Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
9. Wahlperiode
Drucksache 9/224
12.03.81
Sachgebiet 7
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Lenzer, Pfeifer, Dr. Probst, Gerstein,
Dr. Bugl, Engelsberger, Eymer (Lübeck), Dr. Hubrig, Maaß, Neuhaus, Prangenberg,
Weirich, Dr. Riesenhuber, Dr. Stavenhagen, Spilker, Dr. Laufs, Dr. Kunz (Weiden),
Bühler (Bruchsal) und der Fraktion der CDU/CSU
— Drucksache 9/193 —
Finanzierung des Baus von sogenannten Solardörfern und anderen
solarthermischen Anlagen im Ausland
Der Bundesminister für Forschung und Technologie —
224/313 — 0104 — 6 — 1/81 — und der Bundesminister für
wirtschaftliche Zusammenarbeit — 220 K 8160 — 26/81 —
haben mit Schreiben vom 11. März 1981 namens der
Bundesregierung die Kleine Anfrage im Einvernehmen
mit dem Bundesminister des Auswärtigen wie folgt
beantwortet:
Die Bundesregierung hat wiederholt dem Deutschen
Bundestag ihre Forschungs- und Entwicklungspolitik
im Bereich regenerativer Energiequellen dargelegt, so
z. B. in den Antworten zur Kleinen Anfrage der
Fraktionen der SPD und FDPzur Internationalen
Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung im
Energiebereich (Drucksache 8/1999), zur
Weltwissenschaftskonferenz der Vereinten Nationen (Drucksache 8/3192)
und der CDU/CSU-Fraktion zu Technologien für
Entwicklungsländer (Drucksache 8/3652) und zur
Förderung alternativer Energiequellen (Drucksache 8/4443).
Darüber hinaus sind Grundsatz- und Detailfragen in
Drucksache 8/1850 Fragen A 41 und 42, Drucksache 8/
3899, Fragen B 204, 205 und 206, Drucksache 8/3799,
Drucksache 8/3869 und Drucksache 8/4452 behandelt
worden.
Im Rahmen der Vorbereitung auf die Konferenz der
Vereinten Nationen über Neue und Erneuerbare
Energiequellen, die im August 1981 in Nairobi stattfinden
soll, hat sich gezeigt, daß die Erwartungen vieler
Entwicklungsländer an die Nutzung regenerativer
Energiequellen sehr groß sind. Es ist daher verständlich,
daß der Wunsch nach Zusammenarbeit mit Industrie
-
ländern in diesem Bereich zunehmend deutlicher
vorgebracht wird.
In dem hierzu von der Bundesregierung erstellten
Länderpapier, das die Haltung der Bundesregierung zu
dem hier angesprochenen Themenkreis im einzelnen
erläutert und das den zuständigen Ausschüssen des
Deutschen Bundestages in Kürze zugeht, wird den
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die
Nutzbarmachung regenerativer Energiequellen eine hohe
Priorität beigemessen. Diese Haltung folgt nicht zuletzt
auch aus den Schlußerklärungen der Gipfeltreffen in
Bonn und Tokio, in denen die Bedeutung und die
Dringlichkeit der Energiefragen sowie der damit in
Zusammenhang stehenden Fragen des Technologie-
und Ressourcentransfers herausgestellt wurde.
Auch auf der „Internationalen Konferenz über die
Nutzung erneuerbarer Energiequellen in
Entwicklungsländern", veranstaltet von der Deutschen Stiftung für
Internationale Entwicklung (DSE) im Auftrag der
Bundesregierung 1980 in Berlin, trafen sich
Kooperationspartner aus der Bundesrepublik Deutschland und
außereuropäischen Entwicklungsländern. Die
Teilnehmer der Konferenz stimmten darin überein, daß
gemeinsame Projekte und Forschungs- und
Entwicklungs-Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik
Deutschland nützlich und hilfreich sind und die
Entwicklung erneuerbarer Energiequellen durch die
Partnerschaft gefördert wird.
Das Ergebnis der Berliner Konferenz ist unter dem Titel
"Using Renewable Energy Resources in Developing
Countries" von der DSE veröffentlicht worden (DOK
1072 A/a — IT 35-70-80).
Angesichts der Erwartungen der Partnerländer an die
Bundesrepublik Deutschland für eine Intensivierung
der Zusammenarbeit kann die Zurückhaltung auf
Seiten eines Industrielandes als eigennützige
Beschränkung des Technologietransfers fehlgedeutet werden.
Nur die Bereitschaft, gemeinsam mit
Kooperationspartnern in Entwicklungsländern neue
Energietechnologien zu entwickeln, zu erproben und zu verbreiten,
schafft die Vertrauensgrundlage für einen offenen und
realistischen Meinungsaustausch über Chancen und
Grenzen der Technologien zur Nutzung regenerativer
Energiequellen.
Die Konzeption der Bundesregierung zur Entwicklung
von Techniken auf dem Gebiet der regenerativen
Energiequellen ist im Programm Energieforschung und
Energietechnologien 1977 bis 1980 dargestellt. Im
Rahmen dieses Programms wird sowohl die Entwicklung
von Technologien gefördert, die in der Bundesrepublik
Deutschland angewandt werden können, als auch
solcher Technologien, die im Ausland zum Einsatz
gelangen können:
a) Innerhalb der Europäischen Gemeinschaften
werden Solarkraftwerke untersucht. Die
Bundesregierung hält die Entwicklung von
Solarturmkraftwerken für sinnvoll, weil mit dieser Technik ggf. ein
gewisses Potential zur Nutzung von Sonnenenergie
auch in Europa erschlossen werden kann. Daß
weitere Anstrengungen zur Nutzung dieser
Energiequelle in Europa unternommen werden sollen,
bringt auch die Entschließung 4265/81 des
Europäischen Parlaments vom 16. Januar 1981 deutlich zum
Ausdruck.
Konzepte wie die Solarkraftwerke vom Typ Eurelios
der Europäischen Gemeinschaften, die
natriumgekühlte Solarturmanlage der Internationalen
Energieagentur und GAST sind vom technischen Ansatz
her zunächst nur für den Einsatz in Industrie- und
Schwellenländern im sogenannten Brennstoff-Spar-
Betrieb denkbar.
b) In Entwicklungsländern werden technisch
einfachere Lösungen zur Nutzung regenerativer
Energiequellen benötigt. Dazu müssen die jeweiligen
wirtschaftlichen, entwicklungspolitischen und
technologischen Rahmenbedingungen zur
Energieversorgung in diesen Ländern bei den verschiedenen
Anwendungsmöglichkeiten beachtet und durch
eine hinreichende Zahl von Forschungs- und
Pilotanlagen genauer ermittelt werden.
Die dafür notwendigen Forschungs- und
Entwicklungsarbeiten sind im allgemeinen langwierig,
teuer und risikoreich, so daß neben den
Aufwendungen der Wirtschaft eine intensive staatliche
Förderung notwendig ist. Entsprechende
Anstrengungen anderer Industrienationen in diesem Bereich,
insbesondere in USA, Japan und Frankreich, sind
beachtlich.
Zur Zeit sind die meisten Solartechnologien noch nicht
für die breite Anwendung geeignet. Sie sind häufig
technologisch zu aufwendig, nicht ausgereift und noch
zu kostspielig. Auch läßt sich heute nicht befriedigend
beantworten, ob die hohen Erwartungen, die
regenerativen Energiequellen in vielen Ländern
entgegengebracht werden, überhaupt technisch und ökonomisch
erfüllt werden können.
Bei den notwendigen Forschungs- und
Entwicklungsarbeiten geht es nach dem Nachweis der
technologischen Machbarkeit um die Weiterentwicklung der
Technik mit dem Ziel, Kosten und Handhabung den
Möglichkeiten der Entwicklungsländer anzupassen.
Diese Anpassung ist die Voraussetzung für eine
erfolgreiche Verbreitung und ist — von Spezialanwendungen
abgesehen — für die meisten Anwendungsbereiche
noch nicht erreicht. Es muß daher vermieden werden,
daß unausgereifte Technologien in
Entwicklungsländern vorzeitig zur praktischen Anwendung kommen.
Fragen nach geeigneten und verfügbaren Materialien,
nach der Komponenten-Produktion in
Entwicklungsländern, nach Lebensdauer und
Unterhaltungsaufwand der Anlagen, den praktisch erzielbaren
Gesamtwirkungsgraden, dem Grad der notwendigen
Automatisierung sowie der Kombination mit anderen
Energieversorgungssystemen und schließlich die Frage nach
tatsächlich erzielbaren Anlagenkosten stehen im
Mittelpunkt der einzelnen Projektansätze. In diesem
Zusammenhang müssen auch Akzeptanzfragen der
betroffenen Bevölkerung berücksichtigt werden.
Technologietransfer kann sich daher nicht auf die
pauschale Übernahme der in Industrieländern
entwickelten Technologien durch die Entwicklungsländer
beschränken. Das wesentliche Merkmal aller
Kooperationsvorhaben ist deshalb die enge Zusammenarbeit in
allen Phasen des Projekts, beginnend mit der
Projektauswahl über die Konzipierung und die Durchführung
bis zur Auswertung der Ergebnisse.
Insbesondere für den Bereich regenerativer
Energiequellen bietet sich die Chance einer
partnerschaftlichen Zusammenarbeit, da eine Reihe von
Entwicklungsländern Erfahrung auf diesem Gebiet hat.
Im Bereich der Entwicklung, Anpassung und
Verbreitung von Energietechnologien besteht ebenso wie für
die übrige technologische Kooperation mit
Entwicklungsländern eine enge Zusammenarbeit zwischen
BMZ und BMFT (vgl. Drucksache 8/3652). Es ist
beabsichtigt, im Rahmen der Erarbeitung eines
mittelfristigen Programms für die Zusammenarbeit mit den
Entwicklungsländern auf dem Gebiet der Energie
Vorstellungen über das Potential aller Energiequellen unter
Einschluß der regenerativen Energiequellen und deren
Stellenwert für die Energieversorgung der
Entwicklungsländer zu entwickeln und auch Aussagen über
die noch erforderlichen Forschungs- und
Entwicklungsarbeiten in diesem Bereich zu machen.
Der Bundesminister für wirtschaftliche
Zusammenarbeit hat schon 1975 im Rahmen des
Technologietransfers mit der Förderung von Vorhaben zur Entwicklung
und Nutzung nicht-erschöpflicher Energiequellen in
Entwicklungsländern begonnen. Hierzu gehören auch
Vorhaben aus dem Bereich der Sonnenenergie. Seit
Mai 1979 wurden diese Einzelmaßnahmen in einem
„Sonderprogramm zur Nutzung nichterschöpflicher
Energiequellen" , kurz Sonderenergieprogramm (SEP)
genannt, zusammengefaßt. Die Kooperation wurde in
der Zwischenzeit auf 25 Länder ausgedehnt. Als
Schwerpunkt des SEP wird die Anpassung, Erprobung
und Verbreitung entwickelter Technologien zur Zeit
mit zehn Ländern intensiv vorbereitet bzw. ausgebaut
Reine Forschungs- und Entwicklungsziele werden
dabei nur im Ausnahmefall verfolgt (zum SEP siehe
Anlage 1 b).
Auf diesem Hintergund wird die Kleine Anfrage wie
folgt beantwortet, wobei wegen der Einzelheiten auf
das oben erwähnte Länderpapier verwiesen wird:
1. In welchen Ländern werden mit von der
Bundesregierung bereitgestellten Mitteln solarthermische
Anlagen (zum Heizen, Klimatisieren, Kühlen,
Entsalzen, Wasserpumpen), thermische Kraftwerke,
kombinierte Anlagen und ähnliche Systeme
errichtet bzw. betrieben, um welche Projekte
handelt es sich, wie hoch sind jeweils die bisher
angefallenen Kosten und die jeweils bis zur
Beendigung des Projekts zu erwartenden Gesamtkosten,
aufgeschlüsselt nach Planungskosten,
Errichtungskosten, Betriebskosten und Folgekosten?
In der Anlage 1 sind alle Projekte, in denen
solarthermische Anlagen gemeinsam mit Kooperationspartnern
entwickelt und im Ausland erprobt werden,
zusammengestellt.
Eine detaillierte Aufschlüsselung nach Planungs-,
Errichtungs- und Betriebskosten für die Vorhaben im
Bereich des Bundesministers für Forschung und
Technologie kann in dem für die Bearbeitung einer Kleinen
Anfrage gegebenen Zeitraum nicht geleistet werden,
weil die Projektunterlagen nicht nach diesen
Kategorien gegliedert sind.
Auf dem Gebiet Forschung und Entwicklung von
Technologien zur Nutzung der Sonnenenergie beträgt
der vom Bundesminister für Forschung und
Technologie ausgegebene bzw. festgelegte Gesamtförderbetrag
für den Zeitraum 1975 bis 1983 etwa 433 Mio. DM.
Davon wurden für solarthermische Anlagen im
Ausland bis 31. Dezember 1980 rund 87 Mio. DM
ausgegeben und für 1981 bis 1983 rund 34 Mio. DM festgelegt.
Im Bereich der vom Bundesminister für wirtschaftliche
Zusammenarbeit durchgeführten Technischen und
Finanziellen Zusammenarbeit sind von 1975 bis 1980
rund 56 Mio. DM für Vorhaben zur Nutzung der
Sonnenenergie in Entwicklungsländern bereitgestellt
worden. Davon wurden für solarthermische Vorhaben
rund 34 Mio. DM zur Verfügung gestellt.
2. Aus welchen Einzelplänen des Bundeshaushalts
werden diese Mittel bereitgestellt, und wie hoch
ist jeweils der Förderanteil des Bundes für diese
Projekte?
Die Mittel werden aus den Einzelplänen 23 und 30 des
Bundeshaushaltes bereitgestellt.
Bei Vorhaben im Ausland wird der deutsche
Projektanteil in der Regel zu 100 v. H. von der Bundesregierung
übernommen.
Im einzelnen wird auf Anlage 1 verwiesen.
3. In welchen Ländern werden diese Prokjekte in
bilateraler Zusammenarbeit durchgeführt, wer
sind die ausländischen Partner, wie hoch ist deren
finanzielle Beteiligung an den Gesamtkosten
dieser Projekte im Vergleich zur Beteiligung der
Bundesregierung?
Anlage 1 gibt Auskunft über das Land, in denen die
Projekte durchgeführt werden.
Die Bundesregierung stellt die Beteiligung des
Partnerlandes durch eine ausgewogene Arbeitsteilung
sicher, die so weit wie möglich die technischen
Kapazitäten des Partnerlandes einbezieht.
Im Bereich der wissenschaftlich-technologischen
Zusammenarbeit wird die Arbeitsaufteilung durch
besondere Vereinbarung geregelt.
In diesem Zusammenhang muß jedoch darauf
hingewiesen werden, daß die Ausgewogenheit von
Arbeitsanteilen nicht in DM-Beträgen meßbar ist. Im
Forschungs- und Entwicklungsbereich des
Bundesministers für Forschung und Technologie wird
grundsätzlich eine Aufteilung der Arbeitspakete im Verhältnis
1:1 angestrebt (wie z. B. beim Projekt SONNTLAN). Im
Einzelfall kann diese Aufteilung variieren: So liegt die
Beteiligung des Bundesministers für Forschung und
Technologie an den Gesamtkosten eines Vorhabens
zur Entwicklung, Errichtung und Erprobung eines
solarthermischen Kraftwerks in Kuwait bisher bei etwa
12 v. H. Bei anderen Vorhaben, z. B. zur Erprobung von
Anlagen zur Warmwasserbereitung, Trocknung und
Klimatisierung in Ägypten überwiegt der deutsche
Beitrag bisher bei weitem; ein anderes Bild ergibt sich,
wenn man die neu errichteten Wohngebäude, die
Bereitstellung von technischem und
wissenschaftlichem Personal, die Transportkapazität und das
Testgelände in die Bewertung einbezieht.
In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, daß
auch bei Forschungs-und Entwicklungsvorhaben im
Ausland die Mittel des Bundesministers für Forschung
und Technologie an die deutschen Unternehmen oder
Forschungseinrichtungen fließen, die den deutschen
Arbeitsanteil erstellen.
Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit werden
die Leistungen beider Partner in
Projektvereinbarungen zwischen den Regierungen festgelegt (s. Anlage
1 c). Die mit der Durchführung beauftragte Deutsche
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit schließt
darüber hinaus mit der Partnerinstitution im
Entwicklungsland detaillierte Durchführungsvereinbarungen
bzw. Forschungs- und Entwicklungsverträge ab.
4. Mit welchen Ländern werden zur Zeit Vorhaben
auf dem Gebiet der Sonnenenergie erörtert und
ggf. vorbereitet, um welche Vorhaben handelt es
sich, welches sind die Zielsetzungen, wie hoch
sind die zu erwartenden Kosten, und welche
Laufzeit werden diese Vorhaben voraussichtlich
haben?
Die Bundesregierung ist bestrebt, die vorhandene
Forschungs- und Entwicklungskapazität auf den Bet rieb
der bestehenden oder im Aufbau befindlichen Anlagen
zu konzentrieren. Neue Projekte sollen nur dort in
Betracht gezogen werden, wo wegen der Erfahrungen
des Partners oder im Hinblick auf die besonderen
örtlichen Gegebenheiten mit spezifisch neuen
Erkenntnissen gerechnet werden kann. Diese Kriterien
verpflichten zu großer Zurückhaltung gegenüber zahlreichen
Kooperationswünschen aus dem Ausland.
Grundsätzlich anders ist die Ausgangslage bei der
Anpassung • und Verbreitung bereits entwickelter
Technologien, die im Rahmen der Finanziellen und
Technischen Zusammenarbeit vom BMZ nach Kräften
gefördert wird. Bezüglich der in diesem
Zusammenhang im Rahmen des Sonderenergieprogramms in
Vorbereitung befindlichen Vorhaben wird auf Anlage 1 c
verwiesen.
5. Welche Zielsetzungen bei den
Forschungsprojekten, welche Kosten-Nutzenanalysen bei den
Entwicklungsprojekten lagen der Bundesregierung
vor, und wie wurden diese bei den
Finanzierungsentscheidungen für die einzelnen Projekte
berücksichtigt?
Die programmatische Zielsetzung ist in der Einleitung
ausführlich erläutert, die Zielsetzung der einzelnen
Projekte geht aus Anlage 1 hervor.
Mit begrenztem Forschungs- und
Entwicklungsaufwand sollen die Möglichkeiten zur Nutzung der
Sonnenenergie nachgewiesen und anhand von
Betriebserfahrungen die Nutzungs- und Anlagentechnologie
sowie die Technik wesentlicher Einzelkomponenten
optimiert werden.
Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit wird
darüber hinaus die Stärkung der technologischen
Kapazität des Partnerlandes angestrebt.
Kosten-Nutzen-Analysen haben bei der Prüfung der
Förderungswürdigkeit gegenüber
entwicklungspolitischen und sozio-ökonomischen Gesichtspunkten nicht
die primäre Bedeutung. Eine auf die
Energiegestehungskosten abgestellte Betrachtungsweise hat ein in
aller Regel positives Ergebnis, da es für die besonderen
örtlichen Gegebenheiten der zu versorgenden
Regionen meist keine kostengünstigere
Versorgungsalternativen gibt.
Weitere wichtige Entscheidungskriterien sind die mit
Betrieb und Wartung solcher Anlagen verbundenen
technischen Fragen und Anforderungen an das
Bedienungspersonal.
Priorität haben die Techniken, die den
Kooperationspartnern nach erfolgreicher Entwicklung und
Erprobung für seinen konkreten Bedarf den höchsten
Nutzen bringen. Die Auswahl erfolgt einvernehmlich mit
dem jeweiligen Partnerland.
Gerade im Bereich der solaren Prozeßwärme liegen
sehr genaue Untersuchungen über die Schwelle zum
wirtschaftlichen Einsatz dieser Technik vor.
6. Bei welchen der geförderten Projekte liegen bis
heute ausgewertete Ergebnisse vor, und wie
beurteilt die Bundesregierung diese praktischen
Erfahrungen hinsichtlich einer wirtschaftlichen
Nutzung der solarthermischen Prozesse?
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen, die die
Bundesregierung aus der internationalen Zusammenarbeit
gewonnen hat, kann die Nutzung der Sonnenenergie
wichtige Ansatzpunkte für die dezentrale
Energieversorgung sonnenreicher Regionen bieten.
Die bisherigen Erfahrungen haben ebenfalls gezeigt,
daß problemorientierte Zusammenarbeit mit Zentren
in Entwicklungsländern deren technologische
Kapazität merklich steigern kann. Im übrigen wird auf die
Einleitung und die Antwort zu Frage 5 bezug
genommen.
7. Wie hoch ist bei diesen Projekten jeweils der
Anteil an direkten FuE-Arbeiten, an Ingenieur- und
Entwurfsarbeiten und an reinen Lieferleistungen?
Die Erfahrungswerte bewegen sich in folgenden
Grenzen:
Reine Lieferleistung: 15 bis 30 v. H.
Forschungs-, Entwicklungs-,
Ingenieur-, Entwurfs- und
Ausbildungsleistungen: 85 bis 70 v. H.
8. Wie hoch sind die zu erwartenden
Folgeaufwendungen (Betrieb und Personal) für das Projekt
SONNTLAN in Mexiko nach der Phase II, wie
verteilen sich diese Kosten auf die Bundesrepublik
Deutschland und die anderen Partner, und wie
hoch soll der Förderanteil des Bundes dabei sein?
Beim Projekt SONNTLAN werden erstmalig alle
wichtigen Möglichkeiten der Sonnenenergienutzung in
einem integrierten Gesamtkonzept erprobt. Um in
hinreichendem Maße die Ergebnisse und Erfahrungen für
die deutsche Indust rie nutzbar zu machen, ist eine
mehrjährige Erprobungs- und Betriebsphase unter
Beteiligung deutscher Ingenieure und Wissenschaftler
vorgesehen. Über deren Dauer, den Finanzaufwand
und dessen Verteilung wird zur Zeit verhandelt.
9. Wieviel Personal, mit welcher Qualifikation, muß
bei dem Teilprojekt von SONNTLAN in Las
Barrancas von mexikanischer und von deutscher Seite
zur Durchführung des vorgesehenen
Betriebsprogramms der Phase II und nach Abschluß der Phase
II eingesetzt werden?
Über das auf deutscher und mexikanischer Seite
erforderliche Personal und seine Qualifikation können erst
nach Abschluß der in der Antwort zu Frage 8
erwähnten Verhandlungen Angaben gemacht werden.
Es besteht Einvernehmen, daß der Routine-Betrieb der
Anlage von mexikanischem Peronal durchgeführt
wird.
10. Welchen Einfluß haben die Erfahrungen mit
SONNTLAN auf die Entscheidung gehabt, ein
entsprechendes Projekt in Brasilien fallen zu
lassen? Sind weitere Entscheidungen dieser Art in
anderen Ländern, z. B. Indonesien, zu erwarten?
Die Erfahrungen aus dem Projekt SONNTLAN sind bei
allen späteren Projekten berücksichtigt worden. Eine
Duplizierung des Projekts SONNTLAN war zu keiner
Zeit geplant. Andere Kooperationsprojekte, die unter
dem Begriff Solardorf geführt werden, haben zum Ziel,
jeweils unterschiedliche Einzeltechnologien im
praktischen Einsatz zu erproben.
Zur Zeit wird eine gemeinsame Voruntersuchung für
ein deutsch-brasilianisches Projekt durchgeführt. Über
eine Weiterführung wird nach Vorliegen der
Ergebnisse zu entscheiden sein.
11. Wie beurteilt die Bundesregierung die Kritik
einiger der beteiligten Länder, sie seien durch
übereilte und nicht hinreichend gründlich überlegte
Projektentscheidungen, von der Bundesrepublik
Deutschland gedrängt, auf ein technologisches
Gleis geschoben worden, das wahrscheinlich in
eine Sackgasse führen werde, und sie seien auch
technologisch vielfach überfordert, wenn es um
die Übernahme der Anlagen und den weiteren
Betrieb geht?
Die in der Frage unterstellte Kritik an ihrer
Forschungs- und Entwicklungs-Kooperation im
Solarbereich hat die Bundesregierung bei ihren Partnern nicht
erfahren. Angesichts der in der Antwort zu Frage 4
dargestellten Interessenlage kann keine Rede davon
sein, daß die Bundesregierung ihre
Kooperationspartner in Forschungs- und Entwicklungsprojekte der
Solartechnik drängen wolle. Die Bundesregierung
bewertet die Chancen der Solartechnik für die
Verbesserung der Energieversorgung der
Entwicklungsländer vorsichtig und ist um eine offene Diskussion der
vielschichtigen Probleme dieser Technologie und ihrer
Einführung bemüht.
12. Trifft eine kürzliche Pressemeldung des US-
Solarforschungsinstituts Golden Colorado zu, wonach
zum Bau eines solarthermischen Kraftwerks im
Gigawattbereich für Dauerlast die tausendfache
Materialmenge benötigt wird wie für ein
Kernkraftwerk gleicher Größe (z. B. Typ Biblis) und
dabei in klimatisch optimaler Lage eine Fläche
von rund 150 km2 erforderlich ist?
Die Pressemeldung ist nicht bekannt. Die in der Frage
angegebenen Zahlen können nicht bestätigt werden.
Insbesondere der Flächenbedarf hält einer
Nachrechnung nicht stand.
Die Bundesregierung betrachtet das Unterfangen, ein
Solarkraftwerk mit einer Dauerleistung entsprechend
einem Kernkraftwerk vom Typ Biblis planen oder
errichten zu wollen, als sinnlos und unrealistisch.
13. Trifft es zu, daß der Aufbau solarthermischer
Kraftwerke überwiegend auf konventioneller
Technik basiert und daß derartige solarthermische
Anwendungen, von marginalen Ausnahmen (z. B.
Insellagen) abgesehen, keine Chance haben, in
absehbarer Zeit wirtschaftlich zu werden?
Um solarthermische Anlagen kostengünstig bauen zu
können, ist es notwendig, auf eine möglichst große
Zahl erprobter konventioneller Komponenten
zurückzugreifen.
Schwerpunkte der Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten für Solarturmkraftwerke sind daher die
Erarbeitung und Optimierung der Systemtechnik und die
gezielte Entwicklung solarspezifischer Komponenten
(Heliostat, Receiver, etc.).
14. Trifft es zu, daß der Betrieb bereits laufender
Anlagen zusammenbricht, wenn die deutsche
Mannschaft ein paar Wochen abwesend ist, und trifft es
weiterhin zu, daß dadurch die Entstehung von
Entwicklungsruinen in diesen Ländern
vorprogrammiert ist?
Grundsätzlich trifft die Aussage nicht zu. Es muß
jedoch darauf hingewiesen werden, daß sich die
Personalkapazität in den verschiedenen Ländern sehr
unterschiedlich darstellt. Die Bundesregierung achtet daher
schon vor der Projektdefinition sehr genau darauf, daß
ein geeigneter Kooperationspartner vorhanden ist.
Insbesondere bei der Technischen Zusammenarbeit
werden die Vorhaben schon während der Laufzeit so
gestaltet, daß die Partner nach Projektübergabe in der
Lage sind, die errichteten Anlagen im Rahmen ihrer
wissenschaftlichen Ausbildungs- oder
Anwendungsprogramme zu nutzen.
Im übrigen ist jedes Forschungs- und
Entwicklungsprojekt naturgemäß mit einem Risiko verbunden, so
daß nicht von Anfang an feststeht, ob ein Projekt nur
mit positiven Ergebnissen abgeschlossen werden
kann. Bei Abschluß des Vorhabens wird in jedem Fall
mit dem Partner gemeinsam über die weitere
Verwendung der Anlagen entschieden.
15. Trifft es zu, daß das Bundesministerium für
Forschung und Technologie Unternehmen der
Wirtschaft, die an Aufträgen für diese Projekte
interessiert waren, aufgefordert hat, an den Reisen in
diese Länder als Begleitung des zuständigen
Referenten teilzunehmen?
Der Bundesminister für Forschung und "Technologie
bemüht sich, geeignete Projekte in Kooperation mit der
deutschen Indust rie durchzuführen, die vor allem als
Ergebnis der bisherigen Förderung über die
erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt. Insofern
trifft es zu, daß auch zur Vorbereitung und
Durchführung von Projekten Vertreter der Industrie an
Delegationsreisen teilnehmen, wenn es von der Sachlage
geboten erscheint. Da die Bundesregierung die
privatwirtschaftliche Struktur auch im Bereich der
Solartechnik nicht verändern will, sieht sie keine Alternative zu
diesem Vorgehen.
16. Welche Mittel wurden bisher insgesamt für die
Projekte zum „gasgekühlten
Sonnenturmkraftwerk zur Erzeugung von elektrischer Energie im
Leistungsbereich von 20 MW" (GAST)
aufgewendet, bis zu welcher Phase und bis zu welchem
Zeitpunkt soll dieses Projekt fortgeführt werden,
welche Mittel werden insgesamt dafür aus dem
Bundeshaushalt bereitzustellen sein, und wie
beurteilt die Bundesregierung die wirtschaftliche
Realisierbarkeit dieses Vorhabens und die
Finanzierbarkeit angesichts der Haushaltskürzungen?
Bis 31. Dezember 1980 wurden für das Projekt GAST
31,8 Mio. DM an Fördermitteln ausgegeben. Die
jetzige Phase (Detailauslegung und Test von
Komponenten) ist bewilligt bis 31. Dezember 1982.
Es liegen Kostenschätzungen vor, nach denen mit
Vorlauf- Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in
Höhe von rd. 120 Mio. DM gerechnet wird. Sollte
danach ein Bauentschluß gefaßt werden, wäre nach
Schätzungen der Indust rie auf heutiger Preisbasis mit
einem weiteren Mittelbedarf von rd. 360 Mio. DM zu
rechnen.
Die Bundesregierung hat von Anfang an bei diesem
Projekt nur ein phasenweises Vorgehen vorgesehen.
Aufbauend auf den Ergebnissen und Erfahrungen
einer jeden Phase müssen Durchführung und ggf.
Inhalt, Umfang und Dauer der nächsten Phase geprüft
und den Erfordernissen entsprechend den zur
Verfügung stehenden Haushaltsmitteln angepaßt werden.
Die Mittel für die Forschungs- und Entwicklungsphase
wurden in der mittelfristigen Finanzplanung
eingeplant. Ob eine 20 MW-Solarkraftanlage errichtet wird,
ist heute noch nicht absehbar.
Die Bundesregierung konzentriert ihre Bemühungen
darauf, Arbeiten zur Entwicklung und Erprobung von
einzelnen Komponenten und Systemen für
gasgekühlte Solarturmkraftwerke auch angesichts der neuen
Haushaltssituation in angemessenem Umfang
fortzuführen, um die wichtigsten technologischen
Schlüsselfragen zu klären.
17. Trifft es zu, daß das Bundesministerium für
Forschung und Technologie Unternehmen der
Wirtschaft dadurch in derartige Projekte hineingelockt
hat, daß das Bundesministerium für Forschung
und Technologie in den ersten Projektphasen eine
Eigenbeteiligung aus optischen Gründen zur
Dokumentation des Interesses der Industrie verlangt
hat und gleichzeitig für die späteren Phasen die
Erteilung eines FuE-Auftrags (d. h.
hundertprozentige Förderung plus Gewinn) in Aussicht
gestellt hat?
Nein
18. Sieht die Bundesregierung Möglichkeiten,
angesichts der drastischen Sparmaßnahmen im
Haushalt des Bundesministeriums für Forschung und
Technologie, diese Zusagen einer Beauftragung
einzuhalten?
Siehe Antwort zu 17
19. Nach welchen Kriterien legt die Bundesregierung
den Förderanteil des Bundes für kombinierte
Anlagen, wie die sog. Solardörfer auf 100 Prozent, für
thermische Kraftwerke, wie GAST auf 90 Prozent
und beispielsweise für Versuche mit
konzentrierenden Kollektoren für Solarfarm-Anlagen auf
85 Prozent fest, wie dies aus dem Jahresbericht
1979 zum Programm Energieforschung und
Energietechnologien hervorgeht?
Der Förderanteil des Bundesministers für Forschung
und Technologie richtet sich nach der jeweiligen
Interessenlage: Solarfarmanlagen haben für kleine
Leistungseinheiten am ehesten die Chance, wirtschaftlich
einsetzbar zu sein. Es muß daher ein Eigeninteresse
der Industrie unterstellt werden.
Die Marktchancen für Solarturmanlagen liegen zeitlich
später als bei Farmanlagen, insofern konnte nur eine
geringere Eigenbeteiligung der Indust rie erreicht
werden.
Bei bilateralen Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben, insbesondere bei sog. Solardörfern, muß von
erheblichen Risiken im Hinblick auf das
Entwicklungsergebnis ausgegangen werden. Die meist nur grob
abgeschätzten Marktchancen lassen sich erst nach
Abschluß entsprechender Vorhaben detaillierter
bestimmen, so daß nicht von Anfang an mit einem
Markterfolg für die beteiligten Unternehmen
gerechnet werden kann.
Im übrigen besteht bei einer 100 v. H.-Förderung die
Möglichkeit, über das Verfahren der Öffentlichen
Ausschreibung alle Firmen und Institutionen zu
beauftragen, die für eine fachgerechte Durchführung die
besten Voraussetzungen mitbringen.
20. Wie beurteilt die Bundesregierung die praktischen
Erfahrungen mit der Sonnenenergienutzung
(direkt und indirekt) hinsichtlich der
volkswirtschaftlich notwendigen und wirtschaftlich vertretbaren
Realisierbarkeit bei den in Frage 1 aufgezählten
Anwendungen?
Die Bundesregierung beurteilt die praktischen Erfah
-
rungen mit der Sonnenenergienutzung (direkt und
indirekt) positiv aber differenziert, wie sich aus der
Einleitung und den Antworten zu dieser Kleinen
Anfrage ergibt.
Im übrigen hat die Bundesregierung mit dieser
Antwort erneut dargelegt, daß im Bereich von Forschung
und Entwicklung zur Nutzung von Sonnenenergie vor
allem auch langfristige Sonnenenergieprojekte
gefördert werden. Sie teilt in diesem Punkt die Meinung der
Opposition (Drucksache 8/4443, Frage 8 und 12), daß
gerade die langfristige Erforschung der
Sonnenenergienutzung Aufgabe des Staates sei.
Anlage 1
Zusammenstellung der Aktivitäten der
Bundesregierung auf dem Gebiet thermische Nutzung der
Sonnenenergie im Hinblick auf sonnenreiche Länder.
Anlage la: Vorhaben, gefördert vom Bundesmini
ster für Forschung und Technologie
Anlage lb: Sonderprogramm des Bundesministers
für wirtschaftliche Zusammenarbeit zur
Nutzung nicht erschöpflicher
Energiequellen in Entwicklungsländern
Anlage lc: Vorhaben, gefördert vom Bundesmini
ster für wirtschaftliche
Zusammenarbeit
Anlage 1a
Vorhaben, gefördert vom Bundesminister für Forschung und Technologie
— Thermische Nutzung der Sonnenenergie
— Integrierte Gesamtsysteme zur Nutzung regenerativer Energiequellen
— Thermische Sonnenkraftwerke
Thermische Nutzung der Sonnenenergie
Projekt Nr. Projekt
Gesamt
-
kosten in DM
(nur deutscher
Projektanteil)
Förderanteil
des Bundes
bezogen auf
deutschen
Projektanteil
Standort des
Projekts
Berner
kungen
4–ET 5050 Teststation für Solarkollektoren 175 075 100 % Brasilien
ET 4172 Zusammenarbeit auf dem Gebiet
der Solarenergie mit verschiedenen
Ländern
716 210 100 % Brasilien,
Niger,
Indonesien
ET 4128 A/1 Nutzung der Solarenergie bei der
Frischwassererzeugung nach dem
Prinzip der Mehrstufen
Entspannungsverdampfung
2 898 950 100 % Griechenland
4–ET 4415 A Entwicklung und Optimierung von
energiesparenden
Trocknungssystemen für Tabak mit dem Einsatz
der Solarenergie
1 807 704 100 % Argentinien
4–ET 5305 A Trocknung von Trauben mit
Solarenergie
377 100 100 % Griechenland
4–ET 4449 A Gemeinsames deutsch-indisches
FuE-Programm für solare Pumpen
799 585 100 % Indien
4–ET 4414 Nutzung der Solarenergie für die
Gewächshausheizung
78 000 100 % Griechenland
4–ET 4277 A/B Verwendungsanalyse und
technisches Konzept eines
Hochtemperatursonnenofens zur Verbesserung
von Baumaterialien in
Entwicklungsländern
766 150 100% Spanien
Integrierte Gesamtsysteme zur Nutzung regenerativer Energiequellen
4–ET 4384 A Wirtschaftlich-technische
Optimierungsstudie zur
Sonnenenergienutzung für eine Wohnsiedlung
Teil 1, Projektanlage
272 988 100 % Griechenland
4–ET 4384 B Sonnenenergienutzung einer
Wohnsiedlung
Teil 2, detaillierte Planung
3 648 113 95,94 % Griechenland
4–ET 4128 D SONNTLAN Phase II 44 473 059 100 % Mexiko
4–ET 4386 A Erprobung von Solaranlagen,
Demonstrationsvorhaben, Phase A
839 025 100 % Ägypten
4–ET 4430 A Auswahltest und Langzeiterprobung
von solaren
Wasserbereitungsanlagen
267 846 100 % Ägypten
4–ET 4444 A Versorgung entlegener Gebiete
durch Solar-, Wind- und
Biogasenergie
431 336 100 % VR China
4–ET 4425 A Solardorf 4 631 571 100 % Indonesien
Thermische Sonnenkraftwerke
Projekt Nr. Projekt
Gesamt
-
kosten in DM
(nur deutscher
Projektanteil)
Förderanteil
des Bundes
bezogen auf
deutschen
Projektanteil
Standort des
Projekts
Berner
kungen
ET 4055 C Projekt 10 kW-Sonnenkleinkraftwerk 1 308 016 80 % Indien
4—ET 4055 G 10 kW-Sonnenkraftwerk, Phase 1 952 800 93,9 % Indien
4—ET 4366 A Sonnenkraftwerk, Phase 2 1 560 669 100 % Indien
4—ET 4055 B Kleinsonnenkraftwerk 10 kW 4 607 498 90 % Ägypten
4—ET 4055 D Kleinsonnenkraftwerk 1 177 673 100% Griechenland
4—ET 4056 D Solarthermisches Kleinkraftwerk:
Betriebsoptimierung und
Komponentenprojektierung zur
Vorbereitung einer Felderprobung
285 976 100 % Griechenland
4—ET 4471 A Felderprobung eines
solarthermischen Kleinkraftwerks
421 152 100 % Griechenland
ET-4115 A Entwicklung und Bau eines
Kolbenmotors mit Freon 113-Dampf mit einer
Leistung von 2 —10 kW
300 000 100 % Niger gemein
sames
Projekt
BMFT/
BMZ
ET-4111 B IEA-Projekt Kleine
Sonnenkraftwerkssysteme (SSPS), Phase 1
2 200 000 23 % Spanien
ET-4411/C/D IEA-Projekt Kleine
Sonnenkraftwerkssysteme (SSPS), Phase 2
31 906 887 100 % Spanien
ET-4170 A EG-Projekt Solarthermisches
Demonstrationskraftwerk von
1 MWe (Eurelios)
5 366 430 50 % Italien
4 ET-4281 A Solarthermisches Kraftwerk
100 kWel, Phase 1
4 076 114 7,3 % Kuwait
4 ET-4412 A Solarthermisches Kraftwerk
100 kWe1, Phase 3/1
1 999 413 90,5 % Kuwait
4—ET 4084 A Solarthermisches Kraftwerk
30/50 kW, Kooperationsprojekt
MAN/AUXINI
4 179 945 100 % Spanien
4—ET 4395 A Deutsch-Australisches
70 kW-Kraftwerk
5 685 884 45 % Australien
4—ET 4084 B Versuch mit konzentrierenden
Kollektoren
885 240 80 % Spanien
4—ET 4462 A Solares Prozeßwärme
Technologieprogramm
2 377 170 66 2 /3% Spanien
3—ET 4249 A/B Studie zur Vorbereitung der
baureifen Planung und des Baus einer
Demonstrationsanlage eines
atmosphärenthermischen
Aufwindkraftwerks
190 800 100 % Spanien
Anlage ib
Sonderprogramm des Bundesministers für
wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) zur Nutzung nicht
erschöpflicher Energiequellen in Entwicklungsländern
Das BMZ hat schon 1975 im Rahmen des
Technologietransfers mit der Förderung von Vorhaben zur
Entwicklung und Nutzung nichterschöpflicher
Energiequellen in Entwicklungsländern begonnen. Hierzu
gehören auch Vorhaben aus dem Bereich der
Sonnenenergie.
Im Anschluß an den Bonner Weltwirtschaftsgipfel und
in Umsetzung der entwicklungspolitischen Thesen der
Bundesregierung vom Mai 1979 wurden diese
Einzelmaßnahmen in einem „ Sonderprogramm zur Nutzung
nicht-erschöpflicher Energiequellen", kurz
Sonderenergieprogramm (SEP) genannt, zusammengefaßt.
Die Kooperation wurde in der Zwischenzeit auf 25
Länder ausgedehnt.
Kennzeichnend für diese Energieressourcen ist ihre
technisch bedingte Einengung auf kleinere
Leistungen, wie sie bei der dezentralen Energieversorgung
benötigt werden. Hiermit ist die Zielsetzung des SEP
verknüpft, durch Entwicklung und Verbreitung
einfacher und leicht handhabbarer Energietechnologien
dazu beizutragen, die Lebensbedingungen der
Menschen vor allem außerhalb der Großstädte mittelfristig
zu verbessern. Dies beinhaltet gleichermaßen die
Unterstützung des energetisch in aller Regel
unterversorgten Kleingewerbes und kleinerer Agro-
Industriebetriebe.
Wo immer möglich, werden mit dem Partnerland in
erster Linie solche Energietechnologien aufgegriffen,
die dort bereits bekannt sind, aber eine breite
Markteinführung noch nicht erlangen konnten. Mit
geeigneten nationalen wissenschaftlich-technologischen und/
oder anwendungsorientierten Trägern sollen diese
Technologien fortentwickelt, erprobt und bis zur
Produktionsreife gebracht werden. Erforderlichenfalls
wird auch der Auf- und Ausbau solcher Institutionen
finanziell und personell unterstützt. Zur Verbreitung
erprobter Energietechnologien werden
Demonstrationsanlagen, Beratungs- und Finanzierungsmodelle
sowie Service-Einrichtungen und
Ausbildungsmaßnahmen für Betrieb und Wartung gefördert. Endziel
bleibt immer die lokale Fertigung, die dazu beitragen
soll, die Produktionskosten der vorhandenen Kaufkraft
anzupassen.
Die Finanzierung des SEP erfolgt aus einem
überregionalen Zuschußfonds der Technischen
Zusammenarbeit, d. h. die einzelnen Vorhaben werden zusätzlich zu
den regulären bilateralen Kooperationsprogrammen
mit den Ländern durchgeführt. Die Finanzierung aus
finanzieller Zusammenarbeit ist derzeit noch marginal,
wird jedoch in dem Maße zunehmen, in dem die
technische Durchführbarkeit entsprechender Verfahren
und eine ausreichende Wirtschaftlichkeit im jeweiligen
Entwicklungsland nachgewiesen sind.
Die Durchführung des SEP liegt in der Verantwortung
der Deutschen Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit (GTZ), die sich dazu ihrer Abteilung
German Appropriate Technology Exchange (GATE)
bedient. Der Auftragserteilung an die GTZ geht bei
jedem Einzelvorhaben eine sorgfältige Abstimmung
mit dem Partnerland und seinen Trägerinstitutionen
auf der Grundlage des entsprechenden
Regierungsantrages voraus. Hierbei ist sicherzustellen, daß auch die
in diesem Bereich wichtigen nicht-technischen
landesspezifischen Randbedingungen beachtet werden.
Dieses Erfordernis der partnerschaftlichen Planung und
Durchführung kommt ebenso in der für jede
Einzelmaßnahme abzuschließenden Projektvereinbarung mit
der Regierung zum Ausdruck, in der zu erbringende
Partnerschaftsleistungen für die gesamte
Projektlaufzeit geregelt werden.
Zur Vorbereitung dieser Maßnahmen nutzt das SEP
ggf. auch das technologische Entwicklungspotential
der Bundesrepublik, in dem Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben im Inland finanziert werden. Wie auch
bei den Sachleistungen hat die 100 %ige TZ-
Förderung des deutschen Anteils den Vorteil, daß die GTZ
über das Verfahren der Ausschreibung diejenigen
Firmen und Institutionen beauftragen kann, die für eine
fachgerechte Durchführung die besten
Voraussetzungen mitbringen. Die volle Finanzierung deutscher
Leistungen hat zusätzlich den Vorteil, daß die GTZ als
Auftraggeber die unentgeltliche Übertragbarkeit der
in den Vorhaben entstehenden Nutzungsrechte an
Interessenten in Entwicklungsländer vertraglich
absichern kann.
Als Schwerpunkt des SEP wird die Nutzung
verschiedener regenerativer Energiequellen derzeit mit zehn
Ländern (Kenia, Sudan, Tansania, Senegal, Mali,
Niger, Obervolta, Philippinen, Peru und Kolumbien)
vorbereitet bzw. ausgebaut. In einer jetzt
abgeschlossenen umfangreichen Planungsphase wurden
Gutachtermissionen in diese Länder entsandt, die in enger
Abstimmung mit den Partnerschaftsinstitutionen
prioritäre Vorhaben identifiziert, ausgewählt und geprüft
haben. Dies erfolgte mit Hilfe von Statusberichten über
den Entwicklungsstand der wichtigsten Technologien
zur Nutzung dieser Energieressourcen,
Sondergutachten und Länderuntersuchungen. Bei der Durchführung
der einzelnen Kooperationsprogramme hat ein von der
GTZ entsandter Programmkoordinator in jedem Land
neben der Betreuung und Koordinierung der
Einzelvorhaben die Aufgabe, das jeweilige Länderprogramm
entsprechend den Vorgaben der nationalen
Entwicklungsziele in diesem Bereich fortzuentwickeln. Die
ständige Rückkopplung mit der GTZ stellt sicher, daß
die Ergebnisse der Einzelprojekte über das dort
aufgebaute Informationssystem allen interessierten Ländern
zugänglich gemacht werden.
Eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf weitere
Entwicklungsländer ist nach Auswertung erster
Ergebnisse für die Jahre 1982/83 vorgesehen.
Anlage 1 c
Vorhaben, gefördert vom Bundesminister für
wirtschaftliche Zusammenarbeit
— Laufende solarthermische Vorhaben
— In Vorbereitung befindliche solarthermische
Vorhaben
Laufende solarthermische Vorhaben
Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit wird zur
Zeit mit fünf Entwicklungsländern in sechs Projekten
auf dem Gebiet solarthermischer Anlagen
zusammengearbeitet. Für diese Zwecke wurden bis 1980 rd.
34,230 Mio. DM bereitgestellt.
In Zusammenarbeit mit Jordanien ist in Aqaba am
Roten Meer eine solare Entsalzungsanlage nach dem
Heat-Pipe-System mit einer Kollektorfläche von 400 m 2
entstanden. Mit Ägypten wurde ein 10 m3
Solarkühlhaus auf Absorberbasis in Kairo errichtet. Ebenfalls
zusammen mit Ägypten werden verschiedene einfache
solare Entsalzungsanlagen nach dem
Greenhousesystem gebaut und getestet. Gemeinsam mit Algerien
wird ein 10 kW-Solarkraftwerk auf Flachkollektorbasis
vor allem zu Trainings- und Ausbildungszwecken
geschaffen. Mit Zypern wird zur Zeit ein gemeinsames
F. u. E.-Projekt mit dem Ziel begonnen, die Beheizung
von Gewächshäusern in den Wintermonaten von
konventioneller Energie auf Solarenergie umzustellen.
Ein umfangreiches Kooperationsprojekt
„Solarenergienutzung" mit Senegal soll in der ersten Projektphase
untersuchen, ob konzentrierende Kollektoren unter
sahelinen Bedingungen insbesondere zur
Stromerzeugung entwicklungspolitisch sinnvoll genutzt werden
können. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der
ersten Phase ist der Bau eines 100 kW-
Solarkraftwerkes auf der Basis konzentrierender Kollektoren
geplant.
Aus der anschließenden Aufstellung sind die
jeweiligen Partner in EL, die Gesamtkosten der Vorhaben auf
deutscher Seite (Aufträge an die mit der Durchführung
beauftragte Deutsche Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit, GTZ), die Planungskosten, die
deutschen Sach-, Personal- und Ausbildungsleistungen
und die Sach- und Personalleistungen der Partner zu
entnehmen.
D
rucksa che
9/224
D
eutsch
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u
n
d
estag
—
9
. W
ahlp
eriod
e
Laufende Solarthermische Vorhaben in der Technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern (Einzelplan 23)
Deutsche Leistungen'' Leistungen des Partners1)
Entwicklungs
-
land Projekt Partner im EL
Auftrags
volumen an
GTZ
in Mio. DM
Planungs
kosten
in Mio. DM
Sachleistungen
in Mio. DM
Personal
leistungen in
Mann-Monaten
(MM)
in Mio. DM
Ausbildungs
leistungen
Sachleistungen
in Mio. DM
Personal
leistungen
in Mio. DM
Jordanien Solare Meer
wasserent
salzungsanlage
nach dem Solar
Heat-Pipe
System
Royal Scientific
Society (RSS)
5,076 0,110
(incl. Vorbe
reitung von
2 jordanischen
Experten)
1,361
— 400 m 2 solare
Entsalzungs
anlage
— wissenschaft
liche Labor-
und Testge
räte
— Ersatzteile,
Austausch-
und Erwei
terungs
komponenten
2,490
— Ingenieur-,
Beratungs-
und Ausbil
dungslei
stungen
deutscher
und jorda
nischer Fach
kräfte
(Kosten: s. a.
linke Neben
spalte)
— Ausbildung
von RSS
Experten in
der Bundes
republik
Kosten n. v.
— infrastruk
turelle und
bauliche Vor
aussetzungen
— Fahrzeuge
Kosten n. v.
— Stellung qua
lifiziertes
jordanisches
Personal
(Kosten s. u. a.
deutsche
Leistungen)
Ägypten Solares-Kühl
haus
National
Research
Centre (NRC)
3,307 0,027 0,768
— 10m3 Solar
Kühlhaus
— wiss. Meß-
und Test
ausrüstung
2,226
— Ingenier-,
Beratungs-
und Ausbil
dungslei
stungen
- Durch
führung der
Testpro
gramme
(Kosten: s. linke
Nebenspalte)
— Ausbildungs
programm
für NRC
Fachpersonal
in der
Bundes
republik
0,322
— infrastruk
turelle und
bauliche Vor
aussetzungen
— Instandhal
tung und
Reparatur
0,190
— 4 Fachkräfte
— 7 Techniker
(jeweils für
die Laufzeit
des
Vorhabens)
Solare Meer
wasserent
salzung nach
dem Green
house-Prinzip
National
Research
Centre
0,744 0,088 0,110
— 5 kleine Ent
salzungs
anlagen
— wissenschaft
liche Labor-
und Test
geräte
0,454
— Ingenieur-,
Beratungs-
und Ausbil
dungs
leistungen
(Kosten: s. linke
Nebenspalte)
— Ausbildung
ägyptischen
Personals in
der Bundes
republik
Kosten n. v.
— infrastruk
turelle u. bau
liche Voraus
-s etzungen
— Aufbau der
fünf
Entsalzungsanlagen in
Ägypten
Kosten n. v.
— Fachpersonal
für die ge
samte Pro
jektlaufzeit
1) Angaben entsprechend Angeboten der GTZ bzw. Projektvereinbarungen mit der Regierung des Entwicklungslandes
D
eu
tsch
er B
u
n
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estag
—
9 . W
ah
lp
eriod
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D
rucksach
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Laufende Solarthermische Vorhaben in der Technischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern (Einzelplan 23)
Deutsche Leistungen1 Leistungen des Pa rtners'
Entwicklungs
-
land Projekt Pa rtner im EL
Auftragsvolumen an
GTZ
in Mio. DM
Planungskosten
in Mio. DM
Sachleistungen
in Mio. DM
Personal
leistungen in
Mann-Monaten
(MM)
in Mio. DM
Ausbildungs
leistungen
Sachleistungen
in Mio. DM
Personalleistungen
in Mio. DM
Algerien 10 kW-Solar
kraftwerk
Office National
de la Recherche
Scientifique
2,090 0,048 0,445
- Arbeitsma
schinenkreis
- Elektrischer-
und Regel
kreis
kreis mit
350 Kollek
toren
- Armaturen,
Ventile
1,291
- 65 Mann
Monate
Ingenieur-,
Beratungs-
und Ausbil
dungslei
stungen
- 5 Mann
Monate
Montage
- Kollektor
(Kosten: s. a.
linke Neben
spalte
- 10 Mann
Monate in der
Bundes
republik
- Fortbildung
des alge
rischen Per
sonals am
Projekt
0,770
- Wärme
Speichertank
- Verrohrung
der Kollek
toren
- Tragegestelle
- Versuchs-
und
Prüfstandseinrichtungen
- Meßsysteme
-
infrastrukturelle und
bauliche
Voraussetzungen
0,534
- 64 Mann
Monate
Ingenieur
leistungen
- 36 Mann-
Monate
Montage
Senegal Solarenergie
nutzung (Solar
kraftwerk)
• Planungs
phase
• Phase 1
(Test und Be
wertung der
Technologie,
Aufbau des
Trägers)
Secrétariat
d'Etat à la
Recherche
Scientifique et
Technique
(SERST)
0,136
4,622
0,136
1,300
- 2 Kollektor
modelle mit
Prüfständen
- Klimameß
anlage
Teststand
Photovoltaik
- Werkstatt
ausrüstung
- sonstige Be
triebsmittel
2,000
- 66 Mann
Monate in
Ingenieur-,
Beratungs-
und Aus
bildungs
leistungen
- 5 Mann
Monate
Montage
(Kosten: s. a.
linke Neben
spalte)
- 24 Mann
Monate in
Bundes
republik
- Ausbildung
von
6 Counterpa rt s
- Fortbildung
des senega
lesischen
Personals am
Projekt
0,100
- bauliche
und infra
strukturelle
Voraus
setzungen
0,800
- 264 Mann
Monate
Ingenieur
Leistungen
1 ) Angaben entsprechend Angeboten der GTZ bzw. Projektvereinbarungen mit der Regierung des Entwicklungslandes
D
ruck sache
9/224
D
eutsch
e
r B
u
n
d
esta
g
—
9. W
ahlp
eriod
e
Deutsche Leistungen1 Leistungen des Partners'
Entwicklungs
-
land Projekt Partner im EL
Auftrags
volumen an
GTZ
in Mio. DM
Planungs
kosten
in Mio. DM
Sachleistungen
in Mio. DM
Personal
leistungen in
Mann-Monaten
(MM)
in Mio. DM
Ausbildungs
leistungen
Sachleistungen
in Mio. DM
Personalleistungen
in Mio. DM
noch Senegal • Phase2
(Bau eines
100 kW
Kraftwerks mit
begleitenden
F + E-Pro
gramm, bzw.
Durchführung
eines Alter
nativpro
gramms)
16,369
werden in Abhängigkeit von den
festgelegt
Ergebnissen der Phase 1
Zypern Sonnenenergie
zur Heizung
von Gewächs
häusern
Ministry of
Agriculture
and National
Resources
1,885 0,085 0,617 - verschiedene
Gewächs
haussysteme
mit solaren
und kon
ventionellen
Heizanlagen - Meß- und
Testein
richtungen - sonstige Be
triebsmittel
0,785 - 36 Mann
Monate
Fachkraft
„Solar- und
Gewächs
haustechnik" - 6 Mann
Monate
Kurzzeit
experten - begleitende
Beratungs
-l eistungen
über 30
Monate - Betrieb und
Verwaltung
im EL
(Kosten: s. a.
linke Neben
spalte) - 90 Mann
Monate
Kosten n. v. - infrastruk
turelle und
bauliche
Voraus
setzungen
Kosten n. v. - eine Fachkraft - zwei Tech
niker — vier Hilfs
kräfte
(jeweils über
die Dauer des
Vorhabens - 16 Mann-
Monate
Kurzzeitfachkräfte
1) Angaben entsprechend Angeboten der GTZ bzw. Projektvereinbarungen mit der Regierung des Entwicklungslandes
Die Gesamtfinanzierung der Vorhaben bis zur
Projektübergabe wird in den Aufträgen an die GTZ und durch
die die Leistungen der deutschen und der Partnerseite
regelnden Projektvereinbarungen zwischen der
Bundesregierung und der Regierung des EL gesichert. Der
deutsche Anteil wird von der Bundesregierung zu
100 v. H. übernommen. Folgekosten entstehen der
Bundesregierung neben der Nachbetreuung des
Partners im EL nicht. Nach Abschluß der Projekte gehen
die gelieferten Anlagen und wissenschaftlichen Geräte
und Einrichtungen in das Eigentum des
Entwicklungslandes über und werden von diesem im Rahmen seiner
wissenschaftlichen Ausbildungs- oder
Anwendungsprogramme genutzt. Im Rahmen der Projekte wird der
Partner auf diese Übernahme vorbereitet. Die
deutschen Sachleistungen umfassen nicht nur
Einrichtungs- und Bet riebskosten, sondern auch und vor allem
den Aufbau der wissenschaftlich-technologischen
Kapazität des Partners durch Stellung entsprechender
Ausrüstungen.
Bei den in den deutschen Personalleistungen
enthaltenen F. u. E-, Ingenieur- und Entwurfsarbeiten kommt
dem in der Kooperation mit dem Partner entstehenden
Ausbildungseffekt besondere Bedeutung zu.
In Vorbereitung befindliche solarthermische Vorhaben
In der Planungsphase des Sonderenergieprogramms
für die zehn Schwerpunktländer hatte die Solarenergie
einen hohen Stellenwert. Die Identifizierung
anwendungsorientierter Projekte erwies sich jedoch im
Vergleich zu den Bereichen Biomasse, kleine
Wasserkraftressourcen und Windenergie als schwieriger, da
insbesondere die Umwandlung von Wärmeenergie in
mechanische und elektrische Energie hohe
Anforderungen an die Partner stellt und noch mit F. u. E.
-
Risiken behaftet ist.
Nach dem derzeitigen Planungsstand sollen
solarthermische Projekte mit Kenia, Sudan, Niger und Peru
durchgeführt werden (vgl. beigefügte Aufstellung). In
allen Fällen handelt es sich um Vorhaben, bei denen
die Aufgaben der Erprobung und Anpassung
bekannter Techniken im Vordergrund stehen und bei denen
eine Markteinführung mittelfristig erwartet werden
kann. Die Laufzeit dieser Vorhaben beträgt etwa zwei
Jahre. In Sudan und Niger ist ein Verbund von Mitteln
der Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit
vorgesehen.
In Vorbereitung befindliche solarthermische Vorhaben in TZ und FZ
Land Projekt Deutscher Anteil
Kenia Solare Heißwasseranlagen für eine
Gesundheitsstation und eine Schule
(insgesamt 16m2 Flachkollektoren)
Sachkosten einschließlich Installation
(ca. 16 000 DM)
Beratung
Sudan Solare Heißwasseranlage für ein
Krankenhaus (45m 2 Flachkollektoren)
Sachkosten einschließlich Installation
Beratung
insgesamt ca. 50 000 DM
Niger 11 Salzsiedereien auf solarthermischer
Grundlage
Sachleistungen (ca. 40 000 DM)
F. u. E.-, Ingenieur- und
Beratungsleistungen (ca. 260 000 DM)
Peru Fortentwicklung, Anpassung und
Erprobung von Solartrocknern für
landwirtschaftliche Produkte
insgesamt ca. 800 000 DM
Neben der Zusammenarbeit mit den
Schwerpunktländern des Sonderenergieprogramms befindet sich ein
weltweit ausgerichtetes Programm zur Demonstration
und Vorbereitung von Anlagen und Komponenten zur
Nutzung nicht-erschöpflicher Energiequellen
außerhalb der Schwerpunktländer, insbesondere in
Verbindung mit laufenden deutschen Vorhaben der
Technischen Zusammenarbeit im Aufbau. In diesem Rahmen
wird auch die Verbreitung einfacher solarthermischer
Anlagen gefördert werden. Für dieses Programm sind
zur Zeit insgesamt 5,3 Mio. DM vorgesehen.]