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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Ausbreitung multiresistenter Keime in deutschen Kliniken und Strategien dagegen (G-SIG: 16011178)

Durchseuchungsgrad mit multiresistenten Keimen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, Ursachen für MRSA-Infektionen, Maßnahmen <p> </p>

Fraktion

DIE LINKE

Datum

30.10.2006

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/294212. 10. 2006

Ausbreitung multiresistenter Keime in deutschen Kliniken und Strategien dagegen

der Abgeordneten Frank Spieth, Klaus Ernst, Dr. Martina Bunge, Katja Kipping und der Fraktion DIE LINKE.

Vorbemerkung

In den letzten Jahren ist in Deutschland die Zahl der Menschen, die sich mit multiresistenten Keimen infiziert haben, bedrohlich angestiegen. Diese Warnung verbreitete z. B. das Robert Koch-Institut in einer Erklärung vom 10. Februar 2005. Hauptverursacher dieser in Krankenhäusern, Pflege- oder ambulanten Einrichtungen erworbenen und sehr gefürchteten Erkrankungen ist ein so genannter Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Multiresistente Staphylokokkenstämme stellen wegen der eingeschränkten Therapiemöglichkeiten in Krankenhäusern ein gravierendes Problem dar. Für infizierte Patientinnen und Patienten verlängert sich ein leidvoller Krankenhausaufenthalt, Infektionen lassen sich weit schlechter beherrschen und eine medizinisch sinnvolle sowie ratsame Isolierung der Erkrankten führt zu einer enormen zusätzlichen psychologischen Belastung. Zudem besteht ein stark erhöhtes Sterberisiko.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

a) Welche aktuellen Zahlen hinsichtlich des Durchseuchungsgrades mit multiresistenten Keimen in bundesdeutschen Krankenhäusern hat die Bundesregierung, aufgeschlüsselt bezüglich MRSA und sonstigen Keimen?

b) Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Durchseuchungsrate in Pflegeeinrichtungen sowie in ambulanten Einrichtungen?

2

a) Welche Maßnahmen haben dazu geführt, dass in den Niederlanden oder in Skandinavien eine vergleichsweise extrem niedrigere Durchseuchungsrate gehalten werden kann?

b) Was kann bzw. muss von diesen positiven Erfahrungen auf Deutschland übertragen werden?

3

Welche Ursachen macht die Bundesregierung für den rasanten Anstieg von MRSA-Infektionen in den letzten Jahren verantwortlich?

4

Sieht die Bundesregierung in dem rasanten Anstieg von Krankenhausinfektionen, der nach Auskunft von Experten und dem Robert Koch-Institut auf mangelnde hygienische Bedingungen in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen zurückzuführen ist, einen kausalen Zusammenhang mit dem Kostendruck und der Einführung der Diagnosis Related Groups (DRGs) in den Krankenhäusern?

5

Wie viele Menschen sind nach den Erkenntnissen der Bundesregierung Träger von MRSA und wie viele Menschen sind infiziert und erkrankt?

6

a) Welche Regelungen bezüglich MRSA-Infektionen werden auf Ebene des Bundes und der Länder ergriffen?

b) Welche Präventionsmaßnahmen werden dadurch von den Krankenhausbetreibern eingefordert und in welchem Maße auch umgesetzt?

7

Welche Rolle könnte ein obligatorisches MRSA-Screening bei der stationären Aufnahme haben, da hierbei nicht nur Infektionsfälle, sondern auch unbekannte MRSA-Träger erfasst würden?

8

a) Welche zusätzlichen Kosten entstehen durch MRSA-Krankenhausinfektionen, und

b) welche Kosten ergeben sich in den Krankenhäuser je nach eingesetztem Screening-Verfahren?

Berlin, den 12. Oktober 2006

Dr. Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Fraktion

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