Umfassende und wirksame Bekämpfung der Fehlernährung in Deutschland
der Abgeordneten Julia Klöckner, Ursula Heinen, Annette Widmann-Mauz, Peter H. Carstensen (Nordstrand), Marlene Mortler, Artur Auernhammer, Peter Bleser, Gitta Connemann, Ingrid Fischbach, Gerda Hasselfeldt, Helmut Heiderich, Uda Carmen Freia Heller, Dr. Peter Jahr, Bernhard Schulte-Drüggelte, Kurt Segner, Jochen Borchert, Cajus Julius Caesar, Hubert Deittert, Thomas Dörflinger, Susanne Jaffke, Heinrich-Wilhelm Ronsöhr, Dr. Klaus Rose, Norbert Schindler, Georg Schirmbeck, Max Straubinger, Volkmar Uwe Vogel und der Fraktion der CDU/CSU
Vorbemerkung
Das Haupternährungsproblem der Bevölkerung in Deutschland und anderen hochzivilisierten Staaten stellt die Überernährung dar. Mangelernährung als endemischer Faktor ist zwar grundsätzlich eher ein Problem in Entwicklungsländern. Es gibt jedoch auch bei uns Bevölkerungsteile, die von Mangelernährung betroffen sind. Dieser Risikofaktor wird häufig zu wenig beachtet und zieht sowohl für die betroffenen Personen als auch für das Gesundheitssystem und damit für die gesamte Gesellschaft wesentliche Konsequenzen nach sich.
Auch die Ernährungspolitik der Bundesregierung zielt bislang ausschließlich auf das Phänomen der Überernährung und der Adipositas ab.
Mangel- und Unterernährung werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Jedoch gibt es unter Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren sowie unter Menschen im Alter über 75 Jahre eine Vielzahl von Untergewichtigen und Mangelernährten. Der Risikofaktor Unter- bzw. Mangelernährung wird häufig zu wenig beachtet und zieht sowohl für die betroffenen Personen als auch für das Gesundheitssystem und damit für die gesamte Gesellschaft wesentliche Konsequenzen nach sich.
Dauerhafte Mangel- und Unterernährung fördern in vielfacher Weise Erkrankungen des Organismus, sie verlängern die Erkrankungsdauer und erschweren die Behandlungen bzw. führen zu vermehrten Komplikationen im Verlauf. Damit steigern sie sowohl die direkten Kosten im Gesundheitswesen als auch die aus vorzeitigen Sterbefällen, verkürzter Lebensdauer und Produktivitätsausfällen resultierenden indirekten Kosten.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen31
Wie hoch ist die Zahl der Menschen in Deutschland, die unter Mangelernährung leiden?
Welchen Platz nimmt Deutschland in Bezug auf die Zahl der unter Mangelernährung leidenden Menschen im internationalen Vergleich unter den Ländern der westlichen Welt ein?
Wie hoch ist die Zahl der Menschen in Deutschland, die unter Unterernährung leiden?
Welchen Platz nimmt Deutschland in Bezug auf die Zahl der unter Unterernährung leidenden Menschen im internationalen Vergleich unter den Ländern der westlichen Welt ein?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung bezüglich der Körpermaße der Bevölkerung in Deutschland, einschließlich des Body-Mass-Indexes?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung in Bezug auf diese Körpermaße sowie mögliche Mangel- oder Unterernährung innerhalb der verschiedenen Altersgruppen?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung in Bezug auf diese Körpermaße sowie mögliche Mangel- oder Unterernährung im Unterschied der Geschlechter, sowohl bei Männern und Frauen als auch bei Jungen und Mädchen?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung in Bezug auf diese Körpermaße sowie mögliche Mangel- oder Unterernährung innerhalb der verschiedenen Einkommensgruppen?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zu den Symptomen von Mangel- und Unterernährung?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die physischen und psychischen Folgen bei den von Mangel- und Unterernährung Betroffenen?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die gesamtgesellschaftlichen Folgen von Mangel- und Unterernährung?
Wie erklärt die Bundesregierung den Umstand, dass es in einem Wohlstandsland wie Deutschland Mangel- und Unterernährung gibt?
Gibt es nach den Erkenntnissen der Bundesregierung Bevölkerungsgruppen, die besonders von Mangel- und Unterernährung betroffen bzw. bedroht sind?
Worin liegen die Ursachen für Mangelernährung in Deutschland?
Worin liegen die Ursachen für Unterernährung in Deutschland?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über Essstörungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Zusammenhang bestimmter Krankheiten wie Krebs, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Lungenerkrankungen oder HIV/AIDS und Mangel- oder Unterernährung?
Welchen Zusammenhang sieht die Bundesregierung zwischen der Mangel- und Unterernährung in Teilen der Bevölkerung und dem durch die Medien verbreiteten Schönheitsideal, extrem schlank zu sein?
Zu welcher Einschätzung bezüglich der ernährungsmedizinischen Versorgung in Deutschland kommt die Bundesregierung im internationalen Vergleich mit den Ländern der westlichen Welt?
Welchen Stellenwert misst die Bundesregierung der Diät- und Ernährungsberatung zu?
Sind neben dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung weitere Bundesministerien mit der Thematik der Mangel- und Unterernährung betraut?
Welches Ressort ist federführend für Mangel- und Unterernährung zuständig?
Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung unternommen, um eine Koordination aller beteiligten Ressorts sicherzustellen?
Welche konkrete Zusammenarbeit besteht zwischen der Bundesregierung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.?
Welche konkrete Zusammenarbeit besteht zwischen der Bundesregierung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.?
Welche konkrete Zusammenarbeit besteht zwischen der Bundesregierung und der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V.?
Was unternimmt die Bundesregierung, um die ernährungsmedizinische Versorgung in Deutschland zu fördern?
Welche finanziellen und personellen Mittel stellt die Bundesregierung für die Aufklärungsarbeit zu Mangel- und Unterernährung zur Verfügung?
Was hat die Bundesregierung in den vergangenen zwei Jahren unternommen, um die Diät- und Ernährungsberatung in Deutschland zu fördern?
Was unternimmt die Bundesregierung, um die Diät- und Ernährungsberatung in Deutschland zu verbessern?
Was unternimmt die Bundesregierung, um die in der Entschließung des Europarates zur ernährungsmedizinischen Versorgung im Krankenhaus festgelegten Handlungsvorgaben umzusetzen?