Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
10. Wahlperiode
Drucksache 10/6749
15.12.86
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Apel, Dr. Diederich (Berlin), Esters,
Kühbacher, Nehm, Purps, Sieler (Amberg), Frau Simonis, Frau Traupe, Waltemathe,
Walther, Wieczorek (Duisburg), Würtz, Zander, Frau Zutt, Ibrügger, Müller
(Schweinfu rt), Wimmer (Neuötting), Frau Weyel, Oostergetelo und der Fraktion
der SPD
- Drucksache 10/6337 -
Entwicklung der EG-Finanzen durch die europäische Agrarpolitik
Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten —
124 — 0022/26 — hat mit Schreiben vom 4. Dezember 1986 die
Kleine Anfrage namens der Bundesregierung wie folgt
beantwortet:
1. Wie haben sich die Ausgaben des EG-Haushalts in den einzelnen
Jahren von 1980 bis 1986 — absolut und in Steigerungsraten —
entwickelt?
Die Ausgaben des EG-Haushalts haben sich in den
Haushaltsjahren 1980 bis 1986 wie nachstehend aufgeführt entwickelt:
Jahr
Ausgaben
(Zahlungen)
insgesamt
Steigerung zum Vorjahr
absolut in v.H.
— in Mio. ECU1) —
1980 16 290,4 — —
1981 17 792,8 1 502,4 9,22
1982 20 422,7 2 629,9 14,78
1983 24 313,0 3 890,3 19,05
1984 27 523,6 3 210,6 13,21
1985 28 098,7 575,1 2,09
1986 35 174,1 2) 7 075,4 25,18
Quelle
— 1980 bis 1985: Istzahlen lt. Rechnungslegung und Berichten des Europäischen
Rechnungshofes
— 1986: Sollzahlen lt. EG-Haushalt 1986 (Amtsblatt der EG Nr. L 216/86)
1) Durchschnittliche Kurse von ECU in DM:
1980 = 2,51 DM 1984 = 2,24 DM
1981 = 2,53 DM 1985 = 2,23 DM
1982 = 2,39 DM 1986 = 2,22 DM
1983 = 2,28 DM
2) Haushaltsansatz; einschließlich der Ausgaben auf Grund des Beitritts von
Spanien und Portugal
2. Wie haben sich die Agrarausgaben der EG in den einzelnen Jahren
von 1980 bis 1986 — absolut und in Steigerungsraten — entwickelt?
Die Agrarausgaben der EG (Marktordnungsausgaben, Struktur-
und sonstige Ausgaben) haben sich von 1980 bis 1986 wie folgt
entwickelt:
Jahr
Ausgaben
(Zahlungen)
insgesamt
Steigerung zum Vorjahr
absolut in v.H.
— in Mio. ECU 1 ) —
1980 11 928,8 — —
1981 11 584,8 — 344,0 — 2,88
1982 13 070,4 1 485,6 12,82
1983 16 592,7 3 522,3 26,95
1984 19 088,2 2 495,5 15,04
1985 20 546,3 1 458,1 7,64
1986 23 104,2 1 ) 2 557,9 12,45
Quelle
— 1980 bis 1985: Istzahlen lt. Rechnungslegung und Berichten des Europäischen
Rechnungshof es
— 1986: Sollzahlen lt. EG-Haushalt 1986 (Amtsblatt der EG Nr. L 214/86)
1) Haushaltsansatz; einschließlich der Ausgaben auf Grund des Beitritts von
Spanien und Portugal
3. Wie hoch war jeweils in den Jahren 1980 bis 1986 der Anteil der
Agrarausgaben am Volumen des gesamten EG-Haushalts?
Der Anteil der Agrarausgaben am Volumen des EG-Haushalts
stellt sich in den Jahren 1980 bis 1986 wie folgt dar:
Jahr Anteil an den Ausgaben (Zahlungen)
des EG-Haushalts insgesamt
in v.H.
1980 73,23
1981 65,11
1982 64,00
1983 68,25
1984 69,35
1985 73,12
1986 65,69
4. Wie haben sich die deutschen Leistungen für den EG-Haushalt in
den einzelnen Jahren von 1980 bis 1986 — absolut und in
Steigerungsraten — entwickelt?
Die Leistungen der Bundesrepublik Deutschland zum Haushalt
der EG haben sich in den Jahren 1980 bis 1986 wie nachstehend
aufgeführt entwickelt (Abgrenzung gemäß Systema tik
Bundeshaushalt):
Haushaltsjahr Brutto
-
leistungen
Steigerung gegenüber
dem Vorjahr
absolut in v.H.
— in Mio. DM —
1980 12 412,0 — —
1981 13 817,0 1 405,0 11,32
1982 14 613,0 . 796,0 5,76
1983 15 927,0 1 314,0 8,99
1984 17 830,0 1 903,0 11,95
1985 18 441,0 611,0 3,43
1986 1 ) 19 015,0 574,0 3,11
1) geschätzt
5. a) Wie hoch waren die Rückflüsse aus dem EG-Haushalt in die
Bundesrepublik Deutschl and insgesamt und im Agrarbereich in
den jeweiligen Jahren von 1980 bis 1986 — absolut und in
Steigerungsraten?
Die Rückflüsse aus dem EG-Haushalt an die Bundesrepublik
Deutschland in den Jahren 1980 bis 1986 stellen sich wie folgt dar
(Abgrenzung gemäß Systematik Bundeshaushalt):
A. Gesamtrückflüsse
Betrag
in Mio. DM
Steigerung zum Vorjahr
absolut
in Mio. DM in v.H.
1980 8 424
1981 7 501 — 923 —10,96
1982 7 168 — 333 — 4,44
1983 9 843 2 675 37,32
1984 10 527 684 6,95
1985 10 036 — 491 — 4,66
1986 1 ) 11 162 1 126 11,22
B. Agrarrückflüsse
1980 7 273
1981 6 238 —1 035 —14,23
1982 5 910 — 328 — 5,26
1983 8 090 2 180 36,89
1984 8 845 755 9,33
1985 8 641 — 204 — 2,31
1986 1 ) 9 885 1 244 14,40
1) geschätzt
Nachrichtlich
Einschließlich der direkten Rückflüsse aus dem EAGFL,
Abteilung Ausrichtung
ohne Währungsausgleichsbeträge für andere Mitgliedstaaten
ohne Behilfezahlungen für Magermilchpulver bei der Ausfuhr
nach und für Italien
ohne Rotbeträge (nega tive Marktordnungsausgaben) betreffend
Währungsausgleichsbeträge bei der Einfuhr aus
Mitgliedstaaten, Mitverantwortungsabgabe im Sektor Milch und
Milcherzeugnisse, Milchgarantiemengenabgabe.
b) Wie hoch waren die Anteile an den gesamten Rückflüssen aus
dem EG-Haushalt, die in die Bundesrepublik Deutschl and als
Folge der europäischen Agrarpolitik in den einzelnen Jahren
von 1980 bis 1986 — in absoluten Zahlen und in
Steigerungsraten — geflossen sind?
Die Anteile der in der Beantwortung zur Frage 5 a) aufgeführten
Argrarrückflüsse an den Gesamtrückflüssen der EG an die
Bundesrepubik Deutschland betragen in den Jahren 1980 bis 1986 in
v. H.:
1980 86,34
1981 83,16
1982 82,45
1983 82,19
1984 84,02
1985 86,10
1986 1 ) 88,56
1) geschätzt
c) Welcher Teil der Ausgaben des EG-Agrarfonds, Abteilung,
Garantie, wird bei den deutschen Landwirten direkt
einkommenswirksam?
Die mit den Ausgaben des EG-Agrarfonds, Abteilung Garan tie,
finanzierten Marktordnungsmaßnahmen haben teils direkte und
teils indirekte Auswirkungen auf die Einkommen in der
Landwirtschaft. Beihilfen und Erstattungen bei der Erzeugung schlagen
sich unmittelbar im Einkommen nieder, während Interventionen,
Lagerhaltung und Erstattungen beim Export sich über die
dadurch gestützten Erzeugerpreise mittelbar auf die Einkommen
der Landwirte auswirken. Die Auswirkungen der
Einzelmaßnahmen auf die Höhe der Einkommen sind jedoch in Abhängigkeit
von der speziellen Ausgestaltung, dem Produkt und der
jeweiligen Marktlage verschieden. Mit zunehmender Überschreitung
des Selbstversorgungsgrades und ungünstiger werdenden
Absatzbedingungen auf dem Weltmarkt werden zunehmend
mehr Mittel für die Stützung des aus einkommenspolitischer Sicht
gewollten Preisniveaus benötigt.
Eine genaue Quantifizierung der direkten und indirekten Auswir
-
kungen der Ausgaben des EG-Agrarfonds, Abteilung Garan tie,
auf das Einkommen in der Landwirtschaft ist deshalb nicht
möglich. Die meisten Marktordnungsmaßnahmen sind allerdings so
angelegt, daß sie vorrangig einen Beitrag zur Stützung der
inländischen Erzeugerpreise liefern und damit zum überwiegenden
Teil indirekt die landwirtschaftlichen Einkommen sichern.
Die Einkommenswirkung von direkten Maßnahmen wird bei den
Erzeugerbeihilfen am ehesten sichtbar.
6. Wie hoch waren die nationalen Leistungen für die Agrarpolitik in
der Bundesrepublik Deutschland, und wie hoch war ihr Anteil an
den gesamten Leistungen (EG und na tional) für den deutschen
Agrarbereich in den jewei ligen Jahren von 1980 bis 1986 — absolut
und in Steigerungsraten?
Die nationalen Leistungen für die Agrarpolitik in der
Bundesrepublik Deutschland entwickelten sich in den Jahren 1980 bis 1986
wie nachfolgen aufgeführt:
Jahr Nationale
Leistungen für
die Agrarpolitik
(Epl. 10)
zuzüglich
EG-Ausgaben
in der
Bundesrepublik
Deutschland
insgesamt
Steige
-
rungsrate
Nationale
Lei
stungen
für die
Agrar
politik
(Epl. 10)
Steige
rungs
rate
Anteil der
Ausgaben
in Spalte 4
an den
Ausgaben
in Spalte 2
in Mio. DM in v.H. in Mio. DM in v.H. in v.H.
1 2 3 4 5 6
1980 14 029 - 6 756 - 48,16
1981 12 397 -11,63 6 159 -8,84 49,68
1982 12 124 - 2,20 6 214 +0,89 51,25
1983 14 069 +16,04 5 979 -3,78 42,50
1984 15 096 + 7,30 6 251 +4,55 41,41
1985 15 366 + 1,79 6 725 +7,58 43,76
1986 1 ) 16 809 + 9,39 6 924 +2,96 41,19
1) EG-Ausgaben: geschätzt
Nationale Ausgaben: Haushaltsansatz
Nachrichtlich
Über die nationalen Ausgaben (Epl. 10) hinaus werden
Aufwendungen für die Agrarpolitik aus den Haushalten der Bundesländer
finanziert. So sind zum Beispiel aus den Länderhaushalten
Ausgaben für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der
Agrarstruktur und des Küstenschutzes" einzubeziehen, soweit sie als
Komplementärmittel für die Finanzhilfen des Bundes relevant
sind (1980: 887,7 Mio. DM; 1981: 682,5 Mio. DM; 1982: 648,8 Mio.
DM; 1983: 712,7 Mio. DM; 1984: 762,4 Mio. DM; 1985: 888,5 Mio.
DM).
7. a) Wie haben sich die Überschüsse bei Milcherzeugnissen (Butter,
Milch, Magermilchpulver) in den einzelnen Jahren von 1980 bis
1986 — in absoluten Zahlen und in Zuwachsraten — entwickelt?
8. a)Wie haben sich die Überschüsse bei Rindfleisch in den
einzelnen Jahren von 1980 bis 1986 — in absoluten Zahlen und in
Zuwachsraten — entwickelt?
9. a) Wie haben sich die Überschüsse bei Getreide bzw. den
einzelnen Getreideerzeugnissen in den einzelnen Jahren von 1980 bis
1986 — in absoluten Zahlen und in Zuwachsraten — entwickelt?
Die Fragen 7 a), 8 a) und 9 a) werden wie folgt zusammengefaßt
beantwortet:
Eine bis ins einzelne gehende Quantifizierung der Überschüsse
erscheint nicht möglich. Wenn auch die Überschußmengen nicht
mit der Bestandsentwicklung von interventionsfähigen
Erzeugnissen gleichgesetzt werden dürfen, so kann man jedoch annehmen,
daß sich die Überschüsse tendenziell in der Bestandsentwicklung
der Interventionsmengen grundsätzlich niederschlagen.
Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß Interventionen auch zum
Zweck des Marktausgleichs, der Sicherstellung der Versorgung
mit Nahrungsmitteln und der Sicherung des Anschlusses an die
neue Ernte erfolgen.
Wegen der Bestandsentwicklung bei den Interventionen im
einzelnen wird auf die Beantwortung der Frage 10 unter a) Bezug
genommen.
b) Welche Entwicklung ist bei der Produktions- und der
Absatzmenge in den nächsten Jahren für die vorgenannten
Milcherzeugnisse — in absoluten Zahlen und in Zuwachsraten — zu
erwarten?
Der strukturelle Überschuß im Milchsektor wird mittelfristig auf
jährlich rd. 9,5 Mio. t Milch, das sind rd. 430 000 t Butter und rd.
890 000 t Magermilchpulver geschätzt. Wirksame Maßnahmen
zum Abbau der Milchüberschüsse sind erforderlich. Da noch nicht
abzusehen ist, welche Maßnahmen der Rat auf Vorschlag der EG-
Kommision letztlich beschließen wird, läßt sich das Ausmaß der
Milchüberschüsse und ihrer Entwicklung in den kommenden
Jahren gegenwärtig nicht abschätzen.
b) Welche Entwicklung ist bei der Produktions- und der
Absatzmenge in den nächsten Jahren für Rindfleisch — in absoluten
Zahlen und in Zuwachsraten — zu erwarten?
Im Jahre 1990 wird nach heutigen Schätzungen mit einer
Differenz zwischen Erzeugung (einschließlich Importverpflichtungen
und abschöpfungsfreien Einfuhren) und Verbrauch in Höhe von
0,60 Mio. t an Rind- und Kalbfleisch gerechnet.
Wegen der laufenden EG-Verhandlungen wird auf die Antwort zu
Frage 16 verwiesen.
b) Welche Entwicklung ist bei der Produktions- und der
Absatzmenge in den nächsten Jahren für Getreide bzw. den einzelnen
Getreideerzeugnissen - in absoluten Zahlen und in
Zuwachsraten - zu erwarten?
Bei Getreide wird in der auf zwölf Mitgliedstaaten erweiterten
Gemeinschaft bis 1990/91
- bei der Erzeugung mit einer jährlichen Zuwachsrate von 2 %,
- bei der Inlandsverwendung mit einer jährlichen Zuwachsrate
von 0,3 %
gerechnet.
Das bedeutet, daß 1990/91 unter Berücksichtigung eines Netto
-
Exportes von 15 Mio. t Getreide und Getreideerzeugnissen rd.
13 Mio. t Getreide zuviel produziert würden.
Die Verhandlungsziele der Bundesregierung sind in der Antwort
zu Frage 16 dargestellt.
10. Wie haben sich die Interven tions- und Lagerkosten für die
jeweiligen Mengen insgesamt entwickelt?
Zum Zwecke der Übersichtlichkeit werden zunächst die Mengen
dargestellt - vgl. a) - und anschließend die Kosten insgesamt -
vgl. b).
a) Die Mengen der öffentlichen Lagerbestände (Ist) in der EG
haben sich in den Jahren 1980 bis 1985 wie nachstehend
aufgeführt entwickelt:
- 1980 bis 1982:
Stand: Stand: Veränderung Stand: Veränderung
31. 12. 80 31. 12. 81 zum Vorjahr 31. 12. 82 zum Vorjahr
Mengen Mengen in in Mengen in in
in Mio. t in Mio. t Mio. t v. H. in Mio. t Mio. t v.H.
Getreide 6,686 4,468 -2,218 -33,17 9,668 +5,200 +116,38
Olivenöl 0,074 0,140 +0,066 +89,19 0,181 +0,041 + 29,29
Raps 0,082 0,024 -0,058 -70,73 0,039 +0,015 + 62,50
Tabak 0,029 0,039 +0,010 +34,48 0,038 -0,001 - 2,56
MMP 0,231 0,298 +0,067 +29,00 0,605 +0,307 +103,02
Butter 0,148 0,014 -0,134 -90,54 0,138 +0,124 +885,71
Rindfleisch 0,314 0,210 - 0,104 -33,12 0,217 + 0,007 + 3,33
- 1983 bis 1985:
Stand:
30. 11. 83
Mengen
in Mio. t
Veränderung
zum Vorjahr
in in
Mio. t v. H.
Stand:
30. 11. 84
Mengen
in Mio. t
Veränderung
zum Vorjahr
in in
Mio. t v. H.
Stand:
30. 11. 85
Mengen
in Mio. t
Veränderung
zum Vorjahr
in in
Mio. t v. H.
Getreide 9,542 -0,126 - 1,30 9,394 -0,148 - 1,55 18,648 +9,254 + 98,51
Zucker - - - 0,043 +0,043 +100,0 - -0,043 -100,0
Olivenöl 0,121 -0,060 - 33,15 0,168 +0,047 + 38,84 0,075 -0,093 - 55,36
Raps - -0,039 -100,0 0,058 +0,058 +100,0 - -0,588 -100,0
Tabak 0,031 -0,007 - 18,42 0,014 -0,017 - 54,84 0,015 +0,001 + 7,14
Alkohol - - - - - - 0,501h1 +0,501h1 +100,0
MMP 0,957 +0,352 + 58,2 0,773 -0,184 - 19,22 0,514 -0,259 - 33,51
Butter 0,686 +0,548 +397,10 0,973 +0,287 + 41,84 1,018 +0,045 + 4,62
Rindfleisch 0,390 +0,173 + 79,72 0,595 +0,205 + 52,56 0,803 +0,208 + 34,96
Schweinefleisch - - - - - - 0.026 +0.026 +100.0
Quelle: Finanzberichte des EAGFL, Abteilung Garantie, betr. die Jahre 1980 bis 1985
Nachrichtlich
Schätzung der lin November 1986 erwarteten Bestände (EG-12):
Getreide: 14,469 Mio. t
(Veränderung zu 1985: - 4,179 Mio. t, -22,41 v.H.)
Magermilchpulver: 0,800 Mio. t
(Veränderung zu 1985: +0,286 Mio. t, +55,64 v.H.)
Butter: 1,300 Mio. t
(Veränderung zu 1985: +0,282 Mio. t, +27,70 v.H.)
Rindfleisch: 0,670 Mio. t
(Veränderung zu 1985: -0,133 Mio. t, -16,56 v.H.)
b) Die Interventions- und Lagerkosten für die öffentliche
Lagerhaltung insgesamt (Finanzierungskosten, technische Kosten
und Verwertungsverluste), d. h. für alle unter Buchstabe a
aufgeführten Erzeugnisse, entwickelten sich in den Jahren 1980
bis 1986 in der EG wie folgt:
in Mio. ECU
1980 1 132,9
1981 1 051,9
1982 1 031,3
1983 2 007,2
1984 2 710,0
1985 3 542,4
1986 1 ) 3 701,0
Quelle: Finanzberichte des EAGFL, Abteilung Garan tie, betreffend die Jahre
1980 bis 1985; EG-Haushalt 1986
1) Haushaltsansatz; einschließlich der Ausgaben auf Grund des Beitritts von
Spanien und Portugal
11. Wie hoch sind die Verluste der Verwertung und Lagerung
gegenüber den Ankaufspreisen bei den einzelnen Milcherzeugnissen
(Butter, Milch, Magermilchpulver), Rindfleisch und Getreide bzw.
den einzelnen Getreideerzeugnissen in den einzelnen Jahren von
1980 bis 1986 - absolut und in Steigerungsraten - gewesen?
Zum Zwecke der Übersichtlichkeit werden zunächst die
Lagerhaltungskosten dargestellt - vgl. a) - und anschließend die Kosten für
die Verluste der Verwertung - vgl. b).
a) Die Entwicklung der Lagerhaltungskosten -
Finanzierungskosten und technische Kosten betreffend die öffentliche
Lagerhaltung (Getreide, Milcherzeugnisse und Rindfleisch) in
der EG in den Jahren 1980 bis 1986 stellt sich wie folgt dar:
- Finanzierungskosten (in Mio. ECU):
1980 bis 1983:
Veränderung Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr zum Vorjahr
1980 1981 in in 1982 in in 1983 in in
Mio. v.H. Mio. v.H. Mio. v.H.
ECU ECU ECU
Getreide 46,6 80,5 +33,9 +72,75 90,2 + 9,7 +12,15 140,3 + 50,1 + 55,54
Milcherzeugnisse1) 69,6 33,8 -35,8 -51,44 56,5 +22,7 +67,2 199,6 +143,1 +253,27
- Butter
- MMP
Rindfleisch 48,9 49,0 + 0,1 + 0,20 27,5 -21,5 -43,8 55,8 + 28,3 +102,91
1984 bis 1986:
Veränderung Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr zum Vorjahr
1984 in in 1985 in in 19862) in in
Mio. v.H. Mio. v.H. Mio. v.H.
ECU ECU ECU
Getreide 92,7 - 47,6 -33,93 174,8 +82,1 + 88,57 203,0 +28,2 +16,13
Milcherzeug
-
nisse
340,2 +140,6 +70,44 292,3 -47,9 - 14,08 270,0 -22,3 - 7,63
- Butter 233,1 234,5 + 1,4 + 0,60 219,0 -15,5 - 6,61
- MMP 107,1 57,8 -49,3 - 46,03 51,0 - 6,8 -11,76
Rindfleisch 58,8 + 3,0 + 5,37 128,2 +69,4 +118,03 103,0 -25,2 -19,66
- Technische Kosten (in Mio. ECU):
1980 bis 1983:
Veränderung Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr zum Vorjahr
1980 1981 in in 1982 in in 1983 in in
Mio. v.H. Mio. v.H. Mio. v.H.
ECU ECU ECU
Getreide 86,6 121,3 +34,7 +40,07 134,9 +13,6 +11,21 211,9 +77,0 + 57,08
Milcherzeug
nisse1) 41,2 17,7 -23,5 -57,04 26,0 + 8,3 +46,89 95,6 +69,6 +267,69
- Rutter
- MMP
Rindfleisch 89,8 72,0 -17,8 -19,91 56,9 -15,1 -20,97 93,9 +37,0 + 65,02
1984 bis 1986:
Veränderung Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr zum Vorjahr
1984 in in 1985 in in 19862) in in
Mio. v.H. Mio. v.H. Mio. v.H.
ECU ECU ECU
Getreide 199,2 -12,7 - 5,99 353,5 +154,1 +77,46 423,0 +69,5 +19,73
Milcherzeug
-nisse
168,2 +72,6 +75,94 151,2 - 17,1 -10,11 152,0 + 0,8 + 0,53
- Butter 134,5 134,3 - 0,2 - 0,15 138,0 + 3,7 + 2,76
-MMP 33,7 16,9 - 16,8 -49,85 14,0 - 2,9 -17,16
Rindfleisch 135,9 +42,0 +44,73 198,1 + 62,2 +45,77 161,0 -37,1 -18,73
Quelle: Finanzberichte des EAGFL, Abteilung Garan tie, be treffend die Jahre 1980 bis 1985; EG-Haushalt 1986
1) Für die Jahre 1980 bis 1983 liegen keine aufgeschlüsselten Angaben vor.
2) Haushaltsansatz; einschließlich der Ausgaben auf Grund des Beitritts von Spanien und Po rtugal
b) Die Verwertungsverluste betreffend die öffentliche
Lagerhaltung (Getreide, Milcherzeugnisse und Rindfleisch) in der EG
haben sich in den Jahren 1980 bis' 1986 wie nachstehend
aufgeführt entwickelt:
Verwertungsverluste (Unterschied zwischen An- und
Verkaufspreis) 1 ) in Mio. ECU:
1980 bis 1983:
1984 bis 1986:
Veränderung Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr zum Vorjahr
1984 in in 1985 in in 19863 ) in in
Mio. v.H. Mio. v.H. Mio. v.H.
ECU ECU ECU
Getreide 22,4 -102,1 -82,01 223,5 +201,1 +897,77 300,0 + 76,5 + 34,23
Milcherzeug
-nisse
989,6 +409,7 +70,65 1363,4 +373,8 + 37,77 983,0 -380,4 - 27,90
- Butter 311,0 858,1 +547,1 +175,92 996,0 +137,9 + 16,07
- MMP 678,6 505,3 -173,3 - 25,54 -13,0 -518,3 -102,57
Rindfleisch 605,7 +137,1 +29,26 608,2 + 2,5 + 0,41 757,0 +148,8 + 24,47
Quelle: Finanzberichte des EAGFL, Abteilung Garan tie, betreffend die Jahre 1980 bis 1985; EG-Haushalt 1986
1) Ein Teil dieses Unterschieds entsteht ggf. entweder durch Verkauf im Wege der Ausschreibung auf dem Weltmarkt, wobei
die Ausfuhrerstattung im Verkaufspreis berücksichtigt ist, oder durch andere Absatzmaßnahmen auf dem Binnenmarkt.
2) Für die Jahre 1980 bis 1983 liegen keine aufgeschlüsselten Angaben vor.
3) Haushaltsansatz; einschließlich der Ausgaben auf Grund des Beitritts von Spanien und Po rtugal
Veränderung
zum Vorjahr
Veränderung
zum Vorjahr
Veränderung
zum Vorjahr
1980 1981 in in 1982 in in 1983 in in
Mio. v.H. Mio. v.H. Mio. v.H.
ECU ECU ECU
Getreide 68,5 139,9 + 71,4 +104,23 155,0 +15,1 +10,79 124,5 - 30,5 - 19,68
Milcherzeugnisse 2) 295,9 163,2 -132,7 - 44,84 155,9 - 7,3 - 4,47 579,9 +424,0 +271,97
- Butter O
- MMP
Rindfleisch 326,8 259,1 - 67,7 - 20,72 242,4 -16,7 - 6,44 468,6 +226,2 + 93,31
12. Wie hoch sind die Kosten für die jetzt noch vorhandenen
Lagerbestände, soweit sie bisher angefallen sind, und soweit sie bis zu ihrer
Verwertung entstehen werden?
Die Lagerbestände hatten nach Angaben der EG-Kommission am
31. Juli 1986 einen Buchwert von 12 250 Mio. ECU. Die
Verwertungsverluste bei Absatz dieser Bestände schätzt die Kommission
auf 6 500 Mio. ECU. Wann diese Verluste im einzelnen anfallen,
hängt vom Zeitpunkt des Absatzes ab. Die für 1986
veranschlagten Ausgaben für Ankauf, Lagerung und Verkauf der
Interventionswaren sind den Antworten zu den Fragen 10 und 11 zu
entnehmen.
13. Welches ist die Position der Bundesregierung in bezug auf die
Vorrangigkeit der Agrarpolitik gegenüber den anderen
europäischen Politikbereichen und der Finanzlage der Bundesrepublik
Deutschland als Mitgliedstaat?
Die Bundesregierung hat anerkannt, daß die Landwirtschaft sich
angesichts der notwendigen Umgestaltung der EG-Agrarpolitik in
einer schwierigen Lage befindet. Sie hält es deshalb für
erforderlich, daß der Finanzierung der Agrarausgaben in einer
Übergangsphase Vorrang einzuräumen ist. Daraus ergibt sich die
zwingende Notwendigkeit, in dieser Phase bei anderen Politiken
der Gemeinschaft entsprechende Zurückhaltung zu üben und im
Rahmen der verfügbaren Eigenmittel für die Fortentwicklung der
Gemeinschaft Schwerpunkte zu bilden. Gleichzeitig kommt es
darauf an, bei der Agrarpolitik im Interesse einer effektiveren
Verwendung der Mittel alle Einsparungsmöglichkeiten
auszuschöpfen.
14. Was hat die Bundesregierung in Brüssel zur Haushaltsdisziplin mit
beschlossen, und was bedeutete dieser Beschluß für das Verhältnis
von europäischer Haushalts- und Agrarpolitik?
Am 4. Dezember 1984 hat der Rat „Schlußfolgerungen über die
erforderlichen Maßnahmen zur effektiven Anwendung und der
Schlußfolgerungen des Europäischen Rates betreffend die
Haushaltsdisziplin" angenommen.
Diese Schlußfolgerungen über die Haushaltsdisziplin sehen vor,
daß zu Beginn jedes Haushaltsverfahrens ein globaler
Bezugsrahmen für die Finanzierung der Gemeinschaftspolitiken festgesetzt
wird. Innerhalb dieses Bezugsrahmens soll der Anstieg der
Agrarmarktausgaben unterhalb des Steigerungssatzes der Eigenmittel
bleiben, für die nichtobligatorischen Ausgaben ist während des
gesamten Haushaltsverfahrens die Einhaltung des Höchstsatzes
durch den Rat vorgesehen.
Durch die Anwendung der vom Rat festgelegten Regeln über die
Haushaltsdisziplin soll das Wachstum des EG-Haushaltes
insgesamt stärker den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinschaft
und der Mitgliedstaaten angepaßt werden.
15. Wie läßt sich die gegenwärtige EG-Politik, insbesondere die EG-
Agrarpolitik, mit den Beschlüssen zur Haushaltsdisziplin
vereinbaren?
Die vom Rat im Dezember 1984 verabschiedeten
Schlußfolgerungen zur Haushaltsdisziplin sehen auch Regeln für die Anwendung
des Grundsatzes vor, daß die Agrarausgaben nicht stärker
ansteigen sollen als die Eigenmittel der Gemeinschaft. Diese Regeln
sind als Maßstab für die Gestaltung der Agrarpolitik gedacht, vor
allem bei den jährlichen Preisbeschlüssen.
Bei seinen Preisbeschlüssen 1985/86 und 1986/87 hat der Agrarrat
diese Regeln beachtet; die Preisbeschlüsse 1986/87 selbst führen
sogar zu Einsparungen.
Die erheblichen zusätzlichen Ausgaben für den Haushalt 1986
und die zu erwartenden Mehrausgaben 1987 ergeben sich im
wesentlichen aus externen Faktoren, insbesondere der
Entwicklung des Dollar-Kurses. Der Rat hat für das Haushaltsjahr 1986
insoweit das Vorliegen „außergewöhnlicher Umstände" im Sinne
der Schlußfolgerungen anerkannt.
16. Mit welchen Mitteln beabsichtigt die Bundesregierung den
weiteren Zuwachs bei den Überschüssen und der Lagerung,
insbesondere bei der steigenden Produktivität bei den Produkten Milch
(Butter, Milch, Magermilchpulver), Rindfleisch und Getreide bzw.
den einzelnen Getreideerzeugnissen einzudämmen und
abzubauen?
Milch und Milcherzeugnisse
Der Milchmarkt unterliegt der gemeinsamen Marktordnung der
EG. Nationale Stützungsmaßnahmen sind der Bundesregierung
daher nicht erlaubt. Zur Lösung der aktuellen
Milchmarktprobleme setzt sich die Bundesregierung bei den laufenden
Verhandlungen in Brüssel für eine vorübergehende lineare und
obligatorische Stillegung von Referenzmengen bei allen Erzeugern mit
Einkommensausgleich entsprechend der stillgelegten
Referenzmengen ein. Damit könnte im System der
Garantiemengenregelung Milch eine sofortige Mengenrückführung auf ein für den EG-
Haushalt finanzierbares Niveau und ein direkter
Einkommensausgleich für die Milcherzeuger erreicht werden.
Rindfleisch
Zur Zeit wird in Brüssel über eine Reform der Rindfleisch-
Marktordnung verhandelt. Dabei setzt sich die Bundesregierung dafür
ein, daß künftig die Interven tion von Rindfleisch auf Zeiten
tatsächlicher Angebotsspitzen begrenzt und als Ausgleich den
Rindermästern für eine bestimmte Tierzahl eine direkte Prämie
gezahlt wird.
Außerdem soll die Direktausfuhr von frischem Fleisch und die
private Lagerhaltung ausgebaut werden.
Getreide
Bei Getreide setzt sich die Bundesregierung zur Bewäl tigung der
Überschußsituation für ein Bündel von Maßnahmen ein:
— Unter Beibehaltung des Stützungssystems, vor allem auch in
der Höhe der Preisstützung, muß EG-weit eine weitere
Differenzierung zugunsten guter Qualitäten erfolgen, so daß
abfallende Qualitäten stärker der inferioren Verwertung (u. a.
Verfütterung) zugeführt werden.
— Die Alternativen der Produktion sollen weiter gezielt
ausgebaut werden (Anbau von Ölsaaten, Körnerhülsenfrüchten und
Faserstoffen).
— Die Alternativen der Verwendung können über die
Stärkeherstellung schon jetzt verstärkt genutzt werden. Die Verwendung
von Getreide zur Ethanolgewinnung ist im Grundsatz
beschlossen; die Realisierung hängt von der Entwicklung der
ökonomischen Rahmenbedingungen ab.
— Über Vorschläge zur Stillegung von Flächen und
Produktionskapazitäten wird in Brüssel verhandelt. Zur Flankierung der
Stillegung ist ein interna tional abgestimmtes Vorgehen
erforderlich.
17. Wie haben sich die Verpflichtungsermächtigungen für die großen
Politikbereiche des EG-Haushalts in den einzelnen Jahren seit
1980 — absolut und in Steigerungsraten — entwickelt?
Die Verpflichtungsermächtigungen - getrennt nach Bereichen -
des EG-Haushalts haben sich in den Jahren 1980 bis 1986 wie
folgt entwickelt:
Betrag in
Mio. ERE/ECU
(Verpflichtungs
-
ermächtigungen)
Steigerung
zum Vorjahr
— absolut — — in v. H. -
Agrarpolitik
1980 11 932,8
1981 11698,2 - 234,6 - 1,97
1982 13 186,1 1 487,9 12,72
1983 16 772,8 3 586,7 27,20
1984 19 297,4 2 524,6 15,05
1985 20 760,7 1 463,3 7,58
1986 1 ) 23 229,7 2 469,0 11,89
Regionalpolitik,
Verkehr
1980 1 528,3
1981 3 074,1 1 545,8 101,15
1982 3 861,5 787,4 25,61
1983 3 266,7 - 594,8 - 15,40
1984 2 928,6 - 338,1 - 10,35
1985 2) 2 640,7 - 287,9. - 9,83
1986 1 ) 3 463,1 822,4 31,14
Sozialpolitik
1980 1.079,0
1981 1034,4 - 44,6 - 4,13
1982 1 689,6 655,2 63,34
1983 2 007,6 318,0 18,82
1984 2 275,7 268,1 13,35
1985 2) 2 283,5 7,8 0,34
1986 1 ) 2 415,7 132,2 5,79
Forschung,
Energie,
Industrie
1980 406,2
1981 448,3 42,1 10,36
1982 555,7 107,4 23,96
1983 1 526,2 970,5 174,64
1984 1 318,0 - 208,2 - 13,64
1985 2) 977,2 - 340,8 - 25,86
1986 1 ) 920,2 - 57,0 - 5,83
Entwicklungshilfe
und Zusammenarbeit
1980 871,0
1981 903,4 32,4 3,72
1982 899,5 - 3,9 - 0,43
1983 1 060,6 161,1 17,91
1984 1 199,0 138,4 13,05
1985 1139,5 - 59,5 - 4,96
1986 1 ) 1 264,2 124,7 10,94
EG-Haushalt
insgesamt
1980 17 504,0
1981 19 083,2 1 578,8 9,02
1982 22 324,5 3 241,3 16,99
1983 26 802,9 4 478,4 20,06
1984 29 324,3 2 521,4 9,41
1985 30 360,0 1 035,7 3,53
1986 1 ) 36 052,2 5 692,2 18,75
1) Haushaltsansatz; einschließlich Ausgaben auf Grund des Beitritts von Spanien
und Portugal
2) Die negativen bzw. sehr niedrigen Steigerungsraten gegenüber 1984
resultieren aus der Umstellung des Ausgleichs zugunsten Großbritanniens von der
Ausgaben- auf die Einnahmeseite des EG-Haushalts
18. Hat der Bundesfinanzminister im Finanzplan des Bundes bis 1990
Vorsorge dafür ge troffen, daß bei der steigenden Produktivität und
der anwachsenden Lagerbestände ausreichende Mittel vorhanden
sind, um die bestehenden Lagerbestände abzubauen?
Die Ausgaben zum Abbau der Lagerbestände sind Ausgaben für
die Interventionen zur Regulierung der Agrarmärkte, die von der
Abteilung Garantie des Europäischen Ausrichtungs- und
Garantiefonds für die Landwirtschaft finanziert werden; dieser Fonds ist
jeweils Teil des EG-Haushaltes. Die Ausgaben fa llen somit unter
die allgemeinen Finanzierungsregeln des EG-Haushaltes, d. h.
auch sie unterliegen dem Eigenmittelplafond.
Im geltenden Finanzplan 1986 bis 1990 ist für die Finanzierung
der EG-Haushalte Vorsorge getroffen.
19. Wie hoch schätzt die Bundesregierung die notwendigen
Gesamtausgaben, die notwendig wären, um den dauerhaften Abbau der
Lagerbestände zu erreichen und zu finanzieren?
Eine aussagefähige Schätzung der in Zukunft notwendigen
Gesamtausgaben für den dauerhaften Abbau der Lagerbestände
ist insbesondere aus folgenden Gründen nicht möglich:
— Die Entscheidungen des EG-Rates zur künftigen Gestaltung
der Agrarpolitik sind noch offen.
— Die Entwicklung der Lage auf den Weltagrarmärkten ist nicht
vorhersehbar (Aufnahmefähigkeit, Preise, Dollarkurs).
Außerdem spielt dabei die Höhe der für den saisonalen Ausgleich
erforderlichen Lagerbestände eine Rolle.
Zu den Verwertungsverlusten beim Absatz der vorhandenen
Bestände wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen.
20. Wie hoch sind die Mittel des Bundes und die gesamten
Steuermindereinnahmen für die einzelnen nationalen Bestandteile der
Agrarpolitik für die einzelnen Jahre 1980 bis 1990 — in absoluten
Zahlen und in Steigerungsraten?
Die Mittel des Bundes für die Jahre 1980 bis 1986 ergeben sich aus
Spalte 4 der Antwort zu Frage 6. Die nationalen Leistungen für die
Agrarpolitik betragen nach dem Bundeshaushalt 1987 (Epl. 10)
7 907 Mio. DM. Nach dem geltenden Finanzplan ergeben sich
Leistungen für 1988 von 8 087 Mio. DM, für 1989 von 8 133 Mio.
DM und für 1990 von 8 302 Mio. DM.
Die Steuermindereinnahmen durch agrarpolitische Maßnahmen
in den Jahren 1980 bis 1990 (in absoluten Zahlen und in
Steigerungsraten) ergeben sich aus der als Anlage beigefügten
Übersicht.
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ruck sach
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10/67 49
D
eutsch
e
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und
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—
10. W
ah
lperi od
e
Steuermindereinnahmen durch agrarpolitische Maßnahmen in den Jahren 1980 bis 19901) Anlage
— grobe Schätzung —
Lfd.
Nr.
Maßnahmen
Steuermindereinnahmen (in Mio. DM)
1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990
1 Ermittlung des Gewinns aus Land- und
Forstwirtschaft nach Durchschnittsätzen (§ 13a EStG) 1 200 800 600 500 480 465 450 435 420 410 400
2 Freibeträge für Veräußerungsgewinne bis
100 000 DM (§ 14 EStG), für Gewinne aus der
Veräußerung bestimmter land- und forstwirtschaft
-
licher Betriebe (§ 14 a Abs. 1-3 EStG) und einzelner
land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke
(§ 14a Abs. 4 EStG) . . . 50 50 50 95 4 ) 95 95 95 95
3 Begünstigung bestimmter Investitionen bei Land-
und Forstwirten (§§ 76 und 78 EStDV) 100 105 110 115 120 120 125 125 125 125 125
4 Steuerbefreiung land- und forstwirtschaftlicher
Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften sowie
-vereine (§ 5 Abs. 1 Nr. 14 KStG; § 3 Abs. 1
Nr. 7 VStG; § 3 Nr. 8, 12 und 14 GewStG) 45 46 47 40 40 40 40 40 40 40 40
5 Freibetrag von 30 000 DM für zehn Jahre für
Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften sowie
-vereine, die Land- und Forstwirtschaft betreiben .2) . . . . . . . . . .
6 Freibetrag von 100 000 DM für zehn Jahre für
bestimmte landwirtschaftliche
Produktionsgemeinschaften und -vereine (§ 7 VStG) 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
7 Steuerbefreiung für Viehversicherungen, bei
denen die Versicherungssumme 7 500 DM nicht
übersteigt (§ 4 Nr. 9 VersStG) 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
8 Befreiung der Zugmaschinen und anderer
landwirtschaftlich genutzter Fahrzeuge (§ 3 Nr. 7
KraftStG) 3 ) 160 160 160 160 160 160 160 160 160 160 160
9 Freibetrag von 2 000/4 000 DM für alle Land- und
Forstwirte (§ 13 Abs. 3 EStG) 420 520 550 460 460 450 450 445 445 440 440
D
eutsch
er B
und
est ag
—
10. W
ahlperiode
D
rucksache
10/6749
10 Steuerermäßigung bei Einkünften aus Land-
und Forstwirtschaft bis zur Höhe von 2 000 DM
(§ 34e EStG) 180 300 330 265 270 270 275 275 280 280 285
11 Insgesamt (lfd. Nummern 1 bis 10) 2 107 1 933 1 799 1 592 1 582 1 557 1 597 1 577 1 567 1 552 1 547
12 Steigerungsraten (für lfd. Nummern 1 bis 10) in v.H. . — 8,3 — 6,9 — 11,5 - 0,6 — 1,6 + 2,6 — 1,3 — 0,6 — 1,0 — 0,3
13 nachrichtlich:
Einkommensausgleich für die Landwirtschaft im
Rahmen des Abbaus des Währungsausgleichs
durch Erhöhung der MWSt-Pauschale 240 7 ) — — — 1 600 5 ) 2 600 2 700 2 800 2 950 1 800 6 ) 1 900
14 Steigerungsraten (für lfd. Nummer 13) in v.H. — — — — . + 62,5 + 3,8 + 3,7 + 5,4 — 39,0 + 5,6
1) Angaben für die Jahre 1980 bis 1986 aus Subventionsberichten entnommen
2) Genauere Berechnung des Steuerausfalls wegen unzureichender Schätzunterlagen kaum möglich, nach grober Schätzung jedoch Steuerausfall unter 5 bis 10 Mio. DM
3) Der hier angeführte Steuerausfall ergibt sich aus der Steuerbefreiung im Vergleich zu einer im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse der Landwirtschaft unterstellten
Steuerermäßigung von 75 v. H
4) Verbesserung durch Steuerbereinigungsgesetz 1986
5) Ab 1. Juli 1984
6) Herabsetzung des Kürzungssatzes
7) Steuerausfall aus auslaufender Regelung des zur Zeit gewährten Kürzungsanspruchs für Landwirte (aufwertungsbedingter Einkommensausgleich)]