Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 13/10087
13. Wahlperiode
09. 03. 98
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Elke Ferner, Gerd Andres, Hermann
Bachmaier, Klaus Barthel, Rudolf Bindig, Hans Büttner (Ingolstadt), Edelgard
Bulmahn, Marion Caspers-Merk, Peter Conradi, Ludwig Eich, Gernot Erler, Annette
Faße, Gabriele Fograscher, Eva Folta, Monika Ganseforth, Günter Graf (Friesoythe),
Angelika Graf (Rosenheim), Klaus Hagemann, Dr. Liesel Hartenstein, Klaus
Hasenfratz, Dr. Ingomar Hauchler, Uwe Hiksch, Reinhold Hiller (Lübeck), Brunhilde
Irber, Gabriele Iwersen, Jann-Peter Janssen, Klaus Kirschner, Fritz Rudolf Körper,
Nicolette Kressl, Horst Kubatschka, Konrad Kunick, Brigi tte Lange, Detlev von
Larcher, Christa Lörcher, Ulrike Mascher, Heide Mattischeck, Dr. Jürgen Meyer
(Ulm), Ursula Mogg, Jutta Mü ller (Völklingen), Dr. Edith Niehuis, Doris Odendahl,
Günter Oesinghaus, Kurt Palis, Dr. Martin Pfaff, Dr. Eckhart Pick, Karin Rehbock
-Zureich, Reinhold Robbe, Dr. Hansjörg Schäfer, Siegfried Scheffler, Horst
Schmidbauer (Nürnberg), Heinz Schmitt (Berg), Dietmar Schütz (Oldenburg),
Dr. Angelica Schwall-Düren, Horst Sielaff, Erika Simm, Ludwig Stiegler, Joachim
Tappe, Jella Teuchner, Uta Titze-Stecher, Siegfried Vergin, Günter Verheugen, Ute
Vogt (Pforzheim), Hans Georg Wagner, Dr. Konstanze Wegner, Matthias Weisheit,
Gert Weisskirchen (Wiesloch), Lydia Westrich, Berthold Wittich, Hanna Wolf
(München), Heidemarie Wright
- Drucksache 13/9835 -
Ausbau des Schienenwegenetzes des Bundes im Jahre 1997 und Planungen
für das Jahr 1998
Angesichts der erneuten Kürzung der Haushaltsmittel für den Neu- und
Ausbau der Schienenwege im Haushalt des Bundesministeriums für
Verkehr für das Jahr 1998 und angesichts der zahlreichen
Umschichtungsmöglichkeiten vom Schienenbaukapitel in das Kapitel Aus- und
Neubau von Bundesfernstraßen besteht aktueller Informationsbedarf
des Deutschen Bundestages über die bis Ende 1997 tatsächlich erreichte
Umsetzung des Dreijahresplans Schiene und die für 1998 geplanten
Umsetzungsschritte.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 5. März
1998 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich - in kleinerer Schrifttype - den Fragetext.
Vorbemerkung
Der Haushaltsplan des Bundes für das Jahr 1998 weist für
Investitionen in die Schieneninfrastruktur 6 700 Mio. DM aus. Die
Rückführung gegenüber der Finanzplanung ist durch die
Umstellung der Finanzierung von Schieneninfrastrukturinvestitionen
ab dem Jahr 1998 begründet. Danach werden vorrangig im
Bundesinteresse liegende Bedarfsplanvorhaben (Neu- und
Ausbaustrecken) laut Anlage 1 zum Gesetz über den Ausbau der
Schienenwege des Bundes (Bundesschienenwegeausbaugesetz -
BSchwAG) vom Bund ausschließlich mit nicht rückzahlbaren
Baukostenzuschüssen finanziert. Investitionen ins Bestandsnetz
finanziert der Bund anteilig in Form zinsloser Darlehen. Die
Deutsche Bahn AG beteiligt sich an diesen Investitionen mit
Eigenmitteln.
Die Rückführung der investiven Bundesmitteln um 500 Mio. DM
wirkt sich nicht auf das Gesamtinvestitionsniveau aus, da die
Deutsche Bahn AG gleichzeitig - für sie belastungsneutral - die
Eigenmittel entsprechend erhöht. Die Erhöhung der Eigenmittel
erfolgt genau in dem Umfang, in dem der Deutsche Bahn AG
durch die teilweise Umstellung der Bundesmittel von zinslosen
Darlehen auf Baukostenzuschüsse spätere Tilgungen an den Bund
erspart bleiben.
Das für das Jahr 1998 vorgesehene Gesamtinvestitionsniveau von
8,9 Mrd. DM (Bundesmittel: 6,7 Mrd. DM; Deutsche Bahn AG:
2,2 Mrd. DM) bleibt damit auch nach der Umstellung der
Finanzierung von Schieneninfrastrukturinvestitionen in der Summe
unverändert erhalten.
Umschichtungsmöglichkeiten innerhalb des Einzelplans 12 vom
Kapitel 12 22 (Eisenbahnen des Bundes) zum Kapitel 12 10
(Bundesfernstraßen) bestehen nicht. Jedoch werden zukünftig
Maßnahmen nach den §§ 3, 13 Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKrG;
Staatsdrittel) - zusätzlich zu den Finanzierungen aus dem Kapitel
12 10 (Bundesfernstraßen) - mit im Höchstfall bis zu 200 Mio. DM
investiven Bundesmitteln aus dem Kapitel 12 22 (Eisenbahnen des
Bundes) finanziert. Zeitliche Verzögerungen bei Investitionen in
die Schienenwege durch Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen sind
daher zukünftig bundesseitig ausgeschlossen.
1. In welcher Höhe sind Haushaltsmittel im Jahre 1997 für jedes
einzelne der 63 Projekte des Dreijahresplans abgerufen worden, und
welchen Anteil daran haben jeweils zinslose Darlehen des Bundes
nach Titel 861 01-832, Baukostenzuschüsse des Bundes nach Titel
891 01-832 und Beiträge des Bundes an die DB AG zur Nachholung
von Investitionen in das Sachanlagevermögen im Bereich der
ehemaligen Deutschen Reichsbahn nach Titel 891 02-832?
Seit der zweiten Februarwoche ordnet die Deutsche Bahn AG die
im Jahr 1997 in Anspruch genommenen Bundesmittel und
eingesetzten Eigenmittel projektbezogen zu. Dies ist bei
Privatunternehmen üblich und hängt damit zusammen, daß bis Ende Januar
1998 noch das Jahr 1997 betreffende Geschäftsbuchungen erfolgt
sind. Angaben zur Inanspruchnahme der investiven Bundesmittel
für die Verkehrsprojekte des „Dreijahresplanes für den Ausbau
des Schienenwegenetzes des Bundes in den Jahren 1995 bis
1997" (kurz: Dreijahresplan) werden daher erst im März vorliegen.
Einzelheiten werden sich insoweit aus dem „Bericht zum Ausbau
der Schienenwege 1998" ergeben, der dem Parlament gemäß § 7
BSchwAG vorzulegen ist.
2. In welcher Höhe sind Haushaltsmittel, jeweils aufgeteilt nach den in
Frage 1 genannten Haushaltstiteln, im Jahr 1998 für jedes einzelne
der im Dreijahresplan vorgesehenen 63 Projekte eingeplant?
Aus der nachstehenden Übersicht 1 sind die nach einer von der
Deutsche Bahn AG letztmals im Januar aktualisierten
Ausgabenplanung vorgesehenen projektbezogenen Investitionen im Jahr
1998 ersichtlich. Bei den Angaben handelt es sich um Plandaten,
von denen, da Bauprojekte in ihren komplexen Planungs- und
Durchführungsphasen vielfältigen Einflüssen ausgesetzt sind, im
Jahresverlauf ggf. abgewichen wird. Eine weitergehende
Aufteilung der veranschlagten Bundesleistungen in Baukostenzuschüsse
und zinslose Darlehen nach § 8 BSchwAG sowie
Baukostenzuschüsse nach § 22 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes über die Gründung
einer Deutsche Bahn Aktiengesellschaft (Deutsche Bahn
Gründungsgesetz - DBGrG) sieht die Planung daher auch nicht vor.
Übersicht 1: Investitionen mit Bundesmitteln in die
Verkehrsprojekte des Dreijahresplanes (Angaben lt. Deutsche
Bahn AG)
Lfd.
Nr.
Strecke/Projekt des Dreijahresplanes Soll
1998
Mio. DM
1 ABS Lübeck/Hagenow Land - Stralsund, VDE 1 67
2 ABS Hamburg - Büchen - Berlin, VDE 2 136
3 ABS Uelzen - Stendal, VDE 3 50
4 ABS/NBS Hannover - Berlin, VDE 4 489
5 ABS Helmstedt - Berlin, VDE 5 19
6 ABS Eichenberg - Halle, VDE 6 3
7 ABS Bebra - Erfurt , VDE 7 46
8 ABS/NBS Nürnberg - Erfurt , VDE 8.1 216
9 ABS/NBS Erfurt-Halle/Leipzig, VDE 8.2 90
10 ABS Berlin - Halle/Leipzig, VDE 8.3 226
11 ABS Leipzig - Dresden, VDE 9 85
12 NBS Hannover - Würzburg 12
13 NBS Köln - Rhein/Main 960
14 ABS/NBS Karlsruhe - Basel 90
15 ABS/NBS Stuttgart - Augsburg 10
16 NBS Mannheim - Stuttga rt **)
17 ABS/NBS Nürnberg - München *)
18 ABS Karlsruhe - Stuttga rt - Nürnberg - Dresden/Leipzig 233
19 ABS Berlin - Dresden 18
20 ABS/NBS Hanau - Nantenb./Würzburg - Iphofen 4
21 ABS München - Mühldorf - Freilassing 6
22 ABS Dortmund - Paderborn - Kassel 83
23 ABS Gr. - Emmerich - Oberhausen 9
24 ABS Hochstadt - Marktzeuln - Camburg 62
25 ABS Augsburg - München 46
26 ABS Saarbrücken - Ludwigshafen, Kehl - Appenweier 33
27 ABS H-Harburg - H-Rothenburgsort 40
28 ABS Fulda - Frankfurt (M.) 3
29 ABS Mainz - Mannheim 56
Lfd.
Nr.
Strecke/Projekt des Dreijahresplanes Soll
1998
Mio. DM
30 ABS Köln - Aachen 40
31 ABS Frankfurt (M.) - Mannheim 12
32 ABS Pinneberg - Elmshorn 1
33 ABS Iphofen - Nürnberg 27
34 ABS Langwedel - Uelzen, Oldenburg - Wilhelmshaven 5
35 ABS Paderborn - Kassel - Chemnitz, 1. Stufe 40
36 ABS Hof - Plauen **)
37 zweigleisiger Ausbau Abzweig Warnowbrücke/Ost 10
38 ABS Bad Harzburg - Stapelburg **)
39 ABS München - Rosenheim - Kiefersfelden 9
40 ABS Berlin - Frankfurt (O.) - Gr. D/PL 17
41 Knoten Berlin: Nord-Süd-Verbindung 597
42 Knoten Berlin: Berliner Innenring 50
43 Knoten Berlin: Staaken - Friedrichstraße 176
44 Knoten Berlin: Friedrichstraße - Hbf 64
45 Knoten Berlin: B. - Südkreuz - Blankenfelde 1
46 Knoten Berlin: B. - Südkreuz - Ludwigsfelde 17
47 Knoten Berlin: Nauen - Spandau 20
48 Knoten Berlin: Umbau Ostkreuz 5
49 Knoten Berlin: Nordkreuz - Karow 10
50 Knoten Berlin: Baumschulenweg **)
51 Knoten Halle/Leipzig 8
52 Knoten Magdeburg 17
53 Knoten Erfurt 23
54 Knoten Dresden 18
55 Knoten Hannover 35
56 Nei-Tech-Projekte 94
57 ABS (Überhang BVWP '85) ***)
58 KLV 171
59 Rbf, 1. u. 2. Stufe (ABL) 50
60 CIR-ELKE Pilot 56
61 Telekommunikation (Lückenschlüsse) 0
62 übrige Planungen Bedarfsplan ***)
63 SPNV-Vorhaben (reine Nahverkehrvorhaben) 526
*) Private Vorfinanzierungen.
**) Vorhaben abgeschlossen.
***) Geringe Restraten, nicht einzeln erfaßt.
Darüber hinaus stellt der Bund anteilig Bundesmittel für
Investitionen in das Bestandsnetz zur Verfügung.
3. Für welches der 63 Projekte und in welcher Höhe sind nach den
Absprachen zwischen dem Bundesminister für Verkehr, dem
Bundesminister der Finanzen und der DB AG im Jahre 1997 Eigenmittel der
DB AG eingesetzt worden?
Über den Einsatz dieser Eigenbeiträge hat die Deutsche Bahn AG
dem Bundesministerium für Verkehr vereinbarungsgemäß bis
zum 30. Juni 1998 zu berichten, so daß derzeit noch keine
vorhabenbezogenen Aussagen möglich sind.
4. Für welches der 63 Projekte und in welcher Höhe sind nach der in
Frage 3 genannten Absprache Eigenmittel der DB AG im Jahr 1998
vorgesehen?
Im Jahr 1998 beabsichtigt die Deutsche Bahn AG Eigenmittel im
Umfang von 2,2 Mrd. DM für Investitionen in die Schieneninfra-
Struktur beizubringen. Sie wird diese Mittel schwerpunktmäßig
im Bestandsnetz einsetzen.
5. Für welches der 63 Projekte des Dreijahresplans sind bis zum 1.
Februar 1998 bereits Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen
worden?
Übersicht 2: Abgeschlossene Finanzierungsvereinbarungen für
Verkehrsprojekte des Dreijahresplans (teilweise zu
Baustufen)
Lfd. Nr. Strecke/Projekt des Dreijahresplans
4 ABS/NBS Hannover - Berlin, VDE 4
8 ABS/NBS Nürnberg - Erfurt, VDE 8.1
9 ABS/NBS Erfu rt-Halle/Leipzig, VDE 8.2
13 NBS Köln - Rhein/Main
17 ABS/NBS Nürnberg - Ingolstadt - München
18 ABS Karlsruhe - Stuttgart - Nürnberg - Dresden/Leipzig
25 ABS Augsburg - München
35 ABS Paderborn - ... - Chemnitz
38 ABS Bad Harzburg - Stapelburg
41 Knoten Berlin: Nord-Süd-Verbindung
45 Knoten Berlin: B. - Südkreuz - Blankenfelde
46 Knoten Berlin: B. - Südkreuz - Ludwigsfelde
53 Knoten Erfurt
54 Knoten Dresden
55 Knoten Hannover
58 KLV
63 SPNV-Vorhaben (reine Nahverkehrsvorhaben)
Daneben werden weitere Projekte des Dreijahresplans auf der
Grundlage einer vorläufigen vertraglichen Regelung finanziert
(s. Antwort zu Frage 7; Übersicht 3).
6. Wie ist bei den bereits abgeschlossenen
Finanzierungsvereinbarungen die Verteilung der Bundesmittel (unterteilt nach zinslosen
Darlehen und Baukostenzuschüssen) und Eigenmittel der DB AG
geregelt?
Die in der Vorbemerkung dargestellte Umstellung der
Finanzierung von Investitionen in die Schieneninfrastruktur wirkt auch auf
die bereits abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen.
Danach werden alle Bedarfsplanvorhaben entsprechend der
Anlage 1 zum BSchwAG (größtenteils deckungsgleich mit dem
Dreijahresplan) ab dem 1. Januar 1998 zu 100 % mit nicht
rückzahlbaren Baukostenzuschüssen nach BSchwAG/DBGrG vom
Bund finanziert. Der Einsatz der Eigenmittel der Deutsche Bahn
AG erfolgt schwerpunktmäßig im Bestandsnetz (s. Antwort zu
Frage 3).
7. Für welches der Projekte des Dreijahresplans, für die bis zum 1.
Februar 1998 noch keine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen
worden ist, ist der Abschluß einer solchen Vereinbarung nach
Einschätzung der Bundesregierung im Jahr 1998 zu erwarten?
Vorrangig sollen für bereits laufende - sogenannte
fortzuführende - Verkehrsprojekte, die bisher auf Grundlage vorläufiger
vertraglicher Regelungen finanziert werden, endgültige
Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen werden. Aus der
nachfolgenden Übersicht 3 sind diese Vorhaben ersichtlich:
Übersicht 3: Verkehrsprojekte des Drei-/Fünfjahresplans, für die
der Abschluß einer Finanzierungsvereinbarung
vorrangig - noch im Jahr 1998 - vorgesehen ist
Lfd. Nr. Strecke/Projekt des Drei-/Fünfjahresplans
1 ABS Lübeck/Hagenow Land - Stalsund, VDE 1
2 ABS Hamburg - Büchen - Berlin, VDE 2
3 ABS Uelzen - Stendal, VDE 3
5 ABS Helmstedt - Berlin, VDE 5
7 ABS Bebra - Erfu rt , VDE 7
10 ABS Berlin - Halle/Leipzig VDE 8.3
11 ABS Leipzig - Dresden, VDE 9
12 NBS Hannover - Würzburg
14 ABS/NBS Karls ruhe - Basel
22 ABS Dortmund - Paderborn - Kassel
24 ABS Hochstadt - Marktzeuln - Camburg
26 ABS Saarbrücken - Ludwigshafen, Kehl - Appenweier
27 ABS H-Harburg - H-Rothenburgsort
29 ABS Mainz - Mannheim
30 ABS Köln - Aachen
31 ABS Frankfurt (M.) - Mannheim
33 ABS Iphofen - Nürnberg
42 Knoten Berlin: Berliner Innenring
43 Knoten Berlin: Staaken - Friedrichstraße
44 Knoten Berlin: Friedrichstraße - Hbf
47 Knoten Berlin: Nauen - Spandau
60 CIR-ELKE Pilot
Darüber hinaus wird angestrebt, die Vorgaben des
Fünfjahresplans 1998 bis 2002 umzusetzen und dementsprechend in den
nächsten Jahren weitere Finanzierungsvereinbarungen
abzuschließen.]