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Kleine AnfrageWahlperiode 12Beantwortet

Bundeszuwendung an die Deutsche Schillergesellschaft, Trägerverein des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach (G-SIG: 12011818)

Kulturpolitisch vorrangige Aufgabe der Marbacher Institute, Festhalten an der Bundeszuwendung im erforderlichen Umfang

Ressort

Bundesministerium des Innern

Datum

17.12.1993

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 12/633101.12.93

Bundeszuwendung an die Deutsche Schillergesellschaft, Trägerverein des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach

der Abgeordneten Hans Martin Bury, Freimut Duve, Brigitte Adler, Hermann Bachmaier, Hans Büttner (Ingolstadt), Marion Caspers-Merk, Peter Conradi, Dr. Konrad Elmer, Gernot Erler, Elke Ferner, Evelin Fischer (Gräfenhainichen), Gerlinde Hämmerle, Christel Hanewinckel, Dr. Liesel Hartenstein, Klaus Kirschner, Horst Kubatschka, Dr. Uwe Küster, Uwe Lambinus, Christa Lörcher, Dr. Christine Lucyga, Dorle Marx, Ulrike Mascher, Christoph Matschie, Dr. Jürgen Meyer (Ulm), Siegmar Mosdorf, Doris Odendahl, Otto Schily, Ursula Schmidt (Aachen), Dr. R. Werner Schuster, Erika Simm, Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Wolfgang Thierse, Siegfried Vergin, Hans Wallow, Ralf Walter (Cochem), Gerd Wartenberg (Berlin), Dr. Konstanze Wegner, Reinhard Weis (Stendal), Matthias Weisheit, Gert Weisskirchen (Wiesloch), Hanna Wolf

Vorbemerkung

Die Deutsche Schillergesellschaft ist der Trägerverein des Deutschen Literaturarchivs und des Schiller-Nationalmuseums in Marbach.

Das Deutsche Literaturarchiv ist bundesweit die weitaus bedeutsamste Einrichtung zur Handschriftensammlung, Dokumentation und sowohl wissenschaftlichen wie öffentlichen Pflege der deutschsprachigen literarischen Moderne von 1880 bis zur Gegenwart. Es wurde 1955 gegründet aufgrund der Überzeugung, daß die im 20. Jahrhundert von der Zeitgeschichte in besonderem Maße betroffene deutschsprachige Literatur im deutschen Sprachraum an zentraler Stelle vor allem durch die Nachlässe der Autoren dokumentiert werden müsse. Zustimmung und Finanzierungsbereitschaft des Bundes waren die Voraussetzung für seine Gründung.

Das Schiller-Nationalmuseum ist das einzige nicht nur einem einzigen Autor gewidmete Literaturmuseum der neueren Literatur seit 1750. Der gesamtstaatliche Zuschuß für das Schiller-Nationalmuseum wurde 1927 durch den Reichstag beschlossen.

Die Marbacher Einrichtungen der Deutschen Schillergesellschaft sind im Bewußtsein aller literarisch Schaffenden und aller an der Literaturvermittlung Beteiligten fest als nationale deutsche Kultureinrichtung verankert und haben in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich zum Bild des Kulturstaates Deutschland auch im Ausland beigetragen. Der Unterhalt dieser Einrichtungen wurde bislang durch Zuwendungen des Bundes und des Sitzlandes Baden-Württemberg von jeweils etwa 5 bis 6 Mio. DM jährlich ermöglicht. Im Vertrauen auf den sicheren Fortbestand der Mitfinanzierung und der institutionellen Garantie wurden dem Deutschen Literaturarchiv bisher nahezu eintausend Nachlässe oder Einzelbände anvertraut.

Der Bund hat die Gründungsvoraussetzung des Deutschen Literaturarchivs mitgeschaffen und sich seither stets zu dessen Aufgaben bekannt. Auch die Bauinvestitionen des Bundes am Literaturarchiv sowie am Schiller-Nationalmuseum sind ein Bekenntnis des Bundes zur gesamtstaatlichen Aufgabenstellung der Marbacher Institute.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen4

1

Teilt die Bundesregierung die Auffassung, daß die Marbacher Institute in Deutschland eine vorrangige kulturpolitische Aufgabe wahrnehmen?

2

Fühlt sich die Bundesregierung weiterhin den Aussagen hinsichtlich der Bedeutung und des Erhalts der Marbacher Institute verpflichtet, die die Bundesregierung in ihrer Antwort (Drucksache 10/2237) auf die Große Anfrage der Abgeordneten Frau Dr. Wex, Daweke u. a. und der Fraktionen der CDU/CSU und F.D.P. zur Kulturförderungspolitik der Bundesregierung vom 31. Oktober 1984 formuliert hat?

3

Wird die Bundesregierung an der Bundeszuwendung im erforderlichen Umfang festhalten?

4

Falls Referentenentwürfe für eine Kürzung oder Streichung des Bundeszuschusses konkretisiert würden, wie wird die Bundesregierung den Fortbestand der Institute gewährleisten?

Bonn, den 1. Dezember 1993

Hans Martin Bury Freimut Duve Brigitte Adler Hermann Bachmaier Hans Büttner (Ingolstadt) Marion Caspers-Merk Peter Conradi Dr. Konrad Elmer Gernot Erler Elke Ferner Evelin Fischer (Gräfenhainichen) Gerlinde Hämmerle Christel Hanewinckel Dr. Liesel Hartenstein Klaus Kirschner Horst Kubatschka Dr. Uwe Küster Uwe Lambinus Christa Lörcher Dr. Christine Lucyga Dorle Marx Ulrike Mascher Christoph Matschie Dr. Jürgen Meyer (Ulm) Siegmar Mosdorf Doris Odendahl Otto Schily Ursula Schmidt (Aachen) Dr. R. Werner Schuster Erika Simm Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast Wolfgang Thierse Siegfried Vergin Hans Wallow Ralf Walter (Cochem) Gerd Wartenberg (Berlin) Dr. Konstanze Wegner Reinhard Weis (Stendal) Matthias Weisheit Gert Weisskirchen (Wiesloch) Hanna Wolf

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