Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag
8. Wahlperiode
Drucksache 8/4448
19.08.80
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Narjes, Dr. Dollinger, Dr. Sprung,
Dr. Waigel, Dr. Warnke, Pieroth, Kittelmann, Stommel, Dr. Unland und der Fraktion
der CDU/CSU
- Drucksache 8/4416 -
Entwicklung der Leistungsbilanzen der Länder der Dritten Welt
Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs beim
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit vom 19. August 1980:
Die Bundesregierung hat gegenüber dem Deutschen Bundestag
zur Entwicklung der Leistungsbilanzen der Länder der Dritten
Welt bereits in der Kleinen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zur
Entwicklung der Leistungsbilanzen der Bundesrepublik
Deutschland (Drucksache 8/4399 vom 14. Juli 1980) Stellung genommen.
Ergänzend hierzu beantworte ich im Namen der Bundesregierung
die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion wie folgt:
1. Wie stellt sich die Verschuldung der nichölproduzierenden
Entwicklungsländer und der mit der EG assoziierten Staaten (Israel, Türkei
usw.) seit 1970 dar, und worauf ist diese Entwicklung
zurückzuführen?
Die öffentliche und öffentlich garantierte Auslandsverschuldung
der Entwicklungsländer (ohne OPEC-Mitgliedstaaten) hat sich
von 61 Mrd. $ in 1970 auf 211,6 Mrd. $ in 1978 erhöht. Nach
vorläufigen Angaben des Internationalen Währungsfonds stieg
die Auslandsverschuldung 1979 auf 246,4 Mrd. $; weiterhin
schätzt der IWF, daß die Auslandsverschuldung 1980 auf rd. 280
Mrd. $ anwachsen wird.
Die Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer hat
insbesondere in den Jahren nach 1973 rasch zugenommen. Allein in den
Jahren 1977 bis 1979 stieg die Auslandsverschuldung um jährlich
zwischen 33 und 40 Mrd. $. Die rasche Zunahme der
Auslandsverschuldung seit 1973 hängt vor allem mit den im Vergleich zu 1973
wesentlich größeren Leistungsbilanzdefiziten zusammen. Die
Entwicklungsländer finanzierten diese Defizite überwiegend
durch eine stärkere Aufnahme von Auslandskrediten. Der stetige
Anstieg der Auslandsverschuldung steht allerdings nicht ganz in
Einklang mit dem in den einzelnen Jahren durchaus
unterschiedlichen Ausmaß der Leistungsbilanzdefizite. Obwohl sich diese
Defizite in den Jahren 1976 bis 1978 vorübergehend wieder
deutlich verringerten, haben die Entwicklungsländer ihre
Auslandsverschuldung nicht entsprechend abgebremst. Sie haben
vielmehr ihre Währungsreserven beträchtlich aufstocken können.
2. Wie entwickelten sich die zusammengefaßten Leistungsbilanzsalden
von 1973 bis 1980 für die
a) Industrieländer,
b) Staatshandelsländer,
c) OPEC-Länder,
d) Entwicklungsländer?
Zusammengefaßte Leistungsbilanzsalden 1973 bis 1980 1 ) (in Mrd. US-$)
1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980
Industrieländer 2 ) 18,1 — 13,2 16,2 — 2,1 — 5,1 30,8 — 10,6 — 51 1/2
OPEC 6,6 67,8 35,0 40,0 31,7 5,8 68,4 115
Entwicklungsländer 3 ) — 11,3 — 36,9 — 45,8 — 32,1 — 28,0 — 36,2 — 54,9 — 68
Staatshandelsländer 4) (1) . (— 4) — 11 — 9 — 6 — 8 — 7 — 10
Quelle: IMF
1)Erfaßt sind Güter, Dienstleistungen, private Transfers; nicht die öffentlichen Transfers. Berücksichtigt man die öffentlichen
Transfers, ist das Defizit z. B. der Industrieländer deutlich größer (1980 um rd. 20 Mrd. $), das der Entwicklungsländer, die zum
Teil Empfänger dieser Transfers sind, geringer.
Die Zahlen für 1980 sind geschätzt, es wird von einem nach dem ersten Vierteljahr von 1980 real unverände rten Erdölpreis
ausgegangen.
2) OECD-Länder mit Ausnahme Portugals, Griechenlands und der Türkei
3) einschließlich der nicht der OPEC angehörenden ölexportierenden EL, ausschließlich VR China
4) Die Zahlen für 1973 und 1974 sind Schätzungen des GATT-Sekretariats.
3. Wie stellen sich die Auslandsschuldendienstquoten der
Entwicklungsländer dar?
Die Auslandsschuldendienstquote (Zins- und Tilgungszahlungen
in Prozent des Exports von Gütern und Dienstleistungen) der
Entwicklungsländer (ohne OPEC-Mitgliedstaaten) betrug nach
Angaben des Internationalen Währungsfonds 1973 8,9 v. H.; 1979
11,4 v. H.; 1980 wird sie voraussichtlich 11,1 v. H. betragen.
4. Wie ist die Rangfolge der zwanzig größten Schuldner unter den
Entwicklungsländern
a) nach absoluter Bruttoauslandsschuld,
b) nach der Schuldenquote (bei Bewertung der Goldbestände zu
Marktpreisen),
und wie hat die Ölpreisentwicklung diese Rangfolge beeinflußt?
a) Die Rangfolge der 20 größten Schuldner unter den
Entwicklungsländern nach absoluter Bruttoauslandsschuld war nach
Angaben der Weltbank
1970
1. Indien
2. Brasilien
3. Mexiko
4. Pakistan
5. Indonesien
6. Israel
7. Iran
8. Chile
9. Argentinien
10. Türkei
11. Korea
12. Ägypten
13. Kolumbien
14. Spanien
15. Jugoslawien
16. Algerien
17. Griechenland
18. Peru
19. Marokko
20. Philippinen
1978
1. Brasilien
2. Mexiko
3. Indien
4. Algerien
5. Indonesien
6. Korea
7. Ägypten
8. Israel
9. Iran
10. Spanien
11. Pakistan
12. Venezuela
13. Argentinien
14. Türkei
15. Peru
16. Marokko
17. Chile
18. Philippinen
19. Jugoslawien
20. Griechenland.
Die Ölpreisentwicklung dürfte diese Rangfolge kaum
wesentlich beeinflußt haben. Z. B. zählte Kolumbien als Nicht-OPEC
-
Land 1978 nicht mehr zu den 20 größten Schuldnern unter den
Entwicklungsländern, statt dessen taucht 1978 das OPEC-Land
Venezuela in der Liste auf.
Die Rangfolge läßt keine Rückschlüsse auf die
Kreditwürdigkeit der Länder zu.
b) Die Rangfolge der 20 größten Schuldner unter den
Entwicklungsländern nach der ,Schuldenquote' (Anteil der
Auslandsschulden am Bruttosozialprodukt) war nach Angaben der
Weltbank:
1970
1. Mali
2. Guinea
3. Afghanistan
4. AR Jemen
5. Liberia
6. VR Kongo
7. Bolivien
8. Israel
9. Somalia
10. Tunesien
11. Malawi
12. Sambia
13. Pakistan
14. Indonesien
15. Chile
16. Ägypten
17. Ghana
18. Korea
19. Iran
20. Nicaragua
1978
1. Mauretanien
2. Somalia
3. VR Kongo
4. Panama
5. Guinea
6. Ägypten
7. Israel
8. Togo
9. Mali
10. Peru
11. Algerien
12. Sambia
13. VR Jemen
14. Nicaragua
15. Liberia
16. Sri Lanka
17. Pakistan
18. Bolivien
19. Tunesien
20. Marokko.
Diese Rangfolge hat sich im Zeitraum 1970 bis 1978 wesentlich
verändert. Lediglich zwölf der Länder in der Rangfolge von 1978
waren auch schon in der Rangfolge von 1970 enthalten. Die 1978
im Vergleich zu 1970 neu hinzugekommenen Länder lassen
jedoch nicht den Schluß zu, daß für die Veränderung der
Rangfolge allein die Ölpreisentwicklung ursächlich ist. Vielmehr dürfte
dafür eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren zusammenspielen,
die alle maßgeblich die wirtschaftliche und soziale Entwicklung
dieser Länder beeinflussen.
Der in der Frage angeführte Klammerhinweis „bei der
Bewertung der Goldbestände zu Marktpreisen" läßt vermuten, daß
mit „Schuldenquote" nicht die international übliche Definition
gemeint ist, sondern möglicherweise das Verhältnis von
Währungsreserven zu Auslandsschulden. Weder Weltbank- noch
IWF- oder OECD-Statistiken weisen dieses Verhältnis
allerdings aus. Auf der Grundlage von Weltbankangaben kann es
jedoch für 1978 berechnet werden. Danach ergibt sich folgende
Rangfolge :
1. Sudan
2. VR Kongo
3. Mali
4. Senegal
5. Kamerun
6. Jamaica
7. Liberia
8. Nicaragua
9. Sambia
10. Zaire
11. Panama
12. Tansania
13. Mexiko
14. Tschad
15. Pakistan
16. Ägypten
17. Bangladesh
18. Benin
19. Sierra Leone
20. Peru.
Z. B. betrugen die Währungsreserven beim Sudan 1,4 v. H. der
Auslandsverschuldung, bei Peru 13,7 v. H.
5. Berücksichtigt die entwicklungspolitische Konzeption der
Bundesregierung die besonderen Energie- und Energiepreisprobleme der
Entwicklungsländer, und ist nach Auffassung der Bundesregierung
Ölverknappung eine Wachstumsbremse für die Länder der Dritten
Welt? Wie beurteilt die Bundesregierung die Wachstumschancen der
Länder der Dritten Welt angesichts der Ölpreissteigerungen und
bevorstehender Ölverknappung?
Die Bundesregierung hat in ihren neuen
„Entwicklungspolitischen Grundlinien" dem Problem der Energieversorgung der
ölimportabhängigen EL einen breiten Raum eingeräumt. Danach
ist die entwicklungspolitische Zusammenarbeit im Bereich
Energie einer der drei zukünftigen fachlichen Schwerpunkte. Die
Zusammenarbeit erstreckt sich vor allem auf Energieplanung
sowie Erkundung und Erschließung des Energiepotentials. Sie soll
die Abhängigkeit der EL vom importierten Erdöl verringern.
Darüber hinaus betrachtet die Bundesregierung die
Energieversorgung im Nord-Süd-Dialog als einen Bereich gemeinsamer
Verantwortung von Industrie- und Entwicklungsländern (vgl. auch
Ziffern 60 und 61 der Entwicklungspolitischen Grundlinien der
Bundesregierung unter besonderer Berücksichtigung der
Empfehlungen der Unabhängigen Kommission für internationale
Entwicklungsfragen, Kabinettbeschluß vom 9. Juli 1980).
Die Bundesregierung stimmt den neuesten von der Weltbank und
dem Internationalen Währungsfonds getroffenen Feststellungen
zu, nachdem sich Ölpreiserhöhungen in erheblichem Maße
negativ auf das Wachstum der ölimportierenden EL auswirken.
Die Devisen-Belastung durch die 'erhöhten Ölpreise und die —
auch durch Ölverteuerung verursachten — Preissteigerungen bei
Industriegüterimporten führen zu einer verringerten
Importkapazität für Industriegüter, die sich nachteilig auf das
Wirtschaftswachstum der EL auswirkt.
6. Inwieweit wurde bislang der in der Entschließung der
Regierungschefs anläßlich des Bonner Weltwirtschaftsgipfels vom 16. und 17.
Juli 1978 angekündigten Zusammenarbeit mit den
Entwicklungsländern im Energiebereich (Ziffern 15 und 16 des Bulletins der
Bundesregierung vom 19. Juli 1978) Rechnung getragen?
a) Im Anschluß an den Bonner Weltwirtschaftsgipfel hat die
Bundesregierung in ihren Thesen zur Zusammenarbeit mit Ent- .
wicklungsländern vom Mai 1979 beschlossen, im Rahmen eines
besonderen Programms ihre Zusammenarbeit mit den
Entwicklungsländern auf dem Gebiet neuer Technologien zur Nutzung
nichterschöpflicher Energiequellen wesentlich zu verstärken.
Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit für diesen Bereich bereitgestellten Mittel wurden von 40
Mio DM (Technische Zusammenarbeit) (1975 bis 1978
insgesamt) über 36 Mio DM (Technische Zusammenarbeit) in 1979
auf 73 Mio DM (53 Mio DM Technische Zusammenarbeit, 20
Mio DM Zuschüsse im Rahmen der Finanziellen
Zusammenarbeit für LLDC) im Jahre 1980 erhöht.
Vor allem in den Ländern Kenia, Tansania, Sudan, Obervolta,
Mali, Niger, Senegal, Philippinen, Kolumbien und Peru sollen
lokale Forschungs-, Ausbildungs-, Produktions- und
Verarbeitungskapazitäten geschaffen werden, um erprobten
Technologien eine solide und breite Anwendungschance zu eröffnen.
Auch im Rahmen des Forschungsprogramms des
Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) für
nichtnukleare Energie werden Technologien gefördert, die für den
Einsatz in den Entwicklungsländern besonders geeignet sind.
Das BMFT hat für die Nutzung nichterschöpflicher
Energiequellen 1980 35 Mio DM bereitgestellt. Die Aktivitäten von
BMZ .und BMFT werden eng koordiniert.
Auf Initiative von OECD und Weltbank haben Informations-
und Koordinierungstreffen stattgefunden, die einen ersten
Überblick über Potential und Förderungsmaßnahmen auf dem
Gebiet der regenerativen Energiequellen ermöglichen. Die
EG-Kommission bemüht sich um detailliertere Informationen
über Aktivitäten der EG-Mitgliedstaaten. Weitere Impulse zur
internationalen Koordination sind von der UN-Konferenz über
neue und erneuerbare Energiequellen im August 1981 zu er
-
warten.
b) Die Bundesrepublik Deutschland hat ihre bilaterale Hilfe für
den Energiesektor (konventionelle und nichterschöpfliche
Energiequellen) beträchtlich erhöht: Die Zusagen der
Finanziellen Zusammenarbeit sind von 321 Mio DM im Jahre 1977
über 417 Mio DM im Jahre 1978 auf 464 Mio DM im Jahre 1979
gestiegen, 1980 werden es voraussichtlich mindestens 660 Mio
DM sein. Das Bewilligungsvolumen der Technischen
Zusammenarbeit ist vor allem aufgrund des Sonderprogramms für
regenerative Energiequellen innerhalb von drei Jahren um
etwa 200 v. H. auf 58 Mio DM im Jahre 1979 (davon 36 Mio DM
für regenerative Energiequellen) gestiegen. 1980 sind
insgesamt 108 Mio DM vorgesehen.
Auch die Weltbank hat aufgrund der vom Bonner
Wirtschaftsgipfel 1978 gegebenen Anregung ihre Aktivitäten auf dem
Gebiet der konventionellen und regenerativen
Energiegewinnung erheblich ausgeweitet. Sie hat im November 1978 ein
Fünf-Jahres-Programm aufgestellt, das 1979 angelaufen ist und
ab 1980 erstmals voll wirksam wird. Damit soll der bisher ganz
überwiegend auf den Elektrizitätssektor entfallende
Energieanteil der Weltbankzusagen (18 v. H.) um zusätzliche rd. 10
v. H. für die sonstigen Energiebereiche mit Schwerpunkt Öl
und Gas sowie Kohle und erneuerbare Energien ergänzt
werden. Bereits jetzt ist sie der mit Abstand größte Einzelfinanzier
von Energieprojekten in Entwicklungsländern. Sie
beabsichtigt, im Rahmen ihres Fünf-Jahres-Programms 1981 bis 1985 in
etwa 60 ölimportierenden Entwicklungsländern
Energieprojekte mit Gesamtkosten von rd. 13 Mrd. US-$ zu finanzieren.
Einer Aufforderung des Weltwirtschaftsgipfels Venedig Juni
1980 entsprechend, prüft die Weltbank darüber hinaus zur Zeit
sowohl die Angemessenheit der verfügbaren Mittel und
Instrumente für die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern
im Energiebereich als auch Wege, einschließlich der
Möglichkeit der Gründung eines neuen Tochterinstituts, zur
Verbesserung und zum Ausbau dieser Zusammenarbeit. Eine
Stellungnahme der Bank wird bis Ende des Jahres erwartet.
7. Wie hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der Entwicklungsländer in
den letzten zehn Jahren entwickelt, wie stellt sich die
landwirtschaftliche Produktion pro Kopf der Bevölkerung im gleichen Zeitraum
dar, und in welchem Ausmaß werden die Leistungsbilanzen der
Entwicklungsländer durch Getreideimporte beeinflußt?
8. Liegen internationale Schätzungen über das Getreidedefizit der
Entwicklungsländer für 1985, gegliedert nach Regionen, vor, und wie
stellte sich zum Vergleich das Jahr 1977 dar?
Beide Fragen werden zusammen beantwortet.
— Im Zeitraum 1970 bis 1978 ist das Bruttosozialprodukt in den
Entwicklungsländern jährlich um 5,8 v. H., das Pro-Kopf-
Einkommen um 3,4 v. H. gewachsen; im gleichen Zeitraum waren
für die Industrieländer 3,4 v. H. bzw. 2,7 v. H. p. a. zu
verzeichnen. Trotz gewisser jährlicher Schwankungen hat sich die
Relation zwischen den durchschnittlichen Pro-Kopf-
Einkommen in Industrie- und Entwicklungsländern nicht wesentlich
verändert.. Die hohen durchschnittlichen Wachstumsraten des
Bruttosozialproduktes in Entwicklungsländern verdecken
allerdings eine fortschreitende Differenzierung in der Dritten
Welt in einen zunehmend ärmeren und in einen weiter
fortgeschrittenen Teil.
— Das Gesamtvolumen der landwirtschaftlichen Produktion ist im
Zeitraum 1970 bis 1979 in den Industrieländern um 21 v. H., in
den Entwicklungsländern um 26 v. H. angestiegen. Die
höchsten Steigerungsraten sind dabei für Lateinamerika und den
Nahen Osten, die geringsten für Afrika zu verzeichnen
(Tabelle 1).
Während die Industrieländer einen Zuwachs der Produktion
pro Kopf von durchschnittlich 13 v. H. für die Zeitspanne von
1970 bis 1979 aufweisen, liegt der Vergleichswert für die
Entwicklungsländer wegen des weit höheren Bevölkerungswachs
-
turns bei nur 3 v. H. Bevorteilte Regionen unter den
Entwicklungsländern sind Lateinamerika und Asien. Demgegenüber
steht der afrikanische Kontinent bei den Agrarprodukten vor
der Problematik einer ständig wachsenden Unterversorgung
seiner Bevölkerung (Tabelle 2).
— Der vergleichsweise geringe Anstieg der landwirtschaftlichen
Pro-Kopf-Produktion hat eine zunehmende Abhängigkeit
vieler Entwicklungsländer von Nahrungsmittelimporten, und zwar
insbesondere von Getreideeinfuhren zur Folge. Während noch
im Jahre 1950 die Entwicklungsländer als eine Gruppe
betrachtet im Ernährungsbereich ihre Selbstversorgung
sichern konnten, waren sie um 1970 schon auf die Einfuhr von
15 bis 20 Mio t Nahrungsgütern angewiesen. Die hier
angesprochenen Nahrungsmittel umfassen Reis, Weizen, Mais,
Hirse, Hafer, Gerste, Roggen, Mischgetreide, Wurzel- und
Hülsenfrüchte, d. h. überwiegend Getreide.
Die Weltbank kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, daß
1985 mit einem Nahrungsmitteldefizit von 45 Mio t zu rechnen
ist; das ist mehr als eine Verdoppelung der Versorgungslücke
aus dem Jahre 1975. Der geschätzte Anteil der
Versorgungslücke am Gesamtverbrauch steigt im gleichen Zeitraum von 5,0
v. H. auf 8,0 v. H. Besonders gravierend ist dabei der Anstieg
der Versorgungslücken auf dem afrikanischen Kontinent.
Während in Afrika südlich der Sahara 1975 „nur" 3,7 v. H. der
Grundnahrungsmittel fehlten, wird dieser Anteil für 1985 mit
16,8 v. H. antizipiert, das ist mehr als das Vierfache in einem
Jahrzehnt; demgegenüber verzeichnen Nordafrika und der
Mittlere Osten bereits 1975 eine Versorgungslücke von 15,9
v. H., die bis 1985 um weitere 3,9 v. H. auf 19,8 v. H., das ist
nahezu ein Fünftel aller Grundnahrungsmittel, anwachsen
wird (Tabelle 3).
Die FAO-Projektionen über die voraussichtliche Produktion
und den Bedarf von Getreide der Entwicklungsländer im Jahre.
1985 zeigen ein differenziertes Bild. Nach einer FAO-
Schätzung, die auf der Annahme beruht, daß sowohl Politiken als
auch das Wachstum der Entwicklungsländer unverändert blei
ben, ergibt sich eine Lücke von 72 Mio Tonnen. Nach einer
optimistischeren FAO-Einschätzung der Wirtschaftsentwick
lung und der Verwirklichung der nationalen
Entwicklungspläne der Entwicklungsländer ergibt sich eine Lücke von 39
Mio t. Im Vergleich dazu betrug die Lücke zwischen
Produktion und Bedarf im Jahre 1977 34,05 Mio t Getreide. Die
jeweilige regionale Aufteilung ergibt sich aus Tabelle 4.
Die Nahrungsmittelimporte und die hierfür erforderlichen
Aufwendungen der Entwicklungsländer sind in den letzten zehn
Jahren beständig angestiegen. Die im gleichen Zeitraum
jährlich international gewährte Nahrungsmittelhilfe ist mit rd. 8 bis
9,6 Mio t Getreide nahezu konstant geblieben, ihr relativer
Anteil an den Gesamtimporten hat sich somit kontinuierlich
verringert. Belastungen der Leistungsbilanzen der von
Nahrungsmittelimporten abhängigen Entwicklungsländer ergeben
sich neben dem gestiegenen Importvolumen auch durch die
– durch vermehrte 'Nachfrage – ansteigenden Preise auf den
Weltmärkten. Eine Verringerung der Nahrungsmittelimporte,
insbesondere in Form von Getreide, kann langfristig nur durch
massive Anstrengungen der Entwicklungsländer zur
Steigerung der Eigenproduktion erreicht werden. Eine weitere
wesentliche Steigerung der Nahrungsmittelhilfe würde enorme
finanzielle und logistische Probleme mit sich bringen und wäre
wegen möglicher nega tiver Auswirkungen auf die
Eigenproduktion der Entwicklungsländer entwicklungspolitisch
bedenklich. Die Entwicklungsländer würden in einem ihrer
wichtigsten Grundbedürfnisse, der Ernährung, in ein immer stärker
werdendes Abhängigkeitsverhältnis geraten.
9. Wird nach Auffassung der Bundesregierung die UdSSR oder
irgendein anderes Ostblockland einen Anteil zur Verringerung dieses
Mangels leisten, wenn ja, welchen?
Die Ostblockländer treten als bedeutende Nachfrager von
Getreide auf dem Weltmarkt auf. Sie sind nicht in der Lage, einen
wesentlichen Beitrag zur Deckung des Getreidedefizits der
Entwicklungsländer zu leisten.
Allerdings schließt dies nicht aus, daß in Einzelfällen aus
politischen oder anderen Überlegungen gezielt Getreide an
Entwicklungsländer geliefert wird. Vereinzelt sind solche Transfers oder
auch Austauschgeschäfte bekannt geworden (Indien, Äthiopien).
Die Netto-Getreideimporte der UdSSR betrugen 1976: 19,4 Mio t,
1977: 7,2 Mio t, 1978: 17,8 Mio t, 1979: 29,2 Mio t. Nach
Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums ist für 1980
mit einem Netto-Getreideimport der UdSSR von 25 bis 28 Mio t zu
rechnen. Die Netto-Getreideimporte der RGW-Länder als Gruppe
betrugen 1976: 32,6 Mio t, 1977: 17,4 Mio t, 1978: 30,7 Mio t,
wobei Bulgarien, Rumänien und Ungarn, wenn auch im
Weltmaßstab mit geringen Mengen, als Netto-Getreideexporteure
auftreten.
10. Wie sieht für die zwanzig höchst verschuldeten Entwicklungsländer
das Verhältnis der Ölrechnungen dieser Länder zu der geleisteten
Entwicklungshilfe durch
a) die Bundesrepublick Deutschland,
b) die EG-Länder,
c) die Ostblock-Staaten,
d) alle Länder zusammen
aus?
Die gewünschte Gegenüberstellung hätte nur für die Jahre 1979
und 1980 – d. h. unter Berücksichtigung der letzten
Ölpreiserhöhungen – eine aktuelle Aussagekraft. Hierfür sind jedoch die
bisher international verfügbaren statistischen Unterlagen und
Schätzungen noch unvollständig bzw. lückenhaft; insbesondere
wird eine Aufführung der öffentlichen geleisteten
Entwicklungshilfe für 1979 auf einzelne Empfängerländer erst im Herbst d. J.
vorliegen (OECD/DAC-Jahresbericht).
Eine Gegenüberstellung von Globalzahlen, bei denen auch der
Trend erkennbar ist, zeigt folgende Entwicklung:
1978 1979 1980
in Mrd. $ in Mrd. $ . in Mrd. $
Ölrechnung 1) 34,6 49,7 rd. 78
Öffentliche Leistungen aller DAC-
Mitglieder 19,99 22,26 rd. 24
davon: EG (8,89 ) (11,54) — 3)
BR Deutschland (2,247) (3,350) (3,51) 2)
(= 4,71 Mrd. DM) (= 6,14 Mrd. DM) (= 6,44 Mrd. DM)
Öffentliche Leistungen der OPEC 4,34 4,71 - 3)
Öffentliche Leistungen der
COMECON 0,6 0,7 - 3)
Gesamtleistungen aller Geber 24,93 27,67 —
1)alle EL außer OPEC einschließlich europäische EL
2) Haushalts-Soll (einschließlich Nachtragshaushalt)
3) noch keine Angaben verfügbar; OPEC-Hilfe voraussichtlich steigend, COMECON-Hilfe stagnierend.
Aus der Gegenüberstellung ergibt sich, daß das rechnerische
Verhältnis zwischen den Ausgaben der Entwicklungsländer für
Ölimporte einerseits und öffentlicher Entwicklungshilfe
andererseits immer ungünstiger wird. Machten im Jahre 1979 die gesam
-
ten ODA-Leistungen noch rd. 50 v. H. der Ölrechnung aus, so
werden es im Jahre 1980 voraussichtlich nur noch rd. 1/3 sein. Der
absolute Betrag der OPEC-Entwicklungshilfe steigt zwar, das
Verhältnis zur Ölrechnung der Entwicklungsländer nimmt jedoch
rasch ab.
11. Wie hoch ist der Primärenergieverbrauch der Entwicklungsländer,
absolut und bezogen auf die Bevölkerungszahl, und wie sind die
Vergleichswerte in den industrialisierten Staaten?
Die Entwicklungsländer hatten im Jahre 1976 einen Anteil von
13,2 v. H. am Weltenergieverbrauch bei einem Anteil von 52 v. H.
an der Weltbevölkerung. Die Industrieländer sind 1976 dagegen
mit 54,9 v. H. am Weltenergieverbrauch beteiligt bei einem
Bevölkerungsanteil von 16,2 v. H. Die Staatshandelsländer hatten 1976
27,1 v. H. Anteil am Energieverbrauch bei einem Anteil von
31,3 v. H. an der Weltbevölkerung. Eine detaillierte Übersicht zu
den jeweiligen Energieanteilen ergibt sich aus Anlage 5 (Quelle:
Weltentwicklungsbericht 1979).
Die mittlere Wachstumsrate des Energieverbrauchs zwischen
1974 und 1978 lag in den Entwicklungsländern mit niedrigem
Einkommen bei 6,8 v. H., in den Entwicklungsländern mit
mittlerem Einkommen bei 6,2 v. H, in den OPEC-Staaten mit Kapital
-
überschuß bei 11,7 v. H., in den Industrieländern bei 1,5 v. H., in
den Staatshandelsländern bei 5,4 v. H. (vgl. hierzu Tabelle 6, in
dieser Tabelle ist auch der Energieverbrauch pro Kopf für die
einzelnen Entwicklungsländer ausgewiesen).
12. Welche Menge Rohöl ersetzt ein Reaktor vom Typ Biblis C bei 6000
Jahresbetriebsstunden, und wieviel Rohöl wird durch die
gegenwärfig in Betrieb befindlichen Kernreaktoren eingespart?
Durch den Betrieb eines Kernkraftwerks vom Typ Biblis C würden
bei einer Ausnutzungsdauer von 6000 Stunden ca. 1,8 Mio t Rohöl
pro Jahr substituiert.
Im Jahre 1979 entsprach die Stromerzeugung aus Kernenergie in
der BR Deutschland einem Rohöleinsatz von über 10 Mio t. Diese
Menge einbezogen, ergibt sich für die Kernenergie in der
gesamten Welt – die Zahlen des Ostblocks sind dabei geschätzt – 1979
ein Substitutionspotential von über 150 Mio t Rohöl.
13. Wie ist der Anteil der verschiedenen Energieträger am gesamten
Primärenergieeinsatz in den einzelnen Entwicklungsländern, und
wie hoch ist vor allem der Prozentsatz des eingesetzten Rohöls?
Der Weltenergieverbrauch lag 1979 bei knapp 9,2 Mrd. t
Steinkohleeinheiten (SKE), davon entfielen etwa 46 v. H. auf Mineralöl,
knapp 32 v. H. auf Kohle, knapp 20 v. H. auf Gas. Die Nutzung
nicht-erschöpfbarer Energiequellen (Wasser, Sonne, Wind,
Biomasse u. a.) hängt von regionalen Bedingungen ab.
Am gesamten Energieverbrauch der Entwicklungsländer haben
nach Angaben der Weltbank handelsübliche Energiearten (Öl,
Kohle, Gas, Wasserkraft) einen Anteil von 60 bis 70 v. H.,
traditionelle Energiequellen (vor allem Brennholz, Holzkohle, tierische
und pflanzliche Abfälle) einen Anteil von 30 bis 40 v. H.
Der Anteil des Mineralöls am handelsüblichen Energieverbrauch
der Entwicklungsländer wird nach Angaben der Weltbank 1980
55,1 v. H. betragen. Der restliche Bedarf an handelsüblicher
Energie wird zu 15,5 v. H. durch Kohle, 9 v. H. durch Gas, 11,4 v. H.
durch Wasserkraft sowie 9 v. H. durch andere Energiequellen
gedeckt werden.
Traditionelle Energiequellen spielen vor allem in den ärmeren
Entwicklungsländern eine große Rolle. Etwa 80 bis 90 v. H. (50 bis
65 v. H. in Asien, 70 bis 90 v. H. in Afrika) des bescheidenen
Energiekonsums in ländlichen Regionen (vor allem zum Kochen)
stammen aus diesen Quellen. Diese Energiequellen sind für die
ärmere Mehrheit der Bevölkerung der Entwicklungsländer
angesichts der raschen Teuerung der Ölprodukte von lebenswichtiger
Bedeutung.
14. Wie stellt sich das Verhältnis (in Preisen ausgedrückt) von
Energieimporten (insbesondere Rohöl) zum Gesamtexport der einzelnen
Entwicklungsländer dar?
Das Verhältnis der Aufwendungen für Öleinfuhren zu den
Exporterlösen stieg im Durchschnitt aller Entwicklungsländer von
13 v. H. im Jahre 1973 auf 27 v. H. im Jahre 1974. Bis 1978 ging
dieser Anteil aufgrund des real sinkenden Ölpreises wieder auf
19 v. H. zurück; im Jahre 1980 wird er nach bisherigen
Berechnungen wieder auf rd. 25 v. H. ansteigen. Bei einer Reihe von EL –
insbesondere den sog. Schwellenländern – wird der Anteil der
Öleinfuhren an den Exporterlösen i. J. 1980 jedoch weit über
diesem Durchschnittswert liegen. Beispiele sind: die Türkei
60 v. H., Brasilien 41 v. H., Philippinen 39 v. H., Indien 34 v. H.,
Korea 26 v. H.
Eine Berechnung des Anteils für alle EL für das Jahr 1977 ergibt
sich aus . den neuesten verfügbaren Statistiken der Weltbank
(Tabelle 6).
15. Wie stellt die Bundesregierung bei ihrer Entwicklungshilfepolitik
sicher, daß die Preissignale für eine Umstrukturierung der Märkte
auch in den Entwicklungsländern richtig, d. h. marktgerecht gesetzt
werden?
Bei der Aufgabe, die hohe Abhängigkeit vom Öl zu verringern
und möglichst reibungslos auf reichlicher vorhandene
Energiequellen überzugehen, wird der Markt- und Preismechanismus der
entscheidende Faktor sein. Die entwicklungspolitische
Zusammenarbeit wird sich danach ausrichten.
Zusammen mit den übrigen westlichen Partnern und den
internationalen Finanzierungsorganisationen bemüht sich die
Bundesregierung, den betroffenen Entwicklungsländern Übergangshilfen
für die 80er Jahre und zukunftsorientierte
Umstrukturierungshilfen zu leisten.
Zum ersten Bereich zählen z. B. Technische und Finanzielle Hilfe,
um potentielle Ölspar- und Substitutionsmöglichkeiten in den
Entwicklungsländern auszuschöpfen sowie die beschleunigte
Durchführung ausgearbeiteter konventioneller Energieprojekte
auf Wasserkraft- und Kohlebasis.
Maßnahmen für eine längerfristig wirksame Strukturveränderung
des Energiesektors der EL umfassen z. B. die Beratung zur
Entwicklung umfassender nationaler Energiepolitiken,
Investitionsprogramme zur Nutzung des Potentials konventioneller und
regenerativer Energien; Hilfe, um die massiven Abholzungen und die
durch die Verwendung von Holz und Dung als Brennmaterial
bewirkte Zerstörung der landwirtschaftlichen Existenzgrundlage
zu vermeiden.
16. Wie sehen die Energiereserven der einzelnen AKP-Staaten,
aufgeschlüsselt nach Öl, Wasserkraft, Kohle, Geo-Thermik, Gezeiten,
Wind, Bio-Masse u. a. aus?
Eine erschöpfende Übersicht über alle Energiearten für die AKP-
Staaten ist nicht verfügbar.
In der folgenden. Tabelle werden für die vier wichtigsten
Energiearten die AKP-Staaten mit dem jeweils größten Energieanteil
aufgeführt (Quelle: Weltbank):
Erdöl 1)
Nigeria 17 000
Trinidad & Tobago 700
Gabun 500
Kongo 400
Kamerun, 140
Zaire 135
Ghana 7
Barbados 1
Erdgas 2)
Nigeria 7 000
Trinidad & Tobago 1 500
Kongo 432
Zaire 318
Kamerun 208
Gabun 80
Ghana 3
Kohle 3)
Botswana 3 500
Swasiland 1 820
Nigeria 90
Sambia 5
Wasserkraft 4)
Zaire 150 684
Madagaskar 73 059
Kamerun 26 210
Tansania 18 995
Uganda 16 439
Äthiopien 12 790
Kenia 12 274
Sudan 10 958
Kongo 10 319
Niger 6 575
Ghana 3 550
1) in Mio Barrels Öl
2) in Mio Barrel Öl-Äquivalent
3) In Mio t Steinkohle, technisch und wirschaftlich erschließbar; die geologisch
nachweisbaren Reserven sind zum Teil wesentlich höher und auch in einigen
weiteren, hier nicht aufgeführten AKP-Ländern vorhanden.
16)geschätzte Gesamtkapazität in Megawatt
Über das Poten tial der nicht-erschöpflichen Energiequellen wie
Sonne, Wind, Geo-Thermik, Bio-Masse, Gezeiten u. a. liegen
keine Zahlen vor. Ihr Poten tial hängt von den regionalen
Bedingungen und dem Grad der tatsächlichen Nutzung ab. Zum Anteil
und' der Bedeutung der sog. traditionellen Energiequellen gerade
für die ärmeren EL vgl. auch Antwort zu Frage 13.
17. Hat die Bundesregierung die Absicht, an der Erschließung und
Gewinnung von Primärenergie und Rohstoffen in den AKP-Staaten
durch direkte Hilfen oder über deutsche Unternehmen mitzuwirken,
und strebt sie ggf. im Gegenzug dafür langfristige Lieferverträge
an? .
Die Bundesregierung befürwortet die Erschließung und
Gewinnung von Primärenergie und Rohstoffen in den AKP-Staaten
ebenso wie in sonstigen Entwicklungsländern aus versorgungs-
und entwicklungspolitischen Gründen: Sie fördert im Rahmen der
Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit gezielte
Prospektion sowie den Aufbau wirtschaftlich arbeitender Gewinnungs-
und Verarbeitungsbetriebe.
Weiterhin beteiligt sich die Bundesrepublik Deutschland als EG-
Mitgliedstaat am Lomé II-Abkommen, das in Titel III eine
umfassende Finanzielle und Technische Hilfe zugunsten der AKP-
Staaten bei der Erschließung und Gewinnung von Primärenergie und
Rohstoffen vorsieht.
Im übrigen unterstützt die Bundesregierung die
Rohstofferschließung durch die Privatwirtschaft auch in den Entwicklungsländern
von der Suche nach Rohstoffen bis zu ihrem Abbau mit
flankierenden Maßnahmen. Sie setzt sich für freie funktionsfähige
Rohstoffmärkte ein und unterstützt die Unternehmen insbesondere mit
dem Explorationsförderungsprogramm und den
Gewährleistungsinstrumentarien.
Die Bundesregierung befürwortet in diesem Zusammenhang den
Abschluß langfristiger Rohstofflieferungsverträge aus versor
-
gungspolitischen Überlegungen. Es bleibt jedoch den
Unternehmen überlassen, derar tige Verträge auszuhandeln.
Tabelle 1
Agrarproduktions-Indizes (Gesamtvolumen)
für 1970 bis 1979
(Ø 1969-71=100)
Ländergruppe 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979
Nordamerika 97 105 104 106 106 113 117 122 120 125
Ozeanien 100 102 103 109 104 113 119 115 128 124
West-Europa 100 103 101 106 111 110 109 111 116 118
Industrieländer 99 103 103 109 110 111 113 116 120 120
Afrika 100 102 102 101 107 107 110 108 112 115
Lateinamerika 101 102 103 106 113 115 118 124 129 132
Ostasien 101 102 100 108 106 114 114 122 127 124
Naher Osten 98 103 109 104 113 118 125 123 129 128
Entwicklungsländer 101 103 103 107 110 115 118 121 126 127
Quelle: FAO - monthly bulletin of statistics Vol. 3, April 1980
Tabelle 2
Agrarpolitik-Indizes (Pro-Kopf-Basis)
für 1970 bis 1979
(Ø 1969 - 71 = 100)
Ländergruppe 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979
Nordamerika 97 103 102 103 103 108 111 115 113 116
Ozeanien 99 100 100 104 97 104 108 103 114 110
West-Europa 100 102 100 104 109 107 105 107 112 113
Industrieländer 99 102 101 106 106 107 107 109 113 112
Afrika 101 99 97 93 95 93 93 89 89 89
Lateinamerika 101 100 98 98 102 101 101 103 105 104
Ostasien 101 100 95 100 96 111 99 103 105 100
Naher Osten 98 100 103 96 102 104 107 102 104 100
Entwicklungsländer 101 100 98 100 101 103 103 103 05 104
Quelle: FAO - monthly bulletin of statistics, Vol. 3. April 1980
Tabelle 3
Das Nahrungsmitteldefizit * in Entwicklungsländern 1975 und 1985
(t) in Millionen Tonnen und (v. H.) als Anteil am Gesamtverbrauch
1975
t v.H. t
1985
v.H.
Entwicklungsländer 21 5,0 45 8,0
Asien 9 4,5 20 7,2
Nordafrika, Mittelosten 10 15,9 15 19,8
Afrika, südl. der Sahara 2 3,7 14 16,8
Lateinamerika - - 4 3,7
Quelle: Weltbank-Entwicklungsbericht 1978
*) Nahrungsmittel sind hier: Reis (ungemahlen), Weizen, Hirse, Hafer, Gerste, Roggen, Mischgetreide, Wurzel- und
Hülsenfrüchte sowie Erdnüsse.
Tabelle 4
Getreidedefizit der Entwicklungsländer 1977 und 1985
(FAO-Schätzungen) - in Millionen Tonnen -
1977 1985
„Basic" „Supplementary"
+ Überschuß Produktion Bedarf + Überschuß Produktion Bedarf + Überschuß
- Lücke - Lücke - Lücke
Lateinamerika + 5,3 100 107 - 7 116 113 + 3
Afrika - 9,18 53 69 - 16 59 73 - 14
Naher Osten - 12,11 55 72 - 17 60 74 - 14
Ferner Osten - 7,06 228 250 - 22 246 258 - 12
asiatische Länder
mit zentraler
Planwirtschaft - 10,74 270 279 - 9 294 295 - 1
andere
Entwicklungsländer - 0,26 1 - 1 1 - 1
- 34,05 - 72 - 39
Quelle: FAO - Commodity-Projections 1985
Tabelle 5
Salden handelsüblicher Grundenergiearten, 1960 bis 1990
Mio Barrels pro Tag in Öläquivalenten
Durchschnittliche jährliche
Zuwachsrate in v. H.
1976 1985 1990 1960 - 76 1976 - 90
Pro
-
duk
tion
Ver
brauch
Pro
duk
tion
Ver
brauch
Pro
duk
tion
Ver
brauch
Pro
duk
tion
Ver
brauch
Pro
duk
tion
Ver
brauch
Entwicklungsländer* 26,5 16,8 41,5 27,3 51,3 38,4 6,7 6,7 4,8 6,1
(mit Nettoölexport) (20,0) (4,2) (28,4) (6,9) (32,8) (9,9) (7,2) (6,9) (3,6) (6,3)
(mit Nettoölimport) (6,5) (12,6) (13,1) (20,4) (18,5) (28,5) (5,2) (6,7) (7,8) (6,0)
Industrieländer 46,5 69,8 61,0 91,5 70,7 109,7 2,6 4,1 3,0 3,3
Ölexportierende Länder
mit Zahlungsbilanz
überschuß 16,1 0,8 23,5 1,5 25,5 2,3 10,7 13,9 3,3 7,8
Staatshandelsländer 37,9 34,4 54,7 52,1 66,7 64,3 4,4 4,3 4,1 4,6
Länder mit Transithandel
und sonstige n. a. 5;3 n. a. 6,5 n. a. 7,0
Insgesamt 127,0 127,1 180,7 178,9 214,2 221,7 4,5 4,5 3,8 4,1
Anmerkung: Der Begriff Grundenergie umfaßt hier Steinkohle und Braunkohle, Rohöl, Erdgas und verflüssigtes Erdgas sowie
durch Wasser- und Atomkraft erzeugten Strom, jeweils ausgedrückt in Barrels von Öläquivalenten pro Tag.
* Der Begriff Entwicklungsländer schließt hier - wie generell in diesem Bericht - lediglich die ölexportierenden Länder der
OPEC mit einem Kapitalbilanzüberschuß aus. Entsprechend werden die Energiesalden der anderen OPEC-Mitglieder -
Algerien, Ecuador, Gabun, Indonesien, Irak, Iran, Nigeria und Venezuela - unter der Rubrik Entwicklungsländer erfaßt.
Quelle: Weltentwicklungsbericht 1979
Tabelle 6
Energy
Average annual
growth rate (percent)
Energy
consumption
per capita
(kilograms
Energy
consumption
per dollar
of GDP
(kilograms
Energy imports
as
percentage of
Energy
production
Energy
consumption
of coal
equivalent)
of coal
equivalent)
merchandise
exports
1960-74a 1974-78 1960-74 1974-78 1960 1978 1960 1978b 1960C 1977d
Low-income countries 6.8 w 8.2 w 5.7 w 6.8 w 98 w 161 w 0.8 w 1.0 w 9 w 16 w
1 Kampuchea, Dem. .. .. -0.1 5.9 31 4 .. .. 9
2 Bangladesh .. 12.8 .. 16.5 .. 43 .. 0.3 .. 48
3 Lao PDR -0.6 13.4 1.5 18 60 .. ..
4 Bhutan .. .. .. .. .. ..
5 Ethiopia 14.1 1.8 14.7 -7.8 8 20 0.1 0.2 11 27
6 Mali .. 10.8 5.5 5.9 15 30 0.2 0.3 13 25
7 Nepal 27.2 4.6 12.3 0.9 5 11 (.) 0.1 ..
8 Somalia .. .. 7.4 27.4 19 55 0.2 0.6 4 13
9 Burundi .. 23.4 .. 3.1 .. 12 .. 0.1 .. 7
10 Chad .. .. 7.2 5.0 10 22 0.1 0.2 23 27
11 Mozambique 3.2 29.9 5.7 4.4 114 151 0.4 0.5 11 28
12 Burma 4.8 11.2 3.6 4.9 55 64 0.5 0.5 4 12
13 Upper Volta .. 6.5 10.9 5 25 0.1 0.3 38 19
14 Viet Nam 12.3 -9.0 125 .. .. ..
15 India 4.4 5.5 4.9 5.1 108 176 1.0 1.2 11 26
16 Malawi .. 9.4 2.8 .. 52 .. 0.3 15
17 Rwanda .. 2.8 .. 11.2 .. 17 .. 0.1 .. 11
18 Sri Lanka 10.4 3.5 6.2 0.8 107 109 0.7 0.5 8 22
19 Guinea 16.1 (.) 3.2 1.8 65 91 0.3 0.4 7 ..
20 Sierra Leone .. .. 10.3 -0.6 31 100 0,3 0.5 11 10
21 Zaire 3.0 53.5 4.3 2.0 87 69 0.9 1.0 3 16
22 Niger .. .. 14.3 7.5 5 38 (.) 0.2 6 ..
23 Benin .. .. 8.8 -4.5 39 56 0.2 0.3 16 43
24 Pakistan 10.0 2.4 5.9 1.0 61 172 1.3 1.0 17 33
25 Tanzania 10.6 13.4 10.4 0.5 41 65 0.3 0.4 .. 22
26 Afghanistan 39.7 -4.2 9.4 1.3 15 47 0.2 0.4 12 12
27 Central African Rep. 14.2 4,7 7.4 8.7 37 44 0.1 0.2 12 1
28 Madagascar 6.8 3.5 8.9 2.3 38 ' 78 0.2 0.4 9 22
29 Haiti .. 17.4 2.8 11.1 36 57 0.2 0.3 .. 17
30 Mauritania .. .. 16.8 4.3 18 203 0.1 0.7 39 6
31 Lesotho .. .. .. .. .. .. .. .. ..
32 Uganda 5.2 -4.1 9.5 -0.3 30 48 0.1 0.2 5 4
33 Angola 35.8 0.2 8.8 1.9 86 192 0.2 0.5 6, 2
34 Sudan .. 16.8 13.2 1.4 52 172 0.2 0.7 8 26
35 Togo .. .. 12.5 12.3 23 96 0.1 0.3 10 1
36 Kenya 9.3 10.5 4.2 -0.6 143 139 0.8 0.5 18 24
37 Senegal .. .. 4.6 4.7 121 181 0:3 0.5 8 15
38 Indonesia 8.5 11.3 4.2 21.4 129 278 0.8 1.1 3 7
Middle-income countries 6.0 w 1.7 w 7.9 w 6.2 w 395 w 903 w 0.7 w 1.1 w 11 w 20 w
39 Egypt 9.8 31.6 2.7 11.7 298 463 1.7 1.4 12 6
40 Ghana .. 2.7 6.6 0.6 106 165 0.2 0.4 7 18
41 Yemen, PDR .. -13.6 11.2 299 523 2.6 ..
42 Cameroon 1.1 3.1 4.0 10.2 55 119 0.2 0.3 7 10
43 Liberia 31.8 -1.3 19.3 -0.6 86 395 0.2 0.9 3 12
44 Honduras 29.5 5.6 8.9 8.9 155 284 0.5 0.7 10 14
45 Zambia .. 4.4 .. 1.8 .. 474 .. 1.2 .. 5
46 Zimbabwe 1.9 -3.9 .. (.) .. 579 .. 1.2 .. ..
47 Thailand 28.0 11.4 16.9 7.6 64 327 0.3 0.8 12 29
noch Tabelle 6 Energy
Average annual
growth rate (percent)
Energy
consumption per ca ita
(kilograms of coal
coal
equivalent)
Energy
consumption
per dollar
of GDP
(kilograms
of coal
equivalent)
Energy impo rts
as
percentage of
merchandise
exports
Energy
production
Energy
consumption
1960-74a1974-78 1960-74 1974-78 1960 1978 1960 1978b 1960c 1977d
48 Bolivia 17.2 -2.0 7.0 11.3 147 368 0.5 0.8 4 1
49 Philippines 5.6 12.4 9.6 6.3 147 339 0.6 0.8 9 33
50 Yemen Arab Rep. .. .. 12.7 20.1 7 53 0.3
51 Congo, People's Rep. 15.7 -9.3 5.2 -0.7 119 175 0.3 0.3 25 2
52 Nigeria 37.4 -2.9 10.2 8.1 34 106 0.1 0.2 7 2
53 Papua New Guinea .. 16.2. .. 3.0 51 292 0.2 0.6 7 13
54 El Salvador 5.1 20.9 7.7 6.3 127 265 0.4 0.6 6 10
55 Morocco 1.9 4.4 7.7 6.6 148 285 0.4 0.5 9 28
56 Peru 3.5 13.4 6.2 2.4 445 649 0.8 0.8 4 23
57 Ivory Coast 9.7 -3.8 15.5 7.3 76 357 0.2 0.4 5 9
58 Nicaragua 26.6 -9.5 10.0 8.5 174 517 0.4 0.7 12 17
59 Colombia 3.4 -1.8 6.3 4.3 491 700 1.3 1.2 3 6
60 Paraguay .. 7.0 8.5 8.8 87 200 0.2 0.3 .. 30
61 Ecuador 19.0 3.1 8.3 10.2 201 505 .. 0.8 2 1
62 Dominican Rep. 4.4 8.4 14.6 -7.0 157 464 0.3 0.6 .. 22
63 Guatemala 9.9 20.9 6.1 4.9 174 260 0.4 0.4 12 15
64 Syrian Arab Rep. 86.2 11.8 9.0 18.3 321 968 0.7 1.2 16 42
65 Tunisia 73.4 0.1 9.5 8.7 190 543 .. 0.6 15 22
66 Jordan .. .. 6.5 15.2 197 535 0.7 1.3 79 53
67 Malaysia . 37.4 27.1 11.1 4.7 242 716 0.6 0.8 2 10
68 Jamaica -0.7 -2.8 11.2 0.3 426 1,823 0.2 1.5 11 32
69 Lebanon 12.7 -0.6 6.3 -3.4 548 936 .. .. 68 4
70 Korea, Rep. of 6.3 3.2 13.2 9.6 258 1,359 1.2 1.8 70 22
71 Turkey 7.6 -0.8 9.9 9.4 245 793 0.5 0.8 16 79
72 Algeria 11.7 6.7 12.2 13.7 252 687 0.3 0.7 14 2
73 Mexico 6.0 12.6 7.7 6.7 770 1,384 0.9 1.0 3 4
74 Panama 14.8 4.4 10.5 7.1 448 991 0.7 0.9 ..
75 Taiwan 2.3 1.4 8.6 14.5 583 2,202 1.5 1.9 .. 15
76 Chile 4.0 -1.5 6.1 -0.8 845 997 1.2 1.1 10 25
77 South Africa 3.8 8.1 .. .. .. .. .. .. 9 1
78 Costa Rica 9.5 4.7 10.4 5.6 233 564 0.4 0.5 7 13
79 Brazil 8.1 5.6 8.6 7.0 332 794 0.6 0.6 21 37
80 Uruguay 3.7 7.3 3.1 1.9 825 1,054 0.7. 0.8 35 27
81 Argentina 6.5 2.2 5.7 2.2 1,129 1,873 0.9 1.4 14 12
82 Portugal 4.4 -5.9 8.3 2.3 382 1,030 0.5 0.6 17 36
83 Yugoslavia 4.7 3.2 7.1 4.8 872 2,035 1.3 1.2 8 23
84 Trinidad and Tobago 2.8 5.9 4.8 5.5 1,775 4,965 1.0 1.9 35 39
85 Venezuela 1.2 -6.3 6.6 5.3 1,694 2,989 1.1 1.2 1 ..
86 Hong Kong .. .. 6.8 12.2 468 1,657 0.7 0.7 5 7
87 Greece 14.3 10.8 13.2 4.1 460 1,925 0.5 0.7 26 38
88 Singapore .. 16.8 9.3 372 2,461 0.4 0.8 17 32
89 Spain 2.5 4.3 8.5 3.9 756 2.405 0.6 0.8 22 49
90 Israel 41.9 -71.2 9.6 2.8 1,270 2,362 0.7 0.6 17 25
Industrialized countries 3.2 w 0.8 w 4.9 w 1.5 w 4,462 w 7,060 w 1.2 w 1.1 w 11 w 23 w
91 Ireland 0.1 3.8 4.7 2.6 1,838 3,292 1.2 1.1 17 15
92 Italy 2.2 -1.6 8.3 1.8 1,086 3,230 0.6 0.9 18 27
93 New Zealand 5.2 11.4 5.7 3.8 2,277 3,790 0.7 0.9 7 16
94 United Kingdom -1.2 13.5 1.7 0.3 4,861 5,212 1.6 1.2 14 16
95 Finland 3.3 9.0 9.1 2.7 1,529 5,205 0.5 0.9 11 23
96 Austria 1.5 -1.5 5.1 1.1 2,129 4,048 0.8 0.7 12 15
noch Tabelle 6
Energy
Average annual
growth rate (percent)
Energy
consumption
per capita
(kilograms
Energy
consumption
per dollar
of GDP
(kilograms
of coal
equivalent)
Energy imports
as
percentage of
merchandise
exports
Energy
production
Energy of coal
consumption equivalent)
1960-7481974-78 1960-74 1974-78 1960 1978 1960 1978b 1960c 1977d
97 Japan -1.7 -0.8 10.7 1.5 1,171 3,825 0.8 0.7 18 39
98 Australia 11.1 5.3 5.6 3.6 3,857 6,622 0.8 0.7 12 9
99 France . -1.3 0.6 5.8 1.6 2,474 4,368 0.7 0.6 16 24
100 Netherlands 16.2 -1.6 8.7 -1.5 2,504 5,327 0.7 0.8 15 19
101 Belgium -7.2 (.) 4.9 0.2 3,851 6,078 1.1 0.9 11 15
102 Canada 8.9 -1.3 6.0 1.7 5,750 9,930 1.3 1.3 9 9
103 Norway 6.8 37.5 5.9 4.0 2,702 5,571 0.7 0.7 15 16
104 Germany, Fed. Rep. -0.7 -0.7 4.5 1.5 3,695 6,015 0.9 0.8 7 15
105 United States 3.5 -0.5 4.1 1.6 8,172 11,374 1.6 1.4 8 37
106 Denmark -20.1 49.9 5.5 3.7 2,830 5,423 0.6 0.7 15 22
107 Sweden 3.6 4.6 4.9 2.5 3,572 5,954 0.7 0,7 16 19
108 Switzerland 4.2 4.0 5.9 1.4 1,873 3,690 0.3 0.4 10 10
Capital-surplus oil exporters 11.5 w 1.4 w 9.2 w 11.7 w 404 w 1,620 w 0.4 w 0.5 w .. (.) w
109 Iraq 4.9 6.9 5.9 1.0 487 633 0.7 0.5 (.) (.)
110 Iran 14.5 -1.5 15.6 11.9 270 1,808 0.4 0.9 1 (.)
111 Libya 29.1 8.9 17.9 21.8 251 1,889 0.1 0.3 83 (.)
112 Saudi Arabia 14.1 2.3 14.4 16.1 267 1,306 .. 0.2 .. (.)
113 Kuwait 4.6 -4.2 6.7 12.2 10,396 6,771 0.4 0.6 .. (.)
Centrally planned economies 4.8 w 6.5 w 4.8 w 5.4 w 1,347 w 2,117 w 1.9 w 2.1 w .. ..
114 China 4.5 9.1 3.6 9.0 637 805 .. 4.2 .. ..
115 Korea, Dem. Rep. 9.1 4.3 9.1 4.3 989 2,702 3.8 4.4 .. ..
116 Albania 10.1 6.3 12.5 12.8 302 998 1.1 1.7 .. ..
117 Cuba 20.6 -19.4 4.4 2.7 912 1,168 1.0 1.8 .. 39
118 Mongolia 10.4 9.3 7.3 8.1 540 1,240 0.8 1.6 .. ..
119 Romania 5.8 1.6 8.0 4.5 1,342 4,042 3.8 2.7 .. ..
120 Bulgaria 3.3 0.8 9.8 3.8 1,303 5,020 1.2 1.9 7 ..
121 Hungary 1.8 2.0 3.9 3.0 2,072 3,451 1.5 1.2 13 14
122 Poland 3.9 4.2 4.1 5.8 3,107 5,596 2.1 1.8 .. ..
123 USSR 5.6 5.5 5.3 4.2 2,839 5,500 1.9 1.8 4 4
124 Czechoslovakia 1.3 2.6 3.1 4.0 4,741 7,531 1.9 1.9 .. 15
125 German Dem. Rep. 0,5 1.2 2.1 2.1 4,950 7,121 1.8 1.5 .. ..
a. Figures in italics are for 1961- 74, not 1960 - 74. c. Figures in italics are for 1961, not 1960.
b. Figures in italics are for 1977, not 1978. d. Figures in italics are for 1976, not 1977.
Quelle: Weltentwicklungsbericht 1980]