[Deutscher Bundestag Drucksache 17/14376
17. Wahlperiode 15. 07. 2013 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen,
Jan van Aken, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/14142 –
Konsequenzen aus dem Vorgehen der türkischen Polizei gegen die Taksim-
Protestbewegung für die deutsch-türkische Polizeizusammenarbeit
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die türkische Polizei geht seit Ende Mai 2013 mit großer Brutalität gegen
Menschen vor, die u. a. am Istanbuler Taksim-Platz demonstrieren. Die
Protestbewegung, die sich anfänglich vorrangig gegen ein Bauprojekt auf dem
Gelände des Gezi-Parks am Taksim gerichtet hatte, hat sich längst zu einer
landesweiten demokratischen Bewegung gegen den autoritären Führungsstil der
AKP-Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan entwickelt.
Auch in Ankara und anderen Städten der Türkei kommt es zu massiven
Polizeiübergriffen auf Demonstrantinnen und Demonstranten mit Gasgranaten,
Gummigeschossen, Wasserwerfern und Räumpanzern. Die
Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE., Sevim Dağdelen, berichtete am 15. Juni
2013 vom Taksim-Platz über „brutale Gewalt der Polizei auf friedliebende,
feiernde Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Park befanden“
(
www.neues-deutschland.de).
„Das ist wie im Krieg. Die jagen die Leute durch die Straßen und feuern
gezielt mit Tränengas-Granaten auf die Menschen“, erklärte die selber durch
Reizgas bei einem Polizeiangriff auf ein Hotel, in dem Verletzte versorgt
wurden, verletzte Vorsitzende der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und
Abgeordnete des Deutschen Bundestages Claudia Roth (
www.focus.de/politik/
ausland/machtkampf-in-der-tuerkei-gruenen-chefin-claudia-roth-in-
istanbuldas-ist-wie-im- krieg_aid_1016480.html).
Der TV-Kanal der Tageszeitung „Hürriyet“ dokumentierte sogar Polizisten,
die mit Dönermessern Jagd auf Demonstrantinnen und Demonstranten
machten und Verletzte anschließend mit Knüppeln prügelten (
www.jungewelt.de).
Bis Mitte des Monats wurden mindestens vier Demonstranten bei
Polizeieinsätzen getötet und mehrere Tausend zum Teil schwer verletzt.
Das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte ist von einem derart hohen Maß
an Brutalität gekennzeichnet, dass Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die
Polizeigewalt „erschreckend“ nannte und den Kurs der AKP-Regierung als „viel
zu hart“ kritisierte (
www.spiegel.de). Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 10. Juli 2013
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/14376 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeWenn die türkische Polizei derart das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit
und auf körperliche Unversehrtheit missachtet, muss dies nach Auffassung der
Fragesteller Konsequenzen für die Polizeizusammenarbeit zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und der Türkei haben. Deutschland gewährt der
Türkei eine Vielzahl von Unterstützung im Polizeibereich, darunter
Ausbildungsmaßnahmen und Ausstattungshilfe. Hierzu gehört auch die Vermittlung
von Einsatztaktik im Zusammenhang mit „Demonstrationsgeschehen“, wie
zuletzt im Mai 2013 im Rahmen eines Projektes, das vom Inspekteur der
Bereitschaftspolizeien der Länder koordiniert worden war (vgl. Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 17/13437).
Die türkische Polizei erhält hierbei eine Art Nachhilfe für den Umgang mit
Demonstrationen und scheint sich dabei vor allem für den repressiven Teil zu
interessieren. Denn am Taksim-Platz ist zu erkennen, dass Projekte wie etwa
ein Studienbesuch zum Thema „unangemessene Gewaltanwendung“, wie er
im Mai 2013 für türkische Polizisten in Berlin stattfand, offenkundig nicht
verfangen.
Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Fragen auf den
Zeitraum seit 2003.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Der Deutsche Bundestag wird seitens der Bundesregierung seit 2008
regelmäßig in den Gremien und unter anderem im Rahmen der Quartalsanfragen der
Fraktion DIE LINKE. „Polizei- und Zolleinsätze im Ausland“ über geplante
und durchgeführte Maßnahmen der Ausstattungs- und Ausbildungshilfe auch
zugunsten der Türkei informiert (zuletzt am 10. Mai 2013,
Bundestagsdrucksache 17/13437).
1. Welche Projekte (Übungen, Lehrgänge, Besprechungen etc.) hat es nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 im Rahmen der polizeilichen
Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei gegeben (bitte
vollständig unter Angabe der jeweiligen Kooperationspartner, Orte, Zeiträume,
Inhalte bzw. Gegenstände der Projekte, Kosten für die deutsche Seite unter
Einbeziehung von Projekten des Inspekteurs der Bereitschaftspolizeien
und unter EU-Führung auflisten)?
Welche dieser Projekte hatten den Umgang mit Großlagen,
Demonstrationen oder Aufstandsbekämpfung u. Ä. zum Gegenstand?
Vorbemerkung der Bundesregierung zu Frage 1
Details – auch Kosten – zu älteren Maßnahmen der polizeilichen Aufbauhilfe
sind nicht mehr durchgängig vollständig verfügbar. Die vorhandenen
Unterlagen wurden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zeit gesichtet. Sofern die
Gesamtkosten von der Empfängerseite oder von dritter Seite getragen wurden,
erfolgt hier nur eine Angabe des teilweise geringen Eigenkostenanteils.
Maßnahmen des Bundeskriminalamtes (BKA) sind ab 2003 aufgeführt, ebenso die
Sondermaßnahmen des Bundesministeriums des Innern (BMI) im Jahr 2004.
Maßnahmen des Inspekteurs der Bereitschaftspolizei (IBP) sowie der
Bundespolizei (BPOL) mit den türkischen Behörden sind seit 2005 aufgeführt.
Maßnahmen der Zusammenarbeit des Bundeskriminalamtes mit der Türkei seit
2003
• 1. März bis 30. März 2003 Lehrgang Sprengstoffermittlung in Ankara
• 25. April bis 15. Juli 2003 Sprachkurs in Deutsch für türkische
Polizeibeamte der Hauptabteilung für die Bekämpfung von Schmuggel und
Organisierter Kriminalität (KOM) in Ankara
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/14376• 19. Mai bis 22. Mai 2003 Mehrtägiger Informationsbesuch von Mitgliedern
der Generalsicherheitsdirektion Ankara (GSD) anlässlich eines
internationalen Arbeitstreffens zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität im BKA
Wiesbaden
• 23. Juni bis 25. Juni 2003 Dienstreise nach Ankara; Gesprächspartner:
Gesandter der Deutschen Botschaft Ankara, Vertreter der
Generalsicherheitsdirektion (GSD), u. a. der Abteilung KOM, Abteilung Polizeilicher
Nachrichtendienst (PND), Abteilung Internationale Zusammenarbeit;
Gesprächsinhalte: Terrorismusbekämpfung sowie die Bekämpfung der Organisierten
Kriminalität, Möglichkeiten der Ausstattungs-/Ausbildungshilfe, PHARE-
Twinning-Projekt
• 6. Oktober bis 10. Oktober 2003 Kurzzeitausbildung zum Themengebiet
„Organisierte Kriminalität“ für drei türkische Polizeibeamte im BKA [BMI-
finanziert, 2 100 Euro]
• 3. November bis 7. November 2003 Kurzzeitausbildung
„Computerkriminalität“ für drei türkische Polizeibeamte im BKA [BMI-finanziert, 2 100 Euro]
• 17. November bis 21. November 2003 Kurzzeitausbildung
„Finanzermittlungen“ für drei türkische Polizeibeamte im BKA [BMI-finanziert, 2 100 Euro]
• 7. Dezember bis 12. Dezember 2003 Lehrgang „Computerkriminalität“ in
Ankara (Empfänger: GSD, Turkish International Acadamy against Drugs
and Organized Crime (TADOC) – Ziel: Qualifizierung von Beschäftigten im
Ermittlungs- und Auswertebereich (keine Überwachungstechnik)
• 13. Januar bis 6. April 2004 Sprachausbildung für acht Polizeibeamte der
GSD in Ankara, [BMI-finanziert, 1 700 Euro)
• 27. Januar bis 30. Januar 2004 Besuch des stellvertretenden Leiters der
Generalsicherheitsdirektion (GSD); Gesprächspartner: Vertreter der GSD, u. a.
des Kriminalpolizeilichen Labors sowie der Abteilung für die Bekämpfung
der Allgemeinen Kriminalität; Gesprächsinhalte: Fragen zur Bekämpfung
des internationalen Terrorismus und der Organisierten Kriminalität sowie
zum PHARE-Twinning-Projekt „Strengthening the Forensic Capacity of the
Turkish Police“
• 25. April bis 30. April 2004 Lehrgang „Tatortarbeit nach terroristischen
Anschlägen“ für die GSD in Deutschland
• 3. Mai bis 9. Mai 2004 Kurzzeitausbildung für zwei Beamte des Polizeilichen
Nachrichtendienstes zum Themengebiet „Bekämpfung der Organisierten
Kriminalität“ in Wiesbaden
• 20. September bis 23. September 2004 Besuch des Leiters der
Generalsicherheitsdirektion; Gesprächspartner: Vertreter der GSD, u. a. der Abteilung
KOM sowie der Abteilung PND; Gesprächsinhalte: Polizeilicher
Staatsschutz, Bekämpfung der allgemeinen und Organisierten Kriminalität sowie
das PHARE-Twinning-Projekt „Strengthening the Forensic Capacity of the
Turkish Police“
• 1. Oktober bis 1. November 2004 Lehrgänge zu den Themen „Geldwäsche“
und „Terrorismusfinanzierung“ für die TADOC in Deutschland
• 5. Oktober bis 13. Oktober 2004 Lehrgang „Terrorismusbekämpfung“ für die
GSD in Ankara
• 2005 mehrere Kurzzeithospitationen von Beamten des BKA sowie der GSD
zur Verbesserung der alltäglichen bilateralen Zusammenarbeit
• 2004 und 2005 Informationsbesuche Leiter OK
Drucksache 17/14376 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode• 24. April bis 5. Mai 2005 Lehrgang „Verdeckte Ermittler (VE)/V-Personen
(VP)“ für die GSD in Ankara
• 13. Juni bis 16. Juni 2005 Lehrgang „Zahlungskartenkriminalität“ für die
TADOC in Ankara
• September 2005 Teilnahme eines türkischen Beamten am Lehrgang „Einsatz
von Verdeckten Ermittlern/Führen von VP“ in Deutschland
• November bis Dezember 2005 Workshop „Politisch motivierte Kriminalität“
für die GSD in Ankara
• 14. November bis 19. November 2005 Lehrgang im Bereich „Bekämpfung
der Informations- und Kommunikations-Kriminalität (IuK)“ im Rahmen
eines PHARE-Twinning-Projektes (keine Überwachungstechniken)
• 14. November bis 16. November 2005 Dienstreise nach Ankara und
Kappadokien; Gesprächspartner: Vertreter der GSD, u. a. Grenz- und
Flüchtlingsabteilung, Abteilung Internationale Zusammenarbeit, Abteilung KOM,
Abteilung PND, Terrorismusbekämpfung; Gesprächsinhalte:
Terrorismusbekämpfung sowie Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, Teilnahme an
den Feierlichkeiten zur Eröffnung/Beendigung der PHARE-Twinning-
Projekte des Landes Baden-Württemberg mit der Türkei in den Räumlichkeiten
der GSD in Ankara
• 21. November bis 25. November 2005 Kurzzeithospitation der Abteilung
KOM im Bereich Rauschgiftbekämpfung (RG) im Bundeskriminalamt
Wiesbaden
• 22. November bis 25. November 2005 Lehrgang Bereich „Bekämpfung der
IuK-Kriminalität“ im Rahmen eines PHARE-Twinning-Projektes (keine
Überwachungstechniken)
• 30. November bis 10. Dezember 2005 Lehrgang „Operative Auswertung
(Kriminalistik)“ für die GSD in Ankara
• 1. Januar bis 31. Dezember 2006 Sprachausbildung für Kollegen der
Abteilung KOM in Ankara
• 19. März bis 24. März 2006 Fachbesuch von Dozenten der türkischen
Fachhochschule (Aus- und Fortbildungseinrichtung der TADOC) in Wiesbaden,
[BMI-finanziert, 8 000 Euro]
• 24. April bis 5. Mai 2006 Lehrgang „Verdeckte Ermittlungen“ für die
Abteilung KOM in Ankara, [BMI-finanziert, 10 000 Euro]
• 25. April bis 28. April 2006 Dienstreise nach Ankara und Istanbul;
Gesprächspartner Ankara: Deutscher Botschafter und Gesandter der Deutschen
Botschaft Ankara, Vertreter der GSD, u. a. der Abteilung KOM, Abteilung
Terrorismusbekämpfung, Abteilung PND; Gesprächspartner Istanbul:
Deutscher Generalkonsul, Vertreter der Stadtpolizei Istanbul; Gesprächsinhalte:
Terrorismusbekämpfung sowie Bekämpfung der Organisierten Kriminalität
• 8. Mai bis 12. Mai 2006 Lehrgang „Tatortvideografie und -fotografie“ für das
Polizeitrainingszentrum SASEM in Ankara
• 6. November bis 8. November 2006 Lehrgang „Operative Fallanalyse“ für
die TADOC in Ankara
• 6. November bis 11. November 2006 Kurzzeitstipendien der GSD
(Rauschgift) im BKA Wiesbaden
• 18. Dezember bis 22. Dezember 2006 Besuch des Leiters der Abteilung
KOM; Gesprächspartner: Vertreter der GSD, u. a. der Abteilung KOM sowie
der Abteilung Finanzen; Gesprächsinhalte: Bekämpfung der
Rauschgiftkriminalität sowie der allgemeinen und organisierten Kriminalität
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/14376• 13. April bis 14. September 2007 Dienstreise nach Ankara;
Gesprächspartner: Deutscher Botschafter, Vertreter des Auslandsgeheimdienstes Millî
Istihbarat Teskilâti (MIT), Vertreter der GSD, u. a. der Abteilung
Terrorismusbekämpfung, Abteilung PND; Gesprächsinhalte:
Terrorismusbekämpfung (insbesondere Ermittlungsgruppe „Zeit“ sowie die angestrebte
Gründung einer deutsch-türkischen Arbeitsgruppe „Islamistischer Terrorismus“)
• 12. Juni bis 14. Juni 2007 Hospitation von vier Führungskräften der
türkischen Zeugenschutzdienststelle (GSD) in Meckenheim
• 18. Juni bis 19. Juni 2007 „Anti-terrorism-workshop“ für die GSD in Berlin
• 4. Juli bis 5. Juli 2007 Dienstreise nach Ankara; Gesprächspartner: Gesandter
der Deutschen Botschaft Ankara, Vertreter der Generalsicherheitsdirektion
GSD; Gesprächsinhalte: Terrorismusbekämpfung sowie die Bekämpfung der
Organisierten Kriminalität, Wechsel der Verbindungsbeamten
• 26. September bis 28. September 2007 Arbeitsbesuch der GSD bei der
Abteilung Staatsschutz (ST) in Berlin im Rahmen der deutsch-türkischen
Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus
[1 889,16 Euro]
• 29. Oktober bis 2. November 2007 deutsch-türkische Konsultationen
(Abteilung ST) auf Expertenebene bei der GSD in Ankara
• 29. Oktober bis 2. November 2007 Zeugenschutzseminar für türkische
Zeugenschutzbeamte (GSD) in Ankara
• 1. November bis 9. November 2007 Lehrgang „Verhandlungen in Fällen von
Geiselnahmen“ für die Abteilung KOM und die TADOC in Ankara
• 12. November bis 19. November 2007 Lehrgang „Operative Analyse“ für die
Abteilung KOM und die TADOC in Ankara [2 983,25 Euro]
• 22. November 2007 bis 1. März 2008 Hospitation eines türkischen Beamten
der GSD im Bereich „Bekämpfung der Internetkriminalität“ in der Abteilung
Schwere und Organisierte Kriminalität (SO) im Bundeskriminalamt
Wiesbaden
• 16. Januar bis 17. Januar 2008 Hospitation von zwei türkischen Kollegen der
Abteilung KOM bei der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität
(SO) in Wiesbaden [756 Euro]
• 14. April bis 25. April 2008 Lehrgang „Verhandlungen in Fällen von
Geiselnahmen“ bei der GSD in Ankara [267,75 Euro]
• 3. Juni bis 5. Juni 2008 deutsch-türkische Konsultationen (Abteilung ST) auf
Expertenebene in Bonn [1 972 Euro]
• 15. September bis 26. September 2008 Lehrgang „Verhandlungen in Fällen
von Geiselnahmen“ für die GSD in Ankara
• 20. Oktober bis 22. Oktober 2008 deutsch-türkische Konsultationen
(Abteilung ST) auf Leitungsebene in Ankara [200 Euro]
• 20. Oktober bis 22. Oktober 2008 Besuch des stellvertretenden Leiters der
Generalsicherheitsdirektion; Gesprächspartner: Vertreter der GSD, u. a. der
Abteilung KOM, Abteilung PND, Abteilung Terrorbekämpfung sowie der
Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten; Gesprächsinhalte: Bekämpfung
des internationalen Terrorismus sowie der Schweren und Organisierten
Kriminalität
• 3. November bis 5. November 2008 Fachbesuch der Abteilung KOM/GSD
bei der Abteilung SO in Wiesbaden [1 110,66 Euro]
• 15. Dezember bis 19. Dezember 2008 Arbeitsbesuch der Abteilung KOM im
Bereich VE/VP-Führung in Wiesbaden
Drucksache 17/14376 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode• 12. Januar bis 23. Januar 2009 Lehrgang „Verhandlungen in Fällen von
Geiselnahmen“ bei der GSD in Ankara
• 2. Februar bis 6. Februar 2009 Lehrgang „Forensische Untersuchung von
Handys“ bei der GSD in Ankara
• 20. April bis 24. April 2009 Lehrgang „Kfz-Kriminalität/Identifizierung von
Fahrzeugen“ für die türkische Grenzpolizei in Edirne
• 12. Mai bis 14. Mai 2009 Hospitation von Führungskräften der
Hauptabteilung Zeugenschutz der GSD im Bereich „Zeugenschutz“ des BKA
Meckenheim [3 738,48 Euro]
• 16. Juni bis 17. Juni 2009 deutsch-türkische Konsultationen (Abteilung ST)
mit der GSD in Berlin [6 410,58 Euro]
• 29. Juni bis 3. Juli 2009 Hospitation von Kollegen der Abteilung KOM bei
der Abteilung SO in Wiesbaden [6 120,23 Euro]
• 6. Juli bis 17. Juli 2009 Lehrgang „Verhandlungen in Fällen von
Geiselnahmen und Entführungen“ für die Jandarma in Ankara (die Jandarma, die aus
dem türkischen Militär hervorging, nimmt die polizeilichen Aufgaben
außerhalb der Städte wahr) [3 700 Euro]
• 19. Oktober bis 23. Oktober 2009 Lehrgang „Brandursachenermittlung“ für
die GSD unter Federführung des Kriminaltechnischen Instituts [15,93 Euro]
• 20. Oktober bis 30. Oktober 2009 Hospitation von Kollegen der GSD
(zukünftige Angehörige der Verhandlungsgruppe (VG) bei einer VG in Berlin
[9 327,54 Euro]
• 9. November bis 13. November 2009 Lehrgang „Rauschgiftkriminalität
(Kontrollierte Lieferungen)“ für die Jandarma in Ankara
• 15. November bis 19. November 2009 Dienstreise nach Ankara und Istanbul;
Gesprächspartner Ankara: Deutscher Botschafter, Vertreter der GSD, u. a.
der Abteilung Terrorismusbekämpfung, Abteilung KOM, Abteilung PND
(Istihbarat); Gesprächspartner Istanbul: Generalkonsulin, Polizeipräsident
von Istanbul; Gesprächsinhalte: Terrorismusbekämpfung sowie Bekämpfung
der Organisierten Kriminalität, Internetkriminalität; Empfang im deutschen
Konsulat anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Standortes des
Verbindungsbeamten des BKA (BKA-VB)
• 16. November bis 20. November 2009 Lehrgang „Datenträgerauswertung“
bei der GSD in Ankara [2 621,38 Euro]
• 12. Juli bis 16. Juli 2010 Lehrgang „Fahrausbildung“ für die GSD in
Deutschland [1 724,75 Euro]
• 21. Juli bis 22. Juli 2010 Arbeitsbesuch der Abteilung KOM zum Thema
„Bekämpfung der türkischen OK/Rockerkriminalität“ in Wiesbaden [79,98
Euro]
• 13. September bis 17. September 2010 einwöchige Hospitation der GSD im
Bereich „Brandursachenermittlungen“ in Wiesbaden [499,40 Euro]
• 11. Oktober bis 15. Oktober 2010 Lehrgang „Datenträgerauswertung“
(Fortsetzung) bei der GSD in Ankara [3 054 Euro]
• 12. Oktober bis 14. Oktober 2010 Arbeitsbesuch von Kollegen der Abteilung
Personenschutz im Ministerpräsidentenamt bei der Abteilung
Sicherungsgruppe in Berlin [2 155,17 Euro]
• 18. Oktober bis 22. Oktober 2010 Konsultationen im Bereich „Terrorismus“
auf Abteilungsebene [1 396,97 Euro]
• 25. Oktober bis 27. Oktober 2010 Konsultationen im Bereich „OK“ auf
Abteilungsebene [694,90 Euro]
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/14376• 6. Dezember bis 10. Dezember 2010 Hospitation der KOM und Narcotic
Sube Instanbul im Rauschgift-/OK-Bereich in Wiesbaden [939,41 Euro]
• 28. November bis 29. November 2011 Besuch des Leiters der
Generalsicherheitsdirektion; Gesprächspartner: Vertreter der GSD, u. a. der Abteilung
PND und der Abteilung KOM; Gesprächsinhalte: Bekämpfung der
Staatsschutzkriminalität sowie der Schweren und Organisierten Kriminalität
• 23. Mai bis 25. Mai 2012 Fachgespräche zum Thema
„Rauschgiftkriminalität“ mit Mitarbeitern der Abteilung KOM in Wiesbaden [1 254,84 Euro]
• 12. Juni bis 13. Juni 2012 deutsch-türkische Konsultationen (Abteilung ST)
in Bad Neuenahr [8 715,64 Euro]
• 18. September bis 20. September 2012 Fachgespräche zum Thema
„Terrorismusbekämpfung“ bei der Abteilung ST [2 064,08 Euro]
• 1. Oktober bis 2. Oktober 2012 internationales Symposium zum Thema
„Radikalisierung/Deradikalisierung“ in Istanbul
• 10. Oktober bis 11. Oktober 2012 Linksterrorismus/Nationalistische Türken:
Arbeitsbesprechung in Istanbul
• 15. November 2012 Finanzermittlungen im Bereich des internationalen
Terrorismus (Vorstellung von Ermittlungsansätzen der Abteilung Staatsschutz
im BKA) in Ankara
• 20. Februar bis 22. Februar 2013 deutsch-türkische Konsultationen
(Abteilung ST) in Ankara
• 8. April 2013 Besuch der Amtsleitung des Bundeskriminalamtes beim
türkischen Botschafter; Gesprächspartner: Türkischer Botschafter in der
Bundesrepublik Deutschland; Gesprächsinhalte: Bekämpfung des internationalen
Terrorismus sowie Themen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit
• 10. April bis 11. April 2013 deutsch-türkische Konsultationen (Abteilung
ST) mit Mitgliedern des Istihbarat in Meckenheim
• 15. Mai bis 17. Mai 2013 Dienstreise des BMI unter Leitung von UAL ÖS II,
Herrn Engelke, in die Türkei; seitens des BKA begleiteten ihn zwei Beamte
des höheren Dienstes der Abteilung ST
• 2. Juni bis 4. Juni 2013 Dienstreise nach Ankara; Gesprächspartner:
Deutscher Botschafter, Gesandter der Deutschen Botschaft, Vertreter der GSD,
u. a. der Abteilung KOM, Abteilung PND (Istihbarat), Abteilung für
Auswärtige Angelegenheiten; Gesprächsinhalte: Terrorismusbekämpfung sowie
Bekämpfung der Organisierten Kriminalität.
Stipendiaten
Mitarbeiter türkischer Sicherheitsdienststellen haben in den Jahren 2003, 2005,
2006, 2008 (zwei türkische Teilnehmer) und 2009 am Basismodul des BKA-
Stipendiatenprogramms teilgenommen. Ehemalige türkische Stipendiaten haben in
den Jahren 2009 und 2011 das Aufbaumodul besucht.
EU-geförderte Projekte
• Twinning-Projekt „Strengthening the Police Forensic Capacity“, Januar 2005
bis Dezember 2006 (ca. 150 Einzelmaßnahmen: Evaluierungen,
Studienbesuche, Workshops, Trainings, Erarbeitung von Methoden zur
Gewährleistung des Quality Management System).
• Twinning-Projekt „Strengthening the Investigation Capacity of Turkish
National Police and Gendarmerie against Organized Crime” (abgeschlossen
Drucksache 17/14376 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode2012), vier Evaluierungs- und acht Schulungsmaßnahmen als
Unterstützungsmaßnahmen für das Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen.
• Seit 2011 Beteiligung am Twinning-Projekt „Implementation Capacity of
Turkish Police to Prevent Disproportionate Use of Force“ unter
österreichischer Federführung als Juniorpartner (Koordination der deutschen Experten).
Im Rahmen des Projektes wurden rechtliche, organisatorische, taktische und
trainingsbezogene Rahmenbedingungen polizeilichen Handelns in der
Türkei untersucht, um auf dieser Grundlage Polizeivorschriften, Modul- und
Trainingshandbücher in als defizitär erkannten Themenfeldern zu entwickeln
und entsprechende Trainingsmaßnahmen durch deutsche und österreichische
Experten in der Türkei durchzuführen. 2012 wurden durch das
Kriminalistische Institut im BKA drei derartige Maßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus
wurden Seminare zu den Themenfeldern „Allgemeine polizeiliche
Aufgabenwahrnehmung im Bereich der Gefahrenabwehr“ sowie „Polizeiliches
Handeln bei Großveranstaltungen und Sofortlagen“ durchgeführt. Zuletzt
erfolgten in den Monaten Mai und Juni 2013 Trainingsmaßnahmen in fünf
verschiedenen Großstädten (u. a. Ankara, Istanbul und Antalya).
• Unterstützung des Twinning- Projektes der Deutschen Stiftung für
internationale rechtliche Zusammenarbeit e. V. (IRZ) zur Bekämpfung von
Cybercrime im Frühjahr 2013. Ziel der achttägigen Maßnahme war es,
Schulungsunterlagen und Ausbildungskonzepte zur Bekämpfung von Cybercrime zu
prüfen und zu bewerten. Es ist vorgesehen, dass das BKA in diesem Projekt
noch zwei bis drei jeweils einwöchige Ausbildungsmaßnahmen für Ermittler
und Forensiker begleiten wird (Termine stehen noch nicht fest).
Von den o. a. Maßnahmen zielte nur das Twinning-Projekt „Implementation
Capacity of Turkish Police to Prevent Disproportionate Use of Force“ auf den
Umgang mit Großlagen und Demonstrationen ab. Schulungs-, Trainings- oder
Beratungsmaßnahmen zur „Aufstandsbekämpfung“ werden vom
Bundeskriminalamt nicht unterstützt.
Maßnahmen der Zusammenarbeit im Rahmen der Ausbildungshilfe zwischen
der Bundespolizei und der Türkischen Nationalpolizei (TNP) seit 2005
2005
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
14.–18. 02. 2005 Arbeitsbesuch in der Türkei zur
zukünftigen Entsendung eines
grenzpolizeilichen Verbindungsbeamten
(GVB)
Türkei 2 892,54 Euro
2006
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
17.–23.09. 2006 Einweisung TUR Experten in
Theorie und Praxis bei BPOLAmt
Flughafen Frankfurt/M, BPOLAmt
Frankfurt/Oder, BPOLAmt See in
Neustadt/Holstein im Rahmen eines
EU-finanzierten Programms EU-
Administrative Cooperation
Programme II
Deutschland
8 türkische
Kollegen
05.–19.11. 2006 Besuch der Grenzpolizei des
Flughafens Ankara bei BPOLD
Flughafen Frankfurt/Main im Rahmen
der Umsetzung des EU-
Austauschprogramms „Leonardo Da Vinci II“,
„Security Management of Airports“
(SEMA); EU-finanziert
Deutschland
5 türkische
Kollegen
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/143762007
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
15.–16.03. 2007 Bilaterale Gespräche zur möglichen
Ausbildungs- und Ausstattungshilfe
anlässlich der Einweisung des neuen
GVB Türkei
Türkei 3 640,92 Euro
14.–18.04. 2007 EU-Symposium „Perspektiven der
europäischen grenzpolizeilichen
Zusammenarbeit“ in Boppard;
Teilnahme einer türk. Delegation mit
Begleitung GVB Türkei
Deutschland
30.5.–06.06. 2007 Lehrgang zur Bekämpfung der
Schleusungskriminalität
Türkei
2 deutsche
Kollegen
(Fachlehrer)
17.–20.09. 2007 Besuch der TUR Nationalpolizei
und Jandarma beim Flugdienst der
BPOL
Deutschland
7 türkische
Kollegen
2 505,18 Euro
19.–22.11. 2007 Besuch der
Generalsicherheitsdirektion bei der BPOLAK zur
Abstimmung der Zusammenarbeit in der
Aus- und Fortbildung
Deutschland 1 105 Euro
2007 Einrichtung eines ILO-Netzwerks
unter deutscher Ratspräsidentschaft
2008
Zeitraum Inhalt Ort/Teilneher Kosten
10.–17.02. 2008 Besuch der BPOLD
Flughafen Frankfurt/Main auf den
Flughäfen Ankara/Esenboga und
Istanbul/Atatürk
Türkei
5 deutsche
Kollegen
4 028,08 Euro
01.–06.09. 2008 Erfahrungsaustausch von
Urkundenexperten des BPOLP Ref. 33 mit der
Hauptabteilung Kriminallabor, KPL
Ankara
Türkei
23 türkische
Kollegen
3 910,56 Euro
14.–17.10. 2008 Besuch der Grenzpolizei des
Flughafens Istanbul bei der BPOLD
Flughafen Frankfurt/Main
Deutschland
4 türkische
Kollegen
3 589,05 Euro
13.–17.10. 2008 Besuch der
Generalsicherheitsdirektion Ankara beim
Gemeinsamen Auswerte- und
Strategiezentrum Irreguläre Migration (GASIM)
Deutschland
4 türkische
Kollegen
6 525,66 Euro
02.–07.11. 2008 Besuch des Leiters BPOLAK bei
den Aus- und
Fortbildungseinrichtungen der TUR Nationalpolizei in
Ankara
Türkei
3 deutsche
Kollegen
2 616,68 Euro
16.10.2008 Ausstattungshilfe:
-91- Digiscope – Geräte für die
Türkische Nationalpolizei
Einsatzbereich Grenzpolizei
57 963,40 Euro
2009
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
16.–19.06. 2009 Erfahrungsaustausch der BPOLAK
mit der TNP bzgl. Computer Based
Training
Türkei
3 deutsche
Kollegen
1 886,19 Euro
20.04.–24.04. 2009 Expertentreffen und
Informationsaustausch zur Bekämpfung der
Urkundenkriminalität
Deutschland
2 türkische
Kollegen
1 024,18 Euro
28.9.–02.10. 2009 Lehrgang: Bekämpfung der
Urkundenkriminalität
Türkei
23 türkische
Kollegen
2 014,46 Euro
29.09.–02.10. 2009 Lehrgang: Tatortarbeit bei
Großschadensereignissen im
Bahnverkehr
Türkei
12 türkische
Kollegen
4 868,58 Euro
Drucksache 17/14376 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode2010
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
22.–25.03. 2010 Einweisung des Stellvertretenden
Leiters der Polizeiakademie Gölbasi
(Türkei) in die Aufgaben der
BPOLAK Lübeck und des Aus- und
Fortbildungszentrums Walsrode in
Vorbereitung des TWINNING-
Projektes „Training of Border Police“
Deutschland Projektgelder
EU
02.–07.05. 2010 Lehrgang: grenzpolizeiliche
Analyse/Auswertung an der
BPOLAK
Türkei
17 türkische
Kollegen
2 455,56 Euro
16.–21.05. 2010 Erfahrungsaustausch zum
Zusammenwirken von Sicherheitsbehörden
mit privaten
Sicherheitsunternehmen bei der Luftsicherheit
Deutschland
4 türkische
Kollegen
484,80 Euro
17.–20.08. 2010 Besuch des Vizepräsidenten des
BPOLP zu Leitungsgesprächen bei
der Generalsicherheitsdirektion in
Ankara
Türkei
8 türkische
Kollegen
4 547,42 Euro
11.–15.10. 2010 Lehrgang: Bekämpfung der
Urkundenkriminalität
Türkei
18 türkische
Kollegen
810,06 Euro
2011
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
12.–15.09. 2011 Erfahrungsaustausch im Bereich
Rückführung
Deutschland
3 türkische
Kollegen
1 361,30 Euro
05.–09.09. 2011 Lehrgang: Bekämpfung der
Urkundenkriminalität
Türkei
14 türkische
Kollegen
499,20 Euro
28.11.–01.12. 2011 Besuch des Leiters der
Generalsicherheitsdirektion der TNP beim
Bundespolizeipräsidium
Deutschland
7 türkische
Kollegen
6 727,35 Euro
30.10.–04.11. 2011 Fortsetzung des bilateralen
Auswerteprojektes Irreguläre Migration
(GASIM)
Türkei
3 türkische
Kollegen
860,89 Euro
2012
Zeitraum Inhalt Ort/Teilnehmer Kosten
09.–13.07. 2012 Fortsetzung des bilateralen
Auswerteprojektes Irreguläre Migration
Türkei
4 türkische
Kollegen
991,43 Euro
09.–13.07. 2012 Erfahrungsaustausch Urkunden
zwischen der Hauptabteilung
Kriminallabor Ankara der TNP und dem
Bundespolizeipräsidium Referat 33
Deutschland
25 türkische
Kollegen
1 717,17 Euro
29.10.–02.11. 2012 Erfahrungsaustausch Urkunden
zwischen der Hauptabteilung
Kriminallabor Ankara der TNP und dem
Bundespolizeipräsidium Referat 33
Türkei
8 türkische
Kollegen
2 820,84 Euro
13.–16.11. 2012 Einweisung der Stellvertretenden
Hauptabteilungsleiter Ausländer,
Grenze, Asyl und Schutz bei der
Bundespolizeidirektion Flughafen
Frankfurt/Main in die
Grenzkontrolle/Dokumenten- und
Visumberater-Wesen/Luftsicherheit
Deutschland
3 türkische
Kollegen
2 646,83 Euro
05.–09.11. 2012 Lehrgang: Bekämpfung der
Urkundenkriminalität
Türkei
24 türkische
Kollegen
553,97 Euro
04.–08.06. 2012 Erfahrungsaustausch im
Entschärferwesen, Besuch einer Delegation
der Generalsicherheitsdirektion
Ankara, Hauptabteilung Kriminallabor
bei der Bundespolizeidirektion
Hannover
Deutschland
2 türkische
Kollegen
1 283,33 Euro
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/14376Darüber hinaus hat die Bundespolizei folgende EU-finanzierte Projekte
durchgeführt:
– EU-TAIEX: Oktober 2010, Workshop zum Thema „Regional Cooperation in
the fight against human trafficking and illegal migration“, Veranstalter:
Hauptabteilung Schmuggel und Organisierte Kriminalität der
Generalsicherheitsdirektion der Türkischen Nationalpolizei (TNP), deutsche Teilnehmer:
Grenzpolizeiliche Verbindungsbeamte;
– EU-TAIEX: Oktober 2011, Studienbesuch einer Delegation der
Luftfahrerschule zum Thema „Improvement of Police Flight Training Capacity in Line
With EU Standards“, Teilnehmer: TNP bei der Fliegergruppe der
Bundespolizei, Inhalte: Verfahrensabläufe der Polizeiflugausbildung,
Trainingseinrichtungen und Trainingsausstattung sowie Methoden und rechtliche
Grundlagen der praktischen Ausbildung von Piloten;
– EU-TAIEX: Dezember 2011, Workshop zum Thema „Strengthening
Cooperation between Turkey and the European Union in the field of combating
irregular migration“, Veranstalter: türkisches Außen- und Innenministerium
sowie türkisches Büro für Migrations- und Asylfragen, deutsche Teilnehmer:
Grenzpolizeiliche Verbindungsbeamte;
– 2010 bis 2012 Umsetzung des Twinning-Projektes „Training of Border
Police“ mit den Inhalten zur Verbesserung der innerbehördlichen
Trainingsfähigkeiten der an den Grenzübergängen eingesetzten Beamten der
Türkischen Nationalpolizei in Anlehnung an die Standards des Integrierten
Grenzmanagements der EU. Nach Abschluss des Projektes werden seit 2013 mit
Maßnahmen zur Nachhaltigkeit im Sinne des Projektes durch die BPOL
zugunsten der Türkischen Nationalpolizei realisiert.
Über die oben genannten bilateralen und EU-geförderten Maßnahmen hinaus
nahmen vier Angehörige der türkischen Nationalpolizei – im Rahmen eines
Stipendiatenprogramms der Bundespolizei – an der Ausbildung der Bundespolizei
zum gehobenen (1) und höheren (3) Polizeivollzugsdienst an der
Bundespolizeiakademie teil.
Maßnahmen der Bundespolizei mit der Türkischen Nationalpolizei, die den
Umgang mit Großlagen, Demonstrationen oder Aufstandsbekämpfung zum
Gegenstand hatten, erfolgten nicht.
2013
Zeitraum Inhalt Ort Kosten
17.–19.01.
2013
Vorbereitung der
Anschlussmaßnahmen zwischen der BPOLAK und der
Hauptabteilung Aus- und
Fortbildung der TNP zur Nachhaltigkeit
des TWINNING-Projektes
Türkei
6 türkische
Kollegen
Projektgelder
EU
06.–08.02.
2013
Zeichnung der Vereinbarung von
Anschlussmaßnahmen zur
Nachhaltigkeit des TWINNING-Projektes
Deutschland
3 türkische
Kollegen
Projektgelder
EU
24.–27.06.
2013
Fortsetzung des bilateralen
Auswerteprojektes Irreguläre Migration
Deutschland
3 türkische
Kollegen
ca. 1 200 Euro
Drucksache 17/14376 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeBilaterale Ausbildungshilfemaßnahmen des IBP seit 2005
Teilnahme an
Übungen und
Einsatzbeobachtungen
Anzahl
Teilnehmer
Ort Datum Kosten
2005
Seminar on the Police Practices in
relation to social incidents (EU)
Nein 2 TUR 05.–09.09.2005 EU-finanziert
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein DEU 19.–24.09.2005 4 048,17 Euro
2007
Arbeitsbesuch Nein 1 TUR 28.03.–
30.03.2007
342,50 Euro
Arbeitsbesuch Nein 2 TUR 13.04.–
18.04.2007
4 469,19 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Ja (Fußball) 2 DEU 24.05.–
30.05.2007
3 027,40 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 4 TUR 22.06.–
27.06.2007
992,28 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 5 DEU 25.10.–
30.10.2007
7 077,10 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 6 TUR 09.–13.12.2007 12 132,75 Euro
2008
Arbeitsbesuch zur Bilanzierung und
Planung
Nein 2 TUR 20.–22.04.2008 3 850,62 Euro
Erfahrungsaustausch Aufbau und
Fortbildung der Bereitschaftspolizei
Nein 5 DEU 21.–25.04.2008 7 375,95 Euro
Erfahrungsaustausch Aufbau und
Fortbildung der Bereitschaftspolizei
Nein 8 DEU 28.06.–
04.07.2008
10 791,07 Euro
Erfahrungsaustausch Aufbau und
Fortbildung der Bereitschaftspolizei
Nein 8 DEU 07.–12.09.2008 3 263,36 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Ja (3. Oktober) 3 DEU 01.–04.10.2008 4 391,32 Euro
2009
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Ja 19 DEU 24.–29.01.2009 3 000,00 Euro
Arbeitsbesuch zur Bilanzierung und
Planung
Nein 4 TUR 16.–20.04.2009 6 980,29 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Ja 7 DEU 30.06.–
05.07.2009
13 711,57 Euro
Erfahrungsaustausch Aufbau und
Fortbildung der Bereitschaftspolizei
Nein 8 DEU 08.–13.11.2009 3 017,64 Euro
Erfahrungsaustausch Aufbau und
Fortbildung der Bereitschaftspolizei
Nein 1 DEU 06.–11.10.2009 777,19 Euro
2010
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Ja 5 TUR 20.–24.03.2010 1 247,15 Euro
Erfahrungsaustausch Aufbau und
Fortbildung der Bereitschaftspolizei
Nein 8 DEU 04.–10.04.2010 12 767,99 Euro
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/14376Es erfolgte im Rahmen der Ausbildungshilfe des IBP keine Kooperation zur
Thematik „Aufstandsbekämpfung“.
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 5 DEU 16.–20.09.2010 10 682,77 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 7 TUR 21.–27.09.2010 2 753,66 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 18 DEU 26.–31.10.2010 14 718,30 Euro
2011
Seminar Förderung und Entwicklung
der Kriminalprävention
Ja 2 DEU 07.–19.02.2011 1 403,85 Euro
Erfahrungsaustausch zum Thema
Gewalt gegen Polizeibeamte
Nein 12 DEU 11.–15.04.2011 17 654,27 Euro
Seminar zur Eröffnung der Präv.
Zentren
Nein 2 TUR 02.–05.06.2011 1 386,12 Euro
Seminar Bewältigung von Lagen aus
bes. Anlass/Einsatzbeobachtung
anlässlich der Wahlen
Ja 8 TUR 26.–31.05.2011 2 516,16 Euro
Seminar Förderung und Entwicklung
der Kriminalprävention
Nein 4 DEU 13.–17.09.2011 3 555,52 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Ja (Fußball) 8 DEU 18.–24.09.2011 16 582,14 Euro
Erfahrungsaustausch Organisation,
Arbeitsweise und Ausstattung
Bereitschaftspolizei
Nein 3 TUR 22.–26.11.2011 842,64 Euro
Arbeitstreffen Einsatzbeobachtung
Castor
Ja 3 DEU 24.–28.11.2011 2 042,90 Euro
2012
Seminar Aufbau und Fortbildung der
Bereitschaftspolizei
Ja (Fußball) 6 TUR 24.–29.02.2012 1 122,18 Euro
Seminar Aufbau und Fortbildung im
Projekt „Community Police“
(Gemeindepolizei)
Nein 5 DEU 17.–21.04.2012 5 668,04 Euro
Erfahrungsaustausch Arbeit mit und in
der Bereitschaftspolizei
Ja (Fußball) 8 DEU 19.–24.04.2012 7 029,46 Euro
Erfahrungsaustausch Arbeit mit und in
der Bereitschaftspolizei
Nein 10 TUR 24.–29.09.2012 4 402,10 Euro
Seminar polizeiliche Verkehrs- und
Kriminalprävention
Nein 4 TUR 05.–08.11.2012 1 077,88 Euro
Erfahrungsaustausch Arbeit mit und in
der Bereitschaftspolizei
Ja (Fußball) 8 DEU 25.–30–11.2012 10 889,76 Euro
2013
Erfahrungsaustausch Arbeit mit und in
der Bereitschaftspolizei
Nein 8 DEU 14.–19.04.2013 10 994,63 Euro
Seminar Aufbau und Fortbildung im
Projekt „Community Police“
(Gemeindepolizei)
Nein 4 DEU 13.–15.05.2013 2 690,40 Euro
Erfahrungsaustausch Arbeit mit und in
der Bereitschaftspolizei
Nein 8 TUR 21.–25.05.2013 2 277,52 Euro
Bilaterale Ausbildungshilfemaßnahmen des IBP seit 2005
Teilnahme an
Übungen und
Einsatzbeobachtungen
Anzahl
Teilnehmer
Ort Datum Kosten
Drucksache 17/14376 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeBMI-finanzierte Ausbildungs- und Beratungsmaßnahmen 2004
(im Wesentlichen zur Unterstützung eines unter Federführung des BKA
stehenden Twinning-Projektes in Zusammenarbeit mit Großbritannien und den
Niederlanden)
• 11. bis 14. Februar 2004, Beratungs- und Informationsreise nach Ankara,
12 227,32 Euro
• 8. bis 12. März 2004, Lehrgang Projektmanagement bei der TADOC in
Ankara, 7 180,36 Euro
• April/Mai 2004, Hospitationen im Zusammenhang mit einem
Ermittlungsverfahren, 669,54 Euro
• April bis Juli 2004, Sprachausbildung für zwei türkische Polizeibeamte in
Ankara, 295,78 Euro
• 25. bis 30. April 2004, Informationsbesuch von Tatortausbildungsstätten in
Deutschland und den Niederlanden durch eine türkische Delegation,
10 872,50 Euro
• 10. bis 15. Mai 2004, Besuch einer türkischen Delegation im LKA Berlin,
3 159,84 Euro
• 22. bis 25. Juni 2004, Besuch einer deutsch-türkischen Delegation beim
Home Office in London, 3 999,40 Euro
• 26. Juni bis 2. Juli 2004, Containerlehrgang in Ankara, 13 945,08 Euro
• 11. bis 16. Juli 2004, Informationsbesuch einer Delegation der TADOC bei
der Fachhochschule des Bundes, 3 361,01 Euro
• 20. bis 23. Juli 2004, Beratungsreise in Sachen Monitoring Unit und
Krisenmanagement, 1 796,83 Euro
• 9. bis 13. August 2004, Lehrgang „Major Case Management“ in Ankara,
4 259,88 Euro
• 29. August bis 1. September 2004, Informationsbesuch des Leiters Zentrale
Dienste des BKA in Ankara, 3 068,11 Euro
• 30. August bis 2. September 2004, Beratungsreise einer deutschen Delegation
in Sachen Bau eines türkischen Tatortausbildungszentrums, 3 424,96 Euro
• 30. August bis 2. September 2004, Vorbereitungsreise der
Verhandlungsgruppe in Vorbereitung eines Lehrgangs in der Türkei, 1 526,18 Euro
• September 2004, Informationsbesuch des Leiters der türkischen VE-
Dienststelle und Stellvertreter im BKA, 2 688,22 Euro
• September bis Dezember 2004, Sprachausbildung für zehn türkische
Polizeibeamte in Ankara, 2 084,23 Euro
• 13. bis 17. September 2004, Lehrgang „Verhandlungsführung bei
Geiselnahmen“ in der Türkei, 5 921,53 Euro
• 13. bis 17. September 2004, Besuch einer deutsch-türkischen Delegation
beim Forensic Science Service in Großbritannien, 8 577,53 Euro
• 20. bis 24. September 2004, Besuch des Leiters der GSD beim BKA,
Gespräche mit PR Ziercke in Berlin, 11 582,83 Euro
• 20. bis 24. September 2004, Besuch des Leiters der türkischen
Rauschgiftbekämpfungsabteilung und Vertreter im BKA, 1 258,66 Euro
• 11. bis 22. Oktober 2004, Lehrgang „Zielfahndung“ und Kurzhospitation im
BKA, 2 329,69 Euro
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/14376• 25. bis 29. Oktober 2004, Lehrgang „Kriminalitätsanalyse“ in Ankara,
4 291,10 Euro
• 2. bis 5. November 2004, Besuch des Leiters der Fachhochschule des Bundes
bei der TADOC in Ankara, 1 032,90 Euro
• 8. bis 12. November 2004, Besuch von Technikern der GSD Ankara im BKA,
Lehrgang „Observationstechnik“, 3 409,99 Euro
• 8. bis 17. November 2004, Lehrgang „Vermögensabschöpfung“ im BKA
Wiesbaden,1 956,50 Euro
• 22. bis 26. November 2004, Lehrgang „IT-Technik“ im BKA Meckenheim
und Wiesbaden, 5 979,52 Euro
• 29. November bis 1. Dezember 2004, Informationsbesuch einer türkischen
Delegation des Kriminalpolizeilichen Labors und der GSD, 936,72 Euro.
Die polizeiliche Zusammenarbeit wird flankiert durch Kontakte auf Ebene der
Innenministerien. Die Minister treffen sich unregelmäßig (zuletzt Anfang
Februar 2013), die Staatssekretäre ca. zwei Mal im Jahr. Auf Abteilungsleiterebene
wurden in den Innenministerien zentrale Ansprechstellen eingerichtet (Single
Point of Contact).
Ziel dieser Besprechungen ist die Verbesserung des Informationsaustausches bei
der Terrorismusbekämpfung. Im Vordergrund stehen Reisebewegungen, ferner
die Bekämpfung der PKK, DHKP-C und anderer gelisteter Terrororganisationen
in Deutschland wie in der Türkei.
2. Welche Projekte im Rahmen der polizeilichen Zusammenarbeit zwischen
Deutschland und der Türkei sind nach Kenntnis der Bundesregierung für
die nächsten zwei Jahre geplant bzw. werden derzeit erörtert (bitte
vollständig unter Angabe der jeweiligen Kooperationspartner, Orte, Zeiträume,
Kosten für die deutsche Seite unter Einbeziehung von Projekten des
Inspekteurs der Bereitschaftspolizeien und unter EU-Führung auflisten)?
• Voraussichtlich 2014: Mitwirkung des BKA an einem unter Leitung der
Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e. V. (IRZ)
stehenden EU-Projekt („Strenghtening Witness Protection Capacities – TR
10 IB JH 04“, Finanzierung EU, Instrument for Pre-Accession Assistance)
durch eine Trainingsmaßnahme zum Thema „Zeugenschutz“.
• Fortführung der Mitarbeit des BKA am unter österreichischer Leitung
stehenden EU-Projekt „Implementation Capacity of Turkish Police to Prevent
Disproportionate Use of Force“, welche Ende Juli 2013 abgeschlossen sein
soll (siehe die Antwort zu Frage 1).
• Gegebenenfalls weitere Unterstützung der IRZ im Twinning-Projekt
„Bekämpfung von Cybercrime“ (siehe die Antwort zu Frage 1).
• Herbst 2013: Teilnahme eines ehemaligen türkischen Stipendiaten aus der
Abteilung IDB (interne Ermittlungen) am Aufbaumodul des
Stipendiatenprogramms (wird derzeit geprüft).
Die BPOL plant, für das Jahr 2013 im Rahmen der bilateralen grenzpolizeilichen
Ausbildungshilfe über die in der Antwort zu Frage 1 bereits aufgeführten
stattgefundenen Maßnahmen hinaus folgende fünf Maßnahmen mit der Türkischen
Nationalpolizei umzusetzen:
– Erfahrungsaustausch im Bereich der Bekämpfung der Urkundenkriminalität
(in Deutschland, Kosten: ca. 1 500 Euro, Zeitraum: 48. KW)
– Schulung zur Bekämpfung der Urkundenkriminalität
(in der Türkei, Kosten: ca. 1 500 Euro, Zeitraum: 39./40. KW)
Drucksache 17/14376 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode– Erfahrungsaustausch im Bereich der grenzpolizeilichen Analyse/
Auswertung (in Deutschland, Kosten: ca. 1 300 Euro, Zeitraum: 26. KW)
– Erfahrungsaustausch im Bereich der Aus- und Fortbildung zur Vorbereitung
von Teilnehmern an internationalen Polizeimissionen nach UN-Standards (in
Deutschland, Kosten: ca. 1 500 Euro, Zeitraum: 39. KW)
– Erfahrungsaustausch im Bereich der maritimen Grenzüberwachung
(in Deutschland, Kosten: ca. 2 000 Euro, Zeitraum: 4. Quartal 2013).
Im Nachgang zu dem in 2012 abgeschlossenen Twinning-Projekt „Training of
Border Police“ plant die BPOL in den Jahren 2013 und 2014 die Durchführung
von insgesamt bis zu sieben weiteren Anschlussmaßnahmen (2013: drei
Maßnahmen; 2014: vier Maßnahmen) im Rahmen einer Arbeitspartnerschaft
zwischen der Bundespolizeiakademie und der Hauptabteilung Aus- und Fortbildung
der Türkischen Nationalpolizei.
Die Arbeitspartnerschaft beinhaltet folgende abschließende Themenbereiche:
– Fortbildung von Polizeitrainern,
– Europarecht/Schengenrecht,
– Führung und Einsatz (Kommunikationsstrategien für den polizeilichen
Alltag und Führungslehre).
Damit soll den Vorgaben der Europäischen Kommission zur Gewährleistung der
Nachhaltigkeit von EU-Twinning-Projekten entsprochen werden, die erreichten
Ziele effektiv in die Verwaltung des begünstigten Landes zu integrieren und zu
festigen.
Die Zusammenarbeit des IBP mit den türkischen Sicherheitsbehörden ist aktuell
ausgesetzt. Eine konkrete Planung zur Fortführung ist noch nicht erfolgt.
3. Wurden in der Vergangenheit nach Kenntnis der Bundesregierung aus
Deutschland oder anderen EU-Staaten Wasserwerfer oder Module für
Wasserwerfer in die Türkei geliefert (bitte gegebenenfalls Anzahl und Modell
sowie Lieferland angeben)?
Die Bundesregierung hat keine Kenntnis von der Lieferung von Wasserwerfern
oder Modulen aus Deutschland oder anderen EU-Staaten in die Türkei.
Wasserwerfer und Module für Wasserwerfer sind weder von der Rüstungsgüterliste
(Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste) noch von Anhang I der Dual-Use-
Verordnung (EG) Nr. 428/2009 erfasst.
4. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung aus Deutschland oder anderen
EU-Staaten Räumfahrzeuge oder gepanzerte Polizeifahrzeuge für die
türkische Polizei und Jandarma geliefert (bitte gegebenenfalls Anzahl und
Modell sowie Lieferland und konkreten Empfänger angeben)?
Die Bundesregierung hat keine Kenntnis von der Lieferung von
Räumfahrzeugen aus Deutschland oder anderen EU-Staaten für die türkische Polizei und
Jandarma. Auch Räumfahrzeuge sind weder von der Rüstungsgüterliste (Teil 1
Abschnitt A der Ausfuhrliste) noch von Anhang I der Dual-Use-Verordnung
(EG) Nr. 428/2009 erfasst.
Für gepanzerte Polizeifahrzeuge im Sinne der Rüstungsgüterliste sind seit dem
Jahr 2003 keine Ausfuhrgenehmigungen erteilt worden.
Die Bundesregierung hat ebenfalls keine Kenntnis von der Lieferung von
gepanzerten Polizeifahrzeugen aus anderen EU-Staaten für die türkische Polizei und
Jandarma. Beim Informationsaustausch der EU-Mitgliedstaaten im Rahmen der
Erstellung des Jahresberichts nach Artikel 8 des Gemeinsamen Standpunkts
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17 – Drucksache 17/143762008/944/GASP des Rates vom 8. Dezember 2008 betreffend gemeinsame
Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern
werden nur Informationen über die genehmigten Ausfuhren nach Kategorien der
Gemeinsamen Militärgüterliste und Empfängerland ausgetauscht, nicht aber
bezüglich des konkreten Endverwenders.
5. Welche (weitere) Ausstattungshilfe hat es von Seiten Deutschlands oder
nach Kenntnis der Bundesregierung von Seiten der EU an die türkische
Polizei inklusive Jandarma gegeben, und welchen Wert hatte die gewährte
Hilfe (bitte die Lieferungen nach einzelnen Empfängern konkret
aufschlüsseln)?
Durch BKA:
• 2003: Ausstattung eines Langzeitbeobachtungsfahrzeugs (LZW) mit
technischem Gerät (Observationstechnik – Video/Funk)
• 2005: fünf Magnetkartenlesegeräte
• 2008: Diensthundzuchtpaar, 10 000 Euro, Empfänger:
Generalsicherheitsdirektion.
Durch BMI:
2003:
• IT-Technik, 27 853,03 Euro, Empfänger: Hauptabteilung für die
Bekämpfung von Schmuggel und Organisierter Kriminalität
• eine CCD-Tag-Nacht-Kamera für Langzeitbeobachtungsfahrzeug
• fünf Klimaanlagen für Langzeitbeobachtungsfahrzeuge
• 70 ballistische Schutzwesten
• 200 Kryptomodule für Funkgeräte
• Reparatur einer LKW-Röntgenanlage.
Gesamtwert der Punkte 2 bis 5: 250 697,52 Euro, Empfänger: Hauptabteilung
für die Bekämpfung von Schmuggel und Organisierter Kriminalität.
2004:
• Büroausstattung, 27 548,21 Euro + 22 815 Euro, Empfänger:
Generalsicherheitsdirektion
• zehn Heißluftgeräte, 10 406,17 Euro, Empfänger: Hauptabteilung des
Kriminalistischen Labors der Generalsicherheitsdirektion
• diverse Laborgeräte und -ausstattung, 22 609,76 Euro, Empfänger:
Hauptabteilung des Kriminalistischen Labors der Generalsicherheitsdirektion
• Übersetzung von Arbeitsanleitungen, 33 828,45 Euro, Empfänger:
Hauptabteilung des Kriminalistischen Labors der Generalsicherheitsdirektion
• Ausstattung Sprachlabor, 33 966 Euro, Empfänger:
Generalsicherheitsdirektion
• Laptops, 24 970 Euro, Empfänger: Hauptabteilung des Kriminalistischen
Labors der Generalsicherheitsdirektion.
2005:
• Analyst-Notebook/I2-Lizenzen, 68 520 Euro, Empfänger: Hauptabteilung
für die Bekämpfung von Schmuggel und Organisierter Kriminalität.
Drucksache 17/14376 – 18 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode2008:
• 91 Digiscope-Geräte (Fernrohre mit Bild- und Videoaufnahmefunktion) der
Firma Minox zur polizeilichen Grenzüberwachung, 57 963,40 Euro,
Empfänger: Türkische Nationalpolizei.
Aussagen über eventuelle Lieferungen von Seiten der EU können nicht
getroffen werden.
6. Inwiefern beobachten die in der Türkei tätigen deutschen Polizisten nach
Kenntnis der Bundesregierung das Vorgehen der türkischen
Sicherheitskräfte am Taksim-Platz und an den anderen Protestorten, und inwieweit ist
dies Gegenstand deutsch-türkischer Polizeikonsultationen?
Die in der Türkei als bilaterale Verbindungsbeamte (Ankara, Istanbul)
eingesetzten Beamten des BKA berichten im Rahmen ihrer Zuständigkeiten über das
Vorgehen der türkischen Polizei in Ankara und Istanbul.
Die Proteste und das Vorgehen der türkischen Polizei wurden im Rahmen der
Konsultationen des BKA mit der GSD auf Leitungsebene am 3. Juni 2013 in
Ankara von Herrn Kiliçlar, Leiter der Generalsicherheitsdirektion, angesprochen.
Die BPOL hat derzeit einen Grenzpolizeilichen Verbindungsbeamten (Ankara)
und zwei Dokumenten- und Visumberater (Ankara und Istanbul) in die Türkei
entsandt.
Diese sind an der Deutschen Botschaft Ankara akkreditiert. Sie sind damit in den
allgemeinen Informations- und Kommunikationsfluss der deutschen Botschaft
in Bezug auf die aktuellen politischen Entwicklungen sowie die Sicherheitslage
vor Ort eingebunden. Sie haben die Ereignisse am Taksim-Platz und anderen
Protestorten nicht beobachtet.
7. Welche Bilanz zieht die Bundesregierung aus der polizeilichen
Zusammenarbeit mit der Türkei seit dem Jahr 2003, und inwieweit sieht sie ihren
Anspruch, mit polizeilicher Zusammenarbeit auch eine Verbesserung der
Rechtsstaatlichkeit im jeweiligen Partnerland zu erreichen, angesichts des
gewalttätigen Vorgehens der türkischen Polizei gegen die Taksimplatz-
Proteste als erreicht an (bitte konkret begründen)?
Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem Vorgehen
der türkischen Polizei gegen die Demonstranten sowohl für das weitere
bilaterale Verhältnis als auch für das Verhältnis der EU zur Türkei?
Die Bundesregierung hat ein langfristiges Interesse an einer stabilen,
demokratischen Türkei. Sie wird in ihren Beziehungen zur Türkei weiterhin für die
Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze eintreten. Die Bundesregierung setzt sich
darüber hinaus dafür ein, dass der Bereich der Rechtsstaatlichkeit ins Zentrum
der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gerückt wird.
Die bilaterale Zusammenarbeit der BPOL erfolgt mit der Türkischen
Nationalpolizei. Sie ist auf grenzpolizeiliche Aufgabenbereiche (Bekämpfung illegaler
Migration und Schleusungskriminalität) sowie den Bereich der
Luftsicherheitskontrolle fokussiert.
Ziel der Umsetzung dieser Maßnahmen ist es auch, einen Beitrag zur Stärkung
rechtsstaatlicher Strukturen der türkischen (Grenz-)Polizeibehörden sowie zur
Schaffung demokratischer Rahmenbedingungen und die Achtung der
Menschenrechte zu leisten. Die Maßnahmen unterliegen regelmäßiger Evaluierung.
Die Ergebnisse fließen entsprechend in die Planung der weiteren Kooperation
ein. Mit Blick auf die durchgeführten (grenz-)polizeilichen Maßnahmen der
BPOL mit der Türkischen Nationalpolizei konnten positive Ergebnisse in der
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 19 – Drucksache 17/14376grenzpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung auf türkischer Seite erzielt werden.
Dies wird insbesondere auch im Rahmen des Evaluierungs-Monitoring-Berichts
zum abgeschlossenen EU-Twinning-Projekt der BPOL mit der Türkischen
Nationalpolizei zum Thema „Training of Border Police“ durch die Europäische
Kommission festgestellt. Die BPOL beabsichtigt daher derzeit, die
grenzpolizeiliche Kooperation mit der Türkischen Nationalpolizei fortzusetzen.
Themen wie „Deeskalation“ und „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit im
Einsatz“ waren wichtige Seminarinhalte bei der Ausbildung durch den IBP. Die
Vermittlung dieser Inhalte kann naturgemäß jedoch nicht deren Anwendung in
der Praxis garantieren, auch wenn dies natürlich angestrebt wird.
Die polizeilichen Aufbauhilfemaßnahmen des BKA zielen grundsätzlich darauf
ab, rechtsstaatliche Strukturen im Bereich der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung aufzubauen und demokratische Rahmenbedingungen unter Achtung der
Menschenrechte zu fördern bzw. zu schaffen.
Die kriminalpolizeilichen Maßnahmen unterliegen der Evaluierung und es
gehört insbesondere zu den Aufgaben der BKA-Verbindungsbeamten, fortlaufend
zu prüfen, ob vermitteltes Wissen oder im Rahmen der Ausstattungshilfe zur
Verfügung gestellte Technik im Empfängerland bestimmungsgerecht und
rechtsstaatlichen Maßstäben entsprechend eingesetzt wird.
Hierzu erfolgt eine kontinuierliche Berichterstattung, die ggf. zu einer
Einschränkung oder Einstellung der Kooperation führen kann. Entsprechend
fließen diese Erkenntnisse auch in die Planungen für künftige Kooperationen ein.
Die bisher durch die deutsche Seite durchgeführten Maßnahmen für die
türkischen Sicherheitsbehörden entsprachen den Erfordernissen an eine an
rechtsstaatlichen Prinzipien orientierte polizeiliche Zusammenarbeit.
Die BKA-Verbindungsbeamten in der Türkei arbeiten grundsätzlich mit
Abteilungen der türkischen Nationalpolizei zusammen, die für die internationale
Zusammenarbeit zuständig bzw. autorisiert sind. Hauptkooperationspartner der
Verbindungsbeamten sind somit die Abteilungen Polizeilicher
Nachrichtendienst Istihbarat (zuständig für Staatsschutz), KOM, Asayis
(Allgemeinkriminalität) sowie Interpol Ankara.
8. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem
gewalttätigen Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte gegen die Taksimplatz-
Proteste hinsichtlich der Polizeizusammenarbeit, sowohl im bilateralen
Verhältnis als auch im Rahmen der EU und auf internationaler Ebene, und
inwiefern gehört hierzu die Aussetzung der Polizeizusammenarbeit und ein
Stopp von Lieferungen solchen Polizeigeräts, das für repressive
Maßnahmen geeignet ist (bitte begründen)?
Die Zusammenarbeit mit der Republik Türkei in verschiedenen Bereichen dient
insbesondere der Heranführung des Landes an EU-Standards. Die jüngsten
Entwicklungen haben deutlich gemacht, dass diese Heranführung auch im Bereich
der polizeilichen Arbeit weiterhin das Ziel sein muss. Die polizeiliche
Zusammenarbeit hat neben der Kriminalitätsbekämpfung und -prävention stets auch
das Ziel, die Achtung der Grundsätze des Rechtsstaates zu stärken. Dies gilt
auch in der Zusammenarbeit mit der Türkei. Die Bundesregierung überprüft und
hinterfragt fortlaufend die Polizeizusammenarbeit mit all ihren Partnerstaaten.
Dies gilt – wie bereits in der Vergangenheit – insbesondere auch für die
polizeiliche Aufbauhilfe. Daher hat der IBP derzeit die Zusammenarbeit mit der
türkischen Generalsicherheitsdirektion und insbesondere mit der Bereitschaftspolizei
der Türkei ausgesetzt. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 7 verwiesen.
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ISSN 0722-8333]