Volltext (unformatiert)
[Drucksache 11/3104
12.10.88
Deutscher Bundestag
11. Wahlperiode
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Antretter, Dr. Apel, Bernrath, Brück, Conrad, Diller,
Dr. Emmerlich, Esters, Graf, Großmann, Hämmerle, Jungmann, Kühbacher,
Kuhlwein, Lambinus, Lutz, Nehm, Dr. Nöbel, Opel, Paterna, Dr. Pick, Purps, Schröer
(Mülheim), Sieler (Amberg), Dr. Sonntag-Wolgast, Stahl (Kempen), Dr. Struck,
Waltemathe, Walther, Wartenberg (Berlin), Wieczorek (Duisburg), Würtz, Zander, Dr.
Vogel und der Fraktion der SPD
Folgen des Schengener Übereinkommens und der Vollendung des europäischen
Binnenmarktes
Das „Schengener Übereinkommen" vom 14. Juni 1985 sieht u. a.
vor, daß die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und die
Beneluxstaaten im Personenverkehr den Abbau der Kontrollen an
den gemeinsamen Grenzen und deren Verlagerung an die
Außengrenzen zum 1. Januar 1990 anstreben. In der Einheitlichen
Europäischen Akte vom 28. Februar 1986 ist für 1992 die
Schaffung eines Binnenmarktes der Europäischen Gemeinschaft
vorgesehen.
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft haben alle
erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um bis zum 31. Dezember
1992 den Binnenmarkt schrittweise zu verwirklichen. Der Binnen
-
markt soll den freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstlei
stungen und Kapital gewährleisten.
Der vorgesehene Abbau der Grenzkontrollen und die für 1992
vorgesehene Vollendung des Binnenmarktes haben
weitgreifende Auswirkungen auf die berufliche Situation des an den
Grenzen der Bundesrepublik Deutschland beschäftigten
Personals der Zollverwaltung und des Bundesgrenzschutzes.
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert von der Bundesregierung ein
ausgewogenes und schlüssiges Konzept, aus dem sich Art und
Umfang der zu erwartenden Auswirkungen des Abbaus der
Grenzkontrollen und der Vollendung des Binnenmarktes für die
betroffenen Beschäftigten des Zolls und des Bundesgrenzschutzes
' ergibt. Wir fordern ferner, daß die Bundesregierung im Rahmen
der Fürsorgepflicht des Dienstherrn die berufliche Zukunft der
Beschäftigten und die möglichen Auswirkungen auf die
Familienangehörigen dabei angemessen berücksichtigt und die
Betroffenen rechtzeitig, wahrheitsgemäß und umfassend unterrichtet.
Wir fragen die Bundesregierung:
I. Stand der Verwirklichung des Schengener Übereinkommens
1. In welcher Art und Weise bzw. welchem Umfang haben
die Vertragspartner die kurzfristig zum 1. Januar 1986
durchzuführenden Maßnahmen zu den in Titel I des
Schengener Übereinkommens (Artikel 5 bis 9)
festgelegten Forderungen bereits verwirklicht, welche
Schwierigkeiten sind noch vorhanden, und wie gedenkt die
Bundesregierung diese zu überwinden?
2. Welchen Stand haben die Verhandlungen der
Vertragspartner für die im Titel II des Schengener
Übereinkommens (Artikel 17, 19 und 20) als langfristig
durchzuführende Maßnahmen (Ziel: 1. Januar 1990) bezeichneten
Forderungen erreicht, und welche ,Positionen werden
dabei von den einzelnen Vertragspartnern vertreten?
3. Wie und durch welche geeigneten Maßnahmen will die
Bundesregierung darauf hinwirken, daß die im
Schengener Übereinkommen formulierten Absichten und
Forderungen auch bis 1992 realisiert werden?
4. Ist nach Auffassung der Bundesregierung sicher, daß die
Kontrollen an den Binnengrenzen, wie es nach den
vertraglichen Absprachen im Schengener Übereinkommen
und den europapolitischen Zielen der EG-Staaten
vorgesehen ist, am 1. Januar 1990 wegfallen?
II. Gegenwärtige Situation an den Grenzen
1. Wieviel Personal — Stand: 30. Juni 1988 — (getrennt nach
Beamten, Angestellten und Arbeitern) sind
a) im Grenzabfertigungsdienst und
b) im Grenzaufsichtsdienst
an den EG-Grenzen zu den einzelnen EG-Nachbarn in
den jeweiligen Hauptzollämtern eingesetzt?
2. An welchen vom Bundesinnenminister zugelassenen
Übergängen wird die grenzpolizeiliche Abfertigung
a) durch die Zollverwaltung,
b) im Personenverbund Zollverwaltung
Grenzschutzeinzeldienst und
c) durch Grenzschutzeinzeldienst, Länderpolizei
durchgeführt, und wieviel Beamten, Angestellte und
Arbeiter sind — nach dem Stand vom 30. Juni 1988 — dafür
dort tätig?
3. Bei welchen Hauptzollämtern, Zollämtern,
Grenzkontrollstellen, Zollkommissariaten (Grenzaufsichtsdienst),
Zollfahndungsämtern an der Westgrenze sind welche
organisatorischen und quantitativen personellen Auswirkungen
(zeitlich nach dem Wirksamwerden geordnet) auf den
vorhandenen Personalbestand zu erwarten und wieviel
Beamte, Angestellte und Arbeiter des Zolls, des
Bundesgrenzschutzes und der Länderpolizeien sind
aufgeschlüsselt vom Abbau der Grenzkontrollen betroffen?
4. Welche Kompensationsvorhaben hat die Bundesregierung
gegenüber den Vertragspartnern des Schengener
Abkommens angemeldet, die auf die Intensivierung der
grenzpolizeilichen Überprüfungen an den Außenperipherien und
die Wahrnehmung der Sichheitsinteressen aller
Vertragsstaaten an der Außengrenze abstellen, und wie sieht das
bisherige Verhandlungsergebnis dazu aus?
5. Wird dies zu einer umfassenden Umorganisation des
Grenzschutzeinzeldienstes führen, und welche
Auswirkungen sind für die Ebene der derzeitig neun
Grenzschutzämter zu erwarten?
6. Kann die Bundesregierung bestätigen, daß die
Aufgabenverteilung zwischen den Grenzschutzeinzeldiensten und
der Zollverwaltung, wie sie sich im Laufe der letzten
Jahrzehnte entwickelt hat, im Zuge des nunmehr anstehenden
Abbaus der Grenzkontrollen nicht zugunsten oder zu
Lasten der einen oder anderen Verwaltung verändert
werden wird?
'7. Welche Aufgaben der Zollverwaltung werden im
einzelnen ganz entfallen, wenn der Binnenmarkt ohne
Grenzkontrollen tatsächlich bis Ende 1992 verwirklicht wird, und
welche Auswirkungen auf den Personalbedarf wird dies
haben?
8. Kann die Bundesregierung zusichern, daß im Rahmen der
Fürsorgemaßnahmen die 1974 vollzogene
Laufbahntrennung zwischen Grenzzoll- und Binnenzolldienst nicht zu
persönlichen Nachteilen der Beschäftigten bei Abbau der
Grenzkontrollen führen wird?
9. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung wann
ergriffen, vorbereitet oder geplant, um nachteilige
Auswirkungen für die berufliche Zukunft der Beschäftigten von
Zoll und Bundesgrenzschutz einschließlich ihrer
Angehörigen abzuwenden und um welche Maßnahmen handelt es
sich dabei im einzelnen?
10. Welche Kontrollen im einzelnen werden im Reiseverkehr
im Rahmen des Schengener Übereinkommens entfallen,
und wie wird sich dieser Abbau auf das
Organisationsgefüge der Zollverwaltung auswirken?
III. Spezielle Auswirkungen im Bereich der Zollverwaltung
1. Bei welchen bestehenbleibenden Binnenzollämtern bzw.
neu einzurichtenden Dienststellen an den EG-
Außengrenzen werden nach Verwirklichung des EG-Binnenmarktes
die dann noch verbleibenden zollamtlichen Abfertigungen
von Drittlandswaren durchgeführt werden?
Drucksache 11 /3104 Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode
2. Wieviel Beamte, Angestellte und Arbeiter der
Zollverwaltung werden nach Abbau der Personenkontrollen zum
1. Januar 1990 weiterhin im grenznahen Raum in den
Bereichen
— Personenkontrollen,
— Güterabfertigung,
— Warenverkehrskontrolle und Abfertigung,
— Vollstreckung,
— Verbrechensbekämpfung und Fahndung,
— Rauschgift und Waffenschmuggel,
— Kontrollmaßnahmen im Marktordnungsbereich und
. Außenwirtschaftsbereich
benötigt bzw. welche Bereiche bei den einzelnen
Hauptzollämtern müssen personell verstärkt werden?
3. Wieviel Beamte, Angestellte und Arbeiter der
Zollverwaltung müssen in andere Aufgabenbereiche mit örtlicher
Veränderung umgesetzt werden, und wie viele müssen
wegen des Wegfalls von Aufgaben einer anderen
Verwendung zugeführt werden?
4. Wird der Wegfall der grenzpolizeilichen Kontrollen auch
die zollamtliche Überwachung des Reiseverkehrs deutlich
einschränken, und welche personellen Auswirkungen sind
damit verbunden?
5. Bei welchen Grenzübergängen bzw. Zollämtern mit
Güterverkehr muß auch weiterhin die Möglichkeit der
Abfertigung von Waren im Reiseverkehr gegeben sein?
6. Ist es richtig, daß die Tätigkeit des Grenzaufsichtsdienstes
sich künftig weitgehend darauf beschränken wird, an den
künftig unbesetzten Grenzübergängen Mißbräuche im
grenzüberschreitenden Warenverkehr zu verhindern und
wie soll dieses organisatorisch und technisch durchgeführt
werden?
7. Welche Erleichterungen in der Güterabfertigung werden
im einzelnen an den Grenzen zu den Schengener
Vertragsstaaten eintreten und welche organisatorischen und
personellen Auswirkungen sind damit verbunden?
8. Welche Arbeitsbereiche gibt es bei den Grenzzollämtern
an den EG-Binnengrenzen und bei grenznahen
Dienststellen (Binnenzolldienststellen), und wieviel Beamte,
Angestellte und Arbeiter sind dort eingesetzt?
9. Welche Beamte, Angestellten und Arbeiter sind in den zu
den Zollkommissariaten an der Westgrenze gehörenden
Grenzaufsichtsstellen, Sprechfunkzentralen, Sondertrupps
und Verstärkungsgrenzaufsichtsstellen bzw.
Funkwerkstätten beschäftigt, und welche organisatorischen und
personellen Auswirkungen sind bei diesen Dienststellen zu
erwarten?
10. In welchem Umfang sind Personalveränderungen,
insbesondere Umsetzungen von Beamten, Angestellten und
Arbeitern
a) zu Grenzzollämtern an Drittlandsgrenzen,
b) zu Grenzkontrollstellen zur Verbesserung der Güter-
und Reisendenabfertigung,
c) auf Flughäfen,
d) in den Grenzaufsichtsdienst an den Grenzen zu
Österreich und der Schweiz,
e) in den Grenzaufsichtsdienst an der Küste,
f) in dem Vollstreckungsbereich,
g) zu den Zollfahndungsämtern zur Intensivierung der
Ermittlung im Marktordnungs- und
Außenwirtschaftsbereich und zur Verbesserung der
Observationsmöglichkeiten,
h) zu den Hauptzollämtern in den Sachgebieten
Steueraufsicht und Außenprüfung,
i) zu Binnenzollstellen zur Intensivierung der Ein- und
Ausfuhrkontrollen im Drittlandsverkehr,
j) Bekämpfung des Rauschgift- und Waffenschmuggels
möglich und zu welchem Zeitpunkt vorgesehen?
11. Ist im Verhältnis zu Österreich und der Schweiz eine
Erschwerung der Grenzkontrollen zu befürchten, und
steht dies mit den Vereinbarungen über die
Erleichterungen des Grenzverkehrs mit diesen Ländern im Einklang?
12. Welches Ergebnis hat die von der Bundesregierung
vorgenommene Prüfung, Aufgaben des Umweltschutzes der
Zollverwaltung zu übertragen, und welche
Schwierigkeiten haben sich dabei in den Verhandlungen mit den
Bundesländern ergeben bzw. wie können diese gelöst
werden?
13. Um welche Einzelmaßnahmen handelt es sich bei dem
Vorschlag der EG-Kommission, in einem ersten Schritt die
Grenzkontrollen für den gewerblichen Warenverkehr
wesentlich zu vermindern, und welche Auswirkungen sind
damit für die Zollverwaltung verbunden?
14. Hat die Bundesregierung die mögliche Verwendung von
Zollbeamten bei Behörden der Länder und den
Kommunen geprüft bzw. was hat sie dazu veranlaßt?
15. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung da rin,
Zollbeamte vermehrt für Prüfdienste der EG einzusetzen,
und was hat sie dazu veranlaßt?
IV. Spezielle Auswirkungen im Bereich des Bundesgrenzschutzes
1. Durch welche organisatorischen Maßnahmen hat die
Bundesregierung darauf hingewirkt, die Beschäftigten und die
Angehörigen des Bundesgrenzschutzes mit den
voraussichtlichen Auswirkungen des Abbaus beim
Grenzschutzeinzeldienst vertraut zu machen?
2. Wie viele Beamte, Angestellte und Arbeiter, bei welchen
Grenzschutzämtern oder sonstigen Dienststellen sind vom
vorgesehenen Grenzabbau betroffen?
3. Wieviel Beamten kann eine Verwendung im
Bundesgrenzschutz angeboten werden?
4. Welche Zusagen, für wieviel Beamte liegen seitens der
Bundesländer vor, Beamte des Bundesgrenzschutzes in die
jeweilige Landespolizei zu übernehmen, und erklärt sich
die Bundesregierung bereit, die Personalkosten für
Polizeibeamte, des Grenzschutzeinzeldienstes, die nicht im
Rahmen der Übernahmeverpflichtung der Bundesländer in die
Polizeien der Länder überwechseln, zu übernehmen?
5. Welche Zukunftsperspektiven eröffnen sich für die
Tarifbeschäftigten im Grenzschutzeinzeldienst auch künftig
eine heimatnahe Beschäftigung in öffentlichen
Verwaltungen ausüben zu können?
Liegen gegebenenfalls für derartige Verwendungen
bereits Zusagen vor?
6. Sieht die Planung der Bundesregierung vor, den
Grenzschutzeinzeldienst nach Wegfall der Grenzkontrollen an
den gemeinsamen EG-Binnengrenzen präsent zu halten?
7. Rechnet die Bundesregierung mit einem zusätzlichen
Personalbedarf nach Realisierung der durch die
Innenministerkonferenz beschlossenen Ausgleichsmaßnahmen für
die
— verstärkte internationale polizeiliche Zusammenarbeit,
— Schaffung einer Fahndungsunion,
— Vereinfachung der internationalen Rechtshilfe in
Strafsachen, einschließlich Auslieferung,
— Anwendung eines angeglichenen materiellen Rechts
bei Betäubungsmitteln, Waffen und Sprengstoff sowie
bei Ausländerangelegenheiten?
8. Sehen die Überlegungen der Bundesregierung vor, zur
Vernetzung und Anpassung der unterschiedlichen
Systeme der Polizeien der Mitgliedstaaten der EG
gemeinsame Polizeidienststellen mit Polizeibeamten der
angrenzenden Mitgliedstaaten aufzubauen?
9. Sieht die Bundesregierung die Möglichkeit, den
Grenzschutzeinzeldienst nach Wegfall der Grenzkontrollen an
den EG-Binnengrenzen so einzusetzen, daß er wesentliche
Funktionen der Vernetzung und übergreifenden Arbeit
der Polizeien der Mitgliedstaaten der EG an den
Nahtstellen leisten kann?
10. Welche Grenzschutzämter werden nach Wegfall der
Grenzkontrollen bestehen bleiben und welche
Aufgabenverteilung sieht die Bundesregierung für diese Ämter bei
der Übernahme neuer Aufgaben (z. B. in den Bereichen
Transportpolizei — Gefahrgutkontrollen —,
Flughafenpolizei und Bahnpolizei) vor, um neue
Verwendungsmöglichkeiten für Grenzschutzbeamte zu erschließen?
11. Welches Ergebnis haben die Verhandlungen mit den
Ländern Hamburg und Bremen zur Übernahme der
grenzpolizeilichen Aufgaben der beiden Seehäfen durch den
Grenzschutzeinzeldienst bisher gehabt?
12. Auf welcher Grundlage und mit welchem Ergebnis hat die
Bundesregierung den Personalbedarf für die einzelnen
Dienststellen an den EG-Außengrenzen (GS-Stellen, GS
-Ämter, GS-Direktionen) unter Berücksichtigung der im
Schengener Übereinkommen vereinbarten Verstärkung
der Kontrollen an den Außengrenzen ermittelt und
welcher zusätzliche Personalbedarf (Beamte, Angestellte und
Arbeiter) ergibt sich daraus?
13. Wie sieht die Planung der Bundesregierung zur
Neuordnung des Dienstzweiges „Grenzschutzeinzeldienst" nach
Abzug des GSE von den Binnengrenzen — insbesondere
auf der Ebene der Grenzschutzämter — aus?
14. Erfordert die nach dem Schengener Übereinkommen nach
Fortfall der Binnengrenzkontrollen vorgesehene
grundsätzliche und systematische Überprüfung aller Reisenden
an den Außengrenzen zusätzliches Personal, bzw. um
wieviel Planstellen (Beamte, Angestellte und Arbeiter)
handelt es sich?
15. Berücksichtigt die Bundesregierung bei der
beabsichtigten Verstärkung der Flughafendienststellen, daß auch dort
der Wegfall der grenzpolizeilichen Kontrollen für die
innereuropäischen Flüge (innerhalb der EG-
Mitgliedstaaten) vorgesehen ist und daß dadurch in erheblichem
Umfang Aufgaben für den Grenzschutzeinzeldienst
entfallen?
16. Wieviel Beamte, Angestellte, Arbeiter werden nach einem
Wegfall der polizeilichen Kontrolle der Flüge innerhalb
der EG-Mitgliedstaaten bei Flughafendienststellen des
BGS noch benötigt?
17. Welche neuen Übergangsstellen an den äußeren Grenzen,
die bis 1992 eröffnet werden sollen, werden nach dem
jetzigen Stand der Planung wann eingerichtet und wieviel
Personal (Beamte, Angestellte und Arbeiter) wird dafür
benötigt?
18. Um welche Autobahn- und Straßenübergänge bzw.
Flughäfen handelt es sich dabei?
V. Auswirkungen auf die Entwicklung der Europäischen
Gemeinschaften
1. Kann die Bundesregierung darlegen, welche Aufgaben die
EG-Kommission im einzelnen gemeint hat, als sie auf eine
parlamentarische Anfrage des französischen Sozialisten
Jean Piere Cot geantwortet hat, „die Zöllner müßten
schrittweise mit anderen, nicht mit dem Überschreiten der
Grenzen zusammenhängenden Funktion betraut werden",
und welche Auffassung vertritt sie in diesem
Zusammenhang?
2. Welche Schwierigkeiten stehen nach Auffassung der
Bundesregierung einer Beseitigung der technischen
Schranken (d. h. bei den technischen Normen, im öffentlichen
Auftragswesen, bei der Freizügigkeit im Dienstleistungs-
und Kapitalverkehr sowie im Bereich der industriellen
Zusammenarbeit) entgegen bzw. welcher Sachstand
ergibt sich zur Zeit für diese Bereiche, und welche
Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um die
bestehenden Schwierigkeiten auszuräumen?
3. Wie stellt sich der Sachstand bei der Besei tigung der
steuerlichen Schranken (Harmonisierung der Verbrauch-
und Mehrwertsteuern) dar bzw. welche Schwierigkeiten
stehen einer Einigung bis 31. Dezember 1992 entgegen,
und welche Maßnahmen wird die Bundesregierung
ergreifen, um diesen Prozeß zu beschleunigen?
4. Geht die Bundesregierung bei ihren Überlegungen über
die Vollendung des Binnenmarktes davon aus, daß ab
diesem Zeitpunkt diese Aufgaben von einer europäischen
Zollverwaltung (bisher im EWG-Vertrag nicht geregelt)
wahrgenommen werden, oder hat sie dazu eigene
Vorstellungen entwickelt?
Bonn, den 12. Oktober 1988
Antretter
Dr. Apel
Bernrath
Brück
Conrad
Diller
Dr. Emmerlich
Esters
Graf
Großmann
Hämmerle
Jungmann
Kühbacher
Kuhlwein
Lambinus
Lutz
Nehm
Dr. Nöbel
Opel
Paterna
Dr. Pick
Purps
Schröer (Mülheim)
Sieler (Amberg)
Dr. Sonntag-Wolgast
Stahl (Kempen)
Dr. Struck
Waltemathe
Walther
Wartenberg (Berlin)
Wieczorek (Duisburg)
Würtz
Zander
Dr. Vogel und Fraktion]