[Deutscher Bundestag Drucksache 17/14812
17. Wahlperiode 01. 10. 2013 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dağdelen,
Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/14748 –
Umgang mit minderjährigen Flüchtlingen
1. Wie viele Minderjährige sind in den Jahren 2012, 2011, 2010, 2005 und
2000 nach Deutschland eingereist (bitte nach Bundesländern und Alter
aufschlüsseln) und haben selber oder zusammen mit ihren Familien einen
Asylantrag gestellt?
Die Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
erfasst Anträge nicht nach dem Jahr der Einreise, sondern nach dem Jahr der
Antragstellung. Die entsprechenden Angaben können den folgenden Tabellen
entnommen werden.
Für das Jahr 2000 liegen keine nach Ländern differenzierten Daten vor, für das
Jahr 2005 liegen bei unbegleiteten Minderjährigen nur Daten zu Personen unter
16 Jahren vor.
Asylerstanträge von Minderjährigen nach Ländern und Jahr des Asylantrags
2005 2010 2011 2012
Baden-Württemberg 1.740 1.291 1.478 2.299
Bayern 1.320 2.097 2.462 3.537
Berlin 685 783 961 1.528
Brandenburg 241 351 390 593
Bremen 148 219 178 243
Hamburg 340 703 804 954
Hessen 1.257 1.059 1.255 1.874
Mecklenburg-Vorpommern 264 308 356 448
Niedersachsen 2.108 1.457 1.683 2.409
Nordrhein-Westfalen 4.281 4.425 4.286 6.361
Rheinland-Pfalz 589 702 774 1.120
Saarland 166 189 220 291
Sachsen 361 629 442 828
Sachsen-Anhalt 450 387 420 505
Schleswig-Holstein 277 500 517 757
Thüringen 315 354 403 637
Bundesland nicht bekannt 3 2 2 4
Deutschland gesamt 14.545 15.456 16.631 24.388 Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 27. September
2013 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/14812 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode2000 davon 2005 davon 2010 davon
Alter nach
Jahren
Erstanträge
begleitet
unbegleitet
Erstanträge
begleitet
unbegleitet
Erstanträge
begleitet
unbegleitet
0 bis unter 5 12.324 12.291 33 9.078 9.075 3 5.991 5.983 8
5 bis unter 10 5.640 5.576 64 2.364 2.353 11 3.331 3.307 24
10 bis unter 16 5.142 4.338 804 1.607 1.290 317 3.495 2.992 503
16 bis unter 18 5.573
nicht gesondert
erfasst 1.496
nicht gesondert
erfasst 2.639 1.226 1.413
Gesamt 28.679 14.545 15.456 13.508 1.948
2011 davon 2012 davon
Alter nach
Jahren
Erstanträge
begleitet
unbegleitet
Erstanträge
begleitet
unbegleitet
0 bis unter 5 6.820 6.807 13 10.049 10.033 16
5 bis unter 10 3.419 3.381 38 5.673 5.627 46
10 bis unter 16 3.721 3.058 663 5.546 5.010 536
16 bis unter 18 2.671 1.259 1.412 3.120 1.622 1.498
Gesamt 16.631 14.505 2.126 24.388 22.292 2.096
Unbegleitete und begleitete minderjährige Asylbewerber nach Ländern und Jahr des Asylerstantrags
2005 2010 2011 2012
unbegleitet,
unter 16
Jahre unbegleitet begleitet unbegleitet begleitet unbegleitet begleitet
Baden-Württemberg 11 131 1.160 163 1.315 126 2.173
Bayern 16 438 1.659 357 2.105 428 3.109
Berlin 108 41 742 95 866 110 1.418
Brandenburg 3 69 282 58 332 22 571
Bremen 4 35 184 46 132 23 220
Hamburg 36 270 433 399 405 330 624
Hessen 83 335 724 369 886 376 1.498
Mecklenburg-
Vorpommern 3 7 301 7 349 7 441
Niedersachsen 10 96 1.361 126 1.557 130 2.279
Nordrhein-Westfalen 36 324 4.101 240 4.046 341 6.020
Rheinland-Pfalz 8 39 663 64 710 52 1.068
Saarland 2 26 163 92 128 77 214
Sachsen 8 53 576 44 398 25 803
Sachsen-Anhalt 1 9 378 10 410 4 501
Schleswig-Holstein 8 58 442 48 469 41 716
Thüringen 1 17 337 7 396 4 633
Bundesland nicht
bekannt 3 0 2 1 1 0 4
Deutschland gesamt 341 1.948 13.508 2.126 14.505 2.096 22.292
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/14812a) Wie viele von ihnen lebten zum Stichtag 31. August 2013 mit welchem
Aufenthaltstitel bzw. Duldung in Deutschland?
b) Wie viele von ihnen wurden abgeschoben, und wie viele waren zum
Zeitpunkt der Abschiebung minderjährig?
Die Asylstatistik des BAMF erfasst keine Angaben zu Aufenthaltsrechten oder
Abschiebungen. Die Statistik der Bundespolizei differenziert bei
Abschiebungen nicht nach Asylbewerbern und Personen, die keinen Asylantrag gestellt
haben.
Daten des Ausländerzentralregisters (AZR) sind mit den Daten der Asylstatistik
nur eingeschränkt vergleichbar, da zwischen beiden Quellen keine Verknüpfung
von personenbezogenen Daten möglich ist. Zudem ist das AZR eine
Bestandsdatei, aus deren Daten sich Verläufe von Personengruppen statistisch nur
begrenzt ermitteln lassen. Daher sind allenfalls bestimmte, eingeschränkt valide
Angaben aus den Daten des AZR möglich.
Danach lebten zum Stichtag 31. August 2013 von allen im AZR erfassten
Asylbewerbern, die in den in der Antwort zu Frage 1 genannten Jahren noch
minderjährig einen Asylantrag stellten, noch etwa 75 Prozent in Deutschland. 25
Prozent dieser Personen waren inzwischen zwangsweise oder freiwillig ausgereist.
Etwa 50 Prozent der in Frage 1 aufgeführten minderjährigen Asylbewerber
hatten ein befristetes und ca. 10 Prozent ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, weitere
gut 10 Prozent waren geduldet.
c) Wie viele der in der Frage 1a aufgeführten Personen waren nicht in
Begleitung der Sorgeberechtigten (also unbegleitete Minderjährige), wie
war die Altersverteilung, und aus welchen Herkunftsländern kamen die
Jugendlichen (bitte nach Jahren, Bundesländern und Alter
aufschlüsseln)?
d) Wie viele der in der Frage 1a aufgeführten Personen waren in
Begleitung von Sorgeberechtigten (bitte nach Jahren, Bundesländern und
Alter aufschlüsseln)?
Angaben zu in Deutschland lebenden Personen im Sinne der Frage können
nicht gemacht werden. Im AZR werden unbegleitete oder begleitete
Minderjährige nicht gesondert erfasst.
Aus den Daten der Asylstatistik des BAMF lassen sich aber Angaben zu allen
Asylbewerbern im Sinne der Frage 1 ermitteln, die der Antwort zu Frage 1,
differenziert nach Ländern, Jahren und Alter, entnommen werden können.
2. Wie war die Schutzquote (differenziert nach jeweiliger Rechtsgrundlage)
von minderjährigen Asylsuchenden in den Jahren 2012, 2011, 2010 (bitte
nach unbegleiteten Minderjährigen und Minderjährigen mit
Sorgeberechtigten und Herkunftsländern aufschlüsseln)?
Die entsprechenden Entscheidungen des BAMF können den folgenden
Tabellen entnommen werden.
Drucksache 17/14812 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeEntscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge Minderjähriger
2012
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 24.388 19.330 229 3.217 2.228
darunter
Serbien 4.495 4.933 0 0 6
Afghanistan 3.329 1.912 8 310 526
Irak 2.502 2.100 8 1.511 32
Mazedonien 2.455 2.396 0 0 4
Syrien 2.110 1.972 71 566 1.249
Russische Föderation 1.603 465 5 60 9
Bosnien und Herzegowina 1.093 1.016 0 0 12
Kosovo 968 1.093 1 1 17
Iran 895 521 57 236 9
Pakistan 532 200 7 33 3
Somalia 510 272 0 173 50
Nigeria 312 127 0 10 13
Türkei 311 208 17 42 8
Aserbaidschan 231 152 5 3 6
Eritrea 208 110 8 65 10
Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge unbegleiteter
Minderjähriger 2012
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 2.096 1.169 8 138 341
darunter
Serbien 12 12 0 0 0
Afghanistan 1.003 627 1 46 194
Irak 152 88 0 13 4
Mazedonien 6 8 0 0 1
Syrien 133 94 3 25 65
Russische Föderation 19 6 0 0 0
Bosnien und Herzegowina 6 5 0 0 0
Kosovo 7 6 0 0 1
Iran 38 22 3 8 1
Pakistan 111 16 0 2 0
Somalia 127 49 0 9 29
Nigeria 19 11 0 4 3
Türkei 12 2 0 0 0
Aserbaidschan 2 1 0 0 0
Eritrea 29 12 1 4 1
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/14812Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge begleiteter
Minderjähriger 2012
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 22.292 18.161 221 3.079 1.887
darunter
Serbien 4.483 4.921 0 0 6
Afghanistan 2.326 1.285 7 264 332
Irak 2.350 2.012 8 1.498 28
Mazedonien 2.449 2.388 0 0 3
Syrien 1.977 1.878 68 541 1.184
Russische Föderation 1.584 459 5 60 9
Bosnien und Herzegowina 1.087 1.011 0 0 12
Kosovo 961 1.087 1 1 16
Iran 857 499 54 228 8
Pakistan 421 184 7 31 3
Somalia 383 223 0 164 21
Nigeria 293 116 0 6 10
Türkei 299 206 17 42 8
Aserbaidschan 229 151 5 3 6
Eritrea 179 98 7 61 9
Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge Minderjähriger
2011
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a
u. Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 16.631 12.970 190 2.768 1.084
darunter
Afghanistan 3.433 2.484 15 270 832
Serbien 2.637 2.652 0 0 7
Irak 2.621 2.215 8 1.582 24
Syrien 1.042 305 15 103 4
Russische Föderation 799 483 5 66 13
Mazedonien 690 757 0 0 1
Kosovo 687 709 0 0 9
Iran 655 434 52 183 2
Pakistan 401 124 9 29 0
Somalia 363 324 1 196 72
Türkei 327 321 37 44 4
Aserbaidschan 257 134 4 18 2
Nigeria 231 155 0 10 17
Bosnien und Herzegowina 183 180 0 0 5
Ungeklärt 170 124 0 9 2
Drucksache 17/14812 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeEntscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge unbegleiteter
Minderjähriger 2011
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a
u. Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
2.126 1.314 9 146 379
darunter
Afghanistan 1.092 692 2 41 297
Serbien 16 21 0 0 1
Irak 199 127 0 30 9
Syrien 84 20 0 2 0
Russische Föderation 23 14 0 0 1
Mazedonien 6 6 0 0 0
Kosovo 6 6 0 0 1
Iran 44 18 1 7 0
Pakistan 54 17 0 4 0
Somalia 112 106 1 39 44
Türkei 9 9 1 0 0
Aserbaidschan 7 3 0 0 0
Nigeria 21 23 0 0 1
Bosnien und Herzegowina 1 0 0 0 0
Ungeklärt 15 11 0 0 0
Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge begleiteter
Minderjähriger 2011
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a
u. Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 14.505 11.656 181 2.622 705
Afghanistan 2.341 1.792 13 229 535
Serbien 2.621 2.631 0 0 6
Irak 2.422 2.088 8 1.552 15
Syrien 958 285 15 101 4
Russische Föderation 776 469 5 66 12
Mazedonien 684 751 0 0 1
Kosovo 681 703 0 0 8
Iran 611 416 51 176 2
Pakistan 347 107 9 25 0
Somalia 251 218 0 157 28
Türkei 318 312 36 44 4
Aserbaidschan 250 131 4 18 2
Nigeria 210 132 0 10 16
Bosnien und Herzegowina 182 180 0 0 5
Ungeklärt 155 113 0 9 2
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/14812Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge Minderjähriger
2010
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a
u. Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 15.456 14.267 197 3.004 1.158
darunter
Serbien 2.887 2.213 0 0 9
Afghanistan 2.632 2.236 8 234 910
Irak 2.382 2.467 15 1.772 25
Mazedonien 1.458 1.222 0 0 1
Kosovo 768 805 0 4 11
Russische Föderation 584 646 5 128 36
Syrien 571 564 8 117 12
Somalia 552 185 0 135 17
Iran 484 389 46 146 4
Türkei 273 391 49 97 1
Aserbaidschan 201 290 6 13 5
Bosnien und Herzegowina 176 149 0 0 1
Nigeria 166 194 0 13 11
Eritrea 160 118 5 100 10
Vietnam 158 158 1 1 4
Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge unbegleiteter
Minderjähriger 2010
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a
u. Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 1.948 1.454 7 163 358
darunter
Serbien 20 14 0 0 0
Afghanistan 803 602 0 27 309
Irak 200 187 0 40 4
Mazedonien 17 12 0 0 0
Kosovo 11 5 0 0 0
Russische Föderation 21 11 0 0 0
Syrien 58 28 0 2 0
Somalia 253 55 0 29 9
Iran 28 27 1 11 1
Türkei 12 9 0 1 0
Aserbaidschan 1 4 0 0 0
Bosnien und Herzegowina 2 1 0 0 0
Nigeria 35 44 0 1 4
Eritrea 41 27 3 22 2
Vietnam 28 37 0 1 0
Drucksache 17/14812 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode3. Wie viele minderjährige Asylsuchende mit ihren Sorgeberechtigten waren
in den Jahren 2012, 2011 und 2010 von bundesweiten Verteilungen gemäß
§ 46 des Asylverfahrensgesetzes (AsylVfG) betroffen?
Aus welchen Bundesländern wurden jeweils wie viele Minderjährige in
welches Bundesland verteilt?
4. Wie viele minderjährig illegal eingereiste Personen mit ihren
Sorgeberechtigten waren in den Jahren 2012, 2011 und 2010 von bundesweiten
Verteilungen gemäß § 15a des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) betroffen?
Aus welchen Bundesländern wurden jeweils wie viele Minderjährige in
welches Bundesland verteilt?
Angaben im Sinne der Fragen werden statistisch nicht erfasst.
5. Wie viele Personen haben in den Jahren 2012, 2011 und 2010 Leistungen
nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) bezogen, und wie viele
davon waren Minderjährige, wie viele von ihnen haben Leistungen gemäß
§ 1a AsylbLG bezogen (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Die Angaben zur Anzahl der Personen und dem jeweiligen Anteil der
Minderjährigen können der folgenden Tabelle entnommen werden. Nicht gesondert
erfasst wird die Anzahl der Personen, die Leistungen nach § 1a des
Asylbewerberleistungsgesetzes beziehen.
Entscheidungen zu Erstanträgen
Asylerstanträge begleiteter
Minderjähriger 2010
Erstanträge insgesamt
Anerkennungen
als
Asylberechtigte (Art. 16a
u. Famil.asyl)
Gewährung
von Flüchtl.-
schutz gem.
§60 I
AufenthG
Abschiebungsverbot
gem. §60 II,III,V,VII
AufenthG
festgestellt
Herkunftsländer gesamt 13.508 12.813 190 2.841 800
darunter
Serbien 2.867 2.199 0 0 9
Afghanistan 1.829 1.634 8 207 601
Irak 2.182 2.280 15 1.732 21
Mazedonien 1.441 1.210 0 0 1
Kosovo 757 800 0 4 11
Russische Föderation 563 635 5 128 36
Syrien 513 536 8 115 12
Somalia 299 130 0 106 8
Iran 456 362 45 135 3
Türkei 261 382 49 96 1
Aserbaidschan 200 286 6 13 5
Bosnien und Herzegowina 174 148 0 0 1
Nigeria 131 150 0 12 7
Eritrea 119 91 2 78 8
Vietnam 130 121 1 0 4
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/148126. Wie werden im Asylverfahren die Perspektiven und Fluchtgründe von
minderjährigen, nicht verfahrensfähigen Asylsuchenden erfasst?
Inwieweit werden die Minderjährigen selbst angehört, wenn sich die durch
die Erziehungsberechtigten vorgetragenen Fluchtgründe konkret auf die
Situation der Minderjährigen beziehen, bzw. welche Regelungen existieren
hierzu?
Inwieweit sind die Anhörerinnen und Anhörer des Bundesamts für
Migration und Flüchtlinge gezielt auf diese Zielgruppe vorbereitet, bzw. in
welchem Umfang wird der Umgang mit den Minderjährigen im Rahmen von
Schulungen und Fortbildungen bearbeitet?
Bei der Stellung des Asylantrags durch die Eltern oder einen Elternteil gilt ein
Asylantrag auch für die sie begleitenden nicht verfahrensfähigen Kinder als
gestellt. Die Kinder werden in die Akte der Eltern aufgenommen. Wenn bei der
persönlichen Anhörung der Eltern vorgetragen bzw. erkennbar wird, dass für
das Kind eigene Fluchtgründe vorliegen, wird dieses – im Beisein der Eltern
oder eines Elternteils – gesondert angehört, sofern dies vom Alter her sinnvoll
erscheint. Ist dies nicht der Fall, werden die Eltern gebeten, die Fluchtgründe
für das Kind vorzubringen. Die Perspektiven für das Kind sind nicht
Gegenstand des Asylverfahrens.
Für verfahrensfähige Minderjährige wird ein eigenes Verfahren durchgeführt
und eine gesonderte Akte in MARiS angelegt. Sie werden selbst angehört und
können dabei ihre Fluchtgründe vortragen.
Empfänger und Empfängerinnen von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
Land
2010 2011 2012
Gesamt darunter: Gesamt darunter Gesamt darunter:
Minderjährige
Minderjährige
Minderjährige
Deutschland 130.297 41.299 143.698 44.342 165.244 51.072
davon:
Baden-Württemberg 10.291 2.561 11.210 2.562 15.046 3.588
Bayern 10.724 2.671 12.820 3.214 15.939 4.388
Berlin 11.429 3.943 12.082 3.974 13.621 4.461
Brandenburg 3.120 649 3.655 795 4.034 957
Bremen 2.976 1.219 3.274 1.252 3.286 1.242
Hamburg 6.783 2.265 6.999 2.329 7.638 2.536
Hessen 7.599 2.115 8.791 2.437 11.546 3.279
Mecklenburg-Vorpommern 2.589 788 2.781 863 3.125 964
Niedersachsen 15.843 5.939 16.191 5.828 16.607 5.821
Nordrhein-Westfalen 36.128 12.390 40.814 13.927 44.849 15.372
Rheinland-Pfalz 5.328 1.701 5.974 1.868 6.847 2.145
Saarland 1.388 414 1.284 383 1.449 408
Sachsen 4.892 1.171 5.549 1.182 7.042 1.628
Sachsen-Anhalt 4.159 1.185 4.592 1.254 5.177 1.316
Schleswig-Holstein 4.039 1.365 4.472 1.505 5.409 1.783
Thüringen 3.009 923 3.210 969 3.629 1.184
Drucksache 17/14812 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeGrundsätzlich muss jeder ausgebildete Entscheider auch in der Lage sein, ein
Kind im Beisein eines Elternteils anzuhören. Zusätzlich zur allgemeinen
Ausbildung der Entscheider werden für die „Sonderbeauftragten für unbegleitete
Minderjährige (UM)“, die an jeder Außenstelle des BAMF eingesetzt sind,
jährliche Schulungen durchgeführt. Bereits vor dem ersten Einsatz als
Sonderbeauftragter ist die Teilnahme an einer Schulung „Basiswissen für Sonderbeauftragte
für UM“ verpflichtend, in deren Rahmen das Thema „Anhörung von
Minderjährigen“ breiten Raum einnimmt. Zur Fortbildung der Sonderbeauftragten
wird jährlich eine Aufbauschulung angeboten, die zusammen mit dem
Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge konzipiert und
durchgeführt wird. Dabei wechseln die Schulungsinhalte, je nach Bedarf der
Teilnehmer und Aktualität.
Sollten bei der Anhörung eines begleiteten Minderjährigen durch einen
Entscheider, der nicht Sonderbeauftragter für UM ist, Probleme auftreten, besteht
die Möglichkeit der Hinzuziehung eines entsprechend ausgebildeten
Sonderbeauftragten.
7. Inwieweit werden bei der Gewährung von Asyl gemäß Artikel 16a des
Grundgesetzes oder Flüchtlings- bzw. Abschiebeschutz gemäß § 60
AufenthG für erwachsene Personen, die gemeinsam mit ihren Kindern
einreisen, kinderspezifische Fluchtgründe berücksichtigt?
Aus den Regelungen zum Familienasyl und -flüchtlingsschutz in der derzeit
noch geltenden Fassung von § 26 AsylVfG lässt sich für begleitende
Sorgeberechtigte kein Anspruch auf Gewährung von Asyl oder Flüchtlingsschutz
ableiten, wenn ihrem Kind Asyl oder Flüchtlingsschutz gewährt wird. Dies gilt auch,
wenn dem Kind lediglich Abschiebungsschutz zugesprochen wird. Durch das
Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2011/95/EU vom 28. August 2013 (BGBl.
I S. 3474) werden mit § 26 Absatz 3 AsylVfG n. F. das Familienasyl sowie der
internationale Schutz für Familienangehörige auch auf die Eltern eines
minderjährigen ledigen Asylberechtigten und andere sorgeberechtigte Erwachsene
erweitert. Diese Neuregelung tritt am 1. Dezember 2013 in Kraft.
a) Wie viele Fälle (bitte nach Herkunftsländern und Jahren aufschlüsseln)
sind der Bundesregierung in den Jahren 2012, 2011 und 2010 bekannt?
Da kinderspezifische Fluchtgründe nicht erfasst werden, sind statistische
Angaben nicht möglich.
b) Verfügt die Bundesregierung über Erkenntnisse, inwieweit die
Lebenssituation der Kinder die Fluchtmotivation der Eltern beeinflusst hat?
c) Ist der Bundesregierung hierzu eine Rechtsprechung bekannt?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
8. Wie viele Minderjährige, die gemeinsam mit ihren Eltern nach
Deutschland eingereist sind, wurden im Rahmen von Dublinverfahren in den
Jahren 2012, 2011 und 2010 überstellt?
In welche Länder wurden sie überstellt (bitte nach Jahren, Herkunftsland
und Zielland aufschlüsseln)?
In welcher Form wurde bei diesen Verfahren das Kindeswohl
berücksichtigt, wie wurde dieses vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eva-
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/14812luiert, und in wie vielen Fällen wurden vor der Rückführung
Stellungnahmen des Jugendamts eingeholt?
Die Zahlen und Länder ergeben sich aus den nachfolgenden Tabellen. Sie
beziehen sich auf Minderjährige unter 18 Jahren.
Jahr 2012
MS AT BE CH CY DK EE ES FI FR HU IT LU LV NL NO PL RO SE SK UK Gesamt
HKL
Afghanistan 4 3 2 2 2 18 13 4 9 57
Algerien 3 2 1 1 7
Armenien 1 4 2 7
Aserbaidschan 2 2
Äthiopien 1 1
Bangladesch 1 1
Belgien 1 1
Bosnien und Herzegowina 5 9 14
Eritrea 2 2
Gambia 1 1 2
Georgien 1 1 1 18 1 22
Guinea 1 1
Irak 1 4 3 4 12
Iran, Islamische Republik 2 2
Kamerun 1 1
Kosovo 50 2 1 6 2 12 73
Kroatien 6 6
Libyen 1 1
Marokko 1 1 1 1 4
Mazedonien 4 4 25 33
Mongolei 1 1
Montenegro 5 5
Nigeria 1 1 2
Pakistan 2 1 1 2 6
Russische Föderation 7 5 66 4 82
Serbien 23 6 1 14 6 35 85
Somalia 1 1 1 4 7
Syrien, Arabische Republik 5 5 10
Tunesien 3 3
Ungeklärt 1 1 1 1 4
Weißrußland 1 1
Gesamt 14 84 19 4 9 1 8 1 65 4 33 7 1 15 9 90 1 77 5 8 455
Drucksache 17/14812 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeJahr 2011
MS AT BE CH CY CZ DK ES FI FR HU IT LV MT NL NO PL RO SE SI SK UK Gesamt
HKL
Afghanistan 5 3 3 4 11 22 5 3 4 2 2 64
Algerien 1 1 1 3
Armenien 2 1 3
Aserbaidschan 2 2
Bosnien und Herzegowina 2 2 4
China 3 3
Elfenbeinküste (Cote d Ivoire) 1 1 2
Eritrea 1 1 1 3
Georgien 2 4 13 19
Ghana 1 1
Guinea 1 1
Irak 3 3 1 1 2 7 17
Iran, Islamische Republik 1 1 1 2 3 2 10
Kasachstan 2 2
Kirgisistan 1 1
Kosovo 15 2 8 7 2 1 35
Libanon 2 1 1 4
Libyen 1 1
Marokko 1 1 1 3
Mazedonien 6 1 9 2 18
Moldau (Republik) 1 1
ohne Angabe 1 1 2
Pakistan 2 2 4
Polen 2 2
Russische Föderation 4 7 1 3 67 2 84
Serbien 12 3 5 3 28 51
Somalia 1 1 1 4 1 1 9
Staatenlos 5 5
Sudan (ohne Südsudan) 1 1
Syrien, Arabische Republik 3 3
Tadschikistan 4 4
Tunesien 1 1 1 3
Türkei 1 1 2
Ukraine 1 1 2
Ungeklärt 1 4 1 1 7
Vietnam 1 1
Weißrußland 1 1
Gesamt 18 42 13 1 1 8 2 2 37 21 41 9 1 11 15 91 2 58 2 1 2 378
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/14812Das BAMF trennt unter Beachtung der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 vom
18. Februar 2003 und der darin vorgeschriebenen Wahrung der Familieneinheit
keine Familien durch die Bestimmung unterschiedlich zuständiger
Mitgliedstaaten für das Asylverfahren.
Die Verordnung schließt allerdings eine zeitlich befristete Trennung im Rahmen
der Überstellung in einen Mitgliedstaat nicht aus. Begleitete Minderjährige
werden jedoch keinesfalls ohne zumindest einen Elternteil im Dublin-Verfahren
überstellt bzw. in Deutschland zurückgelassen. Dem BAMF ist eine geringe
Anzahl von Fällen bekannt, in denen es bei Dublin-Überstellungen zu einer vo-
Jahr 2010
MS AT BE BG CH CY DK ES FR GR HU IE IT LT MT NL NO PL SE SI SK Gesamt
HKL
Afghanistan 2 8 5 2 1 1 6 10 2 1 38
Ägypten 1 1
Albanien 1 1
Algerien 1 1 2
Armenien 1 1 1 3
Aserbaidschan 1 1
Benin 1 1
Bosnien und Herzegowina 2 1 3
Gambia 1 1
Georgien 1 1 2 46 1 51
Guinea 1 1
Guinea-Bissau 1 1
Indien 1 1
Irak 3 2 2 3 2 5 6 23
Iran, Islamische Republik 1 1 1 2 1 10 16
Italien 3 3
Jordanien 7 7
Kamerun 1 1
Kasachstan 1 1
Kirgisistan 1 1
Kongo 1 1
Kosovo 6 15 6 48 3 2 80
Libanon 5 13 1 19
Liberia 1 1
Marokko 1 1
Mazedonien 3 2 5
Moldau (Republik) 1 1
Nigeria 1 1 2 4
Russische Föderation 3 1 1 112 117
Serbien 3 3 15 2 12 35
Somalia 1 3 1 2 4 11
sonst. asiat. Staatsangeh. 1 1
Sri Lanka 1 1 2
Staatenlos 1 1
Sudan 1 1
Syrien, Arabische Republik 1 3 4
Tschad 1 1
Tunesien 1 1
Türkei 2 2
Turkmenistan 2 2
Ukraine 1 1
Ungeklärt 1 5 1 1 8
Weißrußland 2 2
Gesamt 23 30 1 19 1 7 5 30 1 72 1 30 2 1 11 8 162 52 1 1 458
Drucksache 17/14812 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperioderübergehenden Trennung von einem Elternteil gekommen ist (z. B.
Untertauchen von Familienmitgliedern). In diesen wenigen Fällen ist es das Bestreben
aller beteiligten Behörden in Deutschland und der zuständigen Mitgliedstaaten,
auch im Interesse des Kindeswohls so schnell wie möglich eine
Zusammenführung der Familien im zuständigen Mitgliedstaat herbeizuführen.
Das Jugendamt wird bei begleiteten Minderjährigen nur dann durch das BAMF
hinzugezogen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Eltern oder ein
Elternteil der elterlichen Fürsorgepflicht nicht im erforderlichen Umfang
nachkommen.
9. Wie viele Minderjährige sind im Rahmen von Dublinverfahren in den
Jahren 2012, 2011 und 2010 nach Deutschland überstellt worden (bitte nach
Jahren, ursprüngliches Herkunftsland und Mitgliedstaat der Europäischen
Union aufschlüsseln)?
Wie ist der sich anschließende Verfahrensablauf?
Wie wird im entsprechenden Verfahren das Kindeswohl (z. B. bei der
Verteilung oder der Wahl der Unterbringungseinrichtung) beachtet?
Die Zahlen und Länder ergeben sich aus den nachfolgenden Tabellen. Sie
beziehen sich auf Minderjährige unter 18 Jahren.
Jahr 2012
MS AT BE BG CH DK FI FR GR HU IT LU NL NO PL SE UK Gesamt
HKL
Afghanistan 8 3 2 1 2 103 5 1 4 2 131
Albanien 1 1
Algerien 1 1
Armenien 1 1
Bosnien und Herzegowina 1 2 3
Botsuana 1 1
Eritrea 1 1 2
Ghana 1 1
Guinea 1 1 1 3
Irak 2 1 3 2 8
Iran, Islamische Republik 1 1 1 2 1 6
Kosovo 3 3 5 20 4 35
Libanon 4 4
Marokko 1 1
Mazedonien 10 4 10 4 28
ohne Angabe 1 1
Pakistan 3 3
Ruanda 2 2
Russische Föderation 3 3 2 1 9
Serbien 11 22 6 26 65
Somalia 1 2 3
Sri Lanka 1 1
Syrien, Arabische Republik 1 1 4 2 3 2 1 3 2 19
Tadschikistan 1 1
Tunesien 2 2
Türkei 2 1 1 4
Ungeklärt 2 2
Usbekistan 2 2
Vietnam 1 1
Gesamt 12 38 2 36 10 7 13 111 5 5 10 16 7 1 62 6 341
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/14812Jahr 2011
MS AT BE BG CH DK FI FR GR IE LU NL NO PL RO SE UK Gesamt
HKL
Afghanistan 6 5 1 26 7 1 1 47
Algerien 1 1 2
Angola 1 1 2
Armenien 4 4 8
Aserbaidschan 1 2 1 4
Bosnien und Herzegowina 7 1 1 1 10
Eritrea 2 2
Ghana 1 1
Irak 2 1 3 1 6 2 1 1 17
Iran, Islamische Republik 1 1 1 1 4
Jemen 3 1 4
Kirgisistan 3 3 1 7
Kosovo 1 28 6 7 9 51
Marokko 1 1 2
Mazedonien 8 2 4 14
Nigeria 2 2
ohne Angabe 2 1 3
Pakistan 1 3 2 6
Russische Föderation 2 1 4 7
Serbien 1 8 8 3 6 7 33
Somalia 2 2
Staatenlos 4 5 2 11
Syrien, Arabische Republik 1 1 1 4 1 8
Tadschikistan 1 1
Türkei 4 2 6
Ukraine 2 2
Ungeklärt 1 1
Usbekistan 2 2
Vietnam 1 1
Weißrußland 1 1 2
Gesamt 31 52 4 31 3 4 20 36 4 6 15 20 5 1 27 3 262
Drucksache 17/14812 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeBei der Rückübernahme eines Minderjährigen im Rahmen des Dublin-
Verfahrens steht die zuständige Ausländerbehörde im Regelfall bereits fest, so dass es
keiner Verteilung im EASY-Verfahren mehr bedarf. Im Nachhinein wird die
Verteilung nur noch buchungsmäßig nachvollzogen.
Im direkten Anschluss an die Einreise ist das örtlich zuständige Jugendamt
gemäß § 42 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 SGB VIII verpflichtet, den
Minderjährigen in Obhut zu nehmen und die Bestellung eines Vormunds zu veranlassen. Im
Rahmen des unter Federführung des Jugendamtes durchzuführenden
Clearingverfahrens sind Situation und Perspektiven des Jugendlichen zu klären. Dies
umfasst u.a. die Feststellung der Identität, in Zweifelsfällen die Festlegung des
Alters, die Art der Unterbringung (Erstaufnahmeeinrichtung,
Jugendhilfeeinrichtung, Unterbringung in einer Pflegefamilie), die Suche nach
Familienangehörigen, die Klärung der gesundheitlichen Lage und die Ermittlung des
Erziehungsbedarfs.
Bei einer Rückübernahme mit dem Ziel der Familienzusammenführung wird
dafür gesorgt, dass der in Deutschland aufhältige Familienangehörige den
Minderjährigen bei seiner Ankunft in Empfang nimmt. Wenn es sich dabei nicht um
die ohnehin sorgeberechtigten Eltern handelt, wird geprüft, ob dieser als
Vormund in Frage kommt.
Jahr 2010
MS AT BE CH DK FI FR GR NL NO PL SE UK Gesamt
Afghanistan 3 1 1 5 2 6 1 19
Algerien 2 1 1 4
Armenien 1 7 8
Aserbaidschan 2 1 3 6
Georgien 2 2
Guinea 1 5 1 7
Irak 1 2 3 7 13
Iran, Islamische Republik 2 1 2 5
Kolumbien 1 1
Kongo 1 1
Kosovo 26 9 13 2 50
Mazedonien 1 1
Pakistan 2 2
Russische Föderation 5 5
Serbien 11 2 1 2 16
Sierra Leone 1 1
Somalia 1 1 1 3
sonst. asiat. Staatsangeh. 2 2
Sri Lanka 1 2 3
Staatenlos 3 3
Syrien, Arabische Republi 2 2 4
Türkei 1 1 2
Ungeklärt 1 1
Vietnam 2 1 1 5 9
Gesamt 8 33 33 7 2 30 5 4 21 2 17 6 168Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]