Hafenneutralität des Bundes – Veräußerung der HHLA an die Deutsche Bahn AG
der Abgeordneten Horst Friedrich (Bayreuth), Hans-Michael Goldmann, Jan Mücke, Patrick Döring, Joachim Günther (Plauen), Jens Ackermann, Dr. Karl Addicks, Christian Ahrendt, Daniel Bahr (Münster), Uwe Barth, Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Mechthild Dyckmans, Jörg van Essen, Dr. Edmund Peter Geisen, Miriam Gruß, Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Elke Hoff, Dr. Werner Hoyer, Michael Kauch, Hellmut Königshaus, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Ina Lenke, Michael Link (Heilbronn), Patrick Meinhardt, Burkhardt Müller-Sönksen, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Jörg Rohde, Frank Schäffler, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Max Stadler, Dr. Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Florian Toncar, Christoph Waitz, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Freie und Hansestadt Hamburg sucht für die landeseigene Hamburger Hafen und Lagerhaus AG (HHLA) einen strategischen Investor, der bereit ist bis zu 49,9 Prozent der AG-Anteile zu übernehmen. Damit soll der erforderliche weitere Ausbau des Hamburger Hafens finanziert und der Logistikstandort gestärkt werden. Pressemeldungen zufolge gibt es eine große Anzahl von Interessenten, auch das bundeseigene Unternehmen Deutsche Bahn AG (DB AG) hat mehrfach Interesse an einem Einstieg bei der HHLA bekundet und die Bündelung der verschiedenen DB-Logistikstandorte in Hamburg in Aussicht gestellt.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen5
Sieht die Bundesregierung Risiken für die Hafenneutralität des Bundes, die durch eine mittelbare Beteiligung des Bundes durch die DB AG an einem deutschen Hafenbetreiber erwachsen, und wenn ja, welche?
Welche Auswirkungen auf andere deutsche Hafenbetreiber an Nord- und Ostsee oder die deutschen Binnenhäfen insbesondere an Rhein und Nebenflüssen sieht die Bundesregierung für den Fall einer Hafenbeteiligung der DB AG?
Hält die Bundesregierung es im Hinblick auf die ordnungspolitisch gebotene Neutralität des Bundes gegenüber allen deutschen Häfen für vertretbar, wenn die DB AG als bundeseigenes Unternehmen sich an der Privatisierung eines landeseigenen Hafenbetreibers beteiligt?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass für den Fall einer Beteiligung der DB AG an der HHLA der Vorstand der DB AG allein aus aktienrechtlichen Gründen gehalten wäre, Schienenwegeinvestitionen zugunsten eines Hafens vorzunehmen, an dem die DB AG selbst beteiligt ist?
Wie will die Bundesregierung sicherstellen, dass durch eine Beteiligung der DB AG an der HHLA die Hafenhinterlandanbindung der übrigen deutschen Häfen nicht benachteiligt wird?