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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Zustand des Sammlungsgutes in den Depots des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst in Berlin
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
AfD
Ressort
Beauftr. der Bundesregierung für Kultur und Medien
Datum
28.08.2019
Antwortdauer
29 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1205030.07.2019
Zustand des Sammlungsgutes in den Depots des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst in Berlin
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12050
19. Wahlperiode 30.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Marc Jongen, Martin Erwin Renner, Dr. Götz Frömming
und der Fraktion der AfD
Zustand des Sammlungsgutes in den Depots des Ethnologischen Museums und
des Museums für Asiatische Kunst in Berlin
Aktuellen Medienberichten zufolge sind die Zustände in den Depots der
Ethnologischen Museen in Deutschland besorgniserregend. Offenbar gilt dies auch für
die Depots des Ethnologischen Museums Berlin und des Museums für Asiatische
Kunst in Dahlem. Es wird darüber berichtet, dass die Inventare nicht vollständig
erfasst sind, Klimaanlagen nicht funktionierten, Regenwasser in Keller liefe oder
durch jahrzehntelange Vernachlässigung die Etiketten fehlten, mit denen die
Objekte zugeordnet werden können. Zudem seien die Objekte zur Konservierung
unter Verwendung toxischer Substanzen konserviert worden, sodass Rundgänge
durch Lagerräume nur mit Schutzkleidung und Atemschutz möglich seien (www.
sueddeutsche.de/kultur/ethnologisches-museum-raubkunst-1.4516193).
Derartige Berichte sind nach Ansicht der Fragesteller geeignet, dem hohen
Ansehen deutscher Sammelstätten in der Welt Schaden zuzufügen. Die Fragesteller
sehen deshalb mit Blick auf die damit zusammenhängenden Fragen dringenden
Aufklärungs- und ggf. Handlungsbedarf.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Inwieweit war der bauliche Zustand in den Dahlemer Depots des
Ethnologischen Museums sowie des Museums für Asiatische Kunst in Berlin und die
Aufbewahrung der dort gelagerten Objekte Gegenstand des Besuchs der
Kulturstaatsministerin Ende März 2019 (www.smb.museum/nachrichten/detail/
kulturstaatsministerin-besucht-dahlemer-depots-der-aussereuropaeischen-
sammlungen-der-staatlichen-muse.html)?
a) Falls ja, zu welchem Schlussfolgerungen seitens der
Kulturstaatsministerin hat dieser Besuch geführt?
b) Falls nein, warum war der bauliche Zustand und der Zustand der dort
gelagerten Objekte kein Thema?
2. Wie viele der 500 000 Objekte umfassenden Sammlungen des
Ethnologischen Museums sowie des Museums für Asiatische Kunst in Berlin sind
bisher inventarisiert worden und in einer Datenbank recherchierbar (www.smb.
museum/nachrichten/detail/kulturstaatsministerin-besucht-dahlemer-
depotsder-aussereuropaeischen-sammlungen-der-staatlichen-muse.html)?
Falls nicht alle Objekte inventarisiert worden sind, bis wann werden
voraussichtlich alle Objekte erfasst worden sein?
3. Sofern diese Objekte nicht Teil des Ausstellungsbetriebs sind, inwieweit
beurteilt die Bundesregierung die Lagerung und Konservierung dieser Objekte
in den genannten Museen als sachgerecht?
Inwieweit ist die Bundesregierung der Überzeugung, dass die derzeitige
Lagerung dieser Objekte internationalen Standards nahe- oder gleichkommt?
4. Inwieweit dient nach Kenntnis der Bundesregierung die geplante
Zusammenführung der Depots im Zentraldepot in Friedrichshagen, die unter
anderem die Bestände der Sammlungen des Ethnologischen Museums erfassen
soll, auch dem Zweck, die Lagerung und Konservierung der Objekte an
internationale Standards heranzuführen?
a) Falls ja, an welchen Maßnahmen macht die Bundesregierung dies fest?
b) Falls nein, warum nicht?
5. Wie viele Objekte aus den Depots des Ethnologischen Museums sowie des
Museums für Asiatische Kunst in Berlin wurden bisher in der sogenannten
Restaurierungsstraße konservatorisch behandelt?
a) Was sind die Kriterien für die konservatorische Behandlung dieser
Objekte?
b) Wie viele Objekte sollen bis 2020/2021 konservatorisch behandelt
werden (www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article/2019/07/04/
entwicklungen-in-dahlem-forschungscampus-restaurierungsstrasse-
stellvertretender-direktor.html)?
6. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele der in den Depots
gelagerten Objekte des Ethnologischen Museums sowie des Museums für
Asiatische Kunst in Berlin zum Zwecke der Konservierung mit Giftstoffen
behandelt wurden, um sie langfristig zu erhalten?
7. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, welche Maßnahmen zur
Dekontamination bisher eingeleitet wurden?
Falls keine Maßnahmen eingeleitet wurden, warum nicht?
8. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Objekte aus dem
Berliner Völkerkundemuseum während des Krieges ausgelagert wurden?
a) Falls ja, kann die Bundesregierung hierzu genauere Angaben machen?
b) Falls nein, warum nicht?
9. Kann die Bundesregierung genauere Angaben dazu machen, wie viele
Objekte des Völkerkundemuseums gegen Ende bzw. nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges von der Roten Armee als sog. Beutekunst weggeführt
wurden?
a) Falls ja, kann die Bundesregierung Angaben darüber machen, wie viele
Objekte dem Ethnologischen Museum bisher restituiert wurden, und
welche nicht?
b) Falls nein, warum nicht?
10. Kann die Bundesregierung Angaben darüber machen, wie weit die
Digitalisierung der Objekte des Ethnologischen Museums sowie des Museums für
Asiatische Kunst in Berlin vorangeschritten ist?
a) Falls ja, wann glaubt die Bundesregierung, dass der Prozess der
Digitalisierung abgeschlossen ist?
b) Falls nein, warum nicht?
11. Kann die Bundesregierung Angaben darüber machen, wie viele Objekte in
den genannten Museen bisher von der Digitalisierung erfasst worden sind?
Falls nein, warum nicht?
12. Hält die Bundesregierung den Personalansatz des Ethnologischen Museums
sowie des Museums für Asiatische Kunst in Berlin im Hinblick auf die
umfänglichen Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung und
Konservierung der Objekte anfallen, für angemessen?
13. Sind im Zusammenhang mit der Frage der Digitalisierung der genannten
Museumsbestände seitens der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Anfragen
wegen einer Personalerhöhung bzw. Bitte um Unterstützung bei der
Bundesregierung eingegangen?
a) Falls ja, inwieweit unterstützt die Bundesregierung diese Anfragen?
b) Falls nein, warum unterstützt die Bundesregierung diese Anfragen nicht?
Berlin, den 11. Juli 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1280728.08.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12050 - Zustand des Sammlungsgutes in den Depots des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst in Berlin
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien vom 26. August 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12807
19. Wahlperiode 28.08.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Marc Jongen, Martin Erwin Renner,
Dr. Götz Frömming und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/12050 –
Zustand des Sammlungsgutes in den Depots des Ethnologischen Museums und
des Museums für Asiatische Kunst in Berlin
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Aktuellen Medienberichten zufolge sind die Zustände in den Depots der
Ethnologischen Museen in Deutschland besorgniserregend. Offenbar gilt dies auch
für die Depots des Ethnologischen Museums Berlin und des Museums für
Asiatische Kunst in Dahlem. Es wird darüber berichtet, dass die Inventare nicht
vollständig erfasst sind, Klimaanlagen nicht funktionierten, Regenwasser in
Keller liefe oder durch jahrzehntelange Vernachlässigung die Etiketten fehlten,
mit denen die Objekte zugeordnet werden können. Zudem seien die Objekte zur
Konservierung unter Verwendung toxischer Substanzen konserviert worden,
sodass Rundgänge durch Lagerräume nur mit Schutzkleidung und Atemschutz
möglich seien (www.sueddeutsche.de/kultur/ethnologisches-museum-raubkunst-
1.4516193).
Derartige Berichte sind nach Ansicht der Fragesteller geeignet, dem hohen
Ansehen deutscher Sammelstätten in der Welt Schaden zuzufügen. Die Fragesteller
sehen deshalb mit Blick auf die damit zusammenhängenden Fragen dringenden
Aufklärungs- und ggf. Handlungsbedarf.
1. Inwieweit war der bauliche Zustand in den Dahlemer Depots des
Ethnologischen Museums sowie des Museums für Asiatische Kunst in Berlin und die
Aufbewahrung der dort gelagerten Objekte Gegenstand des Besuchs der
Kulturstaatsministerin Ende März 2019 (www.smb.museum/nachrichten/detail/
kulturstaatsministerin-besucht-dahlemer-depots-der-aussereuropaeischen-
sammlungen-der-staatlichen-muse.html)?
a) Falls ja, zu welchem Schlussfolgerungen seitens der
Kulturstaatsministerin hat dieser Besuch geführt?
b) Falls nein, warum war der bauliche Zustand und der Zustand der dort
gelagerten Objekte kein Thema?
Der bauliche Zustand der Dahlemer Depots des Ethnologischen Museums sowie
des Museums für Asiatische Kunst wurden beim Besuch von Staatsministerin
Prof. Monika Grütters im März 2019 erörtert. Es bestätigte sich die Einschätzung,
dass dort ein Sanierungsbedarf besteht.
2. Wie viele der 500 000 Objekte umfassenden Sammlungen des
Ethnologischen Museums sowie des Museums für Asiatische Kunst in Berlin sind
bisher inventarisiert worden und in einer Datenbank recherchierbar (www.smb.
museum/nachrichten/detail/kulturstaatsministerin-besucht-dahlemer-
depotsder-aussereuropaeischen-sammlungen-der-staatlichen-muse.html)?
Falls nicht alle Objekte inventarisiert worden sind, bis wann werden
voraussichtlich alle Objekte erfasst worden sein?
Die 500 000 Objekte der beiden Sammlungen sind inventarisiert. Davon sind
405 766 Objekte recherchierbar, davon 387 593 beim Ethnologischen Museum
und 18 173 beim Museum für Asiatische Kunst.
3. Sofern diese Objekte nicht Teil des Ausstellungsbetriebs sind, inwieweit
beurteilt die Bundesregierung die Lagerung und Konservierung dieser Objekte
in den genannten Museen als sachgerecht?
Inwieweit ist die Bundesregierung der Überzeugung, dass die derzeitige
Lagerung dieser Objekte internationalen Standards nahe- oder gleichkommt?
Eine pauschale Aussage lässt sich zu den Depotbereichen der Museen in Dahlem
nicht treffen, da sich die Bereiche in ihrer Ausstattung und Klimatisierung
qualitativ unterscheiden. Die Depots im Museum für Asiatische Kunst im Bauteil 3 in
Dahlem entsprechen hinsichtlich der klimatischen Bedingungen den höchsten
Anforderungen. Bei den Depots des Ethnologischen Museum wird die bauliche
Situation als verbesserungswürdig angesehen.
Die Konservierung und Restaurierung bei den Objekten der Depots erfolgt im
internationalen Vergleich auf hohem Niveau.
4. Inwieweit dient nach Kenntnis der Bundesregierung die geplante
Zusammenführung der Depots im Zentraldepot in Friedrichshagen, die unter
anderem die Bestände der Sammlungen des Ethnologischen Museums erfassen
soll, auch dem Zweck, die Lagerung und Konservierung der Objekte an
internationale Standards heranzuführen?
a) Falls ja, an welchen Maßnahmen macht die Bundesregierung dies fest?
b) Falls nein, warum nicht?
Die Sammlungen der beiden Museen werden auf Grund neuer Planungen im
Humboldt Forum nicht in das zurzeit in Planung befindliche Zentraldepot in
Friedrichshagen verlagert, sondern sollen am Standort Dahlem verbleiben. Bei
den vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen werden teilweise bestehende
Depotbereiche saniert und entsprechend hergerichtet sowie neu einzurichtende
Depotbereiche von Beginn an auf dem notwendig hohen Niveau eingerichtet.
5. Wie viele Objekte aus den Depots des Ethnologischen Museums sowie des
Museums für Asiatische Kunst in Berlin wurden bisher in der sogenannten
Restaurierungsstraße konservatorisch behandelt?
a) Was sind die Kriterien für die konservatorische Behandlung dieser
Objekte?
b) Wie viele Objekte sollen bis 2020/2021 konservatorisch behandelt
werden (www.preussischer-kulturbesitz.de/news-detail/article/2019/07/04/
entwicklungen-in-dahlem-forschungscampus-restaurierungsstrasse-
stellvertretender-direktor.html)?
In der Restaurierungsstraße werden bis zum Jahr 2021 rund 10 000 Objekte des
Ethnologischen Museums bearbeitet. Das Museum für Asiatische Kunst hat für
seine Sammlungsbestände keine Restaurierungsstraße und arbeitet in Dahlem mit
dezentralen Werkstätten, in denen bis zum Jahr 2021 rund 10 000 Objekte
behandelt werden.
Die Objekte werden nach allgemein internationalen Standards der Restaurierung
konserviert und restauriert und für das Humboldt Forum transport- und
ausstellungsfähig gemacht. Die Restaurierungskonzepte werden von akademisch-
naturwissenschaftlich ausgebildeten Restauratorinnen und Restauratoren
durchgeführt.
6. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele der in den Depots
gelagerten Objekte des Ethnologischen Museums sowie des Museums für
Asiatische Kunst in Berlin zum Zwecke der Konservierung mit Giftstoffen
behandelt wurden, um sie langfristig zu erhalten?
Im Ethnologischen Museum sind ca. zwei Drittel des Sammlungsbestandes, rund
330 000 Objekte, betroffen. Das Museum für Asiatische Kunst hat wenige
Materialgruppen, welche einer Begasung gegen Insekten in den 1970er Jahren
unterzogen wurden. Hierzu zählen z. B. 250 Textilien.
7. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, welche Maßnahmen zur
Dekontamination bisher eingeleitet wurden?
Falls keine Maßnahmen eingeleitet wurden, warum nicht?
Zur Minimierung der gesundheitlichen Risiken werden bei den kontaminierten
organischen Sammlungsobjekten belastete Stäube unter Einhaltung des
Arbeitsschutzes im Trockenreinigungsverfahren entfernt. Seit dem Jahr 2004 wird die
giftfreie Behandlung zur Vorbeugung und zur Bekämpfung von Schadinsekten
an den Sammlungsgegenständen des Ethnologischen Museums in einer
Gefrierzelle sowie in einer Kammer unter sauerstoffarmer Atmosphäre durchgeführt.
8. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Objekte aus dem
Berliner Völkerkundemuseum während des Krieges ausgelagert wurden?
a) Falls ja, kann die Bundesregierung hierzu genauere Angaben machen?
b) Falls nein, warum nicht?
9. Kann die Bundesregierung genauere Angaben dazu machen, wie viele
Objekte des Völkerkundemuseums gegen Ende bzw. nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges von der Roten Armee als sog. Beutekunst weggeführt
wurden?
a) Falls ja, kann die Bundesregierung Angaben darüber machen, wie viele
Objekte dem Ethnologischen Museum bisher restituiert wurden, und
welche nicht?
b) Falls nein, warum nicht?
Die Fragen 8 und 9 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zum Schutz der Bestände während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile
der Sammlungen ausgelagert. Mit Ende des Krieges gelangten größere
Teilbestände des heutigen Ethnologischen Museums und des heutigen Museums für
Asiatische Kunst in die damalige Sowjetunion. Der zahlenmäßig größte Teil
dieser Bestände wurde in den 1970er Jahren von der Sowjetunion an die DDR
zurückgeführt und nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 zurück in die
Sammlungen der beiden Museen eingegliedert. Die Rückführung ehemals
kriegsverlagerter ethnologischer Bestände aus den Berliner Sammlung durch das Grassi
Museum Leipzig in den Jahren 1991/92 umfasste ca. 55 000 Objekte. Seit der
Auflösung der ehemaligen Sowjetunion sind keine Rückgaben aus Russland
erfolgt.
Dem Ethnologischen Museum sind über 1 000 Objekten bekannt, die sich heute
in der Eremitage in St. Petersburg befinden. Circa 50 000 Objekte gelten als
vermisst.
10. Kann die Bundesregierung Angaben darüber machen, wie weit die
Digitalisierung der Objekte des Ethnologischen Museums sowie des Museums für
Asiatische Kunst in Berlin vorangeschritten ist?
a) Falls ja, wann glaubt die Bundesregierung, dass der Prozess der
Digitalisierung abgeschlossen ist?
b) Falls nein, warum nicht?
Ein Objekt gilt als digitalisiert, wenn mindestens Grunddaten sowie ein
Digitalisat in mittlerer oder besserer Qualität vorliegen. Auf dieser Grundlage ist etwa
ein Drittel der Bestände (Objekte und Medien) des Ethnologischen Museums
digitalisiert. Im Museum für Asiatische Kunst sind etwa ein Drittel der Objekte
digitalisiert.
Die Digitalisierung der bislang noch nicht digitalisierten Objekte im Museum für
Asiatische Kunst und im Ethnologischen Museum wird aufgrund der
umfangreichen Bestände mit Fotos, audiovisuellen und Tonaufnahmen noch mehrere Jahre
in Anspruch nehmen. Ein besonders aufgelegtes Digitalisierungsprojekt soll dazu
beitragen, dass alle im Humboldt Forum ausgestellten Objekte auch digitalisiert
sind. Insgesamt geht es um ca. 200 000 Objekte der beiden Museen.
11. Kann die Bundesregierung Angaben darüber machen, wie viele Objekte in
den genannten Museen bisher von der Digitalisierung erfasst worden sind?
Falls nein, warum nicht?
Es wird auf die Antwort zu Frage 10 verwiesen.
12. Hält die Bundesregierung den Personalansatz des Ethnologischen Museums
sowie des Museums für Asiatische Kunst in Berlin im Hinblick auf die
umfänglichen Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung und
Konservierung der Objekte anfallen, für angemessen?
Der Personalansatz bei regulärem Betrieb wird als angemessen angesehen.
13. Sind im Zusammenhang mit der Frage der Digitalisierung der genannten
Museumsbestände seitens der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Anfragen
wegen einer Personalerhöhung bzw. Bitte um Unterstützung bei der
Bundesregierung eingegangen?
a) Falls ja, inwieweit unterstützt die Bundesregierung diese Anfragen?
b) Falls nein, warum unterstützt die Bundesregierung diese Anfragen nicht?
Es sind Unterstützungsanfragen durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei
der Bundesregierung eingegangen. So wird das in der Antwort zu Frage 10
aufgeführte Digitalisierungsprojekt durch Mittel der Beauftragten der
Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert.
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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