Finanzielle Ausstattung des Abraham Geiger Kollegs
der Abgeordneten Bodo Ramelow, Clara Bünger, Anne-Mieke Bremer, Agnes Conrad, Mandy Eißing, Katrin Fey, Dr. Gregor Gysi, Mareike Hermeier, Luke Hoß, Ferat Koçak, Jan Köstering, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Heidi Reichinnek, David Schliesing, Julia-Christina Stange, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt, Christin Willnat und der Fraktion Die Linke
Vorbemerkung
In Deutschland gilt die Trennung zwischen Staat und Religionsgemeinschaften, somit darf sich der Staat niemals in die inneren Angelegenheiten einer Kirche, Religionsgemeinschaft bzw. Konfession einmischen. Zudem gilt das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften. Wenn staatliches Geld eingesetzt wird, muss dieser Grundsatz Beachtung finden. Wird Theologie an staatlichen Hochschulen unterrichtet oder angeboten, handelt es sich um ein Angebot, das jede und jeder unabhängig von der eigenen Anschauung nutzen können muss. Dient das Studium außerdem zur Vorbereitung auf ein geistliches Amt, gelten die Regeln der Religionsgemeinschaft als Teil der religiösen Selbstbestimmung. In Deutschland ist das Theologiestudium konfessionell unterschieden. Staatlich „geprüfte“ Pfarrer, Pastoren, Rabbiner oder Imame kann bzw. darf es in Deutschland nicht geben. Das Ordinationsrecht ist und bleibt strikt an die jeweilige Konfession gebunden. Die finanziellen Mittel für das Abraham Geiger Kolleg wurden im Haushaltsentwurf 2025 jedoch gänzlich gestrichen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Wie viel Geld aus dem Bundeshaushalt bekommt der Zentralrat der Juden in Deutschland für die laufende Förderung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg?
a) Wie waren die Entwicklungen der Finanzzuweisungen in den letzten zehn Jahren (bitte nach Jahren aufgliedern)?
Wie viele Studierende sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg eingeschrieben, und wie war die Entwicklung in den letzten zehn Jahren, und gibt es Erkenntnisse, wie viele jüdische Studierende es gibt (bitte nach Jahren aufgegliedert angeben)?
a) Wie viele Rabbiner werden derzeit an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg ausgebildet?
b) Mit welcher jüdischen Denomination ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Hochschule Heidelberg verbunden (bitte nach Denominationen aufschlüsseln)?
c) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden von welcher jüdischen Denomination in Heidelberg ordiniert, und wenn keine Rabbiner und Kantoren ordiniert wurden, warum ist dies nicht geschehen, wie begründet die Bundesregierung in diesem Fall die Mittelzuwendungen, und sind zukünftig Ordinationen geplant?
Wie wird aus Sicht der Bundesregierung die Mitwirkung der jüdischen Religionsgemeinschaft am Institut für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam gewährleistet?
a) Wie viele Studierende hat das Institut für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam laut Kenntnis der Bundesregierung seit Gründung ausgebildet?
b) Mit welcher jüdischen Denomination ist laut Kenntnis der Bundesregierung das Institut für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam verbunden?
Wie hoch war die Förderung aus Bundeshaushalten für das Abraham Geiger Kolleg in Potsdam, und wie waren die Finanzzuweisungen in der Entwicklung der letzten zehn Jahre (bitte nach Jahren aufgliedern)?
a) Wie viele Studierende sind derzeit nach Kenntnis der Bundesregierung am Abraham Geiger Kolleg eingeschrieben, und wie war die Entwicklung in den letzten zehn Jahren (bitte nach Jahren gegliedert angeben)?
b) Werden am Abraham Geiger Kolleg auch nichtjüdische Studierende aufgenommen?
c) Mit welcher jüdischen Denomination ist laut Kenntnis der Bundesregierung das Abraham Geiger Kolleg verbunden?
d) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden am Abraham Geiger Kolleg seit Bestehen ordiniert?
Wie hoch sind die aktuellen finanziellen Zuwendungen aus Bundeshaushalten an die Nathan Peter Levinson Stiftung in Potsdam?
a) Wie hoch waren die Finanzzuweisungen der letzten zehn Jahre (bitte nach Jahren aufgliedern)?
b) Wie viele Studierende sind derzeit bei der Nathan Peter Levinson Stiftung eingeschrieben, und wie war die Entwicklung in den letzten zehn Jahren, werden nichtjüdische Studierende aufgenommen, und zu welcher jüdischen Denomination gehören die Studierenden (bitte nach Jahren und Konfessionen gegliedert angeben)?
c) Welche jüdischen Denominationen verantworten die Rabbiner- und Kantorenausbildungen an der Nathan Peter Levinson Stiftung?
d) Wie viele Rabbiner und Kantoren wurden an der Nathan Peter Levinson Stiftung ordiniert, und falls bisher keine Ordinationen stattgefunden haben, was sind die Gründe dafür, und sind zukünftig Ordinationen geplant?