[Deutscher Bundestag Drucksache 17/5855
17. Wahlperiode 17. 05. 2011 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Daniela Wagner, Stephan Kühn, Bettina
Herlitzius, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 17/5610 –
Mittelabfluss bei den KfW-Gebäudeprogrammen in 2010
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Gebäudebereich wird ein Drittel der Gesamtenergie und 40 Prozent der
Endenergie Deutschlands verbraucht. Allein im Jahr 2009 wurden insgesamt
620 000 Wohnungen neu errichtet oder saniert und 1 452 000 Tonnen CO2
eingespart. Zusätzlich löst das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW
Bankengruppe mit 1 Euro Zuschuss oder Kredit ein privates
Investitionsvolumen von 9 Euro aus. Im Jahr 2009 sicherte oder schaffte das Programm so
mehr als 300 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Zwei Drittel der Gebäude in
Deutschland wurden vor mehr als 30 Jahren errichtet und entsprechen daher
nicht den aktuellen energetischen Anforderungen. In der energetischen
Gebäudesanierung liegt das größte Potenzial zur Energieeinsparung. Aber auch
im Neubau können innovative und nachhaltige Lösungen und der Einsatz
ökologischer Baustoffe den Energieverbrauch erheblich senken. Nachhaltigkeit
bedeutet mehr, als die Dämmung von Wohngebäuden zu verbessern oder
damit den Energieverbrauch zu reduzieren. Nachhaltigkeit muss auf den
gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zielen.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Eine Reihe der mit dieser Kleinen Anfrage vorgelegten Fragen sind mit denen
aus den Kleinen Anfragen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
„Energieeffizienz im Gebäudebereich und bei den Kommunen – Mittelabfluss bei den
KfW-Gebäudeprogrammen und dem Investitionspakt 2008“ und „Mittelabfluss
bei den KfW-Gebäudeprogrammen in 2009“ identisch. Sachlage und Haltung
der Bundesregierung hierzu haben sich nicht geändert. Insoweit wird auf die
Antworten der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksachen 17/490 und 17/
3292 verwiesen. Darüber hinaus lassen sich einige Antworten auf die
vorgelegten Fragen aus dem Förderreport der KfW Bankengruppe entnehmen. Diesen
stellt die KfW Bankengruppe im Internet zur Verfügung. Insoweit wird auf die
entsprechenden Seiten des Förderreports verwiesen. Der Förderreport der KfW
Bankengruppe wird quartalsweise aktualisiert. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung vom 16. Mai 2011 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/5855 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode1. Wie hoch war die Nachfrage nach den Mitteln aller KfW-
Gebäudeprogramme im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010
in absoluten Zahlen, aufgeteilt nach Investitionszuschuss-,
Finanzierungsvariante (bei der Aufstellung bitte die KfW-Effizienzhauskriterien 70, 55
sowie 40 berücksichtigen)?
Anzahl und Zusagevolumen können folgender Tabelle entnommen werden. Die
Zuschüsse sind in der Tabelle gesondert aufgeführt.
1 bis 30. Juni 2010: Wohnraum Modernisieren – Altersgerecht Umbauen
2 ab 1. Mai 2010 eingeführt
Die Anteile der Varianten Effizienzhaus 40 bis 85 (Energieeffizient Bauen) bzw.
Effizienzhaus 55 bis 130 (Energieeffizient Sanieren) können dem Förderreport
der KfW Bankengruppe 12/2010 unter
www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/
Unternehmen/Erfolg/Erfolg_in_Zahlen/Foerderreport/index.jsp, S. 168 bis 173
entnommen werden.
2. Wie hat sich die Nachfrage nach den einzelnen Programmen im Vergleich
zu den Vorjahren 2005 bis Ende 2010 entwickelt (bei der Aufstellung bitte
die KfW-Effizienzhauskriterien 70, 55 sowie 40 berücksichtigen)?
Die Entwicklung der Zusagevolumina in den einzelnen Programmen kann der
folgenden Tabelle entnommen werden.
1 bis 30. Juni 2010: Wohnraum Modernisieren – Altersgerecht Umbauen
2 ab 1. Mai 2010 eingeführt
Anzahl Volumen (Mio. Euro)
Energieeffizient Sanieren Effizienzhaus – Kredit 18 663 3 292
Energieeffizient Sanieren Einzelmaßnahmen 39 483 1 653
Energieeffizient Bauen 42 751 3 654
Energieeffizient Sanieren – Zuschuss 250 329 147
Sozial Investieren – energetische Gebäudesanierung 99 18
Energieeffizient Sanieren – Kommunen 253 95
Wohnraum Modernisieren 35 537 1 988
Altersgerecht Umbauen – Kredit1 3 342 208
Altersgerecht Umbauen -Zuschuss2 3 521 3
Zusageentwicklung 2005 bis 2010 in Mio. Euro 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Energieeffizient Sanieren Effizienzhaus – Kredit 3 614 1 861 2 774 3 772 3 292
Energieeffizient Sanieren Einzelmaßnahmen 1 167 1 384 731 1 076 1 898 1 653
Energieeffizient Bauen 387 2 247 2 061 2 317 3 094 3 654
Energieeffizient Sanieren – Zuschuss 15 27 99 147
Sozial Investieren – Energetische Gebäudesanierung 3 10 19 18
Energieeffizient Sanieren – Kommunen 25 75 130 96
Wohnraum Modernisieren 1 287 3 842 2 504 2 229 1 308 1 988
KfW-Wohneigentumsprogramm 5 462 4 349 5 069 4 522 3 346 6 528
Altersgerecht Umbauen – Kredit1 213 208
Altersgerecht Umbauen – Zuschuss1, 2 3
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/5855Eine differenzierte Darstellung bezogen auf die Effizienzhauskriterien ist nicht
möglich, da sich sowohl die Produktbezeichnungen im Zeitverlauf geändert
haben als auch die Einführung einzelner Effizienzhausstandards zeitlich
versetzt erfolgte.
Angaben zu den Jahren 2009 und 2010 können dem Förderreport der KfW
Bankengruppe 12/2010 unter
www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/Unternehmen
/Erfolg/Erfolg_in_Zahlen/ Foerderreport/index.jsp auf der S. 4 entnommen
werden.
3. Wie hat sich die Nachfrage speziell für Einzelmaßnahmen bzw. freie
Einzelmaßnahmenkombinationen im Vergleich zu den Vorjahren 2005 bis
Ende 2010 entwickelt?
Die Angaben können der Tabelle zu Frage 2 entnommen werden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Förderung von Einzelmaßnahmen bzw.
freien Einzelmaßnahmenkombinationen zum 31. August 2010 eingestellt
wurde.
Seit 1. März 2011 erfolgt eine Förderung mit geänderten Anforderungen.
4. Wie hoch war die Nachfrage nach den Mitteln für die Programme
Energieeffizient Bauen und Energieeffizient Sanieren im Zeitraum vom 1. Januar
2010 bis zum 31. Dezember 2010?
Die Angaben können der Tabelle zu Frage 2 entnommen werden.
5. Wie hoch war der Mittelabfluss durch das Programm Energieeffizient
Sanieren/Sonderförderung Ersatz von Nachtstromspeicherheizungen im Jahr
2010?
Die Angaben können dem Förderreport der KfW Bankengruppe 12/2010 unter
www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/Unternehmen/Erfolg/Erfolg_in_Zahlen/
Foerderreport/index.jsp auf der S. 168 entnommen werden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Förderung für den Austausch von
Nachtstromspeicherheizungen zum 31. August 2010 eingestellt wurde. Anträge
für vor dem 1. September 2010 durchgeführte Maßnahmen konnten noch bis
einschließlich 30. November 2010 gestellt werden (3 Monate nach
Durchführung der Maßnahme).
6. Wie hoch war im Jahr 2010 der Mittelabfluss durch das Programm
Energieeffizient Sanieren/Sonderförderung Optimierung der Wärmeverteilung?
Die Zahlen können dem Förderreport der KfW Bankengruppe 12/2010 unter
www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/Unternehmen/Erfolg/Erfolg_in_Zahlen/
Foerderreport/index.jsp auf der S. 171 entnommen werden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Förderung für die Optimierung der
Wärmeverteilung zum 31. August 2010 eingestellt wurde. Anträge für vor dem
1. September 2010 durchgeführte Maßnahmen konnten noch bis einschließlich
30. November 2010 gestellt werden (3 Monate nach Durchführung der
Maßnahme).
Drucksache 17/5855 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode7. Wie stellt sich im Jahr 2010 der Zusammenhang zwischen Mittelabfluss
und Differenz der Zinssätze der Kreditprogramme zur energetischen
Gebäudesanierung zu den jeweils üblichen Marktzinsen dar?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 17/3292
vom 12. Oktober 2010 zu Frage 8 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN verwiesen.
Antragsteller, Maßnahmen und Gewährleistung
8. Wie verteilen sich die Antragsteller (Privatpersonen, Genossenschaften,
Gebietskörperschaften/Kommunen, Wohneigentumsgemeinschaften,
Kirchen/Wohlfahrtsverbände, Wohnungs- und Immobilienunternehmen als
AG/GmbH u. a. Rechtsformen) auf die unterschiedlichen Programme im
Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010 (bei der
Aufstellung bitte die KfW-Effizienzhauskriterien 70, 55 sowie 40
berücksichtigen)?
Die Verteilung in 2010 ergibt sich aus der nachstehenden Tabelle.
Energieeffizient Bauen und Sanieren – Wohngebäude:
Die Darstellung der prozentualen Anteile der Investorengruppen an der
Gesamtförderung bezieht sich auf die geförderten Wohneinheiten.
Eine Auswertung unterteilt nach Effizienzhäusern ist nicht möglich.
Energieeffizientes Bauen und Sanieren – Kommunale und Soziale Gebäude:
Im Programm „Energieeffizient Sanieren – Kommunen“ sind Kommunen,
kommunale Zweckverbände und kommunale Eigenbetriebe antragsberechtigt.
Im Programm „Sozial Investieren – Energetische Gebäudesanierung“ sind
ausschließlich gemeinnützige Unternehmen antragsberechtigt. Auf die Antwort zu
Frage 16 wird verwiesen.
9. Wie verteilen sich die Antragsteller und die jeweiligen Maßnahmen auf die
einzelnen Bundesländer (bei der Aufstellung bitte die KfW-
Effizienzhauskriterien 70, 55 sowie 40 berücksichtigen)?
Die Anteile (Prozente) der Eigentümergruppen an der KfW-Förderung für
energieeffizientes Bauen und Sanieren je Bundesland ergeben sich aus
nachfolgender Übersicht.
Prozentualer Anteil
an den geförderten
Wohneinheiten
Energieeffizient
Bauen und
Sanieren gesamt
Energieeffizient
Sanieren
Kreditvariante
Energieeffizient
Sanieren
Zuschuss
Energieeffizient
Bauen
Private Haushalte 69,5 49,8 78,1 62,4
Genossenschaften 7,2 14,1 4,9 4,7
Wohnungsunternehmen 19,0 30,2 14,0 24,7
Gebietskörperschaften 1,7 2,8 1,3 0,9
Kirchen/Wohlfahrtsverbände 2,6 3,1 1,7 7,3
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/5855Eine Auswertung unterteilt nach Effizienzhäusern ist nicht möglich.
10. Wie groß ist die Anzahl der durch die Sonderförderung beantragten
Sachverständigenberatungen?
Die Angaben können dem Förderreport der KfW Bankengruppe 12/2010 unter
www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/Unternehmen/Erfolg/Erfolg_in_Zahlen/
Foerderreport/index.jsp auf der S. 168 entnommen werden.
11. Wie häufig fand die in den Förderrichtlinien angeführte Überprüfung der
durchgeführten Maßnahmen seitens eines KfW-Sachverständigen statt?
12. Welche Ergebnisse hatten die Überprüfungen hinsichtlich der Qualität der
durchgeführten Bau-/Sanierungsmaßnahmen?
13. Welche Konsequenzen ergeben sich für einen Kreditnehmer, wenn sich
eine Bau-/Sanierungsmaßnahme nach ihrer Fertigstellung bei einer
Überprüfung als mangelhaft herausstellt?
Die Fragen 11 bis 13 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleinen Anfragen der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 17/3292 vom
12. Oktober 2010 zu den Fragen 11 bis 13 und Bundestagsdrucksache 17/490
vom 21. Januar 2010 zu den Fragen 14 bis 16 verwiesen.
Prozentualer Anteil
am Zusagevolumen
Energieeffizient Bauen und Sanieren
Private
Haushalte
Genossenschaften
Wohnungsunternehmen
Gebietskörperschaften
Kirchen/
Wohlfahrtsverbände
Schleswig-Holstein 50,0 25,5 19,9 0,2 4,4
Hamburg 31,3 26,9 38,2 0,0 3,6
Niedersachsen 70,4 5,3 18,1 0,2 6,0
Bremen 30,0 4,3 60,0 0,0 5,7
Nordrhein-Westfalen 60,1 9,1 22,8 2,1 5,9
Hessen 58,9 4,1 29,3 0,5 7,2
Rheinland-Pfalz 75,1 0,6 13,1 4,4 6,8
Baden-Württemberg 71,9 10,0 14,0 1,4 2,7
Bayern 68,7 4,6 19,6 3,7 3,4
Saarland 75,0 4,0 21,0 0,0 0,0
Berlin 30,4 18,5 47,0 0,5 3,6
Brandenburg 43,2 6,8 47,9 0,5 1,6
Mecklenburg-Vorpommern 65,1 4,8 27,7 0,0 2,4
Sachsen 53,9 5,0 38,3 0,0 2,8
Sachsen-Anhalt 48,7 13,7 37,6 0,0 0,0
Thüringen 61,9 8,0 23,1 0,0 7,0
Drucksache 17/5855 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeKfW-Infrastrukturprogramme
14. Wie groß war die Nachfrage nach den einzelnen
Infrastrukturprogrammen der KfW Bankengruppe im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum
31. Dezember 2010?
15. Welche Mittel sind in welchen Programmen abgerufen worden?
Die Fragen 14 und 15 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zusagen nach Programmen
16. Welche Institutionen haben die Förderung beantragt?
Zusagen nach der Rechtsform der Kreditnehmer im Jahr 2010
Programm Anzahl
Zusagen
Kreditbetrag
in Mio. Euro
Energieeffizient Sanieren – Kommunen 253 95,0
Sozial Investieren –
Energetische Gebäudesanierung
99 17,6
Gesamt 352 112,6
Rechtsform Energieeffizient Sanieren –
Kommunen
Sozial Investieren –
Energetische
Gebäudesanierung
Gesamt
Anzahl Kreditbetrag
in Mio. Euro
Anzahl Kreditbetrag
in Mio. Euro
Anzahl Kreditbetrag
in Mio. Euro
Kommunen 246 84,2 – – 246 84,2
Zweckverbände 6 6,0 – – 6 6,0
Andere juristische
Personen des öff.
Rechts
– – 14 1,6 14 1,6
Vereine/Stiftungen – – 74 13,5 74 13,5
gemeinnützige
Unternehmen
– – 11 2,5 11 2,5
Noch nicht belegte
Globaldarlehen
an
Landesförderinstitute
1 4,8 – – 1 4,8
Gesamt: 253 95,0 99 17,6 352 112,6
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/585517. Wie verteilen sich die antragstellenden Kommunen auf die einzelnen
Bundesländer?
Die Zusagen verteilen sich folgt auf die einzelnen Bundesländer.
* keine Berücksichtigung von Zweckverbänden und noch nicht belegten Globaldarlehen
18. Wie hoch ist der Mittelabfluss aus dem Investitionspakt zur energetischen
Sanierung öffentlicher Gebäude für Kommunen in besonders schwieriger
Haushaltslage?
Der Kassenmittelabfluss zum 31. Dezember 2010 für den Investitionspakt zur
energetischen Sanierung von Schulen, Kindergärten, Sportstätten und sonstiger
sozialer Infrastruktur in den Kommunen betrug rund 89 Prozent.
19. Welche Maßnahmen wurden im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum
31. Dezember 2010 durchgeführt?
Der Investitionspakt wurde in den Jahren 2008 und 2009 mit einem
Programmvolumen von 500 Mio. Euro (Bundesmittel) aufgelegt. Die Abfinanzierung
erfolgt je Programmjahr über 5 Jahre bzw. Kassenmittelraten, d. h. für
Programmjahr 2009 bis zum Jahr 2013. In den Programmjahren 2008 und 2009
wurden insgesamt 1 065 Maßnahmen gefördert. Bei knapp der Hälfte der
Maßnahmen handelt es sich um die energetische/bauliche Sanierung von Schulen
(teilweise zusammen mit angegliederten Schwimm- und Sporthallen). Die
andere Hälfte entfällt zu etwa gleichen Teilen auf die Förderung von Kindertages-
Bundesland Anzahl* Kreditbetrag*
in Mio. Euro
Baden-Württemberg 19 6,7
Bayern 49 20,7
Berlin 4 8,9
Brandenburg 2 1,1
Bremen – –
Hamburg – –
Hessen 109 25,4
Mecklenburg-Vorpommern – –
Niedersachsen 20 5,2
Nordrhein-Westfalen 18 10,2
Rheinland-Pfalz 15 4,4
Saarland – –
Sachsen 2 0,7
Sachsen-Anhalt 6 0,8
Schleswig-Holstein 1 –
Thüringen 1 0,1
Gesamt* 246 84,2
Drucksache 17/5855 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodestätten, Sport- und Schwimmhallen (sofern nicht an eine Schule angegliedert)
sowie von Gebäuden mit sonstiger Nutzung (z. B. Musikschulen,
Jugendeinrichtungen, Büchereien und Volkshochschulen). Über den Zeitpunkt der
konkreten baulichen Umsetzung der Maßnahmen in 2010 liegen dem Bund
keine Informationen vor.
20. Wie viele Millionen Euro hat das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit über sein Marktanreizprogramm für
erneuerbare Energien seit 2009 insgesamt für die Förderung von
konventionellen Heizkesseln („Kesseltauschbonus/Kombi-Förderung für
Brennwertkessel + Solarsystem“) ausgegeben, und werden diese Ausgaben in den
Subventionsstatistiken der Bundesregierung den Subventionen für
Erdölbzw. Erdgas zugewiesen?
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat
über das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien für den sog.
Kesseltauschbonus seit 2009 insgesamt Haushaltsmittel in Höhe von 42 142 000 Euro
(2009: 27 733 000 Euro, 2010: 13 413 000 Euro, 2011: 996 000 Euro, Stichtag
31. März 2011) verausgabt. Der Kesseltauschbonus ist eine zusätzliche
Förderung, die für die Errichtung von Solarkollektoranlagen gewährt wird, sofern
gleichzeitig ein Heizkessel ausgetauscht wird. Daher handelt es sich nicht um
eine Subvention für Erdöl- bzw. Erdgas. Im Subventionsbericht der
Bundesregierung werden diese Mittel als Finanzhilfen zur Förderung der rationellen
Energieverwendung und erneuerbarer Energien ausgewiesen.
CO2-Reduktion und Energieverbrauch
21. Wie hoch sind die aus den CO2-Gebäudesanierungsprogrammen
resultierenden CO2-Reduktionen für die Jahre 2005 bis Ende 2010?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 17/3292
vom 12. Oktober 2010 zu Frage 22 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN verwiesen. Für das Jahr 2010 wird die erzielte CO2-
Reduktion von der KfW Bankengruppe vorläufig auf 1 049 000 Tonnen geschätzt.
22. Wie hoch sind die vermiedenen Importe von Erdgas und Erdöl durch das
Gebäudesanierungsprogramm im Jahr 2010?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 17/3292
vom 12. Oktober 2010 zu Frage 23 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN verwiesen. Für das Jahr 2010 liegen noch keine
Berechnungen zur Verteilung der Energieeinsparung vor.
23. Wie hoch ist der Anteil der CO2-Reduktionen bezogen auf Neubauten
und Bestandsgebäude (bei der Aufstellung bitte die KfW-
Effizienzhauskriterien 70, 55 sowie 40 berücksichtigen)?
Der maßgebliche Teil der CO2-Reduktion ist der energetischen Sanierung von
Bestandsgebäuden zuzuordnen. Im Jahr 2010 betrug nach einer vorläufigen
Schätzung der KfW Bankengruppe der CO2-Reduktionsanteil der
Bestandsgebäude an den gesamten mit den Programmen der KfW Bankengruppe zum
energieeffizienten Bauen und Sanieren erzielten CO2-Reduktionen rund 86
Prozent; der Anteil der Neubauten betrug entsprechend rund 14 Prozent.
Schätzungen, welche Anteile der CO2-Reduktion auf die unterschiedlichen
Effizienzhausklassen entfallen, liegen nicht vor.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/585524. Wie hoch ist der Anteil der CO2-Reduktionen bezogen auf Wohngebäude
und Nichtwohngebäude?
Die angegebenen CO2-Einsparungen in den Programmen der KfW
Bankengruppe zum energieeffizienten Bauen und Sanieren beziehen sich ausschließlich
auf Wohngebäude. Über die CO2-Reduktion in Nichtwohngebäuden liegen
derzeit noch keine Evaluationsstudien vor. Eine Evaluation der entsprechenden
Programme der KfW Bankengruppe für Gebäude der kommunalen und sozialen
Infrastruktur ist beim Bremer Energieinstitut in Auftrag gegeben und soll in der
zweiten Jahreshälfte 2011 fertiggestellt werden.
25. Wie viel CO2 konnte insgesamt seit Einführung der CO2-
Gebäudesanierungsprogramme, aufgestellt nach Jahren, eingespart werden?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 17/3292
vom 12. Oktober 2010 zu Frage 27 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN verwiesen. Für das Jahr 2010 wird die erzielte CO2-
Minderung von der KfW Bankengruppe vorläufig auf 1 049 000 Tonnen geschätzt.
26. Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien in den Jahren 2009 und
2010 im Vergleich zu den Vorjahren bei den durchgeführten
Modernisierungsmaßnahmen?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 17/3292
vom 12. Oktober 2010 zu Frage 29 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN verwiesen.
27. Wie hoch ist die Nachfrage nach Energieberatung, und wie hat sie sich
seit deren Einführung entwickelt?
Die Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort wird schon seit 1990
angeboten. Während in den ersten Jahren zwischen 3 000 und 5 000 Beratungen
stattgefunden haben, hat sich die Nachfrage in den letzten Jahren von 12 000
Energieberatungen im Jahr 2005 auf nahezu 40 000 im Jahr 2009 erhöht. 2010
wurden aber lediglich 20 000 Vor-Ort-Beratungen durchgeführt, wobei die
Antragszahlen in der zweiten Jahreshälfte deutlich unterhalb der Antragszahlen
der ersten Jahreshälfte lagen.
28. Wie viele Passivhäuser wurden seit deren Förderung durch das KfW-
Programm gebaut?
Seit 2003 hat die KfW Bankengruppe den Bau sowie den Ersterwerb von
insgesamt 5 686 Passivhäusern gefördert (Stand: 31. März 2011).
29. Wurde der Bau von Energieplushäusern gefördert, und wenn ja, wie
viele?
Energieplushäuser befinden sich derzeit noch im Entwicklungsstadium.
Deshalb sind sie für eine Breitenförderung noch nicht geeignet. Der Bau des ersten
Energieplushauses des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung – Nachbau eines von Studenten der TU Darmstadt entwickelten
Gewinners des Solar-Decathlon 2007 – wurde mit Mitteln des CO2-
Gebäudesanierungsprogramms unterstützt.
Drucksache 17/5855 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode30. Wie hoch ist der jährliche Zuwachs an Ein- und Zweifamilienhäusern,
Mehrfamilienhäusern und Nichtwohngebäuden bezogen sowohl auf die
Zahl der Wohneinheiten als auch auf die Gebäudeflächen für die Jahre
1990 bis einschließlich 2010?
Der jährliche Zuwachs an Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden ergibt
sich aus der Differenz zwischen den Baufertigstellungen und den Abgängen
z. B. durch Abriss von Wohngebäuden. Aus den Daten der amtlichen Statistik
lassen sich die entsprechenden Angaben herleiten. Für das Jahr 2010 sind derzeit
noch keine aktuellen Daten verfügbar. Daher wird auf die Antwort der
Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 17/3292 vom 12. Oktober 2010 zu Frage 32
der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN verwiesen.
31. Wie haben sich die Baukosten bei Sanierungsmaßnahmen, und hier
insbesondere die Kosten bei den für energetische Sanierungsmaßnahmen
bedeutenden Baustoffen bzw. Bauteilen (Wärmedämmverbundsysteme,
Dämmstoffe, Wärmeschutzverglasung bzw. Wärmeschutzfenster), im
Jahr 2010, im Vergleich zu 2009, entwickelt?
Die Entwicklung der Baukosten von Sanierungsmaßnahmen wird in der
amtlichen Statistik nicht separat nachgewiesen. Der Baukostenindex des
Statistischen Bundesamtes weist nur die Baukosten im Wohnungsneubau aus. Eine
hilfsweise Orientierung ermöglicht der vom Statistischen Bundesamt
vierteljährlich veröffentlichte Index der Baupreise für die Instandhaltung von
Mehrfamilienhäusern ohne Schönheitsreparaturen, in dem die Preisentwicklung von
für Sanierungsmaßnahmen wichtigen Bauleistungen zusammengefasst wird.
Anders als bei den Baukosten erfasst der Baupreisindex die Entwicklung der
vom Bauherrn tatsächlich gezahlten Preise. Dieser Preisindex ist von 113,1
Indexpunkten im Durchschnitt des Jahres 2009 auf durchschnittlich 114,8
Indexpunkte 2010 und damit um 1,5 Prozent gestiegen.
Die Preisentwicklung der Bauleistung „Wärmedämmverbundsystem“ wird seit
dem Jahr 2008 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht (vgl. Statistisches
Bundesamt – Fachserie 17 Reihe 4). Danach sind die Preise für die Bauleistung
„Wärmedämmverbundsystem“ in 2010, im Vergleich zu 2009 um 0,7 Prozent
gestiegen. Die hier ebenfalls veröffentlichten Ergebnisse für
Verglasungsarbeiten sowie der Zimmer- und Holzbauarbeiten bzw. Dachdeckungsarbeiten
werden bisher nicht nach energetischen Qualitätsmerkmalen der verwendeten
Materialien unterschieden.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]