[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend vom 2. November 2015 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/6557
18. Wahlperiode 04.11.2015
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Tabea Rößner, Özcan Mutlu,
Dr. Konstantin von Notz, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/6254 –
Medienkompetenz als bundespolitische Aufgabe
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Medienkompetenz ist eine der Grundvoraussetzungen, um selbstbestimmt an
der digitalen Welt teilnehmen zu können. Die Förderung von Medienkompetenz
ist daher ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, mit dem eine Vielzahl
wichtiger Ziele verfolgt wird, sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für
Erwachsene und Senioren. Von der Wahrnehmung der großen Chancen bis zum Schutz
vor Gefahren, die die aktive, produktive und kreative Nutzung von Medien
bedeuten können, ist die Bandbreite der Anwendungsgebiete groß. Sie erfordern
eine umfassende, praktische Auseinandersetzung mit Medien, die in allen
Altersstufen dringend geboten ist, um die sichere, umsichtige und erfolgreiche
gesellschaftliche Teilhabe aller zu ermöglichen oder zu verbessern.
Medienkompetenz erfordert lebenslanges, erlebtes und fortschreitendes Lernen,
Interaktivität, den Einsatz sowie die Nutzung von Medien in verschiedensten
Lebenssituationen und muss immer weiterentwickelt werden. Unerlässlich für eine
zeitgemäße Medienkompetenz sind Kenntnisse über so weitreichende Bereiche wie
das Urheberrecht und den Datenschutz, insbesondere mit Blick auf deren
praktische Anwendung auf die Nutzung digitaler Medien, geschützter und freier
Software und des Internets. Bereits in ihrem zweiten Zwischenbericht hatten
alle Fraktionen in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages
„Internet und Digitale Gesellschaft“ der 17. Wahlperiode am 21. Oktober 2011 eine
Analyse und Handlungsempfehlungen an den 18. Deutschen Bundestag zur
Medienkompetenz verabschiedet. Deren Umsetzung hat die Bundesregierung, trotz
mehrfacher Aufforderungen („Den digitalen Wandel politisch gestalten –
Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission ,Internet und digitale
Gesellschaft‘ umsetzen“, Bundestagsdrucksache 18/2880), bisher kaum
vorangetrieben.
Neuere Studien, wie die „International Computer and Information Literacy
Study“ (ICILS 2013), „Kinder + Medien, Computer + Internet“ (KiM 2014) des
Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest oder die DIVSI U9-
Studie „Kinder in der digitalen Welt“ vom 23. Juni 2015 (DIVSI: Deutsches
Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet), bescheinigen große Unterschiede
in der Medienkompetenz von Kindern abhängig vom formalen Bildungsgrad
der Eltern. Die Ergebnisse zeigen erneut die Dringlichkeit eines umfassenden
Engagements für die verstärkte Förderung von Medienkompetenz.
1. Welche Bundesministerien und nachgeordneten Behörden befassen sich seit
Beginn der 18. Legislaturperiode mit der Medienkompetenz und betreiben
Projekte hierzu (bitte nach Bundesministerien, Projekten und Zeitraum
aufschlüsseln)?
9. Welche bundesweiten Modellprojekte hat die Bundesregierung bislang seit
Beginn der 18. Legislaturperiode in Bezug auf die Förderung der
Medienkompetenz von Bürgerinnen und Bürgern jedweden Alters und
Beschäftigungsgrades initiiert?
10. Welche modellhaften schulischen und außerschulischen Maßnahmen hat die
Bundesregierung in Reaktion auf den umfangreichen Aktionskatalog des
vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ) herausgegebenen Berichts zur „Medienkompetenz bei
Jugendlichen“ bereits ergriffen, und welche modellhaften Maßnahmen werden in der
laufenden 18. Wahlperiode noch angestoßen?
Die Fragen 1, 9 und 10 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Bundesregierung fördert eine Vielzahl von Maßnahmen, die zur Entwicklung
von Medienkompetenz beitragen. Die folgende Übersicht enthält diejenigen
Maßnahmen, die Medienkompetenz explizit im Förderschwerpunkt haben.
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend (BMFSFJ)
Kinder und Jugendliche haben Medien ganz selbstverständlich in ihren Alltag
integriert. Im Umgang mit Medien erwerben sie wichtige Schlüsselkompetenzen
zur Teilhabe in unserer medial geprägten Gesellschaft. Mit der zunehmenden
Bedeutung von Medien im Alltag der Kinder und Jugendlichen steigen auch die
Anforderungen an ihre Medienkompetenz.
Medienkompetenz befähigt Kinder und Jugendliche dazu, Medien ihrem Alter
entsprechend selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ dazu
zu nutzen, ihre Lebenswelt zu gestalten. Medienangebote bewerten und die
Konsequenzen des eigenen Umgangs mit Medien realistisch einschätzen zu können
gehört zur Medienkompetenz dazu.
Der Medienerziehung in Familien kommt bei der Entwicklung von
Medienkompetenz gerade im Kindesalter eine besondere Rolle zu. Das BMFSFJ hat deshalb
die Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ ins Leben gerufen, deren Ziel es
ist, das Beratungsangebot für Eltern bedarfsgerecht auszubauen, die lokale
Verankerung von Elternberatung in geeigneter Netzwerkbildung vor Ort zu stärken
und Strukturelemente eines guten digitalen Medienangebotes für Kinder zu
stützen. Zudem fördert das BMFSFJ Beratungs- und Informationsangebote, die
Eltern in ihrer Verantwortung stärken, wie z. B. den „Medienratgeber Schau Hin!
Was Dein Kind mit Medien macht.“ Die Vermittlung und Stärkung der
Medienkompetenz wird dabei als eine durchgängige Aufgabe der Kinder- und
Jugendhilfe gesehen.
Die Projektgruppe Digitale Gesellschaft des BMFSFJ richtet im vierten Quartal
2015 einen Szenario-Workshop zum Thema „Gutes Familienleben in der
digitalen Gesellschaft“ aus. Der Workshop soll beleuchten, vor welche
Herausforderungen die Digitalisierung Familien stellt, wie sich der Familienalltag durch sie
verändert und wie Zukunftsprognosen aussehen. Damit Eltern, Großeltern und
Kinder die Chancen, der Digitalisierung souverän nutzen können, wird auch das
Thema Medienkompetenz und digitale Selbständigkeit eine Rolle spielen. Die
Ergebnisse des Workshops werden in einer zugehörigen Publikation festgehalten.
Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus,
Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert Projekte und Initiativen, die sich gegen
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Radikalisierung engagieren. In
diesem Rahmen werden auch Projekte mit medienpädagogischen Ansätzen und
Methoden gefördert.
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Seitenstark e. V., HelpDesk, Online-Werbung 01.07.2013 bis
31.03.2015
Nein
Seitenstark e. V., HelpDesk, Datenschutz, Mobilität,
Kinderseiten-Tag
01.04.2015 bis
31.12.2016
Nein
Kindersuchmaschine "Blinde Kuh" 01.08.2013 bis
31.07.2016
Nein
Medienpädagogik e. V.: ModeratorInnenausbildung auf
Grundlage des Modells "Seitenstark-Chat"
01.07.2013 bis
31.08.2015
Nein
Universität Erfurt; INS Netz für Kinder: Infrastruktur für einen
sicheren Surfraum
01.12.2013 bis
30.11.2016
Nein
Adolf Bender Zentrum e. V.; Projekt "Medien für Toleranz und
Verständigung"
01.09.2011 bis
28.02.2014
Nein
Adolf Bender Zentrum e. V.; Sozial kompetent -
Medienpädagogik von und mit Jugendlichen
01.04.2014 bis
30.09.2016
nein
Deutsche Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft e. V.;
Aufwachsen in der Medienwelt; Filmclips zur Medienbildung
in Kindertageseinrichtungen
01.03.2015 bis
29.02.2016
nein
Akademie Remscheid für das Kinder- und Jugendfilmzentrum
in Deutschland: Deutscher Multimediapreis MB21-
Kreativwettbewerb für alle bis 25 Jahre
11.03.2013 bis
31.12.2013;
21.01.2014 bis
31.12.2014;
23.01.2015 bis
31.12.2015
nein
JFF - Jugend Film Fernsehen e. V.: "Medienkompetenz
2013/14: wissenschaftliche/medienpädagogische Beratung der
Initiative Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht. und
interdisziplinäre Tagung"
01.02.2013 bis
31.12.2014
nein
JFF - Jugend Film Fernsehen e. V.: "Medienaneignung
beobachten, Impulse setzen, Strukturen beraten, enthält die
Teilprojekte „Act on! aktiv und selbstbestimmt online. Wie 10- bis
14-jährige die Medienwelt sehen“, Fachberatung der Initiative
Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht.,
Interdisziplinäre Tagung und Publikation
01.01.2015 bis
31.12.2016
nein
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
JFF - Jugend Film Fernsehen e. V.: Förderung von Peer-to-
Peer-Ansätzen in der medienpädagogischen Praxis von
Jugendarbeit und Schule
16.01.2012 bis
31.12.2014
nein
Stiftung Digitale Chancen: " Gutes Aufwachsen mit Medien" 15.09.2015 bis
14.09.2017
nein
LPR-Trägergesellschaft für jugendschutz.net gGmbH: Stärkung
der Elternverantwortung: Neue Herausforderungen durch das
Internet - Maßnahmen für einen zeitgemäßen
Jugendmedienschutz durch jugendschutz.net
01.01.2013 bis
31.12.2016
nein
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur
in Deutschland e. V. (GMK): Dieter Baacke Preis, Forum
Kommunikationskultur
01.01.2013 bis
31.12.2013,
01.01.2014 bis
31.12.2014,
01.01.2015 bis
31.12.2015
nein
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: Kinder und
(Online-)Werbung, werbliche Angebotsformen, crossmediale
Vermarktungsstrategien und deren Rezeption durch Kinder
15.12.2012 bis
28.02.2015
nein
WE DO communication GmbH: Medienratgeber für Eltern:
Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht. Gemeinsame
Initiative von Das ERSTE, ZDF, Vodafone und TV-Spielfilm.
01.01.2013 bis
31.12.2013
01.01.2014 bis
31.12.2014
08.01.2015 bis
31.12.2016
nein
Stiftung Digitale Chancen: Lokale Medienkompetenz-
Netzwerke für Familien
01.10.2012 bis
31.08.2014
nein
mediaLEpraxis e. V.: Erarbeitung und Veröffentlichung eines
Online-Handbuchs zur Vorbereitung des bundesweiten
Transfers des Modellprojektes ComputerSpielSchule Leipzig
15.07.2013 bis
31.05.2014
nein
Stadt Köln: Broschüre Spiel- und Lernsoftware pädagogisch
beurteilt
07.03.2012 bis
31.12.2013
15.01.2014 bis
13.12.2015
nein
Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität
Hamburg: Jugendmedienschutz und Medienerziehung in
digitalen Medienumgebungen: empirische Evidenz und politische
Herausforderungen, Kongress "NetChildren 2020: Gutes
Aufwachsen mit Medien"
11.10.2013 bis
30.09.2015
nein
Deutsches Jugendinstitut e. V.: Digitale Medien: Beratungs-,
Handlungs- und Regulierungsbedarf aus Elternperspektive
01.04.2013 bis
31.12.2015
nein
Freiwilliges Soziales Jahr Digital 1.9.2015 bis
30.8.2017
nein
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Archiv der Jugendkulturen e. V. | Diversity Box - Ein Projekt
zur Akzeptanz und Anerkennung von sexueller Vielfalt
01.02.2015 bis
31.12.2019
nein
Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in
Sachsen-Anhalt (LAGFA) e. V. | Jugend im Land 3.0 - Digitale
Demokratie- und Engagementförderung im ländlichen Raum
01.02.2015 bis
31.12.2019
nein
Kulturwerkstatt e. V. Reutlingen | MENTOR - Miteinander für
Engagement, Toleranz und Respekt
01.01.2015 bis
31.12.2019
nein
DETO - Verein zur Förderung von Demokratie, Toleranz und
interkulturelle Verständigung Osnabrück e. V.| DETO -
Demokratie leben in Osnabrück
01.01.2015 bis
31.12.2019
nein
Amadeu Antonio Stiftung| no-nazi.net -
Radikalisierungsprävention in Sozialen Netzwerken
01.01.2015 bis
31.12.2019
nein
Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e. V. |
Think Social Now 2.0 - Verantwortung übernehmen im Internet
21.09.2015 bis
31.12.2019
nein
Broschüre: Nie zu alt für´s Internet April 2014 bis auf
weiteres
nein
Reverse Mentoring: Von Oktober 2015 bis Mai 2016 läuft ein
so genanntes „Reverse Mentoring“ im Rahmen des Helene
Weber Kollegs, dem bundesweiten, parteiübergreifenden Netzwerk
für mehr Frauen in der Politik. Reverse Mentoring dreht die
Generationenverhältnisse um: Hier lernen erfahrene
Kommunalpolitikerinnen von meist jüngeren Social-Media-Expertinnen den
Umgang mit Twitter, Facebook oder Instagram.
10/15 bis 05/16 ja
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums der Justiz und für
Verbraucherschutz (BMJV)
Das BMJV fördert Projekte und sonstige Maßnahmen mit bundesweiter
Bedeutung zur Stärkung der Medienkompetenz im Rahmen der Verbraucherpolitik zur
Information der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dabei ist besonderer Wert
darauf gelegt worden, sowohl für die Gruppe der jungen Menschen (Kinder,
Jugendliche, junge Erwachsene) als auch für die Älteren und spezielle
Verbrauchergruppen (Migrantinnen und Migranten) Angebote zu fördern.
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Verbraucherrechte in der digitalen Welt II; Projektträger
Verbraucherzentrale Bundesverband. e. V.
01.01.2013 -
31.12.2015
nein
watch your web; Projektträger Fachstelle für internationale
Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V.
01.01.2014 -
31.12.2015
nein
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten;
Projektträger Verbraucherzentrale n Berlin, Hamburg und Bremen
01.02.2014 -
31.01.2016
nein
mobilsicher.de - Kommunikationssicherheit für mobile Geräte;
Projektträger iRights e. V.
01.12.2014 -
30.11.2016
nein
Wegweiser durch die digitale Welt; Bundesarbeitsgemeinschaft
der Senioren-Organisationen (BAGSO) e. V.
01.01.2012 -
31.12.2013
nein
Multiplikatoren-Stammtische Online: Verbraucher 60+ sicher
im Netz; Projektträger Deutschland sicher im Netze.V.
01.08.2015 -
31.07.2018
nein
Internet-Materialkompass für Multiplikatoren; BAGSO Service
GmbH
01.08.2015 -
31.07.2018
nein
Maßnahmen im Bereich der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien (BKM)
Medienkompetenz ist eine elementare Schlüsselkompetenz einer digitalen
Gesellschaft und wichtiger Teil der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung.
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert mit der
Initiative „Ein Netz für Kinder“ hochwertige Online-Inhalte für Kinder, die dazu
anregen, sich mit dem jeweiligen Thema auch im Alltag zu beschäftigen. Die
Initiative „Ein Netz für Kinder“ verfolgt das Ziel, einen sicheren Surfraum für
Kinder mit vielfältigen, altersgerechten Internetangeboten zu schaffen und die
Medienkompetenz von Kindern zu fördern. Seit Gründung der Initiative im Jahr 2008
wurden 128 Projekte mit insgesamt 9,3 Mio. Euro unterstützt. Die von der BKM
mitinitiierte und dauerhaft geförderte Einrichtung Vision Kino – Netzwerk für
Film- und Medienkompetenz – hat als Teil der kulturellen Jugendbildung zur
Aufgabe, im Rahmen einer übergreifenden Medienkompetenz insbesondere die
Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und sie gleichzeitig für
den Kulturort und originären Rezeptionsort des Films, das Kino, zu
sensibilisieren. Ziel der „Nationalen Initiative Printmedien“ (NIP) ist es, Kindern und
Jugendlichen die Bedeutung von gedruckten Medien für die Demokratie nahe zu
bringen und den Wert von Medien- und Meinungsvielfalt zu vermitteln. Das
übergeordnete Ziel des Projektes „Occupy Culture“ besteht in der Entwicklung
partizipatorischer Konzepte der Mediennutzung als Brücke zu Kunst und Kultur für
benachteiligte Jugendliche.
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Vision Kino gGmbh- Netzwerk für Film und Medienkompetenz seit 2005 bis auf
weiteres
Nein
Nationale Initiative Printmedien seit 2008 Ja
Netz für Kinder seit 2008 Ja
jfc Medienzentrum e. V. - Occupy Culture 01.04.2013 -
31.12.2015
Ja
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur (BMVI)
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Digitale-Spielewelten.de 2016-2018 Nein
Fachkonferenz "Digitale Spiele in Kinderhänden" 2015 Nein
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft (BMEL)
Im Rahmen seiner Maßnahmen zur Information der Verbraucherinnen und
Verbraucher fördert BMEL Projekte zur Förderung der schulischen
Ernährungsbildung unter dem Dach von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde
Ernährung und mehr Bewegung“. In dem gemeinsam mit der Verbraucherzentrale
Nordrhein-Westfalen konzipierten Unterrichtskonzept „Ess-Kult-Tour –
Entdecke die Welt der Lebensmittel“ wird dabei unter anderem auch das Thema
Medienkompetenz thematisiert. Darüber hinaus publiziert der vom BMEL
institutionell geförderte aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz
e. V. Unterrichtsmaterial, das sich mit diesem Thema befasst. Beispielhaft sei hier
das Unterrichtsmaterial „So schmeckt mir Werbung – Baustein zur
Verbraucherbildung für die Klassen 3 bis 6 genannt.
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
Unterrichtskonzept „Ess-Kult-Tour – Entdecke die Welt der
Lebensmittel“ gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-
Westfalen
01.01.2014 bis
30.11.2016
nein
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
(BMWi)
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
D21 Digitalindex jährlich nein
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums des Innern (BMI)
Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) führt als nachgeordnete
Behörde im Bereich des BMI die nachfolgenden Maßnahmen durch.
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
pb21 - Web 2.0 in der politischen Bildung: Onlineplattform
zum Einsatz von Web 2.0 Werkzeugen in der schulischen und
außerschulischen Bildung; Weiterqualifikation
2009 - 2014 Ja
werkstatt.bpb.de; Als Kooperationsprojekt bis 2014 mit der
Kooperative e. V. Berlin, jetzt
2010 - heute Ja
netzdebatte.bpb.de: Politik in der digitalen Gesellschaft, in
Themenschwerpunkten wie Open und Big Data, Politische Teilhabe
im Netz, Internet der Dinge etc. wird Wissen zum besseren
Verständnis der Entwicklung der digitalen Gesellschaft vermitteln.
Das Projekt hat zum Ziel diese kritisch zu hinterfragen und zur
eigenen Meinungsbildung beizutragen.
2014 - heute Ja
OER-Dossier; Das Online-Dossier liefert Informationen zum
Umgang mit sogenannten Open Educational Ressources und
gibt Lehrer/-innen Hilfestellung beim Einsatz.
2014 Ja
Kinofenster.de; Onlineportal für Filmbildung -
Kooperationsprojekt der bpb mit der Vision Kino gGmbH
1996 - heute Ja
Dossier Medienpolitik; Das Dossier möchte Grundlagen zum
Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen
Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der
sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie
regulierenden Medienpolitik fördern.
2014 Ja
Dossier Datenschutz; Das Onlinedossier diskutiert die aktuellen
Entwicklungen im Bereich Datenschutz, gibt aber auch
Hilfestellungen zum sicheren Surfen.
2014 Ja
Lokaljournalistenprogramm; Online und Offline werden
Journalisten Informationen und Hilfestellungen zum differenzierten
Umgang mit Themen der politischen Bildung vermittelt sowie
der Einsatz neuer Medien diskutiert.
1975 - heute ja
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
HanisauLand.de; HanisauLand will Kindern von 8 bis 14 Jahren
politische Grundlagen vermitteln und ihnen eine Vorstellung
davon geben, wie demokratisches Zusammenleben funktioniert.
In der gesamten Kommunikation auf der Website
(vormoderiert) werden die Kinder von der Redaktion unter
medienpädagogischen Gesichtspunkten aufgeklärt. Ein „Spezial“ hat das
Thema „Sicherheitstipps im Internet“
https://www.ha-
nisauland.de/spezial/sicherheitstipps-internet/
sicherheitstippskapitel-1/
2002 - heute ja
einfach Online 10.07.2014 -
28.02.2015
Ja
einfach SOZIALE NETZWERKE (youTube, facebook) 10.07.2014 -
28.02.2015
Ja
Datenbank Medienkompetenz: Neue Medien 01.01.2014 -
31.12.2015
Ja
Orientierung im Medienalltag 01.01.2014-
31.12.2015
Ja
Eltern/Pädagogen ONLINE Juni 2014 - Dez.
2015
Ja
Eltern-LAN Games seit 2009 Ja
spielbar.de seit 2007 Ja
gamescamp 2014-2016 Ja
Medienpädagogik in der Heimerziehung 01.01.2015 -
31.12.2016
Ja
Spieletester 15.03.2015 -
31.03.2016
Ja
Spielewelten seit 05.08.2013 Ja
Maßnahmen im Bereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF)
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert
Medienkompetenz als Querschnittsziel nicht erst mit Beginn der 18. Legislaturperiode,
sondern bereits seit vielen Jahren im Rahmen unterschiedlicher
Förderprogramme. Die einzelnen Projekte mit Beginn 18. Legislaturperiode können der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Ferner initiiert das BMBF im Rahmen der aktuellen Fördermaßnahme zur
„Medienqualifizierung pädagogischer Fachkräfte“ (
www.bmbf.de/foerderungen/
bekanntmachung.php?B=1031) Modellprojekte zur Medienkompetenzförderung
von beruflichen Ausbildenden. Entsprechende Förderanträge befinden sich in der
Antragstellung bzw. -prüfung. Zur Weiterentwicklung seiner in der 17.
Legislaturperiode veröffentlichten Förderbekanntmachung „Stärkung der digitalen
Medienkompetenz in der beruflichen Qualifizierung“ plant BMBF eine Folge-
Förderbekanntmachung (sog. Medienbildung 2, geplant für 2016) mit Schwerpunkt
auf den Bereich der berufsbegleitenden Bildung in Unternehmen und
Einrichtungen und der damit einhergehenden Organisationsentwicklung.
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
ICILS 2013 (International Computer and Information Literacy
Study) - BMBF fördert die Teilnahme Deutschlands
2012-2015 Nein
ICILS 2018 (International Computer and Information Literacy
Study) - BMBF fördert die Teilnahme Deutschlands in der
Folgeerhebung
2016-2020 Nein
SeniorInnen gestalten die Energiewende -
TechnikbotschafterInnen für mehr Nachhaltigkeit
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Fabrikationslabore für Senioren in Brandenburg 01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Senioren / Seniorinnen für die Nutzung digitaler Medien
begeistern und befähigen
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Ausbildung von Video-Technikbotschaftern zum Aufbau eines
IT-Lernkanals für Ältere auf YouTube
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Mediencoach sen. 01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Medienkompetent im Alter 01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Senior-Internet-Helfer als Technik-Botschafter für Social Media
und mobiles Internet
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Senioren-Technik-Botschafter in Mecklenburg-Vorpommern 01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Wissensvermittlung von Älteren für Ältere zu neuen
Informations- und Kommunikationstechnologien
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Törpiner Senioren-Technik Botschafter für altersgerechte
Assistenzsysteme
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Ehrenamtliche Wohnberater werden Technikbotschafter 01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
Bezeichnung Förderzeitraum bundesweites
Modellprojekt;
Frage 9
www-inklusive - Internet für alle! 01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
ZWAR-Technik-Botschafter - Wissensvermittlung von Älteren
für Ältere zu neuen Informations- und
Kommunikationstechnologien
01.10.2013 -
30.09.2014
Ja
FUTA - Förderliche und hinderliche Faktoren im Umgang mit
neuen Informations- und Kommunikations-Technologien im
Alter
01.06.2014 -
30.09.2015
Ja
KuBiMedia - Kulturelle Bildung und Medienkompetenzen 01.08.2014 -
31.07.2017
Nein
TOUCH:MUSIC. Ein Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben
zur pädagogischen Weiterbildung von Musikerinnen und
Musikern im Einsatz von Smartphones und Tablets in der freien
Jugendarbeit und im außerunterrichtlichen Bereich an Schulen
01.08.2014 -
31.07.2017
Nein
2. In Abstimmung mit welchen Referaten in welchen Bundesministerien haben
die drei federführenden Bundesministerien der „Digitalen Agenda“ der
Bundesregierung den Abschnitt zur Medienkompetenz erarbeitet?
Die Abstimmung des Abschnitts „Digitale Medienkompetenz für alle
Generationen stärken“ erfolgte vorrangig zwischen dem BMI, der „Projektgruppe Digitale
Gesellschaft“ im BMFSFJ, dem Referat „Verbraucherpolitik in der
Informationsgesellschaft“ im BMJV sowie dem Referat „Medienrecht; Neue Medien“ bei der
BKM.
3. Wurden auch externe Akteure an der Erarbeitung beteiligt?
Falls ja, welche?
Es waren keine externen Akteure beteiligt.
4. Inwieweit sind auch Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission des
Deutschen Bundestages „Internet und digitale Gesellschaft“ der 17.
Wahlperiode eingeflossen?
Die Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission waren bei der
Erarbeitung der Digitalen Agenda bekannt und wurden insofern auch berücksichtigt, als
dass die Bedeutung der Medienkompetenz herausgestellt und ihre Stärkung
gefordert wird.
5. Welche konkreten Schritte sind in welchem Zeitraum geplant, um die im
Koalitionsvertrag vereinbarte Strategie „Digitales Lernen“ zusammen mit
den Ländern und Akteuren aus allen Bildungsbereichen umzusetzen?
Im Rahmen seiner Zuständigkeiten hat das BMBF bereits eine Reihe von
Initiativen gestartet, das Bildungssystem auf die neuen Herausforderungen – wie auch
die neuen Möglichkeiten – der Digitalisierung einzustellen. Beispiele hierfür sind
die Programme „Berufsbildung 4.0“, „Digitale Medien in der beruflichen
Bildung“ bzw. das „Hochschulforum Digitalisierung“. Um die Potenziale der
Digitalisierung für die Bildung insgesamt besser als bislang auszuschöpfen, wird das
BMBF darüber hinaus gemeinsam mit den Ländern eine Strategie „Digitales
Lernen“ auf den Weg bringen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat auf ihrer
Sitzung im Oktober 2015 beschlossen, eine Strategie „Bildung in der digitalen
Welt“ zu erarbeiten sowie gemeinsame strategische Zielsetzungen mit dem Bund
zu entwickeln. Entsprechende Gespräche zwischen BMBF und Ländern sollen
noch in diesem Jahr beginnen. In Folge sollen dann weitere Akteure einbezogen
werden.
6. Welche Evaluationen der bestehenden Programme zur Förderung von
Medienkompetenz an Kitas und Schulen wurden bisher von der Bundesregierung,
wie im Koalitionsvertrag vereinbart, beauftragt oder durchgeführt?
Welche Ergebnisse haben die bisherigen Evaluationen ergeben?
Hinsichtlich bestehender Programme an Kitas und Schulen wurden im Rahmen
ihrer Zuständigkeit durch die Bundesregierung keine Evaluationen beauftragt
oder durchgeführt. Indes fördert die Bundesregierung eine Vielzahl von
Maßnahmen, die in der Antwort zu den Fragen 1, 9 und 10 aufgeführt sind.
7. Welche konkreten Maßnahmen folgen aus den in der „Digitalen Agenda“
der Bundesregierung skizzierten Vorhaben im Bereich der
Medienkompetenz, insbesondere in den drei federführenden Bundesministerien?
Hierzu wird auf den Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Digitalen
Agenda vom 16. September 2015 verwiesen, in dem die konkreten Maßnahmen
der Ressorts aufgeführt sind (s. dort S. 42 unter IV lfd Nr. 4ff. und V lfd Nr. 4 f.).
Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 1,9 und 10 verwiesen.
8. Worin besteht nach Auffassung der Bundesregierung der Unterschied
zwischen Jugendmedienschutz und der Förderung von Medienkompetenz von
Jugendlichen?
In den Maßnahmen der Bundesregierung steht die Förderung von
Medienkompetenz im Jugendalter u. a. im Kontext des erzieherischen Jugendmedienschutzes,
der Medienbildung, der politischen Bildung, der Verbraucherbildung und des
bürgerschaftlichen Engagements.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist im Grundgesetz verankert. Das
Jugendschutzrecht (JuSchG, JMStV) legt fest, ab welchem Alter Jugendliche
Zugang zu bestimmten Medienangeboten erhalten dürfen und unterscheidet dabei in
festgelegten Prüfverfahren zwischen Inhalten, die die Entwicklung von Kindern
und Jugendlichen beeinträchtigen, und solchen, die ihre Entwicklung gefährden
können. Die Vergabe von Alterskennzeichen oder ggf. die Indizierung von
Medieninhalten haben konkrete Verbreitungsbeschränkungen für Medienanbieter
zur Folge.
Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz verfolgt das Ziel, junge Menschen
zu befähigen, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen und sie zu
Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit sowie zur
Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu führen. Maßnahmen des
erzieherischen Jugendmedienschutzes befähigen Eltern und andere
Erziehungsberechtigte, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen zu schützen (vgl. § 14
SGB VIII). Prävention und die Förderung von Medienkompetenz sind
maßgebliche Konzepte im erzieherischen Jugendmedienschutz.
11. Auf welche Summe in Euro belaufen sich alle vom Bund geförderten
Medienkompetenzprojekte seit Beginn der 18. Wahlperiode, bitte nach den
Zielgruppen Kinder bzw. Jugendliche, Erwachsene (erwerbsfähig bzw. nicht
erwerbsfähig), Senioren aufschlüsseln?
Von der Bundesregierung geförderte Projekte seit Beginn der 18. Wahlperiode,
die gemäß Antwort zu den Fragen 1, 9 und 10 die Förderung Medienkompetenz
explizit im Schwerpunkt haben, belaufen sich auf insgesamt 26 451 101 Euro.
Eine Aufschlüsselung der Gesamtsumme nach Zielgruppen ist nicht möglich, da
in der weit überwiegenden Mehrheit der Maßnahmen mehrere Zielgruppen
angesprochen werden.
12. Wie stimmt sich die Bundesregierung mit den Bundesländern über die vom
Bund geförderten Projekte zur Förderung der Medienkompetenz ab, und wie
stimmt sich die Bundesregierung allgemein abseits der „Bund-Länder-
Kommission zur Medienkonvergenz“ zum Thema Medienkompetenz mit den
Ländern ab?
16. Unternimmt die Bundesregierung Anstrengungen, die eigenen Aktivitäten
zur Förderung der Medienkompetenz gemeinsam mit den Länderinitiativen
zu koordinieren, und wenn ja, in welcher Form?
17. Unterstützt die Bundesregierung Länderinitiativen, z. B. durch eine
koordinierende Tätigkeit, und wenn ja, in welcher Form?
25. Gibt es eine Koordination zwischen der Bundesregierung und den Ländern
zur Förderung der schulischen und außerschulischen Medienkompetenz?
Die Fragen 12, 16, 17 und 25 werden aufgrund des Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Die Förderung von Maßnahmen erfolgt im Rahmen der Zuständigkeit des
Bundes. Die Bundesministerien nutzen die bestehenden Kooperationsbeziehungen
zwischen Bund und Ländern zur Abstimmung der Maßnahmen mit den Ländern.
Eine koordinierende Tätigkeit in Bezug auf Länderinitiativen ist hiermit nicht
verbunden.
Im Einzelnen gestaltet sich die Zusammenarbeit wie folgt:
Das BMJV fördert Projekte und sonstige Maßnahmen mit bundesweiter
Bedeutung im Rahmen der Verbraucherpolitik zur Information der
Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Förderung verfolgt den Zweck,
Informationsdefizite auf Verbraucherseite auszugleichen sowie die
Verbraucherkompetenzen zu stärken. Das BMJV fördert diese Projekte in eigener
Verantwortung; eine Abstimmung mit den Bundesländern erfolgt ggf. nach Erfordernis,
wie beispielsweise im Rahmen der BMJV-Projektförderung der
Verbraucherzentralen in den Ländern im Bereich des wirtschaftlichen
Verbraucherschutzes, deren Inhalte auch von den Ländern finanziert werden und die in
der Vergangenheit regelmäßig auch Fragen aus dem Themenbereich der
Mediennutzung und digitalen Welt umfassten.
Im Mai 2015 hat die Jugend- und Familienministerkonferenz das Bund-
Länder-Eckpunktepapier „Aufwachsen mit digitalen Medien“ beschlossen, in
dem die Jugend- und Familienministerinnen und -minister der Länder und
des Bundes die Bedeutung des Rechts aller Kinder und Jugendlichen auf ein
gutes Aufwachsen mit Medien betonen. Mit dem Beschluss verabreden Bund
und Länder einen kontinuierlichen Austausch darüber, wie eine
systematische Weiterentwicklung der Angebote des erzieherischen Kinder- und
Jugendschutzes unterstützt werden kann. In diesem Kontext hat das BMFSFJ
die Einladung an die Länder zum Austausch in der Initiative „Gutes
Aufwachsen mit Medien“ angekündigt und mit der Einrichtung eines
Initiativbüros begonnen. Darüber hinaus steht das BMFSFJ, dessen Förderung im
Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes erfolgt, in Fragen der
Förderung von Medienkompetenz und des erzieherischen Jugendmedienschutzes
im Austausch mit Landesmedienanstalten und den Obersten
Landesjugendbehörden, z.B. in der gemeinsamen Trägerschaft von Projekten, im kinder-
und jugendpolitischen Austausch des I-KiZ-Zentrum für Kinder- und
Jugendschutz im Internet oder bei der Zusammenarbeit mit der EU-Initiative
für mehr Sicherheit im Netz klicksafe in Trägerschaft der Landeszentrale für
Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und der Landesanstalt für
Medien Nordrhein-Westfalen. Der Medienratgeber „Schau Hin! Was Dein Kind
mit Medien macht.“ integriert Angebote der Medienerziehung in
Trägerschaft der Länder in sein Informations- und Beratungsangebot für Eltern.
Im Bereich des BMBF basieren ESF-kofinanzierte Projekte auf dem
Operationellen Programm des Bundes für den ESF in der Förderperiode 2014 –
2020, dessen Entwurf zur Kohärenzabstimmung den Bundesländern
vorgelegen hatte. Bei internationalen Vergleichsstudien wie ICILS 2013 und
ICILS 2018 stimmen sich Bund und Länder in der Steuerungsgruppe von
Bund und Ländern im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe nach Artikel 91b
Absatz 2 GG ab.
Die Umsetzung des durch das BMEL geförderten IN FORM Projektes Ess-
Kult-Tour – Entdecke die Welt der Lebensmittel erfolgt durch die
Verbraucherzentralen vor Ort in den Bundesländern.
13. Welche Strategien und Aktivitäten plant die Bundesregierung in Bezug auf
die Medienkompetenz von Bürgerinnen und Bürgern im erwerbsfähigen
Alter, und welche Projekte sind bereits initiiert worden, bitte nach Projekten
für erwerbstätige und nicht erwerbstätige Bürgerinnen und Bürger
aufschlüsseln?
Das BMBF plant, wie in der Antwort zu den Fragen 1, 9 und 10 ausgeführt, für
das Jahr 2016 eine Förderbekanntmachung (sog. Medienbildung 2), deren
Schwerpunkt auf dem Bereich der berufsbegleitenden Bildungs- und
Qualifizierungsprozesse und somit auf der Zielgruppe der erwerbstätigen Bürgerinnen und
Bürger im erwerbsfähigen Alter liegt. Für bereits initiierte Projekte wird auf die
nachfolgende Tabelle verwiesen.
Bezeichnung Projektzeitraum
MecoPflege – Mediencoaches für das Berufsfeld Pflege.
Qualifizierungskonzept MeCoPflege
01.08.2012 - 31.07.2015
PerBEM – Perspektive 2.0 – Beruflich einsteigen mit kritischen
Medienkompetenzen
01.08.2012 - 31.12.2014
Meta onair online – Medienkompetenztraining für die Ausbildung 01.08.2012 - 31.07.2015
MedienNavi – strategieorientierte Nutzung neuer Medien in KMU 01.07.2012 - 30.06.2015
OEBMK-Kompetenzlabor - Onlinegestützte Entwicklung und
Bilanzierung von Medienkompetenz in der Aus- und Weiterbildung
01.07.2012 - 30.06.2015
EMAG – Medienkonzept zur Aneignung von Gestaltungskompetenz in
vernetzten Lernorten der Beruflichen Bildung
01.10.2012 - 31.03.2015
KOMMIT- Kompetent mit Medien im beruflichen Qualifizierungsprozess 01.10.2012 - 31.03.2015
GADIME – Ganzheitliche digitale Medienkompetenz in der beruflichen
Qualifizierung
01.10.2012 - 31.08.2015
LernenPlus - Medienkompetenzförderung in der beruflichen
Einstiegsqualifizierung
01.08.2012 - 31.07.2015
MediaArt@Edu - Künstlerisch-technische Medienkompetenz in
Berufsvorbereitung und Berufsorientierung
01.09.2012 - 31.08.2015
14. Inwiefern unterstützt oder fördert die Bundesregierung die Aus-, Fort- und
Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich Medienkompetenz?
Die Bundesregierung unterstützt mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung" die
in den für die Lehrerausbildung zuständigen Ländern begonnenen Reformen in
allen drei Phasen der Lehrerausbildung in den kommenden Jahren bis 2023 mit
bis zu 500 Mio. Euro. Digitale Medien werden in allen Vorhaben der beiden
Bewilligungsrunden der 1. Förderphase der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“
eingesetzt und weiterentwickelt, um z. B. die Kommunikation der Beteiligen zu
verbessern, die Transparenz der Angebote und Möglichkeiten zu erhöhen, den
persönlichen Entwicklungstand zu verfolgen, digitale Lehrmaterialien zu schaffen
und auf den Medieneinsatz in den Schulen vorzubereiten. Der Einsatz digitaler
Medien wird in den Konzepten der Projekte mit unterschiedlicher Intensität
behandelt.
Darüber hinaus wird die Förderung der Medienkompetenz von Lehrkräften –
sofern nicht eigenständiges Ziel einer Förderbekanntmachung – in den im Rahmen
des BMBF-Förderprogramms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“
geförderten Projekten grundsätzlich als Querschnittsziel mitgedacht. Mit der
Förderbekanntmachung zur „Medienqualifizierung pädagogischer Fachkräfte“ vom
1. April 2015 wurde der Fokus auf die bereits durch die Enquete-Kommission des
Deutschen Bundestages „Internet und Digitale Gesellschaft“ der 17. Wahlperiode
konstatierten Defizite der Medienkompetenz insbesondere von (betrieblichen)
Ausbildenden gerichtet.
Die Publikationen des BMFSFJ im Rahmen der Initiative „Gutes Aufwachsen mit
Medien“ und des Medienratgebers „Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien
macht.“ können von Lehrkräften für Elternberatung in Anspruch genommen
werden. Das Büro der Initiative wird ein Beratungsangebot für lokale Netzwerke zur
Förderung von Medienkompetenz vor Ort und einen Informationsdienst für
Fachkräfte entwickeln.
15. Welche Strategie entwickelt die Bundesregierung mit den Ländern, um eine
Grundbildung im Bereich Medien entlang der gesamten Bildungskette
umzusetzen?
Der gemeinsame Arbeitsprozess zu einer Strategie „Digitales Lernen“ wird Raum
geben, um auch solche Fragen zu thematisieren.
18. Welche Planungen gibt es auf Seiten der Bundesregierung, bestehende
Medienkompetenz-Projekte und Initiativen zu verstetigen und ihre Existenz
langfristig zu sichern?
Ob das jeweilige Ziel einer Fördermaßnahme nach Beendigung erreicht worden
ist und inwieweit ggf. eine Institutionalisierung erforderlich und möglich ist, wird
jeweils im Einzelfall geprüft.
19. Inwiefern hat die Bundesregierung die Absicht, bundesweite Träger von
Medienpädagogik, Medienbildung und Medienkompetenzförderung, wie die
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, zukünftig
langfristig und fortwährend so zu fördern, dass sie ihre Rolle als
gesellschaftliche Akteure auch angemessen wahrnehmen können, und wenn sie diese
Absicht nicht hat, weshalb nicht?
Die Bundesregierung beabsichtigt, die Förderung von bundesweiten Trägern von
Medienpädagogik, Medienbildung und Medienkompetenzförderung auch künftig
im Rahmen der jeweils geltenden Haushalts- und Finanzplanansätze und unter
Beachtung der maßgeblichen zuwendungsrechtlichen Bestimmungen
fortzusetzen.
20. Inwiefern erachtet die Bundesregierung das Projekt „Schulen ans Netz“, das
einen kostenlosen Zugang aller Schulen ans Netz gefördert hat und am
31. Dezember 2012 aufgelöst wurde, als endgültig abgeschlossen, was sind
die Ergebnisse des Projekts, und welches Nachfolgeprojekt sieht die
Bundesregierung dafür vor?
Bei „Schulen ans Netz“ handelte es sich nicht um ein Projekt, sondern um einen
gemeinnützigen Verein mit Sitz in Bonn (Schulen ans Netz e. V.). Die
Mitgliederversammlung des Vereins „Schulen ans Netz e. V.“ hatte am 7. März 2012
beschlossen, den Geschäftsbetrieb des Vereins zum Ende des Jahres 2012
einzustellen, da der Verein sein Gründungsziel – allen Schulen in Deutschland die
Infrastruktur für den Zugang zur digitalen Medienwelt bereit zu stellen – 2009
erreicht hatte. Vom Verein betreute Projekte, darunter Projekte des BMBF im
Bereich der beruflichen Bildung, wurden bis Ende 2012 erfolgreich abgeschlossen.
Die Auflösung des Vereins erfolgte zum 31. Oktober 2013. Der Verein ist
erloschen (Vereinsregister Amtsgericht Bonn, Registerblatt VR 7177). Die Frage für
eine Nachfolge stellt sich für die Bundesregierung aufgrund der Kulturhoheit der
Länder und deren Zuständigkeit für den Schulbereich nicht.
21. Inwiefern beteiligt sich die Bundesregierung an der Ausstattung von Schulen
und/oder Hochschulen mit digitaler Technik und Netzanschlüssen, und
inwiefern beabsichtigt sie konkret, sich daran in welcher Form zukünftig zu
beteiligen?
Die Bundesregierung stellt für die Förderung zur Unterstützung des
Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland 2,7 Mrd. Euro zur Verfügung. Darin
sind auch die Mittel aus der Vergabe der Digitalen Dividende II (DD II) in Höhe
von 1,33 Mrd. Euro eingeflossen, die hälftig zwischen Bund und Ländern
aufgeteilt werden. Die Länder bringen ihre Anteile an der vom Bund zur Verfügung
gestellten DD II in eigene Förderprogramme und Maßnahmen zur Digitalisierung
ein. Das BMVI erarbeitet derzeit eine Förderrichtlinie, die noch im Jahr 2015
implementiert werden soll. Ziel ist es, den Ausbau zukunftsfähiger und
hochleistungsfähiger Breitbandnetze in Gebieten zu unterstützen, in denen in den
kommenden drei Jahren kein privatwirtschaftlicher Ausbau solcher Netze erfolgt.
Das Förderprogramm ist an Kommunen (Landkreise, Gemeinden etc.) gerichtet.
Diese initiieren die Ausbauprojekte, stellen die Anträge im Förderverfahren und
koordinieren die Projekte vor Ort. Privatwirtschaftliche Unternehmen (u. a.
Netzbetreiber / Tiefbauunternehmen) erledigen Ausbau und/oder Betrieb des Netzes.
Es sollen mehrere Förderaufrufe veröffentlicht werden. Die Förderanträge
werden durch die Bewilligungsbehörde, die sich eines Projektträgers bedienen kann,
anhand eines Scoring-Modells bewertet und entsprechend beschieden. Das zur
Bewertung geschaffene Scoring-Modell sieht vor, das beantragte Vorhaben
anhand bestimmter Kriterien mit Punkten zu bewerten. Antragsteller, die beim
Breitbandausbau in ihrer Region den Anschluss institutioneller Nachfrager,
insbesondere Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen berücksichtigen, erhalten
dadurch zusätzliche Punkte für das Projekt. Somit wird ein Anreiz geschaffen
Schulen und/oder Hochschulen mit breitbandigen Netzanschlüssen zu versorgen.
Die Ausstattung von Bildungseinrichtungen mit digitaler Technik, zum Beispiel
mit Arbeitsplatzrechnern, Routern und dergleichen, wird durch das zuvor
beschriebene Förderprogramm nicht abgedeckt. Es werden ausschließlich
Infrastrukturen, jedoch keine Komponenten gefördert.
Grundsätzlich ist die Ausstattung von Schulen und Hochschulen mit digitaler
Technik Aufgabe der Länder.
22. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bislang ergriffen, um die im
Jahr 2014 beendeten Medienkompetenzprojekte „youth part“, angesiedelt
bei der Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik
Deutschland e. V. (IJAB), und „peer³“, angesiedelt bei dem JFF – Institut für
Medienpädagogik in Forschung und Praxis, fortzuführen, und welche
Maßnahmen hat die Bundesregierung bislang ergriffen, um die Ergebnisse dieser
Projekte nutzbar zu machen?
Die angesprochenen Projekte wurden in Rahmen einer Fachtagung im Dezember
2014 in Berlin ausgewertet. Die Erkenntnisse der Medienprojekte werden
aufgegriffen und weiterentwickelt im Rahmen des „Gemeinschaftsprojektes für eine
vernetzte Plattform *Jugendbeteiligung online* – für die Praxis digitaler
Partizipation“ (Arbeitstitel). Auf Initiative des BMFSFJ hat sich eine
Trägergemeinschaft gebildet, zu der der Deutsche Bundesjugendring, die Deutsche Kinder- und
Jugendstiftung und die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der
Bundesrepublik Deutschland e. V. gehören. Der Start des bis Ende 2019 geplanten
Projektes soll noch in diesem Jahr erfolgen, spätestens jedoch zu Beginn des Jahres
2016.
23. Gibt es nach Meinung der Bundesregierung angesichts der
Medienkonvergenz einen gesetzlichen Regelungsbedarf, und wenn ja, welche
Gesetzesvorhaben sind hier für welchen Zeitraum konkret geplant?
Die Bundesregierung setzt sich für eine der Medienkonvergenz angemessene
Medienordnung auf nationaler und internationaler Ebene ein. Aus diesem Grund
haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der
Länder mit Beschluss vom 11. Dezember 2014 die Bund-Länder-Kommission zur
Medienkonvergenz eingesetzt. Die Prüfung eines etwaigen Handlungsbedarfs ist
noch nicht abgeschlossen.
24. Welche Möglichkeiten hat die Bundesregierung, die
Kultusministerkonferenz (KMK) bei der Verbesserung der Lehrerausbildung im Bereich der
Medienkompetenz zu unterstützen, und in welcher Form hat die
Bundesregierung gegebenenfalls bislang Gebrauch von diesen Möglichkeiten gemacht?
Eine Möglichkeit für die Unterstützung der Kultusministerkonferenz bei der
Verbesserung der Lehrerausbildung im Bereich der Medienkompetenz ist die von
Bund und Ländern im Rahmen ihrer Zusammenarbeit in der Gemeinsamen
Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossene „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“,
für die der Bund in den kommenden Jahren bis 2023 bis zu 500 Mio. Euro zur
Verfügung stellt. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 14 verwiesen.
26. Welche Medienkompetenzschulungen wurden in der 18. Wahlperiode in
welchen Bundesministerien angeboten, und wie viele Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter haben diese jeweils wahrgenommen (bitte nach
Bundesministerien, Zeitraum, Art der Schulung, Anzahl der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer und Abteilungen bzw. Referaten aufschlüsseln)?
Die Beschäftigten der Bundesregierung haben die Möglichkeit, die
Fortbildungsangebote der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (BAKöV) zu nutzen.
Einschlägige Angebote aus dem Bereich IT-Sicherheit, Datenschutz und E-
Learning wurden wie in folgender Tabelle in Anspruch genommen. Eine
Aufschlüsselung nach Zeitraum, Art der Schulung, Anzahl der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer, Abteilungen und Referaten ist nicht möglich.
Bezeichnung Anzahl Teilnehmer
Informationstechnik, Informationssicherheit und Internet in der
modernen Verwaltung - Grundlagen und Anwendung - für Frauen
2 17
Informationstechnik, Informationssicherheit und Internet in der
modernen Verwaltung - Grundlagen und Anwendung
3 36
Sensibilisierungskampagnen und Schulungen in IT-
Sicherheitsfragen - Konzeption und Durchführung
1 11
IT-Sicherheitsbeauftragte in der öffentlichen Verwaltung I - Basis
(3-wöchig)
4 60
Bezeichnung Anzahl Teilnehmer
IT-Sicherheitsbeauftragte in der öffentlichen Verwaltung I - Basis
Kompakt (1-wöchig)
4 43
Daten- und Informationssicherheit beim Einsatz mobiler Geräte 5 56
Methodik und Didaktik von Schulungen in der Informationstechnik 2 22
Sommerakademie für Landes- und Kommunalbedienstete - IT-
Sicherheitsbeauftragte in der öffentlichen Verwaltung I - Basis
3 45
E-Learning - Lernen mit Neuen Medien 2 18
Live-Hacking Länder 60 11917
Datenschutz und Datensicherheit 3 55
Behördliche Datenschutzbeauftragte in der Bundesverwaltung 4 68
Die Ressorts bieten Ihren Beschäftigten darüber hinaus im Rahmen von Inhouse-
Schulungen und Seminaren entsprechende Fortbildungsangebote an.
Maßnahmen im Bereich Bundesministeriums der Finanzen (BMF):
Zusätzlich zum Angebot der BAKöV wurden im BMF 370 Hausangehörige zum
Thema „IT-Sicherheit“ durch Inhouse-Seminare sensibilisiert.
Maßnahmen im Bereich des BMWi:
Zur Unterstützung bei der täglichen Arbeit am PC stehen allen Beschäftigten des
BMWi zusätzlich zum Angebot der BAKöV spezielle Lernprogramme/
Arbeitshilfen online zur Verfügung. In welchem Umfang diese genutzt werden, lässt sich
statistisch nicht nachvollziehen.
In Einzel- und konkreten Bedarfsfällen erfolgen durch das IT-Referat
Unterweisungen direkt am Arbeitsplatz.
Zur Vorbereitung auf die dienstliche Nutzung von Social-Media-Plattformen hat
BMWi 2015 in Ergänzung zum Angebot der Bundesakademie für öffentliche
Verwaltung eine Inhouse-Schulung angeboten, an der 12 Beschäftigte aus den
verschiedenen Abteilungen des BMWi teilnahmen.
Maßnahmen im Bereich des BMFSFJ:
Das BMFSFJ führt regelmäßige IT-Sprechstunden durch, in denen u. a. auch
Themen der Medienkompetenz angesprochen werden. Eine statistische Ermittlung
der Teilnehmenden zu den Fragen der Medienkompetenz erfolgt nicht.
Maßnahmen im Bereich des BMBF:
Zusätzlich zum Angebot der BAKöV wurden im BMBF in der 18. Wahlperiode
bisher 50 Schulungen (Präsensveranstaltungen, E-Learning bzw.
Selbstlernschulungen) angeboten, die Elemente zur Stärkung der Medienkompetenz der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln. Die Schulungen dauerten zwischen einem
Tag und fünf Tagen. Insgesamt wurden diese Schulungen von 159
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Abteilungen des BMBF wahrgenommen.
Maßnahmen im Bereich der BKM:
Im Rahmen der BSI- und BAKöV-Initiative „Sicher gewinnt“ führt die BKM
ergänzend zu dem Schulungsangebot der BAKöV seit Sommer 2012 in dem
Themenfeld „Informationssicherheit am Arbeitsplatz“ Sensibilisierungsmaßnahmen
für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch. Die Teilnahme an den Inhouse-
Schulungen ist verpflichtend; das Schulungsangebot wird im laufenden Kalenderjahr
aktualisiert und fortgesetzt.
27. Welche Gründe hat die nach Information der Fragesteller erfolgte
Verschiebung des Computerspielepreises, in welchem die Stärkung der
Medienkompetenz vor allem bei den Kinder- und Jugendspielen ein Kriterium ist, aus
dem Verantwortungsbereich der Beauftragten für Kultur und Medien in das
des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur?
Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist eine politische
Querschnittsaufgabe. Das BMVI schafft mit dem flächendeckenden Breitbandausbau
die grundlegende Voraussetzung, um diese Entwicklung zum Erfolg zu führen –
und fördert darüber hinaus in unterschiedlichen Bereichen digitale Innovationen.
Vor diesem Hintergrund unterstützt das BMVI mit dem Deutschen
Computerspielpreis (DCP) die Gamesindustrie als wichtigen digitalen Innovationstreiber.
Mit der Neuausrichtung des DCP wurde die Vernetzung mit der Community
durch das BMVI weiter gestärkt und die Bedeutung von Games als wichtigem
Unterhaltungsgut und als zentralem digitalen Wirtschaftsfaktor weiter
hervorgehoben.
28. Welche Forschungsvorhaben unterstützt die Bundesregierung gegenwärtig
bezüglich der Auswirkungen der Digitalisierung auf Erwachsene, Kinder,
Jugendliche aber auch Senioren?
Im Rahmen von BMBF-Foresight wurde breit nach zukünftig möglichen
gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen gesucht (Zeithorizont ca.
15 Jahre). Im Ergebnis des Prozesses wurden viele mögliche Entwicklungen
identifiziert, in denen Digitalisierung – und deren Auswirkungen – eine Rolle spielen.
Im Rahmen der aktuellen Bekanntmachung zur Innovations- und Technikanalyse
(
www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung.php?B=958) werden im
Themenfeld „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ fünf Projekte gefördert (Laufzeit
2015 bis 2017):
Social Media Forensics: Risiken der digitalen Arbeitswelt erkennen und
beheben (Universität Siegen)
Digital Work Design – Turning Risks into Chances: Veränderung der
Arbeitswelt durch die Digitalisierung, Chancen und Risiken sowie
Einflussfaktoren der Führungs- und Organisationsebene (Technische Universität
München)
E-Learning in der Schule-Segen oder Fluch? Wie wirkt eine erhöhte
Leistungstransparenz auf das Lern- und Wettbewerbsverhalten von Schülern?
(Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Algorithmischer Strukturwandel der Öffentlichkeit: Chancen und Risiken der
IKT für die Entwicklung der politischen Informationskompetenz (TU
Dresden und Hochschule Karlsruhe)
Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit: Makroökonomische
Auswirkungen auf Beschäftigung. Arbeitslosigkeit und Löhne von morgen. (Zentrum
für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)).
Darüber hinaus beschäftigen sich folgende Forschungsprojekte der Innovations-
und Technikanalyse mit Themen der Auswirkungen der Digitalisierung:
Zur Akzeptanz humanoider Service-Roboter: Experimentelle
Untersuchungen unter besonderer Berücksichtigung der uncanny valley-Hypothese
(Universität Koblenz-Landau)
Technologieaufgeschlossenheit durch Partizipation? Einfluss der
Nutzerbeteiligung auf Einstellungen zu Verkehrszugangssystemen (Technische
Universität Berlin, Wissenschaft im Dialog und Nexus Institut für
Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung)
Smart Cams im öffentlichen Raum (Carl von Ossietzky Universität
Oldenburg und OFFIS e. V. - Institut für Informatik)
IKT und Stromversorgung: Potenziale und Risiken der Kopplung in Bezug
auf Vulnerabilität und Resilienz (Institut für ökologische
Wirtschaftsforschung und Universität Bremen).
In den Forschungsvorhaben des BMFSFJ in Trägerschaft vom Hans-Bredow-
Institut und dem Deutschen Jugendinstitut e. V. wird schwerpunktmäßig die
Medienerziehung in Familien untersucht. Darüber hinaus unterstützt BMFSFJ
inhaltlich (nicht finanziell) die Erarbeitung des D21-Digital-Index 2015, der vom
BMWi gefördert wird. Mit der Studie misst die Initiative D21 (durch TNS) seit
2013 die Entwicklung des Digitalisierungsgrads der deutschen Bevölkerung –
ihren Zugang, ihre Kompetenz, ihre Offenheit sowie ihre Nutzungsvielfalt bezogen
auf digitale Medien und das Internet.
Der D21-Digital-Index ist eine Weiterentwicklung des (N)ONLINER Atlas
(2001-2014) und mit rund 33 000 Befragten die umfangreichste und
aussagekräftigste Studie zum Internetnutzungsverhalten der Deutschen. Der Index ermöglicht
es, die Auswirkungen von Innovationen und Ereignissen für Wirtschaft und
Gesellschaft detailliert, nachhaltig und im Zeitverlauf aufzuzeigen.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 1, 9 und 10 verwiesen.
29. Zu welchem Zeitpunkt erwartet die Bundesregierung, dass das in der
„Digitalen Agenda“ der Bundesregierung erwähnte, mit öffentlichen Mitteln
finanzierte „Internet-Institut“ spätestens mit der Arbeit beginnt, und inwiefern
sieht die Bundesregierung es auch als einen Beitrag zur Förderung von
Medienkompetenz an?
Die Bundesregierung hat am 17. September 2015 eine Förderrichtlinie für ein
„Deutsches Internet-Institut“ bekannt gemacht, in der das vorgesehene
mehrstufige Verfahren mit Projektskizzen, Konzeptionsphase und anschließender
Aufbauphase beschrieben wird. Dementsprechend wird die inhaltliche Arbeit nach
und nach aufgenommen und intensiviert.
Das Deutsche Internet-Institut soll einen interdisziplinären Gesamtblick auf die
Digitalisierung und ihre praktischen Auswirkungen in gesellschaftlicher Hinsicht
untersuchen. Als einer der Themenkomplexe für die Forschung in der
Förderrichtlinie wird der Bereich „Bildung, Kompetenz, Wissen“ genannt. Die konkrete
Umsetzung wird im Rahmen des wettbewerblichen Verfahrens entwickelt und
von den erfolgreichen Antragstellern bestimmt.
30. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus der von der
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig,
vorgestellten Studie DIVSI U9-Studie „Kinder in der digitalen Welt“?
Die Ergebnisse der „DIVSI U9-Studie Kinder in der digitalen Welt“ wurden am
23. Juni 2015 in einer gemeinsamen Pressekonferenz des Deutschen Instituts für
Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und des BMFSFJ in Berlin
vorgestellt. Im Rahmen der Studie wurden 1029 Kinder im Altern von 6 bis 8 Jahren
sowie 1 832 Eltern mit Kindern im Alter von 3 bis 8 Jahren befragt. Die
Ergebnisse zeigen, dass Kinder früh in eine digitale Welt hineinwachsen. Ein Großteil
der drei- bis achtjährigen Kinder ist bereits regelmäßig im Internet aktiv. Obwohl
Kinder in der digitalisierten Welt aufwachsen und gut mit Medien ausgestattet
sind, führt Digitalisierung nicht automatisch zu Chancengleichheit. Die Studie
geht der Frage nach, wie die elterlichen Einstellungen zu digitalen Medien und
ihre eigene Medienkompetenz den Erziehungsstil prägen. Das BMFSFJ nimmt
die Ergebnisse zum Anlass, mit Maßnahmen zur Unterstützung der
Medienerziehung in Familien, Kindern von Beginn an einen guten Start in eine Gesellschaft
ermöglichen, und sich dabei an den Voraussetzungen innerhalb der Familie zu
orientieren. Im Übrigen wird auf die Antwort zu den Fragen 1, 9 und 10
verwiesen.
31. Inwiefern will die Bundesregierung dafür sorgen, dass Kinder ihre
Medienkompetenz unabhängiger von den formalen Bildungsgraden ihrer Eltern
entwickeln, als sie es laut der DIVSI U9-Studie bislang tun?
Es ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung, eine digitale Ungleichheit,
die sich in der Nutzungsweise digitaler Medien aufgrund ungleicher
Kompetenzverteilung ausdrückt, abzubauen. Die Maßnahmen des BMFSFJ zur
Unterstützung der Medienerziehung in Familien richten sich grundsätzlich an alle Familien
unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern. Viele Maßnahmen widmen sich auch
der Frage, wie Eltern mit besonderem Beratungsbedarf aufgrund ihres
Bildungshintergrundes besser erreicht werden können.
32. Inwiefern verfolgt die Bundesregierung das politische Ziel den Bürgerinnen
und Bürgern zu vermitteln, dass für junge Kinder die mit der Internetnutzung
verbundenen Chancen die Risiken überwiegen, und nicht umgekehrt, wie
Eltern laut DIVSI U9-Studie das Internet für junge Kinder bisher größtenteils
wahrnehmen?
Auch in Bezug auf die in der Frage angesprochenen jungen Kinder obliegt die
Erziehungsverantwortung gemäß Artikel 6 Absatz 2 Satz 1 GG zuvörderst den
Eltern. Ziel der Bundesregierung ist es, die Wahrnehmung der
Erziehungsverantwortung entsprechend dem elterlichen Informations- und Beratungsbedarf zu
unterstützen.
33. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus dem am 15. September 2015
veröffentlichten OECD-Bericht „Students, Computers and Learning:
Making the Connection“, und wie will sie dafür sorgen, dass Deutschland im
OECD-Vergleich künftig besser abschneidet?
Die Bundesregierung begrüßt es, dass mit dem OECD-Bericht „Students,
Computers and Learning: Making the Connection“ dazu beigetragen wird, die
Kenntnislage zum Einsatz digitaler Medien in der Schule zu verbreitern. Ferner wird
auf die Antwort zu Frage 15 verwiesen.
34. Für wie sinnvoll erachtet die Bundesregierung die Forderung, dass in
Deutschland an allen Schulen und in allen Schul- und Altersstufen ein
verpflichtender Informatikunterricht eingeführt und die Länder vom Bund dabei
unterstützt werden sollen, und inwiefern unterstützt sie diese Forderung?
35. Inwiefern betrachtet die Bundesregierung die mögliche Einführung eines
Schulfachs Informatikunterricht als einen Beitrag zur verbesserten
Medienkompetenzvermittlung?
Die Fragen 34 bis 35 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Fragen zur curricularen Ausgestaltung von Unterrichtsfächern, in diesem Fall des
Informatikunterrichts, fallen in die Zuständigkeit der Länder.
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