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Kleine AnfrageWahlperiode 16Beantwortet

Arbeitsplätze im Kontext von Seehäfen in Deutschland und der Europäischen Union (G-SIG: 16011791)

Unterschiedliche Berechnungsgrundlagen von Beschäftigungszahlen; deren Aufschlüsselung in Deutschland nach &quot;hafenbezogene Branchen&quot; und &quot;direkter&quot; bzw. &quot;indirekter Hafenabhängigkeit&quot;; Definitionen dieser Kriterien in Deutschland und der EU; Erfassungssystem und Erhebungsverfahren; Datenquellen/Studien zu den Zahlen für Deutschland <p> </p>

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Datum

19.03.2007

Antwortdauer

17 Tage

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 16/450902. 03. 2007

Arbeitsplätze im Kontext von Seehäfen in Deutschland und der Europäischen Union

des Abgeordneten Rainder Steenblock und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Forderung nach einem Ausbau der deutschen Seehäfen wird häufig mit dem Verweis auf die steigenden Wachstumsraten und den weltweiten Wettbewerb im Containerumschlag erhoben. Daran knüpft sich die Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze in den Häfen und den angeschlossenen Wirtschaftszweigen.

Die Angaben über die Zahl der im Hafen Beschäftigten variieren jedoch je nach Einbeziehung unterschiedlicher Branchen beträchtlich: die Angaben über den Anteil hafenabhängiger Arbeitsplätze im Hamburger Hafen weichen je nach Berechnungsgrundlage erheblich voneinander ab, z. B. von 74 575 direkt Beschäftigten bis zu 124 707 direkt und indirekt Beschäftigten (Planco-Gutachten 2003, „Regional- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Hamburger Hafens im Jahr 2001“, im Auftrag der Hamburg Port Authority).

Bei der Fortschreibung des Planco-Gutachtens wurden mehr Branchen in die Berechnungen einbezogen, so dass sich für direkt und indirekt vom Hafen abhängige Arbeitsplätze eine Zahl von 258 300 ergibt. Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit zählt dagegen 133 000 direkt und indirekt Beschäftigte (BWA-kompakt 2006). Auf 154 000 direkt und indirekt Beschäftigte in der Metropolregion kommt die Hamburg Port Authority (Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, Zwischenbericht des Wirtschaftsausschusses, Hafenentwicklung, 17. Oktober 2006, Drucksache 18/5137).

Das Hamburger Beispiel veranschaulicht, was auch für weitere deutsche Seehäfen gilt: Seriöse Zahlenvergleiche lassen sich aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen nicht anstellen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen5

1

Wie viele Menschen sind direkt und indirekt in deutschen Seehäfen und in Seehäfen der Europäischen Union beschäftigt, aufgeschlüsselt nach einzelnen Seehäfen, direkter und indirekter Beschäftigung und Wohnort der Beschäftigten bzw. Unternehmenssitz (Kernbereich/Metropolregion) plus Nennung der Quellen/Studien, auf denen die Angaben basieren?

2

Welche Branchen werden als hafenbezogen in die Berechnungen zu Deutschland und der EU einbezogen?

3

Welche hafenbezogenen Branchen in Deutschland und der EU fallen in die Kategorie „direkt“, welche in die Kategorie „indirekt“?

4

Welches sind die Kriterien, nach denen hafenbezogene Arbeitsplätze in Deutschland und der EU direkt bzw. indirekt zugeordnet werden?

5

Welches Erfassungssystem liegt den Berechnungen (Deutschland- und EU-weit) zugrunde, bzw. existiert ein einheitliches Erhebungsverfahren?

Berlin, den 2. März 2007

Renate Künast, Fritz Kuhn und Fraktion

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