[Deutscher Bundestag Drucksache 18/1724
18. Wahlperiode 11.06.2014Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Harald Petzold
(Havelland), weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/1520 –
Politisch motivierte Straftaten 2013
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière, hat am 29. April
2014 die Statistik zur Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr
2013 vorgestellt. Diese Statistik ist aus Sicht der Fragestellerinnen und
Fragesteller mehr ein Mittel der Politik als ein Abbild der tatsächlich von politisch
motivierten Täterinnen und Tätern ausgehenden Gefährdungslage.
Bestätigt sehen sich die Fragestellerinnen und Fragesteller darin durch eine
Meldung von „SPIEGEL ONLINE“ („Die Mär vom Anstieg der linken
Kriminalität“, 4. Mai 2014) sowie durch Angaben des niedersächsischen Ministers
für Inneres und Sport, Boris Pistorius, zur PMK-Statistik in Niedersachsen
(„Erhebung der PMK-Zahlen bei der Innenministerkonferenz diskutieren“,
www.cop2cop.de sowie Powerpoint-Präsentation des Ministeriums
(
www.mi.niedersachsen.de/download/86750).
Daraus ergibt sich, dass ein hoher Anteil des im Bereich PMK-links
verzeichneten Anstiegs auf Sachbeschädigungen und Verstöße gegen das
Versammlungsgesetz zurückgeht sowie im Zusammenhang mit Wahlen zu Landtagen
oder dem Deutschen Bundestag steht. Eine Beschädigung etwa von
Wahlplakaten der rechtsextremen NPD durch Antifaschistinnen und Antifaschisten
wird nicht als Ausdruck zivilgesellschaftlichen Engagements gegen die
Nazigefahr gewertet, sondern als politisch motivierte Straftat.
Gerade im Zusammenhang mit der Abwehr neofaschistischer Aufmärsche
kommt es bei antifaschistischen Gegendemonstrationen immer wieder zu
couragiertem Verhalten, wie etwa Sitzblockaden, die auch bei gewaltfreiem
Verlauf von der Polizei als Straftat gewertet werden. Dabei hat das
Bundesverfassungsgericht die pauschale Einstufung von Sitzblockaden als Straftaten
verworfen.
In Niedersachsen zeigt sich, dass die registrierte Zunahme der PMK-links-
Delikte um insgesamt 334 wesentlich auf die Wahlen zum Landtag, zum
Deutschen Bundestag und auf Proteste gegen den neofaschistischen
„Trauermarsch“ in Bad Nenndorf sowie den „Zukunftstag“ in Wolfsburg zurückgehen.
Bei diesen drei Anlässen wurden 355 Taten als „linksmotiviert“ verzeichnet. In Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 6. Juni 2014
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/1724 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeBad Nenndorf wurden 127 „Delikte“ als „links“ und sogar 536 „Delikte“ als
„sonstige“ PMK erfasst, weil sich auch das „bürgerliche Spektrum“ an den
Protesten beteiligt hatte. Laut niedersächsischem Innenministerium sind
90 Prozent der daraufhin eingeleiteten Strafverfahren eingestellt worden –
dennoch tauchen sie in der PMK-Statistik auf. Der Innenminister
Niedersachsens, Boris Pistorius, wird mit den Worten zitiert: „Plakativ gesprochen hätten
wir ohne die immensen Fallzahlen bei der Sitzblockade in Bad Nenndorf, die
fast alle eingestellt wurden, eine völlig andere Statistik mit knapp 20 Prozent
weniger Gesamtfallzahlen“.
Der Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière selbst hat bei der
Präsentation der Statistik darauf hingewiesen, dass neun Prozent der PMK-Taten
im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2013 stehen. Die
Fragestellerinnen und Fragesteller gehen zudem davon aus, dass die Proteste gegen
Naziaufmärsche in verschiedenen Großstädten ebenfalls für diese Zunahme
verantwortlich sind.
Die genannten Angaben widersprechen dem Sinn einer Statistik, die die
Gefährlichkeit politisch motivierter Delinquenz aufzeigen soll. Das sieht auch die
Gewerkschaft der Polizei so, die formuliert: „Gesamtgesellschaftliches
Engagement ist nicht automatisch der Statistik der PMK zuzuordnen“, sonst werde
die Verfolgung tatsächlicher staatsgefährdender Delikte vielmehr erschwert
(„GdP unterstützt Innenminister-Forderung nach Überarbeitung der PMK-
Kriterien“,
www.gdp.de vom 28. April 2014).
Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius hat angekündigt, sich bei
der Frühjahrs-IMK für eine Überarbeitung der Kriterien einzusetzen. Vom
Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière gab es bei der Präsentation
der Zahlen keine entsprechende Ankündigung.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung verwahrt sich gegen den Vorwurf, die Erfassung und
Darstellung politisch motivierter Kriminalität sei „mehr ein Mittel der Politik … als
ein Abbild der tatsächlichen Gefährdungslage“. Die Erfassung diesbezüglicher
Straftaten im Kriminalpolizeilichen Meldedienst (KPMD-PMK) erfolgt
objektiv nach verwirklichten Straftatbeständen.
Die Fragesteller implizieren hierbei, auch gewaltfreie Protestformen würden
von den Polizeibehörden pauschal als Straftaten gewertet. Dies trifft nicht zu.
Nicht jede sog. Sitzblockade wird als PMK-Straftat bewertet. Es sind nur die
Ereignisse als PMK-Straftat zu melden, bei deren Begehung der Tatbestand der
Nötigung gemäß § 40 des Strafgesetzbuchs (StGB) oder ein strafbarer Verstoß
gegen das Versammlungsgesetz verwirklich wird und zusätzlich eine politische
Motivation vorliegt.
Die Möglichkeit, Demonstrationen durchzuführen und für eine politische
Grundhaltung zu werben gehört zu den zu schützenden Grundwerten unserer
Demokratie. Dieses Recht hat jedoch dort seine Grenzen, wo Strafgesetze
verletzt werden.
Da die Statistik die jeweils verwirklichten Straftatbestände ausweist und
andererseits zwischen Gewaltdelikten und sonstigen Straftaten unterscheidet, ist aus
Sicht der Bundesregierung auch der Vorwurf unberechtigt, es erfolge eine nach
Schwere der Taten nicht differenzierende Erfassung.
Zur Einstufung von Straftaten als politisch motiviert wird auf die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. „Politisch
motivierte Kriminalität“ vom 7. Juni 2010 verwiesen (siehe auch
Bundestagsdrucksache 17/1928, Antwort zu Frage 1).
Ferner wird darauf hingewiesen, dass entsprechend der PMK-
Erfassungsgrundsätze bei Verwirklichung mehrerer Deliktsarten unterschiedlicher Deliktsquali-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/1724tät durch eine Tathandlung derjenige Straftatbestand angeführt wird, der die
höchste Deliktsqualität aufweist.
1. Ist sich die Bundesregierung der Problematik bewusst, dass eine bloße
Aneinanderreihung bzw. Gegenüberstellung von Straftatbeständen der
verschiedenen PMK-Bereiche wenig aussagekräftig ist, um die Gefährlichkeit
dieser Bereiche auszudrücken, und welche Schlussfolgerungen zieht sie
daraus?
Der Kriminalpolizeiliche Meldedienst – Politisch motivierte Kriminalität
(KPMD-PMK) ist ein polizeiliches Arbeitsmittel, welches der Beschreibung
politisch motivierter Kriminalität, der jeweiligen Zielrichtung bzw. Motivlage
und der Umstände der Tat dient. Insbesondere werden hier die unter
Gefährdungsaspekten relevanten Gewalttaten gesondert ausgewiesen.
Mit Hilfe des KPMD-PMK wird eine statistische Datenbasis geschaffen, auf
deren Grundlage Lagebilder u. a. zur Sicherheitslage und zur Beratung der Politik
und Information der Öffentlichkeit erstellt werden. Dies ist die notwendige
Voraussetzung für die Schaffung wirkungsvoller Maßnahmen zur Bekämpfung
aller Formen politischer Kriminalität und von Extremismus. Im Übrigen wird
auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
2. Wie viele der unter PMK-links sowie unter PMK-sonstige erfassten
Straftaten stehen nach Kenntnis der Bundesregierung im Zusammenhang mit
Protesten gegen rechtsextreme Aufmärsche (bitte möglichst nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
Sofern die Bundesregierung darüber keine (vollständige) Kenntnis hat, ist
sie bereit, bei den Ländern eine solche Aufschlüsselung zu erbitten und sie
dem Deutschen Bundestag zugänglich zu machen oder sich im Rahmen der
Innenministerkonferenz für eine Modifikation der Erfassung einzusetzen,
um eine solche Aufschlüsselung zu ermöglichen?
Im Rahmen des KPMD-PMK werden Proteste gegen rechtsmotivierte
Aufmärsche nicht anhand von systematisch abfragbaren Kategorien erfasst.
Nachfolgend werden jedoch die im Zusammenhang mit Demonstrationen begangenen
und dem Unterthema „gegen rechts“ zugeordneten Straftaten dargestellt:
Drucksache 18/1724 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeIm Übrigen wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
3. Werden Sitzblockaden gegen Naziaufmärsche nach Kenntnis der
Bundesregierung generell als PMK-Straftaten registriert, und wenn ja,
a) wie ist dies mit dem einschlägigen Urteil des
Bundesverfassungsgerichts vom 10. Januar 1995 zu vereinbaren, demzufolge Sitzblockaden
nicht per se Straftaten darstellen,
b) wie ist dies damit zu vereinbaren, dass Blockaden von Naziaufmärschen
von deutschen Gerichten nicht einheitlich als versammlungsrechtliche
Straftaten, sondern auch als Wahrnehmung der Versammlungsfreiheit
bewertet werden,
c) welchen Sinn macht ein solches Herangehen, wenn, wie in
Niedersachsen, 90 Prozent der daraufhin eingeleiteten Verfahren wieder eingestellt
werden?
Nicht jede sog. Sitzblockade wird als PMK-Straftat bewertet. Es sind nur die
Ereignisse als PMK-Straftat zu melden, bei deren Begehung der Tatbestand der
Nötigung gemäß § 240 StGB oder ein strafbarer Verstoß gegen das
Versammlungsgesetz verwirklich wird und zusätzlich eine politische Motivation vorliegt.
Die Bewertung im konkreten Einzelfall obliegt den jeweils zuständigen
Polizeibehörden.
2013 PMK - links PMK - sonstige
- davon
Gewalttaten
- davon
Gewalttaten
BB 44 11 1 0
BE 213 90 2 0
BW 202 91 0 0
BY 124 35 27 0
HB 25 14 0 0
HE 32 5 2 1
HH 12 4 0 0
MV 5 0 0 0
NI 196 50 520 3
NW 208 86 6 1
RP 21 5 0 0
SH 5 0 0 0
SL 1 1 1 0
SN 160 80 1 0
ST 56 9 0 0
TH 20 6 0 0
ges. 1324 487 560 5
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/1724Darüber hinaus kann eine nicht auszuschließende Verfahrenseinstellung durch
Justizbehörden kein Entscheidungskriterium bei der Durchführung polizeilicher
Maßnahmen, wie z. B. die Aufnahme von Ermittlungen sein, zumal es sich bei
der Statistik zur PMK um eine Eingangsstatistik handelt, bei der die Straftaten
bereits mit Aufnahme der polizeilichen Ermittlungen und damit bereits beim
ersten Anfangsverdacht erfasst werden (siehe hierzu auch Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. „Politisch
motivierte Kriminalität“ vom 7. Juni 2010, Bundestagsdrucksache 17/1928).
4. Wie viele der verzeichneten Straftaten im Zusammenhang mit Wahlen zu
einem Landtag oder zum Deutschen Bundestag wurden jeweils welchem
PMK-Bereich zugeordnet?
Wie viele Sachbeschädigungen an Wahlplakaten wurden jeweils welchem
PMK-Bereich zugeordnet?
Straftaten im Sinne der Fragestellung werden im Oberthema „Innen- und
Sicherheitspolitik“, Unterthema (UT) „Bundestagswahl“ bzw. „Landtagswahlen“
erfasst. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Rahmen der mehrdimensionalen
Betrachtung eine Tat praktisch mehrere Themenbereiche betreffen kann und
somit den verschiedenen zutreffenden Themenfeldern zugeordnet wird.
Somit ist eine Addition der einzelnen Fallzahlen nicht möglich. Aus diesem
Grund werden die im Zusammenhang mit der Bundestags- bzw. den
Landtagswahlen erfassten Taten gesondert dargestellt.
Ferner werden die jeweils in Angriff genommenen Sachen anhand von
systematisch abfragbaren Kategorien nicht erfasst, insofern ist eine automatisierte
Aufschlüsselung der Sachbeschädigungen nicht möglich.
Nachfolgend werden somit sämtliche im Zusammenhang mit der
Bundestagsbzw. den Landtagswahlen registrierten Sachbeschädigungen aufgeführt, hier
sind sowohl die Sachbeschädigungen zum Nachteil von Wahlplakaten als auch
die darüber hinausgehenden Sachbeschädigungen enthalten.
Im Zusammenhang mit der Bundestagswahl wurden im Jahr 2013 insgesamt
2 824, im Zusammenhang mit Landtagswahlen insgesamt 581 Straftaten
registriert:
UT Bundestagswahlen UT Landtagswahlen
PMK - links 801 211
- davon Sachbeschädigungen 355 101
PMK - rechts 490 76
- davon Sachbeschädigungen 197 24
PMK - Ausländer 10 5
- davon Sachbeschädigungen 3 3
PMK - sonstige 1.523 289
- davon Sachbeschädigungen 1.128 183
Drucksache 18/1724 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode5. Wie viele Tatverdächtige gab es in den jeweiligen PMK-Deliktbereichen im
Jahr 2013 (bitte nach einfachen Straftaten und Gewalttaten aufgliedern)?
Im Jahr 2013 wurden insgesamt 19 607 Tatverdächtige im Bereich der gesamten
PMK ermittelt, hiervon entfielen 2 748 Tatverdächtige auf Gewalttaten:
6. Wird die PMK-Statistik auch im Rahmen des Gemeinsamen Extremismus-
und Terrorismusabwehrzentrums (GETZ) erörtert, und wenn ja,
a) inwiefern befasst sich das GETZ auch mit der „sonstigen“ PMK,
b) welche Schlussfolgerungen zieht das GETZ und welche
Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung hieraus?
Im Gemeinsamen Terrorismus- und Abwehrzentrum (GETZ) werden relevante
Einzelfälle erörtert, Fragen der statistischen Erfassung werden in den dafür
zuständigen Gremien thematisiert.
7. Wie erklärt die Bundesregierung, dass im Bereich der PMK-links zwar laut
Statistik mehr Körperverletzungsdelikte begangen wurden als im Bereich
PMK-rechts, aber dennoch mehr Opfer durch rechts- als durch
linksmotivierte Gewalt verletzt wurden?
Im Jahr 2013 wurden 816 Personen durch rechtsmotivierte und 798 Personen
durch linksmotivierte Gewalttaten verletzt. Die Bundesregierung sieht darin
keinen Anlass, eine der beiden Formen politisch motivierter Gewalt zu relativieren.
8. Wie viele Straf- sowie Gewalttaten, die nicht gegen Polizeibeamte und
politische Kontrahenten gerichtet waren, wurden in den unterschiedlichen
PMK-Bereichen im Jahr 2013 jeweils verzeichnet?
Im KPMD-PMK können durch Mehrfachnennung von Themenfeldern die
Motivlagen bzw. die Umstände einer politisch motivierten Straftat weitestgehend
genau beschrieben werden. So wie von der Addition der Themenfelder nicht auf
die Summe der Straftaten geschlossen werden kann, widerspricht es der
Systematik, durch Ausschluss bestimmter Themenfelder auf eine Differenz von
Straftaten zu schließen.
Vor dem Hintergrund der Mehrfachnennungen von Themenfeldern kann daher
keine Aussage im Sinne der Fragestellung getroffen werden.
Tatverdächtige 2013 PMK-ges. - davon Gewalttaten
PMK - links 5082 1369
PMK - rechts 10242 1080
PMK - Ausländer 816 155
PMK - sonstige 3467 144
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/17249. Wie gliedern sich die PMK-Delikte des Jahres 2013 pro Monat auf?
Die PMK-Delikte gliedern sich nach Monaten wie folgt auf:
Januar 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 1 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 1 0 0
Körperverletzungen 46 51 4 6
Brandstiftungen 1 8 1 1
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 0 20 3 2
Gef. Eingriff* 0 2 0 1
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 1 1 0 0
Erpressung 0 0 1 0
Widerstandsdelikte 3 13 0 0
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 51 96 9 10
Drucksache 18/1724 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeJanuar 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Sachbeschädigungen 74 283 6 102
Nötigung/Bedrohung 18 5 3 5
Propagandadelikte 791 5 2 94
Verbreiten von Propag. 5 0 0 3
Verwenden von Kennz. 786 5 2 91
Störung Totenruhe 0 0 0 0
Volksverhetzung 152 0 4 2
Verst gg VersG 1 37 7 8
Verst gg WaffG 2 7 0 0
Andere Straftaten 69 56 34 67
Gesamtsumme 1158 489 65 288
Februar 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 0 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 0 0 0
Körperverletzungen 44 93 8 7
Brandstiftungen 1 9 0 2
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 3 37 0 0
Gef. Eingriff* 0 9 0 0
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 0 2 1 0
Erpressung 0 1 0 0
Widerstandsdelikte 4 12 0 3
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 52 163 9 12
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/1724Februar 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Sachbeschädigungen 81 263 8 28
Nötigung/Bedrohung 15 7 7 5
Propagandadelikte 917 6 1 99
Verbreiten von Propag. 1 0 0 1
Verwenden von Kennz. 916 6 1 98
Störung Totenruhe 0 0 0 0
Volksverhetzung 129 0 2 2
Verst gg VersG 3 61 3 5
Verst gg WaffG 1 0 0 0
Andere Straftaten 81 67 21 36
Gesamtsumme 1279 567 51 187
März 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 1 0 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 1 0 0 0
Körperverletzungen 56 41 11 12
Brandstiftungen 0 10 0 2
Sprengstoffdelikte 0 0 0 2
Landfriedensbruch 1 9 1 1
Gef. Eingriff* 1 1 0 1
Freiheitsberaubung 0 1 0 0
Raub 1 2 1 0
Erpressung 0 0 0 0
Widerstandsdelikte 6 28 1 3
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 66 92 14 21
Drucksache 18/1724 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMärz 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Sachbeschädigungen 117 262 6 39
Nötigung/Bedrohung 12 21 7 6
Propagandadelikte 974 7 0 102
Verbreiten von Propag. 4 0 0 1
Verwenden von Kennz. 970 7 0 101
Störung Totenruhe 1 0 0 0
Volksverhetzung 138 2 3 4
Verst gg VersG 8 115 4 11
Verst gg WaffG 0 2 1 1
Andere Straftaten 104 110 69 72
Gesamtsumme 1420 611 104 256
April 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 0 0 1
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 0 0 1
Körperverletzungen 62 43 4 4
Brandstiftungen 0 6 0 3
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 1 10 0 0
Gef. Eingriff* 0 2 0 0
Freiheitsberaubung 0 1 0 0
Raub 0 4 0 0
Erpressung 0 1 0 0
Widerstandsdelikte 3 64 0 0
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 66 131 4 8
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/1724April 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Sachbeschädigungen 106 353 9 36
Nötigung/Bedrohung 15 15 4 7
Propagandadelikte 1078 5 2 91
Verbreiten von Propag. 2 0 0 0
Verwenden von Kennz. 1076 5 2 91
Störung Totenruhe 1 0 0 0
Volksverhetzung 163 1 2 5
Verst gg VersG 2 75 2 8
Verst gg WaffG 4 1 1 0
Andere Straftaten 125 81 24 83
Gesamtsumme 1560 662 48 238
Drucksache 18/1724 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMai 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 1 0 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 1 0 0 0
Körperverletzungen 101 142 9 11
Brandstiftungen 0 15 1 0
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 2 39 0 0
Gef. Eingriff* 0 4 0 1
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 1 7 0 0
Erpressung 0 1 1 0
Widerstandsdelikte 7 31 0 0
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 112 239 11 12
Sachbeschädigungen 93 378 12 43
Nötigung/Bedrohung 14 16 9 10
Propagandadelikte 1134 12 0 122
Verbreiten von Propag. 4 0 0 0
Verwenden von Kennz. 1130 12 0 122
Störung Totenruhe 3 1 0 0
Volksverhetzung 175 2 3 4
Verst gg VersG 15 178 8 5
Verst gg WaffG 2 1 1 1
Andere Straftaten 106 119 29 71
Gesamtsumme 1654 946 73 268
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/1724Juni 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 1 1 2
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 1 1 2
Körperverletzungen 71 55 22 14
Brandstiftungen 0 9 0 3
Sprengstoffdelikte 1 0 1 0
Landfriedensbruch 1 17 1 2
Gef. Eingriff* 0 0 0 0
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 0 1 1 0
Erpressung 0 0 0 0
Widerstandsdelikte 5 30 0 6
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 78 113 26 27
Sachbeschädigungen 66 259 12 37
Nötigung/Bedrohung 14 16 4 16
Propagandadelikte 938 7 3 129
Verbreiten von Propag. 3 0 0 1
Verwenden von Kennz. 935 7 3 128
Störung Totenruhe 1 0 0 0
Volksverhetzung 155 0 3 2
Verst gg VersG 19 1010 13 18
Verst gg WaffG 1 4 0 0
Andere Straftaten 108 77 33 57
Gesamtsumme 1380 1486 94 286
Drucksache 18/1724 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeJuli 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 1 0 1 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 1 0 1 0
Körperverletzungen 55 32 8 14
Brandstiftungen 0 6 0 2
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 0 7 5 0
Gef. Eingriff* 1 6 0 2
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 1 3 0 1
Erpressung 0 0 0 0
Widerstandsdelikte 4 14 0 1
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 62 68 14 20
Sachbeschädigungen 86 243 4 53
Nötigung/Bedrohung 18 7 6 8
Propagandadelikte 1123 3 3 118
Verbreiten von Propag. 6 0 0 1
Verwenden von Kennz. 1117 3 3 117
Störung Totenruhe 0 0 0 0
Volksverhetzung 161 2 4 5
Verst gg VersG 6 41 4 9
Verst gg WaffG 2 0 0 0
Andere Straftaten 114 87 33 79
Gesamtsumme 1572 451 68 292
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/1724August 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 0 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 0 0 0
Körperverletzungen 92 112 18 10
Brandstiftungen 3 6 0 2
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 2 32 0 0
Gef. Eingriff* 0 4 0 1
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 0 1 0 0
Erpressung 0 0 0 0
Widerstandsdelikte 5 54 17 3
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 102 209 35 16
Sachbeschädigungen 184 426 9 572
Nötigung/Bedrohung 27 24 5 13
Propagandadelikte 1148 13 1 136
Verbreiten von Propag. 5 0 0 0
Verwenden von Kennz. 1143 13 1 136
Störung Totenruhe 3 0 0 2
Volksverhetzung 234 1 4 4
Verst gg VersG 18 169 6 537
Verst gg WaffG 3 0 0 0
Andere Straftaten 182 223 55 251
Gesamtsumme 1901 1065 115 1531
Drucksache 18/1724 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeSeptember 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 1 0 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 1 0 0 0
Körperverletzungen 69 83 9 14
Brandstiftungen 2 6 0 2
Sprengstoffdelikte 0 0 0 0
Landfriedensbruch 1 11 0 0
Gef. Eingriff* 1 1 0 3
Freiheitsberaubung 1 0 0 0
Raub 1 2 0 0
Erpressung 1 0 0 0
Widerstandsdelikte 11 38 13 1
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 88 141 22 20
Sachbeschädigungen 169 393 5 662
Nötigung/Bedrohung 15 28 6 11
Propagandadelikte 1043 13 2 121
Verbreiten von Propag. 4 0 0 0
Verwenden von Kennz. 1039 13 2 121
Störung Totenruhe 3 0 0 1
Volksverhetzung 133 1 1 4
Verst gg VersG 19 53 17 9
Verst gg WaffG 0 1 0 0
Andere Straftaten 146 158 54 215
Gesamtsumme 1616 788 107 1043
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/1724Oktober 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 0 0 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 0 0 0
Körperverletzungen 47 66 8 7
Brandstiftungen 1 6 0 3
Sprengstoffdelikte 1 0 0 0
Landfriedensbruch 1 27 1 0
Gef. Eingriff* 0 7 0 1
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 2 3 0 0
Erpressung 1 0 1 0
Widerstandsdelikte 5 17 0 1
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 58 126 10 12
Sachbeschädigungen 77 258 2 33
Nötigung/Bedrohung 6 6 5 5
Propagandadelikte 957 3 2 114
Verbreiten von Propag. 6 0 0 0
Verwenden von Kennz. 951 3 2 114
Störung Totenruhe 2 0 0 1
Volksverhetzung 120 0 1 2
Verst gg VersG 7 97 3 14
Verst gg WaffG 0 0 0 0
Andere Straftaten 97 71 22 71
Gesamtsumme 1324 561 45 252
Drucksache 18/1724 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeNovember 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 0 1 0
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 0 1 0
Körperverletzungen 45 45 6 7
Brandstiftungen 1 5 0 1
Sprengstoffdelikte 0 1 0 0
Landfriedensbruch 1 18 1 3
Gef. Eingriff* 0 0 0 0
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 0 1 0 1
Erpressung 1 0 1 0
Widerstandsdelikte 1 19 0 1
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 49 89 9 13
Sachbeschädigungen 64 223 5 33
Nötigung/Bedrohung 11 7 2 15
Propagandadelikte 891 7 3 108
Verbreiten von Propag. 7 0 0 1
Verwenden von Kennz. 884 7 3 107
Störung Totenruhe 3 1 0 0
Volksverhetzung 128 1 2 1
Verst gg VersG 11 62 2 6
Verst gg WaffG 2 0 0 0
Andere Straftaten 57 69 53 35
Gesamtsumme 1216 459 76 211
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 19 – Drucksache 18/1724* gefährlicher Eingriff in den Bahn-, Luft-, Schiffs- und Straßenverkehr
Dezember 2013 PMK - rechts PMK - links
PMK -
Ausländer
PMK - sonstige
Tötungsdelikte 0 2 0 1
Tötungsdelikte vollendet 0 0 0 0
Tötungsdelikte Versuch 0 2 0 1
Körperverletzungen 42 114 3 6
Brandstiftungen 3 8 0 5
Sprengstoffdelikte 0 1 0 1
Landfriedensbruch 0 49 0 0
Gef. Eingriff* 0 9 0 0
Freiheitsberaubung 0 0 0 0
Raub 0 0 1 0
Erpressung 0 1 0 0
Widerstandsdelikte 8 8 0 1
Sexualdelikte 0 0 0 0
Summe Gewaltdelikte 53 192 4 14
Sachbeschädigungen 54 319 9 40
Nötigung/Bedrohung 7 5 0 5
Propagandadelikte 686 2 2 87
Verbreiten von Propag. 4 0 0 0
Verwenden von Kennz. 682 2 2 87
Störung Totenruhe 2 0 0 0
Volksverhetzung 82 2 1 0
Verst gg VersG 3 26 0 9
Verst gg WaffG 0 0 0 0
Andere Straftaten 75 42 12 49
Gesamtsumme 962 588 28 204
Drucksache 18/1724 – 20 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode10. Wie erklärt sich die Bundesregierung den deutlichen Anstieg der
Straftaten „PMK-sonstige“ um 82 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012 auf
nunmehr 5 056?
Der deutliche Fallzahlenanstieg im Bereich PMK-sonstige ist hauptsächlich auf
Straftaten im Zusammenhang mit Wahlen im Jahr 2013 zurückzuführen. Im
Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 4 verwiesen.
a) Wie lassen sich diese Straftaten nach politischen Motivationslagen
weiter aufgliedern?
Im KPMD-PMK werden die Motivlagen der Tatbegehung durch die
Themenfelder abgebildet, denen die Straftaten zugeordnet werden. Somit werden
nachfolgend sämtliche im Jahr 2013 bundesweit im Phänomenbereich PMK-sonstige
zugeordneten Oberthemen aufgeführt, die mindestens eine Nennung hatten.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Rahmen der mehrdimensionalen
Betrachtung eine Tat praktisch mehrere Themenbereiche betreffen kann und somit
den verschiedenen zutreffenden Themenfeldern zugeordnet wird. Somit ist eine
Addition der einzelnen Fallzahlen nicht möglich.
Anarchismus 5
Antifaschismus 651
Antiimperialismus 28
Antirassismus 5
Ausländer-/Asylproblematik 34
Befreiungsbewegungen/Internationale Solidarität 4
Hasskriminalität 265
Herausragende Veranstaltungen 2
Innen- und Sicherheitspolitik 2.037
Islamismus/Fundamentalismus 2
Kernenergie 5
Konfrontation/Politische Einstellung 2.466
Krisenherde/Bürgerkriege 8
Menschenrechte 23
Militär 8
Nationalsozialismus/Sozialdarwinismus 53
Politischer Kalender 13
Sozialpolitik 76
Spionage 2
Ökologie/Industrie/Wirtschaft 256
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/1724b) Werden auch Straftaten im Zusammenhang mit Protestaktionen der
Flüchtlingsbewegung (seitens Flüchtlingen oder Sympathisanten) der
„PMK-sonstige“ zugeordnet, oder erfolgt erfahrungsgemäß keine
Zuordnung oder eine zu anderen Phänomenbereichen, und wenn ja,
zu welchen?
c) In welchem Maße ereigneten sich diese Straftaten im Zusammenhang
mit Schul- und Studierendenprotesten, wie Schulstreiks?
Im KPMD-PMK gibt es keine pauschale bzw. grundsätzliche Zuordnung von
Straftaten zu bestimmten Phänomenbereichen. Die jeweilige Zuordnung erfolgt
grundsätzlich nach der Bewertung des Einzelfalles. Somit kann keine
allgemeingültige Feststellung getroffen werden, zu welchem Phänomenbereich Straftaten
im Sinne der Fragestellung zugeordnet werden. Zur Zuordnung von Straftaten
zu den einzelnen Phänomenbereichen wird auf die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. „Politisch motivierte
Kriminalität“ (Bundestagsdrucksache 17/1928 vom 7. Juni 2010, Antwort zu
Frage 1) verwiesen.
Über einen Zusammenhang von Straftaten zwischen Protestaktionen der
Flüchtlingsbewegung und Protesten von Schülern/Studenten liegen der
Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
d) In welchem Maße gehen diese Straftaten auf das Engagement des
„bürgerlichen Spektrums“ gegen rechtsextreme Aufmärsche zurück?
Hinsichtlich dieser Fragestellung kann keine konkrete Aussage getroffen
werden. Im Allgemeinen gilt die Feststellung, dass Straftaten des sog. „bürgerlichen
Spektrums“ dem Bereich PMK-sonstige zuzuordnen sind, wenn keine
Anhaltspunkte für eine anderweitige Tatmotivation erkennbar sind. Diese gehen dabei
in der Gesamtmenge der dem Phänomenbereich PMK-sonstige zugeordneten
Straftaten auf. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
e) In welchem Maße gehen diese Taten auf rassistische oder
rechtspopulistische „Bürgerinitiativen“ gegen Flüchtlingsheime oder auf
antimuslimische Hetze oder Anschläge auf Moscheen zurück?
f) Welche Organisationen sind in Zusammenhang mit diesen „sonstigen“
PMK-Delikten auffällig geworden (bitte namentlich benennen und
Erläuterungen zu ihrer Rolle im Deliktbereich machen)?
Jede politisch motivierte Straftat wird im Rahmen der Einzelfallbewertung
hinsichtlich der hinter der Tathandlung stehenden Motivation und der Umstände der
Tatbegehung durch die zuständigen Polizeibehörden geprüft und entsprechend
zugeordnet. Organisationszugehörigkeiten bzw. -zuordnungen gehören zu den
Personaldaten und sind in der anonymisierten BKA-Fallzahlendatei LAPOS
(Lagebild Auswertung politisch motivierter Straftaten) nicht recherchierbar.
g) In welchen Zusammenhängen hat es im Bereich der „sonstigen“ PMK-
Delikte Körperverletzungen gegeben (bitte die 112 Delikte möglichst
einzeln angeben)?
Die im Bereich PMK-sonstige erfassten Körperverletzungsdelikte wurden den
nachfolgend aufgeführten Oberthemen zugeordnet. Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 10a verwiesen.
Drucksache 18/1724 – 22 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeh) Welche weiteren Angaben kann die Bundesregierung zu den vier
versuchten Tötungsdelikten des „sonstigen“ PMK-Bereiches machen?
Die vier nachfolgenden, verkürzt dargestellten Sachverhalte wurden als
versuchte Tötungsdelikte im Phänomenbereich PMK-sonstige registriert:
12. April 2013, Berlin/BE
Der russische Tatverdächtige lief auf öffentlicher Straße hinter dem 77-jährigen
homosexuellen Geschädigten her und attackierte ihn massiv mit Schlägen und
Tritten. Im weiteren Verlauf taumelte der Geschädigte aufgrund eines Trittes in
den Fahrbahnbereich, so dass Fahrzeugführer ausweichen mussten. Weitere
Gewalttätigkeiten konnten nur durch das Eingreifen von Zeugen verhindert
werden.
30. Juni 2013, München/BY
Zur Tatzeit fand eine öffentliche Versammlung in Form eines „Hungerstreiks“
von Asylbewerbern statt, welche im weiteren Verlauf durch Polizeibeamte
aufgelöst wurde. Im Zuge nachfolgender Ermittlungen kam es zu einer
Zeugenaussage, wonach der Tatverdächtige einen Arzt daran gehindert habe, die Patienten
ärztlich zu versorgen.
30. Juni 2013, München/BY
Im Rahmen eines „Hungerstreiks“ von Asylbewerbern verweigerte der iranische
Tatverdächtige unter anderem Ärzten den Zutritt zum Versammlungsgelände, so
dass eine ärztliche Einschätzung des Gesundheitszustandes der
„Hungerstreikenden“ nicht möglich war. Es besteht der Anfangsverdacht eines versuchten
Tötungsdelikts durch Unterlassen.
26. Dezember 2013, Schleusingen/TH
Ein unbekannter Täter schoss aus einem Pkw mit einer Langwaffe (Schrot) auf
die Eingangstür einer Pizzeria. In dem Lokal befand sich zur Tatzeit eine Person.
Antifaschismus 18
Antiimperialismus 2
Antirassismus 1
Ausländer-/Asylproblematik 3
Hasskriminalität 31
Innen- und Sicherheitspolitik 24
Konfrontation/Politische Einstellung 59
Krisenherde/Bürgerkriege 1
Menschenrechte 1
Nationalsozialismus/Sozialdarwinismus 1
Politischer Kalender 4
Sozialpolitik 5
Ökologie/Industrie/Wirtschaft 13
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 23 – Drucksache 18/172411. Inwiefern hält es die Bundesregierung generell für angemessen, friedliche
Sitzblockaden gegen Naziaufmärsche in der PMK-Statistik zu
verzeichnen?
Die Erfassung politisch motivierter Kriminalität im Kriminalpolizeilichen
Meldedienst (KPMD-PMK) erfolgt objektiv nach verwirklichten Deliktskategorien.
Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung und die Antwort der Bundesregierung
auf die Schriftliche Frage 30 des Abgeordneten Jan Korte auf
Bundestagsdrucksache 18/1434 vom 16. Mai 2014 verwiesen.
12. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung daraus, dass die
bisherige Untergliederung der PMK-Straftaten in die Unterfelder
Hasskriminalität, fremdenfeindlich, antisemitisch, Konfrontation mit dem
politischen Gegner sowie Straftaten gegen Polizeibeamte sich auf den Bereich
der PMK-sonstige kaum anwenden lassen (die Fragesteller beziehen sich
hierbei auf die Antworten der Bundesregierung auf die bis August 2013
gestellten Kleinen Anfragen der Fraktionen CDU/CSU und FDP zu
politisch motivierten Straftaten, die zeigen, dass nur ein Bruchteil der unter
PMK-sonstige rubrizierten Taten sich auf diese Unterfelder aufschlüsseln
lassen)?
Bei den in der Fragestellung aufgeführten bzw. den durch die Fraktion der CDU/
CSU abgefragten Ober- bzw. Unterthemen handelt es sich nicht um eine
abschließende Auswahl. Hier sind zumeist öffentlich diskutierte Themenfelder
vertreten, die naturgemäß zumeist der PMK-rechts oder -links zugeordnet
werden. Darüber hinaus werden im Rahmen des KPMD-PMK viele weitere
Motivationslagen zur Begehung politisch motivierter Straftaten, die u. a. auch dem
Phänomenbereich PMK-sonstige zugeordnet werden, erfasst. Dass auch in
diesem Phänomenbereich eine umfassende Beschreibung der Motivationslagen
möglich ist, wird im Rahmen der Antwort zu Frage 10a deutlich.
13. Inwiefern trifft die Darstellung von „SPIEGEL ONLINE“ zu, dass das
Bundesministerium des Innern das Bundeskriminalamt (BKA) und die
Landeskriminalämter aufgefordert habe, „den Themenfeldkatalog für
politisch motivierte Straftaten zu überarbeiten“?
a) Inwiefern teilt die Bundesregierung die Kritik des niedersächsischen
Innenministers sowie der GdP Niedersachsen an der PMK-Statistik?
b) Waren dem Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière
Vorbehalte gegen die Aussagefähigkeit der Fallzahlen (vor allem im
Bereich PMK-links) vor der Pressekonferenz am 29. April 2014 bekannt?
Wenn ja, warum hat er nicht darauf hingewiesen?
Wenn nein, wann hat der Bundesinnenminister vom Vorhaben, den
Themenkatalog zu überarbeiten, erfahren?
c) Teilt die Bundesregierung die Auffassung der von „SPIEGEL
ONLINE“ im o. g. Artikel zitierten Polizeikreise, die Statistik sei
„abstrus“, und wenn nein, worin besteht der Gebrauchswert der PMK-
Statistik in ihrer derzeitigen Form für Politik, Sicherheitsbehörden und
die Öffentlichkeit?
d) Inwiefern sieht die Bundesregierung selbst Änderungsbedarf bei der
PMK-Statistik (bitte möglichst konkret benennen, welche Änderungen
sie ggf. im Rahmen der Innenministerkonferenz vorschlagen will)?
e) Inwiefern sieht die Bundesregierung Änderungsbedarf im Bereich der
jeweiligen PMK-Bereiche?
f) Sehen nach Kenntnis der Bundesregierung außer dem
niedersächsischen Innenministerium auch die Innenministerien anderer Länder
Drucksache 18/1724 – 24 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeÄnderungsbedarf bei der PMK-Statistik, und wenn ja, welche Länder
sind dies?
g) Inwiefern liegt eine Stellungnahme, Ausarbeitung oder Ähnliches
seitens des BKA zu einer allfälligen Änderung der PMK-Statistik vor?
Seitens der Bundesregierung bestehen keine Vorbehalte gegenüber der PMK-
Statistik und der Aussagefähigkeit der Fallzahlen. Auf die Vorbemerkung und
auf die Antwort zu Frage 1 wird insoweit verwiesen. Aus Sicht der
Bundesregierung hat sich die Statistik aufgrund ihrer Trennschärfe, ihrer
Differenziertheit und ihres an möglichst objektiven Kriterien anknüpfenden
Erfassungssystems bewährt. Die Bundesregierung erachtet es allerdings auch für sinnvoll,
bewährte Instrumentarien auf weiteren Optimierungsbedarf zu überprüfen.
Daher setzt sich die Bundesregierung entsprechend der Empfehlung des 2.
Untersuchungsausschusses der 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages
(NSU-Untersuchungsausschuss; siehe Bundestagsdrucksache 17/14600 vom
22. August 2013) im Rahmen der Gremien der Innenministerkonferenz (IMK)
für eine Überprüfung des Themenfeldkatalogs PMK ein (siehe hierzu
Bundestagsdrucksache 17/14600 vom 22. August 2013). Der noch ausstehenden
Diskussion im Kreis der Fachexperten im Rahmen der zuständigen IMK-Gremien
soll an dieser Stelle nicht vorgegriffen werden.Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]