[Deutscher Bundestag Drucksache 18/5705
18. Wahlperiode 03.08.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Niema Movassat, Heike Hänsel,
Eva Bulling-Schröter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/5433 –
REDDplus-Mechanismus zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen
aus Entwaldung und Waldschäden im globalen Süden –
Entwicklungspolitischer Nutzen
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) soll
als Instrument internationaler Klimaschutzpolitik durch den Schutz von
Wäldern in Ländern des Globalen Südens dabei helfen, die globalen CO2-
Emissionen zu reduzieren. REDD+ erhebt dabei auch den Anspruch, die nachhaltige
Entwicklung von Kleinbauern sowie vom Wald abhängigen, oft indigenen
Gemeinschaften zu unterstützen. Dem kommt REDD+ nach Auskunft der KfW
Bankengruppe (
www.bmz.de/en/publications/topics/climate/FlyerREDD_lang.
pdf) schon allein dadurch nach, dass das Programm für diese Gruppen wichtige
Funktionen des Waldökosystems zu erhalten helfe.
REDD bzw. REDD+ waren von Beginn an heftig umstritten. Zum einen
thematisierten Umwelt- und Entwicklungsorganisationen die zahlreichen
methodischen Probleme, die die ökologische Integrität des Mechanismus in Frage
stellen (siehe Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. „REDDplus-
Mechanismus zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen aus Entwaldung und
Waldschäden im globalen Süden – ökologische Integrität“,
Bundestagsdrucksache 18/5432). Zum anderen wurden von diesen Organisationen sowie von
Verbänden indigener Völker drohende oder erfolgte Vertreibungen und andere
Menschenrechtsverletzungen im Zuge der Vorbereitung oder der Umsetzung
des Mechanismus aufgezeigt.
REDD+ befindet sich derzeit in der Aufbauphase. Dabei unterstützen
unterschiedliche nationale und multilaterale Organisationen (von der Deutschen
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der KfW
über die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
– FAO – und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen – UNDP –
bis hin zur Weltbank) Staaten des globalen Südens bei drei Umsetzungsphasen:
● Readiness: Staaten des globalen Südens entwerfen nationale Strategien oder
Aktionspläne zum Aufbau von REDD+-Programmen,Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung vom 30. Juli 2015 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/5705 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode● Implementierungsphase: Vorbereitung konkreter REDD+-Projekte und
Aufbau der dafür notwendigen Kapazitäten bzw. des institutionellen Rahmens,
● Zahlungen für konkrete Schutzmaßnahmen bzw. Emissionsreduktionen.
Neben Norwegen ist die Bundesregierung derzeit der größte bilaterale Geber
für REDD+-Maßnahmen. Sie beteiligt sich in unterschiedlicher Weise an
REDD+-Maßnahmen.
Erstens ist sie größter Geber des Weltbankfonds Forest Carbon Partnership
Facility (FCPF), der Länder beim Entwurf nationaler REDD+-Strategien sowie
bei der Planung und Durchführung von REDD+-Projekten unterstützt und auch
Zahlungen auf der Basis nachgewiesener Emissionsreduktionen für
erfolgreiche REDD+-Projekte leistet. Aktiv ist der FCPF beispielsweise in der
Demokratischen Republik Kongo, die sich als REDD+-Pilotregion beworben hat.
Zweitens führen GIZ und KfW im Auftrag der Bundesregierung das Programm
REDD Early Movers (REM) durch, in dessen Rahmen Länder für die
erfolgreiche Umsetzung von REDD+-Projekten finanziell belohnt werden. REM
versteht sich als „Brückenfinanzierung“, für bereits laufende REDD+-Projekte, bis
die Frage der Finanzierung von REDD+-Projekten auf internationaler Ebene
geklärt ist. Bislang hat einzig der brasilianische Bundesstaat Acre Zahlungen
für nachgewiesene Reduktionen aus dem REM-Programm erhalten (www.
dandc.eu „Bonus for early movers“ vom 5. Juli 2014).
Drittens finanziert die Bundesregierung über das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Internationale
Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bilaterale Programme, in denen einzelne
Länder oder Regionen fit für REDD+ gemacht werden sollen.
Da REDD+ in erster Linie als klimapolitisches Instrument entworfen wurde,
steht der entwicklungspolitische Beitrag der REDD+-Maßnahmen für die
Länder des Südens bzw. lokalen Bevölkerungsgruppen nicht immer an erster Stelle.
Obwohl die Rechte lokaler Gruppen durch „Safeguard-Mechanismen“
geschützt werden sollen, kommt es im Rahmen der Vorbereitung oder Umsetzung
von REDD+-Projekten zu Konflikten. Das Informationsportal REDD-Monitor
(
www.redd-monitor.org) informiert seit Jahren regelmäßig über zahlreiche
Klagen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, deren Landnutzung durch REDD-
Projekte beeinträchtigt wird. Ihre Kritikpunkte sind unter anderem die fehlende
Einbindung in die Planung und Durchführung der Projekte, Einschränkungen
ihres Zugangs zu Land, insbesondere dort, wo Landrechtsfragen ungeklärt sind,
Verarmung und Verlust der Ernährungssicherheit durch die Kriminalisierung
ihrer Anbaupraktiken (z. B. Wanderfeldbau).
Die Bundesregierung und andere multilaterale Akteure haben ein Interesse,
schnelle Erfolge bei der Umsetzung von REDD+ zu präsentieren. Daher werden
auch REDD+-Programme in Ländern aufgebaut, obgleich die politischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen fragwürdig sind und REDD+ die Gefahren für
Korruption erhöht. Im Sinne schneller Erfolge werden Programme teilweise
begonnen, ohne ausreichende Informationen über die Entwaldungssituation vor
Ort zu haben. Ein Beispiel hierfür ist das CliPAD Programm, welches in Laos
in zweiter Phase von der GIZ durchgeführt wird. Eine Untersuchung des
renommierten Center For International Forestry Research (CIFOR) beschreibt die
Schwierigkeiten, die bei der Umsetzung des Programms auftraten: In einer der
ausgewählten Projektregionen war die Entwaldungsrate nicht hoch genug, um
ein REDD+-Projekt wirtschaftlich erfolgreich durchzuführen. In der anderen
vorgesehen Projektregion verhinderte der Widerstand des laotischen Militärs
eine Umsetzung der REDD+-Maßnahme in der Grenzregion zu Thailand (www.
cifor.org „REDD+ at the crossroads: Choices and tradeoffs for 2015–2020 in
Laos“).
Zudem ist fraglich, inwieweit REDD+ in der Lage ist, effektiv zum Schutz von
Wäldern beizutragen. Da eingesparte Emissionen honoriert werden sollen,
funktioniert REDD+ beispielsweise nicht in Regionen mit geringer
Entwaldungsrate. Und Studien, u. a. der Organisation Forest Trends, zeigen, dass
REDD+ mit einer derzeitigen Vergütung von 5 US-Dollar pro Tonne CO2 nicht
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/5705in der Lage ist, die eigentlichen Treiber von Entwaldung (z. B. industriellen
oder illegalen Holzeinschlag, Anlage von Soja- und Palmöl-Plantagen)
anzugehen.
Von Seiten der Kritikerinnen und Kritiker ist immer wieder zu hören, dass
REDD+ für die reichen Länder des Nordens billige Emissionszertifikate
generieren soll, die sie im Falle eines verpflichtenden Klimaabkommens als
Gutschrift („offset“) für ihre hohen CO2-Emissionen nutzen können.
Daher stellt sich insgesamt die Frage nach dem entwicklungspolitischen Nutzen
von REDD+.
1. Inwiefern und in welchem Umfang hat sich die Bundesregierung seit dem
Jahr 2008 jährlich an REDD+-Maßnahmen beteiligt, und wofür wurden die
Finanzmittel im Einzelnen verwendet (bitte die Projekte nach Ländern, mit
kurzer Projektbeschreibung und jeweils bereitgestelltem Budget auflisten)?
Auf die Anlage 1 wird verwiesen.
2. Wie hoch ist der Anteil der Gelder, den die Bundesregierung in die FCPF
der Weltbank einzahlt, am Gesamtvolumen der von der Bundesregierung
finanzierten REDD+-Maßnahmen?
Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) beläuft sich der Anteil auf rund 15 Prozent. Für das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) beläuft
sich der Anteil auf 4 Prozent.
3. In welcher Höhe insgesamt und mit welcher genauen Laufzeit stehen dem
REM-Programm finanzielle Mittel zur Verfügung?
REM wird aus Mitteln des Sondervermögens Energie- und Klimafonds (EKF)
der Bundesregierung in Höhe von 56 Mio. Euro für den Zeitraum der Jahre 2012
bis 2019 gefördert. Das BMUB hat im Jahr 2013 zusätzliche Mittel in Höhe von
9 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.
4. Wie viele dieser REM-Mittel wurden bis einschließlich 31. Dezember 2014
ausgegeben, und wofür (bitte nach Empfänger, Zweck, Finanzvolumina
auflisten)?
Bis einschließlich 31. Dezember 2014 wurden 20,2 Mio. Euro für
ergebnisbasierte Zahlungen zur Vergütung von Emissionsreduktionen im Bundesstaat
Acre/Brasilien eingesetzt und an die Landesregierung Acre ausbezahlt. Für die
technische Vorbereitung (REM-Instrumentenförderung) wurden Mittel in Höhe
von rund 5 Mio. Euro zur Programmvorbereitung, zum Aufbau des Carbon
Accountings und zum Aufbau und der Stärkung von Institutionen und
Koordinierungsmechanismen eingesetzt.
Drucksache 18/5705 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode5. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die Bundesregierung
daraus, dass es nach Kenntnis der Fragesteller keine einheitlichen und
verbindlichen Safeguards für alle REDD+-Projekte gibt, und inwiefern setzt
sich die Bundesregierung für eine Vereinheitlichung und Verbindlichkeit der
Safeguards, beispielsweise im Rahmen der Klimaverhandlungen seit dem
Jahr 2008, ein?
Im Rahmen der Klimarahmenkonvention bestehen Entscheidungen für
Safeguards im freiwilligen REDD+-Mechanismus: Bei den VN-Verhandlungen zum
Klimarahmenabkommen wurde im Jahr 2013 in Warschau das REDD+-
Framework beschlossen. Darin wurden auch die sogenannten Cancún-Safeguards für
REDD+ aufgenommen. Dies verpflichtet die Länder, die REDD+-Zahlungen
für vermiedene Entwaldung und Walddegradierung erhalten, darüber zu
berichten, wie sie diese Safeguards in ihrem Land angehen und respektieren.
Die Verhandlungen zu REDD+-Safeguards wurden in der SBSTA (Subsidiary
Body for Scientific and Technological Advice) der UNFCCC (United Nations
Framework Convention on Climate Change) im Juni 2015 fortgeführt, ein
Entscheidungsentwurf wurde an die COP (Conferences of the Parties)
weitergeleitet.
6. Welche Rolle spielt das vom BMZ verabschiedete Menschenrechtskonzept
bei der Bewilligung und Umsetzung von REDD+-Projekten?
Werden REDD+-Maßnahmen vor Bewilligung auf eine Konformität mit
dem Menschenrechtskonzept geprüft?
Wie wird die Anwendung des Konzepts in der Projektumsetzung
gewährleistet?
Wurden hierzu Evaluierungen vorgenommen, und wenn ja, zu welchen
Ergebnissen sind diese gekommen?
Wenn nein, warum nicht?
Menschenrechtliche Risiken und Wirkungen der vom BMZ finanzierten
Vorhaben – einschließlich REDD+-Maßnahmen – werden auf verschiedenen Ebenen
und zu verschiedenen Zeitpunkten vom BMZ, den Botschaften und den
Durchführungsorganisationen geprüft. Auch bei der Umsetzung von Projekten der
Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMUB werden sozioökonomische
Auswirkungen beachtet und die Einhaltung der Menschenrechte in
Zusammenarbeit mit Botschaften und Durchführungsorganisationen überprüft. Das BMZ-
Menschenrechtskonzept (2011) und der BMZ-Leitfaden zur Berücksichtigung
von menschenrechtlichen Standards und Prinzipien, einschließlich Gender, sind
bei der Erstellung von Programmvorschlägen der deutschen staatlichen
Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit (2013) für die
Durchführungsorganisationen (u. a. der GIZ GmbH, KfW Bankengruppe) verbindlich. Aus diesem
Grund sind die Prinzipien zur Sicherstellung von Umwelt- und Sozialstandards
sowie die Berücksichtigung von Menschenrechten auf Ebene der Prinzipien
zwischen BMUB und BMZ kohärent, auch wenn der methodische Ansatz in
Projektplanung und -umsetzung voneinander abweicht, was sich jedoch
zwangsläufig aus den unterschiedlichen Förderinstrumenten ergibt.
Evaluierungen, die sich explizit mit dem Themenkomplex REDD+ und dem
Menschenrechtskonzept des BMZ befassen, sind der Bundesregierung nicht
bekannt.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/57057. Arbeiten die in die Umsetzung konkreter REDD+-Maßnahmen involvierten
deutschen Akteure (BMZ, KfW, GIZ, BMUB) nach den gleichen
menschenrechtlichen Standards und Leitlinien?
Wenn ja, welche sind dies?
Wenn nein, warum nicht?
Auf die Antwort zu Frage 6 wird verwiesen.
8. Inwiefern spielt der Gender-Ansatz als Querschnittsaufgabe, wie ihn das
BMZ in seinem Strategiepapier hervorhebt (
www.bmz.de/de/mediathek/
publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier341_02_2014.pdf), in
REDD+-Programmen der Bundesregierung eine hervorgehobene Rolle?
Wie viele REDD+-Projekte berücksichtigen Gender als relevante Kategorie
bereits in der Konzeptionsphase?
Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass Frauen nicht durch REDD+-
Projekte in besonderer Weise benachteiligt werden, angesichts der Tatsache,
dass Frauen oftmals Hauptverantwortliche für die Grundnahrungssicherung
sind und von den Einschränkungen, z. B. des Wanderfeldbaus, in
besonderer Weise betroffen werden, wohingegen Verträge über die ,
Gewinnverteilung‘ aus REDD+-Projekten i. d. R. mit männlichen Familienmitgliedern
geschlossen werden (vgl.
www.redd-monitor.org/2015/03/12/
reddsafeguards-protecting-investments-or-upholding-rights/)?
Die Durchführung einer Gender-Analyse ist für die Vergabe der entsprechenden
Kennung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) zu Gleichberechtigung der Geschlechter verpflichtend. Folglich
wird die Querschnittsaufgabe Gender grundsätzlich in REDD-Vorhaben der
Bundesregierung berücksichtigt. Beim REDD for Early Movers Programm
(REM) z. B. wird Gender sowohl in der Konzeptionsphase als auch in der
Implementierung berücksichtigt. Gender ist integraler Bestandteil der
Berichterstattung zur Umsetzung und beim Monitoring, wobei explizit erfasst wird,
inwiefern Frauen in der Governance des Programms und bei der Implementierung
des Benefit-Sharing begünstigt werden. In der REM-Projektkomponente im
brasilianischen Bundesstaat Acre finden zusätzlich Initiativen zum Thema
Frauen und Klimawandel statt, die Teilnehmerinnen aus verschiedenen
Bevölkerungsgruppen für das Thema Gender sensibilisieren.
9. Welche Aktivitäten und welche Akteure sind nach Kenntnis der
Bundesregierung die größten Treiber und Ursachen für die Entwaldung in
Brasilien, Laos und in der Demokratischen Republik Kongo?
Welche Strategien befürwortet sie zur Bekämpfung der Treiber und
Ursachen dieser Entwaldung?
Wie groß ist der Anteil der von der Bundesregierung finanzierten REDD+-
Maßnahmen in den drei Ländern, der diese Treiber und Ursachen von
Entwaldung direkt adressiert?
Größte Treiber der Entwaldung in Brasilien sind die extensive Weidewirtschaft
und Sojaanbau. Bis weit in die 2000er-Jahre hinein, war die Entwaldung stark
von Großgrundbesitzern (Rinderzüchtern) geprägt. In den vergangenen Jahren
ist die Entwaldung kleinteiliger geworden und geht zunehmend, so z. B. im
Bundesstaat Acre, auch von Kleinbauern und insbesondere Agrarreformsiedlungen
aus. Seit dem Jahr 2006 konnte die brasilianische Regierung die Entwaldung in
Amazonien um über 80 Prozent reduzieren. Dies geschah über unterschiedliche
Politikmaßnahmen und Förderprogramme: verbesserte Landnutzungsplanung,
Ausweisung von Schutzgebieten, konsequentere Umsetzung von Umweltgeset-
Drucksache 18/5705 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodezen sowie positive ökonomische Anreize für nachhaltige Waldwirtschaft (z. B.
traditionelle Kautschukzapfer) und nachhaltige Landwirtschaft (Schaffung
Einkommensalternativen ohne zusätzlichen Landverbrauch).
Wesentliche Gründe und Ursachen der Abholzung und Walddegradierung in
Laos sind (i) die Brandrodung der ansässigen Bauern für Subsistenz- und
Marktproduktion; (ii) die großflächige Umwandlung von Waldflächen in Plantagen
und landwirtschaftliche Flächen; (iii) der illegale Holzeinschlag, dem häufig
eine Umwandlung der Flächen in Ackerbauflächen bzw. die Brandrodung der
Flächen folgt und (iv) der Bau von Wasserkraftwerken.
In der Demokratischen Republik Kongo sind die Haupttreiber von Entwaldung
weniger klar umrissen (DRC FCPF R-PP, 2010), ein beträchtlicher Anteil der
Abholzung läßt sich auf die Produktion von Holzkohle bzw. die Gewinnung von
Feuerholz zurückführen.
Insgesamt gesehen, sind die Treiber von Entwaldung regional sehr
unterschiedlich, demnach sind die Strategien und Maßnahmen, die zur Bekämpfung der
Treiber und Ursachen von Entwaldung ergriffen werden müssen, entsprechend
vielfältig.
Bei kleinbäuerlicher Brandrodung sind dies z. B. alternative,
einkommensschaffende Maßnahmen bzw. Umstellung der Landwirtschaft auf nachhaltige
Produktion (z. B. Förderung von Agroforstwirtschaft, Maßnahmen zur nachhaltigen
Produktivitätssteigerung auf bestehenden Flächen, um Druck auf Waldflächen
zu reduzieren, Integration von Viehhaltung und Ackerbau, Nachernteschutz, um
Verluste einzudämmen u. Ä.). Bei der Agrarwirtschaft spielen die für die
einzelnen Sektoren eingerichteten „runden Tische“ (z. B. RSPO für Palmöl oder RTRS
für Soja) eine wichtige Rolle. Darin soll sich die Industrie gemeinsam mit den
Partnerländern darauf verständigen, die oben genannten Produkte auf
nachhaltige und umweltverträgliche Weise zu produzieren. Insbesondere bei der sehr
extensiven Viehzucht besteht ein großes und kostengünstiges Potenzial zur
Intensivierung und damit zur Vermeidung von Entwaldung. Weiterhin gibt es in
Lateinamerika und Asien große Flächen, die bereits entwaldet sind und die für
eine agrarwirtschaftliche Nutzung in Wert gesetzt werden können, anstatt immer
neue Waldflächen zu roden.
REDD-Strategien im Rahmen des künftigen Klimaübereinkommens werden nur
dann langfristig in den Waldländern erfolgreich sein, wenn sie neben der
Verbesserung der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen auch Lösungen für die
Treiber der Entwaldung umfassen. Vor-Ort-Maßnahmen gegen die Treiber der
Entwaldung sind durch konsumentenseitige Maßnahmen zu ergänzen. Die
Bundesregierung unterstützt beispielsweise Legalitätssicherung bei Holzimporten
(FLEGT).
Die von der Bundesregierung finanzierten REDD-Maßnahmen sind in allen drei
Ländern (in oben dargestellter differenzierter Form) direkt auf die Bekämpfung
der wichtigsten Entwaldungstreiber ausgerichtet.
10. Inwiefern, jeweils wann und bezogen auf welches Gebiet (Welt,
Kontinente, Länder, Regionen etc.) wurden seit dem Jahr 2000 Evaluierungen
über die Wirksamkeit von Aktivitäten der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit mit dem Schwerpunkt auf den Wald durchgeführt?
Falls ja, welche sind dies, und welche Erkenntnisse hat die
Bundesregierung aus diesen Evaluierungen für REDD+-Aktivitäten gewonnen und
gezogen?
Evaluierungen der durch das BMZ geförderten Projektmaßnahmen finden
gemäß den Richtlinien des BMZ statt; dies gilt auch für Aktivitäten der deutschen
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/5705Entwicklungszusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Wald; dabei wird
besonders auf die Wirksamkeit geachtet; eine wichtige, gemeinsam mit dem Partner
gewonnene Erkenntnis aus den Evaluierungen von REDD+-Aktivitäten lautet,
dass die Qualifizierungsmaßnahmen für REDD+ in vielen Ländern länger
dauern als zunächst prognostiziert.
Die IKI des BMUB hat in einer groß angelegten Evaluierung insgesamt 115
Einzelprojekte, die in den Jahren 2008 und 2009 begonnen wurden, auf ihre
Wirksamkeit überprüft. Hiervon waren 27 Projekte den Themen REDD und
klimarelevanter Biodiversität zugeordnet. Die Evaluierung wurde im Jahr 2010 in
Auftrag gegeben, der finale Bericht wurde im Jahr 2013 auf der Homepage des
UBA veröffentlicht. Die evaluierten Einzelprojekte arbeiteten sowohl auf
globaler Ebene, in bestimmten Regionen wie dem Kaukasus oder der Guyana Region,
als auch in spezifischen Ländern (Aserbaidschan, Brasilien, China, DR Kongo,
Indien, Indonesien, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Kasachstan,
Mexiko, Papua Neuguinea, Peru, Russland, Sambia, Südafrika, Tadschikistan,
Tansania, Türkei, Turkmenistan, Weißrussland (Belarus), Ukraine).
Neben den Einzelprojektevaluierungen wurde eine Evaluierung des Clusters
„Biodiversität und Kohlenstoffsenken“ durchgeführt, bei der alle 27 Projekte
des Clusters gemeinsam ausgewertet wurden.
Eine Erkenntnis der Clusterevaluierung bezieht sich darauf, dass Projekte auch
mit engem zeitlichem Horizont gute Ergebnisse erzielen können, wenn sie an
laufende Projekte angebunden werden und auf etablierte Projektstrukturen
zurückgreifen können. Als wichtiger Erfolgsfaktor wurde von den Evaluatoren
ebenfalls die Wichtigkeit der umfassenden Einbeziehung der Projektpartner
genannt, um langfristige „Ownership“ zu sichern. Der Erfolg der Maßnahmen war
daher von entwicklungspolitischer und projektbezogener Kontinuität abhängig.
Die Ergebnisse der Evaluierung der IKI gehen in die Steuerung der Projekte
sowie der Ausrichtung des Programms ein. Des Weiteren bildet die Evaluierung
eine Grundlage für die Weiterentwicklung des gesamten Förderprogramms IKI.
11. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung zahlreicher Akteure, die
REDD+ als Instrument eines paradigmatischen Wechsels in der
Entwicklungszusammenarbeit sehen, da Zahlungen erst nach erfolgtem Nachweis
der Emissionsreduktion erfolgen sollen (
www.cgdev.org/sites/default/files/
CGD-Climate-Forest-Paper-Series-16-Pistorius-Kiff-German-politics-
REDD.pdf)?
Lässt die Bundesregierung die Umsetzung von REDD+, auch aufgrund
dieser unter Umständen weitreichenden Auswirkungen von REDD+ für
die Entwicklungszusammenarbeit, wissenschaftlich begleiten?
Wenn ja, welche Ergebnisse liegen hierzu bisher vor?
Wenn nicht, warum nicht?
Durch eine ergebnisbasierte Vergütung von Emissionsreduktionen leistet
REDD+ einen Beitrag zu mehr Ergebnisorientierung in der
Entwicklungszusammenarbeit. Die Paris-Erklärung (Paris Declaration on aid Effectiveness,
2005) unterstützt diesen Ansatz explizit. Erstmals werden somit mit dem
REDD+-Mechanismus über Projektmittel hinaus echte
Kompensationszahlungen für den Verzicht auf Waldumwandlung oder nicht nachhaltige Nutzung und
stattdessen Waldschutz und Einführung einer nachhaltigen
Waldbewirtschaftung angeboten. Darüber hinaus zielt der REDD+-Mechanismus auf gesamte
Landesflächen und nicht nur Projektflächen und birgt daher ein wesentlich
größeres Potenzial. Die Bundesregierung sieht diesen Ansatz komplementär zu
traditionellen Projektansätzen.
Drucksache 18/5705 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeBisher gibt es nur wenige Erfahrungen mit ergebnisbasierter REDD+-
Förderung. Politisch wurde dieser Ansatz durch die COP-19-Entscheidungen in
Warschau (2013) und durch die New Yorker Walderklärung (2014) stärker in den
Fokus der internationalen Zusammenarbeit gerückt. Eine durchgängige
wissenschaftliche Begleitung von durch die Bundesregierung finanzierten REDD+-
Maßnahmen findet bisher nicht statt. Die Wirkungen der REDD+-Maßnahmen
werden im Rahmen eines Wirkungsmonitorings – das für
Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und internationale Zusammenarbeit insgesamt gilt – dargestellt.
12. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die Bundesregierung
aus den Beschwerden traditioneller Waldbewohnerinnen und
Waldbewohner und indigener Völker, dass ihre Praxis Wanderfeldbau („rotational
farming“, „shifting cultivation“ oder „slash-and-burn agriculture“) zu
betreiben, auch im Rahmen von REDD+-Programmen kriminalisiert wird
(
www.infoe.de/web/images/Pdf/INFOE_Indigene_%20Volker_
Klimaverhandlungen.pdf) vor dem Hintergrund, dass
a) Wanderfeldbau nicht bloß eine Nutzungsform, sondern einen
integralen Bestandteil der Lebensweise und kulturellen Identität indigener
Völker darstellen kann,
b) Wanderfeldbau trotz eines allgemeinen Rückgangs noch immer eine
wesentliche Rolle bei der Bereitstellung von Lebensgrundlagen und
Ernährungssicherheit vieler Waldvölker spielt (
www.iwgia.org/iwgia_files_
publications_files/0694_AIPPShifting_cultivation_livelihoodfood_
security.pdf),
c) Wanderfeldbau auch einen Beitrag zur CO2-Aufnahme liefern kann und
mehr CO2 einspeichert als emittiert, wie etwa für den Wanderfeldbau
durch das indigene Volk der Karen in Thailand nachgewiesen ist (www.
iwgia.org/iwgia_files_publications_files/0510_Karen_Community_
Carbon_Footprint.pdf; S. 22),
d) die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten
Nationen (FAO), VN-Entwicklungsprogramm (UNDP) und VN-
Umweltprogramm (UNEP) nicht etwa Wanderfeldbau, sondern die
Intensivierung von Landwirtschaft und großflächige industrielle Plantagen als
Hauptursachen für Entwaldung in Asien ausmachen (
www.unfccc.int/
resource/docs/2012/smsn/ngo/235.pdf; S. 2),
e) Wanderfeldbau keine Entwaldung per se, sondern nach FAO-Kriterien
lediglich eine Modifizierung des Waldes verursacht (
www.unfccc.int/
resource/docs/2012/smsn/ngo/235.pdf; S.2)?
Grundsätzlich geht es bei den durch die Bundesregierung geförderten REDD
Ansätzen um die Entwicklung von nachhaltigen Strategien, die die Emissionen
aus Entwaldung und Walddegradation langfristig senken sollen. Dazu ist die
direkte Einbeziehung der indigenen und waldabhängigen Gemeinden notwendig,
was über partizipative Prozesse, differenzierte und auf Zielgruppen angepasste
Benefit-Sharing-Programme sowie die Entwicklung von Safeguardsystemen
gewährleistet wird.
Die Treiber von Entwaldung sind regional sehr unterschiedlich und müssen im
Zusammenspiel betrachtet werden; es ist unbestritten, dass industrielle
Landwirtschaft einen maßgeblichen Anteil zu der globalen Entwaldung beiträgt.
Während in Afrika und in Teilen Asiens die kleinbäuerliche Brandrodung von
Bedeutung ist, ist die Agrarwirtschaft (Palmöl, Soja, Zuckerrohr) in Asien und
Lateinamerika, insbesondere auch für die Produktion von Biokraftstoffen, der
größte Treiber.
Die Bedeutung von Wanderfeldbau ist regional sehr unterschiedlich, aber
allgemein lässt sich beobachten, dass die Systeme sich immer weiter von der tra-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/5705ditionellen Nutzung entfernen. Steigender Bevölkerungsdruck, städtische
Nachfrage nach Energieholz und Anbau von Cash-Crops führen zu kürzeren
Rotationszyklen und größerem Flächenbedarf mit nachfolgender Degradation, so
dass zunehmend die Grenzen der Nachhaltigkeit überschritten werden. Dieser
Prozess lässt sich beispielhaft in Laos beobachten. Die von der Bundesregierung
unterstützen Programme arbeiten im direkten Dialog mit der lokalen
Bevölkerung an der Erarbeitung von nachhaltigen Nutzungsstrategien, Wanderfeldbau
kann unter den richtigen Umständen die angebrachte Nutzungsstrategie sein. In
Laos wird beispielsweise im Rahmen von CliPAD (Climate protection through
avoided deforestation) an partizipativer Landnutzungsplanung mit den
Gemeinden gearbeitet, um die Lebensgrundlage auch bei wachsender Bevölkerung zu
sichern.
Der Bundesregierung sind keine Fälle bekannt, in denen die REDD+-Förderung
mit Bundesmitteln zu einer Kriminalisierung von Wanderfeldbau geführt hätte.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass durch REDD+ die
Lebensbedingungen von Kleinbauern, Kautschukzapfern und Indigenen, wie dies z. B. in Acre/
Brasilien der Fall ist, nicht bedroht, sondern im Gegenteil erheblich verbessert
werden.
13. Inwiefern stellt die Bundesregierung sicher, dass das Ziel des
Waldschutzes, und insbesondere von REDD+-Maßnahmen, keine negativen Effekte
auf die Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung haben?
Auf die Antwort zu Frage 12 wird verwiesen. Die Ernährungssicherheit der
lokalen Bevölkerung ist eine der Leitlinien des BMZ, die auch im Sektorkonzept
Wald aus dem Jahr 2002 verankert ist, zudem wird die Bedeutung dieser
Leitlinie auch durch die Sonder-Initiative eine Welt ohne Hunger (SeWoH)
demonstriert. Insgesamt ist eine integrierte und sozialverträgliche
Landnutzungsplanung, die partizipativ indigene und lokale Gemeinschaften einbindet, von
grundlegender Bedeutung für nachhaltiges Landmanagement und damit auch
für die Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung.
Indem REDD+-Maßnahmen gleichzeitig auf Schutz und auf nachhaltige Wald-
und Landwirtschaft gerichtet sind, stehen sie aus Sicht der Bundesregierung
nicht in Konflikt mit der Ernährungssicherheit, sondern verbessern die
Produktionsbedingungen von waldabhängigen Bevölkerungsgruppen.
14. Inwiefern stellt die Bundesregierung sicher, dass im Zuge ihrer REDD+-
Aktivitäten die Nutzungs- und Landrechte der lokalen Bevölkerung
respektiert werden?
Bei der Antragstellung müssen die REDD+-Länder darlegen, welche die
aktuelle Landrechtssituation in ihrem Land und insbesondere im Programmgebiet
ist und wie, im Falle von ungeklärten Landrechten oder Konflikten, damit im
Rahmen des REDD+-Programmes umgegangen wird. Das BMZ legt großen
Wert auf eine menschenrechtsbasierte Ausgestaltung der Ländervorschläge, die
insbesondere die Nutzungs- und Landrechte indigener Völker berücksichtigt.
Beim Programm REDD for Early Movers wird durch spezielle Benefit Sharing
Programme auch der Teil der indigenen bzw. waldabhängigen Bevölkerung
begünstigt, die keine formellen oder kollektiven Nutzungsrechte haben.
In der Berichterstattung müssen REDD+-Partner eventuell im Rahmen des
REDD+-Programmes entstandene Konflikte identifizieren und auch zu den
landrechtsrelevanten Safeguards berichten.
Drucksache 18/5705 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeLandnutzungsplanung und Landrechtsklärung können zudem
Finanzierungsgegenstand von REDD+-Programmen sein. So kann ergebnisbasierte REDD+-
Finanzierung diese sogenannten Co-Benefits fördern. Im Rahmen der
trilateralen Vereinbarung zwischen Peru, Norwegen und Deutschland zum Beispiel
(
www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/
waldpartnerschaft_gemeinsame_presseerklaerung_en_bf.pdf) wurde die
Titulierung von zusätzlich 5 Millionen Hektar Land in indigenen Gemeinden
(comunidades nativas) als Meilenstein für eine ergebnisbasierte REDD+-Finanzierung
vereinbart.
15. In welcher Weise berücksichtigt die Bundesregierung bei der Umsetzung
konkreter REDD+-Projekte die energetischen Bedürfnisse der lokalen
Bevölkerung, z. B. den Bedarf an Holz und Holzkohle oder die aktive zur
Verfügungstellung von alternativen Energiequellen mit dem
dazugehörigen Fachwissen über ihre Nutzung zu Kosten, die die Menschen tragen
können?
Auf die Antwort zu Frage 12 wird verwiesen. Die Bundesregierung unterstützt
über ihre Durchführungsorganisationen in erster Linie die Arbeit an den
Rahmenbedingungen, die die Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen einer
partizipativ erarbeiteten REDD+-Strategie ermöglichen. Die Grundversorgung der
Bevölkerung steht hierbei an oberster Stelle; sollte die Treiberanalyse in einem
Land ergeben, dass die Energieholzgewinnung einen wesentlichen Anteil an der
Entwaldungsdynamik des Landes hat, wird gezielt zu Strategien beraten, die zu
einer nachhaltigeren Nutzung mit dem Ziel einer nachhaltigen
Waldbewirtschaftung führen und die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung berücksichtigen. Dies
ist insbesondere wichtig, weil ohne direkte Einbeziehung der Bevölkerung eine
langfristige Reduktion der Emissionen aus Entwaldung und Degradation nicht
möglich ist. Dieses Engagement geht aber über den Rahmen konkreter REDD+-
Vorhaben hinaus und wird im Rahmen von verschiedenen Programmen
bearbeitet, als Beispiel kann das deutsch-madagassische Umweltprogramm dienen
(
www.giz.de/de/weltweit/20052.html). Mehrere REDD+-Programme, die z. B.
für den Carbon Fund der Forest Carbon Partnership Facility (FCPF) in
Vorbereitung sind, sehen auch Initiativen für verbesserte Energieversorgung vor.
16. Sind der Bundesregierung Beschwerden zu REDD+-Projekten der
Weltbank bekannt?
Wenn ja, wie wurde mit diesen verfahren?
a) Inwiefern sind nach Kenntnis der Bundesregierung von REDD+-
Maßnahmen real oder potenziell betroffene Menschen darüber aufgeklärt
worden, dass es eine Beschwerdemöglichkeit gibt und wie
Beschwerden bei wem eingereicht werden können?
b) Zu welchen Ergebnissen kamen nach Kenntnis der Bundesregierung
etwaige Überprüfungen von Beschwerden, und wie wurden die
angesprochenen Probleme schließlich gelöst?
c) Kam es durch Beschwerden zu Anpassungen in laufenden oder noch in
Planung befindlichen REDD+-Projekten?
Wenn ja, inwiefern?
Wenn nein, warum nicht?
Auf die Antwort zu Frage 17 wird verwiesen. Beschwerden zur Vorbereitung
von REDD+-Projekten der Weltbank, werden direkt an die Weltbank bzw. an das
Entscheidungsgremium der FCPF, das Participants Committee, gerichtet. Dort
werden sie aufgegriffen und die betroffenen Länder per Resolution zu Regelung,
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/5705Korrektur oder Nacharbeiten, z. B. weitere Konsultationen, aufgefordert. Dies
wird überprüft, bevor der nächste Schritt der Bewilligung von Finanzmitteln
erfolgt.
17. Gingen beim BMZ Beschwerden zu REDD+-Projekten der Weltbank ein
(vgl. Bundestagsdrucksache 17/10739, S. 11)?
Wenn ja, wie wurde mit diesen verfahren?
Außer den in den Fragen 41 ff. thematisierten Aspekten zu REDD-Vorhaben der
Weltbank in der DR Kongo lagen dem BMZ keine Beschwerden bezüglich
konkreter REDD+-Programm-Konzepte der Weltbank vor. Die dem BMZ
bekannten Beschwerden beziehen sich eher generell auf einzelne nationale REDD+-
Prozesse und nicht auf spezifische REDD+-Programme der Weltbank, wie in der
angesprochenen Bundesdrucksache beschrieben. Die hier vorliegenden
Bedenken werden gemäß der oben beschriebenen Verfahren in den Diskurs
aufgenommen und soweit vorhanden im Rahmen der bilateralen Programme bearbeitet.
Da es sich um nationale Prozesse unter Beteiligung aller Stakeholdergruppen
handelt, kann es sich nur um eine beratende und moderierende Funktion
handeln.
18. Inwiefern steht den Betroffenen bei den deutschen
Durchführungsorganisationen oder der Bundesregierung (KfW, GIZ, BMZ, BMUB) im Falle
von Konflikten oder Problemen ein Beschwerdemechanismus zur
Verfügung?
a) Wie funktionieren die Beschwerdemechanismen im Einzelnen?
b) Inwiefern sind von REDD+-Maßnahmen real oder potenziell
betroffene Menschen darüber aufgeklärt worden, dass es eine
Beschwerdemöglichkeit gibt und wie Beschwerden bei wem eingereicht werden
können?
c) Welche Beschwerden sind zu welchen genauen Zeitpunkten und
bezüglich welcher REDD+-Projekte an die Bundesregierung bzw.
deutschen Durchführungsorganisationen herangetragen worden?
d) Zu welchen Ergebnissen kamen etwaige Überprüfungen von
Beschwerden, und wie wurden die angesprochenen Probleme schließlich
gelöst?
e) Kam es durch Beschwerden zu Anpassungen in laufenden oder noch in
Planung befindlichen REDD+-Projekten?
Wenn ja, inwiefern?
Wenn nein, warum nicht?
Programme der deutschen EZ werden mit und durch unsere Partner umgesetzt.
Aus Sicht der Bundesregierung ist es wichtig, einen Beschwerdemechanismus
auf der Ebene der Projektpartner in den Partnerländern anzusiedeln. Sollte auf
Partnerseite vor dem Start der Projektimplementierung noch kein
Beschwerdemechanismus existieren, ist z. B. im Falle des REM-Programms die Einrichtung
eines speziellen REDD+-Beschwerdemechanismus in den ersten zwei Jahren
der Projektdurchführung vorgesehen. In Acre wurde ein solcher Mechanismus
im Jahr 2014 formell für das bundesstaatliche REDD+-Programm (SISA)
eingerichtet. Dieses ist bei der bundesstaatlichen Behörde für öffentliches Recht PGE
angesiedelt, um Unabhängigkeit gegenüber dem Programm sicherzustellen, das
wiederum beim bundesstaatlichen Klimawandelinstitut angesiedelt ist.
Vorschläge und Beschwerden sowie relevante Unterlagen und Informationen
können schriftlich oder mündlich, online oder persönlich eingereicht werden. Erste
Drucksache 18/5705 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeBeschwerden sind eingereicht worden und betreffen in erster Linie private
REDD+-Projekte die außerhalb des SISA ins Leben gerufen wurden. Die
Beschwerden werden von der Behörde für öffentliches Recht PGE geprüft und
beantwortet. Zudem werden sie in dem Beteiligungsgremium CEVA diskutiert, um
eventuelle Handlungs- und Kommunikationsempfehlungen für das Programm
zu identifizieren. Eine Anpassung von laufenden oder in Planung befindlicher
Maßnahmen war nach Einschätzung des unabhängigen
Beschwerdemechanismus und der CEVA bisher nicht notwendig.
19. Welche Fälle sind der Bundesregierung bekannt, in denen es im Rahmen
von REDD+-Maßnahmen, an denen die Bundesregierung beteiligt war, zu
Verletzungen von Menschenrechten und bzw. oder indigenen Rechten
gekommen ist?
Der Bundesregierung sind keine Verletzungen der Menschenrechte und/oder
indigener Rechte in Vorhaben bekannt, die mit deutschen Mitteln gefördert
werden.
20. Wie geht die Bundesregierung damit um, wenn die örtliche Bevölkerung
bei REDD+-Maßnahmen keinen homogenen Akteur darstellt und es
innerhalb von Gemeinschaften Interessenskonflikte gibt?
Nach welchen Kriterien wird schließlich entschieden, welche Interessen
berücksichtigt werden, und welche nicht?
Im Rahmen der Durchführung von REDD+-Programmen finden die geltenden
Vorgaben der EZ und der internationalen Zusammenarbeit sowie die Vorgaben
zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen und von Verletzungen von
indigenen Rechten Anwendung. Beim REM-Programm entwickeln die REDD+-
Partner einen Benefit Sharing Plan mit unterschiedlichen Komponenten (siehe dazu
Antwort zu Frage 31), die auf verschiedene Akteure abzielen. So können
unterschiedliche Bevölkerungsgruppen auf differenzierte Weise begünstigt werden.
Das BMZ legt bei der Ausgestaltung der Ländervorschläge Wert auf eine
umfassende und effektive Teilhabe aller Betroffenen und unterstützt daher
insbesondere die Beteiligung der Interessensvertretungen indigener Völker.
21. Wie viel Geld hat die Bundesregierung seit dem Jahr 2000 für Wald- und
Biodiversitätsschutz sowie REDD+ im Bundesstaat Acre ausgegeben
(bitte einzelne Projekte auflisten mit kurzer Projektbeschreibung und
jeweils bereitgestelltem Budget)?
a) Wie viel hiervon wurde für die Demarkierung von indigenem Land
eingesetzt?
b) Wie viel wurde für Maßnahmen, die als REDD+-Maßnahmen verbucht
werden, eingesetzt?
c) Wie viel wurde für „Nachhaltige Waldbewirtschaftung/Sustainable
Forest Management/Manejo Sustentavel“ eingesetzt?
Wieviel davon unterstützte Waldbewirtschaftung in Gebieten der
Kautschuk-Zapfer (manejo florestal comunitário) und wieviel
Waldbewirtschaftung durch Privatunternehmer (manejo empresarial)?
d) Wie viel floss in andere Maßnahmen, und in welche?
Die REM-Kooperation ist der erste direkte Finanzierungsvertrag mit dem
Bundesstaat Acre. In diesem Rahmen wurden bisher 20,2 Mio. Euro (aus
Haushaltsmitteln von BMZ und BMUB) zur Vergütung von nachgewiesenen
Emissionsreduktionen eingesetzt.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/5705Seit dem Jahr 2000 wurden im Rahmen des Pilotprogramms zum Schutz des
Tropenwaldes (PP-G7) und dann im Rahmen des deutsch-brasilianischen
Tropenwaldprogrammes unterschiedliche Maßnahmen gefördert, deren
Projektträger das brasilianische Umweltministerium war. Innerhalb dieser Programme
sind sowohl FZ- als auch TZ-Mittel nach Acre geflossen. Das Gleiche gilt für
IKI-geförderte Maßnahmen.
22. Wie bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit der unterschiedlichen
Maßnahmen, und auf welcher Basis kommt sie zu dieser Bewertung?
Was ist der Bundesregierung bekannt über die Bewertung der Maßnahmen
durch die jeweiligen Zielgruppen?
Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird im Rahmen des für die EZ und das
BMUB gültigen Wirkungsmonitorings dargestellt. Die Wirkungsindikatoren
werden vor Projektstart festgelegt. Die Erfassung der Wirkung der Maßnahmen
auf die Zielgruppen ist Teil des Projektmonitorings.
23. Welche Verträge und Abkommen bestehen zwischen der Bundesregierung
und dem brasilianischen Bundesstaat Acre, die für REDD+-Aktivitäten
relevant sind, und was regeln diese Abkommen jeweils?
Es besteht kein Vertrag und/oder Abkommen zwischen der Bundesregierung
und dem brasilianischen Bundestaat Acre. Zwischen dem Bundesstaat Acre und
der KfW gibt es zwei Finanzierungsverträge, die die Durchführung des REM-
Programms regeln.
24. Worauf führt es die Bundesregierung zurück, dass bisher lediglich Acre
ins REM-Programm aufgenommen wurde?
Wie ist der Stand der Prüfung einer Aufnahme von Ecuador und
Kolumbien in das REDD-Programm, mit denen im Dezember 2014 eine
Absichtserklärung unterzeichnet wurde (
www.reddplussafeguards.com/?p=1202)?
Wurde eine Aufnahme anderer Länder bzw. Bundesstaaten geprüft?
Wenn ja, welche, und woran scheiterte die Aufnahme in das REM-
Programm?
Aus Sicht der Bundesregierung ist die REM-Umsetzung bisher zügig und
erfolgreich angelaufen. Das Programm Acre befindet sich in Durchführung, die
Vorbereitung des Programms Ecuador ist abgeschlossen, wird aber wegen der
Aussetzung der EZ mit Ecuador im Umweltbereich derzeit nicht umgesetzt. Die
Vorbereitung in Kolumbien befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium.
Eine Aufnahme weiterer Länder in das Programm wurde bisher nicht geprüft.
25. Inwiefern unterstützt REM die Demarkierung von indigenen Gebieten in
Acre oder anderen Regionen?
Die Demarkation von indigenen Gebieten ist nicht Teil des REM-Programms in
Acre. Eine spezielle Benefit-Sharing Komponente für Indigene unterstützt u. a.
Aktivitäten zum Schutz von indigenen Gebieten.
Drucksache 18/5705 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode26. Welche Zusagen für Anreiz-Zahlungen (REM-AZ) wurden seit der
Gründung von REDD Early Movers von Seiten der Bundesregierung gemacht,
und wie viel Geld davon wurde bereits ausgegeben (bitte Auflistung nach
Empfänger, Finanzvolumina, Zweck)?
Die Bundesregierung erteilt seine Zusage für REM auf Basis des
Gesamtprogramms. Der Vorschlag zur Aufteilung der Mittel auf die Modalitäten des
Programms (REM-AZ, REM-V) obliegt den Durchführungsorganisationen. Zum
jetzigen Zeitpunkt wurde der Bundesregierung kein Vorschlag für REM-AZ zur
Zustimmung vorgelegt.
27. Welche Vergütungen von Emissionsreduktionen (REM-V) wurden bereits
gezahlt (bitte Auflistung nach Empfänger und Finanzvolumina)?
Auf die Antwort zu Frage 4 wird verwiesen.
28. Wie viele Tonnen CO2 an Emissionsreduktionen hat der brasilianische
Bundesstaat Acre der Bundesregierung bereits zu welchen Zeitpunkten
nachgewiesen?
Wurden auch Zahlungen vor Nachweis der erbrachten Reduktionen
geleistet?
Der brasilianische Bundesstaat Acre hat gegenüber der KfW bis einschließlich
10. Juli 2015 Emissionsreduktionen in Höhe von 29,34 Millionen Tonnen CO2e
nachgewiesen, von denen durch das REM-Programm 5,52 Millionen Tonnen
CO2e vergütet wurden. Die vergüteten Emissionsreduktionen wurden in ein
Register eingetragen und stillgelegt. Darüber hinaus hat der Bundesstaat Acre
einen Eigenbeitrag in Höhe von insgesamt 6,03 Millionen Tonnen CO2e
geleistet, der ebenfalls in ein Register eingetragen und stillgelegt wurde. Der
Nachweis erbrachter Emissionsreduktionen bildet die Basis für eine entsprechende
Vergütung. Zahlungen vor Nachweis der erbrachten Reduktionen wurden nicht
geleistet.
29. Wie werden im REM-Programm die für den Erhalt der Zahlungen
notwendigen Maßnahmen in Acre (vor-)finanziert?
Das REM-Programm vergütet die Vorleistungen des Bundesstaates Acre (Early
Mover) ex post. Der Erhalt von Zahlungen setzt eine erfolgreiche
Entwaldungsreduktion voraus. Eine Vorfinanzierung durch REM findet nicht statt.
30. Wie wurde in Acre die Höhe der Entwaldung festgelegt, auf deren Basis
die Verminderung der Entwaldung im Rahmen von REM berechnet wird?
Die Berechnung von Emissionsreduktionen erfolgt auf der Grundlage eines
historischen Referenzszenarios, der sogenannten Baseline der Entwaldung in den
Jahren 2001 bis 2010.
Herangezogen werden die Daten des brasilianischen
Weltraumforschungsinstituts INPE, die im Rahmen des Überwachungssystems PRODES erhoben
werden. Alle diesbezüglichen technischen und methodischen Schritte sind auf der
Internetseite von INPE öffentlich einsehbar.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/570531. Inwieweit besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den über REM
finanzierten Maßnahmen und den vom Bundesstaat Acre nachgewiesenen
Emissionseinsparungen?
Wie wird dieser Zusammenhang überprüft?
Ein quantifizierbarer Zusammenhang zwischen den über REM finanzierten
Maßnahmen und generierten Emissionseinsparungen besteht in einem
Vergütungssystem, das ex post die Vorleistungen des Bundesstaates honoriert, nicht.
Die Kohlenstoffbuchhaltung setzt bewusst auf der Ebene des Bundesstaates und
nicht auf der Ebene von Einzelmaßnahmen an. Letzteres würde zu hohen
methodischen Unsicherheiten führen.
Die Vergütungsmittel werden zur Konsolidierung und Weiterentwicklung der
bundesstaatlichen Waldschutzpolitik eingesetzt und durch ein qualitatives
Monitoring begleitet, das u. a. die Eignung der Maßnahmen zu Emissionsreduktion
beizutragen zum Inhalt hat.
Der Einsatz der REM-Vergütungsmittel fließt nach einem mit dem Partner
vereinbarten Benefit Sharing System zum einen in Gebiete an der Agrargrenze, in
denen der Entwaldungsdruck hoch ist (kleinbäuerliche Weidewirtschaft und
Agrarreformsiedlungen) und zum anderen in Gebiete, in denen die Entwaldung
gering ist, die aber ein hohes Kohlenstoffreservoir umfassen, z. B. indigene
Territorien und Schutzgebiete. Durch letzteres soll eine ausgewogene Förderung
erfolgen, die sich nicht nur an ehemalige Waldzerstörer richtet, die bereit sind, ihr
Verhalten im Hinblick auf Nachhaltigkeit zu verändern, sondern auch an jene,
die traditionell den Wald schützen (Indigene und traditionelle Kautschukzapfer)
und dies auch in Zukunft tun sollen.
32. Welche Regelungen bzw. Übereinkünfte über Sanktionen (z. B.
Rückzahlungen) sieht das REM-Programm vor, und wie funktionieren die
entsprechenden Kontroll- und Monitoringmechanismen, falls ein Akteur (z. B.
der Bundesstaat Acre) die versprochenen Emissionseinsparungen nicht
erfüllt bzw. es nach der Auszahlung der ergebnisbasierten Zahlungen zu
einer Zerstörung des Waldes und damit zu einer Freisetzung des zuvor für
eingespart deklarierten CO2 kommt?
Für welchen Zeitraum nach erfolgter Zahlung garantiert der
Zahlungsempfänger den Erhalt der Wälder bzw. des im Wald gespeicherten CO2?
Erachtet die Bundesregierung diesen Zeitraum auch als ausreichend, wenn
Zahlungen mit dem Erhalt von Emissionsgutschriften verbunden sind –
eine Option, die Mitglieder des Carbon Fonds der Weltbank FCPF,
Tranche A (z. B. The Nature Conservancy) erwägen (
www.forestcarbon-
partnership.org „Note on Decision – Making Modalities in the Carbon
Fund“ vom 19. April 2011)?
Die Vergütung findet ex post auf der Grundlage der
Emissionsminderungsleistung des Bundesstaates im unmittelbar der Vergütung vorausgehenden Jahr statt.
Für jede vergütete Einheit legt der Bundesstaat mindestens eine weitere Einheit
unvergütet als Eigenleistung und Risikovorsorge still. Durch diese Regelung
wird aus Sicht der Bundesregierung für mögliche „Permanenzrisiken“ wirksame
Vorsorge geleistet.
33. Wie hat die Bundesregierung während der Klimaverhandlungen in
Warschau im Jahr 2013 die Kritik der brasilianischen Bundesregierung
wahrgenommen, dass bilaterale Verhandlungen auf Bundesebene stattzufinden
haben und nicht zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Acre und der
Bundesregierung und deshalb die brasilianische Bundesregierung der Re-
Drucksache 18/5705 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodegierung von Acre keine Genehmigungsbescheinigung erteilen wollte (www.
vozdonorte.com.br/jornal/index.php/politica/1928-na-cop-19-
anibaldefende-ampliacao-da-parceria-do-banco-alemao-com-o-acre)?
Teilt die Bundesregierung die Kritik der brasilianischen Bundesregierung,
und wie hat sie darauf reagiert?
Die Bundesregierung fördert in Brasilien nur Programme, die die Zustimmung
der brasilianischen Bundesregierung haben. Dies gilt auch für die REM-
Kooperation mit dem Bundesstaat Acre.
34. Inwiefern teilt die Bundesregierung die Position der brasilianischen
Bundesregierung, die REDD+ als internationalen „offset“-Mechanismus
ablehnt (
www.itamaraty.gov.br/index.php?option=com_content&view=
article&id=5311:joint-statement-16th-basic-ministerial-meeting-
onclimate-change-foz-do-iguacu-september-16-2013&catid=42&lang=en-
GB&Itemid=718; Punkt 12)?
Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass die REDD+-Finanzierung den
Kriterien der Umwelt-Integrität untergeordnet sein muss.
35. Sind Berichte über die Umsetzung des REM-Programms in Acre,
inklusive der Maßnahmen, die in Acre mit REM-Geldern umgesetzt wurden
bzw. werden, öffentlich verfügbar?
Informationen werden im Rahmen der Grundsätze größtmöglicher Transparenz
und Effizienz in der EZ veröffentlicht.
Der Bundesstaat Acre ist zurzeit dabei ein Internetportal aufzubauen, in dem
kontinuierlich und aktuell wesentliche Informationen zum bundesstaatlichen
Umweltdienstleistungssystem SISA und zum REM-Programm eingestellt
werden sollen. So sind schon jetzt Informationen zum SISA-System, zu Safeguards,
zum Beteiligungsgremium und dem Beschwerdemechanismus online verfügbar.
36. Wie bewertet die Bundesregierung die gestiegene Entwaldungsrate in
Acre, wo seit dem Jahr 2013 ein Anstieg um 41 bis 54 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr beziffert wird (
www.jornalatribuna.com.br/?p=15222;
www.inpe.br/noticias/noticia.php?Cod_Noticia=3781), und inwiefern hat
sich diese Entwicklung der Entwaldungsrate auf die REM-Zahlungen in
diesem Zeitraum ausgewirkt?
Der Entwaldungstrend in Acre ist mittel- und langfristig sinkend. Zwischen den
Jahren 2004 und 2014 ist die Entwaldung um 57 Prozent zurückgegangen. In
einzelnen Jahren kommt es aber zu Oszillationen. Nachdem die Entwaldung im
Jahr 2013 entgegen dem Trend in Amazonien erheblich gefallen war, ist sie im
Jahr 2014 wieder angestiegen, wenngleich das Entwaldungsniveau auch
weiterhin insgesamt niedrig bleibt. Die Entwaldungsdynamik ist mittlerweile von der
Verlagerung großflächiger Entwaldung, die gut kontrolliert und bekämpft
werden kann, zu einer kleinteiligeren Entwaldung, die schwieriger zu bekämpfen
ist, gekennzeichnet. Die Landesregierung von Acre hat eine Taskforce zur
Analyse der neuen Entwaldungstreiber eingerichtet und arbeitet an einem
Aktionsplan zu Bekämpfung der Entwaldung in den Jahren 2015 bis 2020.
Auf die REM-Zahlungen hatte die dargestellte Entwicklung keine
Auswirkungen, die weitere Entwicklung wird aufmerksam beobachtet, bisher ist kein Trend
in Richtung einer zunehmenden Entwaldung festzustellen.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 17 – Drucksache 18/570537. Wie beurteilt die Bundesregierung die Erfolgschancen von REDD+, zu
einer dauerhaften Reduzierung von Waldverlust und Kohlenstoff-
Freisetzung aus Wäldern in Acre beitragen zu können, angesichts einer
Waldpolitik, die weiterhin stark auf industrieller Holzwirtschaft und damit
Schwächung der Speicherkapazität der Wälder beruht, und die den Erhalt
des Kohlenstoffspeichers Wald in zentralen Politiken nicht erwähnt (z. B.
„PROGRAMA DE INCLUSÃO SOCIAL E DESENVOLVIMENTO
ECONÔMICO SUSTENTÁVEL DO ESTADO DO ACRE – PROACRE“;
www.ac.gov.br/wps/wcm/connect/b900e1004c6169248bcb8f77cd9482a4/
Anexo+1-+Manejo+Florestal.pdf?MOD=AJPERES)?
Die Erfolgschancen über REDD+ zu einer dauerhaften Reduzierung von
Waldverlust beizutragen, werden positiv beurteilt. Acre wird als Bundesstaat
gesehen, der in den vergangenen 20 Jahren wichtige Akzente des Waldschutzes mit
brasilienweiter Ausstrahlung gesetzt hat.
38. Inwiefern wurde die lokale Bevölkerung partizipativ in das REM-
Programm in Acre eingebunden?
a) Inwiefern wurde die Bevölkerung lediglich über das REM-Programm
informiert, oder inwiefern wurde die Bevölkerung angehört und ihre
vorgebrachten Anliegen und Interessen berücksichtigt?
b) Inwiefern wurde sichergestellt, dass die lokale Bevölkerung nach dem
Free and Prior Informed Consent (FPIC) in die Programmentwicklung
frühzeitig und umfassend eingebunden wurde?
c) Welche Mitbestimmungs- und Einflussmöglichkeiten (z. B. Veto-
Recht, Stimmrecht in Abstimmungen) hatte die lokale Bevölkerung in
dem Verfahren der Programmentwicklung und später in der
Durchführung?
Die REM-Kooperation findet im Rahmen des SISA-Systems statt, dass per
Landesgesetz geregelt ist und die entsprechenden gesetzlich vorgeschriebenen
Konsultationsverfahren (vergleichbar mit FPIC-Niveau) durchlaufen hat.
Das bundesstaatliche SISA-Programm, in das REM eingebettet ist, verfügt über
eine hohe Transparenz. Zum einen wird es durch eine bundesstaatlichen
Kommission zur Validierung und Begleitung von SISA – CEVA überwacht, die
paritätisch mit Vertretern von Zivilgesellschaft und staatlichen Stellen besetzt ist
(Vorsitz liegt bei zivilgesellschaftlichem Vertreter) und zum anderen verfügt es
über einen formellen Beschwerdemechanismus.
39. Welche Fälle sind der Bundesregierung bekannt, in denen es im Rahmen
von mit REM-Geldern finanzierten Maßnahmen zu Verletzungen von
Menschenrechten und bzw. oder indigenen Rechten gekommen ist?
Der Bundesregierung sind keine Fälle bekannt. Vielmehr werden indigene
Gemeinschaften in das Verteilungssystem der REM-Vergütungsmittel eingebunden
und profitieren von Mitteln des Programms.
Drucksache 18/5705 – 18 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode40. Sind der Bundesregierungen Beschwerden von Seiten der Betroffenen
oder ihrer Vertreter beispielsweise aus Acre bzw. Brasilien bekannt?
Wenn ja, welche Beschwerden wurden wann von wem vorgebracht, und
welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um etwaig
angezeigten negativen Entwicklungen zu begegnen?
Beschwerden von durch REM-finanzierte Maßnahmen negativ Betroffene sind
der Bundesregierung nicht bekannt.
41. Welche REDD+-Maßnahmen finanziert die Bundesregierung in der
Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo)?
Welche Maßnahmen finanziert sie darüber hinaus mit dem Ziel des
Waldschutzes oder der nachhaltigen Waldnutzung in der DR Kongo (bitte
einzelne Projekte auflisten mit kurzer Projektbeschreibung und jeweils
bereitgestelltem Budget)?
Die von der Bundesregierung finanzierten REDD+-Maßnahmen in der
DR Kongo betragen insgesamt 18,2 Mio Euro (siehe Anlage 2, hier: Projekte im
Förderbereich III: REDD+).
Darüber hinaus fördert die Bundesregierung die folgenden Maßnahmen im
Bereich Waldschutz und nachhaltiger Waldnutzung:
42. Wie bewertet die Bundesregierung die Gefahren der Korruption in
Verbindung mit REDD+ in der DR Kongo, wie sie der Bericht des Anti-
Corruption Ressource Center von April 2015 darlegt (
www.u4.no/publications/
national-level-corruption-risks-and-mitigation-strategies-in-
theimplementation-of-redd-in-the-democratic-republic-of-the-congo-
anoverview-of-the-current-situation/)?
Teilt sie die Einschätzungen des Berichts?
Welche Schlüsse zieht sie daraus für die eigene Finanzierung von REDD+-
Maßnahmen in der DR Kongo?
Die Bundesregierung ist sich der Korruptionsgefahr in der DR Kongo bewusst,
teilt aber nicht alle Aussagen des Berichts. Neben den bilateralen Projekten ist
die Bundesregierung über die Finanzierung der FCPF an Vorbereitung und
Umsetzung von REDD+ in der DR Kongo beteiligt. Hier greift das
Risikomanagement der WB und die Umsetzung der Finanzmittel erfolgt nach WB-Standards
Projektbezeichnung Durchführer Auftraggeber Mittel
(TZ und FZ)
Programm Biodiversitätserhalt und nachhaltige
Waldbewirtschaftung
GIZ BMZ 20 630 000
KfW BMZ 20 000 000
Nachhaltiges Management der nachhaltigen
Ressourcen II
KfW ab 2008 BMZ 11 000 000
KfW ab 2012 BMZ 15 000 000
Kapitalbeitrag zum Treuhandfonds der Stiftung
Tri−National de la Sangha (TNS)
KfW BMZ 3 579 043
Integeriertes Schutzgebiet im Ngiri-Regenwald KfW BMUB 1 500 000
Kartierung der Kohlenstoffspeicher und deren
modellhafte Inwertsetzung und Erhaltung
KfW BMUB 6 050 000
77 759 043
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 19 – Drucksache 18/5705(z. B. jährliche Arbeits-, Budget- und Beschaffungsplanung). In der DR Kongo
schließt dies beispielsweise eine sogenannte non-objection der WB für alle
Maßnahmen ein, die vom Empfängerland mit WB-Mitteln finanziert werden
(„recipient-executed funds“). An einigen Stellen ist der Bericht allgemein
gehalten und es kann deshalb nicht beurteilt werden worauf genau sich die Aussage
bezieht, z. B. „non-transparent use of REDD+ funds and inadequate reporting on
REDD+ projects“. Das finanzielle Reporting über FCPF-Mittel ist online
verfügbar, z. B. Mid-term Progress Report 2013, Grant Monitoring and Reporting
2014 (www. forestcarbonpartnership.org/democratic-republic-congo).
Eine Schlussfolgerung für die Bundesregierung bei der Zusammenarbeit mit der
DR Kongo ist, dem Risikomanagement und Minderungsmaßnahmen für
Korruptionsgefahr weiterhin große Bedeutung beizumessen. Dies ist besonders
wichtig wenn es darum geht, sicherzustellen, dass die lokale Bevölkerung, die
sich an den waldschützenden Maßnahmen beteiligt, auch von den zukünftigen
Einnahmen profitiert. Hierfür sind Ausbildung und Stärkung der lokalen
Behörden und der Bevölkerung nötig, was angesichts der Größe des Landes und des
Programmgebietes eine enorme Herausforderung darstellt.
43. Inwiefern werden REDD+-Maßnahmen in der DR Kongo so ausgestaltet,
dass der Korruption vorgebeugt bzw. diese ausgeschlossen werden kann?
Die Unterstützung verläuft auf nationaler und auf lokaler Ebene:
Nationale Reformprozesse werden unterstützt, um Transparenz und gute
Regierungsführung zu fördern. Die Bundesregierung befürwortet bspw. die
Maßnahmen, zu denen sich die DR Kongo in der Economic Governance Matrix
verpflichtet hat und deren Umsetzung von einem Reformkommittee unter Leitung
des Finanzministeriums gemonitort wird. Zu den Maßnahmen zählt u. a.
verbesserte Transparenz im Forstsektor und bei öffentlichen Finanzen.
Darüber hinaus sollten die Gestaltung und die Umsetzung des REDD-Prozesses
auf lokaler Ebene eng mit technischer Beratung und Kapazitätsentwicklung
begleitet und unterstützt werden, siehe auch die Antwort zu Frage 42.
44. Sind nach Einschätzung der Bundesregierung signifikante Fortschritte in
der DR Kongo in der Vorbereitung auf REDD+ („REDD+ readiness“)
nachweisbar, welche für die Weltbank notwendig sind, um das Land in den
Carbons Fonds der Forest Carbon Partnership Facility aufzunehmen?
Wie kommt die Bundesregierung zu dieser Bewertung?
Nach Einschätzung der Bundesregierung befindet sich die DR Kongo im
Phasenübergang von der Vorbereitung zur Investitionsphase. 60 Mio. US-Dollar aus
dem Forest Investment Program FIP der Weltbank sind bereits für Aktivitäten
verfügbar. Die DR Kongo muss jetzt den Übergang von Studien in die
Umsetzung schaffen und zeigen, dass sie in der Lage ist, ihren hochambitionierten
Zeitplan einzuhalten. Dass REDD+ in der Governance Matrix genannt ist, ist zu
begrüßen, wichtig ist nun, dass REDD+ wirklich effektiv umgesetzt wird und
andere Sektorpolitiken beeinflusst. Herzstück sind Reformen zu Landrechten,
Landnutzungsplanung und Bergbaustandards. Ebenso muss die DR Kongo
intensiv daran arbeiten, Kapazitäten in und vor allem außerhalb der Hauptstadt
aufzubauen. Bisher sind die lokalen Kompetenzen von einheimischen
Spezialisten Einzelfälle. Dies kann über TZ Instrumente verbessert werden, ist aber eine
Grundvoraussetzung für das Gelingen von REDD.
Gemäß FCPF-Richtlinien wurde im Mai 2015 das Readiness Package der
DR Kongo dem Entscheidungsgremium der FCPF vorgestellt (www.
Drucksache 18/5705 – 20 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeforestcarbonpartnership.org/democratic-republic-congo-r-package-
referencedocuments). Es wurde angenommen, und vor allem von REDD-Ländern als
gutes Beispiel hervorgehoben. Gleichzeitig wurde mehrfach betont, dass das
Readiness Package eine Momentaufnahme sei und keineswegs das Ende des
Readiness-Prozesses. Die DR Kongo wurde im Mai 2015 vom Participants
Committee der Forest Carbon Partnership Facility (FCPF), u. a. auf Betreiben
Deutschlands, aufgefordert, über die Umsetzung seines Arbeitsplans zu
berichten und dabei insbesondere folgendes zu beachten: Umsetzung des neuen
Gesetzes über Indigene Rechte voranbringen, REDD+-Strategie aktualisieren,
Weiterentwicklung des Feedback and Grievance Redress Mechanismus vorantreiben,
Fortschritte bei Landnutzung und Landrechten im Rahmen der Umsetzung
voranbringen, z. B. durch partizipatives Mapping.
45. Wie schätzt die Bundesregierung das Risiko ein, dass Maßnahmen, die
REDD+-Emissionsgutschriften liefern sollen, im Falle des Abschlusses
eines Kaufvertrags mit dem FCPF-Carbon Fonds über solche
Emissionsgutschriften (ERPA – Emissions Reductions Purchase Agreement) zu einer
Verschärfung von Landkonflikten und wachsender
Ernährungsunsicherheit beitragen?
Die Voraussetzung für den Abschluss eines ERPA ist die Annahme eines
Emission Reduction Program Documents (ERPD) durch die Carbon Fund
Participants und Einhaltung des Methodologischen Rahmenwerkes des Carbon Funds.
Dies schließt Fragen zu Landrechten und Behandlung potentieller Konflikte ein.
Die DR Kongo hat bisher noch kein ERPD eingereicht, sondern erst ein
Programmkonzept (ER-PIN). Grundsätzlich sind Landrechte und
Landnutzungsplanung wesentliche Reformprozesse im Rahmen der Governance Matrix, deren
Umsetzung prioritär ist und dem Riskio von Konflikten entgegen wirken soll.
Weitere Kriterien bei der Beurteilung von Emissionsreduktionsprogrammen im
Rahmen der FCPF sind die insgesamte Interventionsstrategie und Co-Benefits.
Laut einer Machbarkeitsstudie in der DR Kongo soll das
Emissionreduktionsprogramm so gestaltet werden, dass es gleichzeitig die Ernährungssicherheit der
Bevölkerung erhöht.
46. Wie beurteilt die Bundesregierung den Vorschlag der DR Kongo an den
FCPF-Carbon Fonds, als Gebiet für die Umsetzung des REDD+-
Pilotprogramms die zukünftige Provinz Mai Ndombe zu wählen, die bisher als
Verwaltungseinheit noch nicht existiert?
Die DR Kongo hat bisher erst ein Programmkonzept (ER-PIN) eingereicht und
arbeitet noch an der Entwicklung des kompletten Programvorschlages (ERPD).
Die Bundesregierung koordiniert sich bei der Einschätzung der
Programmkonzepte und Programmvorschläge mit anderen Gebern. Die Provinz Mai Ndombe
hat hohes Potenzial für Emissionsminderungen und Aktivitäten zur nachhaltigen
Entwicklung, insbesondere da sie die Hauptstadt Kinshasa maßgeblich mit
Holzkohle und landwirtschaflichen Produkten beliefert und die Grenzregion
zwischen Kinshasa und dem Primärwald darstellt.
Die administrative Einteilung des Landes ist eine Entscheidung der DR Kongo
Regierung, die Anfang des Jahres 2015 von der National Assemblee mit einem
entsprechenden Gesetz unterlegt wurde. Die neue Administration der Provinz
Mai Ndombe ist auf dem Weg und soll bis August 2015 erfolgt sein; bis die
Verwaltung reibungslos läuft wird es sicher noch einige Zeit dauern. Die
Programmentwicklung erfolgt derzeit unter enger Einbindung des Umweltministers der
aktuellen Provinz Bandundu.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 21 – Drucksache 18/5705Es ist nach Ansicht der Bundesregierung unbedingt sinnvoll eine administrative
Einheit für das Programm zu wählen. Gleichzeitig sind wir uns aber bewusst,
dass Mai Ndombe ein riesiges Gebiet ist, und dass technische Begleitung und
enge Einbeziehung der Bevölkerung für den Projekterfolg notwendig sind.
47. Inwiefern unterstützt die Bundesregierung den Vorschlag der DR Kongo an
den Carbon Funds, die Sicherung von Landrechten in der REDD+-
Pilotregion unterstützen zu wollen (
www.forestcarbonpartnership.org/sites/fcp/
files/2014/February/DRC%20ER-PIN%20CF9.pdf; S. 21)?
Wieviel Zeit ist nach Einschätzung der Bundesregierung für dieses
Unterfangen notwendig in Anbetracht der Tatsache, dass
a) die vorgeschlagene Pilotregion eine Fläche umfasst, die etwa ein
Drittel der Fläche Deutschlands darstellt,
b) es kaum passierbare Straßen gibt,
c) etwa 5 000 bis 8 000 Clans mit Gewohnheitsrechten in ca. 1 200
Gemeinden die Region besiedeln,
d) mit wenigen Ausnahmen keine Kataster oder Karten über Landrechte
in der Region existieren (für die Ausnahmen siehe www.
mappingforrights.org), und
e) die rechtliche Grundlage zur Harmonisierung von Gewohnheits- und
Landrechten der Waldbewohner und indigenen Völker weitgehend
fehlt (
www.redd-monitor.org „Implement in haste, repent at leisure“,
April 2014)?
Ist unter solchen Voraussetzungen eine erfolgreiche Umsetzung eines
REDD+-Pilotprogramms realistisch mit dem Ziel, innerhalb weniger Jahre
Emissionsreduktionen nachzuweisen, die (zumindest für einige Carbon-
Fonds-Teilnehmer handelbare) Emissionsgutschriften liefern können?
Basierend auf den Erfahrungen bei der Umsetzung des FIP-Programms erfolgt
die Umsetzung von Programmaktivitaten, insbesesondere mit lokalen
Gemeinden, über die existierenden offiziellen und traditionellen Strukturen, d. h. Local
Development Committees, die traditionellen „chefs de terre“, den Council for
Agriculture and Rural Development (CART) und dezentralisierte fachlich-
technische Einheiten. Teil der Maßnahmen ist Kapazitätsaufbau von Gemeinden und
lokalen territorialen Institutionen, die am Management natürlicher Ressourcen
beteiligt sind, wie z. B. Etablierung von 600 Local Development Committees,
sowie Unterstützung bei der Entwicklung der Sustainable Development Plans
für Ressourcennutzung. Indigene Völker erhalten davon unabhängige
Unterstützung, z. B. Investitionen zum landwirtschaftlichen Anbau zur
Einkommenssicherung sowie in Bezug auf Mitspracherecht und Beteiligung in den Local
Development Committees and Sustainable Developement Plans. Dies trägt zur
Sicherung der Rechte von IP bei und wird insbesondere auch durch den DGM
(Dedicated Grant Mechanism) in der DR Kongo gefördert.
Die fehlende Infrastruktur ist eine große Herausforderung; mit Pilotprojekten in
zugänglichen Gebieten können aber Beispiele geschaffen werden. Dies
funktioniert in anderen Regionen etwa im Bereich von Maßnahmen im Zusammenhang
mit Naturschutz. Die Verbesserung der lokalen Infrastruktur, wie z. B. Straßen
und Brücken ist Teil der im Programm vorgesehenen Aktivitäten.
Wenn die Bevölkerung einen Sinn darin sieht, den Wald nachhaltig zu
bewirtschaften, und z. B. für Energieholz aufzuforsten, weil sie einbezogen ist und von
den Maßnahmen profitiert, werden nach einigen Jahren Erfolge sichtbar sein,
ein Gesamterfolg kann erst nach acht bis zehn Jahren Impact zeigen. Letzteres
liegt aber nicht an Management, Governance oder Landrechtsfragen, sondern
daran, dass der Wald Zeit braucht, zu wachsen.
Drucksache 18/5705 – 22 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode48. Welche Rolle spielen nach Einschätzung der Bundesregierung Akteure wie
der WWF, das Unternehmen Wildlife Works Carbon oder Firmen mit
Holzkonzessionen in der Modellregion
a) bei der Konzeption und
b) in der Umsetzung des FCPF-Emissionsreduktions-Programms (ER-
Programme) in der Region Mai Ndombe?
Der WWF und WWC sind Teil der Partnerschaft mit der DR Kongo Regierung
und an der Konzeption des Programms beteiligt. Sie bringen ihre komparativen
Stärken ein und agieren im Rahmen ihrer Vereinbarungen mit der DR Kongo
Regierung und/oder der WB. Beide sind Mitglieder in den Arbeitsgruppen, die die
Nationale REDD+-Koordination zur Konzeption des Programms eingerichtet
hat. Die Beteiligung bei der Umsetzung des Programms wird im ERPD
dargelegt werden. Die Nationale REDD+-Koordination ist in Diskussion mit
Holzkonzessionären, um deren mögliche Beteiligung am Programm zu eruieren.
Dabei geht es in erster Linie darum, Holzkonzessionäre zu reduced impact logging
oder conservation concessions zu bewegen, um Entwaldung und
Walddegradation zu verhindern.
Damit das Programm Erfolg hat, müssen alle potentiell verfügbaren
Wissensträger mitmachen und in die gleiche Richtung gehen. Die Partnerschaften mit der
Regierung sind sehr wichtig, die Koordination der verschiedenen Akteure kann
aber noch verbessert werden.
Das IKI-Vorhaben 12_III_020 („Kartierung der Kohlenstoffspeicher,
modellhafte Inwertsetzung und Vorbereitung von Kohlenstoffzahlungen im Waldgürtel
der DR Kongo“) wird über die KfW vom WWF umgesetzt. Der WWF spielt
sowohl für die Konzeption als auch bei der Implementierung des Vorhabens eine
Rolle. Ein Ziel des Vorhabens ist es, eine nationale Kohlenstoffkarte zu erstellen,
um einen Überblick über verschiedene Vegetationstypen und die
Kohlenstoffspeicherung auf dem Gebiet der DR Kongo zu gewinnen. Die Karte soll als
Grundlage dienen, um das zukünftige Ausmaß von Walddegradation in der DR
Kongo besser einschätzen zu können.
Firmen mit Holzkonzessionen erhalten von IKI-Vorhaben keine finanzielle
Unterstützung. Vielmehr sollen Kleinbauern mit Forstkonzessionen sowie
Forstkonzessionsbetreiber dazu gebracht werden, Maßnahmen zur Reduzierung von
CO2-Emissionen auf kleiner Fläche pilothaft umzusetzen. Dazu gehören z. B.
der Schutz von Waldflächen vor Brandrodung (Slash-and-Burn) und die
Verhandlung von lokalen Landnutzungsplänen.
Das Unternehmen Wildlife Works Carbon (WWC) ist ebenfalls in der
Projektregion aktiv. Der WWC ist durch ein eigenes REDD+-Vorhaben in den Prozess
zur Erarbeitung eines ERPD (Emission Reductions Program Document)
eingebunden und leitet außerdem eine Arbeitsgruppe zum Thema MRV (Monitoring,
Reporting, Verification). WWC erhält keine Unterstützung von der
Bundesregierung.
49. Inwiefern unterstützt die Bundesregierung den Vorschlag der DR Kongo
an den Carbon Fonds, in dem die Einschränkung von Wanderfeldbau eine
zentrale Rolle für die Reduktion von Entwaldung einnimmt (
www.redd-
monitor.org „Implement in haste, repent at leisure“, April 2014)?
Wie beurteilt die Bundesregierung Begrenzungen von Wanderfeldbau auf
ein Gebiet von ca. 2 km um die Dörfer, wie dies das Mai-Ndombe-Projekt
von Wildlife Works Carbon praktiziert, ein REDD+-Projekt, das
Emissionsgutschriften auf dem freiwilligen Markt anbietet (
https://s3.amazonaws.
com „Mai Ndombe Project – REDD+“ vom 31. Oktober 2012)?
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 23 – Drucksache 18/5705Wie wird nach Meinung der Bundesregierung im Vorschlag der DR Kongo
für die Pilotregion REDD+ Mai Ndombe sichergestellt, dass die
Grundnahrungsbedürfnisse der auf Wanderfeldbau angewiesenen Bevölkerung
und allgemein das Recht auf Nahrung gewährleistet wird?
Auf die Antwort zu Frage 45 wird verwiesen. Die Einschränkung von
Wanderfeldbau ist eine der zentralen emissionsmindernden Aktivitäten im Programm.
Die REDD-Strategie sieht eine Intensivierung der Landwirtschaft vor, hierfür
sind umfangreiche Investitionen und Zeit nötig. Die Anbaufläche soll nicht mehr
in Primärwald gelegt werden, sondern zunehmend auf Flächen ohne Wald, z. B.
Savanne. Zusätzlich soll durch Anbau von Dauerkulturen das Einkommen der
Haushalte gefördert werden.
Eine Begrenzung von Wanderfeldbau auf einen 2-km-Radius um Dörfer ist uns
nicht bekannt. Die Landnutzung im Gebiet der WWC-Konzession wurde mit
den lokalen „chefs de terres“ ausgehandelt. Die lokalen Gemeinden sind
vertraglich am benefit sharing des REDD+-Projekts beteiligt. Das
Bevölkerungswachstum in der DR Kongo ist sehr hoch, schon deshalb könnte eine solche
Beschränkung nicht umgesetzt werden, und ist auch nicht vorgesehen. Mittelfristig kann
eine intensivere und vor allem auch eine diversifiziertere Landwirtschaft mit
nachgelagerter erster Verarbeitung eine Lösung darstellen. In dieser Richtung
soll auch REDD mithelfen, Grundlagen zu schaffen.
Zu REDD in Mai Ndombe siehe Antwort zu den Fragen 45 und 50.
50. Wie schätzt die Bundesregierung die Möglichkeiten der DR Kongo und
anderer Länder, die Vorschläge beim FCPF Carbon Fonds eingereicht
haben, ein, Maßnahmen zur Emissionsreduktion in Vorleistung finanzieren
zu können?
Welche Möglichkeiten der Vorfinanzierung erwägt der Carbon Fonds bzw.
erwägt die Bundesregierung für den Fall, dass eine Vorleistung durch die
Pilotregionen selbst nicht möglich ist?
Anfang des Jahres 2009 rechnete die DR Kongo nach eigenen Angaben mit über
100 Mio. US-Dollar für Readiness, über 250 Mio. US-Dollar für Investitionen
und über 1 Mrd. US-Dollar für ergebnisbasierte Finanzierungen (RBP).
Während die Mittel für Readiness größtenteils vorhanden sind, besteht bei den
Investitionen noch eine erhebliche Finanzierungslücke. Dies trifft ebenfalls auf
weitere Länder im Kongobecken zu.
Zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten werden derzeit sowohl von der
DR Kongo selbst als auch von der Weltbank und Gebern eruiert.
51. Wer trägt nach Meinung der Bundesregierung das finanzielle Risiko bei
einer Umsetzung von REDD+ als Instrument mit einer Zahlung erst nach
Nachweis der erfolgreichen Reduktion von Emissionen aus Waldverlust,
wenn trotz durchgeführter Maßnahmen die Emissionen aus Waldverlust
nicht wie erwartet reduziert wurden?
Aus Sicht der Bundesregierung kann möglichen Risiken wirksam vorgebeugt
werden. Auf die Antwort zu Frage 32 wird verwiesen.
Drucksache 18/5705 – 24 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode52. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus der Erfahrung mit CliPAD
in Laos in Bezug auf REDD+ als Instrument zum Waldschutz?
Ist ihrer Meinung nach REDD+ geeignet, um illegalen Holzeinschlag in
Laos entlang der Grenze zu Thailand einzudämmen?
Welche Ursachen von Waldverlust lassen sich nach Auffassung der
Bundesregierung auf Basis der Erfahrung mit CliPAD in Laos durch REDD+
bekämpfen, und welche nicht?
Das CliPAD-Vorhaben fokussierte das Engagement in Laos auf einen
„propoor“-Ansatz bei dem die Einbindung armer Haushalte im Vordergrund steht.
Durch die in der oben genannten CIFOR-Studie dargestellten externen
Startschwierigkeiten und den damit verbundenen verzögerten Start der
Feldaktivitäten, konnten noch keine fundierten Erfahrungen aus der Implementierung im
Feld gesammelt werden. Der institutionelle Rahmen für REDD in Laos
entwickelt sich zudem langsamer als zuvor angenommen. Dennoch stellt ein
effektiver Finanzierungsmechanismus, der Waldschutz und Armutsbekämpfung
verbindet, einen erheblichen Mehrwert für den laotischen Waldschutz dar.
Für einen REDD+-Ansatz wie er im CliPAD-Vorhaben angewendet wird, ist ein
striktes Monitoring des Waldbestandes und damit verbunden entsprechende vor
Ort Prüfung erforderlich. Da es internationalem Personal, auf Beschluss der
laotischen Regierung (Dekret des Premier Ministers Nr. 111), verboten ist 15 km
um die Landesgrenzen und militärischen Sonderzonen zu arbeiten, ist es den
internationalen Gebern allgemein nicht möglich, in diesem Gebiete Feldarbeit
effektiv durchzuführen und zu monitoren.
Wesentliche Gründe und Ursachen der Abholzung und Walddegradierung in
Laos sind (a) die Brandrodung der ansässigen Bauern für Subsistenz- und
Marktproduktion; (b) der illegale Holzeinschlag (c) die großflächige
Umwandlung von Waldflächen in Plantagen und landwirtschaftliche Flächen, und (d) der
Bau von Wasserkraftwerken. Insbesondere der ersten Ursachen kann durch
einen pro-poor REDD+-Ansatz wie im CliPAD-Vorhaben wirkungsvoll begegnet
werden, falls geeignete Anreizsysteme geschaffen werden können. Großflächige
Umwandlung in Plantagen und Infrastrukturausbau werden dagegen in einem
Zielgruppennahen, armutsorientierten Ansatz wie bei CliPAD nur am Rande
adressiert.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 65 – Drucksache 18/5705Politische Partner Laufzeitbeginn
Laufzeitende Fördervolumen
Bundesministerium
Ministry of Agriculture
and Irrigation -
PeruMinistry of
Environment - Peru
30.06.2011 - 01.09.15 6.300.000 BMUB
k.A. 29.11.2012 - 30.11.14 800.000 BMUB
Ministry of
Environment - Brazil
28.11.2011 - 31.10.16 6.000.000 BMUB
Ministry of
Environment - Brazil
28.11.2011 - 31.10.16 5.996.172 BMUB
Drucksache 18/5705 – 66 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodek.A. 28.10.2009 - 31.10.14 3.372.574 BMUB
Interregional Amazon
Council, Ministry of
Agriculture and Rural
Development - Viet
Nam, National
Forestry Commission
- Mexico, Presidential
Work Unit for
Development
Monitoring and
Control - Indonesia
28.07.2014 - 31.12.17 4.591.268 BMUB
Agencia Peruana de
Cooperación
Internacional (APCI
27.08.2013 31.12.2016 13.750.000,00 € BMZ
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 67 – Drucksache 18/5705Central American
Integration System
23.12.2013 - 31.12.17 4.000.000 BMUB
22.12.2011 31.12.2018 10.000.000,00 € BMZ
Ministerium für
Landwirtschaft und
Ländliche Entwi
22.09.2011 30.09.2014 4.350.000,00 € BMZ
Ministry of Agriculture
and Forestry,
Department o
22.08.2013 28.02.2018 5.800.000,00 € BMZ
Drucksache 18/5705 – 68 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDiverse climate
change relevant
institutions in the
respective partner
countries
21.06.2013 - 30.04.16 3.999.997 BMUB
Agencia Presidencial
de Cooperación
Internacional
21.05.2013 30.06.2016 3.000.000,00 € BMZ
Ministry of
Environment and
Forests
20.10.2009 30.06.2015 2.500.000,00 € BMZ
Umwelt- und
Forstministerium
(Ministère de L'Envir)
19.12.2007 31.12.2014 29.468.000,00 € BMZ
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 69 – Drucksache 18/5705k.A. 19.11.2009 - 31.12.13 2.791.835 BMUB
Kafa Zone
Department for
Water, Mines and
Energy - Ethiopia,
Kafa Zone
Department of
Agricultural
Development -
Ethiopia, Ministry of
Agricultural
Development -
Ethiopia, Southern
Nations, Nationalities
and Peoples
Regional State -
Ethiopia
19.11.2009 - 31.01.14 3.198.579 BMUB
k.A. 17.08.2012 - 31.05.15 128.254 BMUB
Drucksache 18/5705 – 70 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of Natural
Resources and
Environment -
Thailand
15.08.2011 - 15.05.14 582.354 BMUB
15.04.2011 31.12.2013 8.750.000,00 € BMZ
Corredor Biologico
Mesoamericano
Mexico - Mexico,
Ministry of
Environment and
Natural Resources -
Mexico, National
Forestry Commission
- Mexico
15.02.2011 - 30.06.13 596.655 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 71 – Drucksache 18/5705REDD+ Focal Points
in den Ministerien der
15 Partnerländer
13.12.2011 - 31.03.16 1.872.172 BMUB
Sistema de la
Integracion
Centroamericana
13.11.2013 30.09.2016 5.000.000,00 € BMZ
Central African
Forest Commission,
National Institute for
Space Research -
Brazil
12.12.2011 - 01.11.15 4.542.090 BMUB
Drucksache 18/5705 – 72 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of
Environment - Brazil
10.12.2010 - 30.11.14 4.040.402 BMUB
Brazilian Biodiversity
Fund, Ministry of
Environment - Brazil
10.11.2008 - 31.07.09 2.000.000 BMUB
Secretaría Técnica
de Planificación y
Cooperación
10.07.2013 31.12.2017 6.000.000,00 € BMZ
Secretariat of the
Pacific Community
09.12.2010 - 30.09.15 4.934.881 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 73 – Drucksache 18/5705Ethiopian
Environmental
Protection Authority -
Ethiopia, Export-
Import Bank of
China, Federation for
the
Selfdetermination of the
Indigenous Peoples -
Paraguay, Ministry of
Agricultural
Development -
Ethiopia, Ministry of
Agriculture and
Sustainable
Development -
Colombia, Ministry of
Environment and
Sustainable
Development -
Colombia, Ministry of
Natural Resources
and Environment -
Viet Nam, National
Forestry Institute -
Paraguay, Secretary
of the Environment -
Paraguay, UNIQUE
Wood Paraguay SA
09.05.2014 - 30.09.16 1.908.655 BMUB
Drucksache 18/5705 – 74 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of Planning
and Investment
08.10.2009 30.09.2014 8.058.008,00 € BMZ
Acre State
Government - Brazil,
Government of Mato
Grosso - Brazil, San
Martin Regional
Government - Peru
08.04.2013 - 28.02.17 3.722.248 BMUB
SADC Secretariat 04.10.2011 - 28.02.15 3.764.260 BMUB
National Council of
Protected Areas -
Guatemala
04.01.2011 - 31.12.15 874.713 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 75 – Drucksache 18/5705Ministerio de
Ambiente
03.09.2013 31.12.2016 8.215.000,00 € BMZ
Wirtschafts- und
Planministerium
03.08.2010 31.12.2015 41.187.354,00 € BMZ
Diverse climate
change relevant
institutions in the
respective partner
countries
03.03.2011 - 28.02.14 2.493.124 BMUB
Drucksache 18/5705 – 76 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of
Environment and
Green Development
02.03.2012 28.02.2015 3.600.000,00 € BMZ
Ministry of Agriculture
- Indonesia, State
Ministry of National
Development
Planning - Indonesia
01.12.2013 - 30.11.17 4.000.000 BMUB
Acre State
Government - Brazil
01.12.2013 - 31.12.15 9.000.000 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 77 – Drucksache 18/5705Ministry of Agriculture
and Forestry -
Bhutan. Ministry of
Environmental
Conservation and
Forestry - Myanmar,
Ministry of Forests
and Soil
Conservation - Nepal
01.12.2013 - 31.03.19 4.225.000 BMUB
Forestry Commission
- Ghana,
International Union
for Conservation of
Nature - Meso and
South America,
Regional
Committees,
Interregional Amazon
Council, Ministry of
Agriculture and
Irrigation - Peru,
Ministry of Lands and
Natural Resources -
Ghana, National
Forestry Commission
- Peru, Rainforest
AllianceSan Martin
Regional
Government - Peru,
The World Bank
Group
01.12.2012 - 30.11.15 4.755.103 BMUB
Drucksache 18/5705 – 78 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of
Environment - Peru
01.12.2010 - 28.02.14 3.028.017 BMUB
Ministry of
Environment, Nature
Conservation and
Tourism - DR Congo
01.12.2009 - 31.12.14 1.999.361 BMUB
Congolese Wildlife
Authority - DR Congo
01.12.2009 - 31.03.15 1.500.000 BMUB
Ministry of
Environment - Peru,
Peruvian Trust Fund
for National Parks
and Protected Areas
01.12.2009 - 30.11.12 3.000.000 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 79 – Drucksache 18/5705Ministry of Forestry -
Indonesia
01.12.2008 - 31.01.12 1.481.767 BMUB
Ministry of Tourism,
Environment and
Natural Resources -
Zambia
01.12.2008 - 31.12.10 2.060.704 BMUB
Department of
Environment and
Conservation in
Papua New Guinea
01.12.2008 - 31.12.13 4.769.076 BMUB
Sangha Tri-National
Trust Fund Limited
01.12.2008 - 31.01.12 1.451.243 BMUB
Department of
Environment and
Natural Resources -
Philippines, National
Commission on
Indigenous Peoples
01.11.2012 - 30.04.17 5.300.000 BMUB
Drucksache 18/5705 – 80 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of Agriculture
and Forestry - Lao
PDR, Ministry of
Agriculture and Rural
Development - Viet
Nam
01.11.2011 - 30.04.18 2.575.273 BMUB
Ministry of Agriculture
and Rural
Development - Viet
Nam
01.11.2010 - 30.11.16 2.448.119 BMUB
Ministry of
Environment - Peru
01.11.2009 - 31.01.13 3.050.294 BMUB
Ministry of
Environment - Brazil
01.11.2009 - 31.10.12 3.145.260 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 81 – Drucksache 18/5705Ministry of
Environment - Brazil
01.11.2009 - 30.11.12 6.500.000 BMUB
Ministry of
Environment - Brazil
01.11.2008 - 31.01.10 1.200.000 BMUB
Ministry of
Environment - Brazil
01.11.2008 - 31.12.09 3.700.000 BMUB
Ministry of Nature
Protection -
Turkmenistan
01.11.2008 - 30.09.12 2.243.416 BMUB
Congolese Wildlife
Authority - DR Congo
01.11.2008 - 30.09.12 1.096.388 BMUB
Drucksache 18/5705 – 82 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDepartment of
Environment and
Natural Resources -
Philippines,
Department of Water
Affairs and Forestry -
South Africa, Institute
for Hydrology,
Meteorology and
Environmental
Studies - Colombia,
Ministry of
Agriculture, Rural
Development and
Fishery - Angola,
Ministry of Agriculture
and Irrigation - Peru,
Ministry of
Environment -
Ecuador, Ministry of
Lands, Natural
Resources and
Environmental
Protection - Zambia,
Ministry of Natural
Resources and
Environment -
Malaysia, Ministry of
Natural Resources
and Tourism -
Tanzania
01.10.2014 - 30.09.17 3.500.000 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 83 – Drucksache 18/5705Relevant ministries in
BRA, GUY and SUR
01.10.2009 - 31.12.14 2.250.000 BMUB
Ministry of Forestry -
Indonesia
01.10.2009 - 31.01.12 643.019 BMUB
Ministry of Forestry -
Indonesia
01.10.2009 - 30.04.14 7.575.000 BMUB
Drucksache 18/5705 – 84 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodek.A. 01.10.2008 - 31.09.2009 750.000 BMUB
Ministry of
Environment - Peru
01.10.2008 - 31.12.11 2.432.000 BMUB
Deutsche
Welthungerhilfe
e.V.Organization for
Rural Development -
Bolivien
01.10.2008 - 31.12.09 113.904 BMUB
Amazon Cooperation
Treaty Organization -
Brazil, Madre de Dios
Regional
Government - Peru,
Ministry of
Environment -
Ecuador, Ministry of
Environment - Peru,
Ministry of
Environment and
Sustainable
Development -
Colombia
01.09.2014 - 31.08.17 2.680.018 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 85 – Drucksache 18/5705Ministry of
Environment - Peru,
Ministry of
Environment and
Sustainable
Development -
Colombia
01.09.2014 - 30.06.18 4.874.961 BMUB
National Forestry
Institute - Paraguay,
Secretary of the
Environment -
Paraguay
01.09.2012 - 31.08.16 2.128.446 BMUB
Ministry of
Environment -
Indonesia, Ministry of
Forestry - Indonesia
01.09.2009 - 31.12.11 527.000 BMUB
Drucksache 18/5705 – 86 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of
Environment -
Ecuador
01.08.2014 - 31.12.18 5.500.000 BMUB
Department of
Environment and
Natural Resources -
Philippines
01.08.2010 - 31.05.14 1.965.783 BMUB
District Government
of Kapuas Hulu,
Sintang and Melawi -
Indonesia
01.08.2009 - 31.03.13 870.055 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 87 – Drucksache 18/5705Ministry of
Environment, Nature
Conservation and
Tourism - DR Congo
01.07.2012 - 31.12.17 6.050.000 BMUB
Ministry of Agriculture
and Animal
Resources -
Rwanda, Ministry of
Natural Resources -
Rwanda, Rwanda
Environment
Management
Authority
01.06.2015 - 30.11.18 3.811.990 BMUB
Zentralamerikanische
Kommission für
Umwelt und
Entwicklung
01.06.2012 31.12.2017 5.500.000,00 € BMZ
Drucksache 18/5705 – 88 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDistrict Government
of Berau - Indonesia,
East Kalimantan
Provincial Climate
Change Center -
Indonesia, Local
Development
Planning Agency
Berau - Indonesia,
Ministry of Finance -
Indonesia, REDD+
Agency - Indonesia,
State Ministry of
National
Development
Planning - Indonesia
01.03.2015 - 31.07.19 4.378.560 BMUB
Ministry of
Environment, Water
and Natural
Resources - Kenya,
Ministry of
Environment and
Forest – Ethiopia
01.02.2014 - 31.01.16 1.517.264 BMUB
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 89 – Drucksache 18/5705Ministry of
Environment - Brazil,
Presidential Work
Unit for Development
Monitoring and
Control - Indonesia,
Secretariat of the
Environment for the
state of Pará - Brazil,
State Ministry of
National
Development
Planning - Indonesia
01.01.2013 - 31.12.16 2.998.593 BMUB
Ministry of
Environment and
Sustainable
Development -
Colombia
01.01.2013 - 31.12.16 1.280.069 BMUB
Ministry of Agriculture
and Animal
Resources - Rwanda,
Ministry of Natural
Resources - Rwanda,
Rwanda Environment
Management
Authority
01.01.2013 - 31.12.13 188.330 BMUB
Drucksache 18/5705 – 90 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeMinistry of Agriculture
and Forestry - Lao
PDR, Ministry of
Agriculture and Rural
Development - Viet
Nam
01.01.2011 -
31.12.2016
7.000.000 BMUB
Brasilianischer
Biodiversitätsfonds
(Fundo Brasileiro
para a
Biodiversidade,
FUNBIO)
20.08.15 31.12.20 15.000.000,00 € BMZ
Finanzministerium
Kongo Dom. Rep.
(Ministère des
Finances)
01.07.14 01.06.17 20.000.000 BMZ
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 91 – Drucksache 18/5705Republik Ecuador,
Umweltministerium
Ecuadors (Ministerio
del Ambiente)
09.05.14 01.06.18 6.500.000,00 € BMZ
22.11.13 28.02.16 11.000.000,00 € BMZ
23.07.13 31.07.17 4.500.000,00 € BMZ
Drucksache 18/5705 – 92 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode01.04.12 01.09.15 10.000.000,00 € BMZ
01.01.12 21.12.19 9.000.000 BMUB
01.01.12 21.12.19 47.500.000,00 € BMZ
01.01.12 21.12.19 8.500.000,00 € BMZ
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 93 – Drucksache 18/570540.909,00 € 31.12.14 3.579.043,16 € BMZ
40.725,00 € 01.06.16 20.000.000,00 BMZ
07.12.10 3.000.000,00 € BMZ
11.06.10 15.03.16 28.000.000,00 € BMZ
Drucksache 18/5705 – 94 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode08.10.09 30.09.18 10.000.000,00 € BMZ
01.01.08 31.12.13 10.000.000,00 € BMZ
01.01.08 31.12.13 12.500.000,00 € BMZ
15.12.05 16.02.10 26.000.000,00 € BMZ
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 95 – Drucksache 18/5705Brasilianischer
Forstdienst (SFB),
Umweltschutzbehörd
e (ICMBio)
10.12.03 15.000.000,00 € BMZ
Ministry of
Environment and
Forest Resources
(MERF)
2014 30.06.19 5.000.000,00 € BMZ
2013 2020 11.500.000,00 € BMZ
Ministry of Forestry 2013 2016 14.811.500,00 € BMZ
2012 2013 9.500.000,00 € BMZ
Drucksache 18/5705 – 96 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode2012 2016 27.000.000,00 € BMZ
Kooperative Republik
Guyana; Ministry of
Natural Resources
2011 30.06.18 9.800.000,00 € BMZ
2010 2010 6.000.000,00 € BMZ
Finanzministerium
Peru (Ministerio de
Economía y
Finanzas);
PROFONANPE
2010 30.12.15 10.500.000,00 € BMZ
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 97 – Drucksache 18/57052010 2014 20.000.000,00 € BMZ
2009 20.500.000,00 € BMZ
Nationale
brasilianische
Entwicklungsbank
(BNDES)
2008 30.12.15 18.000.000,00 € BMZ
Bundesstaat
Amazonas
2008 30.06.16 8.000.000,00 € BMZ
Drucksache 18/5705 – 98 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode2007 2.500.000,00 € BMZ
World Bank 150.400.000,00 € BMZ
in Euro
in Euro
in Euro
217.074.243,00 €
679.768.909,00 €
896.843.152,00 €
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]