[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern
vom 23. September 2016 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/9778
18. Wahlperiode 27.09.2016
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Franziska Brantner,
Luise Amtsberg, Beate Walter-Rosenheimer, weiterer Abgeordneter und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/9483 –
Die Situation von begleiteten geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen
Volljährigen in Deutschland
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
UNICEF Deutschland kritisiert in seinem am 21. Juni 2016 veröffentlichten
„Lagebericht zur Situation der Flüchtlingskinder in Deutschland“, dass
Flüchtlingskinder – vor allem solche mit sogenannter schlechter Bleibeperspektive –
generell schlechter als ihre deutschen Altersgenossen gestellt seien und ihre
Rechte auf Schutz, Teilhabe, gesundheitliche Versorgung und Bildung in
Deutschland oft monatelang nur eingeschränkt oder gar nicht gewahrt würden (www.
unicef.de/blob/115186/de54a5d3a8b6ea03337b489816eeaa08/zur-situation-
der-fluechtlingskinder-in-deutschland-data.pdf). Obwohl sich die Ergebnisse
des Berichts auf alle geflüchteten Kinder beziehen, wollen die Fragesteller hier
ihr Augenmerk besonders auf die Situation der begleiteten Kinder, Jugendlichen
und jungen Volljährigen richten.
Trotz eines Rückgangs der Zuzugszahlen hat sich laut UNICEF die
Aufenthaltsdauer von vielen Kindern und ihren Familien in nicht kindgerechten
Gemeinschaftsunterkünften bzw. Erstaufnahmeeinrichtungen verlängert. Dort sei der
Kinderschutz nicht ausreichend gewährleistet, es fehle an Hygiene,
ausreichenden Spiel- und Lernmöglichkeiten sowie psychosozialen Hilfen (vgl. UNICEF,
a. a. O., 2016). Gemeinschaftsunterkünfte bzw. Erstaufnahmeeinrichtungen
sind Notlösungen und bieten kein kindgerechtes Umfeld. Deshalb ist es den
Fragestellern wichtig, dass Flüchtlinge und insbesondere Flüchtlingsfamilien
langfristig möglichst dezentral in eigenen Wohnungen bzw. in Einrichtungen, die
Wohnungscharakter für die Familien haben, unterkommen können, um einem
ausreichenden Kinderschutz Rechnung zu tragen (vgl. Fraktionsbeschluss der
BÜNDNIS-90/DIE-GRÜNEN-Bundestagsfraktion vom 31. Mai 2016
„Gekommen um zu bleiben – Junge Geflüchtete auf dem Weg in ein neues Leben
unterstützen“).
UNICEF bemängelt ebenfalls, dass der Zugang von begleiteten
Flüchtlingskindern zu Bildung und psychosozialer Betreuung durch die jeweilige Ausgestaltung
der Flüchtlingsaufnahme in den Bundesländern sehr unterschiedlich sei.
Vielerorts fehlen ausreichende Mittel und qualifizierte Fachkräfte, um kindgerechte
Angebote umsetzen zu können (vgl. UNICEF, a. a. O., 2016, S. 11). Dabei wirken
sich Kindergarten und Schule stabilisierend auf die Mädchen und Jungen aus, und
sind der Schlüssel zur Integration (vgl. Vorbemerkung der Bundesregierung in
ihrer Antwort auf Bundestagsdrucksache 18/8377).
Auch innerhalb der Gruppe der begleiteten Flüchtlingskinder wächst laut
UNICEF je nach Herkunftsland und angenommener Bleibeperspektive die
Ungleichbehandlung. Kinder, deren Familien eine sogenannte schlechte
Bleibeperspektive unterstellt wird oder die aus als sicher eingestuften Herkunftsländern
stammen, seien besonders benachteiligt, da sie in den für diese Personengruppe
vorgesehenen Sondereinrichtungen (Ausreisezentren) noch weniger Chancen
auf Förderung und Schulbesuch haben (vgl.
www.lagrenne-stiftung.de/index.
php/download/send/0-/2-studie-kinderrechte-im-abschiebezentrum-bamberg).
Bis heute gibt es in Deutschland darüber hinaus kein systematisches und
verbindliches Verfahren, bei dem die jeweilige besondere Schutzbedürftigkeit
eines Kindes geprüft wird. Dabei darf Kinderschutz niemals vom Zufall
abhängen.
Die Fragesteller möchten wissen, wie die Bundesregierung zu den Ergebnissen
und Schlussfolgerungen der UNICEF-Studie steht, ob ihr zu der Lage von
begleiteten geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen in
Deutschland noch genauere Daten vorliegen und was sie gedenkt, diesbezüglich
zu tun.
1. a) Wie viele minderjährige und heranwachsende Flüchtlinge mit welchem
Aufenthaltstitel halten sich zum Stichtag 31. Juli 2016 in Deutschland auf
(bitte aufschlüsseln nach Bundesländern in Verbindung mit den
Altersgruppen 0 bis 2, 3 bis 5, 6 bis 9, 10 bis 15, 16 bis 17, 18 bis 20, 21 bis 27
Jahre und der Rechtsgrundlage nach § 55 AsylG, nach § 63a AsylG, nach
§ 22 Satz 1 AufenthG, nach § 22 Satz 2 AufenthG, nach § 23 Absatz 1
AufenthG, nach § 23 Absatz 2 AufenthG, nach § 23a AufenthG, nach
§ 24 AufenthG, nach § 25 Absatz 1 AufenthG, nach § 25 Absatz 2 erste
Alternative AufenthG, nach § 25 Absatz 2 zweite Alternative AufenthG,
nach § 25 Absatz 3 AufenthG, nach § 25 Absatz 4 AufenthG, nach § 25
Absatz 4 Satz 2 AufenthG, nach § 25 Absatz 4b AufenthG, nach § 25
Absatz 5 AufenthG, nach § 25a Absatz 1 AufenthG, nach § 60a Absatz 2
Satz 1 AufenthG, nach § 60a Absatz 2 Satz 2 AufenthG, nach § 60a
Absatz 2 Satz 3 AufenthG, nach § 60a Absatz 2 Satz 4 AufenthG)?
b) Wie viele minderjährige und heranwachsende Flüchtlinge mit welchem
Aufenthaltstitel halten sich zum Stichtag 31. Juli 2016 in Deutschland auf
(bitte aufschlüsseln nach Bundesländern in Verbindung mit den
Herkunftsländern und der Rechtsgrundlage nach § 55 AsylG, nach § 63a
AsylG, nach § 22 Satz 1 AufenthG, nach § 22 Satz 2 AufenthG, nach § 23
Absatz 1 AufenthG, nach § 23 Absatz 2 AufenthG, nach § 23a AufenthG,
nach § 24 AufenthG, nach § 25 Absatz 1 AufenthG, nach § 25 Absatz 2
erste Alternative AufenthG, nach § 25 Absatz 2 zweite Alternative
AufenthG, nach § 25 Absatz 3 AufenthG, nach § 25 Absatz 4 AufenthG, nach
§ 25 Absatz 4 Satz 2 AufenthG, nach § 25 Absatz 4b AufenthG, nach § 25
Absatz 5 AufenthG, nach § 25a Absatz 1 AufenthG, nach § 60a Absatz 2
Satz 1 AufenthG, nach § 60a Absatz 2 Satz 2 AufenthG, nach § 60a
Absatz 2 Satz 3 AufenthG, nach § 60a Absatz 2 Satz 4 AufenthG)?
Angaben zu minderjährigen und heranwachsenden Personen, differenziert nach
bestimmten Aufenthaltsrechten und Duldungen, Bundesländern, Altersgruppen
und Herkunftsländern, können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Aus Gründen der besseren Darstellbarkeit der Tabellen werden den einzelnen
Aufenthaltsrechte und Duldungen folgenden Nummern zugeordnet:
Nummern der
Aufenthaltsrechte /
Duldungen
Bezeichnung der Aufenthaltsrechte / Duldungen
1 Aufenthaltsgestattung
2 nach § 22 Satz 1 AufenthG (Aufnahme aus dem Ausland)
3 nach § 22 Satz 2 AufenthG (Aufnahme durch BMI)
4 nach § 23 Abs. 1 AufenthG (Aufnahme durch Land)
5 nach § 23 Abs. 2 AufenthG (besondere Fälle)
6 nach § 23a AufenthG (Härtefallaufnahme durch Länder)
7 nach § 25 Abs. 1 AufenthG (Asyl) anerkannt
8 nach § 25 Abs. 2 AufenthG (GfK) gewährt
9 nach § 25 Abs. 2 AufenthG (subsidiärer Schutz) gewährt
10 nach § 25 Abs. 3 AufenthG (Abschiebungshindernisse)
11 nach § 25 Abs. 4 AufenthG (dringende persönliche oder humanitäre Gründe)
12 nach § 25 Abs. 4 Satz 2 AufenthG (Verlängerung wegen außergewöhnlicher Härte)
13
nach § 25 Abs. 4b AufenthG (Drittstaatsangeh., Opfer einer Straftat nach § 10 Abs. 1 o. § 11
Abs. 1 Nr. 3 SchwarzArbG)
14 nach § 25 Abs. 5 AufenthG (rechtliche oder tatsächliche Gründe)
15
nach § 25a Abs. 1 AufenthG (Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und
Heranwachsenden: integrierter Jugendlicher/Heranwachsender)
16 Duldung nach § 60a Abs. 1 AufenthG
17 Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG
18
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG (fam. Bindungen zu Duldungsinh. fehlende
Reisedokumente oder medizinische Gründe)
19 Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG aus medizinischen Gründen
20 Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG aus sonstigen Gründen
21 Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG wegen fehlender Reisedokumente
22 Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 2 AufenthG
23 Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG
24 Duldung nach § 60a Abs. 2b AufenthG
25 Duldung nach § 60a AufenthG (alt)
nach Bundesländern und Altersgruppen:
Bundesland
Altersgruppe
0 bis 2 3 bis 5 6 bis 9 10 bis 15 16 bis 17 18 bis 20 21 bis 27 Summe
alle Herkunftsländer 46.153 55.505 68.653 93.433 49.788 98.703 233.496 645.731
davon:
Baden-Württemberg 5.597 6.929 8.557 11.580 6.155 13.625 32.845 85.288
Bayern 5.511 6.275 7.136 9.355 7.161 16.095 32.049 83.582
Berlin 3.075 4.072 4.990 6.710 2.420 6.322 15.574 43.163
Brandenburg 1.410 1.753 2.115 2.542 1.207 2.693 7.180 18.900
Bremen 918 990 1.278 1.685 905 1.989 3.505 11.270
Hamburg 1.638 1.973 2.398 3.712 2.206 4.076 7.850 23.853
Hessen 2.388 2.423 3.147 4.902 3.875 6.677 14.689 38.101
Mecklenburg-Vorpommern 992 1.147 1.482 1.901 857 1.896 4.401 12.676
Niedersachsen 4.848 5.641 7.200 10.306 5.000 8.302 21.222 62.519
Nordrhein-Westfalen 11.076 13.677 17.001 23.515 10.787 19.103 49.756 144.915
Rheinland-Pfalz 1.856 2.327 3.017 4.009 2.080 4.088 9.820 27.197
Saarland 562 738 894 1.313 958 1.695 3.489 9.649
Sachsen 1.917 2.392 2.847 3.305 1.636 3.658 9.931 25.686
Sachsen-Anhalt 1.302 1.505 1.828 2.300 1.114 2.728 6.867 17.644
Schleswig-Holstein 1.773 2.157 2.846 3.826 2.168 3.608 9.256 25.634
Thüringen 1.290 1.506 1.917 2.472 1.259 2.148 5.062 15.654
nach Bundesländern und bestimmten Aufenthaltsrechten/Duldungen:
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
B
aden-W
ürttem
berg
B
ayern
B
erlin
B
randenburg
B
rem
en
H
am
burg
H
essen
M
ecklenburg-V
orpom
-
m
ern
N
iedersachsen
1 42.125 51.779 26.092 9.636 3.516 11.549 16.954 5.753 28.290
2 33 35 14 3 4 19 11 16
3 214 255 108 63 14 51 145 37 198
4 2.029 377 775 111 318 472 987 43 1.282
5 1.376 1.530 537 322 90 240 681 180 876
6 247 148 676 38 28 80 122 9 294
7 101 169 309 14 50 96 145 12 356
8 16.347 19.545 5.573 5.179 3.634 4.723 10.565 4.025 16.263
9 880 1.054 532 376 285 383 1.179 341 1.715
10 959 2.103 911 277 193 1.028 1.596 326 990
11 231 831 855 10 13 220 216 19 131
12 112 109 420 31 24 201 86 201 707
13 3 3
14 1.241 999 1.930 366 841 1.612 928 172 2.147
15 356 206 166 24 83 143 220 43 680
16 817 162 83 93 166 5 171 44 611
17 82 62 98 32 20 6 62 34 106
18 218 87 105 22 74 92 46 6 147
19 29 50 18 2 118 6 31 197
20 15.753 2.643 1.597 1.757 1.295 2.115 2.926 1.004 5.475
21 1.838 1.138 1.701 492 359 790 886 413 1.573
22 18 14 16 6 8 1 9 1 11
23 165 158 456 21 131 11 43 359
24 8 12 43 1 9 2 15
25 109 116 145 25 6 9 80 11 80
Summe 85.288 83.582 43.163 18.900 11.270 23.853 38.101 12.676 62.519
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
N
ordrhein-W
estfalen
R
heinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-A
nhalt
Schlesw
ig-H
olstein
Thüringen
gesam
t
1 59.727 10.920 1.858 15.278 8.364 14.115 8.992 314.948
2 34 8 1 11 12 3 204
3 393 72 22 85 35 68 37 1.797
4 4.233 522 165 183 237 307 157 12.198
5 2.038 511 79 569 284 362 321 9.996
6 590 133 51 56 69 83 155 2.779
7 1.060 51 67 33 39 65 16 2.583
8 35.884 6.061 5.734 5.360 5.028 5.615 3.324 152.860
9 2.052 791 317 388 642 373 232 11.540
10 2.384 592 377 338 162 514 309 13.059
11 1.062 60 7 26 14 45 8 3.748
12 1.260 124 60 36 53 36 10 3.470
13 6
14 7.537 819 103 431 515 984 351 20.976
15 1.243 129 57 60 92 100 49 3.651
16 1.918 506 28 95 51 428 84 5.262
17 254 55 5 14 23 20 13 886
18 742 39 5 58 13 75 21 1.750
19 323 57 6 4 9 44 58 952
20 15.243 5.169 633 1.085 1.166 1.807 1.191 60.859
21 6.059 217 62 1.553 781 501 294 18.657
22 64 10 2 2 20 32 2 216
23 227 290 1 20 6 26 23 1.937
24 16 5 7 1 1 120
25 572 56 3 11 29 22 3 1.277
Summe 144.915 27.197 9.649 25.686 17.644 25.634 15.654 645.731
nach Altersgruppen und bestimmten Aufenthaltsrechten/Duldungen:
Aufenthaltsrechte/
Duldungen 0 bis 2J 3 bis 5J 6 bis 9J 10 bis 15J 16 bis 17J 18 bis 20J 21 bis 27J Summe
1 24.813 25.557 29.987 36.165 25.561 54.931 117.934 314.948
2 7 21 37 60 16 23 40 204
3 159 325 280 309 89 126 509 1.797
4 292 772 1.745 4.926 919 881 2.663 12.198
5 423 1.218 1.824 2.630 721 1.088 2.092 9.996
6 45 153 366 983 203 249 780 2.779
7 428 324 359 419 133 219 701 2.583
8 10.869 13.339 15.411 17.766 6.714 23.193 65.568 152.860
9 654 1.111 1.476 1.836 594 1.715 4.154 11.540
10 223 953 1.693 2.918 887 2.019 4.366 13.059
11 199 414 613 836 190 311 1.185 3.748
12 83 239 559 1.279 237 270 803 3.470
13 1 3 1 1 6
14 1.015 2.194 3.654 7.193 1.538 1.432 3.950 20.976
15 4 8 383 550 1.295 1.411 3.651
16 422 609 730 970 556 546 1.429 5.262
17 3 121 208 192 38 85 239 886
18 260 270 311 375 115 104 315 1.750
19 113 137 153 204 39 51 255 952
20 4.675 5.739 6.886 10.560 8.746 7.362 16.891 60.859
21 1.288 1.714 1.942 2.638 1.527 2.315 7.233 18.657
22 25 28 26 31 14 23 69 216
23 146 197 240 332 271 279 472 1.937
24 5 16 31 44 11 6 7 120
25 6 49 111 383 118 180 430 1.277
Summe 46.153 55.505 68.653 93.433 49.788 98.703 233.496 645.731
nach Bundesländern und Herkunftsstaaten:
B
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en
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N
ie
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rs
ac
hs
en
alle Herkunftsländer 85.288 83.582 43.163 18.900 11.270 23.853 38.101 12.676 62.519
davon:
Afghanistan 11.752 17.339 6.254 3.765 1.357 7.772 8.518 1.502 5.854
Ägypten 37 76 476 4 116 504 13 147 32
Albanien 1.124 254 450 191 273 312 442 115 1.593
Algerien 657 39 26 6 59 55 304 6 320
Angola 43 44 108 8 5 33 44
Äquatorialguinea 1 4 1
Argentinien 1 2 1
Armenien 36 486 183 9 35 133 142 223 228
Aserbaidschan 31 1.129 112 14 2 135 54 39 184
Äthiopien 78 2.774 19 17 8 11 1.241 3 17
Australien 2 1
Bahamas 1
Bahrain 3 15 21 1 1 1
Bangladesch 23 66 85 7 6 23 13
Belgien 1 1
Benin 8 21 37 2 5 39 6 2 6
Bhutan 1 2 1 5
Bolivien 2 2 1
Bosnien-Herzegowina 671 134 970 83 23 146 132 58 382
Botsuana 4 1
Brasilien 7 14 7 1 2 6 4
Britische
Überseegebiete 1
Bulgarien 4 5 24 1 5 16 8 12
Burkina-Faso 14 24 8 1 3 14 3 4
Burundi 2 1 18
Chile 1 1
China 303 114 21 13 6 14 69 20
China (Hongkong) 2
Costa Rica 1
Dänemark u. Färöer 1
Dominica 1
Dominikanische
Republik 1 3 2 2 4 1 4
B
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N
ie
de
rs
ac
hs
en
Dschibuti 1 5 2 3 3
Ecuador 1 3 28 2 2
El Salvador 1 3
Elfenbeinküste 24 21 8 6 35 7 1 556
Eritrea 2.178 3.970 491 539 232 1.322 4.279 432 1.408
Estland 1 2
Frankreich 7 2
Gabun 1 2 1 1 9
Gambia 5.497 185 74 7 180 42 30 1 57
Georgien 473 189 49 7 2 18 23 8 385
Ghana 75 60 54 6 81 237 66 377 170
Grenada 1
Griechenland 1 1 2 1
Großbritannien 1 2 1 1 2
Guatemala 2
Guinea 78 53 211 15 262 164 42 2 57
Guinea-Bissau 39 34 24 10 27 1 6
Haiti 2 1 1 3 8
Honduras 4 8 20
Indien 1.040 74 42 13 6 29 79 8 44
Indonesien 2 1 2 1 3 8
Irak 10.628 9.792 3.932 142 341 1.865 1.405 368 9.436
Iran 1.354 1.482 986 407 290 847 863 155 1.104
Irland 1 1 1 1
Israel 4 19 6 1 9 5 1 5
Italien 10 5 4 2 4 1 7
Jamaica 3 1 8
Japan 2 1
Jemen 10 18 61 3 1 89 9 9
Jordanien 14 64 53 17 7 10 39 13 48
Jugoslawien (ehem.) 128 33 91 11 10 15 10 28
Kambodscha 2 28 23 2 1
Kamerun 584 14 36 359 11 7 23 1 20
Kanada 1 1 1 1 3
Kap Verde 1 1 1
Kasachstan 10 110 20 9 3 10 10 14
Katar 7 39 8 1 27
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Kenia 16 26 67 223 1 8 35 1 9
Kirgisistan 2 4 6 5 3 4
Kolumbien 5 2 3 4 1 27
Komoren 8
Kongo 25 24 14 1 16 4
Kongo, Dem. Rep. 67 318 60 11 8 3 73 33
Korea (Republik) 5 1 1 3
Korea, Dem.
Volksrepublik 33 1 5 2
Kosovo 3.713 630 657 40 391 311 600 36 2.282
Kroatien 65 16 29 2 2 18 29 5 39
Kuba 5 49 3 1 1 3 1 4
Kuwait 57 199 30 7 84 2 3
Laos, Dem.
Volksrepublik 1 1
Lesotho 1
Lettland 1 7 1 2
Libanon 204 95 1.124 80 85 71 55 22 842
Liberia 6 6 1 1 6 2 1 111
Libyen 36 57 622 4 13 53 59 2 26
Litauen 1 1 11 1 3 5
Madagaskar 2 1
Malawi 1
Malaysia 1 2
Malediven 1
Mali 45 563 27 3 18 15 20 2 82
Marokko 134 45 53 12 36 37 107 5 247
Mauretanien 2 6 2 1 2 3 1 100 1
Mauritius
Mazedonien 1.387 108 128 61 328 303 148 49 753
Mexico 1 3 3 2 1 4
Moldau 15 2 1.345 2 3 7 7 13
Mongolei 8 7 25 2 4
Montenegro 64 23 10 18 83 407 59 19 1.443
Mosambik 1 1 4 2 6
Myanmar 56 1 27 1
Namibia 1 1
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Nepal 4 2 4 7 5 47
Nicaragua 1
Niederlande 2 6 1 1 1 2 1 1 7
Niger 7 14 1 6 11 2 2
Nigeria 1.812 3.860 99 34 47 73 54 7 107
Norwegen 1
Ohne Angabe 32 54 21 17 3 2 37 4 44
ohne Bezeichnung 113 90 201 9 1 11 23 2 263
Oman 1 21 7 1 6 1
Österreich 1
Pakistan 2.754 2.247 873 671 35 50 2.222 12 710
Palau 1 1
Panama 1
Paraguay 1 2
Peru 1 4 4 1
Philippinen 5 8 13 3 2 10 11
Polen 8 1 30 5 11 66 11 43
Portugal 1 2 2
Ruanda 3 4 2 4 72
Rumänien 13 7 23 1 1 2 50 10
Russische Föderation 837 1.684 1.793 2.598 386 812 340 729 1.284
Salomonen 1
Sambia 2 3
Saudi Arabien 114 109 109 3 24 31 5 29
Schweden 1 2 1 1
Schweiz 2
Senegal 41 1.003 16 4 16 6 7 2 9
Serbien 2.670 307 1.244 197 696 639 591 186 2.995
Serbien (ehemals) 150 83 11 61 21 17 81
Serb.- Mont. (ehem.) 184 60 31 5 30 1 21 20 90
Seyschellen 1
Sierra Leone 21 611 25 1 15 16 12 4
Simbabwe 2 2 28
Singapur 1 1
Slowakische Republik 1 5 1 1
Slowenien 1 1 4 1
Somalia 1.195 2.862 227 546 233 456 3.222 149 1.136
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Sonstige afrikanische
Staatsangehörigkeiten 11 7 18 11 2 3 1 2 28
Sonstige amerikanische
Staatsangehörigkeiten
Sonstige asiatische
Staatsangehörigkeiten 36 24 126 12 11 458 31 31 615
Sonstige europäische
Staatsangehörigkeiten 2 3
Sowjetunion (ehem. 2 1
Spanien 10 10 1 2 3 3
Sri Lanka 363 24 22 1 26 6 28 3 19
Staatenlos 525 790 150 123 44 44 415 388 460
Südafrika 1 1 13 2
Sudan (ehemals) 3 5 1 2 3 75
Sudan (ohne Südsudan) 30 49 15 4 4 3 17 1.421
Südsudan 4 73
Swasiland 1
Syrien 27.988 24.571 9.658 7.211 4.536 5.336 9.859 6.169 21.366
Tadschikistan 1 4 3 5 2 5 5
Taiwan 6 2 1 1
Tansania 33 1 2 2 4 1
Thailand 5 7 6 1 5 3
Togo 270 75 8 3 2 61 14 9 10
Tonga 3 1
Trinidad und Tobago
Tschad 4 4 8 241 1 1 5
Tschechische Republik 2 7 2 2
Tunesien 136 30 13 5 2 10 13 1 24
Türkei 1.089 265 931 94 547 210 691 72 1.347
Turkmenistan 2 1 383 1 1
Uganda 3 138 5 3 8 5
Ukraine 127 1.939 131 27 5 50 78 922 108
Ungarn 4 2 14 5 1
Ungeklärt 1.682 1.056 7.017 773 195 300 829 144 1.711
Usbekistan 14 8 6 2 7 4 1 4
Venezuela 1 2 3 4
Vereinigte arabische
Emirate 32 207 4 10 2 1 6
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Vereinigte Staaten von
Amerika 8 5 21 4 2 2 6 6
Vietnam 71 121 585 132 5 28 30 35 142
Weißrußland 15 159 33 4 7 8 9 3 19
Zentralafrikanische
Republik 4 3 2 1 1
Summe 85.288 83.582 43.163 18.900 11.270 23.853 38.101 12.676 62.519
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alle Herkunftsländer 144.915 27.197 9.649 25.686 17.644 25.634 15.654 645.731
davon:
Afghanistan 11.258 4.190 839 5.045 2.801 4.940 3.984 97.170
Ägypten 819 450 11 16 3 49 1 2.754
Albanien 6.214 731 20 289 171 694 453 13.326
Algerien 777 36 34 48 3 37 8 2.415
Angola 455 6 3 9 9 5 772
Äquatorialguinea 1 10 3 20
Argentinien 8 12
Armenien 1.540 491 7 27 33 823 98 4.494
Aserbaidschan 1.304 415 3 20 12 252 141 3.847
Äthiopien 193 24 17 7 6 8 17 4.440
Australien 1 4
Bahamas 1
Bahrain 6 24 72
Bangladesch 1.452 4 2 8 3 1.692
Belgien 11 13
Benin 8 1 370 6 511
Bhutan 3 1 13
Bolivien 1 1 7
Bosn.- Herzegowina 1.836 281 25 33 161 36 6 4.977
Botsuana 5
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Brasilien 25 2 1 2 71
Britische Überseegebiete 1
Bulgarien 56 15 1 3 150
Burkina-Faso 26 2 184 2 285
Burundi 9 1 31
Chile 1 3
China 383 14 14 19 17 3 10 1.020
China (Hongkong) 2
Costa Rica 2 1 4
Dänemark u. Färöer 1 2
Dominica 1
Dominikanische Republik 7 2 3 29
Dschibuti 14
Ecuador 6 1 43
El Salvador 4 1 9
Elfenbeinküste 70 2 2 6 1 739
Eritrea 3.540 1.117 393 577 514 1.078 589 22.659
Estland 3
Frankreich 8 1 2 20
Gabun 5 19
Gambia 138 4 2 3 11 3 1 6.235
Georgien 895 218 1 432 3 13 23 2.739
Ghana 1.363 11 23 8 8 55 4 2.598
Grenada 1
Griechenland 4 1 1 1 2 14
Großbritannien 6 1 14
Guatemala 1 3
Guinea 2.831 34 2 4 11 6 1 3.773
Guinea-Bissau 58 3 441 1 644
Haiti 16 3 4 38
Honduras 1 5 38
Indien 946 13 14 750 716 12 8 3.794
Indonesien 2 2 3 24
Irak 15.723 420 251 2.288 315 2.874 1.982 61.762
Iran 2.349 603 33 435 315 615 40 11.878
Irland 4
Israel 11 1 1 63
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Italien 13 4 2 6 58
Jamaica 2 1 15
Japan 5 8
Jemen 45 4 2 313 1 565
Jordanien 91 12 5 11 5 3 13 405
Jugoslawien (ehemals) 291 51 5 15 52 9 6 755
Kambodscha 1 10 67
Kamerun 123 7 4 2 3 1 1.195
Kanada 2 1 10
Kap Verde 1 1 5
Kasachstan 35 5 5 5 1 5 1 243
Katar 61 143
Kenia 32 3 3 1 3 5 1 434
Kirgisistan 195 9 6 1 1 236
Kolumbien 5 1 1 4 53
Komoren 1 9
Kongo 139 1 1 1 1 1 228
Kongo, Dem. Rep. 560 12 11 14 2 7 6 1.185
Korea (Republik) 16 1 27
Korea, Dem.
Volksrepublik 1 2 44
Kosovo 6.480 1.221 191 509 399 749 480 18.689
Kroatien 155 32 7 4 3 2 408
Kuba 6 1 2 2 1 79
Kuwait 68 9 5 4 468
Laos, Dem.
Volksrepublik 2
Lesotho 1
Lettland 3 1 1 16
Libanon 1.974 102 24 815 29 46 30 5.598
Liberia 7 1 2 144
Libyen 317 9 7 820 6 3 2 2.036
Litauen 6 1 1 1 1 32
Madagaskar 1 1 1 6
Malawi 5 6
Malaysia 1 4
Malediven 1
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Mali 203 6 248 2 1 1.235
Marokko 1.262 33 6 288 4 19 3 2.291
Mauretanien 3 3 1 125
Mauritius 2 2
Mazedonien 3.948 482 27 201 87 292 196 8.498
Mexico 2 16
Moldau 23 3 1 1 5 1.427
Mongolei 353 1 1 1 402
Montenegro 365 53 6 22 34 29 5 2.640
Mosambik 2 2 18
Myanmar 25 23 133
Namibia 3 1 6
Nepal 15 1 1 2 88
Nicaragua 1
Niederlande 30 1 1 54
Niger 25 4 157 229
Nigeria 2.241 36 5 7 31 20 3 8.436
Norwegen 2 3
Ohne Angabe 76 29 3 17 3 14 6 362
ohne Bezeichnung 47 10 46 81 3 12 1 913
Oman 37
Österreich 1 2
Pakistan 1.392 690 18 995 8 57 19 12.753
Palau 2
Panama 1
Paraguay 2 1 6
Peru 3 1 14
Philippinen 18 3 1 74
Polen 41 7 3 1 14 241
Portugal 4 1 1 1 12
Ruanda 19 104
Rumänien 33 1 1 3 1 1 147
Russische Föderation 2.363 450 45 1.565 392 946 512 16.736
Salomonen 1
Sambia 3 8
Saudi Arabien 140 8 1 2 20 1 596
Schweden 3 2 10
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Schweiz 1 3
Senegal 38 2 3 4 1.151
Serbien 9.275 926 151 306 322 717 548 21.770
Serbien (ehemals) 211 39 4 10 63 16 3 770
Serb.- Mont. (ehem.) 337 59 12 7 21 8 3 889
Seyschellen 3 4
Sierra Leone 61 10 1 2 1 1 781
Simbabwe 17 4 53
Singapur 1 3
Slowakische Republik 3 1 1 13
Slowenien 6 1 1 15
Somalia 1.414 1.325 8 300 372 385 261 14.091
Sonstige afrikanische
Staatsangehörigkeiten 2 2 13 8 12 1 121
Sonstige amerik.
Staatsangehörigkeiten 2 2
Sonstige asiatische
Staatsangehörigkeiten 207 20 110 479 25 186 25 2.396
Sonstige europäische
Staatsangehörigkeiten 2 1 13 21
Sowjetunion (ehemals) 1 4
Spanien 19 1 3 1 53
Sri Lanka 627 5 6 4 1 1.135
Staatenlos 682 386 16 89 60 148 99 4.419
Südafrika 3 1 2 23
Sudan (ehemals) 11 2 1 1 2 106
Sudan (ohne Südsudan) 25 1 1 3 1 1.574
Südsudan 1 78
Swasiland 1
Syrien 46.935 11.423 6.894 7.938 8.350 9.203 5.534 212.971
Tadschikistan 778 1 6 2 812
Taiwan 1 1 1 13
Tansania 4 5 52
Thailand 22 1 1 1 52
Togo 117 22 1 6 15 9 622
Tonga 4
Trinidad und Tobago 1 1
Tschad 5 1 1 271
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Tschechische Republik 6 1 1 21
Tunesien 93 5 1 295 3 8 1 640
Türkei 2.767 158 135 301 281 383 118 9.389
Turkmenistan 4 1 3 396
Uganda 14 2 1 179
Ukraine 206 36 4 51 18 34 29 3.765
Ungarn 22 3 3 54
Ungeklärt 3.078 260 154 282 393 378 294 18.546
Usbekistan 95 1 5 1 5 4 157
Venezuela 4 23 1 38
Vereinigte arabische
Emirate 24 1 3 290
Vereinigte Staaten von
Amerika 25 6 4 1 3 1 94
Vietnam 62 43 5 91 70 14 17 1.451
Weißrußland 45 1 7 1 1 10 322
Zentralafrikanische
Republik 4 30 45
Summe 144.915 27.197 9.649 25.686 17.644 25.634 15.654 645.731
nach Herkunftsländern und Aufenthaltsrechten/Duldungen:
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
alle Herkunftsländer 314.948 204 1.797 12.198 9.996 2.779 2.583 152.860 11.540 13.059 3.748 3.470 6
davon
Afghanistan 70.234 30 1.639 228 16 82 117 4.258 1.410 6.615 204 59
Ägypten 1.798 7 5 4 124 171 17 32 21 4
Albanien 7.150 3 23 31 18 73 102 12 5
Algerien 1.053 38 15 19 3 43 5 13
Angola 92 28 19 6 14 10 237 60 34
Äquatorialguinea 8 1 1 1
Argentinien 2 1 1
Armenien 2.285 79 2 111 3 55 21 125 15 74
Aserbaidschan 1.810 5 54 16 87 18 97 17 139 12 33
Äthiopien 3.399 20 20 6 4 232 40 223 16 14
Australien 1 2
Bahamas
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Bahrain 10 28 3 21
Bangladesch 1.145 9 13 3 43 3 25 1 4
Belgien 2 1 1
Benin 288 3 3 3 1 7 1 1
Bhutan 4
Bolivien 2
Bosnien und
Herzegowina 886 1 2 298 108 6 6 106 26 121
Botsuana 4 1
Brasilien 9 2 2 5 9
Britische
Überseegebiete
Bulgarien 23 1 3 12 6
Burkina-Faso 151 5 3 1 9 1 2
Burundi 7 1 1 1 9 2
Chile
China 269 92 53 14 74 15 18 13 13
China (Hongkong) 1
Costa Rica 3
Dänemark u. Färöer 1
Dominica 1
Dominikanische
Republik 5
Dschibuti 12 1
Ecuador 2 1 2 1 1 4 1
El Salvador 4 1
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
Elfenbeinküste
(Cote d' Ivoire) 540 1 1 11 3 16 4 4
Eritrea 10.402 3 5 12 81 2 66 10.286 490 118 5 5
Estland 1
Frankreich 2 1
Gabun 9 1
Gambia 4.359 2 5 4 32 6 44 7 1
Georgien 1.708 1 10 6 27 1 14 2 44 18 8
Ghana 1.213 16 16 6 4 31 13 38
Grenada
Griechenland 8
Großbritannien
mit Nordirland 4 1 1 1
Guatemala 2
Guinea 2.244 9 12 7 160 16 149 2 8
Guinea-Bissau 377 1 12
Haiti 2 4 16 9
Honduras 7 4 1 12
Indien 2.337 1 7 5 1 5 3 17 10 5
Indonesien 3 1 1 1 1 13
Irak 37.096 38 8 976 833 72 175 17.019 554 441 63 112
Iran 8.041 4 17 95 32 34 232 1.968 79 84 11 16
Irland 1 1
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Israel 21 1 1 1 4 8
Italien 22 2 1 1 4
Jamaica 8 1
Japan 1 5
Jemen 319 14 6 31 4 12 33 3 22 3
Jordanien 91 14 31 1 27 2 16 6 12 17
Jugoslawien
(ehemals) 18 1 64 24 15 15 14
Kambodscha 21 2 4 1
Kamerun 696 7 9 13 4 35 3 9
Kanada 1 1 1 1 1
Kap Verde 1 2
Kasachstan 86 25 10 2 2 7 7 26 4
Katar 1 1 98 1
Kenia 123 1 5 5 6 46 2 5
Kirgisistan 88 3 4 3 23 3 10 11
Kolumbien 21 1 5 2 5 3
Komoren 7 2
Kongo 79 16 1 3 4 3 35 2 4
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
Kongo, Dem.
Republik 253 3 143 29 4 17 12 269 6 46
Korea (Republik) 4 2 1 1 3 4
Korea, Dem.
Volksrepublik 29 1 1 1
Kosovo 4.074 4 2.157 1 341 1 24 22 424 65 441
Kroatien 12 111 7 1 2 10 21
Kuba 45 1 2 1
Kuwait 3 2 2 376 5
Laos, Dem.
Volksrepublik
Lesotho 1
Lettland 2 2 1 4
Libanon 2.219 8 451 27 137 3 71 22 42 19 192
Liberia 102 1 1 2 1
Libyen 875 5 3 61 67 6 20 733 23
Litauen 2 1 1 4
Madagaskar 1 1 4
Malawi 4 2
Malaysia 1 1
Malediven
Mali 921 1 17 4 16 1 1
Marokko 1.070 14 6 1 32 3 19 10 14
Mauretanien 84 1 1 3
Mauritius 2
Mazedonien 2.191 106 140 1 26 6 99 26 79
Mexico 3 1 1 2 2
Moldau (Republik) 1.311 7 18 4 1 13 1 1
Mongolei 304 1 2 12 3 1 6 4 1
Montenegro 533 171 25 7 35 14 79
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Mosambik 5 3 2 3
Myanmar 88 5 31 3
Namibia 1 2
Nepal 39 5 11 3 5
Nicaragua 1
Niederlande 13 2 1 3 2
Niger 129 2 1 9 1 2
Nigeria 6.544 23 1 6 9 98 40 193 15 41
Norwegen
Ohne Angabe 168 3 5 33 1 6 8
ohne Bezeichnung 403 14 2 7 3 412 16 4 1 1
Oman 1 1 1 30
Österreich
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
Pakistan 9.703 1 163 3 26 25 956 22 61 11 16
Palau 1 1
Panama
Paraguay 2
Peru 1 3 1 1
Philippinen 13 9 12 7 3
Polen 3 6 1 2 23 54
Portugal 1 1
Ruanda 44 1 4 8 16 2 9 2
Rumänien 10 1 1 1 6 5
Russische
Föderation 9.499 1 141 197 144 27 459 178 480 301 85
Salomonen 1
Sambia 3
Saudi Arabien 22 2 11 2 479 6
Schweden 1
Schweiz 1 2
Senegal 861 1 1 9 4
Serbien 3.157 1 2.054 418 1 18 19 334 70 551
Serbien (ehemals) 10 150 1 26 2 1 17 8 29
Serbien und
Montenegro
(ehemals) 24 127 24 1 22 9 39
Seyschellen
Sierra Leone 550 4 1 5 1 13 2 80 5 6
Simbabwe 24 1 1 1 9
Singapur 2
Slowakische
Republik 3 1 1
Slowenien 1 2 1 1
Somalia 9.669 4 8 85 2 6 1.189 793 500 1 7
Sonstige
afrikanische
Staatsangehörigkeiten 56 1 1 7
Sonstige
amerikanische
Staatsangehörigkeiten 2
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Sonstige
asiatische
Staatsangehörigkeiten 1.151 2 4 12 831 41 19 4
Sonstige
europäische
Staatsangehörigkeiten 1
Aufenthaltsrechte/ Duldungen
Sowjetunion
(ehemals)
Spanien 18 2 2
Sri Lanka 445 89 18 36 14 171 22 81 3 21
Staatenlos 1.494 1 1 60 163 7 26 1.749 203 50 8 56
Südafrika 12 1 2
Sudan (ehemals) 56 1 1 2 1 6 5 4 1 1
Sudan (ohne
Südsudan) 1.239 4 38 5 66 70 11 3
Südsudan 56 5 2 2
Swasiland 1
Syrien 78.365 62 77 2.473 7.970 84 1.412 107.427 6.619 923 69 95
Tadschikistan 583 4 2 2 21 6 6 29
Taiwan 4 1 2 1
Tansania 37 1
Thailand 2 1 19 7
Togo 199 78 10 1 11 2 25 16 28
Tonga 2
Trinidad und
Tobago 1
Tschad 141 3 18 1
Tschechische
Republik 2 5
Tunesien 208 4 10 1 2 3 7 17 3
Türkei 2.384 880 4 313 58 256 50 143 75 515
Turkmenistan 366 2 1 1 1 6 3 1 2
Uganda 112 4 1 5 3 11 4 1
Ukraine 2.873 91 214 10 1 36 6 12 88 30 1
Ungarn 6 2 1 1
Ungeklärt 8.868 12 9 300 168 41 55 4.135 496 185 27 186
Usbekistan 32 1 1 4 25 6 6 2 1 38 2
Venezuela 24 1 1 1 1 1
Vereinigte arabische
Emirate 13 1 2 223 1
Vereinigte Staaten
von Amerika 7 2 2 2 5 2 19 7
Vietnam 358 2 103 53 1 33 16 37 2
Weißrußland 155 1 14 20 5 2 8 10 14 2
Zentralafrikanische
Republik 29 2
Summe 314.948 204 1.797 12.198 9.996 2.779 2.583 152.860 11.540 13.059 3.748 3.470 6
Aufenthaltsrechte/Duldungen
14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Gesamt
alle Herkunftsländer 20.976 3.651 5.262 886 1.750 952 60.859 18.657 216 1.937 120 1.277 645.731
davon
Afghanistan 1.069 150 588 25 32 11 8.871 1.264 16 223 3 26 97.170
Ägypten 60 33 6 1 5 261 194 7 4 2.754
Albanien 141 19 265 3 139 205 4.350 650 14 119 4 13.326
Algerien 100 25 42 13 5 3 532 489 12 5 2.415
Angola 131 27 9 2 3 54 32 10 4 772
Äquatorialguinea 3 4 1 1 20
Argentinien 8 12
Armenien 483 183 108 14 32 5 624 232 3 18 1 21 4.494
Aserbaidschan 473 133 118 12 21 5 381 386 6 12 1 11 3.847
Äthiopien 74 9 18 2 4 220 128 1 6 1 3 4.440
Australien 1 4
Bahamas 1 1
Bahrain 4 5 1 72
Bangladesch 27 14 20 3 3 126 236 2 12 1 2 1.692
Belgien 2 3 1 1 1 1 13
Benin 39 7 59 94 2 3 511
Bhutan 3 2 2 2 13
Bolivien 1 1 1 2 7
Bosnien und
Herzegowina 830 28 110 17 86 27 1.583 509 7 109 111 4.977
Botsuana 5
Brasilien 15 3 2 1 18 1 1 3 71
Britische
Überseegebiete 1 1
Bulgarien 47 4 11 18 6 1 18 150
Burkina-Faso 18 2 3 6 1 36 46 1 285
Burundi 3 3 1 1 2 31
Chile 1 1 1 3
China 110 28 22 10 7 1 118 149 2 5 7 1.020
China (Hongkong) 1 2
Costa Rica 1 4
Dänemark u.
Färöer 1 2
Dominica 1
Dominikanische
Republik 10 1 2 1 9 1 29
Dschibuti 1 14
Ecuador 26 1 3 1 43
El Salvador 1 3 9
Elfenbeinküste
(Cote d' Ivoire) 27 5 10 2 1 3 70 38 3 739
Eritrea 58 2 30 1 2 5 921 142 2 13 8 22.659
Estland 2 3
Frankreich 7 1 1 5 3 20
Gabun 2 3 4 19
Gambia 42 4 41 2 3 4 1.470 187 1 20 1 6.235
Georgien 107 16 40 2 18 4 475 205 20 1 12 2.739
Aufenthaltsrechte/Duldungen
14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Gesamt
Ghana 414 16 54 26 35 10 471 195 10 30 2.598
Grenada 1 1
Griechenland 1 4 1 14
Großbritannien
mit Nordirland 5 1 1 14
Guatemala 1 3
Guinea 110 11 88 6 5 5 486 419 33 3 3.773
Guinea-Bissau 9 6 105 132 2 644
Haiti 1 1 3 1 1 38
Honduras 7 1 1 1 3 1 38
Indien 55 9 77 15 4 1 339 890 2 7 4 3.794
Indonesien 2 1 1 24
Irak 640 161 274 38 25 5 2.652 485 8 48 3 36 61.762
Iran 144 61 46 3 8 6 783 183 1 21 9 11.878
Irland 1 1 4
Israel 14 1 5 6 1 63
Italien 1 2 2 12 1 10 58
Jamaica 2 3 1 15
Japan 2 8
Jemen 28 4 2 4 3 3 46 13 10 1 4 565
Jordanien 73 45 2 3 1 1 32 28 2 1 405
Jugoslawien
(ehemals) 95 22 12 8 9 3 292 52 1 7 103 755
Kambodscha 12 7 2 2 16 67
Kamerun 77 5 14 11 5 221 73 2 1 10 1.195
Kanada 1 1 3 10
Kap Verde 1 1 5
Kasachstan 20 2 7 1 2 25 13 1 3 243
Katar 1 7 17 14 3 143
Kenia 61 7 6 12 7 82 60 2 4 434
Kirgisistan 16 1 8 36 28 1 1 236
Kolumbien 6 1 1 4 3 1 53
Komoren 9
Kongo 39 4 3 3 15 15 2 228
Kongo, Dem.
Republik 238 17 10 4 3 60 53 2 1 15 1.185
Korea
(Republik) 4 1 4 3 27
Korea, Dem.
Volksrepublik 1 5 5 1 44
Kosovo 2.546 419 530 73 257 159 5.395 1.515 31 177 5 28 18.689
Kroatien 100 17 13 31 1 37 16 5 24 408
Kuba 11 1 13 3 2 79
Kuwait 7 2 23 17 1 28 2 468
Laos, Dem.
Volksrepublik 1 1 2
Lesotho 1
Lettland 7 16
Libanon 498 282 100 17 36 1 492 883 1 34 38 25 5.598
Aufenthaltsrechte/Duldungen
Liberia 3 1 1 2 17 12 1 144
14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Gesamt
Libyen 38 13 5 1 6 86 49 1 6 38 2.036
Litauen 9 4 11 32
Madagaskar 6
Malawi 6
Malaysia 1 1 4
Malediven 1 1
Mali 18 8 126 121 1 1.235
Marokko 102 8 57 14 5 8 391 525 1 6 5 2.291
Mauretanien 3 16 17 125
Mauritius 2
Mazedonien 732 46 388 40 172 105 3.703 522 14 79 23 8.498
Mexico 2 1 3 1 16
Moldau
(Republik) 13 1 1 2 28 11 12 3 1.427
Mongolei 8 3 1 3 34 15 4 402
Montenegro 372 27 34 8 49 44 868 298 7 61 8 2.640
Mosambik 2 1 1 1 18
Myanmar 1 5 133
Namibia 1 1 1 6
Nepal 10 3 1 5 4 1 1 88
Nicaragua 1
Niederlande 11 1 5 9 1 6 54
Niger 20 3 2 2 30 27 1 229
Nigeria 417 16 42 20 35 4 723 162 2 20 1 24 8.436
Norwegen 1 2 3
Ohne Angabe 5 1 8 1 2 1 98 19 2 1 362
ohne Bezeichnung 10 5 1 20 10 4 913
Oman 1 1 2 37
Österreich 2 2
Pakistan 111 21 68 1 3 2 984 557 3 12 1 3 12.753
Palau 2
Panama 1 1
Paraguay 2 1 1 6
Peru 5 1 2 14
Philippinen 11 5 3 1 8 1 1 74
Polen 94 1 10 5 1 15 1 1 24 241
Portugal 3 1 3 1 2 12
Ruanda 9 1 8 104
Rumänien 33 1 18 2 24 14 3 28 147
Russische
Föderation 769 171 242 46 115 13 2.635 1.133 10 35 7 48 16.736
Salomonen 1
Sambia 1 2 2 8
Saudi Arabien 1 2 1 18 24 1 21 1 5 596
Schweden 3 1 1 3 1 10
Schweiz 3
Senegal 4 1 16 1 1 83 163 2 2 1 1 1.151
Serbien 3.583 436 738 90 399 174 7.802 1.561 46 236 12 70 21.770
Aufenthaltsrechte/Duldungen
14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Gesamt
Serbien (ehemals) 166 32 33 9 5 4 187 73 2 11 4 770
Serbien und
Montenegro
(ehemals) 176 33 22 7 14 1 267 55 1 6 61 889
Seyschellen 3 1 4
Sierra Leone 29 3 2 46 30 1 2 1 781
Simbabwe 5 1 3 7 1 53
Singapur 1 3
Slowakische Republik 5 1 2 13
Slowenien 2 4 4 15
Somalia 105 3 76 9 2 3 1.286 280 1 42 20 14.091
Sonstige
afrikanische
Staatsangehörigkeiten 1 3 3 17 31 1 121
Sonstige
amerikanische
Staatsangehörigkeiten 2
Sonstige
asiatische
Staatsangehörigkeiten 39 6 16 1 1 129 138 1 1 2.396
Sonstige
europäische
Staatsangehörigkeiten 1 1 6 12 21
Sowjetunion
(ehemals) 2 1 1 4
Spanien 10 5 2 1 10 2 1 53
Sri Lanka 61 19 14 7 67 46 5 16 1.135
Staatenlos 402 27 8 7 2 97 53 1 1 3 4.419
Südafrika 1 1 4 2 23
Sudan (ehemals) 2 3 1 3 1 10 6 2 106
Sudan (ohne
Südsudan) 2 5 3 5 86 36 1 1.574
Südsudan 9 4 78
Swasiland 1
Syrien 352 111 392 14 17 12 5.985 320 1 178 3 10 212.971
Tadschikistan 5 1 7 1 73 72 812
Taiwan 1 1 2 1 13
Tansania 2 3 6 1 1 1 52
Thailand 7 2 2 1 5 1 5 52
Togo 124 11 5 3 1 77 25 6 622
Tonga 1 1 4
Trinidad und
Tobago 1
Tschad 2 73 32 1 271
Tschechische
Republik 7 1 1 5 21
Tunesien 43 4 12 3 5 139 170 6 3 640
Türkei 2.288 622 103 34 58 3 933 463 4 71 16 116 9.389
Aufenthaltsrechte/Duldungen
Turkmenistan 2 1 2 6 2 396
Uganda 18 1 9 9 1 179
Ukraine 87 19 18 5 11 5 164 61 20 13 3.765
Ungarn 1 6 31 3 1 2 54
Ungeklärt 1.070 138 151 51 48 12 1.205 1.254 10 41 19 65 18.546
Usbekistan 9 2 2 17 7 1 1 157
Venezuela 1 2 2 4 38
14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Gesamt
Vereinigte
arabische
Emirate 4 18 8 19 1 290
Vereinigte
Staaten von
Amerika 30 2 1 1 9 2 3 94
Vietnam 322 64 21 55 11 1 211 100 1 14 46 1.451
Weißrußland 30 7 3 23 21 1 1 5 322
Zentralafrikanische
Republik 1 1 1 1 10 45
2. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele begleitete
Kinder, Jugendliche und junge Volljährige in Notunterkünften und
Erstaufnahmeeinrichtungen leben?
Wie lange leben sie bereits dort (bitte aufschlüsseln nach den Altersgruppen
0 bis 2, 3 bis 5, 6 bis 9, 10 bis 15, 16 bis 17, 18 bis 20, 21 bis 27 Jahre,
Geschlecht, Bundesländern, Herkunftsländern und Aufenthaltsstatus)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und wann plant die Bundesregierung,
diese Zahlen zu erheben?
3. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der
begleiteten geflüchteten Kinder und Jugendlichen noch in
Erstaufnahmeeinrichtungen leben, obwohl die nach § 47 Absatz 1 AsylG gesetzlich festlegte Frist
von längstens sechs Monaten überschritten ist (bitte aufschlüsseln nach
Bundesländern, Geschlecht und Alter)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
4. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele begleitete
geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Volljährige in
Gemeinschaftsunterkünften leben?
Wie lange leben sie dort (bitte aufschlüsseln nach den Altersgruppen 0 bis 2,
3 bis 5, 6 bis 9, 10 bis 15, 16 bis 17, 18 bis 20, 21 bis 27 Jahre, Geschlecht,
Bundesländern, Herkunftsländern, Aufenthaltsstatus)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
5. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, ob in den
Gemeinschafts-, Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen gesunde und
kindgerechte Nahrung zur Verfügung steht bzw. es Möglichkeiten gibt, selbst Essen
zuzubereiten?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Die Fragen 2 bis 5 werden zusammen beantwortet.
Unterbringung und Verpflegung von Asylsuchenden und Asylbewerbern fällt in
die Zuständigkeit der Länder. Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse
hierzu vor.
6. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie hoch der Anteil
von begleiteten geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen
ist, die in Ausreisezentren für Asylbewerber mit geringer Bleibeperspektive
wohnen?
Wie lange leben sie dort (bitte aufschlüsseln nach Altersgruppen 0 bis 2, 3
bis 5, 6 bis 9, 10 bis 15, 16 bis 17, 18 bis 20, 21 bis 27 Jahre, Geschlecht,
Bundesländern, Herkunftsländern, Aufenthaltsstatus)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
7. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele begleitete
geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Volljährige mit ihren Familien
aus bereits zugeteilten Kommunen wieder herausgerissen und in
Ausreisezentren gebracht wurden (bitte aufschlüsseln nach Alter, Geschlecht,
Bundesländern, Herkunftsländern und Rechtsgrundlage)?
Wenn keine Erkenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
8. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der
begleiteten geflüchteten Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährige seit 2015 von
nächtlichen Abschiebungen betroffen waren?
Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, in welchen Bundesländern die
Abschiebungen nachts durchgeführt werden (bitte aufschlüsseln nach
Bundesländern, Alter, Geschlecht und Herkunftsländern)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Die Fragen 6 bis 8 werden zusammen beantwortet.
Sowohl die Unterbringung als auch die Abschiebung einschließlich deren
Vorbereitung liegen in der Zuständigkeit der Länder. Der Bundesregierung liegen zu
den genannten Sachverhalten keine Erkenntnisse vor.
9. Wie bewertet die Bundesregierung die Lebenssituation von begleiteten
minderjährigen Flüchtlingen, die in Notunterkünften und von denen, die in
Erstaufnahmeeinrichtungen leben müssen vor dem Hintergrund der Kinderrechte
gemäß der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) und Artikel 24 Absatz 2 der
Grundrechtecharta?
Was wird aus Sicht der Bundesregierung getan, um diese Rechte
zufriedenstellend umzusetzen (bitte separat nach Art der Unterkunft und Artikel der
UN-Kinderrechtskonvention bewerten)?
Artikel 3 Absatz 1 VN-Kinderrechtskonvention (VN-KRK) enthält die Maßgabe,
dass das Kindeswohl bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, ein
Gesichtspunkt ist, der vorrangig zu berücksichtigen ist. Dies gilt unabhängig davon, ob
die Maßnahme von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen
Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen
wird und damit auch bei der Unterbringung und Versorgung begleiteter
minderjähriger Flüchtlinge. Darüber hinaus findet bei der Durchführung von
Unionsrecht gemäß Artikel 51 Absatz 1 Satz 1 der Grundrechtecharta (GCH) auch
Artikel 24 Absatz 2 GCH Anwendung.
Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Wahrung der
Kinderrechte in Flüchtlingsunterkünften liegt in der Zuständigkeit der Länder und
Kommunen bzw. der Träger der Einrichtungen. Auch Länder und Kommunen
sind an die geltenden unionsrechtlichen und völkerrechtlichen Vorgaben
gebunden.
Im Dezember 2015 startete das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit UNICEF die „Initiative zum Schutz von
Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“. Die Initiative soll Länder,
Kommunen und Träger dabei unterstützen, durch einrichtungsspezifische
Risikoanalysen, Missstände aufzuzeigen und diese mit der Implementierung von
einrichtungsspezifischen Schutzkonzepten zu beseitigen.
Die Schutzkonzepte achten auf Mindeststandards zum Schutz von Frauen und
Kindern in Flüchtlingsunterkünften, die wiederum die Kinderrechte gemäß UN-
Kinderrechtskonvention und Artikel 24 Absatz 2 der GCH erfüllen. Das
Monitoring durch UNICEF wird Daten erfassen und durch eine laufende Anpassung der
Schutzkonzepte in den Einrichtungen auf ggf. beobachtete Missstände reagieren
(siehe auch Antwort zu Frage 46).
Ergänzend wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/9401 vom 12. August 2016,
insbesondere zu den Fragen 2, 3 und 4 verwiesen.
Darüber hinaus berät das BMFSFJ den konkreten gesetzgeberischen
Handlungsbedarf zum Schutz von (Frauen und) Kindern in Flüchtlingsunterkünften derzeit
intensiv gemeinsam mit den Ländern.
10. Inwieweit erfüllen die Zustände in den Unterkünften für Familien und ihre
Kinder die Standards, die zum Erhalt einer Betriebserlaubnis nach § 45 des
Achten Buches Sozialgesetzbuch notwendig wären?
Welche positiven und negativen Beispiele sind der Bundesregierung hierzu
bekannt?
Die Schaffung und Unterhaltung von Aufnahmeeinrichtungen fällt in die
Zuständigkeit der Länder. Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse hierzu vor.
Für die Verbesserung des Schutzes der dort untergebrachten Kinder und
Jugendlichen wurden mit dem Gesetz zur Einführung beschleunigter Asylverfahren vom
11. März 2016 (BGBl. I S. 390) in § 44 Absatz 3 Satz 2 und 3 des Asylgesetzes
(AsylG) Führungszeugnisvorlageplichten und Beschäftigungsverbote im
Hinblick auf Anstellungs- und ehrenamtliche Tätigkeiten eingeführt, die an § 72a
SGB VIII angelehnt sind.
11. a) Inwieweit sind die von der Bundesregierung geförderten „Child-Friendly
Spaces“ und die geplanten Koordinationsstellen für Gewaltschutz in
Flüchtlingsunterkünften (
www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=
222264.html), die angesichts der langfristig geforderten dezentralen
Unterbringung nur eine Notlösung darstellen, eine Reaktion auf
kinderrechtswidrige Lebensumstände in den Notunterkünften und
Erstaufnahmeeinrichtungen?
Die Schutz- und Spielräume bieten nicht in erster Linie Schutz, sondern vor allem
Struktur und etwas Normalität im Alltag der Kinder. Hier können die Kinder
spielen, lernen und kreativ sein. Außerdem bekommen sie Hilfe, um ihre oft
schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Den Koordinierungsstellen für Gewaltschutz in
Flüchtlingsunterkünften kommt vorwiegend eine präventive Rolle zu.
b) Mit welchen Kooperationspartnern arbeitet das BMFSFJ im Bereich der
„Child-Friendly Spaces“ und des Gewaltschutzes in
Flüchtlingsunterkünften zusammen?
Warum wurden diese Organisationen ausgewählt, und welches Budget
wird ihnen zur Verfügung gestellt?
Welche Maßnahmen wurden bislang durchgeführt, und welche sind noch
geplant (bitte aufschlüsseln nach Projektträgern)?
An der Initiative sind insbesondere die Arbeiterwohlfahrt, der bundesweite
Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e. V., der Paritätische Gesamtverband,
der Deutsche Caritasverband e. V., das Deutsche Institut für Menschenrechte, die
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie
Deutschland, die Frauenhauskoordinierung, die Stiftung Deutsches Forum für
Kriminalprävention, der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen
Missbrauchs sowie UNICEF, Plan International Deutschland und Save the Children
beteiligt. Die Organisationen wurden aufgrund ihrer internationalen Expertise in
dem Bereich Gewalt- und Kinderschutz besonders im Kontext mit geflüchteten
Menschen ausgewählt. Die international erfahrenen Organisationen Plan
International Deutschland und Save the Children arbeiten im Rahmen der
Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ ergänzend
zusammen und werden für 2016 und 2017 mit jeweils 500 000 Euro gefördert.
25 Koordinatorenstellen in Flüchtlingsunterkünften im gesamten Bundesgebiet
werden mit jeweils 40 000 Euro für 2016 gefördert.
Im Rahmen der Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in
Flüchtlingsunterkünften“ haben das BMFSFJ und UNICEF gemeinsam mit den genannten
Partnern „Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen
in Flüchtlingsunterkünften“ erarbeitet und veröffentlicht,
www.bmfsfj.de/
BMFSFJ/gleichstellung,did=226884.html. Diese Mindeststandards bilden
erstmals eine bundesweit einheitliche Grundlage, um den Schutz von Kindern,
Jugendlichen und Frauen vor Gewalt sowie den Zugang zu Bildungsangeboten und
psychosozialer Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften zu verbessern. Sie
sollen als Leitlinien für die Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten in jeder
Form von Flüchtlingsunterkunft gelten.
Es haben Vernetzungstreffen und Schulungen der Koordinatoren durch UNICEF
stattgefunden. Die Koordinatoren führen derzeit eine Bestands- und
Risikoanalyse durch, die in der Entwicklung jeweils einrichtungsspezifischer
Schutzkonzepte mündet. Die anschließende Umsetzung der Sicherheitskonzepte zum
Gewaltschutz mit der Einrichtung der „Child friendly spaces“ sowie die Schulung
des Personals in den Unterkünften sind von Oktober bis Februar 2017 geplant.
12. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, in welchem Umfang
begleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche in deutschen
Flüchtlingsunterkünften betreut werden und ihnen Spiel- und Lernangebote zur Verfügung
stehen?
In wie vielen Einrichtungen wird die Kinderbetreuung in dafür geeigneten
und geschützten Räumen organisiert?
In wie vielen ist dies nicht der Fall (bitte aufschlüsseln nach Bundesländern,
Geschlecht und Alter und unter Angabe der Richtlinie nach welcher die
Betreuung umgesetzt wird)?
Wenn keine Daten vorhanden sind, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
13. a) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viel Personal,
das Erfahrungen im Bereich Kinderschutz und in der Arbeit mit
geflüchteten Kindern und Jugendlichen hat, in den Gemeinschafts-,
Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen beschäftigt wird?
Welche Form der Schulung, Fortbildung und Vergütung kommt dem
Personal zu (bitte nach Art der Unterkunft, Bundesländern und Geschlecht
aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Die Fragen 12 und 13 werden gemeinsam beantwortet.
Die Unterbringung fällt in die Zuständigkeit der Länder. Die Bundesregierung hat
keine eigenen Erkenntnisse. Ergänzend wird auf die Antwort zu Frage 10
verwiesen.
Trotz mangelnder valider Datenlage wurde jedoch seitens UNICEF anhand von
Stichproben erheblicher Bedarf festgestellt (siehe Lagebericht zur Situation der
Flüchtlingskinder in Deutschland 2016), weshalb im Dezember 2015 die
„Initiative zum Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ gestartet
ist.
14. a) Wie viele Missbrauchsfälle, die sich gegen begleitete geflüchtete Kinder,
Jugendliche und junge Volljährige richteten, wurden seit 2014 in
deutschen Flüchtlingsunterkünften bekannt (bitte nach Quartalen
aufschlüsseln)?
b) Durch wen erfolgten nach Kenntnis oder Information der
Bundesregierung diese Übergriffe, welchen Hintergrund hatten sie, und wer waren die
Täter bzw. Tatverdächtigen (z. B. Familienangehörige, Heimbewohner,
Betreuungspersonal, Bewachungspersonal, Dolmetscher)?
In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden zwar Tatortgemeinden
erfasst, nicht aber Details der konkreten Tatörtlichkeit, wie etwa Stadion, Schule
oder Bahnhof. Es sind daher Informationen zur Tatörtlichkeit
Flüchtlingsunterkunft aus dieser Statistik nicht ermittelbar.
In den seit November 2015 vom Bundeskriminalamt (BKA) regelmäßig
herausgegebenen Lageübersichten zur Kriminalität im Kontext von Zuwanderung
werden zwar auch Straftaten in Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünften
betrachtet. Dabei werden im Hinblick auf Opfer/Geschädigte aber ausschließlich
Angaben zu deren Herkunftsstaaten bzw. zur Staatsangehörigkeit ausgewiesen.
Darüber hinaus werden keine gesonderten Opfermerkmale wie etwa das Alter
eines Opfers erfasst.
Im Rahmen eines Ersuchens um Auslandsabklärung ist dem BKA aktuell ein Fall
bekannt geworden, in dem ein als Hausmeister in einem Übergangswohnheim in
Nordrhein-Westfalen tätiger deutscher Staatsangehöriger im Verdacht steht, ein
sieben Jahre altes Mädchen sowie ein weiteres in dem Wohnheim untergebrachtes
Mädchen sexuell missbraucht zu haben.
Darüber hinaus liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
15. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, in wie vielen
Gemeinschafts-, Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen keine
geschlechtergetrennten Duschen zur Verfügung stehen (bitte nach Art der Unterkunft
und Bundesländern aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Auf die Antwort zu Frage 10 wird verwiesen.
16. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus Studienbefunden,
wonach für Frauen, Mädchen, Jungen und alleinstehende Mütter mit Kindern
das Risiko von Belästigung und sexualisierter Gewalt durch private
Sicherheitskräfte, Angehörige oder andere Flüchtlinge besteht (siehe die 2015
erschienene Studie „Effektiver Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt –
auch in Flüchtlingsunterkünften“ des Deutschen Instituts für
Menschenrechte)?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 9 und 10 verwiesen.
17. Wie begründet die Bundesregierung die ausbleibende Umsetzung der EU-
Aufnahmerichtlinie (Richtlinie 2013/33/EU), die die Bundesregierung
verpflichtet, bei der Unterbringung Asylsuchender geschlechts- und
altersspezifische Aspekte sowie die Situation von schutzbedürftigen Personen zu
berücksichtigen und geeignete Maßnahmen zu treffen, damit Übergriffe und
geschlechtsbezogene Gewalt einschließlich sexueller Übergriffe und
Belästigung verhindert werden?
Die Bundesregierung hat der Kommission am 11. April 2016 unter Bezugnahme
auf die mit Gründen versehene Stellungnahme der Europäischen Kommission
vom 10. Februar 2016 mitgeteilt, wie die Richtlinie 2013/33/EU
(Aufnahmerichtlinie) in das Recht der Bundesrepublik Deutschland umgesetzt wurde. Im Übrigen
wird auf die Antwort zu Frage 10 verwiesen.
18. Teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass die Kinder- und Jugendhilfe
auch für die Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in
Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen – unabhängig von den von der
Bundesregierung geförderten „Child-Friendly Spaces“ – zuständig ist, und
wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, welche Vorstellungen hat die Bundesregierung darüber, wie sich
die Kinder- und Jugendhilfe dort konkret einbringen kann?
19. Ist der Bundesregierung bekannt, ob Kinder, Jugendliche und ihre Familien
in den Notunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen über Leistungen der
Kinder- und Jugendhilfe informiert werden, und sieht sie hier
Handlungsbedarf?
Sind der Bundesregierung Beispiele aus Kommunen bekannt, in denen die
Kinder- und Jugendhilfe aktiv und regelmäßig in den
Erstaufnahmeeinrichtungen präsent ist (bitte auflisten)?
20. Ist der Bundesregierung bekannt, ob in den Notunterkünften und
Erstaufnahmeeinrichtungen vom Recht der Beratung durch eine und die
Inanspruchnahme einer insofern erfahrenen Fachkraft nach § 8b des Achten Buches
Sozialgesetzbuch Gebrauch gemacht wird?
Die Fragen 18 bis 20 werden gemeinsam beantwortet.
Geflüchtete Kinder und Jugendliche haben grundsätzlich einen Zugang zu
Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, entweder aus § 6 Absatz 2 SGB VIII oder
aus dem Haager Übereinkommen über die Zuständigkeit, das anzuwendende
Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
elterlichen Verantwortung und der Maßnahmen zum Schutz von Kindern vom
19. Oktober 1996 (HKÜ). Die konkrete Rechtsfolge richtet sich allerdings nach
der jeweiligen Rechtsnorm im SGB VIII und auch nach etwaigen
landesrechtlichen Bestimmungen. Ob die jeweils einschlägigen Voraussetzungen vorliegen,
muss im Einzelfall geprüft werden. Die konkrete Angebotsausgestaltung vor Ort
obliegt den Ländern und Kommunen.
21. Was wird die Bundesregierung tun, um der Tatsache entgegenzuwirken, dass
vielerorts ausreichende Mittel und qualifizierte Fachkräften fehlen, um den
Rechten von begleiteten geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen
Volljährigen auf Bildung und Teilhabe gerecht werden zu können angesichts
der von der Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 18/8377 geäußerten
Vorbemerkung, dass „Bildung […] der Schlüssel zur Integration“ sei und
eine frühzeitige Integration in das Bildungssystem nicht nur für die
Flüchtlinge, sondern auch für die Aufnahmegesellschaft Chancen biete?
Die Bundesregierung ist der Überzeugung, dass die Integration von Flüchtlingen
nur durch eine gelungene Kooperation aller staatlichen Ebenen gelingen kann.
Sie hat daher gemeinsam mit den Ländern ein Konzept für die erfolgreiche
Integration von Flüchtlingen erarbeitet, das die Bundeskanzlerin und die
Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 22. April 2016 beschlossen
haben.
In dem Konzept wird die Bedeutung von Bildungsangeboten für alle
Altersgruppen und in allen Bildungsbereichen betont. Das Konzept stellt die Maßnahmen
des Bundes und der Länder entsprechend ihrer jeweiligen Zuständigkeiten in den
Bereichen frühkindliche Bildung, Schule und Hochschule sowie berufliche
Bildung und Arbeitsmarkt umfassend dar.
Der Bund entlastet die Länder und Kommunen über die bereits getroffenen
Vereinbarungen hinaus für die Jahre 2016, 2017 und 2018 mit einer jährlichen
Integrationspauschale in Höhe von 2 Mrd. Euro. Diese Entlastung erfolgt zusätzlich
zur bereits vereinbarten Übernahme der flüchtlingsbedingten Kosten der
Unterkunft nach SGB II (vrsl. 2,6 Mrd. Euro für den genannten Zeitraum). Zudem
erfahren die Länder durch die vollständige Übernahme der Finanzierung des
BAföG erhebliche Unterstützung durch den Bund. Hierdurch stehen den Ländern
seit Jahresbeginn 2015 dauerhaft jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von
1,17 Mrd. Euro zur Verfügung. Die dadurch entstehenden Spielräume könnten
seitens der Länder auch zur Finanzierung der Mehraufwände im Bildungsbereich
eingesetzt werden.
22. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der
begleiteten geflüchteten Kinder, auf Grundlage der Antworten zu den Fragen 1a und
1b, die nach § 24 des Achten Buches Sozialgesetzbuch einen
Rechtsanspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung haben, bereits eine Kita
besuchen (bitte nach Bundesländern, Geschlecht, Alter und Aufenthaltsstatus
aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Die Zahl der ins System der Kindertagesbetreuung zusätzlich aufzunehmenden
geflüchteten Kinder lässt sich derzeit nicht verlässlich bestimmen. Die Erhebung
der Bedarfe zur Planung der Kindertagesbetreuungsangebote liegt in der
Zuständigkeit der Kommunen. Die Jugendhilfestatistik erfasst zwar Kinder mit
Migrationshintergrund, nicht aber die Zahl der Asylbewerber oder anerkannten
Asylbewerber. Die Daten für den Stichtag 31. März 2016 liegen voraussichtlich Ende
September 2016 vor.
23. Mit welchem Mehrbedarf an notwendigen Kitaplätzen für begleitete
Flüchtlingskinder (Stand 1. Juli 2016), auf Grundlage der Antworten zu den Fragen
1a und 1b, rechnet die Bundesregierung (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln), und was unternimmt die Bundesregierung, damit dieser
Mehrbedarf gedeckt wird?
Nach dem Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2016“ wird allein für die
2015 nach Deutschland gekommenen Kinder ein zusätzlicher Bedarf von 44 000
bis 58 000 Plätzen in der Kindertagesbetreuung geschätzt (Bildung in
Deutschland 2016, S. 200). Aktuellere Schätzungen, die auch die in 2016 nach
Deutschland gekommenen Kinder berücksichtigen, gehen von einem Bedarf von rund
80 000 zusätzlichen Plätzen aus.
Der Bund beteiligt sich dauerhaft und dynamisch an den Kosten für den Ausbau
der Plätze für Kinder unter drei Jahren und Betrieb der Kindertagesbetreuung. In
dieser Legislaturperiode wird das Sondervermögen „Kinderbetreuungsausbau“
auf 1 Mrd. Euro aufgestockt. Bereits seit 2015 erhalten die Länder dauerhaft
845 Mio. Euro jährlich für Betriebskosten. Zudem werden die Länder und
Kommunen in 2017 und 2018 zusätzlich mit 100 Mio. Euro jährlich bei den
Betriebskosten unterstützt.
Die durch den Wegfall des Betreuungsgeldes freiwerdenden Mittel (knapp 2 Mrd.
Euro) werden bis 2018 den Ländern für Maßnahmen zur Verbesserung der
Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. Diese Spielräume können bzw. sollen auch
für den Ausbau von qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Angeboten der
Kindertagesbetreuung für Kinder mit Fluchterfahrung eingesetzt werden.
24. Zieht die Bundesregierung in Betracht, auf Grundlage der Antworten zu den
Fragen 1a und 1b, in einem Nachtragshaushalt bzw. im Bundeshaushalt für
das Jahr 2017 eine Aufstockung des Sondervermögens
„Kinderbetreuungsausbau“ vorzunehmen?
Wenn ja, in welchem Umfang?
Wenn nein, warum nicht?
Das Bundeskabinett hat bereits im März 2016 eine zusätzliche Förderung der
Kindertagesbetreuung für den Haushalt 2017 und den Finanzplan bis 2020
beschlossen. Damit wird dieser wichtige Gesellschaftsbereich in den kommenden Jahren
um insgesamt 1,7 Mrd. Euro aufgestockt.
Vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Bundestags stehen von 2017 bis
2020 daher zusätzliche Mittel für ein viertes Investitionsprogramm
„Kinderbetreuungsfinanzierung“ sowie für eine Verdopplung des Bundesprogramms
„Sprach-Kitas“ und die Förderung sogenannter Brückenangebote zur Verfügung.
25. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, ob die Länder den
Schulbesuch auch bei nicht bestehender Schulpflicht ermöglichen oder trotz
bestehender Schulpflicht nicht ermöglichen (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
Sieht die Bundesregierung hier Handlungsbedarf hinsichtlich einer
bundeseinheitlichen Regelung?
Wenn nein, warum nicht?
26. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der in
Ausreisezentren lebenden begleiteten geflüchteten Kinder und Jugendlichen
trotz Schulpflicht und eines Aufenthalts von häufig sechs Monaten oder
länger weder zur Schule gehen, noch andere Bildungsangebote erhalten (bitte
nach Bundesländern, Geschlecht, Alter und Herkunftsländern
aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
27. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, für welches Schulalter
es sogenannte Willkommens- bzw. Vorbereitungsklassen gibt?
Wie viele der begleiteten geflüchteten Kinder, Jugendlichen und jungen
Volljährigen, die auf eine Schule in Deutschland gehen, sind noch in
sogenannten Willkommens- bzw. Vorbereitungsklassen (bitte nach
Bundesländern, Alter, Geschlecht und Klassenstufen aufschlüsseln)?
Wenn keine Daten vorhanden sind, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
28. Inwiefern unterstützt die Bundesregierung die Länder bei der Einrichtung
von sogenannten Willkommens- bzw. Vorbereitungsklassen finanziell und
konzeptionell?
Sofern sie dies nicht tut, welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung
für eine solche Unterstützung?
29. a) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, in welchen Ländern
die Willkommens- bzw. Vorbereitungsklassen konzeptionell
überschulisch begleitet und eingerahmt werden?
Wie bewertet die Bundesregierung diese Konzepte?
b) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, inwiefern bei der
Erarbeitung solcher Konzepte Erfahrungen aus anderen Ländern
berücksichtigt werden, in denen es bereits seit Jahrzehnten Willkommensklassen
gibt (z. B. der Schweiz)?
30. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der
begleiteten geflüchteten Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen, die auf eine
Schule in Deutschland gehen, dort bereits ganz oder teilweise am
Regelunterricht teilnehmen (bitte nach Bundesländern, Herkunftsländern, Alter,
Geschlecht und Klassenstufen aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
31. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele begleitete
geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Volljährige zum neuen Schuljahr
in eine Regelklasse gehen sollen?
Sind nach Auffassung der Bundesregierung hierfür genügend Kapazitäten
vorhanden (bitte nach Bundesländern, Alter, Geschlecht und Klassenstufen
aufschlüsseln)?
Wenn keine Daten vorhanden sind, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
32. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie lange begleitete
geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Volljährige für den Wechsel von
der Willkommens- bzw. Vorbereitungsklasse in die Regelklasse brauchen
bzw. wie viel Zeit ihnen gelassen wird (bitte nach Bundesländern,
Herkunftsländern, Alter, Geschlecht und Klassenstufen aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
33. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie der Übergang von
der Alltagssprache zur Bildungssprache für begleitete geflüchtete Kinder,
Jugendliche und junge Volljährige bestmöglich in den Schulalltag
implementiert werden kann?
34. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wo und wie viele
Lehrkräfte mit Qualifikationen wie Deutsch als Fremdsprache in Schulen
unterrichten, um qualitativ hochwertige Bildung zu gewährleisten (bitte nach
Bundesländern auflisten)?
35. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der
begleiteten geflüchteten Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen bereits einen
Schulabschluss in Deutschland erreicht haben (bitte nach Bundesländern,
Herkunftsländern, Alter, Geschlecht und Art des Abschlusses
aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
36. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele der
begleiteten geflüchteten Kinder und Jugendlichen aufgrund psychischer Probleme
(Traumata etc.) die Schule nicht besuchen können?
Gegen wie viele von ihnen bzw. gegen wie viele Eltern wurde bereits ein
Bußgeldverfahren eingeleitet (bitte nach Bundesländern, Herkunftsländern,
Alter und Geschlecht aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Die Fragen 25 bis 36 werden im Zusammenhang beantwortet.
Die rechtlichen Regelungen der Schulpflicht, die Beschulung von Flüchtlingen,
die Gestaltung der Curricula und des Unterrichts sowie die Vergabe von
Schulabschlüssen obliegen nach der föderativen Kompetenzordnung des
Grundgesetzes allein den Ländern. In der amtlichen Statistik liegen für ganz Deutschland
keine Informationen vor, insbesondere auch, weil das Merkmal „Flüchtling“ nicht
erhoben wird. Die Bundesregierung kann deshalb weder dazu noch zu einem
möglichen Handlungsbedarf in diesen Bereichen Angaben machen.
Zu Fragen der finanziellen Unterstützung der Länder durch den Bund wird auf
die Antwort zu Frage 21 verwiesen.
37. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, welche
Fördermaßnahmen für begleitete geflüchtete Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren
angeboten werden, die weder Schulpflicht noch einen Anspruch auf
Teilnahme an den Integrationskursen haben?
Zu entsprechenden Fördermaßnahmen auf Landes- oder kommunaler Ebene kann
die Bundesregierung keine Aussagen treffen.
Den Jugendlichen stehen – zum Teil in Abhängigkeit von Aufenthaltsstatus und
Voraufenthaltszeit – seitens des Bundes gesetzliche Leistungen und Maßnahmen
der Ausbildungs- und Arbeitsförderung offen. Die Fördermöglichkeiten wurden
in den letzten Monaten ausgeweitet. Zum Teil hat die Bundesagentur für Arbeit
auch spezielle Produkte für Flüchtlinge wie „Perspektiven für junge Flüchtlinge
(PerjuF)“ entwickelt. Diese Maßnahmen werden durch die Agenturen für Arbeit
und die Jobcenter je nach individuellem Bedarf angeboten.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit „Kultur
macht stark. Bündnisse für Bildung“ Maßnahmen der außerschulischen
kulturellen Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. An diesen
Maßnahmen können auch Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren mit Fluchterfahrung
teilnehmen. Es werden zudem Maßnahmen der kulturellen Bildung spezifisch für
junge Flüchtlinge angeboten. Darüber hinaus fördert das BMBF ab sofort im
Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ zusätzlich Maßnahmen für
junge Geflüchtete von 18 bis 26 Jahre, die nicht mehr der Schulpflicht
unterliegen.
Seit September 2015 fördert das BMFSFJ bis Ende 2017 das Modellprojekt
jmd2start im Rahmen der Jugendmigrationsdienste. Die Jugendmigrationsdienste
beraten und begleiten seit Jahrzehnten an mehr als 450 Standorten junge
Menschen von 12 bis 27 Jahren mit Migrationshintergrund, die ein gesichertes
Bleiberecht haben, am Übergang von Schule und Beruf. Im Rahmen des
Modellprojektes öffnen bundesweit 24 Standorte ihr Angebot auch für junge Flüchtlinge im
Asylverfahren oder mit Duldung zu Fragen der Fortsetzung oder Aufnahme des
Schulbesuchs, Besuch eines Sprachkurses, zur Auswahl oder Aufnahme einer
Ausbildung oder ihren Chancen und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Dabei
soll das Projekt auch aufzeigen, welche besonderen Probleme, Aufgaben und
Notwendigkeiten sich in diesen Beratungs- und Begleitungsprozessen ergeben
und wie die Arbeit weiter zu qualifizieren ist. Knapp ein Viertel der im
zweiten Quartal 2016 beratenen rund 2 200 Flüchtlinge war zwischen 15 und 18 Jahre
alt.
38. Wird die Bundesregierung die Bundesländer bei der Einstellung von 14 000
zusätzlichen Lehrkräften, auf Empfehlung des Berichts „Bildung in
Deutschland 2016“ (
www.bildungsbericht.de/de/nationaler-bildungsbericht),
unterstützen, um den neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern gerecht zu
werden?
Wenn nein, warum nicht?
39. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie lange es dauert,
bis begleitete geflüchtete Jugendliche und junge Volljährige Berufsschulen
besuchen dürfen (bitte nach Bundesländern, Herkunftsländern, Alter und
Geschlecht aufschlüsseln)?
Wenn keine Kenntnisse vorliegen, wie und bis wann plant die
Bundesregierung, diese Zahlen zu erheben?
Die Fragen 38 und 39 werden im Zusammenhang beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 25 bis 36 verwiesen.
40. Welche Anstrengungen unternimmt die Bundesregierung auf der Basis ihrer
Kompetenz aus Artikel 91b Absatz 2 GG, um durch Bildungsforschung
wissenschaftliche Erkenntnisse aus den jetzigen, oft ad hoc entwickelten
Bildungsangeboten für geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
zu gewinnen, um so mittel- und langfristig aus den Erfahrungen zu lernen
und Bildungsangebote zu verbessern bzw. die dazu notwendigen
Erkenntnisse vorzulegen?
Im Rahmen seiner Kompetenz für Forschung trägt das BMBF dazu bei, das
Wissen über die Bildungsintegration von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen zu erweitern. So nimmt z. B. eine vom Leibniz-Institut für
Bildungsverläufe e. V. durchgeführte Studie die Übergänge von der frühen Bildung in die
Grundschule und von der Schule in die berufliche Ausbildung auch mit dem Ziel
in den Blick, besser zu verstehen, welche Faktoren zum Gelingen von Integration
durch Bildung beitragen.
Im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift
(BiSS)“ fördert das BMBF Untersuchungen zum Deutscherwerb von neu
zugewanderten Kindern und Jugendlichen im Bildungswesen. Ferner unterstützt es im
Rahmen der Initiative den fachlichen Austausch von Wissenschaft,
Administration und Schulpraxis zur konzeptionellen Weiterentwicklung von
Sprachbildungs- und Sprachfördermaßnahmen für Seiteneinsteigerinnen und
Seiteneinsteiger in das deutsche Schulsystem.
41. Welche Gespräche führt die Bundesregierung mit der
Kultusministerkonferenz, um eine Strategie für die mittel- und langfristige Sicherstellung von
Integrationsangeboten durch Bildung zu entwickeln und umzusetzen?
Über das gemeinsame Konzept von Bund und Ländern für die erfolgreiche
Integration von Flüchtlingen hinaus ist in Bildungsfragen die Bundesregierung
unter Federführung des BMBF in einem kontinuierlichen Austausch mit der
Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
(KMK) und weiteren Fachministerkonferenzen, um ein koordiniertes und
abgestimmtes Handeln von Bund und Ländern, insbesondere in den Bereichen
„Frühkindliche Bildung“, „Berufsvorbereitung und berufliche Bildung“ sowie
„Hochschule“, zu gewährleisten.
42. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Anzahl traumatisierter
und psychisch kranker begleiteter geflüchteter Kinder, Jugendlicher und
junger Volljähriger in Deutschland?
43. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Anzahl chronisch
kranker und behinderter begleiteter geflüchteter Kinder, Jugendlicher und junger
Volljähriger in Deutschland?
44. Welche Probleme und Defizite sind der Bundesregierung bei der Versorgung
von psychisch oder chronisch kranken und behinderten begleiteten
geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen bekannt (bspw.
Angebote für traumatherapeutische Behandlungen bzw. Hilfsmittelversorgung
während des Asylverfahrens), und welche Schlussfolgerungen zieht sie
daraus?
45. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die
Gesundheitsversorgung von begleiteten geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen
Volljährigen in Ausreisezentren für Asylbewerber mit geringer
Bleibeperspektive?
Wie wird sichergestellt, dass diese Kinder, Jugendlichen und jungen
Volljährigen, nach der UN-Kinderrechtskonvention, mit anderen in Deutschland
lebenden Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen gleich behandelt
werden?
Die Fragen 42 bis 45 werden im Zusammenhang beantwortet.
Die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen ist eine Aufgabe der Länder.
Dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) liegen keine Erkenntnisse über
die epidemiologische Lage bei minderjährigen Flüchtlingen vor. Allerdings
evaluiert das BMG in einem Modellprojekt mit der Universitätsklinik Münster die
dort eingerichtete kinder- und jugendpsychiatrische Flüchtlingsambulanz.
Hieraus gewonnene Erkenntnisse werden mit den zuständigen Landesbehörden und
mit den Fachkreisen diskutiert werden.
46. Sind bereits „kurzfristig aussagekräftige Daten“ aus den in der
Bundestagsdrucksache 18/7783 von der Bundesregierung angekündigten Monitoring-
und Datenerfassungsmechanismen und der Entwicklung von Indikatoren zur
Situation von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Frauen mit
Unterstützung durch UNICEF vorhanden, damit eine Grundlage geschaffen werden
kann für die effektive Verbesserung ihrer tatsächlichen Situation?
UNICEF führt ab Herbst 2016 eine partizipativ angelegte Bestandsaufnahme zu
Monitoringsystemen und -instrumenten in Bezug auf Kinderrechte und
Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften durch.
47. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele begleitet
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (begleitet von Familienangehörigen
aber nicht Sorgeberechtigen, z. B. Geschwistern oder Fremden) es gibt?
Werden diese gesondert erfasst (wie in der EU-Aufnahmerichtlinie
vorgesehen), und wird geprüft, ob die begleitende Person in der Lage ist, die
Vormundschaft zu übernehmen?
Die – vorläufige – Inobhutnahme von unbegleiteten Minderjährigen erfolgt auf
Basis des SGB VIII durch die Jugendämter in der Zuständigkeit der Länder.
Insoweit liegen der Bundesregierung hierzu keine Erkenntnisse vor. Im Rahmen der
Inobhutnahme nach § 42 Absatz 3 Satz 4 SGB VIII ist die Bestellung eines
Vormunds zu veranlassen. Die Auswahl des Vormunds erfolgt durch das
Familiengericht und richtet sich nach § 1779 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Bei
der Auswahl unter mehreren geeigneten Personen sind nach § 1779 Absatz 2
Satz 2 BGB der mutmaßliche Wille der Eltern, die persönlichen Bindungen des
Mündels, die Verwandtschaft oder Schwägerschaft mit dem Mündel sowie das
religiöse Bekenntnis des Mündels zu berücksichtigen.
Auch die den minderjährigen Flüchtling begleitende Person kommt als Vormund
in Betracht. Die Geeignetheit der in Frage stehenden Person ist auch bei
Vorliegen eines Verwandtschaftsverhältnisses oder sonstigen Vertrauensverhältnisses
einzelfallbezogen und angemessen zu prüfen.
48. Wie begründet es die Bundesregierung, dass die Anhörung von
Minderjährigen, die im Familienverband sind, vor dem Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge (BAMF) über ihre eigenen Fluchtgründe im Asylverfahren
lediglich optional ist?
Wovon ist es abhängig, ob Minderjährige, die im Familienverband sind, über
ihre eigenen Fluchtgründe angehört werden oder nicht?
Ob Kinder und Jugendliche, die zusammen mit ihren Eltern eingereist sind,
angehört werden, beurteilt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stets im
Einzelfall. Das Kindeswohl ist dabei oberstes Gebot (vgl. auch Artikel 3 UN-
Kinderrechtskonvention). Damit wird der besonderen Verletzlichkeit minderjähriger
Asylbewerber Rechnung getragen. Sie werden mit der Stresssituation einer
Anhörung nur belastet werden, wenn dies für die Entscheidung über ihren
Asylantrag auch erforderlich ist.
Der zuständige Entscheider beurteilt im Einzelfall aufgrund der im Verfahren und
aus der Anhörung der Eltern vorliegenden Informationen und Hinweise, ob eine
Anhörung des Kindes oder Jugendlichen erforderlich ist. Ergibt sich aus der von
den Eltern geschilderten Verfolgungssituation nicht direkt ein Bezug auf ein
Verfolgungsgeschehen, das die Kinder erlebt haben, werden die Eltern auch
ausdrücklich gefragt, ob für ihre Kinder eigene Fluchtgründe vorliegen. Zu
berücksichtigen ist ebenso, ob die Anhörung aufgrund des Alters, Wissensstandes und
Reifegrades des Kindes erfolgversprechend erscheint. Ein Entscheider wird die
Anhörung in der Regel dann für erforderlich halten, wenn bei einem
Minderjährigen eigene Fluchtgründe vorliegen.
Ein Minderjähriger kann auch selbst den Wunsch äußern, angehört zu werden.
Eine Anhörung hat stets zu erfolgen, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass die
Eltern als Täter oder Beteiligte infrage kommen (z. B. bei eventueller
Zwangsverheiratung oder häuslicher Gewalt) oder wenn anderweitige Hinweise auf einen
Missbrauch des Kindes oder Probleme in der Familie (z. B. sichtbare
Verwahrlosung des Kindes, erkennbare psychische Defizite), vorliegen. Ggf. ist das
Jugendamt einzuschalten. In diesen Fällen sind die Eltern von der Anhörung
auszuschließen. Die Anhörung ist kindgerecht durchzuführen.
49. Wird die Bundesregierung sich dafür einsetzen, dass beim BAMF Verfahren
geschaffen werden, um Flüchtlingskinder, die im Familienverband einreisen,
altersgerecht zu hören und zu beteiligen?
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge führt die Anhörungen von Kindern
und Jugendlichen stets altersgerecht durch. In welchem Umfang eine Anpassung
der Anhörung an die Bedürfnisse des Antragstellers erforderlich ist, beurteilt der
anhörende Entscheider im Einzelfall nach dem Alter und Reifegrad des
jeweiligen Kindes oder Jugendlichen. Gemäß der Verpflichtung aus Artikel 3 der UN-
Kinderrechtskonvention wird zudem bei der Anhörung im Asylverfahren das
Wohl des Kindes stets vorrangig berücksichtigt. Im Übrigen wird auf die Antwort
zu Frage 48 verwiesen.
50. Wird die Bundesregierung sich dafür einsetzen, dass während der
Anhörungen der Eltern eine Kinderbetreuung vorgehalten wird?
Nein.
51. Plant die Bundesregierung, das Vorliegen kinderspezifischer
Verfolgungsgründe stärker als bisher in der Beurteilung über die Gewährung eines
Schutzstatus durch das BAMF oder durch die Verwaltungsgerichte zu
berücksichtigen?
Bei der Entscheidung über einen Asylantrag berücksichtigt das BAMF stets
vollumfänglich alle vorgetragenen Verfolgungsgründe.
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ISSN 0722-8333]