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Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet

Der Sport in der nationalen Wissenschaft und Forschungsförderung

(insgesamt 19 Einzelfragen)

Fraktion

Die Linke

Ressort

Bundesministerium des Innern und für Heimat

Datum

10.02.2025

Aktualisiert

14.04.2025

Deutscher BundestagDrucksache 20/1465224.01.2025

Der Sport in der nationalen Wissenschaft und Forschungsförderung

der Abgeordneten Dr. André Hahn, Christian Görke, Gökay Akbulut, Clara Bünger, Anke Domscheit-Berg, Nicole Gohlke, Jan Korte, Petra Pau, Sören Pellmann, Martina Renner, Dr. Petra Sitte, Kathrin Vogler und der Gruppe Die Linke

Vorbemerkung

Die Stellungnahme der Deutschen Sporthochschule Köln zur Situation der Sportwissenschaft auch mit Blick auf den zunehmenden Bewegungsmangel und gesundheitliche Probleme, die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen (Digitalisierung, Überalterung, Migration und Klimawandel) für die Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages am 18. Dezember 2024 (241218_dshs.pdf) spricht nach Ansicht der Fragestellenden für sich und macht deutlich, wie unzureichend sich die Bundesregierung, insbesondere das für den Sport zuständige Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), hier engagiert hat.

Die alle zwei Jahre erscheinenden Berichte der Bundesregierung zu Forschung und Innovation umfassen rund 400 Seiten, davon ist lediglich eine Seite der Sportförderung und Sportforschung gewidmet. Auch finanziell zeigt sich der Stellenwert des Sports in der Forschungsförderung: Seit vielen Jahren stagniert der Anteil im Verhältnis zu den Gesamtausgaben für die Forschungsförderung bei rund 0,15 Prozent. Das ist nach Auffassung der Fragestellenden viel zu wenig und auch eine Ursache für die Probleme und Mängel, die Deutschland im Schul-, Breiten-, Gesundheits- und auch im Spitzensport hat. Aus deren Sicht gab es hier in dieser Wahlperiode keine nennenswerten Veränderungen im Vergleich zu vorherigen Wahlperioden und Regierungskoalitionen (siehe Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/13738).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen19

1

Inwieweit kann der vom BMI und von anderen Bundesbehörden, den Sportverbänden und der Wissenschaft definierte Forschungsbedarf im Bereich Sport mit den zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Mitteln abgedeckt werden?

2

In welchen Bereichen kann der bestehende Forschungsbedarf derzeit nicht (annähernd) gedeckt werden, und was sind dafür die Ursachen?

3

Welche Auswirkungen hat die voraussichtlich bis weit in das Jahr 2025 hineinreichende vorläufige Haushaltsführung infolge eines noch nicht beschlossenen Bundeshaushalts für die Förderung der Sportwissenschaft durch den Bund?

4

Wie hat sich der Anteil der Sportförderung in der bundesdeutschen Wissenschaft, Forschung und Entwicklung seit dem Jahr 2019 entwickelt (bitte pro Jahr die absoluten Summen sowie den prozentualen Anteil gegenüber der gesamten Förderung durch den Bund nennen)?

5

In welchem Umfang wurden das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) in Köln, das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig und das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin sowie weitere sportwissenschaftliche Einrichtungen vom Bund in den Jahren ab 2019 gefördert (bitte pro Jahr den jeweiligen Umfang gesamt, darunter institutionelle Förderung, bauliche Maßnahmen sowie Projekte nennen)?

6

Inwieweit hat sich aus Sicht der Bundesregierung das neue Wissenschaftliche Verbundsystem Leistungssport (WVL) bewährt, und wo sieht die Bundesregierung hier noch ggf. kurz- oder mittelfristig Änderungsbedarfe?

7

Wie hat sich seit dem Jahr 2019 der Anteil der Sportforschung für den paralympischen und deaflympischen Spitzensport sowie andere Bereiche des Sports für Menschen mit Behinderungen entwickelt?

8

Wie hat sich seit dem Jahr 2019 der Anteil der Sportforschung für den Sport für ältere Menschen entwickelt?

9

Welchen Stellenwert nehmen nach Kenntnis der Bundesregierung die gesellschaftlichen Herausforderungen (Digitalisierung, Überalterung, Migration und Klimawandel) in der Sportforschung ein, und was wurde diesbezüglich durch den Bund in dieser Wahlperiode gefördert?

10

In welcher Weise nützen Forschungsergebnisse des BISp, IAT und FES oder auch anderer vom Bund geförderter Forschungen der Entwicklung des Breiten-, Schul- und bzw. oder Gesundheitssports, gibt es für diese Sportbereiche (ggf. in Zusammenarbeit mit den Ländern) auch spezifische Forschungsprojekte, und wenn ja, welche (bitte ab dem Jahr 2019 nennen)?

11

Welchen Stellenwert haben nach Kenntnis der Bundesregierung die Themen Inklusion, Barrierefreiheit und Paralympischer Sport an der Sporthochschule in Köln sowie an weiteren deutschen Hochschulen mit sportwissenschaftlichen Bereichen (bitte detailliert benennen)?

12

Wie groß ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Bedarf an Trainerinnen und Trainern mit akademischer Ausbildung sowie an Sportlehrerinnen und Sportlehrern in Deutschland, inwieweit kann dieser Bedarf mit entsprechenden Fachkräften gedeckt werden?

13

Was hat die Bundesregierung (auch im Zusammenwirken mit den Ländern) in der 20. Wahlperiode getan, um den Mangel an Trainerinnen und Trainern mit akademischer Ausbildung sowie an Sportlehrerinnen und Sportlehrern in Deutschland spürbar zu reduzieren, und welche Ziele bzw. Prognosen gibt es diesbezüglich nach Kenntnis der Bundesregierung für die kommenden zehn Jahre?

14

Welche Bilanz kann das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) über seine Arbeit mit Blick auf die am 20. März 2019 im Sportausschuss von Herrn Tiesler, dem damals frisch ernannten Direktor des BISp, über seine Vorstellungen zur Zukunft des BISp (siehe Ausschussdrucksache 19(5)107) ziehen, und welche Planungen und Schwerpunkte gibt es diesbezüglich nach Kenntnis der Bundesregierung für die kommenden fünf Jahre?

15

Welche Forschungen hat es im BISp nach der Studie der Humboldt-Universität Berlin aus dem Jahr 2013 zum Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation, mit der deutlich wurde, dass die Geschichte des Dopings in der Bundesrepublik Deutschland bereits 1949 begann und dass ein gezieltes systematisches Doping in der Bundesrepublik Deutschland seinen Ursprung mit der Gründung des BISp im Oktober 1970 hatte, hierzu in den vergangenen fünf Jahren gegeben (bitte die jeweiligen Forschungen konkret benennen), und sieht die Bundesregierung hier noch weiteren Forschungsbedarf (Zusammenfassender_Bericht_WWU_HU.pdf), wenn ja, in welcher Weise unterstützt bzw. fördert die Bundesregierung entsprechende Forschungen, und wenn nein, warum nicht?

16

Was spricht aus Sicht der Bundesregierung für oder gegen zwei starke Sportuniversitäten in Deutschland (eine in Köln und die andere in Leipzig) zuzüglich der Stärkung der Sportwissenschaft an weiteren Universitäten wie zum Beispiel in Tübingen und Frankfurt, und was hat die Bundesregierung diesbezüglich getan bzw. wird sie tun?

17

Was müsste aus Sicht der Bundesregierung getan werden, um Leipzig auch hinsichtlich der Sportwissenschaft wieder zu altem (und neuem) Ruhm zu verhelfen, und welche diesbezüglichen Ziele, Planungen und Vorhaben gibt es, auch in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen?

18

Welche Rolle sollte aus Sicht der Bundesregierung der Schul-, Breiten-, Gesundheits- und Spitzensport an den Universitäten und Hochschulen spielen, und was müsste nach Auffassung des BMBF getan werden, damit Deutschland auch hinsichtlich des Hochschulsports in diesen vier Facetten international zur Weltspitze gezählt werden kann?

19

In welcher Weise hat das BMBF den Schul-, Breiten-, Gesundheits- und Spitzensport in der 20. Wahlperiode an den Hochschulen, Schulen, Ausbildungsstätten und sonstigen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen und Institutionen gefördert bzw. unterstützt (bitte Art und Umfang der Aktivitäten nennen)?

Berlin, den 13. Januar 2025

Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Gruppe

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