Vorbemerkung der Fragesteller
In jüngster Zeit erscheinen regelmäßig neue Meldungen über einen anstehenden Personalabbau bei der Deutschen Telekom AG: 45 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen in eine Servicegesellschaft überführt werden, wo sie nur rund die Hälfte ihres bisherigen Einkommens beziehen und wo es keine Beschäftigungsgarantie gibt (SZ 27. Oktober 2006). Schon länger steht fest, dass 32 000 Stellen bis zum Jahr 2008 ganz abgebaut werden sollen (FAZ 26. Oktober 2006). Damit beschleunigt sich der Arbeitsplatzabbau im Vergleich zu den vergangenen Jahren: Laut Bundesnetzagentur sank die Mitarbeiterzahl der Telekom AG im Inland von 2000 bis 2004 beständig. Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. (Bundestagsdrucksache 16/729), die Telekom habe im Zuge der Neustrukturierung des Marktes Arbeitsplätze abgebaut, bei den Wettbewerbern seien dagegen Arbeitsplätze entstanden. Allerdings bauen laut Bundesnetzagentur auch die Konkurrenzunternehmen seit Jahren Arbeitsplätze ab, so dass die Zahl der Beschäftigten auf dem Telekommunikationsdienstemarkt insgesamt in Deutschland von 240 700 im Jahr 2000 auf 225 100 im Jahr 2004 sank. Auch die betriebliche Ausbildung ist von Kürzungen bei der Telekom AG betroffen: Der Konzern kündigte an, im kommenden Jahr nur 2 500 Ausbildungsplätze bereitzustellen, zuletzt waren es noch 4 000 gewesen. Damit sinkt die Ausbildungsquote von 8,3 auf 6,8 Prozent (dpa 9. November 2006). Gleichzeitig beklagt der Branchenverband BITKOM, dass das Problem des Fachkräftemangels bei den deutschen Unternehmen im Informations- und Kommunikationsbereich wieder größer wird.
Trotz der Einsparungen auf der Arbeitnehmerseite plant die Telekom AG, die Höhe der an die Aktionäre ausgezahlten Dividende für das laufende Geschäftsjahr auf dem Niveau des Vorjahres zu lassen (FAZ 11. August 2006). Im vergangen Jahr war die Telekom-Dividende gemessen am Aktienkurs so hoch, wie bei keinem anderen Dax-Unternehmen: Die Dividendenrendite betrug mehr als fünf Prozent (FAZ 3. März 2006).
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Peter Struck kündigte im Zusammenhang mit dem Personalabbau bei der Telekom an, der Bund werde über seinen Aktien-Anteil Einfluss auf die Telekom AG nehmen um einen weiteren Stellenabbau zu verhindern (FAZ 30. Oktober 2006).
Die Zahl der Beschäftigten bei der ehemaligen Deutschen Bundespost Telekom und später im Konzern Deutsche Telekom AG hat sich nach Angaben des Unternehmens in den Jahren 1990 bis 2006 in Deutschland wie folgt entwickelt (in sog. Full Time Equivalents):
- 1990 255 000
- 1991 231 825
- 1992 232 511
- 1993 232 927
- 1994 228 912
- 1995 213 464
- 1996 201 085
- 1997 190 927
- 1998 179 061
- 1999 172 690
- 2000 179 197
- 2001 178 336
- 2002 177 823
- 2003 173 285
- 2004 170 837
- 2005 167 875
- 2006 (Sept.) 166 635
Ertragslage (in Mrd. Euro) nach HGB 2005 4,634 2004 1,253 2003 –24,587 2002 –3,5 2001 5,9 2000 1,3 Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen
Beträge nach U.S. GAAP (in Mrd. Euro) Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen 2005 –22 2004 0,5 2003 9,2
Beträge nach IFRS (in Mrd. Euro) Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen 2005 5,5 2004 1,593 2003 2,063
Ertragslage (in Mrd. Euro) nach HGB 1999 1,3 1998 2,2 1997 1,7 1996 0,9 1995 2,7 Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen
Beträge nach U.S. GAAP (in Mrd. Euro) Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen 1999 1,5 1998 2,2 1997 1,3 1996 1,3 1995 2,9
Beträge nach IFRS (in Mrd. Euro) Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen
Ertragslage (in Mrd. Euro) nach HGB 1994 1,8 1993 –1,5 1992 0,0 1991 –0,1 1990 0,6 Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen
Beträge nach U.S. GAAP (in Mrd. Euro) Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen 1994 4,1
Beträge nach IFRS (in Mrd. Euro) Konzernüberschuss nach Sondereinflüssen
Laut Bundesnetzagentur (Jahresbericht 2005) waren Ende 2004 bei den Wettbewerbsunternehmen auf dem Telekommunikationsdienstemarkt (ohne Deutsche Telekom AG) 54 300 Personen beschäftigt, davon 33 400 im Festnetz einschließlich Kabel-TV und 20 900 im Mobilfunk.
Insgesamt waren laut Bundesnetzagentur zum Ende des Jahres 2004 225 100 Menschen bei den Unternehmen auf dem Telekommunikationsdienstemarkt beschäftigt. Das waren 2,4 Prozent (5 500) weniger als 2003. Die Zahl der Beschäftigten ist von 1998 bis 2004 in etwa konstant geblieben. Einem Rückgang von 8 400 Beschäftigten bei der Deutschen Telekom AG steht ein Zuwachs von 11 600 bei den Wettbewerbern gegenüber – siehe folgende Grafik.
57.300 54.300 53.700 62.40061.500 42.700 49.200 173.300 170.800 177.800178.300179.200172.700 179.200 230.600 225.100231.500 240.700240.700 221.900221.900 31.12.1998 31.12.1999 31.12.2000 31.12.2001 31.12.2002 31.12.2003 31.12.2004 B es ch äf tig te Wettbewerber DT AG Konzern Inland Telekommunikationsdienstemarkt DT AG Konzern Inland einschließlich Vivento
Der Bund hat der Beschlussempfehlung der Verwaltung über die Zahlung von 0,72 Eurocent je Aktie auf der Hauptversammlung in diesem Jahr für das Geschäftsjahr 2005 zugestimmt, auch vor dem Hintergrund des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit gemäß § 69 BHO. Eine neuere Beschlussempfehlung zur Höhe der Dividende für das Geschäftsjahr 2006 wird im Vorfeld der Hauptversammlung im Frühjahr 2007 vorgelegt werden. Überlegungen zum jetzigen Zeitpunkt über das Stimmverhalten des Bundes sind demnach verfrüht, zumal das Geschäftsjahr 2006 noch nicht abgeschlossen ist. Unabhängig davon ist die Dividende eine Größe, die aus der Wirtschaftlichkeit und Ertragskraft der Deutschen Telekom AG in der Vergangenheit erzielt werden konnte. Der geplante Arbeitsplatzabbau ist als zukunftsgerichtete Maßnahme zu verstehen, die den Unternehmenserfolg langfristig absichern soll. Insofern konnte der Vorstand der Deutschen Telekom AG seinen Gremien inklusive der Sozialpartner und der Öffentlichkeit überzeugend deutlich machen, dass nur über den sozial verträglich gestalteten Arbeitsplatzabbau von 32 000 Arbeitsplätzen über die Jahre 2006 bis 2008 der Fortbestand des Unternehmens sichergestellt werden kann.
Die Deutsche Telekom AG hat in den vergangenen Jahren einen enormen technologischen Wandel durchlaufen. Hierzu gehört auch der Wechsel von der analogen zur digitalen Übertragungstechnik. Diese Entwicklung musste in der Regel von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgetragen werden, d. h. mit geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen konnte der Großteil der Mitarbeiter auf die neue Situation vorbereitet werden.
Aktuell beinhaltet der personelle Umbau der Deutschen Telekom AG auch einen Aufbau von bis zu 8 000 Stellen in Wachstumsfeldern des inländischen Konzerns, der im Wesentlichen für die eigenen Mitarbeiter eine Chance auf einen zukunftsfähigen Arbeitsplatz darstellt. Ein großes Potenzial für die Schaffung neuer Arbeitsplätze bietet nach Ansicht der Deutschen Telekom AG das Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz VDSL, mit dessen Aufbau T-Com in den ersten Ballungsräumen begonnen hat. Bis zu 5 000 Stellen könnten laut Deutscher Telekom AG im Rahmen dieses großen Projektes temporär entstehen. Daneben werden bis zu 3 000 neue Stellen in der T-Punkt-Gesellschaft zur Verbesserung des Kundenservice geschaffen.
Nach der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit waren zum Stichtag 31. März 2006 733 510 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den IKT-Branchen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies waren 20 477 bzw. 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lagen im Zeitraum Januar bis November 2006 die Stellenzugänge in den IKT-Branchen mit 33 554 lediglich um 150 bzw. 0,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (zum Vergleich: Alle Branchen plus 178 600 bzw. plus 7 Prozent). Im November 2006 lag der Bestand an gemeldeten Stellen im IKT-Bereich bei 8 401. Zwar lag der Anteil der gemeldeten Stellen im IKT-Bereich, der mindestens seit 6 Monaten nicht besetzt werden konnte, im November 2006 mit 15,0 Prozent um 5,4 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr, doch war dieser Anteil bei allen gemeldeten Stellen im November 2006 mit 19,8 Prozent deutlich höher (+5,2 Prozentpunkte gegenüber November 2005).
Nur in sehr wenigen IKT-Bereichen liegt der Anteil der mindestens seit 6 Monaten freien Stellen bei mehr als 30 Prozent. Dies sind die Bereiche Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen (33,6 Prozent), Installation von Software (50,0 Prozent) und Instandhaltung und Reparatur von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten und -einrichtungen (33,8 Prozent). Der Bestand an gemeldeten offenen Stellen betrug in diesen Bereichen im November 2006 allerdings insgesamt lediglich 290, sodass man anhand dieser Daten kaum vom einem Fachkräftemangel sprechen kann.
Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) werden derzeit insbesondere hoch qualifizierte Software-Spezialisten, IT-Service-Manager, IT-Consultants sowie Spezialisten für IT-Sicherheitslösungen gesucht. Laut BITKOM waren im Herbst 2006 bei knapp über 40 Prozent der IKT-Unternehmen Engpässe bei der Besetzung offener Stellen zu verzeichnen.
Aus Sicht der Bundesregierung ist insbesondere der anhaltende Rückgang der Studienanfängerzahlen im Studienbereich Informatik eine mittel- und langfristige Gefahr für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der IKT-Branche. Von 38 080 Studienanfängern im Jahr 2001 ist die Zahl auf 28 360 im Jahr 2006 kontinuierlich zurückgegangen. Diese Entwicklung ist nicht auf eine „Binnenwanderung“ innerhalb der natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächer zurückzuführen, da im gleichen Zeitraum auch die Anfängerzahlen in den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau rückläufig waren. Die Bundesregierung teilt vor diesem Hintergrund die Besorgnis der betroffenen Branchen um eine nachhaltige Sicherung der Innovationskraft dieser Schlüsselbranche.
Die Zahl der Auszubildenden bzw. die Ausbildungsquote im Konzern Deutsche Telekom AG in Deutschland hat sich nach Angaben der Deutschen Telekom AG wie folgt entwickelt:
- Jahr: 1994, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 14 150, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 6,2
- Jahr: 1995, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 11 400, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 5,3
- Jahr: 1996, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 8 145, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 4,1
- Jahr: 1997, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 6 647, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 3,4
- Jahr: 1998, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 6 750, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 3,7
- Jahr: 1999, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 7 142, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 4,1
- Jahr: 2000, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 7 973, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 4,4
- Jahr: 2001, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 9 356, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 5,3
- Jahr: 2002, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 10 743, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 6,3
- Jahr: 2003, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 11 232, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 7,2
- Jahr: 2004, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 11 379, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 7,4
- Jahr: 2005, Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 11 425, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 7,4
- Jahr: 2006 (Sept.), Zahl der Auszubildenden zu Jahresende, in sog. Full Time Equivalents: 11.672, Ausbildungsquote in Prozent Stichtag September, Vivento mit Gründung 2003 herausgerechnet: 8,3
Die Deutsche Telekom AG ist nach wie vor einer der größten Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Sie bietet eine große Zahl von Ausbildungsplätzen an. Im Herbst 2006 begannen 4 300 Nachwuchskräfte in 12 unterschiedlichen Berufsfeldern sowie dualen Studiengängen ihre Ausbildung. Auch in diesem Bereich richtet die Deutsche Telekom AG sich am Markt neu aus und hat im Jahr 2005 das Berufsfeld Kauffrau/-mann im Einzelhandel und im Jahr 2006 Kauffrau/-mann für Dialogmarketing neu in das Ausbildungsspektrum aufgenommen.
Vor dem Hintergrund des Personalumbaus ist die Deutsche Telekom AG allerdings nicht mehr in der Lage, alle Auszubildenden nach Abschluss ihrer Lehre zu übernehmen. Im Rahmen des Beschäftigungsbündnisses wurde mit dem Sozialpartner die Übernahme der besten 10 Prozent der Absolventen eines Prüfungsjahrgangs vereinbart. Darüber hinaus hat die Deutsche Telekom AG im Jahr 2006 weitere rund 600 Nachwuchskräfte zum Teil befristet übernommen.
Für ihr Ausbildungsengagement und die Qualität der Ausbildung erhielt die Deutsche Telekom AG im November 2005 den deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung.
Derzeit bietet die Deutsche Telekom AG die folgenden 12 Ausbildungsberufe an. Dabei hat sich die Zahl der Auszubildenden wie folgt entwickelt:
- Beruf: Duale Studienmodelle, 2003: 139, 2006 (Sept.): 307
- Beruf: Energieelektroniker Fachrichtung Betriebstechnik, Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme, 2003: 175, 2006 (Sept.): 128
- Beruf: Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung, 2003: 257, 2006 (Sept.): 271
- Beruf: Fachinformatiker/-in Systemintegration, 2003: 1 699, 2006 (Sept.): 1 448
- Beruf: Industriekauffrau/-mann, 2003: 239, 2006 (Sept.): 326
- Beruf: Kauffrau/-mann für Dialogmarketing, 2003: -, 2006 (Sept.): 501
- Beruf: Kauffrau/-mann für Bürokommunikation, 2003: 3 698, 2006 (Sept.): 2 576
- Beruf: Kauffrau/-mann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, 2003: 74, 2006 (Sept.): 71
- Beruf: Kauffrau/-mann im Einzelhandel, 2003: 1 403, 2006 (Sept.): -
- Beruf: Systemelektroniker/-in, 2003: 2 909, 2006 (Sept.): 2 810
- Beruf: Systemkauffrau/-mann, 2003: 2 042, 2006 (Sept.): 1 831
- Gesamt:, 2003: 11 232, 2006 (Sept.): 11 672
Einem Pressebericht von November 2006 zufolge plant die Deutsche Telekom AG, die Zahl der Ausbildungsstellen in 2007 deutlich zu senken. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass „eine Zahl von 2 500 Stellen zu diskutieren wäre“. Nach Auskünften der Deutschen Telekom AG haben weder der Vorstand noch der Aufsichtsrat eine finale Entscheidung dazu getroffen.
Bisher hat die Deutsche Telekom AG ihr Ausbildungsplatzangebot über Jahre auf einem konstant hohen Niveau von etwa 4 000 Stellen halten können, obschon sie damit seit geraumer Zeit weit über ihren eigenen Bedarf hinaus ausbildet. Siehe dazu auch Antworten zu den Fragen 9, 10, und 11.
Die Deutsche Telekom AG ist ein privatisiertes Unternehmen, an dem der Bund noch mit knapp 32 Prozent beteiligt ist. Eine direkte Einflussnahme auf den Vorstand seitens der Bundesregierung ist aus aktien- und gesellschaftsrechtlichen Gründen ausgeschlossen. Die Bundesregierung kann insofern Einfluss ausüben, als dass sie die Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns verbessert. Im Übrigen sind Pläne der DTAG, wonach im Konzern in Deutschland weiter Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, der Bundesregierung nicht bekannt.
Die Tagesordnungspunkte der Gremien sind streng vertraulich zu behandeln, genauso wie das Abstimmungsverhalten einzelner Mitglieder der Gremien.
Wie in allen europäischen Ländern hat der ehemalige Monopolist infolge der Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte in seinem Heimatland Marktanteile verloren. Auf der anderen Seite haben die ehemaligen Monopolisten häufig Marktanteile im Ausland dazugewonnen. Traditionelle Geschäftsfelder wie Festnetztelefonie haben an Bedeutung verloren; neue Bereiche wie Mobilfunk, Internetfernsehen oder VoIP sind dazugekommen. Die Märkte haben sich verändert. Insgesamt ist die TK-Branche stabil geblieben. Siehe auch Antwort zu Frage 4.
Vorrangiges Ziel der Telekommunikations- und Regulierungspolitik ist ein hochleistungsfähiger Telekommunikationsmarkt, der ein optimales Angebot von Telekommunikationsdiensten für Unternehmen und Verbraucher ermöglicht und damit einen bestmöglichen Beitrag für Wachstum, Innovation und Beschäftigung der Gesamtwirtschaft leistet. Die Regulierungspolitik erfüllt damit letztlich auch einen sozialen Auftrag. Eine darüber hinausgehende Erweiterung des Regulierungsauftrages der Bundesnetzagentur lehnt die Bundesregierung ab. Bei der Regulierung der Bundesnetzagentur handelt es sich im Wesentlichen um die Anwendung eines sektorspezifischen Wettbewerbsrechts. Konkrete soziale Belange werden durch das Sozial- und Arbeitsrecht geregelt.