Fachkräftemangel und Fachkräftesicherung in ländlichen Räumen
der Abgeordneten Markus Tressel, Dr. Thomas Gambke, Luise Amtsberg, Harald Ebner, Matthias Gastel, Stephan Kühn (Dresden), Brigitte Pothmer, Tabea Rößner, Dr. Valerie Wilms und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wichtigster Faktor, damit Unternehmen in ländlichen Regionen ihr Potential entfalten kann, sind gut ausgebildete Fachkräfte. Für Betriebe bestimmter Branchen ist der Fachkräftemangel laut „Blickpunkt Arbeitsmarkt – Fachkräfteengpassanalyse“ der Bundesagentur für Arbeit vom Dezember 2016 bereits ein Problem.
Besonders in strukturschwachen, peripher gelegenen ländlichen und schrumpfenden Regionen ist es eine Herausforderung, Fachkräfte zu werben und erfolgreich zu binden. Neben harten Standortfaktoren wie schnellem Internet, der Verkehrsanbindung oder der Nähe zum Absatzmarkt werden weiche Standortfaktoren wie die Attraktivität der Region, das Freizeit- und Kulturangebot oder die Wohnqualität auch für Unternehmen daher immer wichtiger.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen19
Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl gemeldeter offener Stellen und offener Ausbildungsplätze und die Zahl der Arbeitslosen, beziehungsweise Ausbildungsplatzsuchenden sowie die Vakanzzeit einer unbesetzten Stelle im Bundesgebiet seit dem Jahr 2000 entwickelt (bitte pro Jahr und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl gemeldeter offener Stellen und offener Ausbildungsplätze und die Zahl der Arbeitslosen, beziehungsweise Ausbildungsplatzsuchenden, sowie die Vakanzzeit einer unbesetzten Stelle im ländlichen im Vergleich zum halbstädtischen und städtischen Raum seit dem Jahr 2000 entwickelt?
Welche Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschlüsse sind nach Kenntnis der Bundesregierung besonders von Fachkräfteengpässen und Fachkräftemangel betroffen (bitte mit Begründung)? Welche Definition von Fachkräfteengpass und Fachkräftemangel legt die Bundesregierung hierbei zugrunde?
In welchen Regionen gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit Fachkräfteengpässe sowie bereits akuten Fachkräftemangel (bitte auch aufgeschlüsselt nach Bundesländern, nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss beantworten)?
Welche Regionen des ländlichen Raums sind nach Kenntnis der Bundesregierung besonders von Fachkräftemangel betroffen, und welche Gründe macht die Bundesregierung dafür verantwortlich (bitte aufschlüsseln)?
In welchen Regionen des ländlichen Raums ist der Fachkräftemangel seit dem Jahr 2000 nach Kenntnis der Bundesregierung am stärksten angestiegen (bitte nach Ländern und Landkreisen, oder anderen geeigneten Gebietskörperschaften aufschlüsseln)?
Welche harten Standortfaktoren wie Verkehrsanbindung, Nähe zu Absatzmärkten, Kaufkraft, Fachkräfte, Grundstücks- oder Lohnkosten haben nach Kenntnis der Bundesregierung besonderen Einfluss auf die Fachkräftesituation in einer Region, und mit welchen Vor- und Nachteilen müssen besonders ländliche Regionen diesbezüglich umgehen (bitte mit Begründung)?
Welche weichen Standortfaktoren wie Wohnumfeld, Umweltqualität, Bildungs-, Erholungs-, Einkaufs- und Kulturangebot haben nach Kenntnis der Bundesregierung besonderen Einfluss auf die Fachkräftesituation in einer Region, und mit welchen Vor- und Nachteilen müssen besonders ländliche Regionen diesbezüglich umgehen (bitte mit Begründung)?
Wie wird sich der Einfluss der harten und weichen Standortfaktoren auf die Attraktivität einer Region für Unternehmen und Fachkräfte nach Kenntnis der Bundesregierung in den kommenden fünf Jahren verändern (bitte mit Begründung)?
Welche ländlichen, halbstädtischen und städtischen Regionen verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung über besonders nachteilige harte und weiche Standortfaktoren (bitte aufgeschlüsselt nach harten und weichen Standortfaktoren und mit Begründung beantworten), und welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung im Hinblick auf die Förderung und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft?
Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung im Hinblick auf die Förderung und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft (bitte nach verantwortlichen Fachministerien und ggf. Bundesländern aufschlüsseln)?
Welchen Einfluss hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Digitalisierung auf die Fachkräftesituation (bitte nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)?
Welchen Einfluss hat nach Kenntnis der Bundesregierung der demografische Wandel und Abwanderung auf die Fachkräftesituation (bitte nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)?
Welchen Einfluss hat nach Kenntnis der Bundesregierung die gestiegene individuelle Mobilität auf die Fachkräftesituation (bitte nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)?
Welchen Einfluss hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Migration von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern auf die Fachkräftesituation (bitte nach Bundesländern und nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)? Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in den ländlichen Arbeitsmarkt zu integrieren?
Welchen Einfluss hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Migration von Bürgerinnen und Bürgern aus Drittstaaten auf die Fachkräftesituation (bitte auch nach Bundesländern und nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)? Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um sie in den ländlichen Arbeitsmarkt zu integrieren?
Welchen Einfluss erwartet die Bundesregierung durch die Migration von Geflüchteten auf die Fachkräftesituation bestimmter Branchen und bestimmter Regionen? Wie fördert die Bundesregierung ihre Integration in die regionalen Arbeitsmärkte und die Branchen, die von Fachkräftemangel betroffen sind?
Welche volkswirtschaftlichen Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung durch unbesetzte Stellen (bitte auch nach Bundesländern, nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)?
Welche betriebswirtschaftlichen Kosten entstehen den Unternehmen nach Kenntnis der Bundesregierung durch unbesetzte Stellen (bitte auch nach Bundesländern, nach städtischen, halbstädtischen und ländlichen Regionen sowie nach Branchen, Berufsgruppen und Bildungsabschluss aufschlüsseln)?