Fonds des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und der chemischen Industrie zur gemeinsamen Förderung der Biowissenschaften
der Abgeordneten Vosen, Catenhusen, Fischer (Homburg), Grunenberg, Hansen (Hamburg), Dr. Klejdzinski, Dr. Kübler, Nagel, Stahl (Kempen), Stockleben, Vahlberg, Dr. Vogel und der Fraktion der SPD
Vorbemerkung
Mit Pressemitteilung vom 3. März 1983 hat der Bundesminister für Forschung und Technologie angekündigt, daß neue Formen und Modelle der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Staat entwickelt werden müssen, wenn es um die Förderung von Wachstumsbranchen von Forschung und Technologie, wie etwa der Biotechnologie, gehe. Dies gelte auch im Hinblick auf die notwendige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in diesem Bereich.
Der Bundesminister für Forschung und Technologie gab in diesem Zusammenhang bekannt, daß er nach Abschluß von Vorgesprächen mit der chemischen Industrie bereit sei, über einen Fonds im Grenzbereich der Chemie, Biologie und Technik – gemeinsam mit ihr junge Nachwuchswissenschaftler zu fördern, – den personenbezogenen Know-how-Transfer aus der Grundlagenforschung in die Industrie zu verstärken und — einen Modellversuch für ein interdisziplinäres Forschungs- und Trainingsprogramm „Biologische Chemie und Biotechnologie" durchzuführen.
Der finanzielle Umfang dieser Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie sollte ca. 10 Mio. DM, auf zwei Jahre verteilt, betragen. Der Bundesminister für Forschung und Technologie plante, sich mit 40 v. H. zu beteiligen.
Die mit einer Darstellung des Bundesministers für Forschung und Technologie am 6. November 1985 veröffentlichte erste Zwischenbilanz hat zur Klarheit über die erreichten Ergebnisse wenig beigetragen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen19
Wieviel Fördermittel hat die Bundesregierung für die jetzt präsentierten Maßnahmen bewilligt und wieviel davon sind bisher abgeflossen?
Wieviel Mittel hat die chemische Industrie für die jetzt präsentierten Maßnahmen tatsächlich ausgegeben?
Wie viele Naturwissenschaftler mit abgeschlossenem Hochschulstudium wurden bisher gefördert, und wie hoch war dabei jeweils die Förderung?
Wie viele Naturwissenschaftler ohne abgeschlossenes Hochschulstudium wurden bisher gefördert, und wie hoch war dabei jeweils die Förderung?
Wurden sonstige Wissenschaftler gefördert , und wenn ja, welche?
Für welche erbrachten und/oder zu erbringenden Leistungen wurde die Förderung gewährt?
In welcher Form ist die Effizienz- oder Erfolgskontrolle der Maßnahmen im Sinne eines fachlichen Verwendungsnachweises für die Fördermittel organisiert?
Welches sind die Auswahlkriterien für die Fördermaßnahmen, und wo sind sie veröffentlicht?
In welchen Entscheidungsverfahren werden die Fördermaßnahmen getroffen, und welches ist das jeweilige Entscheidungsgremium?
Inwieweit ist ein Unterschied zu einschlägigen Fördermaßnahmen der deutschen Forschungsgemeinschaft gegeben?
Welchen Altersgruppen gehören die Geförderten an, und welche akademischen Grade haben sie?
Wie viele der geförderten Nachwuchswissenschaftler sind Mitglieder des Verbands der chemischen Industrie bzw. arbeiten in Firmen, die Mitglieder des Verbands der chemischen Industrie sind?
Aus welchen Firmen stammen die Geförderten, und in welche Firmen treten bzw. traten die Geförderten ein?
Sind Mittel für die Durchführung von Konferenzen, Symposien u. ä. verwendet worden, und wenn ja, in welcher Höhe?
Sind Forschungsreisen oder -aufenthalte im Ausland finanziert worden, und wenn ja, wie viele?
Für welche Länder und mit welchen Beträgen wurden ggf. Auslandsreisen oder Auslandsaufenthalte finanziert?
In welcher Höhe sind bei der Durchführung der Maßnahmen Verwaltungskosten angefallen, und wer finanziert sie?
Gehen die Maßnahmen in die Projektförderstatistik des Bundesministeriums für Forschung und Technologie ein, und wenn nein, warum nicht?
Wie bewertet die Bundesregierung im Licht ihrer Ankündigung die von ihr durchgeführten Maßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die chemische Indutrie ein Eigenforschungsvolumen in der gleichen Höhe hat wie der gesamte Haushalt des Bundesministeriums für Forschung und Technologie?