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Kleine AnfrageWahlperiode 18Beantwortet

Nutzen und Auswertung der mehr als 2,3 Millionen teuren Kampagne "Macht Dampf! - Für gutes Essen in Kita und Schule"

Aufgehängte Plakate, Aushangzeitraum, Auswahlkriterien für die Orte, Aufruf der Startseite im Internet, Bestellung sowie Herunterladen der Broschüre im Internet, Stand der Aktivierung der Eltern betr. Verbesserung des Kita- und Schulessens, Bestellung von Informationsmaterial für den Unterricht über das Web-Formular, Zugang für bildungs- und sozioökonomisch benachteiligte Familien, weitere Maßnahmen für bessere Gemeinschaftsverpflegung, Förderung der Schulvernetzungsstellen<br /> (insgesamt 17 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

04.05.2016

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 18/815813.04.2016

Nutzen und Auswertung der mehr als 2,3 Millionen Euro teuren Kampagne „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“

der Abgeordneten Nicole Maisch, Özcan Mutlu, Harald Ebner, Friedrich Ostendorff und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt hat Ende Januar 2016 die Aktion „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ gestartet. Die 2 348 000 Millionen Euro teure Kampagne soll laut Pressemitteilung des Ministeriums Eltern dabei unterstützen, sich für die Verbesserung des Schul- und Kitaessens einzusetzen. Dies soll mittels eines Webportals mit Informationsmaterialien, einer Elternbroschüre, einem Musterbrief, Plakaten, Anzeigen und Postkarten erfolgen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen17

1

Wie viele Plakate wurden im Rahmen der Kampagne „Macht Dampf!“ aufgehängt (bitte nach Bundesländern und Städten ab 100 000 Bewohnerinnen und Bewohnern aufschlüsseln)?

2

In welchem Zeitraum hingen diese Plakate im öffentlichen Raum?

3

Nach welchen Auswahlkriterien wurden die Aufhängungsorte der Plakate festgelegt?

4

Wie oft wurde die Startseite der Kampagne „Macht Dampf!“ seit Beginn der Kampagne bis einschließlich 15. April 2016 im Internet aufgerufen?

5

Wie oft wurde die Broschüre „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ (Bestellnummer: BMEL16010) seit Veröffentlichung der Broschüre bis einschließlich 15. April 2016 bestellt?

6

Wie oft wurde die Broschüre „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ seit Veröffentlichung der Broschüre bis einschließlich 15. April 2016 im Internet heruntergeladen?

7

Wann, und in welcher Form wird überprüft, wie viele Eltern die „praktischen Tipps“ der Broschüre, selber in den Bildungseinrichtungen ihrer Kinder aktiv zu werden mit dem Ziel der Verbesserung des Kita- und Schulessens, anwenden und umsetzen?

8

Wie viele Eltern haben seit Veröffentlichung der Kampagnen-Homepage bis einschließlich 15. April 2016 an der Umfrage (www.macht-dampf.de/index.php?id=16#c1234) über die Zufriedenheit des Kita- und Schulessens teilgenommen?

9

Wie viele Fragen haben Eltern rund um das Thema Kita- und Schulverpflegung seit Veröffentlichung der Kampagnen-Homepage bis einschließlich 15. April 2016 (www.macht-dampf.de/index.php?id=16#c1234) an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das Web-Formular gestellt?

10

Wird es eine Erhebung darüber geben, wie oft Eltern den einzigen zur Verfügung stehenden Musterbrief (www.macht-dampf.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Macht_Dampf_Musterschreiben_Eltern_gewinnen.pdf) verwendet haben?

11

Wie oft, und mit welchen Kosten für das Bundesministerium haben Lehrerinnen und Lehrer, Schulträger etc. Informationsmaterial für den Unterricht über das Web-Formular der Kampagne (www.macht-dampf.de/index.php?id=13) bestellt?

12

Wie werden bildungs- und sozioökonomisch benachteiligte Familien auf die Kampagne aufmerksam gemacht?

Inwiefern wurde ein niedrigschwelliger Zugang für Familien mit unterschiedlichen sozialen Ausgangslagen entwickelt?

Welche Zielgruppen sind besonders eingeplant und berücksichtigt worden?

13

Wie werden angesichts der besonderen Rolle der Elternarbeit in solchen Projekten die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort bei diesem Mehraufwand entlastet?

Inwiefern werden die Schulen dafür mit außerordentlichen Investitionen vom Bundesministerium unterstützt?

14

Bietet das Bundesministerium die Informationsmaterialien in unterschiedlicher und leichter Sprache an, damit auch Eltern von Kindern mit wenig Deutschkenntnissen und wenig Sprachkenntnissen an der Kampagne teilhaben können?

15

Welche weiteren Maßnahmen mit der Zielsetzung, die Gemeinschaftsverpflegung zu verbessern, plant die Bundesregierung über die „Macht Dampf!“-Informationskampagne hinaus, insbesondere im Hinblick darauf, dass Bundesminister Christian Schmidt weitere Probleme der Gemeinschaftsverpflegung beim Kampagnenstart benennt: „Und vor allem in Kitas fehlt es oft an fachlicher Unterstützung und Personal oder der notwendigen Ausstattung, um eine ausgewogene Ernährung gemäß des Standards anbieten zu können“ (www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/KitaSchule/_Texte/Macht_Dampf_Startschuss.html?nn=313112)?

16

Ist in diesem Zusammenhang seitens des Bundes geplant, ein Investitionsprogramm vergleichbar dem IZBB (Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“) aufzulegen, mit dem die Bundesregierung in den Jahren 2003 bis 2009 den bedarfsgerechten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen mit insgesamt 4 Milliarden Euro in allen 16 Ländern gefördert hat?

17

Wie hoch ist die verlässliche institutionelle Förderung der Schulvernetzungsstellen im Jahr 2016/2017, und bis zu welchem Jahr gibt es verbindliche Finanzierungszusagen des Bundes?

Berlin, den 12. April 2016

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

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