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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Berichte über Zahlungsprobleme bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durch SAP-Umstellung

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Datum

24.03.2026

Aktualisiert

01.04.2026

BT21/461710.03.2026

Berichte über Zahlungsprobleme bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durch SAP-Umstellung

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

Deutscher Bundestag Drucksache 21/4617 21. Wahlperiode 10.03.2026 Kleine Anfrage der Abgeordneten Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Denis Pauli, Johann Martel, Arne Raue, Kay Gottschalk, Dr. Alexander Wolf, Dr. Michael Espendiller und der Fraktion der AfD Berichte über Zahlungsprobleme bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durch SAP-Umstellung Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH soll in über 90 Ländern moderne, verlässliche und digitale Strukturen aufbauen und die digitale Transformation in Entwicklungsländern vorantreiben. Gleichzeitig ist nach Medienberichten die GIZ GmbH seit Wochen selbst nicht in der Lage, Rechnungen an externe Dienstleister, Berater und Partner zu bezahlen. Grund sei die weltweite Umstellung auf die SAP-Software S/4HANA (vgl. www.spiegel.de/politik/sap-software-bei-giz-deutsche-entwicklungshilfe- kannseit-wochen-rechnungen-nicht-bezahlen-a-b0a4739e-a0cb-4141-9036-9bcb10c 33a4b vom 2. März 2026). Interne Chatnachrichten zeigen demnach massiven Frust bei den Mitarbeitern. Externe Partner würden seit Wochen vertröstet, erste Hotels verweigerten bereits die Buchung von Meetingräumen, und in mehreren Ländern entstünden „massive Probleme“ bei laufenden Projekten (vgl.www.welt.de/politik/deutschland/plus69a094be128bc9f66feec15f/sap-pan ne-bei-giz-deutsche-entwicklungshelfer-koennen-seit-wochen-rechnungen-nich t-zahlen.html vom 27. Februar 2026; a. a. O.). Gleichzeitig beteuert die GIZ- Sprecherin, die Zahlungsfähigkeit sei „weltweit gewährleistet“ und die Probleme würden „schnellstmöglich gelöst“ (a. a. O.). Die GIZ betreut Projekte im Wert von 22 Mrd. Euro (a. a. O.). Wir fragen die Bundesregierung:  1. Sind die in der Vorbemerkung der Fragesteller erwähnten Probleme zutreffend, wenn ja, seit wann genau bestehen die Zahlungsverzögerungen bei der GIZ GmbH aufgrund der SAP-Umstellung, und wie viele Rechnungen sind aktuell (Stand: 3. März 2026) noch nicht bezahlt?  2. Wenn Frage 1 bejaht wird, auf welche Höhe belaufen sich die bisher unbezahlten Rechnungen an externe Dienstleister, Berater und Partner (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  3. Welche Projekte und Länder sind, wenn Frage 1 bejaht wird, durch die Zahlungsverzögerungen besonders betroffen, und welche konkreten Auswirkungen (z. B. Projektverzögerungen, Kündigungen von Partnern, Vertrauensverlust) sind bereits eingetreten (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  4. Wie hoch waren, wenn Frage 1 bejaht wird, die Gesamtkosten der SAP-S/ 4HANA-Umstellung bei der GIZ GmbH, und wie hoch waren die Kosten für externe Berater und Dienstleister bei diesem Projekt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  5. Warum wurde, wenn Frage 1 bejaht wird, trotz interner Warnungen und bekannter Risiken eine weltweite Umstellung durchgeführt, die zu diesen massiven Zahlungsproblemen führt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  6. Wenn Frage 1 bejaht wird, wie erklärt die Bundesregierung den Widerspruch, dass die GIZ GmbH einerseits Zahlungsfähigkeit beteuert, andererseits aber seit Wochen Rechnungen nicht bezahlen kann und Partner vertröstet werden müssen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  7. Wenn Frage 1 bejaht wird, welche Maßnahmen hat die GIZ GmbH bzw. das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seit Bekanntwerden der Probleme ergriffen, um die Zahlungsrückstände schnellstmöglich zu begleichen und weiteren Schaden zu verhindern (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  8. Wie viele externe Partner (z. B. Hotels, Berater, lokale Dienstleister) haben, wenn Frage 1 bejaht wird, bereits Zahlungen angemahnt oder Konsequenzen (z. B. Kündigung von Verträgen) angekündigt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?  9. Wenn Frage 1 bejaht wird, welche Auswirkungen haben die Zahlungsprobleme auf das internationale Ansehen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? 10. Wenn Frage 1 bejaht wird, wer trägt die politische und organisatorische Verantwortung für die fehlerhafte SAP-Umstellung bei der GIZ GmbH (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? 11. Plant die Bundesregierung, wenn Frage 1 bejaht wird, eine unabhängige Untersuchung der SAP-Umstellung und der daraus resultierenden Zahlungsprobleme (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? 12. Wenn Frage 1 bejaht wird, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus diesem Vorfall für künftige große IT-Projekte bei Durchführungsorganisationen wie der GIZ GmbH (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? 13. Wie hoch sind, wenn Frage 1 bejaht wird, die bisher entstandenen Zusatzkosten (z. B. Mahngebühren, Zinsen, Notfallmaßnahmen) durch die SAP- Panne (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? 14. Wie soll, wenn Frage 1 bejaht wird, zukünftig sichergestellt werden, dass die GIZ GmbH trotz interner Umstellungen ihre Verpflichtungen gegenüber Partnern in Entwicklungsländern erfüllen kann (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? 15. Wenn Frage 1 bejaht wird, wie bewertet die Bundesregierung den Umstand, dass die GIZ GmbH, die weltweit die sog. digitale Transformation unterstützen soll, selbst erhebliche Probleme bei der Einführung eines Standard-IT-Systems (SAP S/4HANA) hat und dadurch seit Wochen Rechnungen nicht begleichen kann (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? Berlin, den 9. März 2026 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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