[Deutscher Bundestag Drucksache 17/4655
17. Wahlperiode 08. 02. 2011 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sabine Zimmermann, Jutta Krellmann,
Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/4502 –
Zumutbarkeit von Arbeitsangeboten nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch
– Arbeitsförderung – und dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch – Grundsicherung
für Arbeitsuchende –
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Regelungen zur Zumutbarkeit der Aufnahme einer Beschäftigung spielen eine
entscheidende Rolle in der Vermittlungstätigkeit der Arbeitsverwaltung, sowohl
im Bereich des Dritten Buches (SGB III) als auch des Zweiten Buches
Sozialgesetzbuch (SGB II). Zumutbarkeitskriterien definieren, bei welchem
Stellenangebot die Arbeitsverwaltung vom Erwerbslosen eine Annahme verlangen und
mit Sperrzeiten, Kürzungen und Minderung der Anspruchsdauer der
Lohnersatzbzw. Sozialleistung drohen muss. Das SGB III und SGB II regeln die
Zumutbarkeit in eigenen Paragraphen (§ 121 SGB III, § 10 SGB II). Im Zeitverlauf
wurde die Schwelle für zumutbare Beschäftigungen immer weiter herabgesetzt.
Während das SGB III noch eine niedrigschwellige zeitlich gestaffelte
Unzumutbarkeit hinsichtlich des Arbeitsentgeltes und der Entfernung der
Arbeitsstätte kennt, ist im SGB II formuliert, dass jede Arbeit zumutbar ist.
Weder das SGB III noch das SGB II sehen einen Berufsschutz bzw. einen an
der Qualifikation oder bisherigen Tätigkeit des Erwerbslosen orientierten
Vermittlungsvorschlag vor.
Die Zumutbarkeit hat sich so zu einem Steuerungsinstrument entwickelt, mit
dem Druck auf Erwerbslose, aber auch auf das Lohnniveau insgesamt
ausgeübt, prekärer Beschäftigung Vorschub geleistet und ein Prozess der
Dequalifizierung vorangetrieben wird, da berufliche Abschlüsse und Erfahrungen der
Kunden (Erwerbslose) in der Vermittlungstätigkeit der Arbeitsverwaltung kein
verbindliches Kriterium darstellen.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Arbeitsvermittlung der Agenturen für Arbeit zielt darauf ab, Arbeitgebern
die für eine erfolgreiche wirtschaftliche Tätigkeit notwendigen Arbeitskräfte und
den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen ihren Fähigkeiten, Kenntnis- Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom
7. Februar 2011 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/4655 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodesen und Neigungen entsprechenden Arbeitsplatz zu vermitteln. Sie richtet sich
deshalb – der in § 35 Absatz 2 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III)
festgelegten Regelung entsprechend – zuforderst nach den beruflichen
Kenntnissen und Fähigkeiten der Arbeitsuchenden und ist darauf gerichtet, „die
richtige Person auf den richtigen Arbeitsplatz“ zu bringen. Gleiches gilt für den
Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (§ 16 Absatz 1 Satz 1 SGB II
i. V. m. § 35 SGB III). Persönliche Ansprechpartner sollen erwerbsfähige
Hilfebedürftige und deren Bedarfsgemeinschaft unter Berücksichtigung aller
Umstände des Einzelfalls umfassend unterstützen und geeignete, passgenaue
Leistungen zur Eingliederung in Arbeit erbringen (§ 14 SGB II i. V. m. § 3 Absatz 1
SGB II).
Der Frage der Zumutbarkeit einer Beschäftigung kommt in der deutlichen
Mehrzahl der Arbeitsvermittlungen – anders als die Vorbemerkung der
Fragesteller suggeriert – nur eine nachrangige und untergeordnete Bedeutung zu. Die
weit überwiegende Mehrzahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat ein
hohes Eigeninteresse daran, Arbeitslosigkeit bzw. Hilfebedürftigkeit
schnellstmöglich zu beenden.
Soweit allerdings Arbeitsplätze, die den Neigungen, Kenntnissen und
Fähigkeiten einer Person entsprechen, auf den Arbeitsmarkt nicht vorhanden sind,
entspricht es dem Versicherungsprinzip (SGB III) und dem Solidaritätsprinzip
(SGB III und SGB II), dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer alles ihnen
bei einem objektiv vernünftigem Maßstab angemessen Mögliche dazu
beitragen, ihre Arbeitslosigkeit durch vorhandene Beschäftigungsmöglichkeiten zu
beenden bzw. ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden oder zumindest zu verringern
(§ 2 SGB II).
Die Regelungen zur Zumutbarkeit konkretisieren im Interesse der
Rechtssicherheit und der Einheitlichkeit der Rechtsanwendung Art, Umfang und
Grenzen der Pflichten der einzelnen Person, zur Begrenzung des Schadens
beizutragen, der der Versichertengemeinschaft (SGB III) durch die
Arbeitslosigkeit entsteht bzw. die finanziellen Lasten, die der Allgemeinheit (SGB II) durch
die Hilfebedürftigkeit entstehen, soweit als möglich zu begrenzen.
1. Welche Notwendigkeit bestand nach Ansicht der Bundesregierung, Kriterien
zumutbarer Beschäftigungen mit Einführung des SGB III im Jahre 1998
erstmalig gesetzlich zu regeln?
Der Gesetzgeber des Jahres 1998 war der Auffassung, dass es Aufgabe des
Gesetzgebers und nicht – wie vor diesem Zeitpunkt geregelt – des
Verwaltungsrates der Bundesanstalt für Arbeit ist, die wesentlichen Elemente festzulegen, um
die Interessen der Beitragszahler zur Arbeitslosenversicherung
(Versichertengemeinschaft) an einer schnellstmöglichen Beendigung der Versicherungsfälle
der Arbeitslosigkeit und der Interessen des einzelnen Arbeitslosen, nach
Möglichkeit nur Beschäftigungen aufzunehmen, die den eigenen Vorstellungen
entsprechen, zu einem angemessenen Ausgleich zu bringen.
2. Welche Änderungen bei den Kriterien zumutbarer Beschäftigungen hat es
seit Einführung des Arbeitsförderungsgesetzes im Jahre 1969, des SGB III
1998 und mit/seit Einführung des SGB II 2005 gegeben, und wie schätzt die
Bundesregierung deren Wirkung auf die Höhe der registrierten
Arbeitslosigkeit und Beschäftigung ein?
Die Rechtsänderungen für den Bereich des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG)
bzw. für das SGB III ergeben sich im Wesentlichen aus
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/46551. Zumutbarkeitsanordnung des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für Arbeit
vom 3. Oktober 1979 in Verbindung mit der Anordnungsermächtigung in
§ 103 AFG (Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit 11/1979
S. 1387) in Kraft ab 19. November 1979,
2. Zumutbarkeitsanordnung des Verwaltungsrates der Bundesanstalt für Arbeit
vom 16. März 1982 in Verbindung mit der Anordnungsermächtigung in § 103
AFG (Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit 1982 S. 523) in
Kraft ab 15. April 1982,
3. gesetzliche Zumutbarkeitsregelung in § 103b AFG, eingefügt durch Gesetz
zur Reform der Arbeitsförderung (Arbeitsförderungs-Reformgesetz – AFRG)
vom 24. März 1997 (BGBl. 1997 Teil I Nummer 20 S. 594) in Kraft ab 1. April
1997,
4. Zumutbarkeitsregelung im § 121 SGB III (BGBl. 1997 Teil I Nummer 20
S. 594) in Kraft ab 1. Januar 1998 (keine inhaltliche Änderung gegenüber
§ 103b AFG),
5. Zumutbarkeitsregelung im § 121 SGB III (BGBl. I S. 1648) in Kraft ab 1.
August 1999 (Herabsetzung der zumutbaren Pendelzeit bei Vollzeit von drei auf
zweieinhalb Stunden und bei Teilzeit von zweieinhalb auf zwei Stunden
täglich),
6. Zumutbarkeitsregelung im § 121 SGB III Gesetz vom 23. Dezember 2002
(BGBl. I S. 4607) in Kraft ab 1. Januar 2003 (Ergänzung der Regelung um
Zumutbarkeit eines Umzuges bei Beachtung familiärer Bindungen).
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) ist – wie die frühere
Sozialhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) – eine staatliche
Fürsorgeleistung. Die Kriterien zur Zumutbarkeit von Arbeit in der Grundsicherung für
Arbeitsuchende wurden daher den Zumutbarkeitskriterien in § 18 Absatz 3 BSHG
a. F. entnommen.
Mit dem Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente
vom 21. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2917, in Kraft ab 1. Januar 2009) wurde
die Regelung des § 10 SGB II zur Zumutbarkeit dahingehend klarstellend
ergänzt, dass die Aufnahme einer Arbeit nicht allein deshalb unzumutbar ist, weil
dadurch eine bereits ausgeübte, aber nicht die Existenz sichernde
Erwerbstätigkeit aufgegeben werden muss.
Die Bundesregierung verweist insoweit auf die Begründungen der
entsprechenden Anordnungs- und Gesetzentwürfe. Nach Auffassung der Bundesregierung
führt das geltende Recht zu einem angemessenen Ausgleich der Interessen der
Versichertengemeinschaft (SGB III) und der Allgemeinheit (SGB II) mit den
Interessen der einzelnen arbeitslosen Personen. Die Regelungen tragen dazu
bei, Arbeitsplätze schnellstmöglich zu besetzen und dabei die beruflichen
Vorstellungen und Möglichkeiten der Empfänger von Arbeitslosengeld oder
Arbeitslosengeld II angemessen – soweit dies angesichts der Lage auf dem
Arbeitsmarkt möglich ist – zu wahren. Die Bundesregierung ist davon überzeugt,
dass die Mehrzahl der Arbeitsplätze ohne Anwendung dieser Regelungen
besetzt worden sind und besetzt werden. Die Beitragszahler zur Bundesagentur
für Arbeit und die Erwerbstätigen, aus deren Steuern die Grundsicherung für
Arbeitssuchende finanziert werden, können jedoch zu Recht erwarten, dass
Arbeitslose sowohl rechtlich als auch tatsächlich dazu angehalten werden, ihnen
zumutbare Beschäftigungen auch dann aufzunehmen und auszuüben, wenn
diese nicht vollständig den eigenen Vorstellungen und Erwartungen
entsprechen, so wie es sich ein großer Teil der Beschäftigten ebenfalls selber zumutet.
Der Bundesregierung liegen keine wirkungsanalytischen Ergebnisse zu der
Frage vor, ob oder wie sich die Kriterien zumutbarer Beschäftigungen auf die
Höhe der registrierten Arbeitslosigkeit und Beschäftigung auswirken. Aller-
Drucksache 17/4655 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodedings wird davon ausgegangen, dass den Fällen von sanktionierten
Arbeitsablehnungen eine größere Zahl von Fällen gegenüber steht, in denen die
existierenden Regelungen – teilweise auch als Ergebnis der vorgeschriebenen
Rechtsfolgenbelehrung – zu einer Annahme von zumutbaren Beschäftigungen
führt.
3. In wie vielen Fällen wurden im Jahr 2010 im Bereich des SGB III Sperrzeiten
verhängt, bundesweit und in den Bundesländern, aufgeschlüsselt nach dem
Sperrzeitgrund und der Dauer (bitte auch im Vorjahresvergleich)?
Bei versicherungswidrigem Verhalten ohne wichtigen Grund kann die
Auszahlung von Leistungen nach dem SGB III für die Dauer einer Sperrzeit ausgesetzt
werden. In den nachfolgenden Tabellen 1 und 2 sind die in den Jahren 2009 und
2010 eingetretenen Sperrzeiten gemäß § 144 SGB III nach Dauer und Gründen
in der Differenzierung nach Bundesländern dargestellt.
Ausgew ählte Regionen
Zeitreihe
[+]Gesamt 1 Woche 2 Wochen 3 Wochen 6 Wochen 12 Wochen
1 2 3 4 5 6
2009 [+]Gesamt *) 843.092 584.963 10.889 44.585 8.930 193.725
2009 [+] 01 Schlesw ig-Holstein 25.591 17.950 317 941 226 6.157
2009 [+] 02 Hamburg 21.120 14.630 156 881 109 5.344
2009 [+] 03 Niedersachsen 67.310 47.631 596 2.609 492 15.982
2009 [+] 04 Bremen 5.876 4.130 75 254 44 1.373
2009 [+] 05 Nordrhein-Westfalen 182.084 130.964 1.597 8.606 1.743 39.174
2009 [+] 06 Hessen 66.211 44.052 1.340 4.037 870 15.912
2009 [+] 07 Rheinland-Pfalz 43.200 30.349 733 2.640 409 9.069
2009 [+] 08 Baden-Württemberg 107.394 70.616 1.601 6.115 1.183 27.879
2009 [+] 09 Bayern 144.681 94.895 2.356 10.582 2.215 34.633
2009 [+] 10 Saarland 10.418 7.391 273 638 126 1.990
2009 [+] 11 Berlin 32.931 22.812 172 929 267 8.751
2009 [+] 12 Brandenburg 25.827 19.067 352 937 169 5.302
2009 [+] 13 Mecklenburg-Vorpommern 17.111 12.440 140 917 164 3.450
2009 [+] 14 Sachsen 38.610 28.016 646 2.067 420 7.461
2009 [+] 15 Sachsen-Anhalt 27.094 19.704 262 1.239 239 5.650
2009 [+] 16 Thüringen 27.483 20.236 272 1.181 251 5.543
2010 [+]Gesamt *) 765.497 513.119 14.389 44.989 9.859 183.141
2010 [+] 01 Schlesw ig-Holstein 24.480 16.831 274 1.010 223 6.142
2010 [+] 02 Hamburg 21.858 15.068 282 1.023 139 5.346
2010 [+] 03 Niedersachsen 60.781 42.065 685 2.643 551 14.837
2010 [+] 04 Bremen 5.118 3.395 88 243 48 1.344
2010 [+] 05 Nordrhein-Westfalen 164.937 115.995 2.332 8.623 1.691 36.296
2010 [+] 06 Hessen 63.627 40.544 2.103 4.009 931 16.040
2010 [+] 07 Rheinland-Pfalz 40.115 26.953 1.439 2.484 450 8.789
2010 [+] 08 Baden-Württemberg 91.924 56.788 2.226 5.821 1.352 25.737
2010 [+] 09 Bayern 126.959 80.310 2.172 10.296 2.587 31.594
2010 [+] 10 Saarland 8.874 6.175 262 673 139 1.625
2010 [+] 11 Berlin 31.556 20.878 377 987 288 9.026
2010 [+] 12 Brandenburg 23.645 16.797 435 1.144 264 5.005
2010 [+] 13 Mecklenburg-Vorpommern 16.337 11.820 171 1.031 173 3.142
2010 [+] 14 Sachsen 35.856 24.934 871 2.289 513 7.249
2010 [+] 15 Sachsen-Anhalt 24.093 16.977 287 1.291 227 5.311
2010 [+] 16 Thüringen 25.082 17.454 383 1.413 281 5.551
© Statistik der Bundesagentur für Arbeit
*) incl. der Fälle, die Leistungen im Ausland bezogen.
Berichtszeitraum Polit Gebietsstruktur
Tabelle 1: Sperrzeiten gemäß § 144 SGB III nach Dauer
Sperrzeit Dauer
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–
1
7
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5
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e 17/4655
Ablehnung berufl.
Eingliederungsmaßnahme
Abbruch berufl.
Eingliederungsmaßnahme
Meldeversäumnis
Verspätete
Arbeitsuchendmeldung
5 6 7 8
13.754 5.502 242.871 342.092
226 109 7.132 10.818
142 66 5.544 9.086
612 366 17.958 29.673
68 25 1.516 2.614
2.292 1.072 59.217 71.747
1.707 486 18.003 26.049
1.147 398 13.325 17.024
2.288 502 25.934 44.682
2.937 1.443 42.353 52.542
279 132 3.283 4.108
399 68 6.679 16.133
197 117 8.104 10.963
236 140 5.252 7.188
621 200 11.298 16.718
314 187 8.675 11.029
287 191 8.573 11.663
12.585 6.294 259.309 253.810
260 188 7.789 9.042
164 90 6.744 8.324
593 385 19.109 22.956
69 46 1.657 1.738
1.945 1.283 63.588 52.407
1.410 572 19.993 20.551
996 400 13.915 13.038
2.218 770 27.247 29.541
2.718 1.373 42.817 37.493
251 91 3.361 2.814
349 80 7.148 13.730
190 141 8.450 8.347
213 148 5.978 5.842
469 210 13.254 11.680
330 255 8.888 8.089
409 261 9.330 8.124
© Statistik der Bundesagentur für Arbeit
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Ausgew ählte Regionen
Zeitreihe
[-] Sperrzeit Arbeitsaufgabe Arbeitsablehnung
Unzureichende
Eigenbemühungen
1 2 3 4
2009 [+]Gesamt *) 843.092 206.927 21.057 10.889
2009 [+] 01 Schlesw ig-Holstein 25.591 6.626 363 317
2009 [+] 02 Hamburg 21.120 5.841 285 156
2009 [+] 03 Niedersachsen 67.310 17.053 1.052 596
2009 [+] 04 Bremen 5.876 1.485 93 75
2009 [+] 05 Nordrhein-Westfalen 182.084 41.731 4.428 1.597
2009 [+] 06 Hessen 66.211 16.800 1.826 1.340
2009 [+] 07 Rheinland-Pfalz 43.200 9.782 791 733
2009 [+] 08 Baden-Württemberg 107.394 29.628 2.759 1.601
2009 [+] 09 Bayern 144.681 37.709 5.341 2.356
2009 [+] 10 Saarland 10.418 2.145 198 273
2009 [+] 11 Berlin 32.931 9.171 309 172
2009 [+] 12 Brandenburg 25.827 5.601 493 352
2009 [+] 13 Mecklenburg-Vorpommern 17.111 3.604 551 140
2009 [+] 14 Sachsen 38.610 7.916 1.211 646
2009 [+] 15 Sachsen-Anhalt 27.094 5.878 749 262
2009 [+] 16 Thüringen 27.483 5.895 602 272
2010 [+]Gesamt *) 765.497 194.943 24.167 14.389
2010 [+] 01 Schlesw ig-Holstein 24.480 6.558 369 274
2010 [+] 02 Hamburg 21.858 5.971 283 282
2010 [+] 03 Niedersachsen 60.781 15.802 1.251 685
2010 [+] 04 Bremen 5.118 1.416 104 88
2010 [+] 05 Nordrhein-Westfalen 164.937 38.569 4.813 2.332
2010 [+] 06 Hessen 63.627 16.974 2.024 2.103
2010 [+] 07 Rheinland-Pfalz 40.115 9.331 996 1.439
2010 [+] 08 Baden-Württemberg 91.924 27.217 2.705 2.226
2010 [+] 09 Bayern 126.959 34.074 6.312 2.172
2010 [+] 10 Saarland 8.874 1.837 258 262
2010 [+] 11 Berlin 31.556 9.402 470 377
2010 [+] 12 Brandenburg 23.645 5.331 751 435
2010 [+] 13 Mecklenburg-Vorpommern 16.337 3.271 714 171
2010 [+] 14 Sachsen 35.856 7.744 1.628 871
2010 [+] 15 Sachsen-Anhalt 24.093 5.494 750 287
2010 [+] 16 Thüringen 25.082 5.838 737 383
*) incl. der Fälle, die Leistungen im Ausland bezogen.
Berichtszeitraum Polit Gebietsstruktur
Tabelle 2: Sperrzeiten gemäß § 144 SGB III nach Sperrzeitgründen
Sperrzei
Drucksache 17/4655 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeFür neu festgestellte Sanktionen können die Gründe ermittelt werden, die zu
einer Sanktion führen. Dabei kann der Ausweis kompletter Berichtsjahre erst
ab dem Jahr 2007 erfolgen. Für das Jahr 2010 ist aufgrund der Wartezeiten in
der Grundsicherungsstatistik ein Ausweis nur für die Monate Januar bis
September möglich. In Tabelle 3 sind die neu festgestellten Sanktionen gegenüber
erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach Gründen und Bundesländern für die
Jahre 2007, 2008, 2009 und den Zeitraum Januar bis September 2010 (sowie
den Vergleichszeitraum Januar bis September 2009) dargestellt.
§
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§
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Nr. 1
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Nr. 2
§ 31 Abs. 4
Nr. 3a
§ 31 Abs. 4
Nr. 3b
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Minderung
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Einkommens bzw .
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41 2.086 451 8.495 17.624
79 601 151 2.580 3.637
28 129 29 376 827
34 39 23 253 394
75 231 43 1.047 2.185
37 52 7 83 183
70 626 157 2.512 5.179
30 237 36 909 1.276
03 225 22 499 1.511
35 269 47 1.310 2.640
03 256 76 1.337 3.071
26 22 11 169 358
20 122 20 524 740
29 66 15 334 703
65 53 18 272 430
55 157 45 702 780
09 124 33 400 522
01 79 20 348 462 § 31 SGB II § 31 Abs. 1
Nr. 1a
§ 31 Abs. 1
Nr. 1b
§ 31 Abs. 1 Nr.
1c
§ 31 Abs. 1
Nr. 1d
§ 31 Abs. 1
Nr. 2
§ 31 Abs. 2
SGBII / AA
§ 31 Abs. 2
SGBII / ÄD,PD
1 2 3 4 5 6 7 8
Regionen
Versäumnis
ärztliche bzw
psychologisch
Untersuchung
Anzahl im
Berichtsjahr
neu
festgestellter
Sanktionen
davon:
Weigerung
Abschluß von
Eingliederungsvertrag
Verletzung
Pflichten des
Eingliederungsvertrags
Weigerung
zumutbare Arbeit,
Ausbildung,
Arbeitsgelegenheit oder
sonstige
vereinbarte
Maßnahmen
aufzunehmen,
aus- oder
fortzuführen
Weigerung
Aufnahme
von
zumutbarer
Arbeit
Abbruch
Eingliederungsmaßnahme
Versäumnis:
Meldung
Deutschland 754.599 6.493 130.236 117.516 14.054 20.804 403.252 7.1
Westdeutschland 514.169 4.974 95.783 80.230 8.463 14.955 260.992 5.3
Ostdeutschland 240.430 1.519 34.453 37.286 5.591 5.849 142.260 1.7
Schlesw ig-Holstein 26.862 140 5.436 3.484 389 1.124 13.714 3
Hamburg 19.409 110 3.409 2.819 193 421 11.217 1
Niedersachsen 70.182 747 14.889 10.555 1.200 1.898 35.375 6
Bremen 8.419 38 1.199 1.080 106 260 5.094
Nordrhein-Westfalen 162.820 1.912 29.666 23.060 2.244 5.248 85.784 1.5
Hessen 43.550 675 7.267 6.683 942 1.214 22.328 9
Rheinland-Pfalz 36.098 269 6.340 4.712 989 1.292 18.499 3
Baden-Württemberg 61.461 586 11.321 11.971 757 1.279 28.891 5
Bayern 75.820 449 14.911 14.247 1.071 1.767 35.807 6
Saarland 9.548 48 1.345 1.619 572 452 4.283 2
Berlin 73.823 436 8.515 10.670 2.199 1.302 47.587 5
Brandenburg 27.498 250 4.197 4.806 745 831 14.677 2
Mecklenburg-Vorpommern 27.956 140 5.450 4.213 799 763 15.052 1
Sachsen 51.100 288 6.696 8.284 1.263 1.341 30.154 4
Sachsen-Anhalt 34.030 238 5.578 4.966 451 1.035 19.664 2
Thüringen 26.023 167 4.017 4.347 134 577 15.126 2
2008
Drucksache 17/4655 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode§
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Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/4655Der Bestand an sanktionierten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in den
Berichtsmonaten September 2007, September 2008, September 2009 und
September 2010 und die dazugehörigen Sanktionsquoten (Anteil der sanktionierten
erwerbsfähigen Hilfebedürftigen an allen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen) sind
in Tabelle 4 nach Bundesländern dargestellt. Eine Differenzierung des Bestands
an sanktionierten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach Grund und Umfang
der Sanktion ist nicht Bestandteil der Berichterstattung der Statistik der
Bundesagentur für Arbeit.
§
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10
Drucksache 17/4655 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeAusgew ählte Regionen
Zeitreihe
September 2007 September 2008 September 2009 September 2010
1 2 3 4
Deutschland 140.775 137.289 125.921 142.357
Westdeutschland 96.670 93.626 86.445 95.576
Ostdeutschland 44.105 43.663 39.476 46.781
Schlesw ig-Holstein 5.178 5.005 4.523 4.780
Hamburg 3.477 3.364 3.792 4.526
Niedersachsen 13.771 12.867 11.475 13.578
Bremen 1.896 1.739 1.391 1.656
Nordrhein-Westfalen 30.368 30.925 29.819 32.782
Hessen 8.785 8.687 8.210 8.722
Rheinland-Pfalz 6.052 6.289 5.324 6.004
Baden-Württemberg 11.101 10.581 9.160 10.426
Bayern 14.201 12.392 11.177 11.547
Saarland 1.841 1.777 1.574 1.555
Berlin 12.521 13.921 12.377 16.325
Brandenburg 5.903 5.436 4.883 5.278
Mecklenburg-Vorpommern 5.268 4.911 4.427 4.629
Sachsen 8.915 9.011 7.824 9.145
Sachsen-Anhalt 6.761 5.924 5.953 6.666
Thüringen 4.737 4.460 4.012 4.738
Deutschland 2,7 2,8 2,6 3,0
Westdeutschland 2,9 2,9 2,7 3,0
Ostdeutschland 2,4 2,5 2,4 2,9
Schlesw ig-Holstein 3,0 3,0 2,7 2,9
Hamburg 2,4 2,3 2,6 3,2
Niedersachsen 2,8 2,8 2,5 3,0
Bremen 2,7 2,6 2,0 2,4
Nordrhein-Westfalen 2,6 2,7 2,6 2,8
Hessen 2,8 2,8 2,7 2,9
Rheinland-Pfalz 3,4 3,7 3,1 3,6
Baden-Württemberg 3,2 3,3 2,7 3,1
Bayern 3,8 3,6 3,2 3,4
Saarland 3,0 3,0 2,6 2,6
Berlin 2,7 3,1 2,8 3,7
Brandenburg 2,2 2,2 2,1 2,4
Mecklenburg-Vorpommern 2,5 2,6 2,5 2,8
Sachsen 2,1 2,2 2,0 2,5
Sachsen-Anhalt 2,3 2,2 2,3 2,7
Thüringen 2,3 2,4 2,2 2,9
© Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Tabelle 4: Bestand an sanktionierten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (eHb)
Bestand eHb mit mindestens einer Sanktion
Quote in Bezug auf alle eHb in %
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/4655Sanktionen können auch gegenüber nicht erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (die
zu 96 Prozent jünger als 15 Jahre sind) ausgesprochen werden. Im Bestand gab
es zu den o. g. Septemberstichtagen bundesweit jeweils nur etwas mehr als 100
sanktionierte nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige, fast ausschließlich, weil der
Meldepflicht nicht nachgekommen wurde. Wegen des geringen Umfangs ist
eine weitere Differenzierung im Sinne der Fragestellung nicht möglich.
5. In wie vielen Fällen wurden jeweils in den Jahren 2005 bis 2010 im Bereich
des SGB II Sanktionen, die zur Einstellung sämtlicher Zahlungen führten,
gegenüber erwerbsfähigen und nicht erwerbsfähigen Hilfebedürftigen neu
ausgesprochen (bitte bundesweit und nach Bundesländern angeben)?
Dieser Sachverhalt lässt sich bestandsbezogen anhand der Anzahl an
erwerbsfähigen Hilfebedürftigen mit vollständiger Leistungskürzung abbilden. In
Tabelle 5 ist dieser Personenkreis für die Berichtsmonate September 2007,
September 2008, September 2009 und September 2010 differenziert nach
Bundesländern dargestellt.
Auf eine entsprechende Darstellung von sanktionierten nicht erwerbsfähigen
Hilfebedürftigen wird aus den in der Antwort zu Frage 4 genannten Gründen
verzichtet.
Deutschland, Länder
September 2007 bis 2010 jew eils Einzelmonate
September 2007 September 2008 September 2009 September 2010
1 2 3 4
Schlesw ig-Holstein 454 499 479 544
Hamburg 257 279 286 327
Niedersachsen 1.302 1.387 1.030 1.120
Bremen 155 127 91 99
Nordrhein-Westfalen 2.228 2.297 2.119 2.251
Hessen 684 766 767 818
Rheinland-Pfalz 663 820 609 657
Baden-Württemberg 1.037 1.028 920 887
Bayern 1.585 1.611 1.427 1.331
Saarland 172 232 194 160
Berlin 742 884 693 905
Brandenburg 785 671 527 559
Mecklenburg-Vorpommern 576 596 562 538
Sachsen 704 697 554 700
Sachsen-Anhalt 828 624 554 691
Thüringen 467 496 386 466
Deutschland 12.640 13.014 11.198 12.052
Westdeutschland 8.538 9.046 7.922 8.194
Ostdeutschland 4.102 3.968 3.276 3.858
© Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Tabelle 5: Anzahl sanktionierter erwerbsfähiger Hilfebedürftiger mit vollständiger Leistungskürzung
Hochgerechnete Werte anhand der ARGE- und gAw -daten über die Eckw erte (inkl. zkT)
Bestand an erw erbsfähigen Hilfebedürftigen mit vollständiger
Leistungskürzung
Drucksache 17/4655 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode6. Liegen der Bundesregierung Angaben darüber vor, welche Beträge jeweils
in den Jahren 2005 bis 2010 bundesweit und nach Bundesländern durch
verhängte Sperrzeiten und Sanktionen im Bereich des SGB III und SGB II
eingespart wurden?
Falls nicht, was ist der Grund der Nichterfassung, und ist für die Zukunft
eine solche Aufstellung beabsichtigt?
Die Regelungen zur Zumutbarkeit und zu Sperrzeiten bzw. Sanktionen dienen
dazu, die Besetzung von Arbeitsplätzen zu unterstützen und Arbeitslosigkeit
bzw. Hilfebedürftigkeit zu vermeiden, zu beenden bzw. zu verringern, nicht
hingegen, Finanzmittel einzusparen. Einsparungen sind deshalb nicht
Gegenstand statistischer Erfassungen. Eine Erfassung dieser Daten ist daher auch in
Zukunft nicht beabsichtigt.
7. Sind bei den von Sperrzeiten und Sanktionen betroffenen Erwerbslosen
signifikante Häufungen bezüglich Altersgruppe, Geschlecht, ausländischer
Herkunft, Regionen oder anderer Merkmale vorhanden?
Für das SGB III kann eine Sperrzeitquote errechnet werden, welche die Zahl
der Sperrzeiten auf die Zugänge an Leistungsempfängern (Arbeitslosengeld bei
Arbeitslosigkeit) bezieht. Bei der Interpretation dieser Quote ist zu beachten:
Etwa zwei Drittel der Sperrzeiten wird beim Zugang ausgesprochen (bei
Arbeitsaufgabe und bei verspäteter Arbeitsuchendmeldung). Teilweise erhalten
einzelne Personen mehrere Sperrzeiten, so dass der Anteil der gesperrten
Personen tatsächlich kleiner sein dürfte als die ausgewiesene Sperrzeitquote.
Außerdem werden manche Sperrzeiten durch erfolgreiche Widersprüche oder Klagen
aufgehoben. Die absolute Höhe der Sperrzeitquote lässt sich auf Grund der
genannten Einschränkungen nicht interpretieren.
Für das Jahr 2010 ergibt sich für das SGB III eine Gesamt-Sperrzeitquote von
27 Prozent (die Zugänge der Arbeitslosengeldempfänger beziehen sich auf den
Zeitraum November 2009 bis Oktober 2010, aktuellere Daten liegen nicht vor).
Für Männer beträgt sie 31,1 Prozent, für Frauen 20,8 Prozent. Bei Ausländern
beträgt die Sperrzeitquote 37,9 Prozent. Differenziert nach Altersgruppen lauten die
Ergebnisse: unter 25-Jährige: 46,4 Prozent; 25- bis unter 50-Jährige: 25,8
Prozent; 50-Jährige und Ältere: 12,5 Prozent. Regional reicht die Spanne der
Sperrzeitquoten von 16,7 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 36,3 Prozent in
Hessen (vgl. auch Tabelle 6).
Für das SGB II wird anhand von Sanktionsquoten (Anteil der sanktionierten
erwerbsfähigen Hilfebedürftigen an allen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen)
ersichtlich, ob Sanktionen bei bestimmten Personengruppen oder in bestimmten
Regionen vergleichsweise häufig oder weniger häufig vorliegen. Als
Referenzgröße wird dabei der Wert der Sanktionsquote über alle Personengruppen und
Regionen herangezogen, der im jüngsten Berichtsmonat September 2010 bei
3,0 Prozent lag (für den Anteil der sanktionierten arbeitslosen erwerbsfähigen
Hilfebedürftigen an allen arbeitslosen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen lautet
der Wert 4,2 Prozent). Für Männer wird dabei mit 4,2 Prozent (5,5 Prozent) ein
deutlich höherer Wert als für Frauen mit 1,8 Prozent (2,8 Prozent) ausgewiesen.
Ausländer sind unter den sanktionierten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen mit
einer Sanktionsquote von 2,6 Prozent (3,7 Prozent) unterrepräsentiert.
Differenziert nach Altersgruppen lauten die Ergebnisse: unter 25-Jährige: 4,5
Prozent (9,9 Prozent); 25- bis unter 50-Jährige: 3,3 Prozent (4,5 Prozent); 50- bis
unter 65-Jährige: 1,0 Prozent (1,6 Prozent). Regional reicht die Spanne der
Sanktionsquoten von 2,4 Prozent in Bremen und Brandenburg (3,4 Prozent in
Brandenburg) bis 3,7 Prozent in Berlin (5,2 Prozent in Rheinland-Pfalz).
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/4655Die Sperrzeitquoten, welche die Sperrzeiten auf die Zahl der Zugänge an
Arbeitslosengeldempfänger beziehen, dürfen nicht mit den Sanktionsquoten aus
dem vorhergehenden Absatz verglichen werden, da diese Quoten Sanktionen
auf den Bestand an Leistungsempfängern beziehen. Folglich liegt den
Sperrzeitquoten und den Sanktionsquoten ein unterschiedliches Messkonzept
zugrunde.
8. In wie vielen Fällen war jeweils in den Jahren von 2005 bis 2010 infolge
von Sanktionen gegenüber Erwerbslosen die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit zu verzeichnen (bitte getrennt nach Rechtskreisen SGB III und SGB II,
dem Grund und Umfang der Sanktion, bundesweit und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Daten vor.
9. Wie hat sich allgemein die Höhe der Sperrzeitquote im Bereich des SGB III
in den letzten zehn Jahren und der Sanktionsquote im Bereich des SGB II
in den letzten sechs Jahren entwickelt sowie im Speziellen bei Ablehnung
einer zumutbaren Beschäftigung, bundesweit und nach Bundesländern?
In Tabelle 6 ist dargestellt, wie sich die Sperrzeitquote im SGB III (darunter die
Sperrzeitquote mit Grund Arbeitsablehnung) in den letzten Jahren in den
Bundesländern entwickelt hat. Die Darstellungen sind dabei auf den Zeitraum 2006
bis 2010 begrenzt, damit den Auswertungen eine einheitliche Datenbasis
zugrunde liegt.
Ausgew ählte Regionen
Zeitreihe
2006 2007 2008 2009 2010 *)
1 2 3 4 5
[+]Gesamt 18,0 25,0 28,5 26,3 27,0
[+] 01 Schlesw ig-Holstein 17,6 24,9 26,8 23,8 24,2
[+] 02 Hamburg 26,7 34,3 35,1 30,1 32,2
[+] 03 Niedersachsen 16,2 22,1 25,1 23,1 23,2
[+] 04 Bremen 21,3 28,5 27,8 25,1 23,6
[+] 05 Nordrhein-Westfalen 21,1 29,9 32,6 29,2 30,5
[+] 06 Hessen 26,8 35,1 35,7 33,7 36,3
[+] 07 Rheinland-Pfalz 23,1 30,2 33,2 30,1 32,1
[+] 08 Baden-Württemberg 23,8 31,4 34,2 29,3 30,0
[+] 09 Bayern 18,4 24,6 31,1 28,6 28,6
[+] 10 Saarland 19,0 29,3 32,5 29,6 29,4
[+] 11 Berlin 15,3 21,7 26,1 25,6 25,3
[+] 12 Brandenburg 9,5 16,0 20,5 20,2 20,5
[+] 13 Mecklenburg-Vorpommern 8,9 13,2 16,9 16,4 16,7
[+] 14 Sachsen 8,9 14,4 18,9 17,3 18,8
[+] 15 Sachsen-Anhalt 11,7 18,1 22,1 20,8 21,0
[+] 16 Thüringen 12,9 20,2 22,3 21,0 22,6
Polit Gebietsstruktur
Tabelle 6: Sperrzeitquoten in der zeitlichen Entwicklung
Sperrzeitquoten insgesamt in %
Drucksache 17/4655 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeZur zeitlichen Entwicklung der Sanktionsquoten im SGB II nach
Bundesländern wird auf Tabelle 4 verwiesen; dort sind Ergebnisse für alle
Septemberstichtage seit Aufnahme der Berichterstattung über Sanktionen zu finden. Im
Zusammenhang mit den bestandsbezogenen Sanktionsquoten kann nicht nach
Gründen (wie z. B. Ablehnung einer zumutbaren Beschäftigung) differenziert
werden.
10. Erscheint es der Bundesregierung vor dem Hintergrund des von ihr
diagnostizierten Fachkräftemangels sinnvoll, einen beruflichen
Qualifikationsschutz zur Sicherung eines hohen Qualifikationsniveaus in die
Zumutbarkeitskriterien nach dem SGB III und SGB II aufzunehmen?
Eine solche Regelung ist angesichts der Ausrichtung der Arbeitsvermittlung
auf möglichst passgenaue Stellenangebote (siehe Vorbemerkung der
Bundesregierung) nicht erforderlich. Zudem würde ein dauerhafter Berufsschutz
Arbeitslosigkeit bzw. Hilfebedürftigkeit verfestigen, weil sich die Betroffenen
trotz fehlender Eingliederungsaussichten auf ein bestimmtes Berufsfeld
einschränken könnten.
11. Liegen der Bundesregierung Angaben darüber vor, in wie vielen Fällen
Erwerbslose unterhalb ihrer beruflichen Qualifikation in Beschäftigung
vermittelt wurden (bitte nach Jahren seit 2005, getrennt nach Rechtskreisen,
Bundesländern und Altersstufen angeben)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Angaben vor.
[+] 15 Sachsen-Anhalt 11,7 18,1 22,1 20,8 21,0
[+] 16 Thüringen 12,9 20,2 22,3 21,0 22,6
[+]Gesamt 0,8 0,9 1,1 0,7 0,9
[+] 01 Schlesw ig-Holstein 0,6 0,3 0,4 0,3 0,4
[+] 02 Hamburg 1,2 1,1 0,9 0,4 0,4
[+] 03 Niedersachsen 0,5 0,5 0,6 0,4 0,5
[+] 04 Bremen 0,9 0,9 1,0 0,4 0,5
[+] 05 Nordrhein-Westfalen 0,8 1,1 1,2 0,7 0,9
[+] 06 Hessen 1,2 1,2 1,5 0,9 1,2
[+] 07 Rheinland-Pfalz 0,6 0,7 0,9 0,6 0,8
[+] 08 Baden-Württemberg 1,6 1,6 1,5 0,8 0,9
[+] 09 Bayern 1,0 1,3 1,6 1,1 1,4
[+] 10 Saarland 0,7 1,1 1,1 0,6 0,9
[+] 11 Berlin 0,5 0,3 0,4 0,2 0,4
[+] 12 Brandenburg 0,3 0,3 0,4 0,4 0,7
[+] 13 Mecklenburg-Vorpommern 0,4 0,5 0,8 0,5 0,7
[+] 14 Sachsen 0,4 0,5 0,7 0,5 0,9
[+] 15 Sachsen-Anhalt 0,6 0,7 0,8 0,6 0,7
[+] 16 Thüringen 0,6 0,8 0,9 0,5 0,7
© Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Sperrzeitquote im Jahr t = Sperrzeiten nach § 144 SGB III im Jahr t / Zugang an Leistungsempfängern (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) im Jahr t
*) Als Nenner werden aufgrund der Wartezeiten in der Arbeitslosengeldstatistik die Daten des Zeitraums November 2009 bis Oktober 2010 herangezogen.
Sperrzeitquoten mit Grund Arbeitsablehnung in %
2006 2007 2008 2009 2010 *)
1 2 3 4 5
Polit Gebietsstruktur
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/465512. Liegen der Bundesregierung Angaben darüber vor, in wie vielen Fällen
Erwerbslose in Niedriglohnbeschäftigung vermittelt wurden (bitte nach
Jahren seit 2005, getrennt nach Rechtskreisen und Bundesländern angeben)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Angaben vor
13. Liegen der Bundesregierung Angaben darüber vor, in wie vielen Fällen
Erwerbslose in Leiharbeit vermittelt wurden (bitte nach Jahren seit 2005,
getrennt nach Rechtskreisen und Bundesländern angeben)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine statistischen Daten vor. In der
Arbeitnehmerüberlassungsstatistik wird lediglich abgebildet, wie viele der
zugegangenen Zeitarbeiter früher bereits beschäftigt waren. Dieser Personenkreis dürfte
u. a. auch (ehemalige) Arbeitslose umfassen. Die Tabellen 1, 2 und 3 der
Publikation „Leiharbeitnehmer und Verleihbetriebe im 1. Halbjahr 2010“ der
Statistik der Bundesagentur für Arbeit beziehen sich unter anderem auf den Zugang
von Zeitarbeitern.
14. Welche Konsequenzen hat aus Sicht der Bundesregierung das Urteil des
Bundesarbeitsgerichts zur Nichttariffähigkeit der Tarifgemeinschaft
Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP)
vom 14. Dezember 2010 für die Arbeitsvermittlung und die Frage
zumutbarer Beschäftigungen?
Welche Konsequenzen ergäben sich hinsichtlich verhängter Sperrzeiten
und Sanktionen gegenüber Erwerbslosen, die eine Beschäftigung zu
CGZP-Tarifverträgen abgelehnt oder aufgegeben haben, aus einer
rückwirkenden Unwirksamkeit der CGZP-Tarifverträge?
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat gegenwartsbezogen entschieden, dass die
Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und
Personalserviceagenturen (CGZP) keine Spitzenorganisation ist, die im eigenen Namen
Tarifverträge abschließen kann. Die schriftliche Begründung des Beschlusses
liegt noch nicht vor. Deshalb können die Folgen der Entscheidung noch nicht
abschließend bewertet werden.
15. Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass Arbeitsangebote als
Tagelöhner (auf einen Tag befristete Beschäftigung) nach dem SGB II eine
zumutbare Beschäftigung und ein sinnvolles Instrument zur Überwindung
der Erwerbslosigkeit darstellen, auch wenn dadurch die Hilfebedürftigkeit
nicht beendet werden kann?
16. Welche Argumente sprechen aus Sicht der Bundesregierung dagegen, im
Bereich des SGB II künftig nur in Tätigkeiten zu vermitteln, die die
Hilfebedürftigkeit eines Erwerbslosen beenden?
Die Erwerbstätigen, aus deren Steuern die Grundsicherung für Arbeitssuchende
finanziert wird, können zu Recht erwarten, dass Hilfebedürftige, soweit es
ihnen möglich und zumutbar ist, dazu beitragen, die finanziellen Lasten für die
Allgemeinheit in Grenzen zu halten. Erwerbsfähige Hilfebedürftige und die mit
ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen müssen daher alle
Möglichkeiten zur Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen.
Erwerbsfähige Hilfebedürftige müssen ihre Arbeitskraft zur Beschaffung des
Lebensunterhaltes für sich und die in ihrer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen
einsetzen (§ 2 SGB II). Deshalb sind auch Beschäftigungen, die die
Hilfebedürftigkeit (zeitweise) vermindern, im Rahmen der Grenzen, die § 10 SGB II
aufzeigt, zumutbar.
Drucksache 17/4655 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode17. Welche Kriterien werden bezüglich der Zumutbarkeit von
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Weiterbildung, Marktersatzmaßnahmen usw.
angelegt?
Gibt es für Maßnahmen definierte Qualitätsstandards, die erfüllt sein
müssen, um Erwerbslosen ein Angebot unterbreiten zu können?
Hinsichtlich des Bezugs von Arbeitslosengeld nach dem SGB III sind
diejenigen Maßnahmen nicht zumutbar, die der Bezieher von Arbeitslosengeld nach
Maßgabe des § 144 SGB III wegen eines wichtigen Grundes (i. S. des § 144
SGB III) ablehnen kann. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, richtet sich nach den
Umständen des Einzelfalls.
Die Zumutbarkeit der Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen im
Rechtskreis SGB II ist geregelt in § 10 Absatz 3 SGB II. Sie entspricht den
Regelungen in § 10 Absatz 1 und 2 SGB II, die sich auf die Zumutbarkeit
angebotener Arbeitsstellen beziehen. Insbesondere ist die Zumutbarkeit in jedem
Einzelfall im Hinblick auf persönliche Rahmenbedingungen zu prüfen (z. B.
körperliche Anforderungen, familiäre Einschränkungen – z. B. durch
Erziehung von Kindern unter drei Jahren).
Die Fördermaßnahmen müssen bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllen.
Zentrale Qualitätsstandards für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen werden –
soweit nicht im Gesetz selbst beschrieben – ergänzend in Weisungen und/oder
Arbeitshilfen bzw. in den Vergabeunterlagen formuliert, die Grundlage der
Ausschreibung von Maßnahmen z. B. nach § 46 SGB III darstellen (zu vermittelnde
Inhalte, Praxisanteile, Unterrichtsdauer, Qualifizierung des Personals,
Ausstattung der Räumlichkeiten etc.). Dies gilt, soweit die Bundesagentur für Arbeit
Leistungsträgerin nach § 6 Absatz 1 Nummer 1 SGB II ist. Soweit die
Maßnahmen von den zugelassenen kommunalen Träger nach § 6a SGB II erbracht
werden, unterfällt die Leistungserbringung der Rechtsaufsicht des Landes nach § 48
Absatz 2 SGB II.
Im Einzelnen lassen sich folgende Aussagen treffen:
Arbeitsmarktdienstleistungen, die dem Vergaberecht unterliegen
Innerhalb der Bundesagentur für Arbeit werden verschiedene Instrumente der
Qualitätssicherung von Arbeitsmarktdienstleistungen eingesetzt. Die
Erkenntnisse aus der Qualitätssicherung sollen im Sinne eines
Lieferantenmanagements transparent gemacht und unter anderem bei den Auswahlentscheidungen
für zukünftige Aufträge angemessen berücksichtigt werden. Die Nutzung von
Qualitätserkenntnissen kann dabei nur innerhalb der durch das Vergaberecht
und der hierzu ergangenen Rechtsprechung vorgesehenen Grenzen erfolgen.
Herangezogen werden hierbei Informationen zu vorliegenden
Eingliederungsquoten, die Erkenntnisse des Prüfdienstes Arbeitsmarktdienstleistungen,
schriftliche Mängelanzeigen/Kündigungen durch die Regionalen Einkaufszentren und
die Ergebnisse von Kundenbefragungen. Unterdurchschnittliche
Eingliederungsquoten bzw. Prüfungsergebnisse oder Ergebnisse bei der Kundenbefragung
früherer Maßnahmen sowie nachhaltig schlechte Erfahrungen aufgrund von
Pflichtverletzungen aus bestehenden oder früheren Vertragsverhältnissen haben
jedoch nur Indizcharakter. Ob ein Bieter die für die Erfüllung der vertraglichen
Verpflichtungen erforderliche Zuverlässigkeit nach den berücksichtigten
Qualitätserkenntnissen besitzt, wird aufgrund der Umstände des Einzelfalls in einer
umfassenden Gesamtbetrachtung beurteilt.
Förderung der beruflichen Weiterbildung (Bildungsgutscheinverfahren)
Die Qualitätsstandards für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung sind in
§ 85 SGB III und der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbil-
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17 – Drucksache 17/4655dung (AZWV) geregelt. Förderleistungen zur beruflichen Weiterbildung
können daher nur bei Teilnahme an entsprechend zertifzierten Lehrgängen erbracht
werden.
18. Inwieweit ist die Verhältnismäßigkeit bzw. Sinnhaftigkeit nach Auffassung
der Bundesregierung bei den zumutbaren maximalen Pendelzeiten
gewahrt, wenn insbesondere bei Teilzeitbeschäftigungen Arbeits- und
Pendelzeit sich einander annähern oder Fahrtkosten einen Großteil des
Arbeitsentgeltes in Anspruch nehmen?
Die Regelung des § 121 Absatz 4 SGB III regelt nach Auffassung der
Bundesregierung Grundsätze für ein angemessenes Verhältnis von Arbeitszeit und der
Dauer der zumutbaren Pendelzeiten. Darüber hinaus stellt die Vorschrift nur
Maßgaben für den Regelfall auf. Je nach den Umständen des Einzelfalles
können daher auch längere oder kürzere Pendelzeiten zumutbar sein. Insbesondere
wird auch der Gesichtspunkt der familiären Bindungen (§ 121 Absatz 4 Satz 7
SGB III) im Einzelfall berücksichtigt.
Die Vorschrift über die Pendelzeiten (§ 121 Absatz 4 SGB III) steht darüber
hinaus im Zusammenhang mit den Regelungen, die das Verhältnis von
Arbeitslosengeld zu dem erzielten Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit
der Beschäftigung im Zusammenhang stehenden Aufwendungen (u. a.
Fahrtkosten) berücksichtigen (§ 121 Absatz 3 SGB III). Eine Beschäftigung mit
einem Arbeitsentgelt, das nach Abzug der Aufwendungen (wie insbesondere
Fahrtkosten) unterhalb der Höhe des Arbeitslosengeldes liegt, ist für den
Bereich der Arbeitslosenversicherung zu keinem Zeitpunkt zumutbar.
Für den Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende ist nach den
Umständen des Einzelfalls das Vorliegen eines wichtigen Grundes zu prüfen (§ 10
Absatz 1 Nummer 5 SGB II). Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 15
und 16 verwiesen.
19. Sieht die Bundesregierung einen Widerspruch bzw. Anpassungsbedarf
zwischen den Regelungen zu zumutbaren Beschäftigungen und § 35 Absatz 2
SGB III (Vermittlungsangebot), nach dem die Agentur für Arbeit in der
Vermittlung die Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit des
Arbeitsuchenden zu berücksichtigen hat sowie § 1 Absatz 1 SGB II (Aufgabe und Ziel
der Grundsicherung für Arbeitsuchende), nach dem die Grundsicherung
dazu beitragen soll, dass die Hilfebedürftigen ihren Lebensunterhalt
unabhängig von der Grundsicherung aus eigenen Mitteln und Kräften bestreiten
können, da die Zumutbarkeitskriterien derzeit nicht an diesen Grundsätzen
ausgerichtet sind?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
20. Haben sich aus Sicht der Bundesregierung die derzeitigen Regelungen im
SGB III und SGB II zu zumutbaren Beschäftigungen und Sperrzeiten/
Sanktionen in der Vergangenheit bewährt, bzw. wie schätzt sie die
Wirkung dieser ein, sowohl auf die Verfasstheit des Arbeitsmarktes insgesamt
als auch auf den einzelnen Erwerbslosen?
Der Bundesregierung liegen keine repräsentativen wissenschaftlichen
Ergebnisse vor. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
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ISSN 0722-8333]