[Deutscher Bundestag Drucksache 18/1552
18. Wahlperiode 27.05.2014Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Heike Hänsel, Sevim Dağdelen,
Inge Höger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/1303 –
Einbindung der Entwicklungszusammenarbeit in politische Strategien in der
Osteuropapolitik und Kontakte zu antidemokratischen Kräften in der Ukraine
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Osterweiterung von EU und NATO ist in den vergangenen Jahren im
Rahmen mehrerer multinationaler Programme in einem immer stärkeren Maße
verfolgt worden. Nach der im Jahr 2004 etablierten „Europäischen
Nachbarschaftspolitik“, an der gegenwärtig 16 Länder teilnehmen, wird der Einfluss
der EU vor allem über die im Jahr 2009 komplementär geschaffene „Östliche
Partnerschaft“ ausgedehnt. Parallel dazu baut die NATO ihre Kontakte aus und
geht neue Kooperationen mit Mitgliedern der Staatengruppe zwischen der
Ostgrenze der EU und der Westgrenze Russlands ein.
Verstärkt wurde diese expansive Osteuropapolitik von EU und NATO durch die
andauernde Krise in der Ukraine. Hauptmittel dazu sind weiterhin zivile und
militärische Kooperations- und Assoziierungsabkommen sowie
Freihandelsverträge. So wurde Mitte März 2014 ein Assoziierungsabkommen der EU mit
der De-facto-Regierung der Ukraine unterzeichnet. Mit Georgien sollen noch
im Juni 2014 statt, wie ursprünglich geplant, frühestens im August 2014 ein
Assoziierungsabkommen und ein Freihandelsabkommen unterzeichnet
werden. Ähnliche Pläne gibt es für weitere Länder des Kaukasus.
Vor allem die Kooperation mit der Ukraine ist unter demokratischen
Gesichtspunkten kritisch zu sehen. Die Führung in Kiew ist bislang nicht demokratisch
legitimiert. Zudem sind an der De-facto-Regierung extrem rechte Politiker der
Partei „Swoboda“ beteiligt, deren Mitglieder durch gewaltsame Übergriffe auf
Journalisten und Andersdenkende auf der Straße und im Parlament auffallen.
Dennoch waren deutsche Diplomaten der Botschaft in Kiew und Vertreter der
CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung nach Medienberichten mit
„Swoboda“-Vertretern in Kontakt und haben sie beraten (DER SPIEGEL, 17. März
2014, Seite 29). Bei einem Treffen mit dem Fraktionsvorsitzenden der extrem
rechten Partei ,,Swoboda“, Oleg Tjagnibok, hat der deutsche Botschafter in
Kiew am 29. April 2013 nach Angaben des Nachrichtenmagazins „DER SPIE-
GEL“ (ebd.) ,,auf die Achtung der Menschenwürde und die Einhaltung der
Menschenrechte hingewiesen“. Dennoch kam es im Zuge der innenpolitischen
Krise in der Ukraine in den vergangenen Monaten zu Übergriffen des „Swo-Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung vom 19. Mai 2014 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/1552 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeboda“-Abgeordneten Igor Miroschnitschenko auf den Chef der Nationalen
Fernsehgesellschaft, Alexander Pantelejmonow, in dessen Büro (http://
tinyurl.com/mg4bjd7) sowie zu Übergriffen von mehreren „Swoboda“-
Vertretern auf den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei der Ukraine, Petro
Simonenko, im Plenum der Werchowna Rada (
http://tinyurl.com/p9n8ppf).
Zeitgleich zu diesen Ereignissen und ungeachtet der beschriebenen Trends
wird die deutsche Entwicklungshilfe stärker in (geo-)politische Strategien
eingebunden. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, Dr. Gerd Müller, bezeichnete es als eine der Aufgaben seines
Ressorts, „Reformkräfte in der Ukraine zu stärken“ (DIE WELT, 2. März 2014:
„Deutschland will Hilfen für die Ukraine verdoppeln“, online unter: http://
tinyurl.com/ndotr68). Es ist nicht nur unklar, wer zu diesen Kräften gezählt
wird. Auch wird diese Unterordnung der Entwicklungshilfe unter politische
Ziele von Fachorganisationen kritisch bewertet, weil sie Entwicklungshelfer zu
politischen Akteuren macht und damit ins Visier von Konflikten rückt. Nach
einem Bericht der Tageszeitung ,,WELT am SONNTAG“ (Artikel vom 2. März
2014/Seite 7) will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (BMZ) die Entwicklungshilfe für die Ukraine dessen
ungeachtet und mit einer explizit politischen Argumentation „um 20 Millionen Euro
aufstocken und damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppeln“. Die
Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine findet
derzeit vor allem im agrarwirtschaftlichen Bereich statt, eine wichtige Rolle dabei
spielt der Deutsch-Ukrainische Agrarpolitische Dialog (
http://tinyurl.com/
m385tyu).
Als Konsequenz aus der andauernden Krise in der Ukraine will die
Bundesregierung die Kooperation auch mit Georgien vertiefen und den Abschluss
geplanter Abkommen beschleunigen, wobei es im Kern um das EU-
Assoziierungsabkommen (AA) und das EU-georgische Freihandelsabkommen
(DCFTA) geht; beide Verträge sollen im beschleunigten Verfahren noch im
Juni dieses Jahres abgeschlossen werden (
http://tinyurl.com/lc95bqe). Der
Parlamentarische Staatssekretär im BMZ, Hans-Joachim Fuchtel, erachtet es laut
eigener Pressemitteilung von 21. März 2014 als wichtig, „dass die
Bevölkerung Georgiens auch (die damit einhergehenden) Reformen mittrage (http://
tinyurl.com/oe8pgte).
Die entwicklungspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung in Georgien
sind in die sogenannte Kaukasus-Initiative der Bundesregierung eingebunden,
die sich auf Armenien, Aserbaidschan und Georgien erstreckt (
http://tinyurl.com/
m65t8xs). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
GmbH unterhält ein Büro in Tiflis und führt dort ein Programm mit der
Bezeichnung „Staat und Demokratie“ durch. Derzeit finden in diesem
Zusammenhang drei Einzelprogramme zu öffentlichen Finanzen,
Kommunalentwicklung und Justizreformen statt (
http://tinyurl.com/kj8kbkx). Diese
Entwicklungszusammenarbeit weckt offenbar Hoffnungen auf eine exklusive
politische Annäherung an die EU. Auf dem Gipfel der Östlichen Partnerschaft in
Vilnius hatte der georgische Präsident Giorgi Margwelaschwili in Bezug auf
die EU gesagt: „Wir haben uns vom post-sowjetischen Paradigma abgewandt
und nehmen Schritt für Schritt den uns gebührenden Platz in der europäischen
Nationenfamilie ein.“ (APA, 27. März 2014).
Einhergeht die politische, entwicklungspolitische und wirtschaftliche
Annäherung mit einer verstärkten militärischen Kooperation. Das georgische
Parlament hat unlängst beschlossen, 150 Soldaten für einen geplanten EU-
Militäreinsatz in der Zentralafrikanischen Republik zu entsenden (
http://tinyurl.com/
mghrtor). Nach Darstellung der NATO trägt Georgien „aktiv zu NATO-
geführten Operationen“ bei und arbeite „mit den Alliierten und anderen
Partnerländern auf vielen Gebieten“ zusammen (
http://tinyurl.com/k985xae). Zugleich
hat Georgien nach Angaben der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
enorme wirtschaftliche Probleme. Im Jahr 2011 verfügten 27 Prozent der
Haushalte in dem Land noch nicht einmal „über genügend Einkommen für
Nahrungsmittel“, heißt es in einem SWP-Papier (
http://tinyurl.com/m3t7mkr).
Zugleich verfügt das Land über einen massiven Militäretat, der einen überdurch-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/1552schnittlichen Anteil des Staatshaushaltes beanspruchte (
http://tinyurl.com/
5fzd3b).
1. Welche Hinweise hat die Bundesregierung darauf, dass sich der erwähnte
Appell des deutschen Botschafters an den Vorsitzenden der Partei
„Swoboda“ auf das Vorgehen dieser extrem rechten Gruppierung positiv
ausgewirkt hat?
Die Bundesregierung pflegt über ihre Auslandsvertretungen in der Ukraine
einen kontinuierlichen Dialog mit Vertretern eines breiten politischen
Spektrums. In ihren Gesprächen tritt die Bundesregierung extremistischen
Äußerungen und Tendenzen entgegen. Gleiches erwartet sie von der ukrainischen
Regierung. Extremistische Positionen haben nach Kenntnis der Bundesregierung in
der Arbeit der ukrainischen Regierung bislang keinen Niederschlag gefunden.
2. Welche Folgen haben die zitierten Belege politischer Gewaltbereitschaft
seitens der „Swoboda“ gegen Andersdenkende für die deutsche Ukraine-
Politik im Allgemeinen und die Haltung zur Partei „Swoboda“ im
Speziellen?
In ihren Gesprächen mit Vertretern aller politischen Kräfte in der Ukraine tritt
die Bundesregierung für die Achtung der Menschenwürde und den Schutz der
Menschenrechte ein. Gewalt als Mittel der innenpolitischen
Auseinandersetzung lehnt die Bundesregierung ab.
3. Über welche weiterführenden Informationen verfügt die Bundesregierung
in Bezug auf eine Veranstaltung der GIZ, an der laut dem genannten Bericht
des Nachrichtenmagazins „DER SPIEGEL“ Vertreter der Partei „Swoboda“
teilgenommen haben (bitte auch Namen der übrigen Teilnehmer auflisten)?
Abgeordnete der Partei „Swoboda“ nahmen an zwei Studienreisen zum
Deutschen Bundestag teil. Die Abgeordneten waren in ihrer Funktion als Mitglieder
des Haushalts- bzw. des Steuerausschusses des Deutschen Bundestages Teil der
Delegation. Die GIZ berät im Auftrag des BMZ im Projekt „Aufbau von
Verwaltungskapazitäten im Bereich öffentliche Finanzen“ u. a. Abgeordnete des
Haushalts- und des Steuerausschusses und führt sie an deutsche und europäische
Standards heran.
Studienreise nach Berlin vom 12. bis 15. Juni 2013, Parlamentsabgeordnete der
Ukraine, Mitglieder des Ausschusses für Steuer- und Zollpolitik:
KHOMUTYNNIK Vitaliy
Partei der Regionen
Vorsitzender des Ausschusses für Steuer- und Zollpolitik
PRODAN Oksana
Partei „UDAR“ (Schlag)
stellv. Ausschussvorsitzende für Steuer- und Zollpolitik
GORDIYENKO Sergiy
Kommunistische Partei der Ukraine
stellv. Ausschussvorsitzender für Steuer- und Zollpolitik
Drucksache 18/1552 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeVASCHUK Kateryna
Partei der Regionen
Vorsitzende des Unterausschusses zu Fragen der Besteuerung im Agrarbereich
SERGIYENKO Leonid
Partei „Batkiwschyna“ (Vaterland)
stellv. Ausschussvorsitzender für Steuer- und Zollpolitik
BLAVATSKYI Mykhailo
Partei „Swoboda“ (Freiheit)
Vorsitzender des Unterausschusses zu Fragen der Verbesserung des Steuerrechts
und der Aufsicht über die Steuerbehörden
GEREGA Oleksandr
Partei der Regionen
Vorsitzender des Unterausschusses für Fragen der Zolltarife, der
außertariflichen Regelung des Außenhandels, einschließlich der Fragen der
Antidumpinguntersuchungen
VOZNIUK Yurii
Partei „Batkiwschyna“ (Vaterland)
Vorsitzender des Unterausschusses zur Besteuerung der Einnahmen von
Rechtspersonen und zur Vereinheitlichung der Steuer- und Buchführung
HRUSHEVSKYI Vitalii
Partei der Regionen
Vorsitzender des Unterausschusses zu gesetzgeberischen Fragen der Arbeit von
Steuerbehörden
DOLZHENKOV Oleksandr
Partei der Regionen
Vorsitzender des Unterausschusses zu Fragen der Korporationssteuer
TSYRKIN Ihor
Partei der Regionen
Vorsitzender des Unterausschusses für Verbrauchssteuer,
Sondersteuerverfahren, u.a. im Zusammenhang mit Investitionen, sowie für Rechtsregelung des
Spiritus-, Alkohol- und Tabakmarktes
Begleitende Mitarbeiter der Abgeordneten
BOGUSLAVSKA Zoriana – Assistentin von MP Vozniuk
MAKSYMENKO Uiliia - Assistentin von MP Gerega
GIZ-Begleitung:
BOSAK Olha (Projektkoordinatorin)
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/1552PLASHKIN Igor (Dolmetscher)
Studienreise 24. bis 27. April 2013, Parlamentsabgeordnete der Ukraine,
Mitglieder des Haushaltsausschusses, nach Berlin, Deutscher Bundestag:
KALETNYK Oksana
1. stellv. Ausschussvorsitzende
Kommunistische Partei der Ukraine
DUBIL Valerii
stellv. Ausschussvorsitzender
Wahlallianz „Batkiwschyna“ (Vaterland)
SHKVARYLIUK Volodymyr
Sekretär des Ausschusses
Wahlallianz „Batkiwschyna“ (Vaterland)
MYKHALCHYSHYN Yurii
Leiter des Unterausschusses für die Bewertung der Gesetzesentwürfe auf ihren
Einfluss auf die Haushaltswerte und Entsprechung dem Haushaltsrecht hin
Partei „Swoboda“ (Freiheit)
PAVLOV Kostiantyn
Leiter des Unterausschusses für Kommunalhaushalte
Partei der Regionen
PUTILOV Andrii
Leiter des Unterausschusses für Staatsschuld und Haushaltsfinanzierung
Partei „UDAR“ (Schlag)
MARTOVYTSKYI Artur
Mitglied des Ausschusses
Partei der Regionen
4. An welchen weiteren Veranstaltungen der GIZ haben Vertreter der Partei
,,Swoboda“ und/oder anderer extrem rechter Kräfte teilgenommen (bitte
Veranstaltungen auflisten)?
Der GIZ sind keine weiteren Veranstaltungen bekannt, an denen Vertreter der
Partei „Swoboda“ oder Vertreter der anderen angefragten Kräfte teilgenommen
haben.
5. Zu welchen anderen Parteien und Organisationen in der Ukraine pflegt die
GIZ Kontakte?
Die GIZ pflegt keine parteipolitischen Kontakte. Kontakte zu Organisationen:
siehe Antwort zu Frage 13.
Drucksache 18/1552 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode6. Will die Bundesregierung eine Förderung von Vertretern der Partei ,,
Swoboda“ durch Gelder des BMZ und/oder der GIZ künftig verhindern?
Wenn ja, wie?
Das BMZ und auch die GIZ haben die Partei „Swoboda“ bisher nicht gefördert
und planen dies auch nicht für die Zukunft. Die parteipolitische Förderung ist
kein Bestandteil der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit.
Es ist nicht auszuschließen, dass zum Beispiel gewählte Volksvertreter der
Ukraine, die Mitglied der Partei „Swoboda“ sind, durch ihr Mandat in einem
Arbeitskontext mit der GIZ stehen (vgl. auch Antwort zu den Fragen 3 und 4).
7. Welche deutschen parteinahen Stiftungen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in der Ukraine aktiv, und inwieweit stehen Bundesregierung,
Bundesministerien und/oder die GIZ mit ihnen in Kontakt?
In der Ukraine sind aktuell alle sechs parteinahen Stiftungen aktiv: die Friedrich-
Ebert-Stiftung (FES), die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die Hanns-Seidel-
Stiftung (HSS), die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF), die
Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS)
(letztere vom Berliner Büro aus). Die Politischen Stiftungen sind Träger einer
eigenständigen, gesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, die im Einklang
mit den entwicklungspolitischen Grundlinien der Bundesregierung steht. Die
Umsetzung von Maßnahmen erfolgt im Rahmen zuwendungsrechtlicher
Verfahren und Maßgaben und schließt insoweit erforderliche Abstimmungen ein.
Es besteht ein unregelmäßiger Informationsaustausch zwischen der GIZ und
diesen Stiftungen. Bei thematischen Überschneidungen hat eine wechselseitige
Teilnahme an Veranstaltungen stattgefunden (z. B. mit der Heinrich-Böll-
Stiftung zu LGBT-Awareness zwecks HIV/AIDS-Prävention und
Tourismusförderung „Mit dem Fahrrad durch die Ukraine – START“).
8. An welche EZ/TZ-Ziele werden die um 20 Mio. Euro aufgestockten Gelder
des BMZ geknüpft?
Die drei Schwerpunkte in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
des BMZ mit der Ukraine sind: nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, HIV/
AIDS-Prävention und Energieeffizienz. Die erwähnten zusätzlichen Mittel
werden zum Ausbau und zur Ausweitung des bestehenden Portfolios in diesen
Bereichen genutzt.
a) Welche konkreten Maßnahmen werden derzeit in der Ukraine
durchgeführt?
Folgende laufende Vorhaben des Portfolios der Finanziellen und Technischen
Zusammenarbeit (FZ/TZ) werden durch die aufgestockten Mittel ausgeweitet/
intensiviert (derzeit noch in Vorbereitung):
● Aufbau von Verwaltungskapazitäten im Bereich Öffentliche Finanzen,
● Ukrainischer Sozial- und Investitionsfond – „USIF“,
● HIV/Aids-Beratung- und Institutionenförderung.
Des Weiteren besteht das derzeitige EZ-Portfolio aus folgenden laufenden
Vorhaben:
● Nachhaltige Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung,
● Kommunalentwicklung und Altstadtsanierung in Lviv,
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/1552● Reform der Verwaltung in der Ostukraine,
● Reform des ländlichen Finanzwesens,
● Beratung und Aufbau von Steuerungskapazitäten für die UEFA EURO 2012
Austragungsorte,
● Energieeffizienz in Kommunen,
● Studien- und Fachkräftefonds (SFF),
● Kommunales Klimaschutzprogramm Chernivtsi, Infrastruktur,
● Kommunales Klimaschutzprogramm Donetsk, IKLU, Infrastruktur,
● Förderung Schutzgebiete (Erhalt Biodiversität),
● EE-Refinanzierung KMU über den Finanzsektor (Deutsch-Ukrainischer
Fonds),
● Unterstützungsprogramm ukrainische Banken,
● European Fund for Southeast Europe (EFSE) – Ukrainefenster,
● Steigerung der Energieeffizienz im Übertragungsbereich (Modernisierung
von Umspannstationen),
● Programm Energieeffizienz/Erneuerbare Energien (IKLU)-EE/RE-
Programm.
b) Welche neuen Maßnahmen sind im Zuge der aktuellen politischen und
wirtschaftlichen Krise der Ukraine neu hinzugekommen?
Durch die aufgestockten Mittel werden folgende FZ- und TZ-Vorhaben das
Portfolio ergänzen (derzeit noch in Vorbereitung):
● Modernisierungspartnerschaft für Wirtschaftlichen Aufschwung,
● Modernisierungspartnerschaft für Energieeffizienz,
● Stipendienprogramm in Kooperation mit deutschen Unternehmen (über den
Ostausschuss der deutschen Wirtschaft).
9. Wen zählt die Bundesregierung zu diesen Reformkräften, und zu welchen
Organisationen, Institutionen hält das BMZ Kontakt (bitte auflisten)?
Zu den Reformkräften zählt die Bundesregierung diejenigen, die einen Beitrag
zur demokratischen Entwicklung in der Ukraine leisten und dabei Prinzipien
von Rechtsstaatlichkeit, Guter Regierungsführung, Meinungsfreiheit und
Menschenrechte beachten. Gegenwärtig zeichnet sich die ukrainische Regierung
dadurch aus, dass sie ein ambitioniertes Reformprogramm in Angriff genommen
hat, welches unter anderem Korruptionsbekämpfung, Dezentralisierung und
wirtschaftliche Stabilisierung zum Ziel hat. Zudem stärken z. B. kommunale
Verwaltungen, die wichtige Rolle der Kommunen bzw. der Regionen,
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) tragen mit ihrer Arbeit zu mehr
Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in der Bevölkerung bei.
Das BMZ hält direkten oder indirekten Kontakt zu den nachstehenden
Institutionen:
● Ministerium für Sozialpolitik der Ukraine,
● Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung und Handel der Ukraine,
● Gesundheitsministerium der Ukraine,
● Umweltministerium der Ukraine,
Drucksache 18/1552 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode● Finanzministerium der Ukraine,
● Ministerium für regionale Entwicklung, Bauen, Wohnen und kommunale
Versorgung der Ukraine,
● Ministerium für Jugend und Sport der Ukraine,
● Ministerium für Agrarpolitik und Lebensmittel der Ukraine,
● Ministerium für Infrastruktur der Ukraine,
● Ministerkabinett der Ukraine,
● Parlament der Ukraine,
● Nationale Kommission zur Regulierung der Finanzdienstleistungsmärkte
(NCRF),
● Oblast- und Stadtverwaltungen in den verschiedenen Regionen,
● Vereinigungen wie zum Beispiel dem Städtebund,
● Interessenverbände wie zum Beispiel dem Wirtschaftsverband oder aber
Industrie- und Handelskammer,
● Organisationen aus der Zivilgesellschaft (wie zum Beispiel Stiftungen,
NGOs etc.),
mit denen das BMZ oder die durch das BMZ beauftragten
Durchführungsorganisationen je nach Thematik in den einzelnen Vorhaben zusammenarbeiten
(siehe hierzu auch die Antwort zu Frage 13).
10. Mit welchen konkreten Maßnahmen will das BMZ diese „Reformkräfte“
in der Ukraine stärken?
Das Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit war und ist die
Unterstützung der Ukraine bei der EU-Annäherung durch Transformation und
wirtschaftliche Stabilisierung, bei der Erhöhung der Energie-Sicherheit für Europa und die
Ukraine und bei der Förderung des Klimaschutzes durch Förderung von
Energie-Effizienz und regenerativer Energien und damit die Reduzierung der
Energieabhängigkeit sowie die Unterstützung der Bevölkerung, der Zivilgesellschaft
und der kommunalen Verwaltung, um das Engagement und die Courage der
Bürger ausgewogen in den Regionen zu stärken.
Konkret bedeutet das die Unterstützung bei prioritären strukturellen Reformen,
z. B. im Bereich der öffentlichen Finanzen oder die Unterstützung der
Bevölkerung in der Fläche, durch Investitionen im Bereich der sozialen Infrastruktur.
Die Unterstützungen der ukrainischen Privatwirtschaft und im Bereich
Energieeffizienz zielen auf Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen
Unternehmen ab sowie auf die Vorbereitung zur Annäherung an die EU. Das
deutsche HIV/Aids-Präventionsengagement in der Ukraine beugt durch
Primärprävention einer weiteren Ausbreitung des Virus vor und stärkt den Schutz von
Minderheiten. Dabei legt die Bunderegierung stets großen Wert auf die
regionale Ausgewogenheit der Entwicklungszusammenarbeit und arbeitet nicht nur
mit der zentralstaatlichen Ebene, sondern vor allem auch mit Regionen und
Kommunen in allen Teilen des Landes zusammen.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/155211. Wer sind die Partner für das gemeinsam mit dem Ostausschuss der
deutschen Wirtschaft geplante Stipendienprogramm (DIE WELT, Artikel vom
2. März 2014/Ausgabe 9/Seite 7, online unter:
http://tinyurl.com/pbfd83n),
was sind die Ziele, und wie wird die Auswahl der Stipendiaten getroffen?
Das Programm befindet sich derzeit in Vorbereitung und daher sind die Partner
wie auch das Auswahlverfahren noch nicht abschließend festgelegt.
Ziel des Stipendienprogramms ist die Vermittlung von Praktikumsplätzen an
hochqualifizierte Studierende und junge Graduierte aus der gesamten Ukraine in
deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen. Gefördert wird
dabei neben der fachlichen Kompetenz der Stipendiaten (Praxiserfahrung,
Know-how-Transfer, Capacity building etc.) auch der internationale Austausch,
genauso wie der nationale Austausch unter den Stipendiaten aus den
verschieden Landesteilen der Ukraine.
12. Welche konkreten Maßnahmen sind im Zusammenhang mit dem Aufbau
einer „bürgernahen Verwaltung“ in der Region Lugansk durch das BMZ
geplant?
Die GIZ trägt im Auftrag des BMZ durch folgende Maßnahmen zu bürgernahen
Verwaltungen im Oblast Lugansk bei:
● Eröffnung von Bürgerbüros in folgenden Städten des Oblasts (teilweise noch
in der Umsetzung befindlich):
● Lugansk 11. November 2011,
● Stakhanov 5. September 2012,
● Rubizhne 5 September 2012,
● Sverdlovsk 17. Mai 2013,
● Severodonetsk 2. Januar 2014,
● Krasnodon 2014 (in Umsetzung),
● Lisichansk 2014 (in Umsetzung),
● Alchevsk 2014 (in Umsetzung).
Dabei werden folgende Verbesserungen des Dienstleistungsangebots umgesetzt:
● Alle Dienstleistungen werden fortan an einem Ort bereitgestellt („one-
stopshop“).
● Bereitgestellt werden: klare und verständliche Information für Bürger,
transparente Prozessbeschreibungen, Beratung und Schulungen der Angestellten
der Bürgerbüros (insgesamt mehr als 200 Personen), Verhinderung von
Korruption durch klare Gebührenordnungen und Zahlungen an Bankschaltern.
● Mit den Maßnahmen werden bisher 770 000 Bürger erreicht, monatlich
nutzen ca. 16 000 Menschen den verbesserten Service.
Das BMZ verfolgt die aktuellen Entwicklungen in der Region eng auch vor dem
Hintergrund ggf. erforderlich werdender Anpassungen bei den laufenden
Maßnahmen.
Drucksache 18/1552 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode13. Werden die BMZ-Maßnahmen in der Region Lugansk oder anderen
Regionen des Landes ausschließlich mit staatlichen Stellen umgesetzt, oder
sind zivilgesellschaftliche Organisationen Teil des Engagements?
Wenn ja, welche (bitte auflisten)?
Die GIZ setzt im Auftrag des BMZ Maßnahmen mit einer Vielzahl von Mittlern
und Partnern auf der Makro-, Meso- und Mikro-Ebene im ganzen Land um. Dies
beinhaltet staatliche Institutionen und Organisationen, zivilgesellschaftliche
Organisationen, Medien und die Privatwirtschaft bis hin zu Einzelpersonen.
Das von der GIZ im Auftrag des BMZ umgesetzte Projekt in Lugansk führte zur
Gründung der NGO „Agentur für regionale Entwicklung“ in Lugansk. Darüber
hinaus bestehen keine direkten Kontakte mit zivilgesellschaftlichen
Organisationen in der Region. Vielmehr erfolgt die Zusammenarbeit mit den
Stadtverwaltungen von acht Städten des Lugansk-Oblasts (Bürgermeister, ihre Vertreter,
Abteilungsleiter und für Erbringung administrativer Dienstleistungen
zuständige Angestellte). Kontakte mit Oblastverwaltung und Oblastrat sowie mit
Ausbildungsinstituten werden gepflegt.
Die Umsetzung von BMZ-Maßnahmen erfolgt unter Einbindung folgender
zivilgesellschaftlicher Organisationen (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
Agentur für nachhaltige Energieentwicklung des Verbandes „Energieeffiziente
Städte der Ukraine“,
Alliance of Credit Unions Deposit Guarantee Program,
All-ukrainischer Verband der Spar- und Kreditgenossenschaften,
Bayerisches Haus Odessa,
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD),
Deutsches Agrarzentrum in der Ukraine (DAZ),
European-Ukrainian Energy Agency (EUEA),
Goethe-Institut in der Ukraine,
Green Building Council,
Industrie- und Handelskammer (IHK) Lwiw,
Industrie- und Handelskammer Donezk (DCCI),
Institut für Wirtschaftsforschung und Politikberatung in Kiew,
Kommunalversorgungsbetriebe,
Nationale Akademie für den öffentlichen Dienst und ihre regionalen
Außenstellen,
Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew,
Nichtregierungsorganisation „Lebendige Hoffnung“ („Zhiwaja Nadezhda“),
Nichtregierungsorganisation „Tochka Opori“,
Odessa Development Programms Agency (ODPA),
Privatwirtschaft (z.B. Versorgungsunternehmen, Hafenbetreiber,
Busunternehmer, kleine und mittlere Baubetriebe, sonstige KMU usw.),
RobertBoschStiftung,
Schulen (mehr als 400 im ganzen Land),
Senioren Expertenservice Bonn (SES),
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/1552Stadtinstitut für Kommunalwirtschaft Lwiw gegründet von der Stadtverwaltung
Lwiw,
Steuerakademie,
Tourismusinformationszentrum der Stadt Donezk,
Ukrainian Social Investment Fund (USIF),
Ukrainischer Städtetag,
Universitäten und andere Fortbildungsinstitutionen z. B. Ukrainische Nationale
Technische Universität „KPI“ Kiewer Nationaluniversität für Bau und
Architektur Kiewer Technikum für Bau Architektur und Design,
Wiedergeburt (internationale Organisation),
Wirtschaftsprüferkammer,
Zentrale Finanzinstitution Vereinigte SKG,
Zentrum für Technologietransfer (ZTT) der Odessaer Nationalen
Polytechnischen Universität (ONPU).
14. Inwieweit wird die entwicklungspolitische Kooperation zwischen
Deutschland und der Ukraine durch den Umstand behindert, dass der
„Agrarminister“ der De-facto-Regierung in Kiew, Igor Schwajka, der
extrem rechten Partei „Swoboda“ angehört?
Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit der Bundesregierung und der
Ukraine bezieht sich zu einem geringen Anteil auf den Bereich der
Agrarwirtschaft. Die bilateralen Kooperationsprojekte im Agrarsektor werden bereits seit
Jahren erfolgreich durchgeführt. Sie dienen der notwendigen Unterstützung der
Entwicklung des ukrainischen Agrarsektors sowie der Förderung des
Bioenergiesektors und laufen ungeachtet der derzeitigen politischen Leitung des
Agrarministeriums fort.
15. Haben die GIZ, die Bundesregierung und/oder andere
Regierungsinstitutionen mit „Agrarminister“ Igor Schwajka bereits Gespräche geführt, und
wenn ja, mit welchem Inhalt?
Sind weitere konkrete Gespräche geplant, und wenn ja, mit welchem
Inhalt?
Im Rahmen einer Vorstellungsveranstaltung des ukrainischen
Agrarministeriums zur Neuorientierung der ukrainischen Agrarpolitik und zur bilateralen
Zusammenarbeit gab es eine Begegnung zwischen Botschafter Dr. Weil und
Agrarminister Igor Schwajka. An dieser Veranstaltung, die am 15. April 2014 in
der Diplomatischen Akademie der Ukraine abgehalten wurde und die sich an das
diplomatische Corps richtete, nahmen u. a. auch die Botschafter der Vereinigten
Staaten von Amerika, Frankreichs, der Niederlande und Norwegens teil.
Der GIZ sind keine Kontakte zum Landwirtschaftsminister, Igor Schwajka,
bekannt. Das von der GIZ im Auftrag des BMZ durchgeführte Projekt „Reform des
ländlichen Finanzwesens“ wird am 15. Mai 2014 seine Abschlusskonferenz
durchführen. Eingeladen sind u.a. Vertreter der Arbeitsebene des
Landwirtschaftsministeriums. Aus formalen Gründen wurde die Einladung an Minister
Igor Schwajka adressiert. Das Landwirtschaftsministerium ist kein offizieller
Partner des Projektes. Inhaltlich ist das Ministerium für den
kreditgenossenschaftlichen Sektor relevant.
Drucksache 18/1552 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDarüber hinaus gab es bisher keine Kontakte mit Minister Igor Schwajka.
Konkrete Gespräche sind derzeit nicht geplant.
16. Welche Unternehmen sind vor Ort vertreten, und wie bilanziert die
Bundesregierung in diesem Zusammenhang die seit dem Jahr 2006 laufende
Arbeit des „Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialogs“, der unter
anderem die Industrialisierung der ukrainischen Landwirtschaft
befördern (
http://tinyurl.com/kuclvyf) will?
Aufgabe des seit dem Jahr 2006 im Auftrag des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft durchgeführten Deutsch-Ukrainischen
Agrarpolitischen Dialogs (APD) ist es, die Ukraine in Übereinstimmung mit
marktwirtschaftlichen und ordnungspolitischen Grundsätzen bei der Entwicklung einer
nachhaltigen Landwirtschaft, einer effektiven Verarbeitungsindustrie und bei
der Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu beraten und zu
unterstützen. Zur Umsetzung seiner Ziele arbeitet der APD mit einer Vielzahl
von Kooperations- und Projektpartnern zusammen (
http://apd-ukraine.de/nashi-
partneri/). Der APD ist kein wirtschaftsgetragenes Kooperationsprojekt,
weshalb Aussagen über die Tätigkeit von Unternehmen in der Ukraine in diesem
Zusammenhang nicht getroffen werden können.
17. Inwieweit zielt nach Kenntnis der Bundesregierung die Arbeit des
Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialogs darauf ab, den Zugang
für ukrainische Agrarprodukte auf den deutschen und/oder EU-Markt zu
fördern und damit zu nachhaltigen Konsolidierung der ukrainischen
Landwirtschaft beizutragen?
Der Deutsch-Ukrainische Agrarpolitische Dialog (APD) leistet Hilfestellung bei
der Gestaltung und Umsetzung von Rechtsvorschriften und
Verwaltungsstrukturen, die den deutschen bzw. europäischen Vorgaben entsprechen. Ein
Schwerpunktthema des APD ist u. a. die Beratung über europäische Produkt-, Qualitäts-
und Sicherheitsstandards, die für die Implementierung eines wirkungsvollen
Verbraucherschutzes in der Ukraine sinnvoll und für den Zugang ukrainischer
Agrarprodukte zum deutschen bzw. EU-Markt erforderlich sind.
18. Inwieweit steht das derzeit verhandelte Assoziierungsabkommen
zwischen der EU und der Ukraine nach Kenntnis der Bundesregierung diesem
Marktzugang entgegen?
Der Agrarhandelsteil des Assoziierungsabkommens hat das Potential, die
Handelsbarrieren zwischen der Europäischen Union und der Ukraine deutlich zu
senken und damit neue Marktchancen zu eröffnen. Der EU-Markt für die Güter
der Ukraine ist von der EU bereits vorab einseitig geöffnet worden (ABl. L/
2014/118/1). Die EU hat damit für nahezu alle Tariflinien die Zölle abgeschafft;
für die übrigen Produkte wurden zollfreie Tarifquoten eröffnet. Nach einer
Studie des Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialogs im Auftrag des
Deutschen Bundestages (
http://apd-ukraine.de/wp-content/uploads/2013/11/
PolPap-01-2013-DCFTA_eng.pdf) wird die Ukraine in der Lage sein, etwa
20 Prozent mehr Agrarprodukte als bisher in die EU zu exportieren. Das
Abkommen steht daher dem Marktzugang der Ukraine nicht entgegen, sondern
kann diesen deutlich befördern.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/155219. Welche Konsultationen mit gesellschaftlich relevanten Organisationen,
vor allem Oppositionsparteien und Gewerkschaften, haben im Zuge des
hier beschriebenen Verfahrens in Georgien nach Kenntnis der
Bundesregierung stattgefunden, und ist damit nach ihrer Ansicht die
demokratische Teilhabe aller relevanten Gruppen garantiert?
Für die Östliche Partnerschaft (ÖP) der EU besitzt die aktive Beteiligung der
Zivilgesellschaft hohe Priorität. Von Seiten der Zivilgesellschaft wird diese
Beteiligung in den sechs ÖP-Partnerstaaten, in unterschiedlichem Ausmaß, vom
sogenannten Zivilgesellschaftsforum (Civil Society Forum) der ÖP koordiniert,
das regelmäßig an den Beratungs- und Entscheidungsprozessen innerhalb der
ÖP beteiligt ist. Die Beteiligung der Zivilgesellschaft ist aus Sicht der
Bundesregierung grundsätzlich eine zentrale Politikaufgabe für die Regierungen der
Partnerländer. Seitens der georgischen Regierung ist vor allem seit dem
Regierungswechsel im Herbst 2012 eine Zunahme des Dialogs mit der
Zivilgesellschaft zu erkennen. Dabei zeigt sich, dass Interesse an einer echten inhaltlichen
Beteiligung der Zivilgesellschaft an Reformvorhaben besteht.
Die EU unterstützt vor Ort in Georgien die zivilgesellschaftliche Beteiligung
ebenfalls. Die EU-Delegation, wie auch die Deutsche Botschaft, stehen in einem
kontinuierlichen Dialog mit einem breiten Spektrum an Vertretern von Parteien
und Zivilgesellschaft. Hierzu werden vor allem Aufenthalte von EU-
Verhandlungsdelegationen aus Brüssel genutzt. Im Mittelpunkt steht der Kontakt mit den
im Parlament vertretenen Parteien, aber auch einzelnen nicht-parlamentarischen
Kräften, sowie zu den führenden Gruppen in den Bereichen Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit, inklusive Menschen- und Minderheitenrechte. Darüber
hinaus finden Gespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden statt
sowie mit Meinungsforschungsinstituten und sog. Denkfabriken. Die EU-
Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in den Partnerländern wurde kontinuierlich
verstärkt.
20. Mit welchen Maßnahmen begleiten BMZ und GIZ diese Annäherung
Georgiens an die EU?
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Georgien orientiert sich eng an
den Themen der EU-Assoziierungsagenda. Die Zusammenarbeit erfolgt dabei
im Rahmen der Kaukasusinitiative der Bundesregierung in einem regionalen
Ansatz, der Georgien, Armenien und Aserbaidschan umfasst. Die gemeinsam
mit den Partnerländern entwickelten Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind
die Bereiche nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Energie und Umwelt sowie
Demokratie, Kommunalentwicklung, Rechtsstaat. Insbesondere im
Schwerpunkt „Demokratie, Kommunalentwicklung und Rechtsstaat“ unterstützen die
von der GIZ durchgeführten Programme „Kommunalentwicklung im
Südkaukasus“, „Management öffentlicher Finanzen im Südkaukasus“ und „Rechts-
und Justizreformberatung im Südkaukasus“ ihre georgischen Partner bei der
Durchführung von Reformen zur Erfüllung der im Assoziierungsabkommen und
im vertieften und umfassenden Freihandelsabkommen vorgesehenen
Verpflichtungen.
Das Programm zur Kommunalentwicklung im Südkaukasus berät die
georgische Regierung z. B. bei der Implementierung von Reformen zur Stärkung der
lokalen Selbstverwaltung. Ziel der Reformen ist eine Anwendung des
Subsidiaritätsprinzips auch in Georgien. Regionale und kommunale Demokratie sollen
gestärkt und die Leistungsfähigkeit der lokalen Verwaltungen und Kommunen
gesteigert werden. Im Rahmen des Programms „Management öffentlicher
Finanzen im Südkaukasus“ unterstützt die GIZ die georgische Regierung bei der
Einführung einer internen Finanzkontrolle nach internationalen und von der EU
anerkannten Standards in den einzelnen Ministerien und Behörden. Auch den
Drucksache 18/1552 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodegeorgischen Rechnungshof berät sie bei der Anpassung seiner Tätigkeit an
internationale Standards. Das Programm unterstützt die georgische Regierung ferner
bei der Anpassung des Zollgesetzes und des Zollverfahrens an die in der EU
geltenden Regelungen. Das Programm zur Rechts- und Justizreform im
Südkaukasus zielt auf eine Stärkung des Rechtsstaats und des Schutzes von
Menschenrechten in Georgien. Hierzu führt die GIZ u. a. Schulungen für
Richterinnen und Richter in der Anwendung von Gesetzen und Seminare für junge
Juristinnen und Juristen zu Themen aus dem Bereich Rechtsstaatlichkeit durch. In
Bezug auf die EU-Annäherung berät die GIZ die georgische Regierung ferner
bei der Ausarbeitung neuer und der Überarbeitung bestehender Gesetze zur
Angleichung des georgischen Rechts an den EU-Acquis. Besonderes Augenmerk
legt die GIZ dabei auf die Einbeziehung der georgischen Zivilgesellschaft. Die
Beratungen der GIZ beziehen sich derzeit insbesondere auf die Bereiche
Verbraucherschutz, Arbeitsrecht, Baurecht und Wettbewerbsrecht. Zudem
unterstützt das Programm den Beitritt Georgiens zu internationalen Abkommen in
den Bereichen Zivil- und Handelsrecht.
Auch das von der GIZ durchgeführte Programm „Privatwirtschaftsentwicklung
im Südkaukasus“ begleitet die Annäherung Georgiens an die EU. Schulungen
für Firmeninhaber und -Manager zur Einhaltung von EU-Standards sollen
insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) befähigen, vom
verbesserten Zugang zum europäischen Binnenmarkt im Zuge der EU-Annäherung zu
profitieren. In Kooperation mit dem Programm zur Rechts- und
Justizreformberatung unterstützt das Programm die georgische Regierung zudem bei der
Einführung einer neuen Wettbewerbsbehörde.
21. Inwieweit reagieren BMZ und GIZ auf den beschleunigten Abschluss der
genannten Abkommen?
Dem Wunsch Georgiens nach beschleunigtem Abschluss des
Assoziierungsabkommens mit der EU wurde vom Europäischen Rat am 20./21. März 2014
entsprochen. Die Unterzeichnung soll „bis spätestens Juni 2014“ erfolgen. Das
BMZ und die GIZ unterstützen Georgien in verschiedenen Bereichen mit Bezug
auf die Annäherung Georgiens an die EU und Angleichung an EU-Standards
(siehe auch Antwort zu Frage 20), unabhängig von der Terminierung der
Unterzeichnung der genannten Abkommen.
22. Inwieweit ist die sogenannte Kaukasus-Initiative, die im Zuge des
Teilbereichs „Demokratie, Kommunalentwicklung und Rechtsstaat“ auch auf
die innenpolitische Entwicklung der genannten Staaten Bezug nimmt, Teil
des politischen Dialogs mit der russischen Regierung?
Die Kaukasusinitiative der Bundesregierung soll die Zusammenarbeit zwischen
Armenien, Aserbaidschan und Georgien fördern sowie die wirtschaftliche,
soziale und politische Entwicklung der Region unterstützen und somit zum Abbau
von Konflikten beitragen. Die Situation im südlichen Kaukasus, insbesondere
die Notwendigkeit, bei der Lösung der Konflikte um Berg-Karabach
(Aserbaidschan) sowie Süd-Ossetien und Abchasien (Georgien) Fortschritte zu erzielen,
wird regelmäßig anlässlich von politischen Gesprächen mit der russischen Seite
erörtert.
23. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus der eingangs
erwähnten Einschätzung des georgischen Präsidenten Giorgi Margwelaschwili,
nach der Georgien sich ausschließlich der EU annähern sollte und demzu-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/1552folge diese Annäherung im Widerspruch zur Einbindung in den
postsowjetischen Raum stehe?
Die Bundesregierung weist kontinuierlich darauf hin, dass es jedem Land der
Östlichen Partnerschaft freisteht, über die Zukunft seiner außenpolitischen
Ausrichtung frei und ohne Einmischung von außen zu bestimmen. Die
Bundesregierung macht dabei auch deutlich – so etwa der Bundesminister des Auswärtigen,
Dr. Frank-Walter Steinmeier, bei seinem Besuch in Tiflis am 24. April 2014 –,
dass enge Bindungen zur Europäischen Union und gleichzeitig enge
Beziehungen zu Russland in keinem Widerspruch zueinander stehen.
24. Ist eine Ausweitung des Programms „Staat und Demokratie“ des Tiflis-
Büros der GIZ in Georgien geplant, das in drei Einzelprogramme zu
öffentlichen Finanzen, Kommunalentwicklung und Justizreformen unterteilt
ist, und, wenn ja, um welche Initiativen soll es erweitert werden?
Ein Programm mit diesem Namen gibt es nicht.
Unter dem BMZ-Schwerpunkt „Demokratie, Kommunalentwicklung und
Rechtsstaat“ laufen drei Vorhaben der GIZ: (1) Management öffentlicher
Finanzen, (2) Kommunalentwicklung und (3) Justizreformberatung. Im Rahmen der
üblichen inhaltlichen Weiterentwicklung bestehender Vorhaben ist bei (1) eine
Ausweitung auf die Beratung zu Programmhaushalten und zur steuerpolitischen
Ausrichtung im Einklang mit den Entwicklungsstrategien Georgiens und bei
(3) eine stärkere Kooperation mit der EU-Delegation und dem Europarat
beabsichtigt. Eine Erweiterung des Schwerpunktes darüber hinaus ist nicht
vorgesehen.
25. Um welche Strategien geht es bei der Beratung, die nach Darstellung
des GIZ-Programms „Kommunalentwicklung im Südkaukasus“ (http://
tinyurl.com/n5qjvqx) in drei georgische Regionen geleistet wird?
Es geht um die Regionalentwicklungsstrategien der drei Regionen Shida Kartli,
Kakheti und Samtskhe-Javakheti.
26. Um welche Organisationen der „Zivilgesellschaft“ handelt es sich, die laut
Eigenbeschreibung des GIZ-Programms „Staat und Demokratie“ beraten
wurden (bitte auflisten)?
Siehe Antwort zu Frage 24.
Das Vorhaben zur Justizreform arbeitet mit folgenden Organisationen der
„Zivilgesellschaft“ zusammen:
– Georgian Young Lawyers Association (GYLA),
– Artikel 42,
– Stiftung für Unterstützung der juristischen Ausbildung,
– Transparency International Georgien.
Das Vorhaben zur Kommunalentwicklung arbeitet mit folgenden
Organisationen der „Zivilgesellschaft“ zusammen:
– Samoqalaqo sazogadoebis kvlevisa da ganvitarebis centri,
– Satemo organizacia Nukriani,
– Elkana,
Drucksache 18/1552 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode– Akhalqalaqis biznes centri,
– Kavkasiis garemosdacviti organizacia (Dedoplistskaro, Sagaredjo),
– Kavshiri Nafareuli,
– Moqalaqeta sainiciativo jgufi Nadikvari,
– Kakhetis regionuli veterinaruli asociacia (Akhmeta, Qvemo Alvani),
– Kakhetis samoqalao liga,
– Satemo ganvitarebis centri,
– Fermerta profkavshiri fermerta asociacia,
– Tsitsernak.
Soweit weitere Organisationen unmittelbar durch die Gouverneure der
Regionen zu Veranstaltungen dieses Vorhabens eingeladen wurden, sind sie der GIZ
bzw. dem BMZ nicht namentlich bekannt.
27. Welche deutschen parteinahen Stiftungen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung in Georgien aktiv, und inwieweit koordinieren sie ihre Arbeit
mit Programmen des BMZ und der GIZ (Programme und Aktivitäten bitte
aufführen)?
In Georgien sind aktuell fünf der sechs politischen Stiftungen aktiv: Konrad-
Adenauer-Stiftung (KAS), Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Friedrich-Naumann-
Stiftung für die Freiheit (FNF), Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) und Rosa-
Luxemburg-Stiftung (RLS). Die Politischen Stiftungen sind Träger einer
eigenständigen, gesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, die im Einklang mit den
entwicklungspolitischen Grundlinien der Bundesregierung steht. Die
Umsetzung von Maßnahmen erfolgt im Rahmen zuwendungsrechtlicher Verfahren und
Maßgaben und schließt insoweit erforderliche Abstimmungen ein. Folgende
Aktivitäten werden aktuell durchgeführt:
Die Stiftungen koordinieren ihre Arbeit mit der GIZ zu den Themen:
Rechtsstaatsförderung (KAS), Arbeitsrecht (FES) sowie Gesetzgebung und
Juristenfortbildung (HBS). Daneben erfolgt eine allgemeine gegenseitige Information
des BMZ und/oder der GIZ zu relevanten Themen und den jeweils umgesetzten
Finanzmitteln.
Träger Projektbezeichnung
Friedrich-Naumann-
Stiftung für die
Freiheit
Förderung von Demokratie, Rechtsstaat, Pluralismus
und Marktwirtschaft in Südost- und Osteuropa,
Südkaukasus und Zentralasien - Nicht-EU-Staaten
Konrad-Adenauer-
Stiftung
Regionalprogramm Russische Föderation,
Weißrussland, Ukraine, Südkaukasus
Friedrich-Ebert-
Stiftung
Regionalprojekt: Gesellschaftspolitische Beratung in
Zentralasien und im Kaukasus (Alt: Titel 686 12 – PN:
1993 07 737)
Heinrich-Böll-
Stiftung
Regionalprogramm Südosteuropa/Osteuropa/Südlicher
Kaukasus
Rosa-Luxemburg-
Stiftung
Soziale Gerechtigkeit und regionale Integration in
Ländern des postsowjetischen Raums
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/155228. Inwieweit wird die Bundesregierung, vor allem über das BMZ und die
GIZ, auf die jüngste politische Entwicklung in der Ukraine reagieren und
ihre Regionalprogramme im osteuropäischen und kaukasischen Raum
anpassen bzw. sogar ausweiten?
Die Bundesregierung hat in Reaktion auf die politische und wirtschaftliche
Entwicklung in der Ukraine eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe Ukraine
eingesetzt, die sich über die Entwicklung in der Ukraine austauscht und bilaterale
Unterstützungsmaßnahmen der einzelnen Ministerien zusammenführt.
Bundesminister Müller hat zudem bereits angekündigt, 20 Mio. Euro für die Ukraine in
diesem Jahr zusätzlich bereit zu stellen. Bezüglich des konkreten zusätzlichen
BMZ-Engagements in der Ukraine siehe Antwort zu Frage 8.
29. Inwieweit ist die militärische Kooperation nach Kenntnis der
Bundesregierung Teil des Assoziierungsprozesses zwischen Tiflis und Brüssel?
Das Assoziierungsabkommen der Europäischen Union mit Georgien sieht u. a.
einen verstärkten politischen Dialog zur Förderung der schrittweisen
Annäherung in außen- und sicherheitspolitischen Fragen vor. Es enthält unter anderem
Bestimmungen zur Intensivierung des Dialogs im Bereich der Außen- und
Sicherheitspolitik, einschließlich der Gemeinsamen Sicherheits- und
Verteidigungspolitik (GSVP), die Förderung des Friedens und der internationalen
Gerichtsbarkeit durch Ratifizierung und Umsetzung des Römischen Statuts des
Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), gemeinsame Anstrengungen zur
Förderung der regionalen Stabilität, der Konfliktverhütung, Krisenbewältigung,
Bekämpfung des Terrorismus, Nichtverbreitung von
Massenvernichtungswaffen sowie Abrüstung und Rüstungskontrolle. Das Abkommen regelt keine
konkreten Maßnahmen in diesen Bereichen.
30. Welche Auswirkungen hat nach Ansicht der Bundesregierung diese
NATO-Kooperation Georgiens – vor allem im Zusammenhang mit der
EU-Annäherung – auf das Verhältnis der Beteiligten zu Russland?
Der Annäherungsprozess zwischen der NATO und Georgien erfolgt im Rahmen
der NATO-Georgien-Kommission, die in verschiedenen Gremien auf mehreren
Ebenen regelmäßig zusammentritt. Der sicherheitspolitische Dialog und die
praktische Zusammenarbeit zwischen der NATO und Georgien dienen in erster
Linie der Reform und Demokratisierung der georgischen Streitkräfte.
Die nach den Parlamentswahlen im Jahr 2012 gebildeten georgischen
Regierungen bemühen sich gleichzeitig um die Verbesserung der Beziehungen Georgiens
zu Russland. Diese Bemühungen sind unabhängig von der Zusammenarbeit in
der NATO-Georgien-Kommission zu sehen.
31. Sind die genannten militärischen Kooperationen Teil des EU-russischen
und/oder des deutsch-russischen Dialogs?
In den Gesprächen zwischen der EU oder Deutschland mit Russland wird die
gesamte Bandbreite der Themen gemeinsamen Interesses thematisiert, darunter
auch sicherheitspolitische Fragen. Deutschland hat dabei, wie die EU insgesamt,
stets die Gelegenheit genutzt, den russischen Gesprächspartnern darzulegen,
dass die Kooperation der EU mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft nicht
gegen russische Interessen gerichtet ist.
Drucksache 18/1552 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode32. Wirkt die Bundesregierung und vor allem das BMZ im Rahmen des
bilateralen Dialogs auf eine Umwidmung des Militäretats und/oder auf
stärkere sozialpolitische Maßnahmen hin, und, wenn ja, mit welchen
Ergebnissen?
Die Haushaltsmittelverwendung liegt in der souveränen Verantwortung Georgiens
und ist nicht Gegenstand unserer Zusammenarbeit, wenngleich Themen, die
entwicklungsrelevant sind im partnerschaftlichen Dialog nicht ausgespart werden.
Jeder der drei sich gegenseitig zudem verstärkenden Bereiche der Kaukasus-
Initiative (siehe auch Antwort zu Frage 20) bietet bedeutende und grundlegende
Beiträge zur Entwicklung Georgiens und seiner Nachbarstaaten.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]