[Deutscher Bundestag Drucksache 18/3790
18. Wahlperiode 20.01.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Dr. Sahra
Wagenknecht, Heike Hänsel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/3624 –
Parlamentswahlen und die politische Situation in der Republik Moldau
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Am 30. November 2014 waren die Bürgerinnen und Bürger der Republik
Moldau aufgerufen, das Parlament ihres Landes neu zu wählen. Nach den von
Unregelmäßigkeiten überschatteten Wahlen wurde die Sozialistische Partei
(PSRM) stärkste Kraft. Mit knapp 20,51 Prozent der Stimmen erhält die PSRM
im neuen Parlament 25 Mandate. Zweitstärkste Kraft wurde die
Liberaldemokratische Partei (PLDM) mit 20,16 Prozent. Auf Platz drei folgen die Partei der
Kommunisten der Republik Moldau (PCRM) mit 17,48 Prozent (21 Mandate),
die Demokratische Partei (PDM) mit 15,8 Prozent und die Liberale Partei (PL)
mit 9,67 Prozent (
www.voteaza.md/r/r/). Damit verfügen die drei „Pro-EU-
Parteien“ über 45 Prozent Stimmenanteil und insgesamt 55 Mandate (von
insgesamt 101) im Parlament: PLDM mit 23 Mandaten, PDM mit 19 Mandaten,
PL mit 13 Mandaten (
www.cec.md/index.php?pag=news&id=1042&rid=
12471&l=ro). Die PSRM, die eine Kündigung des erst im Juni 2014
unterzeichneten Assoziierungsabkommens mit der EU und einen Beitritt zur
Zollunion zwischen Russland, Belarus und Kasachstan anstrebt, kommt zusammen
mit der PCMR auf 38 Prozent und insgesamt 46 Mandate.
PLDM, PDM und PL haben sich inzwischen auf die Bildung einer neuen
Regierung Moldaus geeinigt, die eine weitere Annäherung Moldaus an die EU
anstrebt. Allerdings ist der Wahlsieg der drei Parteien nur unter anderem durch
den Ausschluss einer rivalisierenden Partei von der Wahl und das Vorenthalten
von Stimmzetteln in Wahllokalen zustande gekommen. Nur so habe ein
schwerer Schlag für Brüssel und Berlin vermieden werden können, der ein Sieg des
oppositionellen Lagers gewesen wäre (
www.german-foreign-policy.com/de/
fulltext/59013). Für entsprechende Irritationen sorgte, dass drei Tage vor der
Wahl die Partei „Patria“ (Heimat) verboten wurde, weil sie vermeintlich aus
Russland finanziert wurde. Ihr wurden in Umfragen bis zu 18 Prozent
vorhergesagt (
www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/russland-behindert-
moldauer-bei-parlamentswahlen-in-moldau-13295288.html). Die Zulassung
der Scheinpartei „Kommunistische Partei der Reformer Moldaus“, einer
weithin unbekannten Partei, deren Name demjenigen der in Moldau traditionell
starken Kommunistischen Partei stark ähnelt und die außerdem auf den
Wahlzetteln mit demselben Kürzel (PCRM) und demselben Logo (Hammer und Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 15. Januar 2015 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/3790 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeSichel) wie diese erscheint, könnte einzig aus dem Grund erfolgt sein, der
Kommunistischen Partei Stimmen wegzunehmen (
www.bayernkurier.de/
zeitung/artikel/ansicht/14971-keine-klare-entscheidung-fur-europa.html). Mit
4,92 Prozent blieb sie unter der 2013 angehobenen 6-Prozent-Hürde (davor
4-Prozent-Hürde), „stahl der Kommunistischen Partei und damit dem EU-
skeptischen Spektrum allerdings wertvolle Stimmen – mutmaßlich durch
gezielt provozierte Verwechslung“ (
www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/
59013).
Etwa 700 000 Moldauer, die sich in Russland zur Arbeit aufhalten und wohl
mehrheitlich für Parteien des oppositionellen Lagers gestimmt hätten, konnten
nicht wählen, weil in Russland nur fünf Wahllokale (
www.voteaza.md/
sectii_peste_hotare) und nur 15 000 Wahlzettel zur Verfügung standen (www.
bayernkurier.de/zeitung/artikel/ansicht/14971-keine-klare-entscheidung-fur-
europa.html).
Trotzdem würdigte der Bundesminister des Auswärtigen Dr. Frank-Walter
Steinmeier den „erfolgreichen“ Verlauf der Parlamentswahl in der Republik
Moldau: „Mit den erfolgreich verlaufenen Wahlen haben die politisch
Verantwortlichen in Chisinau nun die historische Chance, den vor Jahren
eingeschlagenen Reformweg konsequent fortzusetzen“ (AFP-Meldung vom 2. Dezember
2014). Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
teilte lediglich euphemistisch mit, dass der kurzfristige Ausschluss der Partei
„Patria“ Fragen aufwerfe und es nicht gelungen sei, für die Moldauer im
Ausland angemessene Umstände für die Wahl zu schaffen (
www.wz-net.de/wz_
21_110790947-1-_Richtungswahl-in-Moldau-Kurs-nach-Osten-oder-
Westen.html). Dagegen haben die Sozialistische Partei und die
Kommunistische Partei Klage wegen Wahlbetrugs eingereicht (
www.neues-deutschland.de/
artikel/954894.moldau-droht-wahlwiederholung.html).
1. Inwieweit bleibt die Bundesregierung dabei, dass sie den Ablauf der
Parlamentswahlen in der Republik Moldau als „gut organisiert“ begrüßt
(Antwort auf die Schriftliche Frage 19 auf Bundestagsdrucksache 18/3519), vor
dem Hintergrund, dass
a) die 4-Prozent-Hürde 2013 auf 6 Prozent raufgesetzt wurde,
b) etwa 700 000 Moldauer in Russland – gut ein Drittel aller
Stimmberechtigten in der Republik Moldau – nur in fünf Wahllokalen wählen
konnten, für die zudem zu wenige Stimmzettel zur Verfügung standen,
c) nur 15 000 Stimmzettel für die ca. 700 000 Moldauer in Russland zur
Verfügung standen bzw. nur so viele in der moldauischen Hauptstadt
eintrafen (
www.neues-deutschland.de/artikel/954894.moldau-droht-
wahlwiederholung.html),
d) durch technische Defekte bei den neu eingeführten Wahlmaschinen,
durch die eine doppelte Stimmabgabe verhindert werden sollte, rund
200 Computer zumindest vorübergehend nicht an das zentrale
Wahlsystem angeschlossen werden konnten (derstandard.at/2000008904687/
Kommunisten-fechten-Wahl-in-Moldau-an),
e) eine „Scheinpartei“ zugelassen wurde, um der bisher stärksten Partei,
der Kommunistischen Partei, und damit dem EU-skeptischen Spektrum
wertvolle Stimmen abnehmen zu können?
2. Inwieweit ist die Bundesregierung der Auffassung, dass die in Frage 1
beschriebenen Maßnahmen dazu beigetragen haben, dass die Wahlen
transparent, fair und frei verlaufen sind?
a) Wenn ja, in welcher Weise?
b) Wenn nein, worauf führt die Bundesregierung dies zurück?
Die Fragen 1 und 2 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/3790Die Bundesregierung stützt sich bei ihrer Einschätzung des Ablaufs der
Parlamentswahlen in der Republik Moldau auf das Urteil der internationalen
Wahlbeobachter von OSZE/ODIHR (Office for Democratic Institutions and Human
Rights). Diese charakterisieren den Ablauf der Wahlen in der Republik Moldau
in ihrer vorläufigen Bewertung als gut organisiert und friedlich. Der
abschließende Bericht der Internationen Wahlbeobachtermission liegt noch nicht vor.
Die Venedig-Kommission und ODIHR haben Regelungen des moldauischen
Wahlrechts, u. a. zur Sperrklausel wiederholt kritisiert, grundsätzlich aber das
Wahlrecht als gute Grundlage für die Durchführung demokratischer Wahlen
bezeichnet. Auf die Antwort der Bundesregierung vom 19. Dezember 2014 auf die
Schriftliche Frage 13 des Abgeordneten Wolfgang Gehrcke auf
Bundestagsdrucksache 18/3672 wird verwiesen.
Die Bundesregierung hat Kenntnis davon, dass die internationalen
Wahlbeobachter auch zu einzelnen kritischen Einschätzungen gelangten: So wurde z. B.
die Teilnahme der Reformkommunisten an der Wahl, obwohl deren Symbolik
der der Kommunistischen Partei ähnelte, als mögliche Quelle von Verwirrung
bezeichnet („might confuse voters“). Des Weiteren wurde ein Mangel an
Transparenz hinsichtlich der Kriterien für die Festlegung der Anzahl und der
Örtlichkeit von Wahllokalen im Ausland beschrieben. Diese Beobachtungen sind für
die Bundesregierung Anlass zu einer gewissen Sorge. Nach Auffassung der
Bundesregierung müssen sich alle Parteien und die staatlichen Institutionen an
die gesetzlichen Bestimmungen in Moldau halten, die einen freien und fairen
Ablauf der Wahlen garantieren sollen.
3. Inwieweit sieht die Bundesregierung den Verlauf der Parlamentswahlen in
der Republik Moldau unabhängig der Vorwürfe allein schon deshalb als
erfolgreich verlaufen an, weil sich die ihnen nahestehenden, auf Pro-EU-Kurs
befindlichen Parteien PLDM, PDM und PL durchgesetzt haben und somit
den auch von der Bundesregierung gewünschten „prowestlichen“ Kurs
fortsetzen können (AFP-Meldung vom 2. Dezember 2014)?
Die Bewertung des Verlaufs der Parlamentswahlen in der Republik Moldau
wurde in der Antwort zu den Fragen 1 und 2 begründet. Der Ausgang der
Wahlen ist kein Kriterium dieser Bewertung. Die Republik Moldau hat nach den
Wahlen nun die Chance, die notwendigen Reformbemühungen fortzusetzen – zur
Verwirklichung der im Assoziierungsabkommen mit der EU gemeinsam
festgelegten Ziele. Die Bundesregierung ist überzeugt, dass dies der beste Weg hin zu
stabiler Demokratie und prosperierender Wirtschaft in der Republik Moldau ist.
Sie wird diesen Weg im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter unterstützen.
4. Worin bestehen die konkreten Unterschiede zwischen der Situation in
Transnistrien und der Republik Moldau vor dem Hintergrund der Aussage
der Bundesregierung, der „private Austausch für berufliche oder
wissenschaftliche Zwecke“ zwischen beiden Landesteilen sei möglich, die
„organisierte Zivilgesellschaft unterliegt in Transnistrien jedoch strenger
Kontrolle und ist daher in ihren Betätigungsfeldern (einschließlich
Kooperationen mit externen Partnern) stark eingeschränkt“ (Bundestagsdrucksache 18/
3393)?
Nichtregierungsorganisationen (NRO) unterliegen im transnistrischen
Landesteil der Republik Moldau einer Kontrolle durch die dortigen De-facto-Behörden.
So können NRO Gelder nicht direkt, sondern nur über ein von einer De-facto-
Behörde verwaltetes Konto beziehen, auf das die Mittel zunächst überwiesen
werden müssen. Bei der Organisation von Veranstaltungen unter Mitwirkung
von Ausländern muss das De-facto-Außenministerium vorab informiert werden.
Drucksache 18/3790 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode5. Welche konkreten Belege hat die Bundesregierung für ihre Behauptung,
dass sich aus ihrer Sicht im Laufe des Jahres 2014 das Verhältnis zwischen
der moldauischen Zentralregierung und der Autonomen Territorialen
Einheit Gagausien kontinuierlich verschlechterte, „im Wesentlichen eine Folge
der Unterstützung, die prorussische Kräfte in der Region aus Russland
erhalten“ sei, deren Ausdruck angeblich die „Durchführung eines
Referendums am 2. Februar 2014 in Gagausien über die künftige außenpolitische
Orientierung der Republik Moldau“ ist (Bundestagsdrucksache 18/3393)?
6. Inwieweit ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Durchführung des
Referendums am 2. Februar 2014 in Gagausien über die künftige
außenpolitische Orientierung der Republik Moldau nicht im Wesentlichen die Folge
der im Juni 2013 abgeschlossenen Verhandlungen über eine vertiefte und
umfassende Freihandelszone (DCFTA) zwischen der EU und der Republik
Moldau sowie dem auf dem Gipfeltreffen zur Östlichen Partnerschaft in
Vilnius am 29. November 2013 paraphierten Assoziierungsabkommen
(einschließlich der DCFTA)?
Die Fragen 5 und 6 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Verschiedene Indikatoren deuten darauf hin, dass Kräfte in Gagausien, die den
pro-europäischen Kurs der Regierung in Chișinău ablehnen, Unterstützung aus
Russland erhalten. So hat u. a. der russische Botschafter laut Medienberichten in
der Republik Moldau zu Beginn des Jahres 2014 erklärt, Gagausien sei ein
Gebiet von besonderem Interesse für Russland. Das von der Regierung in Chișinău
nicht anerkannte Referendum vom 2. Februar 2014, in dem sich die
Bevölkerung Gagausiens mehrheitlich für den Anschluss an die Zollunion und unter
bestimmten Bedingungen für das Recht auf Sezession aussprach, wurde laut
Medienberichten mithilfe des in Russland wohnenden Geschäftsmannes Dmitri
Jakubow finanziert. Bei den Parlamentswahlen vom 30. November 2014 haben
in der Autonomen Region Gagausien 57,10 Prozent der Wähler für die
Sozialistische Partei (PSRM) gestimmt, deren Wahlprogramm die Kündigung des
Assoziierungsabkommens mit der EU und den Eintritt in die Zollunion vorsah. Die
PSRM warb offensiv mit ihren guten Beziehungen zur russischen Führung; u. a.
ließ sich die Parteiführung auf Plakaten gemeinsam mit Präsident Wladimir
Putin abbilden.
Ein Zusammenhang zwischen dem Referendum und dem Abschluss der
Verhandlungen zum Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Republik
Moldau ist nicht erkennbar, wohl aber ein großer Bedarf an zusätzlichen
Informationen in Gagausien über die Chancen, die die EU-Assoziierung auch für die
autonome Region bietet.
7. Inwieweit sieht die Bundesregierung nach ihrer Kenntnis in dem im
September 2013 durch Russland verhängten Einfuhrstopp für moldauischen
Wein und den ergriffenen Maßnahmen, mit denen der Zugang der
Bürgerinnen und Bürger der Republik Moldau zum russischen Arbeitsmarkt
eingeschränkt wurde, eine Reaktion auf die im Juni 2013 abgeschlossenen
Verhandlungen über eine vertiefte und umfassende Freihandelszone (DCFTA)
zwischen der EU und der Republik Moldau, die im Nachgang dazu von der
Europäischen Kommission vorgeschlagene bzw. geplante Aufhebung der
Visumpflicht für die Bürgerinnen und Bürger der Republik Moldau sowie
für die auf dem Gipfeltreffen zur Östlichen Partnerschaft in Vilnius im
November 2013 geplante Paraphierung des Assoziierungsabkommen
(einschließlich der DCFTA)?
Am 11. September 2013 hat die russische Verbraucherschutzbehörde
Rospotrebnadzor ein Embargo gegen moldauische Weine und Branntweine verhängt.
Diese Maßnahme wurde mit Qualitätsmängeln begründet. Auch die Bedingun-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/3790gen zur Tätigkeit von Gastarbeitern aus GUS-Staaten (nicht nur aus der
Republik Moldau; GUS – Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) in der Russischen
Föderation wurden in der Folge verändert. Der Transnistrienbeauftragte des
russischen Präsidenten, Dimitri Rogosin, hatte – anlässlich eines Aufenthalts in der
Republik Moldau im September 2013 – mit Blick auf die Politik der EU-
Annäherung der Republik Moldau, neben anderen Schritten u. a. mit beschränkten
Handelsembargos (z. B. gegen moldauischen Wein) oder der Behinderung der
Tätigkeit von moldauischen Gastarbeitern in Russland gedroht. Diese
Drohungen sind nach Überzeugung der Bundesregierung nicht akzeptabel. Gleichzeitig
wecken sie erhebliche Zweifel an der Relevanz der von der russischen Seite
jeweils angeführten Sachgründe zum Einfuhrstopp für moldauischen Wein bzw.
zur Einschränkung des Zugangs von Bürgerinnen und Bürger der Republik
Moldau zum russischen Arbeitsmarkt.
8. Inwieweit trifft es nach Kenntnis der Bundesregierung zu, dass Russland
infolge des im Oktober 2014 in Kraft getretenen Assoziierungsabkommen
mit der EU, die Einfuhr moldauischer Agrarerzeugnisse gestoppt hat und
deshalb 180 000 Tonnen Äpfel verfaulen und die moldauische
Agrarwirtschaft allein in acht Wochen nach dem Inkrafttreten des
Assoziierungsabkommens Ausfälle von über 200 Mio. US-Dollar zu beklagen hat
(
www.neues-deutschland.de/artikel/954894.moldau-droht-
wahlwiederholung.html)?
Russland hat im engen zeitlichen Zusammenhang zur Ratifikation des EU-
Freihandelsabkommens im moldauischen Parlament ein Einfuhrverbot für Obst
erlassen. Offiziell begründet wurde das Verbot mit angeblich festgestelltem
Schädlingsbefall. Zur Höhe des wirtschaftlichen Schadens dieser Maßnahme
liegen der Bundesregierung keine Informationen vor. Der genannte Wert dürfte
aber deutlich zu hoch sein. Im Jahr 2012 exportierte die Republik Moldau Äpfel,
Tafeltrauben und Pflaumen im Gesamtwert von etwa 43 Mio. Euro nach
Russland. Für einen Teil der Ernte konnten alternative Absatzmöglichkeiten
gefunden werden.
Mittelfristig bietet sich die EU als alternativer Absatzmarkt an. So wurde bereits
im Jahr 2013 die Einfuhr von Wein aus der Republik Moldau in die Europäische
Union liberalisiert. Zusätzlich wurden der Republik Moldau autonome
Handelspräferenzen für die Einfuhr von Äpfeln, Tafeltrauben und Pflaumen gewährt.
9. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Umgehung der
russischen Sanktionen durch moldauische Firmen über belarussische und
abchasische Zwischenhändler (
www.osw.waw.pl/en/publikacje/
oswcommentary/2014-11-06/russian-sanctions-against-moldova-
minoreffects-major-potential)?
Die Bundesregierung hat keine Erkenntnisse über die Umgehung russischer
Sanktionen durch moldauische Firmen über belarussische und abchasische
Zwischenhändler.
10. Inwieweit hat die Bundesregierung bei ihrer Unterstützung des
Abschlusses eines EU-Assoziierungsabkommens mit der Republik Moldau
kalkuliert, dass die Abschaffung der Zölle für Waren aus der EU nicht nur die
Ukraine, sondern auch Russland, das keine Abgaben auf Einfuhren aus
Moldau erhoben hat, mit Importen aus der EU konfrontiert würde,
weshalb Russland immer wieder für den Fall eines Abschlusses eines
Assoziierungsabkommens angekündigt hatte, Zölle für Waren aus Moldau zu
erheben bzw. zum Schutz seiner Wirtschaft erheben zu müssen (
www.faz.
Drucksache 18/3790 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodenet/aktuell/politik/europaeische-union/nach-unterzeichnung-von-eu-
abkommen-moskau-droht-ukraine-und-moldau-13013681.html)?
Eine Abschaffung der Zölle in Moldau für Waren mit Ursprung in der EU
bedeutet nicht automatisch Zollfreiheit für diese Waren, wenn sie nach Russland
ein- bzw. durchgeführt werden. Vielmehr gilt dies – nach Maßgabe des GUS-
Freihandelsabkommens, dessen Vertragsstaaten auch Russland und Moldau
sind – grundsätzlich nur für Waren mit Ursprung in Moldau. Dies entspricht den
Mechanismen, die für alle Länder gelten, die mit verschiedenen Drittstaaten
Freihandelsabkommen geschlossen haben. Die Einhaltung der dort geltenden
Zollregelungen obliegt den zuständigen Zollbehörden, insbesondere in
Russland. Allfällige Durchsetzungs- und Überwachungsfragen müssten im
Rahmen des GUS-Freihandelsabkommens zwischen Moldau und Russland geklärt
werden.
11. Inwieweit hat die Bundesregierung bei ihrer Unterstützung des
Abschlusses eines EU-Assoziierungsabkommens mit der Republik Moldau
kalkuliert, dass – da Russland der wichtigste Absatzmarkt für Produkte aus
Moldau ist – die Einführung von Zollschranken durch Russland verheerende
Auswirkungen auf die Wirtschaft Moldaus hat (
www.faz.net/aktuell/
politik/europaeische-union/nach-unterzeichnung-von-eu-abkommen-
moskau-droht-ukraine-und-moldau-13013681.html)?
Aus Sicht der Bundesregierung kann die Einführung von Zollschranken
gegenüber einem Land nicht damit gerechtfertigt werden, dass dieses Land ein
Freihandelsabkommen mit einem Drittstaat geschlossen hat. Es wird auf die
Antwort zu Frage 10 verwiesen.
12. Inwieweit hat die Republik Moldau im strategischen Ringen zwischen
Russland und der EU um die Grenzregionen im Schnellverfahren die Visa-
Freiheit errungen (
www.dw.de/moldauer-d%C3%BCrfen-visafrei-in-
dieeu-reisen/a-17592329)?
Der Republik Moldau wurde am 24. Januar 2011 ein zweiphasiger Visa-
Aktionsplan als Grundlage für einen kriterienbasierten Prozess zur
Visaliberalisierung übergeben. Dieser beinhaltet Reformvorgaben zu den Themenkomplexen
Dokumentensicherheit, illegale Migration, öffentliche Ordnung, Sicherheit und
justizielle Zusammenarbeit, sowie Außenbeziehungen. In der ersten Phase wird
die Verabschiedung der gesetzgeberischen Maßnahmen und in der zweiten
Phase deren Umsetzung überprüft. Die Visafreiheit ist somit das Ergebnis der
vollständigen Umsetzung der Reformvorgaben des Aktionsplanes.
13. Inwieweit ist die Visafreiheit letztlich eher ein symbolischer Akt, weil
die Mehrheit der Moldauer relativ einfach rumänische Pässe bekommen
können, wenn sie ihre rumänische Herkunft beweisen können und somit
ohnehin Zugang zur EU hatten und haben (
www.dw.de/
moldauerd%C3%BCrfen-visafrei-in-die-eu-reisen/a-17592329)?
Die Visumfreiheit für die Bürgerinnen und Bürger der Republik Moldau besitzt
hohe politische Symbolkraft, sie ist darüber hinaus von großer psychologischer
und auch praktischer Bedeutung: Sie ermöglicht Staatsangehörigen der
Republik Moldau die visafreie Einreise in den Schengen-Raum als Bürger ihres
Landes – und damit auch denjenigen, die die rumänische Staatsangehörigkeit nicht
erhalten wollen oder können. Sie kommt damit insbesondere auch den
Bewohnern der transnistrischen Region Moldaus zugute.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/379014. Inwieweit hat sich die Zahl der Einreisen moldauischer Bürgerinnen und
Bürger in die EU vor dem Hintergrund verändert, dass sie an der Grenze
das Reiseziel angeben und einen Mindestbetrag von 50 Euro pro Reisetag
und bzw. oder ein Hin- und Rückflugticket vorweisen müssen (
www.dw.
de/moldauer-d%C3%BCrfen-visafrei-in-die-eu-reisen/a-17592329)?
Der Bundesregierung liegen zu dieser Frage keine Erkenntnisse vor.
15. Inwieweit bleibt die Bundesregierung dabei, Forderungen Moldaus (aber
auch Georgiens) nach einer Aufnahme in die Europäische Union eine
Absage zu erteilen, weil dies nicht Ziel der östlichen Partnerschaft gewesen
sei bzw. ist (Bundestagsdrucksache 18/2258)?
Eine EU-Beitrittsperspektive ist im Rahmen der Östlichen Partnerschaft
weiterhin nicht vorgesehen.
16. Welche konkreten Projekte und Maßnahmen sind mit den ausgezahlten
25,7 Mio. Euro von den zugesagten 35,9 Mio. Euro im Bereich der
Technischen Zusammenarbeit (TZ) in den Jahren 2012 und 2013
(Bundestagsdrucksache 18/2258) unterstützt worden (bitte entsprechend der Jahre die
Projekte mit finanziellem Umfang der Förderung, Projektort und
Projektziel auflisten)?
17. Welche konkreten Projekte und Maßnahmen sind mit den ausgezahlten
6,3 Mio. Euro von den zugesagten 16,5 Mio. Euro im Bereich der
Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) in den Jahren 2008 und 2013
(Bundestagsdrucksache 18/2258) unterstützt worden (bitte entsprechend der Jahre die
Projekte mit finanziellem Umfang der Förderung, Projektort und
Projektziel auflisten)?
Die Fragen 16 und 17 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Es wird auf die Anlage 1 verwiesen. Die ausgewiesenen Abflusszahlen richten
sich nach dem Projektfortschritt und erfolgen zeitlich versetzt erst nach dem
Zusagezeitpunkt, d. h. die Summe der zugesagten Mittel in einem Jahr entspricht
nicht der Summe der abgeflossenen Mittel im selben Jahr.
18. Inwieweit hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, dass die US-
amerikanische Entwicklungsorganisation USAID „kürzlich bis zu zwölf
Beihilfen für die ‚Zivilgesellschaft‘ ausgeschrieben [habe] (jeweils mit einer
Höchstfinanzierung von 20 000 Euro) um eine ‚positive öffentliche
Wahrnehmung‘ der Vorteile des EU-Abkommens zu verstärken“, USAID
„also für EU-PR in dem osteuropäischen Land“ – gemeint ist Moldau –
zahlt (
www.derstandard.at/2000008719631/Moldau-will-wegen-
Russlandkeinen-Nato-Beitritt)?
Die USA unterstützen den Kurs der EU-Annäherung der Republik Moldau und
gestalten ihre „public diplomacy“ entsprechend. Im Rahmen der Geber-
Koordinierung informieren sich die internationalen Geber gegenseitig über ihre
Aktivitäten.
19. Inwieweit hat die Bundesregierung Kenntnisse, dass die EU von der
Republik Moldau über das Assoziierungsabkommen „auch die
Koordinierung der militärischen Politik verlangt“, da in diesem von einer
„schrittweisen Konvergenz im Bereich der Außen- und
Sicherheitspolitik, einschließlich der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspoli-
Drucksache 18/3790 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodetik zu lesen“ sei, wonach die Vertragsparteien „die praktische
Zusammenarbeit bei der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung,
insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung der Republik Moldau an
von der EU geleiteten zivilen und militärischen
Krisenbewältigungsoperationen so wie an entsprechenden Übungen und
Ausbildungsmaßnahmen auf Einzelfallbasis und auf etwaige Einladung der EU“
intensivieren (
www.derstandard.at/2000008719631/Moldau-will-wegen-
Russlandkeinen-Nato-Beitritt)?
Im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik sieht das
Assoziierungsabkommen eine Intensivierung von Dialog und Zusammenarbeit insbesondere zu
Fragen der Konfliktprävention und Krisenbewältigung, regionaler Stabilität,
Abrüstung, Nichtverbreitung, Rüstungskontrolle und Waffenausfuhrkontrolle vor. Die
Zusammenarbeit hat das Ziel, die Konvergenz und Wirksamkeit der Politik unter
Nutzung bilateraler, internationaler und regionaler Foren zu verstärken. Eine
darüber hinausgehende „Koordinierung der militärischen Politik“ sieht das
Abkommen nicht vor.
20. Inwieweit ist der Bundesregierung bekannt, dass im kommenden Jahr die
NATO ein Büro in Chișinău eröffnen will (
www.ng.ru/cis/2014-12-09/
1_moldavia.html), und inwieweit hat die Bundesregierung darüber
Kenntnisse, dass dieses Büro analog zu denen in der Ukraine die moldauische
Öffentlichkeit über das Bündnis informieren sowie moldauische
Militärreformen bzw. die Modernisierung von Kommandostrukturen begleiten
soll (
www.tagesschau.de/ausland/die-nato-in-osteuropa-100.html)?
Die NATO-Außenminister (NATO – Organisation des Nordatlantikvertrages)
verständigten sich am 1. April 2014 auf eine Reihe praktischer Maßnahmen zur
Unterstützung der Republik Moldau innerhalb des Rahmens der bestehenden
Partnerschaft zwischen der NATO und der Republik Moldau. Dazu gehört die
Schaffung eines NATO-Verbindungsbüros, soweit von der Regierung Moldau
gewünscht. Bislang ist die moldauische Regierung auf dieses Angebot nicht
eingegangen.
21. Welche konkreten Maßnahmen und Projekte beinhaltet die auf dem
NATO-Gipfel in Wales am 4. und 5. September 2014 beschlossene
Ausrichtung der Initiative der NATO zum Aufbau von Verteidigungs- und
zugehörigen Sicherheitskapazitäten neben Georgien und Jordanien auch auf
die Republik Moldau, um das NATO-Engagement gegenüber diesen
Ländern zu stärken „und dem Bündnis dabei zu helfen, Stabilität ohne die
Dislozierung großer Kampftruppen über die Bündnisgrenzen hinaus zu
tragen, und zwar als Teil des Gesamtbeitrags des Bündnisses zur Sicherheit
und Stabilität auf der Welt sowie zur Konfliktprävention“, wobei sich die
Initiative „auf den umfangreichen Sachverstand der NATO bei der
Unterstützung und Beratung von Nationen beim Aufbau von Verteidigungs- und
zugehörigen Sicherheitskapazitäten“ stütze (
www.nato.diplo.de/
contentblob/4325924/Daten/4919195/gipfelerklaerungwales.pdf)?
Die NATO hat auf ihrem Gipfeltreffen in Wales am 4./5. September 2014 eine
Initiative auf den Weg gebracht, mit der insbesondere interessierten
Partnerstaaten des Bündnisses die Möglichkeit gegeben werden soll, verstärkt auf Angebote
der NATO beim Aufbau und bei der Reform des Verteidigungssektors
zurückzugreifen. Als mögliche Adressaten eines solchen Angebots werden im Gipfel-
Kommuniqué Georgien, Jordanien und die Republik Moldau genannt. Bislang
wurde dieses Angebot für die Republik Moldau nicht konkretisiert.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/379022. Welche Ausrüstung, die auch militärisch relevant sein könnte und somit in
Teil I Abschnitt A der Ausfuhrliste – Anhang zur
Außenwirtschaftsverordnung – oder in Anhang I der EG-Dual-Use-Verordnung – EG Nr. 428/
2009 – genannt werden, sowie Ausrüstung, die auch zur Folter verwendet
werden könnte, wie zum Beispiel bestimmte Hand- und Fußfesseln, und
somit in Anhang III der Anti-Folter-Verordnung – EG Nr. 1236/2005 –
aufgeführt werden, ist seit 2005 von der Bundesrepublik Deutschland in
die Republik Moldau exportiert worden (bitte entsprechend nach Jahren
den Umfang und Warenwert der Ausrüstungsgegenstände auflisten)?
23. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über in die Republik Moldau
gelieferte Polizeiausrüstung (Helme und andere Schutzkleidung, Schilder,
Handschellen, Funkgeräte, Fahrzeuge, Waffen), so genannte weniger
letale Waffen, insbesondere Wasserwerfer, deren Komponenten und
chemische Reizstoffe („Tränengas“ etc.) und IT-Technologie, die sich für die
Überwachung des Internets und der Telekommunikation und deren Zensur
eignet?
Die Fragen 22 und 23 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der Bundesregierung liegen keine Informationen zu getätigten Ausfuhren vor,
sondern allein zu erteilten Ausfuhrgenehmigungen und Nullbescheiden.*
Die Erkenntnisse der Bundesregierung zu erteilten Genehmigungen für die
betreffenden Güter, insbesondere Polizeiausrüstung, sind beschränkt auf
exportkontrollrechtliche Genehmigungspflichten, die konkreten Listenpositionen
zugeordnet werden können. Die tabellarische Übersicht in der Anlage 2 entspricht
dieser Zuordnung und enthält keine Einschränkungen nach spezifischen
Güterkategorien. Der Begriff „Polizeiausrüstung“ ist vielschichtig und nicht klar
umrissen. Beschränkungen können aufgrund von verschiedenen gesetzlichen
Bestimmungen bestehen (z. B. Anti-Folter-Verordnung – EG Nr. 1236/2005, Teil I
Abschnitt A der Ausfuhrliste – Anhang zur Außenwirtschaftsverordnung,
Anhang I der EG-Dual-use-Verordnung – EG Nr. 428/2009).
Die Unterstützungsleitungen der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der
bilateralen Polizeizusammenarbeit mit der Republik Moldau umfassten keine
der in der Frage angegebenen Kategorien. Bei der Ausstattungshilfe in Form von
Informationstechnik handelt es sich um frei verkäufliche Handelsware.
24. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die beteiligten
militärischen Kräfte der Republik Moldau an dem vom US-Oberkommando in
Europa (United States European Command, USEUCOM) initiierten und
„im Geiste der NATO-Initiative ‚Partnerschaft für den Frieden‘
(Partnership for Peace, PfP)“ von der „Ukraine regelmäßig in enger
Zusammenarbeit mit den USA und unter Einbindung weiterer Länder“ durchgeführten
Manöver „Rapid Trident 14“ vom 11. bis zum 28. September 2014 bei
Javoriv unweit von Lviv (Ukraine) (
www.bundeswehr-journal.de/2014/
starke-signale-durch-rapid-trident-moskau/)?
Streitkräfte Moldaus haben an der Übung „Rapid Trident 2014“ mit ca. 40
Soldatinnen und Soldaten (Infanteriekräfte) teilgenommen.
* Ein Nullbescheid stellt rechtsverbindlich fest, dass ein bestimmtes Ausfuhrvorhaben weder verboten
noch genehmigungspflichtig ist.
Drucksache 18/3790 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode25. Inwieweit hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob die Republik
Moldau an dem größten multinationalen Manöver der NATO „Steadfast
Jazz 2013“ vom 28. Oktober bis 9. November 2013 beteiligt war, und
wenn Moldau beteiligt war, mit welchen Militärkräften nahm Moldau
nach Kenntnis der Bundesregierung teil?
Nach Kenntnis der Bundesregierung nahmen keine Soldatinnen und Soldaten
aus der Republik Moldau an der NATO-Übung „Steadfast Jazz 2013“ teil.
26. Waren oder sind moldauische Militärangehörige – beispielsweise im
Rahmen des Lehrgangs internationaler Generalstabs- und Admiralstabsdienst
(LGAI) – an Ausbildungsprogrammen der Bundeswehr seit dem Jahr
2000 beteiligt?
Wenn ja, welche und wie viel Angehörige der moldauischen Streitkräfte
waren an welchen Ausbildungsprogrammen beteiligt (bitte nach Jahren
auflisten)?
Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 109 Mitglieder der moldauischen
Streitkräfte im Rahmen der Militärischen Ausbildungshilfe (MAH) in Deutschland
ausgebildet. Die Anlage 3 gibt Auskunft über die jährliche Teilnehmerzahl und
die Ausbildungs- und Lehrgangsschwerpunkte.
27. Inwieweit leistete die Bundesregierung seit dem Jahr 2000 – auch
außerhalb von Mehrjahresprogrammen – jeweils so genannte Ausstattungs- und
Ausbildungshilfe bzw. Unterstützungsleistungen durch das
a) Bundeskriminalamt (BKA),
b) Auswärtige Amt,
(bitte nach genauer Hilfeart, Kosten, Jahren aufschlüsseln)?
Eine Aufstellung der geleisteten Ausbildungs- und Ausstattungshilfen (ABH/
ASH) des BKA für die Republik Moldau ab dem Jahr 2006 ist als Anlage 4
beigefügt. Unterlagen zu Maßnahmen vor dem Jahr 2006 liegen im BKA nicht
mehr vor.
Das Auswärtige Amt selbst hat seit dem Jahr 2000 keine Ausstattungs- und
Ausbildungshilfe bzw. Unterstützungsleistungen in der Republik Moldau erbracht.
Es hat aber Maßnahmen des Inspekteurs der Bereitschaftspolizeien der Länder
finanziell unterstützt, die in der Anlage 5 aufgeführt werden.
28. Inwieweit sieht die Bundesregierung in der Aushandlung eines
„Nichtangriffspaktes“ zwischen der Demokratischen Partei der Republik
Moldau und der Liberaldemokratischen Partei durch EU-Diplomaten (www.
jamestown.org/programs/edm/single/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=43183
&tx_ttnews%5BbackPid%5D=27) eine Einmischung in die inneren
Angelegenheiten der Republik Moldau analog zu der angeblichen
Einmischung der Regierung der Russischen Föderation?
Die Bundesregierung hat keine Kenntnis davon, dass zwischen der
Demokratischen Partei der Republik Moldau und der Liberaldemokratischen Partei durch
EU-Diplomaten ein „Nichtangriffspakt“ ausgehandelt worden ist.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/3790Anlage 2 zu KA 18-3624 vom 19.12.2014
Jahr Güter-Kennzeichen Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
2005
Munition für Jagd- und Sportflinten
Nr. 0003 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 5.730
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
2 76
Elektronische Bauelemente
Nr. 3A001 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
3 18.580
2006
Munition für Jagd- und Sportflinten
Nr. 0003 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 1.100
Personen-Kraftwagen
0006 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 6.256
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 45
Elektronische Bauelemente
Nr. 3A001 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
4 44.874
Schaltelemente
Nr. 3A228 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 11.600
2007
Geländegängiges
Sonderschutzfahrzeug
Nr. 0006b des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 102.250
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
2 83
Chemikalien
Nr. 1C450 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 26
Elektronische Bauelemente
Nr. 3A001 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 21.500
Schaltelemente
Nr. 3A228 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 19.622
Drucksache 18/3790 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeAnlage 2 zu KA 18-3624 vom 19.12.2014
Jahr Güter-Kennzeichen Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
2008
Jagd- und Sportgewehr
Nr. 0001 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
7 44.853
Munition für Jagd- und Sportflinten
Nr. 0003 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 465
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
6 678
Elektronische Bauelemente
Nr. 3A001 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 16.400
Sicherheitssoftware mit Smart Card
Nr. 5D002 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 1.250
2009
Jagd- und Sportgewehr
Nr. 0001 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
8 28.648
Munition für Jagd- und Sportflinten
Nr. 0003 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
2 3.900
Infrarot-Beobachtungsgerät
Nr. 0015 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 728.000
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
7 2.023
Chemikalien
Nr. 1C450 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 36
2010
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
4 150
Röntgenprüfsystem
Nr. 3A101 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 1.200.000
2011
Jagd- und Sportgewehr
Nr. 0001 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
3 4.159
ABC-Nachweisausrüstung
Nr. 1A004 des Anhangs I EG-Dual-
2 81.700
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/3790Anlage 2 zu KA 18-3624 vom 19.12.2014
Jahr Güter-Kennzeichen Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
use-Verordnung
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
3 440
Kreuzstromfilter
Nr. C2B352 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 10.127
Röntgenprüfsystem
Nr. 3A101 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 1.000.000
Funkgeräte
Nr. 5A002 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 70.602
Verschlüsselungssoftware
Nr. 5D002 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 1.823
2012
Chemikalien
Nr. 0008 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 85
Materialien mit Thorium
Nr. 0C001 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 2.875
Deuteriumverbindungen
Nr. 0C003 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 595
ABC-Nachweisausrüstung
1A004 des Anhangs I EG-Dual-Use-
Verordnung
2 17.792
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
4 376
2013
Jagd- und Sportgewehr
Nr. 0001 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 12.064
Geländegängiges
Sonderschutzfahrzeug
Nr. 0006b des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
2 509.800
Deuteriumverbindungen
Nr. 0C003 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 93
Magnesiumpulver
Nr. 1C228 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 44
Drucksache 18/3790 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeAnlage 2 zu KA 18-3624 vom 19.12.2014
Jahr Güter-Kennzeichen Anzahl der
Genehmigungen
Wert
in Euro
Bismut
Nr. 1C229 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 56
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 44
Tetra-Basisstation
Nr. 5A002 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 619.222
Verschlüsselungssoftware
Nr. 5D002 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 1.819
2014
Schutzkleidung
Nr. 0007 des Teils I Abschnitt A der
Ausfuhrliste
1 2.480
Deuteriumverbindungen
Nr. 0C003 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 97
Chemikalien
Nr. 1C350 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
5 813
Chemikalien
Nr. 1C450 des Anhangs I EG-
Dualuse-Verordnung
1 63
Anti-Hund-Abwehrspray
Nr. 31 des Anhangs III der Anti-Folter-
Verordnung
1 42.282
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/3790Anlage 3 zu KA 18-3624 vom 19.12.2014
Militärische Ausbildungshilfe der Bundesrepublik Deutschland
für die Republik Moldau
Ausbildungsjahr 2000
3 x Deutsch-Lehrer-Seminar
1 x Sprachausbildung Verifikation
Ausbildungsjahr 2001
1 x Weiterbildung Arzt
1 x Ausbildung zum Bataillonskommandeur
1 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
Ausbildungsjahr 2002
1 x Generalstabslehrgang International
2 x Bataillonskommandeur
1 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
1 x Einheitsführer
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
Ausbildungsjahr 2003
1 x Einheitsführer
2 x Deutsch-Lehrer-Seminar
4 x Bataillonskommandeur
Ausbildungsjahr 2004
2 x Generalstabslehrgang International
1 x Bataillonskommandeur
2 x Einheitsführer
Ausbildungsjahr 2005
1 x Generalstabslehrgang International
2 x Bataillonskommandeur
1 x Einheitsführer
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
2 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
Ausbildungsjahr 2006
1 x Weiterbildung Arzt
1 x Generalstabslehrgang International
1 x Bataillonskommandeur
1 x Einheitsführer
1 x VN-Militärbeobachter
2 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
Ausbildungsjahr 2007
1 x Generalstabslehrgang International
1 x Weiterbildung Arzt
1 x Einheitsführer
2 x Bataillonskommandeur
Drucksache 18/3790 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
1 x ABC-Abwehr-Lehrgang
Ausbildungsjahr 2008
1 x Einheitsführer
1 x Generalstabslehrgang International
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
1 x Bataillonskommandeur
3 x Einheitsführer
Ausbildungsjahr 2009
1 x Generalstabslehrgang International
5 x Einheitsführer
1 x ABC-Abwehr-Lehrgang
3 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
Ausbildungsjahr 2010
1 x Weiterbildung Arzt
1 x Generalstabslehrgang International
1 x Einheitsführer
Ausbildungsjahr 2011
2 x Bataillonskommandeur
1 x VN-Militärbeobachter
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
3 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
1 x Weiterbildung Krankenpfleger
Ausbildungsjahr 2012
1 x Weiterbildung Arzt
1 x Einheitsführer
2 x Generalstabslehrgang International
1 x Bataillonskommandeur
1 x VN-Stabsoffizier-Lehrgang
2 x Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw)-Sprachausbildung
Verifikation
1 x VN-Militärbeobachter
Ausbildungsjahr 2013
1 x Generalstabslehrgang International
2 x Weiterbildung Arzt
2 x Bataillonskommandeur
2 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
3 x Einheitsführer
1 x ABC-Abwehr-Lehrgang
1 x Deutsch-Lehrer-Seminar
1 x VN-Militärbeobachter
Ausbildungsjahr 2014
2 x Weiterbildung Arzt
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 19 – Drucksache 18/37901 x Generalstabslehrgang International
2 x Bataillonskommandeur
1 x Einheitsführer
1 x VN-Stabsoffizier-Lehrgang
2 x Sprachausbildung Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
1 x Internationaler KSE-Lehrgang Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/3790Anlage 5 zu KA 18-3624 vom 19.12.2014
Nr. Art der Hilfe ABH / ASH Jahr Kosten
1 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2010 3.197,35 €
2 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2010 6.246,26 €
3
Seminar Förderung und Entwicklung der
Kriminalprävention/
Verkehrssicherheitsarbeit
ABH 2010 1.961,50 €
4 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2011 8.173,94 €
5 Arbeitsbesuch Fachkonferenz Präventions-Tag ABH 2011 5.216,44 €
6
Seminar Förderung und Entwicklung der
Kriminalprävention/
Verkehrssicherheitsarbeit
ABH 2011 6.859,24 €
7 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2012 4.964,26 €
8 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2012 3.950,23 €
9 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2012 3.429,67 €
10 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2012 5.297,62 €
11 Seminar Förderung und Entwicklung der Kriminalprävention ABH 2012 4.869,62 €
12 Beschaffung Alkoholmessgeräte ASH 2012 22.357,29 €
13 Beschaffung Alkoholmessgeräte ASH 2012 50.000,00 €
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]