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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Herbizidresistenz von Pflanzen durch gentechnische Manipulation (G-SIG: 12010648)

Entwicklung von Nutzpflanzen bei der Firma Schering, die gegen den Wirkstoff Phenmedipham des Herbizids Betanal resistent gemacht wurden, Antrag auf Freisetzung, gentechnische Sicherheit, Patentantrag, Marktreife, Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

11.03.1992

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/213519.02.92

Herbizidresistenz von Pflanzen durch gentechnische Manipulation

der Abgeordneten Dr. Marliese Dobberthien, Hermann Bachmaier, Friedhelm Julius Beucher, Lieselott Blunck, Ursula Burchardt, Marion Caspers-Merk, Klaus Daubertshäuser, Ludwig Eich, Dr. Konrad Elmer, Elke Ferner, Lothar Fischer (Homburg), Arne Fuhrmann, Monika Ganseforth, Dr. Liesel Hartenstein, Stephan Hilsberg, Renate Jäger, Volker Jung (Düsseldorf), Susanne Kastner, Siegrun Klemmer, Horst Kubatschka, Dr. Klaus Kübler, Klaus Lennartz, Ulrike Mehl, Michael Müller (Düsseldorf), Jutta Müller (Völklingen), Harald B. Schäfer (Offenburg), Otto Schily, Dieter Schloten, Dietmar Schütz, Ernst Schwanhold, Hans Georg Wagner, Hans Wallow, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis (Stendal), Dr. Axel Wernitz

Vorbemerkung

Ein Vorstandsmitglied der Schering AG erläuterte im Rahmen der letztjährigen Aktionärs-Hauptversammlung, daß das Unternehmen über einige Dutzend Exemplare von Tabak- und Zuckerrübenpflanzen verfüge, die durch gentechnische Manipulation gegen den Wirkstoff Phenmedipham des Schering-Herbizids Betanal resistent gemacht worden seien.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Liegt der Zentralen Kommission für Biologische Sicherheit (ZKBS) ein Freisetzungsantrag des Unternehmens vor?

2

Welche Sicherheitsstufen haben die Forschungslabors von Schering? Wie wird sichergestellt, daß keine gentechnisch veränderten Pflanzen, Pflanzenteile, Samen, DNA-Fragmente in Abwasser, Abluft, Boden, Müll gelangen?

3

Ist der Bundesregierung bekannt, in welchen Staaten ein Patentantrag für das oben genannte gentechnologische Verfahren und/oder die Phenmedipham-resistenten Pflanzen gestellt worden ist?

4

Ist der Bundesregierung bekannt, wann das Unternehmen die Marktreife erwartet?

5

Ist der Bundesregierung die Logik verständlich, warum ein Unternehmen zunächst ein Herbizid entwickelt und anschließend die entsprechenden herbizidresistenten Pflanzen?

6

Wurden hierzu staatliche Forschungs- und Entwicklungsgelder genehmigt oder bereits gezahlt?

7

Teilt die Bundesregierung die Bedenken, daß auf herbizidresistente Pflanzen vermehrt aufgebrachte Herbizide beim Verzehr der Pflanzen gesundheitsschädliche Auswirkungen auf den Menschen haben könnten?

8

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß die Herbizidresistenz von Nutzpflanzen zu einem intensiveren Einsatz von Herbiziden führt mit der Folge weiterer Umweltbelastungen?

Bonn, den 19. Februar 1992

Dr. Marliese Dobberthien Hermann Bachmaier Friedhelm Julius Beucher Lieselott Blunck Ursula Burchardt Marion Caspers-Merk Klaus Daubertshäuser Ludwig Eich Dr. Konrad Elmer Elke Ferner Lothar Fischer (Homburg) Arne Fuhrmann Monika Ganseforth Dr. Liesel Hartenstein Stephan Hilsberg Renate Jäger Volker Jung (Düsseldorf) Susanne Kastner Siegrun Klemmer Horst Kubatschka Dr. Klaus Kübler Klaus Lennartz Ulrike Mehl Michael Müller (Düsseldorf) Jutta Müller (Völklingen) Harald B. Schäfer (Offenburg) Otto Schily Dieter Schloten Dietmar Schütz Ernst Schwanhold Hans Georg Wagner Hans Wallow Wolfgang Weiermann Reinhard Weis (Stendal) Dr. Axel Wernitz

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