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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Precursor-Analysen von Zwischenfällen in deutschen Atomkraftwerken

Nachfrage (Aktualisierung) zu BT-Drs 17/6988 und zur Schriftlichen Frage 104 auf BT-Drs 17/14397; Analyse eines Zwischenfalls als Precursor (englisch: Vorbote) für einen Kernschaden mittels Wahrscheinlichkeitsberechnung (Precursor-Analyse): Precursor-Ereignisse in den Jahren 2007&ndash;2009, Dokumentation der im Sinne der Precursor-Analyse nicht bewertbaren Ereignisse, Erstellung des Precursor-Berichts 2010&ndash;2012<br /> (insgesamt 3 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Datum

14.07.2014

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/190925.06.2014

Precursor-Analysen von Zwischenfällen in deutschen Atomkraftwerken

der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, Annalena Baerbock, Bärbel Höhn, Oliver Krischer, Christian Kühn (Tübingen), Steffi Lemke, Peter Meiwald, Dr. Julia Verlinden und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

In Atomkraftwerken (AKWs) ereignen sich Jahr für Jahr mehrere meldepflichtige Zwischenfälle. Die sicherheitstechnische Bedeutung dieser Ereignisse erschöpft sich nicht ihrer formalen Meldung an die Aufsichtsbehörden. Manche Zwischenfälle führen zu so genannten Weiterleitungsnachrichten der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH (siehe Bundestagsdrucksache 17/6731).

Daneben lässt sich mit der so genannten Precursor-Analyse eine über die nur sehr grobe Einstufung in die Internationale Nukleare Ereignis Skala (INES) hinausgehende, differenziertere Betrachtung vornehmen. Die Bezeichnung Precursor (englisch: Vorbote) rührt daher, dass es bei dieser Art der Analyse darum geht, zu ermitteln, inwiefern bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit Zwischenfälle, bei denen es noch nicht zu einem Kernschaden kam, zu einem solchen hätte führen können. Oder anders gesagt, inwiefern die Zwischenfälle quasi Vorboten für einen Kernschaden waren.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ging der Precursor-Thematik im Jahr 2011 mit einer Kleinen Anfrage nach, um einen öffentlich zugänglichen Überblick zu schaffen. Die Antwort der Bundesregierung findet sich auf Bundestagsdrucksache 17/6988. Laut ihr endeten die bis dahin analysierten Ereignisse mit dem Jahr 2006. Aufgrund der Antwort der Bundesregierung vom 12. Juli 2013 auf die Schriftliche Frage 104 der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl auf Bundestagsdrucksache 17/14397 gehen die Fragesteller davon aus, dass der auf Bundestagsdrucksache 17/6988 genannte GRS-Precursor-Bericht für den Zeitraum 2007 bis 2009 mittlerweile vorliegen sollte.

Drucksache 18/1909 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeWir fragen die Bundesregierung:

Fragen3

1

Welche meldepflichtigen Ereignisse in welchen AKWs wurden in den Jahren 2007, 2008 und 2009 als ein Precursor-Ereignis identifiziert, und welche Wahrscheinlichkeit für einen Systemschadenszustand pro Reaktorbetriebsjahr wurde dabei jeweils ermittelt (bitte anlagenscharfe tabellarische Übersicht mit Datum, Kurzangabe des meldepflichtigen Ereignisses selbst sowie einer Kurzangabe des auslösenden Ereignisses im Sinne der Precursor-Analyse – Eingreifen von Sicherheitssystemen – bzw. des unterstellten Ereignisses im Sinne der Precursor-Analyse – eingeschränkte Funktionsweise mindestens einer Sicherheitseinrichtung)?

Welche meldepflichtigen Ereignisse wurden dabei zu einem Precursor-Ereignis zusammengefasst?

2

Welche meldepflichtigen Ereignisse wiesen in den Jahren 2007, 2008 und 2009 zwar einen Einfluss auf die Sicherheitsreserven auf, wurden aber in die Dokumentation der im Sinne der Precursor-Analyse nicht bewertbaren Ereignisse aufgenommen, weil sie nach den vorhandenen Informationen oder Methoden als nicht mit vertretbarem Aufwand zu bewerten eingestuft wurden (bitte wieder möglichst genaue anlagenscharfe tabellarische Übersicht)?

Welche meldepflichtigen Ereignisse wurden dabei jeweils zu einem Ereignis in dieser Dokumentation zusammengefasst?

3

Bis wann soll nach aktueller Planung der Precursor-Bericht für den Dreijahreszeitraum 2010 bis 2012 erstellt werden?

Berlin, den 23. Juni 2014

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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