Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
9. Wahlperiode Drucksache 9/713
03.08.81
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Burger, Kroll-Schlüter, Braun,
Frau Dr. Neumeister, Müller (Wesseling), Conrad (Riegelsberg), Kalisch,
Frau Karwatzki, Dr. Faltlhauser, Dr. Kunz (Weiden), Röhner und der Fraktion
der CDU/CSU
— Drucksache 9/377 —
Lehrstuhlangebot für Gerontologie
Der Staatssekretär im Bundesministerium für Jugend, Familie und
Gesundheit — 315-1021/23 — 014—KA 9-09 — hat mit Schreiben
vom 30. Juli 1981 die Kleine Anfrage namens der
Bundesregierung wie folgt beantwortet:
Gerontologie als die Wissenschaft vom Altern muß
multidisziplinär verstanden werden, wobei zu Biologie, Psychologie,
Soziologie u. a. zwangsläufig auch geriatrische Aspekte kommen.
Geriatrie umfaßt Wissen und Erfahrung der Alterskrankheiten, im
wesentlichen als Querschnittsfach aus den übrigen medizinischen
Disziplinen zusammengesetzt und entwickelt, zugleich aber auch
im Hinblick auf umfassendes Verständnis auf Gerontologie
angewiesen.
Diese enge Verbindung von Gerontologie und Geriatrie, wie sie
auch aus der gemeinsam für beide Fächer gestellten Kleinen
Anfrage hervorgeht, setzt sich schließlich auch in den
Stellungnahmen der Länder Kultus- und Gesundheitsbehörden fort, wobei
zudem eine vorherrschende Betrachtung der Probleme beider
Fächer aus klinischer bzw. medizinischer Sicht nicht zu
verkennen ist. Gleichwohl darf ein eigenständiger Anspruch der
Gerontologie nicht übersehen werden.
1. Wie sind nach Auffassung der Bundesregierung die
Ausbildungsmöglichkeiten in Gerontologie in der Bundesrepublik Deutschland
im Vergleich zu anderen Ländern zu beurteilen?
Die Ausbildungsmöglichkeiten in der Bundesrepublik
Deutschland stellen sich derzeit wie folgt dar:
1. Gerontologie und Geriatrie sind Gegenstand der ärztlichen
Ausbildung. Im vorklinischen Studium sind insoweit
insbesondere die Fächer Physiologie, Medizinische Psychologie und
Medizinische Soziologie von Bedeutung, in denen Kenntnisse
über die altersbedingten funktionellen Wandlungen des
Körpers und über altersspezifische Verhaltensweisen und
Gruppenprobleme vermittelt werden [s. hierzu Anlage 10 der
ÄAppO i. d. F. der Bekanntmachung vom 3. April 1979 (BGBl. I
S. 425)]. Alternsvorgänge, altersbedingte Krankheitsverläufe,
Alterskrankheiten und -probleme gehören zum Lehrstoff
nahezu aller klinischen Fächer. Der Prüfungsstoffkatalog für
den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (s. Anlage 16
der ÄAppO) erwähnt ausdrücklich die „Internistischen
Aspekte der Geriatrie".
An einer Reihe von Hochschulen gibt es spezielle
Lehrangebote und sonstige Möglichkeiten für eine vertiefte Ausbildung
in Gerontologie und Geriatrie (einschl. Gerontopsychiatrie).
2. Lehrstühle gibt es
— für Gerontologie an der Universität Erlangen-Nürnberg,
— für Angiologie und Geriatrie an der Medizinischen
Hochschule in Lübeck.
3. Die ärztliche Weiterbildung umfaßt bei der Mehrzahl der
Gebiete gerontologische und geriatrische Anteile.
Möglichkeiten für eine Weiterbildung mit einem entsprechenden
Schwerpunkt bestehen an zahlreichen Spezialabteilungen und
Spezialeinrichtungen von Krankenhäusern und
Hochschulkliniken.
4. Die Ausbildungen in der Altenpflege, Krankenpflege,
Krankenpflegehilfe, Beschäftigungs- und Arbeitstherapie und für
Diätassistenten berücksichtigen die Alterskrankheiten und die
besonderen Bedürfnisse alter Menschen.
Der Bundesregierung liegen konkrete Informationen über die
Ausbildungsmöglichkeiten in anderen Ländern nicht vor. Es ist
lediglich bekannt, daß es z. B. in Großbritannien und in Irland den
Facharzt für Geriatrie gibt, einige Länder Geriatrie im Sinne eines
Teilgebietes verstehen.
Ein Vergleich mit der Situation in anderen Ländern ist der
Bundesregierung unter den gegebenen Umständen nicht möglich.
Von der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie wird darauf
hingewiesen, daß die Bundesrepublik Deutschland bei einem
Vergleich ihrer Ausbildungsmöglichkeiten mit denen der USA,
Japan, UdSSR, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, den
Niederlanden, Italien, der Schweiz und der CSSR ungünstig
abschneide.
2. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, im
Zusammenwirken mit den Ländern einen Ausbau des Lehrstuhlangebotes in
Gerontologie zu bewirken?
Die Einrichtung von Lehrstühlen fällt in die ausschließliche
Zuständigkeit der Länder. Im Zusammenhang mit der Großen
Anfrage zur Lebenssituation älterer Menschen in der
Bundesrepublik Deutschland (s. Drucksache 8/2303) hat sich der
Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit 1979 mit der Ständigen
Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik
Deutschland in Verbindung gesetzt. Dieser hat die
Stellungnahmen der Länder übermittelt, aus denen sich ergibt, daß sich die
Universitäten zwar verstärkt der Alternsforschung sowie
gerontologischen und geriatrischen Problemen in Lehre und
Krankenversorgung widmen, jedoch ein Ausbau des Lehrstuhlangebots
wegen des fächerübergreifenden Charakters von Gerontologie
und Geriatrie überwiegend weder als sinnvoll noch als notwendig
angesehen wird.
Die jüngsten Stellungnahmen der zuständigen Länderministerien
bestätigen diese Haltung. Offenbar wird kaum die Einrichtung
von Lehrstühlen im Bereich der Gerontologie oder nur vereinzelt
von Geriatrie erwogen. Außer haushaltsmäßigen Überlegungen
ist hierfür insbesondere maßgeblich, daß es sich um
multidisziplinäre Bereiche handelt, an deren Lehre, beispielsweise im Rahmen
der ärztlichen Ausbildung, wie der Wissenschaftsrat in seinen
Empfehlungen zu Aufgaben, Organisation und Ausbau der
medizinischen Forschungs- und Ausbildungsstätten von 1976 betont
hat, praktisch jedes klinische Fach im Rahmen seiner speziellen
Ausrichtung Anteil nimmt oder zumindest nehmen sollte. Es wird
betont, daß die Ansiedlung der Geriatrie bei einzelnen
Lehrstühlen der Weiterentwicklung in diesen Bereichen nicht förderlich
sei. Auch bei der vorherrschenden Zurückhaltung gegenüber
Gerontologie werden neben finanziellen auch hochschulpolitische
Gründe genannt.
Trotzdem sind die Lehrangebote in Gerontologie und Geriatrie in
den letzten Jahren an einer Reihe von Hochschulen verbessert
worden. Weitere Verbesserungen werden angestrebt. Hierbei
wird eine Verstärkung der Zusammenarbeit mit anderen
Wissenschaften (Psychologie, Soziologie) und mit anderen Einrichtungen
(Alten- und Seniorenheime) angestrebt. In der Geriatrie ist dies
durch eine Reihe von universitären und außeruniversitären
geriatrischen Abteilungen begünstigt worden.
Die Bundesregierung ist bereit, diese Fragen mit den Ländern
vertieft zu erörtern.
3. Wie beurteilt die Bundesregierung die von Fachleuten erhobene
Forderung, die wissenschaftliche Gerontologie stärker als bisher
institutionell zu verankern?
Vorteile einer stärkeren institutionellen Verankerung der
wissenschaftlichen Gerontologie sind unverkennbar. Das sind
insbesondere ein gesicherter Personalbestand, ein gesicherter Zufluß der
erforderlichen Mittel sowie die Möglichkeit zu sinnvoller Planung
und Organisation für Forschung und Lehre. Voraussetzung für
eine effiziente Arbeit besonderer Abteilungen,
Schwerpunktbereiche und Institute ist eine Zusammenarbeit der verschiedenen
wissenschaftlichen Fachdisziplinen. Auch sollten Erfahrungen
anderer Einrichtungen der Altenversorgung und -betreuung in
die Arbeit einfließen können.
Die Länder haben auf die Existenz verschiedener Einrichtungen
dieser Art hingewiesen:
Im Universitätsklinikum Heidelberg wurde 1979 ein
Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Gerontologie gebildet, der
institutionell bei der Sektion Gerontopsychiatrie im Zentrum für
Psychiatrie und Psychosomatik des Universitätsklinikums verankert
ist. Die Forschung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Inneren
Medizin, der Pathologie, der Pathochemie und der allgemeinen
Neurochemie unter Beteiligung der Psychologie und der
Soziologie, u. a. der soziologischen Abteilung am Forschungszentrum
für Rehabilitation und Prävention der Stiftung Rehabilitation in
Heidelberg.
Weiterhin besteht in Heidelberg zur Förderung und Anregung der
interdisziplinären gerontologischen Arbeiten ein Arbeitskreis für
Gerontologie, dem Vertreter der Wohlfahrtsverbände, der
verschiedenen Institutionen der Altenhilfe, mehrerer administrativer
Instanzen, Ärzte, Seelsorger, Vertreter der Arbeitsämter, der
Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften, Industrie- und
Handelskammer und Gesundheitsämter angehören.
In Nordrhein-Westfalen besteht das interdisziplinär arbeitende
Institut für Arteriosklerose-Forschung in Münster.
An der Universität Würzburg beschäftigt sich die Medizinische
Poliklinik seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv mit modernen
Problemen der Gerontologie und der Geriatrie. Diese Klinik
arbeitet mit Alten- und Seniorenheimen zusammen, in denen die dem
Direktor der Medizinischen Poliklinik unterstehenden sog.
Fürsorgeärzte speziell auf geriatrischem Gebiet tätig sind. Zum
Mitarbeiterstab der Medizinischen Poliklinik gehören in Forschung,
Lehre und Krankenbetreuung erfahrene Geriater.
In Berlin besteht ein Arbeitskreis zwischen dem Klinikum
Charlottenburg der Freien Universität und einer geriatrischen Abteilung
eines kommunalen Krankenhauses. Im Fachbereich des
Klinikums Charlottenburg besteht eine Abteilung für
Gerontopsychiatrie.
Eine Reihe von psychologischen Instituten, soziologischen
Instituten und Sportinstituten verschiedener Universitäten widmen
sich schwerpunktmäßig gerontologischen Problemen.
4. Wie beurteilt die Bundesregierung die in Fachkreisen betonte
Notwendigkeit, die Ausbildung in Gerontologie im Rahmen der bislang
festgesetzten Studienordnung durch ein sogenanntes
Aufbaustudium zu verbessern?
Aufbau- oder Ergänzungsstudiengänge auf dem Gebiet der
Gerontologie werden nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit
kaum durchgeführt, auch lassen die Länderaussagen keine
konkreten Absichten erkennen.
Im ärztlichen Bereich erfolgt die Spezialisierung
herkömmlicherweise im Rahmen der fachärztlichen Weiterbildung an
Krankenhäusern, Universitätskliniken und sonstigen Einrichtungen der
Krankenversorgung. Die Weiterbildung bei der Mehrzahl der
Gebiete erstreckt sich auf geriatrische Bereiche, vor allem in
Innerer Medizin, Allgemeinmedizin, Frauenheilkunde,
Orthopädie, Psychiatrie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-
Ohrenheilkunde und Anaesthesiologie.
Die Einführung einer Gebiets- oder Teilgebietsbezeichnung
„Geriatrie" im Bereich der ärztlichen Weiterbildung wird von der
Mehrzahl der Länder und Ärztekammern wegen des
interdisziplinären Charakters der Geriatrie nicht befürwortet.
5. Welche Überlegungen hat die Bundesregierung, die Altersforschung
in stärkerem Umfang als bisher bei der Vergabe von
Forschungsaufträgen zu berücksichtigen?
Die Bundesregierung hat der Altersforschung von jeher grolle
Bedeutung beigemessen. Das wird u. a. durch die
Forschungsdokumentation Gerontologie 1974 bis 1978 des Deutschen
Zentrums für Altersfragen belegt. In ihrer Stellungnahme zum Bericht
der Sachverständigenkommission über die Lage der Psychiatrie in
der Bundesrepublik Deutschland hat sich die Bundesregierung
1979 hinter Empfehlungen dieser Sachverständigenkommission
gestellt und unter dem Gesichtspunkt der Forschung damit auch
psychisch kranke alte Menschen einbezogen. Den dabei auch
vom Ständigen Arbeitskreis der für die Psychiatrie zuständigen
Referenten des Bundes und der Länder gestützten Empfehlungen
wird u. a. im Rahmen des Modellprogramms Psychiatrie, das in
der Versorgungsregion Kassel einen gerontopsychiatrischen
Schwerpunkt hat, im besonderen nachgegangen.
Die Bundesregierung wird auch künftig im Rahmen ihrer
Zuständigkeit Forschungsaufträge für die Altersforschung vergeben. Sie
ist jedoch hierbei an die Mittelzuweisung im Rahmen des
Bundeshaushaltes gebunden. Eine nennenswerte Ausweitung der
Altersforschung durch die Bundesregierung wird sich kurzfristig
deshalb nicht erreichen lassen.
Im Rahmen des Programms der Bundesregierung zur Forschung
und Entwicklung im Dienste der Gesundheit ist als Teil des
Bereichs „Psychische Erkrankungen" die Gerontopsychiatrie als
ein Forschungsabschnitt vorgesehen. Die Vorarbeiten zur
Durchführung dieses Forschungsabschnitts sind angelaufen.
Im Rahmen des Modellprogramms der Bundesregierung zur
Reform der Versorgung im psychiatrischen und
psychotherapeutisch/psychosomatischen Bereich ist in Kassel die Entwicklung
und Untersuchung einer gerontopsychiatrischen Versorgung mit
Schwerpunkt im ambulanten Sektor vorgesehen.
6. Welche konkreten Maßnahmen für eine Verbesserung der
Lebensbedingungen alter Menschen konnten aufgrund von
Forschungsaufträgen auf dem Gebiet der Altenpolitik eingeleitet werden, und in
welcher Weise ist hierbei sichergestellt, daß wissenschaftliche
Erkenntnisse in der Praxis zur Anwendung gelangen?
Im Zusammenhang mit Forschungsvorhaben hat die
Bundesregierung folgende konkrete Maßnahmen für eine Verbesserung
der Lebensbedingungen älterer Menschen durchgeführt:
— Zur Erhaltung der Selbständigkeit
47 Maßnahmen im Rahmen der ambulanten Altenhilfe,
12 Maßnahmen im Rahmen der ambulanten Altenhilfe in
Verbindung mit stationären Maßnahmen.
Es handelt sich dabei u. a. um Dienstleistungszentren für alte
Menschen, die gesondert im Anschluß an stationäre
Einrichtungen der Altenhilfe oder an Krankenanstalten in Zuordnung
zu Rehabilitationseinrichtungen u. ä. in ihrer Wirkung erprobt
werden. 17 dieser Einrichtungen wurden wissenschaftlich
ausgewertet. Das Ergebnis dieser Auswertung ist unter dem
Titel „Modelle offener Altenhilfe" in Band 70 der
Schriftenreihe des Bundesministers für Jugend, Familie und
Gesundheit veröffentlicht worden. Es wurden 12 Tagespflegeheime
gefördert.
— Vorbereitung auf den Ruhestand/Bildung im Alter
Errichtung einer Seniorenbildungsstätte in Oer-
Erkenschwick; Herausgabe der Seniorenbriefe „In Ihrer Sache" in
Berlin, die inzwischen auch in anderen Städten übernommen
wurden.
— Spiel und Sport für Ältere
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportbund wurden
herausgegeben
— die Broschüre „Sport und Spiel für Ältere" (u. a. an alle
Ärzte und Sportvereine).
— die Schallplatte „Gymnastik und Tanz für Ältere", die u. a.
an die Spitzenverbände der öffentlichen und freien
Wohlfahrtspflege, Heime, Altenclubs und viele andere versandt
wurde.
— Schaffung einer Übungsleiterlizenz für Sport für Ältere.
Außerdem hat die Bundesregierung die regelmäßig
stattfindende Bundesaltensportwoche sowie ein Altensportzentrum
in Mönchengladbach (im Bau seit 1980) gefördert.
— Ausbau ehrenamtlicher Dienste
Entwicklung und Erprobung ehrenamtlicher Dienste in der
Altenhilfe wurden in vier Städten unter wissenschaftlicher
Begleitung und Auswertung durchgeführt. Mit dem
Modellversuch „Altentreff Ulm/Neu-Ulm" wurde die Entwicklung
von Selbsthilfegruppen geprüft. Z. Z. läuft ein Modellprojekt
„Entwicklung und Erprobung ehrenamtlicher Dienste in der
Altenhilfe" in einem Landkreis. Dieses Projekt ist verbunden
mit einem Forschungsauftrag „Soziale Dienste für ältere
Menschen im ländlichen Raum – regionalisierte Bedarfsplanung
und Maßnahmenprojektierung unter Berücksichtigung
unterschiedlicher Lebenslagen und spezifischer regionaler
Bedingungen".
- Stationäre Einrichtungen der Altenhilfe
23 Modellmaßnahmen stationärer Altenhilfe mit
unterschiedlicher Zielrichtung.
Das Kuratorium Deutsche Altenhilfe, Altenwohnbauinstitut,
entwickelt derzeit im Auftrag der Bundesregierung Modelle
für Pflegeeinrichtungen.
— Förderung von Forschungsvorhaben im Bereich von
Gerontologie und Geriatrie durch das Bundesministerium für Jugend,
Familie und Gesundheit.
Es sind insbesondere die folgenden Forschungsvorhaben
gefördert worden:
— „Rehabilitationsmöglichkeiten alternder Menschen" (Dr.
Böcher, Overath-Steinebrück); Ergebnisse veröffentlicht in
Band 3 der Schriftenreihe des Bundesministeriums für
Jugend, Familie und Gesundheit);
— Pilotstudie über die klinische Rehabilitation bei älteren
Menschen (Prof. Dr. Böhlau, Max-Bürger-Institut für
Alternsmedizin, Bad Soden);
— „Soziales Verhalten und physischer Zustand der
Altengeneration – Überprüfung der subjektiven Urteile über den
physischen Zustand der Probanden –" (Forschungsgruppe
Gießen für Gerontologie);
— „Bedeutung balneologischer und physikalischer
Behandlungsmethoden für die Gerontologie" (Dr. Remmlinger,
Balneologisches Forschungsinstitut, Bad Krotzingen);
-- Studie über die Klinische Rehabilitation bei älteren
(vorgealterten) Menschen – Hauptuntersuchung (Prof. Dr. Böhlau,
Max-Bürger-Institut für Alternsmedizin, Bad Soden);
— Analyse der rehabilitationsfördernden und
rehabilitationshindernden Faktoren in der Geriatrie (Prof. Dr. Falk,
Krankenhaus Berlin-Wilmersdorf);
— Verlaufsuntersuchung poliklinisch behandelter
gerontopsychiatrischer Patienten (Prof. Dr. Kanowski,
Gerontopsychiatrische Abteilung der FU Berlin);
— „Ökologische Bedingungen der Gesunderhaltung älterer
Menschen in einer Großstadt" (Prof. Dr. Paul, Institut für
Sozialmedizin der FU Berlin) (noch nicht abgeschlossen).
— Der ältere Mensch und Sport (Prof. Dr. Hollmann,
Sporthochschule Köln).
Publikation von Forschungsergebnissen
Die Ergebnisse von Forschungsvorhaben im Bereich der
Gerontologie und der Geriatrie werden allen interessierten Stellen zur
Verfügung gestellt. Soweit sie von allgemeinem Interesse sind,
werden sie in Schriftenreihen u. a. des Bundesministeriums für
Jugend, Familie und Gesundheit veröffentlicht. Darüber hinaus
werden die Ergebnisse in zentralen Veranstaltungen, die häufig
aus Mitteln der Bundesregierung gefördert werden, von
Verbänden, der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie oder dem
Deutschen Zentrum für Altersfragen (z. B. mit den Themen:
Sozialplanung in der Altenhilfe; Sozialarbeit und Altenhilfe;
Sterbebegleitung älterer Menschen u. a.) der Praxis nahegebracht.
Das Deutsche Zentrum für Altersfragen gibt regelmäßig eine
Zeitschriftenbibliographie heraus. Es hat mit Förderung des
Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit folgende
Schriften herausgebracht:
— Verzeichnis klinischer, geriatrischer und
gerontopsychiatrischer Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland
(Stand 1978)
— Analyse klinischer, geriatrischer und gerontopsychiatrischer
Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland (Stand
1979)
Das Deutsche Zentrum prüft im Auftrag der Bundesregierung, wie
die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gerontologie noch besser
als bisher in die Praxis umgesetzt werden können.
Neben den erwähnten sind folgende weitere Veröffentlichungen
in der Schriftenreihe des Bundesministeriums für Jugend, Familie
und Gesundheit zu nennen:
— „Psychosoziale Aspekte der Situation älterer Menschen" ,
Band 28,
— „Art, Maß und Methode von Bewegung und Sport von älteren
Menschen", Band 31,
— „Erhaltung der Selbständigkeit älterer Menschen", Band 33,
— „Vorbereitung auf das Alter?", Band 51.
Das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit hat
verschiedene Schriften zum Verteilen an Interessierte und
Betroffene in größerer Auflage herausgegeben, und zwar:
— „Der Rote Faden: Ratgeber für ältere Mitbürger",
— „Alt werden und gesund bleiben",
— „Pflegebedürftigkeit älterer Menschen" und
— „Die Ernährung älterer Menschen".
Um ältere Menschen über bestehende Hilfen zu informieren und
ihnen Anregungen für eine gesunde Lebensweise und zum
Erhalten der Selbständigkeit im Alter zu geben, entwickelte das
Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit 1978 eine
Wanderausstellung, die 1979 und 1980 an insgesamt 28 Orten
gezeigt wurde. Wegen der großen Nachfrage hat das Ministerium]