computing
69 360 10 190 40 440 11 000
Medizintechnik 125 470 24 960 124 460 10 100
2022 2023
Skizzenvolumen
Bewilligungsvolumen
Skizzenvolumen
Bewilligungsvolumen
Informations- und
Kommunikationstechnologien
175 023 26 876 172 749 19 485
Interaktive Technologien für Gesundheit
und Lebensqualität
85 975 6 908 151 446 14 718
Klima (Ressourceneffizienz,
Flächenmanagement und Wassermanagement)
110 873 14 253 54 659 18 599
Materialforschung 83 155 8 151 45 393 1 283
Photonik und Quantentechnologien 37 205 13 866 25 287 9 637
Zukunft der Wertschöpfung 161 000 8 900 96 100 8 000
19. An welchen ggf. weiteren Förderprogrammen des BMBF können KMU
partizipieren (bitte jeweils einzeln die Ausgaben bzw. Haushaltsansätze
je Förderprogramm seit 2021 in realen Preisen tabellarisch darstellen)?
Die Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF) werden nicht ausschließlich zugunsten von KMU ausgerichtet,
sondern entlang der Haushalts- und Finanzplanungsansätze des Bundeshaushalts.
Für gezielte Angaben hinsichtlich der Partizipation von KMU an
Förderprogrammen des BMBF sowie zu den bereitgestellten Fördermitteln des BMBF
für KMU wird auf die Antworten zu den Fragen 31 bis 33 der Kleinen Anfrage
der Fraktion der CDU/CSU auf Bundestagsdrucksache 20/10896 verwiesen.
20. Wie hat sich die Beteiligungsquote von KMU an Ausschreibungen des
BMBF zwischen 2021 und 2024 entwickelt (bitte entlang einer
fachlichinhaltlichen Gliederung mit einer Angabe bei den relevanten
Förderlinien 1. über die Gesamtzahl der eingegangenen Bewerbungen und Anteil
von KMU sowie 2. zur Förderung ausgewählte Projekte und Anteil von
KMU, untergliedert nach Größenklassen darstellen)?
Die Bundesregierung erhebt eine Beteiligungsquote von KMU an
Ausschreibungen des BMBF nicht statistisch.
21. Wie hoch war die Bewilligungsquote der Anträge von KMU an der
Förderrichtlinie DATIpilot, bzw. wie viele der Anträge bzw. eingereichten
Projektskizzen haben schließlich zu einer Bewilligung geführt, und wie
hoch war das Antragsvolumen (auch auf Skizzenebene), und wie viel ist
bewilligt worden?
Die Fördermaßnahme DATIpilot gliedert sich in zwei Module.
In Modul 1 „Innovationssprints“ konnten Hochschulen oder
Forschungseinrichtung zusammen mit Praxispartnern eine Skizze einreichen. Dabei werden
Innovationssprints mit bis zu 150 000 Euro pro Partner, bei maximal zwei Partnern
gefördert. Die Unternehmen werden dabei in der Regel nach der De-minimis-
Beihilfen-Verordnung und somit bis zu 100 Prozent gefördert. Bei knapp
43 Prozent der knapp 3 000 eingereichten Skizzen wurde jeweils ein
Unternehmen als geförderte Partnereinrichtung vorgesehen. Eine Größendifferenzierung
wurde in den Skizzenangaben nicht vorgenommen. Das in den Skizzen
beantragte Fördervolumen von Unternehmen belief sich insgesamt auf rund
164 Mio. Euro.
Innovationssprints mit Unternehmensbeteiligung haben im Auswahlprozess
überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Bei 162 der ausgewählten 300
Innovationssprints ist ein Unternehmenspartner vorgesehen. Der Bewilligungsprozess
auf Basis der von den Innovationssprints eingereichten Förderanträgen läuft
derzeit noch, sodass noch keine abschließende Aussage zum bewilligten
Gesamtfördervolumen getroffen werden kann.
In Modul 2 „Innovationscommunities“ konnten sich sogenannte
„Managementteams“ aus wissenschaftlichen Einrichtungen (Hochschulen,
Forschungseinrichtungen) und Praxiseinrichtungen (Unternehmen u. a.) mit einer
Konzeptskizze bewerben. Es wurden 483 Konzeptskizzen eingereicht, von denen 20 zur
Förderung ausgewählt wurden. Die ausgewählten Innovationscommunities
können bei einer Laufzeit von vier Jahren mit bis zu 5 Mio. Euro gefördert
werden. Zur Umsetzung der Konzepte legen die Innovationscommunities
verschiedene selbstgewählte Transfer- und Innovationsprojekte auf, die zur
Entwicklung ihrer Innovationscommunity beitragen. Derzeit liegen noch keine
formalen Anträge aus den Innovationscommunities vor, sodass noch keine Aussagen
zur Anzahl und Größe der beteiligten Unternehmen sowie zu beantragten und
bewilligten Mitteln getroffen werden können.
22. Wie verteilt sich die Bewilligung auf verschiedene Größenklassen (bitte
jeweils die Anzahl und die Bewilligungen sowie die Summe und die
Größenklassen nennen)?
Aufgrund der laufenden Bewilligungsprozesse in Modul 1 „Innovationssprints“
und der erst sukzessive ab Sommer 2024 startenden Antrags- und
Bewilligungsprozesse in Modul 2 „Innovationscommunities“ können zum aktuellen
Zeitpunkt keine Angaben zum Bewilligungsvolumen nach
Unternehmensgrößenklassen gegeben werden.
23. Wie hoch war seit 2022 die Bewilligungsquote der Anträge von KMU an
den Förderaktivitäten der Bundesagentur für Sprunginnovationen
(SPRIND), bzw. wie viele der Anträge bzw. eingereichten Projektskizzen
haben schließlich zu einer Bewilligung geführt, und wie hoch war das
Antragsvolumen (auch auf Skizzenebene), und wie viel ist bewilligt
worden (bitte jeweils die Anzahl und die Bewilligungen, die Aufteilung auf
Größenklassen sowie die Summe nennen)?
Bei der Förderung durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND)
handelt es sich nicht um Projektförderung im klassischen Sinne, sodass
Aussagen zur Bewilligungsquote wenig aussagekräftig sind. Bislang erfolgte die
Förderung primär mittels Finanzierung von SPRIND Tochtergesellschaften.
Seit 2022 wurden insgesamt 849 Projekte eingereicht. Eine Aufschlüsselung,
aus der sich der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen ergibt, erfolgte
dabei nicht.
Für neun Projekte wurden SPRIND Tochtergesellschaften gegründet, die
unbedingt rückzahlbare Zuwendungen erhalten haben. In den eingereichten
Projektskizzen wird kein konkretes Fördervolumen beantragt, sodass für das gesamte
Antragsvolumen für die 849 Projekte keine Daten vorliegen.
Den neun geförderten Projekten wurde eine Gesamtfinanzierung von 195 Mio.
Euro bewilligt. Die Einzelfinanzierungen lagen in folgenden Größenklassen:
• 1 Million bis 5 Mio. Euro: 3 Projekte
• 5 Mio. bis 20 Mio. Euro: 2 Projekte
• über 20 Mio. Euro: 4 Projekte.
24. Wie haben sich die Ausgaben bzw. Haushaltsansätze der
Bundesregierung insgesamt für die Forschungs- und Innovationsförderung von KMU
seit 2021 in realen Preisen entwickelt?
Es liegt keine Gesamtübersicht über die Entwicklung der Ausgaben bzw.
Haushaltsansätze der Bundesregierung für die Forschungs- und
Innovationsförderung von KMU vor. Eine solche konnte in der für die Beantwortung der Frage
zur Verfügung stehenden Zeit auch nicht realisiert werden.
25. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle bürokratische Belastung
von KMU durch Förderprogramme des Bundes in den Bereichen
Forschung und Innovation?
Es liegen keine konkreten Daten zur bürokratischen Belastung von KMU durch
Förderprogramme des Bundes in den Bereichen Forschung und Innovation vor.
Die Bundesregierung ist bemüht, die Förderprogramme durch eine regelmäßige
Evaluierung kontinuierlich zu verbessern und dabei auch das Antrags- und
Abwicklungsverfahren zu optimieren.
26. Welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung seit Dezember
2021 ergriffen, um die bürokratische Belastung von KMU in
Programmen der Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes spürbar zu
reduzieren (bitte einzeln die hier relevanten Ressorts darstellen)?
Die Bundesregierung ist bestrebt, die Förderprogramme im Bereich Forschung
und Innovation durch eine regelmäßige Evaluierung kontinuierlich zu
verbessern und das Verfahren entsprechend den Bedürfnissen von KMU zu
optimieren. Zu Maßnahmen, die insbesondere für KMU Erleichterungen darstellen,
gehören beispielsweise die fortschreitende Umstellung auf papierlose Skizzen-
und Antragsverfahren, der Wegfall von Schriftformerfordernissen, die
Reduktion von Nachfragen durch deren Bündelung sowie die Vereinfachung
elektronischer Antragsformulare. Mit Schwellenwerten für die Beantragung und
Überprüfung von Kostenpositionen sowie der Etablierung von
Beratungsmöglichkeiten über Videokonferenzen wurde die Belastung auch im Zuge der
Abrechnung von geförderten Projekten reduziert.
27. Wurden KMU bei der Erarbeitung, Durchführung und Beurteilung der
Zukunftsstrategie einbezogen, wenn ja, welche, und wenn nein, warum
nicht?
Bei der Erarbeitung des Textes der Zukunftsstrategie wurden zahlreiche
Institutionen und Einrichtungen im Rahmen von Onlinekonsultationen einbezogen,
unter anderem die Deutsche Industrie- und Handelskammer, der Verband für
Soziale Unternehmen (SEND) und der Zentralverband des Deutschen
Handwerks, über die zahlreiche KMU vertreten werden.
In das Beratungsgremium „Forum #Zukunftsstrategie“ wurden neben
Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft auch
Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft berufen, die auch die Perspektive von
KMU einbeziehen.
Im Rahmen der Stakeholder-Workshops, die die Missionsteams durchführen,
werden ebenfalls KMU einbezogen. Im letzten Stakeholder-Workshop zur
Teilmission „Moderne Technologien für eine wettbewerbsfähige, kreislauffähige
und klimaneutrale Industrie“ waren 32 Unternehmen eingeladen, davon waren
zehn KMU.
28. Wie fördert die Bundesregierung die Publikation über Open-Access-
Plattformen, und wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die
Informationen so aufbereitet sind, dass sie von KMU gefunden und verwertet
werden können?
Die Bundesregierung fördert Open Access im Rahmen verschiedener
Fördermaßnahmen als möglichen Publikationspfad für wissenschaftliche
Informationen. Wissenschaftliche Informationen, die über Open Access unbeschränkt und
kostenlos zugänglich sind, sind so grundsätzlich auch für KMU auffindbar und
verwertbar.
29. Werden KMU aktiv auf Open-Access-Plattformen aufmerksam gemacht?
KMU werden im Rahmen von übergreifenden Aktivitäten auf Open Access
aufmerksam gemacht.
30. Sind den Fragestellern vorliegende Informationen zutreffend, dass
die Bundesregierung die Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung
(AGVO) mit Auswirkungen für KMU weiterentwickelt hat bzw. dies
plant, und wenn ja, was waren die Beweggründe der Bundesregierung?
Die Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO, Verordnung (EU)
Nummer 651/2014 der Kommission) ist eine Europäische Verordnung, die von
der Europäischen Kommission im Verfahren gemäß Artikel 108 Absatz 4 und
109 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) sowie der
Verordnung (EU) Nummer 2015/1588 des Rates erlassen wurde. Sie wurde
zuletzt am 23. Juni 2023 geändert und gilt bis zum 31. Dezember 2026.
31. Sind den Fragestellern vorliegende Informationen zutreffend, dass eine
Veränderung der AGVO für KMU zu einer Verminderung der Förderung
um etwa 40 Prozent führt (siehe Pos. 0837 Personalkosten in der
AGVO), wenn ja, was waren die Beweggründe der Bundesregierung,
und plant die Bundesregierung Korrekturen?
32. Sind den Fragestellern vorliegende Informationen zutreffend, dass im
Zuge einer etwaigen Verringerung der Förderung darüber hinaus die
Pauschalisierung der Gemeinkosten gestrichen und durch die Einbeziehung
einer Steuerberatung zur Ermittlung der Gemeinkosten ein zusätzlicher
Aufwand für KMU entstanden ist (siehe Pos. 0837 Personalkosten in der
AGVO), wenn ja, was waren die Beweggründe der Bundesregierung,
und plant die Bundesregierung Korrekturen?
Die Fragen 31 und 32 werden gemeinsam beantwortet.
Beide Fragen sind zu verneinen. Woran die Fragesteller eine Verminderung der
Förderung um etwa 40 Prozent festmachen, ist für die Bundesregierung nicht
ersichtlich. Es wird darauf hingewiesen, dass die AGVO keine Festlegungen zu
konkreten Förderungen und deren Höhen trifft, sondern nur den äußeren
Rahmen setzt, innerhalb dessen die beihilfegebenden Stellen in den
Mitgliedsstaaten Beihilfen gewähren können. Im Rahmen der letzten Änderung der AGVO
wurden die Möglichkeiten, Beihilfen zu gewähren, erweitert, z. B. durch
Anhebung der Anmeldeschwellen in Artikel 4 AGVO. Zudem wurde mit
Artikel 25 Absatz 3 Buchstabe e) AGVO die Möglichkeit einer
Gemeinkostenpauschale im Bereich der Beihilfen für Forschung, Entwicklung und Innovation
eingeführt.
33. Sind seitens der Bundesregierung Maßnahmen vorgesehen, um die
Beteiligung von KMU an Antragsverfahren zur Projektförderung des Bundes
zu reduzieren, und wenn ja, was konkret ist zu wann und warum geplant?
Die Frage ist zu verneinen.
34. Beabsichtig die Bundesregierung, künftig mehr Anträge ohne KMU-
Beteiligung zu akzeptieren, wenn ja, warum, und welche Förderprogramme
sind hiervon betroffen?
Die Frage ist zu verneinen.
35. Welche Abrechnungsvariante ist für selbstproduzierte Güter in den
Förderprojekten vorgesehen?
36. Gibt es Abrechnungsmöglichkeiten für selbstproduzierte Güter basierend
auf deren Listenpreisen, ohne dabei Daten aus dem Herstellprozess
bereitstellen zu müssen, wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?
38. Welche Daten werden zur Abrechnung intern produzierter Güter aus der
Produktion von den Zuwendungsempfängern abgefordert?
39. Hält es die Bundesregierung für angemessen und geboten, die exakten
Herstellkosten, die in der Regel unternehmensintern streng vertraulich
sind, von den Zuwendungsempfängern einzufordern, wenn ja, warum,
und wenn nein, was folgt daraus?
Die Fragen 35, 36, 38 und 39 werden gemeinsam beantwortet.
In der für Unternehmen relevanten Kostenförderung erfolgt die Abrechnung
von projektbezogenen Kosten auf Basis der Selbstkosten. Die
zuwendungsfähigen Kosten werden nach den Leitsätzen für die Preisermittlung (PreisLS) in der
jeweils geltenden Fassung ermittelt, vgl. Ziffer 2.1.1 und 2.2 der
Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Kostenbasis 2017 (NKBF 2017). In der
Antragsphase gibt das Unternehmen seine für das Projekt relevanten projektbezogenen
Selbstkosten in der Vorkalkulation an. Hier erfolgt eine Plausibilitätsprüfung.
Die Angaben der Vorkalkulation sind im Rahmen des Nachweises und der
Schlussabrechnung jeweils zu belegen. Daten aus der Produktion oder dem
Herstellprozess sind hierbei in der Regel nicht erforderlich.
Mit Marktpreisen kalkulierte Teilleistungen können dementsprechend nur
gekürzt anerkannt werden, was im Detail im Merkblatt „Vorkalkulation für
Zuwendungen – Kostenbasis – (AZK Finanzierung)“, öffentlich zugänglich über
den Formularschrank des BMBF, geregelt ist.
37. Wieso müssen Antragsteller nach den den Fragestellern vorliegenden
Informationen bereits zur Antragsphase Kleinmaterialien wie Kabel,
Stecker und Ähnliches kleinteilig auflisten, obwohl im Projektverlauf
detailliert abgerechnet wird?
In der Antragsphase ist im Rahmen der Vorkalkulation anzugeben, in welchem
Umfang Kosten (Selbstkostenbasis) für das Projekt anfallen werden. Dabei ist
für Kleinmaterialien der genannten Art ein geschätzter Bedarf anzugeben, der
plausibel sein sollte. Im Falle der Förderzusage bilden diese Angaben die
Grundlage für die Ermittlung der Höhe der Fördersumme.
40. Plant die Bundesregierung, den aktuellen Umfang und die Komplexität
der von den Zuwendungsempfängern abverlangten Einreichungen bei der
Antragstellung sowie bei der Abrechnung zu vereinfachen, wenn ja, was
konkret plant die Bundesregierung und bis wann erfolgt die
Implementierung, und wenn nein, warum nicht?
Neben den bereits eingeführten Erleichterungen, wie z. B. die erleichterte
digitale Antragseinreichung durch ein vereinfachtes Identifizierungsverfahren im
elektronischen Antragssystem „easy-online“, sind weitere Erleichterungen für
den Antragssteller für den gesamten Förderzyklus in Planung und Vorbereitung.
Der Förderprozess soll zudem unter Nutzung der vorhandenen Systeme
vollständig digital werden. Weitere Pauschalen sollen dort, wo es zulässig ist, eine
einfachere Antragstellung ermöglichen. Die weiteren Maßnahmen werden
jeweils rechtzeitig bekannt gemacht und vorgestellt, sobald das Projekt in die
Umsetzung gehen kann.
41. Was waren die Beweggründe der Bundesregierung, nach den den
Fragestellern vorliegenden Informationen, für KMU die pauschalisierten
Gemeinkosten von 100 Prozent auf 20 Prozent im Rahmen des
Förderprogramms Manufacturing-X zu streichen?
42. Hält die Bundesregierung dieses Vorgehen weiterhin für zielführend,
wenn ja, warum, und wenn nein, was folgt daraus?
Die Fragen 41 und 42 werden gemeinsam beantwortet.
Eine solche Kürzung hat nicht stattgefunden. Im Rahmen der Förderrichtlinie
„Digitalisierung der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie und industrieller
Lieferketten“ (BAnz AT 18. August 2023 B1) für Manufacturing-X wurde kein
Förderantrag mit pauschalierter Abrechnung bewilligt. Bei allen gewährten
Beihilfen kommt stattdessen die Abrechnung nach den Leitsätzen für die
Preisermittlung auf Grund von Selbstkosten (LSP) zur Anwendung.
43. Wann hat die Bundesregierung die Zuwendungsempfänger der
Förderrichtlinie „6G-Industrieprojekte zur Erforschung von ganzheitlichen
Systemen und Teiltechnologien für den Mobilfunk der 6. Generation“
darüber informiert, dass Mittel nach den den Fragestellern vorliegenden
Informationen nicht über den Jahreswechsel 2023/2024 mitgenommen
werden dürfen, und wie viel Zeit hatten die Zuwendungsempfänger
durchschnittlich zur Einreichung entsprechender Abrechnungen bis zur
gesetzten Frist?
44. Was sind die Beweggründe der Bundesregierung dafür, dass
Zuwendungsempfänger nach den den Fragestellern vorliegenden Informationen
erst im November eines Jahres die Mitteilung über überjährige
Mittelmitnahmen erhalten und vor diesem Hintergrund aus Sicht der Betroffenen
keine Zeit verbleibt, um darauf reagieren zu können?
Die Fragen 43 und 44 werden gemeinsam beantwortet.
Die kassenmäßige Inanspruchnahme von Zuwendungsmitteln erfolgt
entsprechend den im Zuwendungsbescheid genannten Jahresraten. Ein automatischer
Mittelübertrag in Folgejahre erfolgt nicht. Eine Bereitstellung einer vom
Bescheid abweichenden Jahresrate ist von der Verfügbarkeit entsprechender
Haushaltsmittel und Verpflichtungsermächtigungen abhängig. Zweimal jährlich
erfolgt eine Mittelbedarfsumfrage mit dem Ziel, die Mittel einem ggf.
veränderten Bedarf anzupassen. Die Zuwendungsempfänger sind über den Prozess
informiert. Die Einreichung von Abrechnungen und die nachfolgende
Auszahlung erfolgen gemäß den geltenden Nebenbestimmungen des
Zuwendungsbescheides. Im Jahr 2023 wurde im BMBF die Einreichungsfrist vom 15. Oktober
2023 bzw. 15. November 2023 auf den 13. Dezember 2023 (auf den
letztmöglichen Termin) verlängert.
45. Hat sich dieses Verfahren aus Sicht der Bundesregierung bewährt, wenn
ja, warum, und wenn nein, was folgt daraus?
Die in den Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Kostenbasis (NKBF
2017) bzw. Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Ausgabenbasis (NABF)
festgelegten Verfahrensweisen zur Abrechnung und Auszahlung von
Fördermitteln sowie weitere Aktivitäten des Projektträgers haben sich in der Praxis
bewährt.
46. Welche zusätzlichen Hürden bei der Antragstellung auf
Förderprogramme in den Bereichen Forschung und Innovation hat die Bundesregierung
seit Dezember 2021 für KMU und Start-ups geschaffen u. a. mit Blick
auf den Umfang von Finanzdaten sowie die Notwendigkeit für
Bürgschaften etc.?
Zusätzliche Hürden in der von den Fragestellern skizzierten Art wurden von
der Bundesregierung im angefragten Zeitraum nicht geschaffen.
47. Was hat die Bundesregierung bisher unternommen, um den bei der
Gewinnung von wissenschaftlichem Personal durch die einzuhaltenden
Vorgaben des Besserstellungsverbotes nach Auffassung der Fragesteller
weiterhin bestehenden Wettbewerbsnachteil für gemeinnützige
Forschungseinrichtungen, insbesondere Einrichtungen der angewandten und
industrienahen Forschung, entgegenzuwirken, und plant die Bundesregierung,
das Besserstellungsverbot für gemeinnützige Forschungseinrichtungen,
insbesondere Einrichtungen der angewandten und industrienahen
Forschung, aufzuheben bzw. zu flexibilisieren, wenn ja, wie, und zu wann,
und wenn nein, warum nicht?
Die Bundesregierung sieht keinen pauschalen Wettbewerbsnachteil für
gemeinnützige Forschungseinrichtungen, für welche die Vorgaben des
Besserstellungsverbots gelten. Das haushaltsrechtliche Besserstellungsverbot des Bundes gilt
gemäß § 8 Absatz 2 Satz 2 des Gesetzes über die Feststellung des
Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2024 (Haushaltsgesetz 2024) bei
Zuwendungen zur Projektförderung ausschließlich dann, wenn die Gesamtausgaben der
Forschungseinrichtungen überwiegend aus Zuwendungen der öffentlichen
Hand bestritten werden. Das Besserstellungsverbot wurde bereits in § 8
Absatz 2 Satz 3 des Haushaltsgesetzes 2024 dahingehend flexibilisiert, dass es
nicht mehr gilt, soweit die jeweilige projektgeförderte Einrichtung den bei ihr
Beschäftigten außer den unmittelbar im Projekt Beschäftigten das
Besserstellungsverbot übersteigende Gehälter aus Mitteln zahlt, die weder unmittelbar
noch mittelbar von der deutschen öffentlichen Hand finanziert werden. Die
Regelung zum Besserstellungsverbot im Haushaltsgesetz 2024 stellt einen
ausgewogenen Kompromiss zwischen den Interessen der Zuwendungsempfänger
und denen der öffentlichen Hand sowie der Allgemeinheit an einer
wirtschaftlichen und sparsamen Verwendung der Haushaltsmittel dar.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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