[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 3. März 2016
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/7795
18. Wahlperiode 04.03.2016
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Katrin Kunert, Dr. André Hahn,
Frank Tempel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/7577 –
Sportstättenentwicklung des Spitzen-, Leistungs- und Breitensports
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Seit vielen Jahren ist der Sanierungsbedarf im Bereich der
Sportstätteninfrastruktur hoch. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) veranschlagt
42 Mrd. Euro für die Modernisierung und Sanierung der bundesdeutschen
Sportstätten (Pressemitteilung des DOSB vom 27. Oktober 2015). Im
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD aus dem 2013 versichern die
CDU/CSU und SPD, dass sie sich „dafür stark [machen], dass eine attraktive,
ausgewogene und bedarfsorientierte Infrastruktur für den Spitzen-, Leistungs-
und Breitensport erhalten bleibt“. Auch im 13. Sportbericht der
Bundesregierung wird hervorgehoben, dass „ohne die finanzielle Unterstützung durch die
Bundesregierung […] Spitzen- und Breitensport in der bisherigen Form nicht
möglich [wären]. Denn sportliche Spitzenleistungen erfordern optimale
Rahmen- und Trainingsbedingungen. Aus diesem Grund ist der Erhalt einer
attraktiven, ausgewogenen und bedarfsorientierten Infrastruktur für den gesamten
Sportbetrieb, insbesondere die Förderung von Sportstätten und -anlagen für den
Spitzensport, fester Bestandteil des Sportförderprogramms der
Bundesregierung“ (Bundestagsdrucksache 18/3523).
Die Konjunkturpakete I und II haben zwar wesentlich zum Bau und zur Sanierung
von Sportstätten beigetragen, konnten aber den bundesweit bestehenden
erheblichen Sanierungsbedarf nur abmildern. Hinzu kommt, dass seitdem Investitionen
im Bereich der Sportstätteninfrastruktur wieder rückläufig sind (
www.kfw.
de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-
Kommunalpanel/Kommunalpanel-2014.pdf;
www.dosb.de/uploads/media/Rede_
Walter_Schneeloch_DStGB_.pdf).
Sowohl Ende März 2014 als auch im April 2015 forderten die sportpolitischen
Sprecher und Sprecherinnen der CDU/CSU in Bund und Ländern ein
bundesweites „Sonderprogramm Sport“ (
www.csu-landtag.de/index.php?ka=1&ska=
4&idn=988#.Vp-Gs01gnGg). So heißt es in ihrer „Berliner Erklärung“: „In
besonderer Verantwortung sehen wir den Bund. Dieser sollte sich nicht nur an den
Kosten der Olympischen und Paralympischen Spiele beteiligen, sondern über
eine Investitionsoffensive mit einem bundesweiten ‚Sonderprogramm Sport‘
die finanziellen Spielräume für den Sport in den Bundesländern verbessern. Wir
Deutscher Bundestag Drucksache 18/7795
18. Wahlperiode 04.03.2016
sind der Auffassung, dass der Bund und die Länder die bestehende Chance
nutzen sollte, um nachhaltig den Leistungs- und Breitensport zu fördern und in
Sportvereine und schließlich in Sportstätten zu investieren. Es ist die Aufgabe
des Bundes und der Länder, den Sport mit seiner weitreichenden Bedeutung für
unser Land finanziell zu unterstützen und die Akteure nicht mit den zahlreichen
Herausforderungen allein zu lassen. Eine vielfältige Sportinfrastruktur fördert
das soziale Zusammenleben und ist einer hohen Lebensqualität dienlich – dies
ist ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsfähigkeit unseres Landes“ (www.
csu.de/common/csu/content/csu/hauptnavigation/partei/parteiarbeit/aks/150414_
Berliner_Erklaerung.pdf).
Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms hat der Bund mit
Verabschiedung des Bundeshaushaltes 2016 Mittel zur Förderung der Sanierung
kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur in Höhe von
140 Mio. Euro eingestellt. Der DOSB hat dies begrüßt, appellierte aber an den
Bund, diese Förderansätze auszubauen und zu verstetigen: „Deutschland
vernachlässigt seine Sportstätten. Alle reden davon, Straßen und Brücken zu
sanieren, aber auch im Sport besteht dringender Handlungsbedarf, wenn wir nicht
eines Tages vom Weltmeister zum Kreisligisten der Sportstätten werden wollen.
Neben dem Bund müssen auch die Länder und Kommunen die
Sportstättenförderung konsequenter in den Blick nehmen und nachhaltig zur Beseitigung des
Sanierungsstaus beitragen“, so DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch aus Anlass
der internationalen Fachmesse für Freiraum, Sport- und Bäderanlagen FSB am
27. Oktober 2015 (
www.dosb.de/de/sportentwicklung/sportstaetten-umwelt-
undklimaschutz/news/details/news/sportstaetten_in_deutschland_milliardenschwerer_
sanierungsstau/).
V o r b e me r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Sportförderung und insbesondere die Förderung des Breitensports ist in erster
Linie Angelegenheit der Länder. Dem Bund erwachsen hier Kompetenzen nur
kraft Natur der Sache bei gesamtstaatlicher Repräsentanz.
Die Kleine Anfrage berührt in einigen Bereichen Belange, die nicht unmittelbar
in den Verantwortungsbereich der Bundesregierung fallen, sondern (z. T.
ausschließlich) Kompetenzen oder Aktivitäten der Länder oder auch der Kommunen
betreffen. Insoweit beschränkt sich die Antwort der Bundesregierung auf
vorhandenes eigenes Wissen, beziehungsweise auf vorliegende Kenntnisse über Wissen
Dritter.
Diese Vorgehensweise resultiert aus der einerseits bestehenden Pflicht der
Bundesregierung zur unverzüglichen, vollständigen und wahrheitsgemäßen Antwort,
die jedoch andererseits unter dem Vorbehalt der Zumutbarkeit steht. Das heißt,
es sind die Informationen mitzuteilen, über die die Bundesregierung verfügt oder
die sie mit zumutbarem Aufwand in Erfahrung bringen kann.
Letztere Einschränkung greift insbesondere dort, wo aufwendige und
zeitintensive Erhebungen außerhalb des Verantwortungsbereichs der Bundesregierung
Voraussetzung für die Beantwortung der Anfrage wären. Die Bundesregierung
hat in ihrer Beantwortung daher davon abgesehen, eine Einbeziehung außerhalb
ihres Verantwortungsbereichs stehender Dritter vorzunehmen, um bei ihr nicht
vorhandene Kenntnisse erst zu erfragen.
Der Begriff „Sportleistungszentrum“ (SLZ) ist der Bundesregierung nicht
geläufig. Sollte es sich dabei um Landeseinrichtungen handeln, kann die
Bundesregierung hierzu keine Angaben machen.
r cksac e 18/7795 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Statistik
1. Wie viele Sportstätten und Bäder des Bundes bzw. in Nutzung durch den
Bund (auch anteilige) gibt es im Bereich des Leistungs- und Spitzensports in
der Bundesrepublik Deutschland (absolut und prozentual nach Art der
Sportstätten und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Unter Verweis auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und die der
Bundesregierung nicht vorliegenden Angaben, insbesondere zu den nicht im
Bundeseigentum stehenden Sportstätten, erfolgt eine Zusammenfassung der Sportstätten
in den Gruppen Sporthallen, Schwimmhallen, Skistadien, Bob- und
Schlittenbahnen, Leichtathletikstadien oder -plätze und sonstige Sportstätten. Die Angaben zu
den im Bereich des Leistungs- und Spitzensports in der Bundesrepublik
Deutschland dem Bund gehörenden bzw. in Nutzung durch den Bund (auch anteilige)
befindlichen Sportstätten und Bäder des Bundes können der Anlage 1 entnommen
werden.
Im Rahmen der Spitzensportförderung des Zoll Ski Teams werden darüber hinaus
im Bereich Biathlon in Mittenwald die Isararena, Sportstätten der
Schützengesellschaft und der Truppenübungsplatz der Bundeswehr partiell mitgenutzt.
2. Wie viele davon werden auch durch den Breitensport, Schulsport und/oder
Freizeitsport mitgenutzt (absolut und prozentual nach Art der Sportstätten
und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Entsprechende Daten werden von der Bundesregierung nicht vorgehalten. Im
Rahmen freier Kapazitäten erfolgt eine Mitbenutzung der im Eigentum des
Bundes befindlichen Sportstätten z. B. durch den Breitensport, örtliche Vereine oder
Interessengruppen.
Von den insgesamt acht Sporthallen, zwei Leichtathletikplätzen, zwei sonstigen
Sportstätten und einer Schwimmhalle (Bundesleitungszentrum [BLZ]
Kienbaum – Brandenburg) werden elf (rd. 85 Prozent) auch durch den Breitensport,
Schulsport und/oder Freizeitsport mitgenutzt. In der Bundespolizeischule Bad
Endorf (Bayern) sind die Sporthalle und die Schwimmhalle für den Breitensport
zugänglich.
Zu den übrigen nicht im Eigentum des Bundes stehenden Einrichtungen liegen
keine vollständigen Angaben vor. Die Mitnutzung dieser Einrichtungen durch
den Bund liegt hier jedoch lediglich bei 30 bis 50 Prozent.
3. Wie viele Sportstätten und Bäder im Bereich des Leistungs- und
Spitzensports darunter sind sanierungsbedürftig (nach Art der Sportstätten und nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
Erkenntnisse über den Sanierungsbedarf von Sportstätten und Bädern, die nicht
im Bundeseigentum stehen, liegen der Bundesregierung nicht vor. Die Förderung
des Sports und damit auch die Förderung des Sportstättenbaus ist grundsätzlich
Ländersache. Die Zuständigkeit des Bundes ist auf den Spitzensport beschränkt.
Die derzeit in Deutschland vorhandenen Sportstätten für den Spitzensport
befinden sich grundsätzlich in einem guten Zustand und werden den Erwartungen und
Anforderungen im Hinblick auf die Trainingsbedingungen der einzelnen
Sportarten gerecht.
Sollte an Sportstätten ein Sanierungsbedarf bestehen, kann davon ausgegangen
werden, dass im Rahmen von bundesgeförderten Baumaßnahmen im Bereich des
Spitzensports dieser sukzessive und situativ berücksichtigt wird.
Drucksache 18/7795 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Von den im Bundeseigentum stehenden Sportstätten sind zwei Sporthallen (BLZ
Kienbaum) sanierungsbedürftig.
4. Wie hoch ist der Anteil dieser Sportstätten und Bäder die barrierefrei
konzipiert sind (absolut und prozentual nach Art der Sportstätten und nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
Statistische Angaben über die Barrierefreiheit von nicht im Bundeseigentum
stehenden Sportstätten und Bädern liegen der Bundesregierung nicht vor. Die
Barrierefreiheit wird beim Bau von Sportstätten für den Spitzensport beachtet. Ein
besonderer Modernisierungsbedarf für Sportstätten des Spitzensports im Hinblick
auf eine Barrierefreiheit ist derzeit nicht erkennbar.
Die für die Behandlung und Sportausbildung einsatzgeschädigter Soldaten
relevanten Sportanlagen in Warendorf wurden im Rahmen von
Sanierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren barrierefrei gestaltet.
Von den übrigen im Bundeseigentum stehenden Sportstätten ist nur eine
Sporthalle in Kienbaum (Brandenburg) nicht barrierefrei konzipiert.
5. Wie viele davon wurden in den letzten 10 Jahren entsprechend umgebaut
(absolut und prozentual nach Art der Sportstätten und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
In den letzten zehn Jahren wurden rund 1,2 Mio. Euro Bundesmittel für fünf
barrierefreie bzw. behindertengerechte Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Davon
drei Maßnahmen in Niedersachsen, eine Maßnahme in Nordrhein-Westfalen und
eine Maßnahme in Schleswig-Holstein.
Darüber hinaus erfolgte im Rahmen weiterer Baumaßnahmen wie z. B. der
Bauunterhaltung ein teilweiser behindertengerechter Umbau an Einrichtungen, die
durch den Spitzensport genutzt werden, wie z. B. behindertengerechte WC bzw.
Umkleiden. Diese Informationen werden jedoch nicht statistisch erhoben, sie
ergeben sich teilweise aus den Erläuterungsberichten, Finanzierungsplänen oder
Zuwendungsanträgen der jeweiligen Einzelfälle.
Generell wird an den Standorten, an denen Kaderathleten mit Handicap
trainieren, darauf geachtet, dass die Sanierungsmaßnahmen den Anforderungen der
Barrierefreiheit entsprechen und behindertengerecht sind.
Von den im Bundeseigentum stehenden Sportstätten wurden in den letzten zehn
Jahren zwei (15 Prozent) Sporthallen im BLZ Kienbaum (Brandenburg) im
Rahmen größerer Baumaßnahmen u. a. barrierefrei umgebaut.
Bezüglich der für die Behandlung und Sportausbildung einsatzgeschädigter
Soldaten relevanten Sportanlagen in Warendorf wird auf die Antwort zu Frage 4
verwiesen.
6. Wie hoch ist der Anteil dieser Sportstätten und Bäder, die energetisch
nachhaltig konzipiert sind?
Wie viele davon wurden in den letzten 10 Jahren entsprechend umgebaut
(absolut und prozentual nach Art der Sportstätten und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
Eine statistische Erhebung der energetisch nachhaltig konzipierten Sportstätten
und Bäder von nicht im Bundeseigentum stehenden Sportstätten und Bädern wird
nicht vorgehalten. Bei jeder Baumaßnahme im Bereich des Spitzensports wird
r cksac e 18/7795 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
berücksichtigt, ob energetische Maßnahmen einbezogen werden können. Im
Bereich der Beleuchtungstechnik erfolgt teilweise eine Umstellung auf LED-
Technik, bei Dachsanierungen wird eine angemessene Wärmedämmung
berücksichtigt, Heizungen werden auf moderne Pelletheizungen, Blockheizkraftwerke o. Ä.
umgestellt.
Von den im Bundeseigentum stehenden Sportstätten wurden in den letzten zehn
Jahren zwei (15 Prozent) Sporthallen im BLZ Kienbaum (Brandenburg) im
Rahmen größerer Baumaßnahmen u. a. nach energetischen Gesichtspunkten
entsprechend umgebaut.
7. Beabsichtigt die Bundesregierung eine Aktualisierung der Daten des
Sportsatellitenkontos in Bezug auf Anzahl und Situation der Sportstätten und
Bäder des Spitzen- und Breitensports, und wenn ja, wann, und durch wen?
Wenn nein, warum nicht?
Ja. Das aktualisierte Sportsatellitenkonto soll Ende 2016 vorliegen. Die
Aktualisierung erfolgt durch die „Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung
mbH (GWS)“ und „2hm & Associates GmbH“.
8. Zu welchen Teilen werden Olympiastützpunkte (OSP),
Bundesleistungszentren (BLZ) und Sportleistungszentren (SLZ) jeweils von Bund, Ländern und
Kommunen finanziert, und wie stellt sich das im Einzelnen prozentual und
in absoluten Zahlen dar (nach Bund, Land, Kommune, OSP, BLZ und SLZ
aufschlüsseln)?
Auf Grundlage des Leistungssportprogramms (GMBl. 2005 S. 1270 ff.) und der
Förderrichtlinien Stützpunktsystem (GMBl. 2005 S. 1280 ff.) können bei
Olympiastützpunkten (OSP) insbesondere Ausgaben gefördert werden für
• Betrieb,
• Trainingsstättenförderung,
• Trainermischfinanzierung (OSP -Trainer),
• Häuser der Athleten,
• Einzelprojekte und zentrale Maßnahmen.
Bei BLZ sind Personal-, Sach- und Beschaffungsausgaben zuwendungsfähig.
Die Angaben zu den Finanzierungsanteilen dieser Aufgaben der OSP und der
BLZ können der beigefügten Anlage 2 entnommen werden.
Bezüglich der SLZ wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
9. Wie hat sich die Anzahl von OSP, BLZ und SLZ in den letzten 10 Jahren
entwickelt (nach Bundesländern und Jahren aufschlüsseln)?
Die Entwicklung der Anzahl der OSP und BLZ in den letzten zehn Jahren kann
den Anlagen 3 und 4 entnommen werden.
Im Übrigen wird bezüglich der SLZ auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
verwiesen.
Drucksache 18/7795 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
10. Wie hoch war die Förderung des Spitzensports durch den Bund (konkret
nach Bundesländern sowie den jeweiligen OSP, BLZ und SLZ
aufschlüsseln) in den letzten 10 Jahren für
a) die Errichtung und Ausstattung von Sportstätten,
b) deren Sanierung, Modernisierung und Bauunterhaltung sowie
c) ihren Ersatz bei nicht möglicher oder unwirtschaftlicher Sanierung?
Die Unterscheidung nach Errichtung und Ausstattung von Sportstätten, deren
Sanierung, Modernisierung und Bauunterhaltung sowie deren Ersatz bei nicht
möglicher oder unwirtschaftlicher Sanierung, wird statistisch nicht erfasst, zumal
häufig verschiedene Bereiche in einer Baumaßnahme berührt sind. Auf eine
Aufteilung auf die jeweiligen OSP und BLZ kann ebenfalls nicht zurückgegriffen
werden. Aus der beiliegenden Anlage 5 können die Bewilligungen des Bundes für
Baumaßnahmen im Bereich des Spitzensports der letzten zehn Jahre an die in den
jeweiligen Ländern gelegenen Sportstätten für den Spitzensport entnommen
werden. Bezüglich der SLZ wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
verwiesen.
Bedarf
11. Wie stellen sich aus Sicht der Bundesregierung aktuell der Sanierungs- und
Investitionsbedarf bei OSP, BLZ und SLZ dar?
Wie stellt sich der Bedarf dabei in Hinblick auf Barrierefreiheit und
energetisch nachhaltige Sanierung dar?
An den 19 OSP und vier BLZ in Deutschland erfolgen im Rahmen der jährlichen
Förderplanung für den Sportstättenbau kontinuierlich auch Sanierungs- und
Investitionsmaßnahmen nach bestehenden Bedarfen und in enger Abstimmung mit
dem jeweiligen Land, die regelmäßig auch die Frage der Barrierefreiheit und
Aspekte der energetischen Anpassung beinhalten.
Die Frage der Barrierefreiheit von OSP war Gegenstand der Großen Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 18/6533 „Entwicklungsstand und Umsetzung des
Inklusionsgebotes in der Bundesrepublik Deutschland“ vom 29. Oktober 2015. Darin
wird auf die Antwort zu Frage 218, Seite 145 verwiesen.
Das BLZ Wiesbaden (Schießen) wird zur Zeit komplett um- bzw. neugebaut unter
Berücksichtigung aller Aspekte der Barrierefreiheit, in Hennef (Boxen, Ringen)
besteht weitgehende Barrierefreiheit, ein neuer Aufzug wird zur Zeit geplant,
Duisburg (Kanurennsport) und das BLZ Kienbaum (sportartübergreifend) sind
barrierefrei.
Bezüglich der SLZ wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
12. Mit welchem Investitionsbedarf rechnet die Bundesregierung, um nach
eigener Aussage mittelfristig den vorhandenen Bestand an Sportstätten in einem,
dem internationalen Niveau entsprechenden, Zustand zu erhalten (13.
Sportbericht der Bundesregierung, Bundestagsdrucksache 18/3523, Seite 78,
14.3)?
Die aus dem 13. Sportbericht der Bundesregierung zitierte Passage bezieht sich
auf die in der Verantwortung des Bundesministeriums des Innern (BMI) liegende
Förderung von Baumaßnahmen im Spitzensport. An gleicher Stelle ist auch
festgehalten, dass die Bundesregierung davon ausgeht, dass in Deutschland
grundsätzlich in ausreichendem Umfang Sportstätten für den Spitzensport vorhanden
sind. Diese befinden sich nach Auffassung der Bundesregierung in einem guten
r cksac e 18/7795 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
bis sehr guten Zustand und werden den Erwartungen im Hinblick auf die
Trainingsbedingungen der einzelnen Sportarten gerecht. Einen besonderen
Sanierungsbedarf erkennt die Bundesregierung insoweit nicht. Mit dieser Beurteilung
befindet sich die Bundesregierung in Übereinstimmung mit den
Spitzensportfachverbänden und deren Dachverband, „Deutscher Olympischer Sportbund“
(DOSB).
Die Bundesregierung geht daher davon aus, dass mittelfristig mit den zur
Verfügung stehenden Haushaltsmitteln den Belangen des Spitzensports im
Sportstättenbau Rechnung getragen werden kann.
13. Wie hoch schätzt die Bundesregierung den aktuellen Sanierungs- sowie
Investitionsbedarf für die Erhaltung und den Ausbau von kommunalen
Sportstätten und Bädern?
Wie stellt sich der Bedarf dabei in Hinblick auf Barrierefreiheit und
energetisch nachhaltige Sanierung dar?
Erhalt und Ausbau von kommunalen Sportstätten und Bädern gehören nicht zum
Verantwortungsbereich des Bundes. Der Bund hat hierzu keine belastbaren
Informationen. Es wird insoweit auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
verwiesen.
14. Inwieweit reichen nach Kenntnis der Bundesregierung die vorhandenen
Sportstätten und Bäder aus, um in allen Ländern und Kommunen einen
qualitativ hochwertigen Schulsport (mit mindestens drei Stunden pro Woche)
und Schwimmunterricht sowie Sportunterricht und Sportangebote in der
Berufsbildung sowie an Hoch- und Fachschulen anzubieten?
Die Organisation und Durchführung des Schulsports in den Ländern und
Kommunen gehört nicht zum Verantwortungsbereich des Bundes. Der Bund hat hierzu
keine belastbaren Informationen. Es wird insoweit auf die Vorbemerkung der
Bundesregierung verwiesen.
Bilanz – Goldener Plan Ost, Konjunkturpaket I und II, Hochwasserflut im
Jahr 2013
15. Wie viele Sportstätten und Bäder wurden von 1999 bis 2009 über das
Sportstättenprogramm „Goldener Plan Ost“ insgesamt gefördert (bitte nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
Inwiefern wurden dabei die Kriterien der Nachhaltigkeit und der
Barrierefreiheit berücksichtigt?
535 Sportstätten und Bäder wurden von 1999 bis 2009 auf Antrag des jeweiligen
Landes über das Sportstättenprogramm „Goldener Plan Ost (GPO)“ insgesamt
gefördert. Diese Projekte verteilten sich wie folgt:
Drucksache 18/7795 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Anzahl der Sportstätten und Bäder, die von 1999 bis 2009 aus Mitteln des „Goldener Plan Ost“
gefördert wurden
Jahr Berlin
(ehemaliger
Ostteil)
Brandenburg Mecklenburg-
Vorpommern
Sachsen Sachsen-
Anhalt
Thüringen
1999 8 25 9 11 4 11
2000 9 56 9 20 8 2
2001 5 19 8 18 10 9
2002/2003 9 50 14 20 27 10
2004 7 20 3 8 8 2
2005 4 15 2 10 4 1
2006 1 7 3 5 3 1
2007 0 9 2 6 2 1
2008 1 9 3 7 1 1
2009 1 5 4 5 2 1
Insgesamt 45 215 57 110 69 39
Anmerkung zu Berlin: Im Jahr 2007 nur eine Nachbewilligung, kein neues
Projekt
Im Rahmen der bundesseitigen Prüfung nach dem GPO oblag die baufachliche
Bewertung dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp). Diese Bewertung
umfasste u. a. neben der Angemessenheit der Ausgaben auch die Nachhaltigkeit
der jeweiligen Bauprojekte.
Sofern die Barrierefreiheit nicht ausdrücklicher Zuwendungszweck des Bundes
und damit eine Berücksichtigung bereits im Wege der
Verwendungsnachweisprüfung eröffnet war, richtete sich die Berücksichtigung der Barrierefreiheit nach
den zu dieser Zeit in den einzelnen Bauordnungen der Länder vorgesehenen
Regelungen.
16. Welche Ergebnisse und Wirkungen wurden mit dem Goldenen Plan aus
Sicht der Bundesregierung erzielt?
In welcher Weise wurde das Programm evaluiert?
Der Bund hat von 1999 bis 2009 für den GPO insgesamt rund 71 Mio. Euro
Bundesmittel zur Verfügung gestellt, obwohl dieser Bereich vorrangig Aufgabe der
Länder ist. Durch ergänzende Mittel der Länder, Kommunen und Vereine
konnten Gesamtinvestitionen von über 400 Mio. Euro sichergestellt und rund 535
Einzelmaßnahmen auf den Weg gebracht werden.
Mit diesen Mitteln konnte in vielen Fällen der Mangel an funktionstauglichen
Sportstätten der Grundversorgung in den neuen Ländern behoben und damit das
Sportstättenangebot an das Niveau in den alten Ländern angeglichen werden.
Damit wurden nicht nur die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger in den neuen
Ländern und dem ehemaligen Ostteil Berlins, ihrer gewünschten Sportart
nachzugehen, erweitert. Das Programm schaffte auch Arbeitsplätze. Eine förmliche
Evaluierung fand nicht statt.
r cksac e 18/7795 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
17. Wie viele Mittel sind im Rahmen des Konjunkturprogramms I und II in die
Sanierung bzw. den Bau von Sportstätten und Bädern geflossen, wie viele
Mittel darunter in bundeseigene Sportstätten und Bäder (bitte nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
18. Wie viele Kommunen haben Mittel aus dem Konjunkturprogramm I und II
für die Sanierung bzw. den Bau von Sportstätten und Bädern genutzt?
19. Wie viele Sportstätten und Bäder wurden im Rahmen des
Konjunkturprogramms I und II saniert bzw. gebaut?
Inwiefern wurden dabei die Kriterien der Nachhaltigkeit und der
Barrierefreiheit berücksichtigt?
20. Welche Ergebnisse und Wirkungen wurden mit dem Konjunkturprogramm
I und II auf dem Gebiet des Sports aus Sicht der Bundesregierung erzielt?
In welcher Weise wurden die Programme evaluiert?
Die Fragen 17 bis 20 werden aufgrund des Sachzusammenhangs
zusammenfassend beantwortet.
Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsgesetzes (BGBl. I 2009 S. 416) wurde eine
Vielzahl von Investitionsprojekten der Kommunen und der Länder gefördert (§ 1
Absatz 1 Satz 1 des Zukunftsinvestitionsgesetzes). Die Förderung der Sanierung
bzw. des Baus von Sportstätten und Bädern wurde jeweils den übergeordneten
Förderschwerpunkten „Bildungsinfrastruktur“ und „Infrastruktur“ zugeordnet
und nicht in jedem Fall separat ausgewiesen.
Dementsprechend liegen der Bundesregierung zu Fragen
des im Rahmen des Konjunkturprogramms II in die Sanierung bzw. den Bau
von Sportstätten und Bädern geflossenen Mittelvolumens;
der Anzahl von Kommunen, die Mittel aus dem Konjunkturprogramms II für
die Sanierung bzw. den Bau von Sportstätten und Bäder in Anspruch
genommen haben;
der Anzahl von Sportstätten und Bäder, die im Rahmen des
Konjunkturprogramms II saniert bzw. gebaut wurden; sowie
der hiermit erzielten Ergebnisse und Wirkungen
keine vollständigen eigenen Erkenntnisse vor.
Die Sportministerkonferenz (SMK) vom 15./16. November 2012 hielt zu den
Auswirkungen der im Rahmen der Konjunkturprogramme I und II erfolgten
Sanierung von Sportstätten fest: „Die Konjunkturpakete I und II haben in
gemeinsamer Anstrengung von Bund, Ländern und Kommunen wesentlich zum Bau und
zur Sanierung von Sportstätten beigetragen. Insgesamt wurden in Bund und
Ländern über 1,7 Mrd. Euro für den Bau und die Sanierung von mehr als 4 500
Sportstätten eingesetzt. Die Pakete haben wirksam dazu beigetragen, den bundesweit
bestehenden Sanierungsbedarf abzumildern“ (Beschlüsse der 36. SMK in
Eisenach).
Bundeseigene Sportstätten und Bäder wurden mit Mitteln aus dem
Konjunkturprogramm I nicht gefördert und waren beim Konjunkturprogramm II nicht
Fördergegenstand.
Die Prüfung der Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit oblag der Zuständigkeit der
Länder.
Drucksache 18/7795 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
21. Wie viele Sportstätten waren vom Hochwasser im Jahr 2013 betroffen, und
wie hoch war der Schadensfall (absolut nach Art der Sportstätten,
Bundesländern, Spitzen-, Leistungs- und Breitensport aufschlüsseln)?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine detaillierten Informationen vor. Nach
dem den Aufbauhilfefonds zu Grunde liegenden Regelwerk erfolgt in der
Berichterstattung der Länder an den Bund keine detaillierte Aufschlüsselung der
durchgeführten Maßnahmen nach Sportstätten o. Ä. Im Übrigen ist darauf
hinzuweisen, dass der Bewilligungszeitraum noch andauert.
22. Wie hoch waren die Zuwendungen aus dem nationalen Solidaritätsfonds
„Aufbauhilfe“ für den Bereich Sportstätten und Bäder insgesamt und in den
jeweiligen Ländern (nach Spitzen-, Leistungs- und Breitensport
aufschlüsseln)?
23. Wie viele Sportstätten und Bäder wurden mit diesen Wiederaufbauhilfen
saniert oder neu gebaut (nach Bundesländern, Spitzen-, Leistungs- und
Breitensport aufschlüsseln)?
Wie wurden dabei Aspekte der Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit beachtet?
Die Fragen 22 und 23 werden gemeinsam beantwortet.
Auf die Antwort zu Frage 21 wird verwiesen.
24. Inwieweit können Investitionen in Sportstätten und Bäder durch EU-
Haushaltmittel gefördert werden?
In welchem Maße wurde dies durch Kommunen genutzt?
Investitionen in Sportstätten und Bädern können unter gewissen Voraussetzungen
auch mit EU-Geldern gefördert werden. Dies gilt für Sportstätten mit oder ohne
Dach aber auch z. B. für Radwege, Mountainbikerouten bis hin zu Skipisten.
Für die Sportstättenförderung kommen die so genannten EU-Strukturfonds in
Betracht. Zu den Strukturfonds zählen der Europäische Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE), über den unter bestimmten Voraussetzungen Sportstätten z. B. in
urbanen Zonen gefördert werden können und der Europäische Fonds für die
Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), der unter bestimmten Voraussetzungen
Sportstätten in ländlichen Gebieten fördert, in der gegenwärtigen Förderperiode
aber nicht mehr zu den Strukturfonds im engeren Sinne zählt.
Die EFRE-Verordnung (EG Nr. 1080/2006) bildet den allgemeinen rechtlichen
Rahmen und legt Ziele und Förderbedingungen auf europäischer Ebene fest. Die
Umsetzung ist dezentralisiert und erfolgt in Deutschland direkt über die Länder.
Fördergelder werden von den Landesministerien verwaltet und vergeben.
Zu beachten ist dabei, dass Strukturfonds Regionalentwicklungsprogramme sind
und keine Programme zur Förderung des Sportstättenbaus. Sportinfrastruktur ist
im Rahmen dieser Programme per se nicht förderfähig. Der Sport ist in den
einschlägigen EU-Verordnungen, die die Rechtsgrundlage für die Vergabe der
Mittel darstellen, nicht erwähnt. Sportstätten sind aber dann förderfähig, wenn sie
z. B. einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung, zur Verbesserung der
Lebensqualität im ländlichen Raum oder zur Erschließung des touristischen
Potenzials einer Region leisten.
Zum Umfang der Nutzung dieser Fördermöglichkeiten liegen der
Bundesregierung keine Informationen vor.
r cksac e 18/7795 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
25. Inwieweit nehmen Kommunen und Sportvereine Mittel aus KfW-
Programmen für die Sanierung von Sportstätten und Bädern in Anspruch?
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mit dem KfW-Investitionskredit
Kommunen (IKK) eine zinsgünstige Finanzierungsmöglichkeit für alle
Investitionen von kommunalen Gebietskörperschaften in die kommunale und soziale
Infrastruktur. Im Jahr 2015 entfielen in diesem KfW-Förderprogramm auf den
Verwendungszweck „Kindergärten/Schulen/Sporteinrichtungen“ 501 Zusagen über
523 Mio. Euro. Eine gesonderte Erfassung der speziellen Verwendungszwecke
„Sanierung von Sportstätten und Bädern“ erfolgt dabei nicht.
Gemeinnützige Organisationen (wie zum Beispiel Sportvereine) werden mit dem
KfW-Investitionskredit Kommunale und Soziale Unternehmen (IKU) gefördert.
Im Jahr 2015 entfielen in diesem Förderprogramm 151 Zusagen über 131 Mio.
Euro auf den Verwendungszweck „Kindergärten/Schulen/Sporteinrichtungen“.
Auch hier erfolgt keine gesonderte Erfassung der speziellen Verwendungszwecke
„Sanierung von Sportstätten und Bädern“.
Handlungsbedarf
26. Welchen Handlungsbedarf leitet die Bundesregierung aus dem nach wie vor
sehr hohen Sanierungsbedarf im Bereich der Sportstätteninfrastruktur ab?
Sportstätten sind ein wichtiger Teil der kommunalen sozialen Infrastruktur. Der
Bund unterstützt die Sportstätteninfrastruktur daher auch weiterhin im Rahmen
seiner föderalen Zuständigkeit.
Auf die Antworten zu den Fragen 12 bis 14 sowie auf die Vorbemerkung der
Bundesregierung wird ergänzend verwiesen.
27. Inwieweit trägt das mit dem Bundeshaushalt 2016 im Rahmen des
Zukunftsinvestitionsprogramms aufgelegte Bundesprogramm „Sanierung
kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ dem hohen
Sanierungsbedarf im Bereich der Sportstätteninfrastruktur Rechnung?
Welche darüber hinausgehenden Maßnahmen plant die Bundesregierung?
Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen
Sport, Jugend und Kultur“ mit 140 Mio. Euro Bundesmitteln ist Teil des
Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung 2015. Es trägt dem hohen
Sanierungsbedarf auch im Bereich der kommunalen Sportstätten Rechnung, ein
Förderschwerpunkt des Programms ist ausdrücklich für Sportanlagen festgelegt.
Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit bereits mit der Novellierung der Richtlinie zur Förderung von
Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im
Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (Kommunalrichtlinie) im Oktober 2015
einen neuen Förderschwerpunkt zur Förderung von Investitionen in
niederschwelligen Klimaschutzmaßnahmen in kommunalen Sportstätten eingeführt (www.
klimaschutz.de/de/zielgruppen/kommunen).
28. Wie soll sichergestellt werden, dass Mittel aus dem Bundesprogramm
„Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und
Kultur“ auch in angemessenem Umfang in den Bereich Sport fließen?
Entsprechend den Projektanträgen wird die Förderentscheidung zum
Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend
Drucksache 18/7795 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
und Kultur“ den Förderbereich Sport angemessen berücksichtigen. Eine spezielle
Vorquotierung bezüglich der Förderbereiche besteht nicht.
29. Wie steht die Bundesregierung zu einem u. a. von den sportpolitischen
Sprechern und Sprecherinnen der CDU/CSU in Bund und Ländern geforderten
„Sonderprogramm Sport“?
Beschlussfassungen, Verlautbarungen und politische Forderungen
parlamentarischer und anderer Gremien unterfallen nicht dem Verantwortungsbereich der
Bundesregierung. Insoweit wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung
verwiesen.
30. Wie steht die Bundesregierung zu der vom DOSB erhobenen Forderung, die
Förderansätze des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler
Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ für den Sport auszubauen
und zu verstetigen?
Das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport,
Jugend und Kultur“ ist Bestandteil des Zukunftsinvestitionsprogramms der
Bundesregierung, in dessen Rahmen zusätzliche Haushaltsmittel in den Jahren 2016
bis 2018 zur Verfügung stehen. Eine Fortsetzung des
Zukunftsinvestitionsprogramms ist derzeit nicht vorgesehen.
31. Welchen Stellenwert räumt die Bundesregierung der
Sportstätteninfrastruktur im Rahmen der Reform der Spitzensportförderung ein?
Zunächst wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen. Unter Zugrundelegung der
in Deutschland vorhandenen Sportstättenstruktur für den Spitzensport, nach der
ausreichend Sportstätten für den Spitzensport zur Verfügung stehen, kann nach
Auffassung der Bundesregierung im Rahmen der Reform der
Spitzensportförderung auf eine intakte Sportstätteninfrastruktur aufgebaut werden.
32. Wie bewertet die Bundesregierung aus heutiger Sicht das
Sportstättenprogramm „Goldener Plan Ost“, und wie steht die Bundesregierung zu einer
Weiterentwicklung zu einem langfristigen Sportstättenprogramm Goldener
Plan 3.0 für alle strukturschwachen Regionen?
Hinsichtlich der Teilfrage zum „Goldenen Plan Ost“ wird auf die Antwort zu
Frage 16 hingewiesen. Eine Weiterentwicklung zu einem langfristigen
Sportstättenprogramm „Goldener Plan 3.0“ lehnt die Bundesregierung ab. Die
Bundeszuständigkeit beim Sport beschränkt sich ausschließlich auf den Spitzensport. Eine
dauerhafte Förderung nur für den Breitensport ist nicht begründbar und
widerspricht der verfassungsrechtlichen Aufgabenverteilung zwischen Bund und
Ländern.
33. Ist die ständige Neuauflage von Bundesprogrammen nicht ein Indiz dafür,
dass nur langfristige und nachhaltige Programme dem Sanierungsstau
beseitigen können?
Wenn nein, warum nicht?
Was hält die Bundesregierung von einer Verstetigung der Fördermittel für
die Sanierung von Sportstätten?
Hierzu wird auf die Antworten zu den Fragen 26 und 30 verwiesen.
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Demografischer Wandel und Integration durch Sport
34. Wie wirkt sich nach Auffassung der Bundesregierung der demografische
Wandel auf die Sportstätten (Errichtung, Modernisierung und Sanierung)
und den Bedarf an Sportstätten aus?
Welcher Finanzierungsbedarf ergibt sich hieraus für die
Sportstätteninfrastruktur?
Zu den Programmen der Bundesregierung gehört die weiterentwickelte
Demografiestrategie (siehe Kabinettbeschluss vom 2. September 2015,
Bundestagsdrucksache 18/6021), die unter der Federführung des BMI u. a. zum Ziel hat, die
Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu fördern. Zur
Gestaltung des demografischen Wandels werden die wichtigsten Akteure in einem
langfristig angelegten, ressort- und ebenenübergreifenden Dialog- und
Arbeitsgruppenprozess einbezogen. Insgesamt haben sich zehn Arbeitsgruppen
herauskristallisiert. Eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Regionen im demografischen
Wandel stärken – Lebensqualität Stadt und Land fördern“ befasst sich damit, eine
angemessene Grundversorgung mit der wesentlichen Daseinsvorsorge in allen
Teilräumen der Bundesrepublik Deutschland zu erhalten und zu fördern. Hierzu
gehört auch der Sport. Der demografische Wandel verändert neben einem
leichten Rückgang der Sportaktivität insgesamt im Wesentlichen die Bedürfnisse der
Bevölkerung in Bezug auf die Wahl der Sportarten und die Art der
Sportstätteninfrastruktur. Ein Finanzierungsbedarf kann nur auf regionaler Ebene ermittelt
werden, da sich der demografische Wandel regional sehr unterschiedlich
auswirkt.
35. Wie wirkt sich nach Auffassung der Bundesregierung die
Bevölkerungsentwicklung durch Flüchtlinge, Migranten und Migrantinnen auf die
Sportstätten (Errichtung, Modernisierung und Sanierung) und den Bedarf an
Sportstätten aus?
Welcher Finanzierungsbedarf ergibt sich hieraus für die
Sportstätteninfrastruktur?
Belastbare Daten hierzu liegen noch nicht vor. Sollte die Flüchtlingslage zu einer
Veränderung der bisher erwarteten demografischen Entwicklung beitragen, dann
würde dies indirekt zu einem veränderten Bedarf an Sportstätten führen.
36. Welchen Beitrag kann der Bund auch mit der Förderung des Baus und der
Sanierung von Sportstätten zur Integration durch Sport leisten?
Sportstätten sind wichtige Orte des Zusammentreffens verschiedener
Bevölkerungsgruppen und Orte des sozialen Miteinanders. Mit der Sanierung von
Sportstätten kann daher ein Teil der infrastrukturellen Grundlage für eine gelungene
Integration durch Sport erreicht werden.
Auf Initiative der Bundesregierung führt daneben der DOSB bzw. seine
Vorgängerorganisation seit über 25 Jahren das Programm „Integration durch Sport“ (IdS)
durch, das zuletzt jährlich mit rd. 5,4 Mio. Euro aus dem BMI-Haushalt gefördert
wurde und im aktuellen Haushalt 2016 auf 11,4 Mio. Euro aufgestockt und damit
mehr als verdoppelt wurde.
Ziel des Programms mit seinen zahlreichen Starthelfern ist die Heranführung von
Menschen mit Migrationshintergrund an regelmäßiges Sporttreiben und die
Übernahme ehrenamtlicher Funktionen im Verein (Integration in den Sport) sowie die
Unterstützung der Integration in die Aufnahmegesellschaft und in das
Wohnumfeld (Integration durch Sport).
Drucksache 18/7795 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
Das Programm IdS ist seit Ende Oktober 2015 für alle Asylbewerber und
Geduldete, unabhängig von Herkunft und Bleibeperspektive geöffnet. Mit der Öffnung
des Programms leistet die Bundesregierung einen deutlichen Beitrag zur
Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort.
37. Wie viele Sportstätten sind nach Kenntnis der Bundesregierung im Zuge der
Flüchtlingskrise zu Notunterkünften geworden?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine belastbaren Informationen vor, da die
Unterbringung in der Zuständigkeit der Länder liegt.
38. Gibt es Pläne der Bundesregierung zur finanziellen Unterstützung der
Sanierung von Sportstätten, die im Zuge der Flüchtlingskrise zweckentfremdet
genutzt wurden und wieder hergerichtet werden müssen?
Die Sanierung von zeitweilig zweckentfremdet genutzten Sportstätten ist unter
bestimmten Bedingungen im Rahmen der Städtebauförderung förderfähig. Dabei
besteht die Möglichkeit, Gebäude in räumlich unmittelbaren Zusammenhang zu
Fördergebieten der Städtebauförderung einzubeziehen. Der Bund wird bei
entsprechenden Förderanmeldungen der Länder flexibel reagieren.
39. Inwieweit ist geplant, Regelwerke zum Bau von Sportstätten neuen
Erkenntnissen anzupassen?
Regelwerke zum Bau von Sportstätten werden turnusgemäß angepasst, damit sie
dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Das BISp, Fachgebiet
Sportanlagen, ist hierzu in folgenden Regelwerk gebende Institutionen vertreten:
Normausschüsse des „Deutschen Instituts für Normung e. V. Berlin (DIN)“
Zertifizierungen des „Deutschen Instituts für Gütesicherung und
Kennzeichnung e. V. (RAL)“
„Koordinationskreis Bäder (KOK) Richtlinien für den Bäderbau“ (KOK-
Richtlinien)
„Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e. V.“
(FLL) Technische Regeln für ungedeckte Sportstätten (Sportstätten im Freien).
Das Fachgebiet Sportanlagen generiert als Vertreter der Wissenschaft aus seiner
Mitgliedschaft in den o. g. Ausschüssen, einen eventuellen Forschungsbedarf zu
einzelnen Projekten. Die Ergebnisse der Forschung fließen unmittelbar in die
Arbeit und somit in die Regelwerke zum Bau von Sportstätten zurück.
40. Inwieweit hat die Bundesregierung die Studie „Sportstätten im
demografischen Wandel“ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie aus dem Jahr 2014 ausgewertet, und welche Schlussfolgerungen bzw.
konkreten politischen Maßnahmen hat die Bundesregierung gezogen?
Die Ergebnisse der Studie wurden im Sportgesprächskreis des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit Vertretern aus Politik, den
Sportverbänden, der Forschung und Wirtschaft diskutiert. Die Studie wurde auf der
Internetseite des BMWi veröffentlicht und damit der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht. Die Studie liefert keine neuen konkreten Handlungsempfehlungen für
den Zuständigkeitsbereich des Bundes.
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41. Von welchem der verschiedenen in der Studie prognostizierten Szenarien
geht die Bundesregierung mit welcher Begründung momentan aus?
Sind weiterführende Untersuchungen geplant?
Es wird vom Ceteris-Paribus-Szenario ausgegangen. Weitere Studien sind aktuell
nicht geplant.
42. Welche Prioritäten wird die Bundesregierung in ihrer Förderungspolitik
setzen, und welchen Stellenwert soll dabei ein Rückbau von
Sportstätteninfrastruktur im Verhältnis zum Umbau oder Neubau einnehmen?
Es wird auf die Antwort zu Frage 26 verwiesen. Die spezifischen
Anpassungsbedarfe im Bereich der Infrastruktur einschließlich Sportstätten und Einrichtungen
für den Breitensport müssen auf regionaler und kommunaler Ebene ermittelt
werden und liegen in kommunaler Zuständigkeit.
43. Welchen Um-, Neu- oder Rückbaubedarf bei Sportstätten und Bädern macht
die Bundesregierung in den kommenden Jahren aufgrund der
demografischen Veränderungen im Bereich
a) des Leistungs- und Spitzensports sowie
Demografische Veränderungen haben für den Sportstättenbau im
Spitzensportbereich keine nennenswerte Bedeutung.
b) im Breitensport aus?
Der Baubedarf ist insgesamt regional sehr unterschiedlich und daher auf
kommunaler Ebene zu untersuchen. In der Studie „Sportstätte im demografischen
Wandel“ wird ausgeführt, dass aufgrund des demografischen Wandels bis 2030
national bis zu 13 Prozent weniger Hallen- und Sportplatzkapazitäten benötigt
werden. Weitere altersbedingt reduzierte Bedarfe im Umfang von ca. 12 Prozent bis
15 Prozent können in Bezug auf Ski-, Reit- und Eisanlagen, Tanz und
Ballettschulen, Billard- und Schachräume sowie Beach- und Hockeyfelder erwartet
werden. Vergleichsweise stabiler Bedarf bis 2030 ist in Bezug auf Bäder und
Radwege zu erwarten. Aufgrund von regional unterschiedlichen Entwicklungen kann
es in Kombination mit Rückbau auch zu Neubaubedarfen kommen.
Wachsende Sportarten aufgrund des demografischen Wandels sind Wandern,
Gymnastik, Gesundheitssport und Nordic Walking. Aufgrund von sich leicht
rückläufig entwickelnden Sportarten wie Laufen oder Fitness, die in ähnlicher
Infrastruktur ausgeübt werden, ergibt sich daraus jedoch grundsätzlich zunächst
kein erhöhter Sportinfrastrukturbedarf. Im Übrigen wird auf die Antwort zu
Frage 42 verwiesen.
44. Welchen Um-, Neu- oder Rückbaubedarf bei Sportstätten und Bädern macht
die Bundesregierung in den kommenden Jahren aufgrund von
Veränderungen infolge des Zuzuges von Menschen aus Krisengebieten und anderen
Staaten im Bereich
a) des Leistungs- und Spitzensports sowie
b) im Breitensport aus?
Drucksache 18/7795 – 16 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode
45. Welchen Um-, Neu- oder Rückbaubedarf bei Sportstätten und Bädern macht
die Bundesregierung in den kommenden Jahren aufgrund von
Veränderungen des Sportverhaltens im Bereich
a) des Leistungs- und Spitzensports sowie
b) im Breitensport aus?
Die Fragen 44 und 45 werden gemeinsam beantwortet.
Bezüglich der Fragen 44a und 45a hat der Sachverhalt für den Sportstättenbau im
Spitzensportbereich keine nennenswerte Bedeutung.
Bezüglich der Fragen 44b und 45b wird auf die Antwort zu Frage 42 verwiesen.
46. Gibt es ernsthafte Berechnungen, die die Kosten für den Rück- bzw. Umbau
den möglichen Einsparungen gegenüberstellen?
Wie hoch schätzt die Bundesregierung Rückbau- bzw. Umbaukosten?
Zum Rückbau von Sportstätten liegen dem Bund keine spezifischen Erkenntnisse
vor.
47. Wie will die Bundesregierung in ihrer Förderpolitik unterschiedlichen
regionalen Entwicklungen des Sportverhaltens und Sportstättenbedarfs
Rechnung tragen, bzw. diese jenseits einer bundesweiten Pauschalschätzung
adäquat ermitteln?
Auf die Antwort zu Frage 42 wird verwiesen. Im Rahmen der
Städtebauförderung, in der Sportstätten in festgelegten Fördergebieten förderfähig sein können,
liegt die Durchführungsverantwortung bei den Ländern. Die Auswahl der
Fördermaßnahmen, das heißt die Entscheidung über den konkreten Einsatz der
Fördermittel, erfolgt durch die Länder. Die Fördermittel werden somit entsprechend der
jeweiligen landesspezifischen Erfordernisse und kommunalen Bedarfe
zielgerichtet eingesetzt. Dies umfasst grundsätzlich auch Maßnahmen zur Entwicklung
von Gemeinbedarfseinrichtungen und Sportstätten im Rahmen der integrierten
Stadtentwicklung.
48. Wie will die Bundesregierung den unterschiedlichen Bedarfsentwicklungen
in den einzelnen Sportarten in ihrer Förderpolitik Rechnung tragen?
Die Bundesregierung fördert im Rahmen der föderalen Strukturen
bedarfsorientiert und trägt damit den Belangen ausreichend Rechnung. Für den Bereich des
Spitzensports wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen.
49. Wie steht die Bundesregierung zur Erstellung eines Bäderatlas mit
Bedarfsplanung, wie es u. a. von der Politik- und Managementberatung 2hm &
Associates GmbH auf dem 1. Interdisziplinären dvs-Expertenworkshop
„Droht immer mehr öffentlichen Bädern das Aus?“ gefordert wurde?
Im Sinne einer faktenbasierten Sportpolitikberatung begrüßt die Bundesregierung
einen „Bäderatlas“. Dies setzt jedoch voraus, dass alle Länder entsprechende,
belastbare Daten zur Verfügung stellen.
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ISSN 0722-8333]