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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Anteil befristet Beschäftigter an außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Spezifikation und Aufschlüsselung des Anteils befristet sowie unbefristet Beschäftigter der Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft und der einzelnen Institute (u.a. nach Personalkategorien, Geschlecht, Teilzeit- bzw. Vollzeitstellen, Qualifikationsstufen und Beschäftigungsdauer, Fächergruppen), Bewertung der Beschäftigungsverhältnisse, zukünftige Datenerhebung, Maßnahmen zur Senkung des Anteils befristeter Beschäftigungsverhältnisse<br /> (insgesamt 11 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Datum

14.10.2014

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/263824.09.2014

Anteil befristet Beschäftigter an außeruniversitären Forschungseinrichtungen

der Abgeordneten Kai Gehring, Özcan Mutlu, Beate Walter-Rosenheimer, Dr. Franziska Brantner, Katja Dörner, Maria Klein-Schmeink, Tabea Rößner, Elisabeth Scharfenberg, Ulle Schauws, Kordula Schulz-Asche, Dr. Harald Terpe, Doris Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die ausufernde Befristungspraxis an den Hochschulen hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Der Bundesbericht für den Wissenschaftlichen Nachwuchs (BuWiN) 2013 rechnet vor, dass an den Universitäten 89,7 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis befristet beschäftigt sind; viele von ihnen haben Verträge mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.

Über den Anteil befristeter Beschäftigter beim wissenschaftlichen Nachwuchs an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist hingegen weniger bekannt. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) nennt in ihrem aktuellen Bericht zur Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung (Heft 34) einen Befristungsanteil von 52,1 Prozent des männlichen und 58,7 Prozent des weiblichen Personals an den gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Forschungseinrichtungen. Darüber hinausgehende Zahlen sind nicht verfügbar.

Auch die GWK beklagt daher, dass das Statistische Bundesamt für die Forschungseinrichtungen bislang keine Daten vorlegt, die nach Befristung und Hierarchiestufen unterscheiden. Zudem fehlen Informationen zu den Befristungsanteilen an den einzelnen Instituten der außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen14

1

Wie ist der Anteil befristet Beschäftigter sowie unbefristet Beschäftigter unter den hauptberuflich Beschäftigten bei der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (bitte nach Personalkategorie sowie nach Geschlecht und Teilzeit- bzw. Vollzeitstellen aufschlüsseln und auf Personen, nicht Vollzeitäquivalenten, beziehen)?

2

Wie ist der Anteil befristet sowie unbefristet Beschäftigter unter den hauptberuflich Beschäftigten bei den einzelnen Instituten der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (bitte nach einzelnen Instituten, Personalkategorien sowie nach Geschlecht aufschlüsseln und auf Personen, nicht Vollzeitäquivalente, beziehen)?

3

Wie ist der Anteil befristet sowie unbefristet beschäftigter wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter bei der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. im Hinblick auf Qualifikationsstufe und Beschäftigungsdauer (bitte nach Geschlecht und den Kategorien „Nicht promoviert und unter 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Nicht promoviert und über 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und unter 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“ „Promoviert und über 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“ aufschlüsseln und auf Personen, nicht Vollzeitäquivalente, beziehen)?

4

Wie ist der Anteil befristet und unbefristet beschäftigter wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter bei den einzelnen Instituten der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. im Hinblick auf Qualifikationsstufe und Beschäftigungsdauer (bitte nach Instituten, Geschlecht sowie den Kategorien „Nicht promoviert und unter 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Nicht promoviert und über 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und unter 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und über 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“ aufschlüsseln und auf Personen, nicht Vollzeitäquivalente, beziehen)?

5

Wie ist der Anteil befristet sowie unbefristet beschäftigter wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter bei der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. im Hinblick auf die unterschiedlichen Fächergruppen (bitte neben den Fächergruppen auch nach Personalkategorie sowie Geschlecht aufschlüsseln und auf Personen, nicht Vollzeitäquivalente, beziehen)?

6

Wie verhielten sich die Anteile hinsichtlich der Befristungsdauer der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter bei der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. zum zuletzt erfassten Stichtag (z. B. dem 1. Januar 2014), und welche Finanzierungquelle lag den Verträgen zugrunde (bitte nach Befristungsdauer „unter 6 Monaten“, „unter 1 Jahr“, „unter 3 Jahren“ sowie „darüber“, Drittmittel- bzw. Haushaltsmittelfinanzierung, ebenso wie nach Personalkategorie sowie Geschlecht aufschlüsseln)?

7

Wie viele befristete Stellen wurden in den letzten fünf Jahren von den Instituten der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. ausgeschrieben (bitte nach Personalkategorien und zeitlichem Verlauf aufschlüsseln und in Personen, nicht Vollzeitäquivalenten, angeben)?

8

Wie viele unbefristete Stellen wurden in den letzten fünf Jahren von den Instituten der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. ausgeschrieben (bitte nach Personalkategorien und zeitlichem Verlauf aufschlüsseln und in Personen, nicht Vollzeitäquivalenten, angeben)?

9

Wie ist der Anteil von Teilzeitbeschäftigten im Verhältnis zum Anteil an Vollzeitbeschäftigten in den Instituten der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (bitte nach Personalkategorien, Geschlecht sowie den Kategorien „Nicht promoviert und unter 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Nicht promoviert und über 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und unter 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und über 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“)?

10

Wie viele der Teilzeitbeschäftigten haben einen Stellenumfang von bis zu zehn Wochenstunden, bis zu 20 Wochenstunden, bis zu 30 Wochenstunden, mehr als 30 Wochenstunden in den Instituten der a) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., b) Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V., c) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V., d) Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (bitte nach Personalkategorien, Geschlecht sowie den Kategorien „Nicht promoviert und unter 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Nicht promoviert und über 6 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und unter 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“, „Promoviert und über 12 Jahren in der Wissenschaft beschäftigt“)?

11

Wie bewertet die Bundesregierung die Beschäftigungsverhältnisse an den öffentlichen Wissenschaftseinrichtungen hinsichtlich a) der Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems, b) der internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei der Gewinnung der besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, c) der Attraktivität und Planbarkeit einer Karriere im deutschen Wissenschaftssystem, d) der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland?

12

Inwiefern sieht die Bundesregierung beim geringen Frauenanteil an den Führungsebenen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen (15,8 Prozent laut des aktuellen GWK-Berichts zur Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung) einen Zusammenhang zu den Beschäftigungsverhältnissen an den Einrichtungen?

13

Welche der oben angefragten sowie zusätzlichen Daten plant die Bundesregierung in künftigen Bundesberichten für den Wissenschaftlichen Nachwuchs aufzunehmen, regelmäßig zu ermitteln, zu dokumentieren, und auf diese Weise transparent zu machen?

14

Beabsichtigt die Bundesregierung Maßnahmen zu ergreifen, um den Anteil befristeter Beschäftigungsverhältnisse an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu senken, und wenn ja, welche?

Berlin, den 23. September 2014

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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