Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung hat mit Schreiben vom 31. Mai 1985 im Namen der Bundesregierung die Kleine Anfrage wie folgt beantwortet:
Anlage
Die Bundeswehr stellt sich vor Eine Bundeswehrausstellung kommt in Ihre Stadt.
Dieser Ausstellungsprospekt wendet sich an die Verantwortlichen in den Kommunen, an Lehrer und Erzieher und nicht zuletzt an die Presse. Er sagt Ihnen, warum die Bundeswehr Ausstellungen durchführt, gibt Ihnen Hinweise und Tips, wenn Sie diese besuchen wollen, informiert mit Daten und Fakten über die Ausstellungen selbst, ihre Reiserouten und Termine. Er soll Sie zum Besuch anregen und einladen.
Nach einer infas-Umfrage von 1982 haben 30 Prozent aller 16- bis 18jährigen Bundesbürger eine solche Ausstellung genutzt, um sich zu informieren. Für viele von ihnen war dies die erste und einzige Gelegenheit zur Begegnung mit der Bundeswehr. 75 Prozent dieser Jugendlichen gaben ein positives Urteil ab.
Der Artikel 87a des Grundgesetzes verpflichtet den Bund, Streitkräfte zur Verteidigung aufzustellen. Dafür hat sich die Mehrheit der Bürger der Bundesrepublik Deutschland ausgesprochen. Die Armee einer freiheitlichen Gesellschaft darf sich vor ihren Bürgern nicht verstecken. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wie die Streitkräfte ihren Auftrag erfüllen, unser Land zu verteidigen. Die Bundeswehr-Ausstellungen bemühen sich deshalb, durch die Art der Präsentation, durch Hinweise auf Plakaten und durch das Ausstellungspersonal zu erklären, wofür Waffen bestimmt sind.
- die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesrepublik sowie den Auftrag der Bundeswehr darstellen
- die Aufträge der Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine) verdeutlichen
- dem Bürger zeigen, was zum Schutz seiner Rechte und Freiheiten geschieht und was es ihn kostet
- über Dienst, Ausbildung und Aufstiegsmöglichkeiten der Soldaten informieren
- Interessierte individuell beraten
- Kontakte herstellen, um ein dauerhaftes Interesse an den Streitkräften zu erreichen
- weitere Informationswege zur Bundeswehr aufzeigen.
Vorrangig besucht werden Städte und Gemeinden zwischen 15.000 und 150.000 Einwohnern, Großstädte nach Möglichkeit im Zusammenhang mit Veranstaltungen Dritter. Gamisonsarme Räume werden hierbei bevorzugt.
Der zeitliche Abstand zwischen Ausstellungen an einem Ort soll etwa drei Jahre betragen. Damit sich die Einflußbereiche nicht überschneiden, werden die Einsatzorte so ausgewählt, daß sie mindestens 50 Kilometer voneinander entfernt sind. Das wirkt sich besonders auf die Einladungen von Schulklassen aus.
Bundeswehr-Ausstellungen dürfen zivilen Unternehmen keine Wettbewerbsvorteile verschaffen.
Die Ausstellungen werden am Ort vorab in Zeitungsanzeigen und mit Plakataushängen angekündigt.
Neben den mobilen Ausstellungen gibt es auch Tage der offenen Tür in den Garnisonen. Außerdem beteiligt sich die Bundeswehr mit Informationsständen an Regionalschauen und nimmt an Messen teil.
Ausstellung Unser Heer
Die Ausstellung umfaßt
• ein großes Informationszelt (330 m 2 )
• ein kleineres Zelt (100 m 2 ) für Vorträge und Filmvorführungen
• ein mobiles Informationszentrum (ca. 50 m 2 )
• elf moderne Waffensysteme. Sie benötigt eine Fläche von 10.000 m 2 . (Zum Vergleich: ein Fußballplatz hat rund 6.000 m 2 .)
Das Info-Zelt ist in drei Zonen aufgeteilt: eine für sicherheitspolitische Information, eine zum Thema Bundeswehr, das Heer und seine Soldaten und eine zur Kommunikation zwischen Besuchern und Soldaten.
Mit moderner Ausstellungstechnik wird auf Schautafeln, über computergesteuerte Programme auf Bildschirmen und in vertonten Dia-Reihen eine Menge Information geboten. Die Kommunikationszone bietet Gelegenheit zu Gesprächen mit Soldaten. Hier besteht auch die Möglichkeit, an einem Testspiel mit Gewinnchancen teilzunehmen.
Im kleinen Zelt werden Filme über die Sicherheitspolitik und über den Arbeitsplatz Bundeswehr gezeigt. Außerdem dient es der Betreuung von Schulklassen und Besuchergruppen. Für Vorträge stehen Tageslichtprojektoren und Videogeräte zur Verfügung.
Im mobilen Informationszentrum können sich interessierte Besucher von einem Laufbahnberater persönlich beraten lassen. Er hält auch einige Gutscheine für Truppenbesuche bereit. Videoprogramme und eine Selbstwählanlage zeigen eigene Laufbahn-Möglichkeiten im Heer auf und helfen, Wartezeiten zu verkürzen.
In einer Waffen- und Geräteschau werden vorgeführt:
• Kampfpanzer Leopard 2
• Schützenpanzer Marder mit Panzerabwehrwaffe MILAN
• Spähpanzer Luchs
• Jagdpanzer Jaguar mit Panzerabwehrflugkörper HOT
• Feldhaubitze 155-1
• Raketenwerfer 110 SF
• Flugabwehrkanonenpanzer Gepard
• Brückenlegepanzer Biber
• Bergepanzer
• Lkw 0,75 t geländegängig Kraka mit Panzerabwehrwaffe TOW
• Panzerabwehrhubschrauber-1 BO-105 P
90 Soldaten gehören zum Personal der Ausstellung. Sie haben sehr verschiedene Aufgaben, z.B. Ausstellungsleiter, Presseoffizier, Zeltmeister, Besatzungen der Waffensysteme, Kraftfahrer, Feldjäger, Laufbahnberater, Techniker und Köche.
Im Jahr 1984 kamen rund 230.000 Besucher in 14 Städten zur Ausstellung „Unser Heer". Darunter waren 30.000 Schüler in knapp 1.200 Schulklassen.
Ausstellung Unsere Luftwaffe
Die Luftwaffenausstellung besteht aus
• einem mobilen Informationszentrum (ca. 100 m 2 )
• einem Informations- und Vortragszelt mit 60 Plätzen
• einer Waffen- und Geräteschau und Fahrzeugen für den Ausstellungsbetrieb.
Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt etwa 7000 m 2 . Im mobilen Informationszentrum werden Verwendungen und Ausbildungsgänge der Soldaten dargestellt. Interessenten können mit Hilfe moderner Ausstellungstechnik die Luftwaffe und deren Dienstbereiche kennenlernen und ihre Laufbahnmöglichkeiten ermitteln. Filme erklären das Verteidigungskonzept der NATO und geben Einblick in Alltag und Ausbildung der Soldaten.
Wehrdienstberater zeigen dem Interessenten im persönlichen Gespräch — entsprechend den schulischen und beruflichen Voraussetzungen — Wege zu erreichbaren Qualifikationen auf. Sie beantworten Fragen z.B. zur Einberufung, zur Verpflichtung als Zeitsoldat und zur Berufsförderung.
Die Ausstellung umfaßt über 50 Fahrzeuge. Sieben Waffensysteme und Großgeräte werden vorgeführt, u.a. das Kampfflugzeug Tornado, ein Hubschrauber UH-1 D, der täglich Flugdemonstrationen zeigt, das Flugabwehrraketensystem HAWK und ein Feuerlöschfahrzeug, wie es auf Flugplätzen der Bundeswehr eingesetzt wird.
58 Soldaten betreuen die Ausstellung. Sie sind als Kraftfahrer, Piloten, Techniker, Wehrdienstberater, Feldjäger und Köche tätig. Darunter sind auch vier Luftfahrzeugmechaniker, die den Tornado in etwa acht Stunden aufbauen.
Im Jahr 1984 hatte die Ausstellung „Unsere Luftwa ffe" in 12 Städten 368.000 Besucher. Darunter waren 15.600 Schüler in 627 Schulklassen. Bei 620 ausgelosten Rundflügen mit dem Hubschrauber UH-1D flogen 8.060 Personen mit.
Ausstellung Unsere Marine
Die Marine kann sich im Binnenland mit ihren Waffensystemen, Schiffen, Booten und Flugzeugen nicht vorstellen. Sie hat dort auch keine Garnisonen. Deshalb stehen ihr zwei Ausstellungssysteme zur Verfügung, ein Messestand und ein mobiles Informationszentrum, mit denen sie die Bevölkerung auf unterschiedliche A rt erreichen kann.
Messestand
Mit dem Messestand beteiligt sich die Marine an regionalen und überregionalen Ausstellungen. Der Stand hat eine Grundfläche von 150 m 2 .
Mobi les Informationszentrum
Es besteht aus zwei Container-Anhängern mit ausklappbaren Seiten. Die Ausstellungsfläche beträgt 100 m 2 . Sie kann durch ein angebautes Filmzelt erweitert werden. Die gesamte Ausstellung benötigt eine ebene Fläche von 200 m 2 . Die als Zugfahrzeuge eingesetzten Lkw und ein weiterer Lastzug transportieren das Ausstellungsmaterial. Die Ausstellung ist so konzipiert, daß sie in die Zentren der Städte gehen kann. Sie hat keine Waffen- und Geräteschau.
Inhalte
Im mobilen Informationszentrum und im Messestand geben Ton-Bild-Schauen, Leuchtpulte, Schautafeln und detailgetreue Modelle von Schiffen, Booten und Flugzeugen ein möglichst umfassendes Bild der kleinsten Teilstreitkraft. Außerdem werden Filme Ober die Marine und sicherheitspolitische Themen gezeigt. Jugendliche können an einem Testspiel teilnehmen und Preise gewinnen.
16 Soldaten betreuen beide Ausstellungen und beantworten Fragen der Besucher.
Junge Männer werden von erfahrenen Soldaten individuell über ihre Chancen in der Manne beraten. Sie erfahren, welche Laufbahnmöglichkeiten sie mit ihrer Schul- und Berufsausbildung haben und welche Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen die Marine für sie bereithält.
1984 beteiligte sich die Marine mit dem Messestand an 8 Regionalausstellungen und besuchte 9 Städte mit dem mobilen Informationszentrum.
Hinweise und Tips
Anmeldung der Schulklassen
- Schüler werden schriftlich mit Rückantwortkarte eingeladen. Sie werden gebeten, den Besuch der Ausstellung unbedingt anzumelden, da sonst die Betreuung nicht gewährleistet ist.
An- und Abreise
- Auf Wunsch werden Schulklassen bis zu einer vertretbaren Entfernung mit Bussen kostenlos zur Ausstellung gefahren und wieder zurückgebracht.
Informationen in der Schule
- Schulen können darüber hinaus auch schon in den Tagen vor oder nach dem Ausstellungsbesuch im Unterricht über die Bundeswehr informiert werden. Entsprechende Interessen können auf der Rückantwortkarte vermerkt werden.
Truppenbesuch
- Schulklassen kann im Zusammenhang der Ausstellungen auch ein Truppenbesuch in einem nahegelegenen Standort vermittelt werden. Sprechen Sie dazu den Leiter der Ausstellung oder einen Jugendoffizier auf der Ausstellung an und vereinbaren Sie Zeit und Ort eines Besuches bei Heer, Luftwaffe oder Marine.
Erbseneintopf
- Täglich wird bei Heer und Luftwaffe von der Ausstellungsküche Erbseneintopf zum Selbstkostenpreis angeboten.
Fotografieren erlaubt
- Fotografieren auf dem Ausstellungsgelände ist für jedermann erlaubt.
Vorabinformationen für Journalisten
- Pressebetreuung: Der Leiter der Ausstellung oder der Presseoffizier steht den Journalisten zu Informationsgesprächen ständig zur Verfügung. Auf Wunsch können Fotos für die Berichterstattung kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
- Spätestens eine Woche vor Beginn der Ausstellung nimmt der Leiter der Ausstellung oder der Presseoffizier Kontakt mit der örtlichen Presse auf. Wenn Sie vorher Informationswünsche haben, wenden Sie sich an:
- für das Heer Presseoffizier Ausstellung „Unser Heer" Lüttich-Kaserne Militärringstraße 1000 5000 Köln 60 Tel.: (02 21) 5 99 20 21 App. 385
- für die Luftwaffe Luftwaffenamt ZAV-Lw — Dez. Personalwerbung Postfach 90 25 00/501/22 5000 Köln 90 Tel.: (0 22 03) 602-47 49 oder 46 75
- für die Marine Marineamt SpezStabsAbt Werbung Heppenser Groden 2940 Wilhelmshaven Tel.: (04421)30671 App. 47 49
Über Aktivitäten am Ausstellungsort informiert das Einlegeblatt.
Reiserouten und -termine
Unser Heer
Bad Segeberg 17.04. -21. 04. Norderstedt 24.04. -28. 04. Kappeln 30.04. -05. 05. Kiel 15.05.-19. 05. Gelsenkirchen 05.06. -09. 06. Bad Salzuflen 12.06.-16.06. Neuss 19.06. -23. 06 Wittlich 26.06. - 30.06. Niedernhausen 03.07. - 07.07. Neustadt/Titisee 11.09.-15.09. Villingen-Schwenningen 18.09. -22. 09. Reutlingen 25.09. -29. 09. Wangen/Allgäu 02.10. - 06.10. Mindelheim 09.10. -13.10.
Unsere Luftwaffe
Friedrichshafen 27.03. -31. 03. Oberursel 18.04.-22. 04. Miltenberg 25.04. - 29.04. Schwabach 02.05. - 06.05. Weißenburg 09.05. -13.05. Wolfratshausen 16.05.-20. 05. Neumarkt 23.05.-27. 05. Plattling 13.06.-17.06. Schwandorf 20.06.-24. 06. Pegnitz 27.06.-01.07. Bamberg 04.07.-08.07. Schweinfu rt 11.07.-15.07.
Unsere Marine
Mobiles Informationszentrum
Hannover 16.02.-24.02. Bielefeld 27.04. -05. 05. Bad Hersfeld 10.05. -13.05. Bottrop 17.05.-20. 05. Bruchköbel/Hanau 31.05.-03.06. Lauterbach 06.06. -09. 06. Wilhelmshaven 03.07. -07.07. Hildesheim 12.07.-15.07. Aschaffenburg 20.09. - 23.09.
Messestand
Düsseldo rf Boot 85 19.01.-27.01. München CBR 85 02.02.-10.02. Nürnberg Freizeit/Garten 23.02. -03. 03. Regensburg DONA 23.03.-31. 03. Ingolstadt MIBA 13.04.-21. 04. Friedrichshafen Interboot 21.09.-29.09. Gießen Mittelhessenschau 05. 10. -13.10. Hamburg Bootausstellung 17.10.-27. 10.
In der mittelfristigen Ersatzplanung sind für 1986 folgende Gebiete vorgesehen:
Heer
Nordrhein-Westfalen Bayern (östlicher Teil)
Luftwaffe
Schleswig-Holstein
Marine
Baden-Württemberg