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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Borkenkäfer und andere Schadwirkungen an klimarobusten Baumarten
(insgesamt 17 Einzelfragen mit zahlreichen Unterfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Datum
11.09.2019
Antwortdauer
14 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
ThemenEnergie & Klima
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1279328.08.2019
Borkenkäfer und andere Schadwirkungen an klimarobusten Baumarten
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker,
Carina Konrad, Karlheinz Busen, Nicole Bauer, Renata Alt, Mario Brandenburg
(Südpfalz), Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke,
Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben,
Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Thomas L. Kemmerich, Dr. Marcel Klinge,
Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Michael Georg Link, Oliver Luksic,
Alexander Müller, Dr. Stefan Ruppert, Christian Sauter, Dr. Hermann Otto Solms,
Bettina Stark-Watzinger, Katja Suding, Michael Theurer, Gerald Ullrich,
Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Borkenkäfer und andere Schadwirkungen an klimarobusten Baumarten
Das Jahr 2019 entwickelt sich aufgrund seiner ausgeprägten und langen
Trockenheit zu einem weiteren Extremjahr für die heimischen Wälder und für die
deutsche Forstwirtschaft. Derzeit ist abzuwarten, wie sich der Zustand unserer
Wälder bis zum Jahresende entwickeln wird. Für die Zukunft verspricht die
Bundesregierung ein großes Aufforstungsprogramm, das den klimastabilen
Waldumbau voranbringen soll (www.faz.net/aktuell/politik/inland/
juliakloeckner-will-programm-zur-aufforstung-der-deutschen-waelder-
16271555.html). Dabei wird immer wieder die scheinbare Klimatoleranz vieler
Baumarten hervorgehoben. Leider ist zunehmend festzustellen, dass auch
bisher hitzebeständige oder trockenresistente Baumarten unter dem enormen
Wasserdefizit leiden, welches sich seit dem Sommer 2018 aufgebaut hat. Es müssen
nun nach Ansicht der Fragesteller bereits neue Überlegungen angestoßen
werden, mit welchen Baumarten ein konkreter klimaplastischer Waldumbau
realisiert werden soll.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Geht die Bundesregierung davon aus, dass bereits irreversible Waldschäden
und ein signifikanter Waldverlust im Bundesgebiet zu verzeichnen sind?
2. Was versteht die Bundesregierung unter dem Begriff des klimaplastischen
Waldumbaus, und wie soll dieser reell umgesetzt werden (bitte die
Einzelmaßnahmen in den nächsten Monaten und Jahren, die aus Sicht der
Bundesregierung einen klimaplastischen Waldumbau erfolgreich machen,
beschreiben)?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12793
19. Wahlperiode 28.08.2019
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Kiefernborkenkäfer in
den Jahren 2017, 2018 und 2019 verbreitet (bitte die Regionen mit
signifikanten Kiefernbeständen, die akut vom Kiefernborkenkäfer betroffen sind,
aufschlüsseln)?
a) Welches Schadensausmaß kann nach Kenntnis der Bundesregierung und
nach Informationen aus den Bundesländern dem Kiefernborkenkäfer bis
dato zugeschrieben werden und welche Maßnahmen wurden bisher
ergriffen (bitte die Regionen mit signifikanten Kiefernbeständen und den
vorliegenden Schadwirkungen aufschlüsseln)?
b) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Kiefernbeständen durch Insekten und Trockenheit
geht die Bundesregierung aus?
c) Wie schätzt die Bundesregierung die Gefahr durch den
Kiefernborkenkäfer, das Diplodia-Triebsterben und durch andere Schadinsekten und
Krankheiten für heimische Kiefern ein im Hinblick darauf, dass Kiefern
eine äußerst geeignete Baumart für Trockenstandorte darstellen?
d) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung in Zusammenarbeit
mit den Ländern zur Beobachtung und zur Bekämpfung des
Kiefernborkenkäfers, des Kiefernprachtkäfers und des großen und kleinen
Waldgärtners?
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der
Douglasienborkenkäfer in den Jahren 2017, 2018 und 2019 verbreitet (bitte die Regionen
mit signifikanten Douglasienbeständen, die akut vom
Douglasienborkenkäfer betroffen sind, aufschlüsseln)?
a) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Douglasien geht die Bundesregierung aus?
b) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur weiträumigen
Etablierung der Douglasie als wichtige Baumart für den
klimaplastischen Waldumbau in diesem Zusammenhang?
5. Wie bewertet die Bundesregierung das Potenzial der Lärche als
klimarobuste Nadelholzbaumart?
a) Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der
Lärchenborkenkäfer in den Jahren 2017, 2018 und 2019 verbreitet (bitten die Regionen
mit signifikanten Lärchenbeständen, die akut vom Lärchenborkenkäfer
betroffen sind, aufschlüsseln)?
b) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Lärchenbestände durch Insekten und Trockenheit
geht die Bundesregierung aus?
c) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur weiträumigen
Etablierung der Lärche als wichtige Baumart für den klimaplastischen
Waldumbau in diesem Zusammenhang?
6. Wie bewertet die Bundesregierung das Potenzial der Weißtanne als
klimarobuste Nadelholzbaumart?
a) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Weißtannenbeständen durch Insekten und
Trockenheit geht die Bundesregierung aus?
b) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur weiträumigen
Etablierung der Weißtanne als wichtige Baumart für den
klimaplastischen Waldumbau in diesem Zusammenhang?
7. Welche derzeitigen Schäden sind nach Kenntnis der Bundesregierung an
den verschiedenen Buchenarten in heimischen Wäldern zu verzeichnen?
a) Welche dieser vorkommenden Schäden an Buchen durch Insekten und
Trockenheit bewertet die Bundesregierung als erheblich oder nachhaltig
erheblich?
b) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur Erhaltung
heimischer Buchenbestände?
8. Welche derzeitigen Schäden sind nach Kenntnis der Bundesregierung an
den verschiedenen Ahornarten in heimischen Wäldern zu verzeichnen?
a) Welche dieser vorkommenden Schäden an Ahornen durch Insekten und
Trockenheit bewertet die Bundesregierung als erheblich oder nachhaltig
erheblich?
b) Welche Bedeutung hat aus Sicht der Bundesregierung die
Rindenrußkrankheit für die menschliche Gesundheit und für das Überleben
verschiedener Ahornarten?
c) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur Erhaltung
heimischer Ahornbestände?
9. Welche derzeitigen Schäden sind nach Kenntnis der Bundesregierung an
den verschiedenen Eichenarten in heimischen Wäldern zu verzeichnen?
a) Welche dieser Schäden durch Insekten und Trockenheit bewertet die
Bundesregierung als erheblich oder nachhaltig erheblich?
b) Welche Bedeutung hat aus Sicht der Bundesregierung der
Eichenprozessionsspinner für die menschliche Gesundheit und für das Überleben
verschiedener Eichenarten?
c) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur Erhaltung
heimischer Eichenbestände?
10. Welche Strategie verfolgt die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den
Bundesländern und anderen europäischen Staaten, die Schädigung von
Baumarten zu vermindern, die als klimatolerant bewertet werden, damit für
den klimaplastischen Waldumbau vorgesehen sind, aber durch einschlägig
bekannte Schadinsekten und Krankheiten ebenso bedroht sind?
11. Wann wird die Bundesregierung mit dem geplanten
Aufforstungsprogramm beginnen?
12. Welche Bedeutung nehmen Schaderregerdruck und Krankheitsdruck an
klimarobusten Baumarten in dem Vorhaben eines geplanten bundesweiten
Aufforstungsprogramms ein?
13. Wie stellt die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern und
laut Bundeswaldgesetz sicher, dass Maßnahmen zur Bekämpfung von
Schädlingen und Krankheiten und zur Beseitigung von Sturmschäden, die
der Erhaltung des Waldes dienen, ordnungsgemäß durchgeführt und
überwacht werden?
14. Wie bewertet die Bundesregierung den Einsatz chemischer und
biologischer Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender Schädlinge und
als kurzfristige Schutzmaßnahme zum Erhalt wichtiger Waldsubstanz?
15. Wie bewertet die Bundesregierung die Unterschutzstellung und Stilllegung
von Waldgebieten im Kontext Schädlingsbekämpfung, Erhaltung des
Schutzzweckes, klimaplastischer Waldumbau und der heimischen
Holzversorgung?
16. Wie möchte die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern mit
der anhaltenden Trockenheit im nächsten Jahr und in Zukunft umgehen?
Sieht die Bundesregierung in diesem Zusammenhang eine
Reformbedürftigkeit des Bundeswaldgesetzes?
17. Welche Forschungsprojekte laufen aktuell nach Kenntnis der
Bundesregierung zu den Themen Trockenheit der Wälder, Baumartenanpassung,
Waldumbau und Waldschutz (bitte die Projektmittel je Initiator und
Projektthematik aufschlüsseln)?
Berlin, den 14. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1315111.09.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12793 - Borkenkäfer und andere Schadwirkungen an klimarobusten Baumarten
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero
Clemens Hocker und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/12793 –
Borkenkäfer und andere Schadwirkungen an klimarobusten Baumarten
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Jahr 2019 entwickelt sich aufgrund seiner ausgeprägten und langen
Trockenheit zu einem weiteren Extremjahr für die heimischen Wälder und für die
deutsche Forstwirtschaft. Derzeit ist abzuwarten, wie sich der Zustand unserer
Wälder bis zum Jahresende entwickeln wird. Für die Zukunft verspricht die
Bundesregierung ein großes Aufforstungsprogramm, das den klimastabilen
Waldumbau voranbringen soll (www.faz.net/aktuell/politik/inland/julia-kloeck
ner-will-programm-zur-aufforstung-der-deutschen-waelder-16271555.html).
Dabei wird immer wieder die scheinbare Klimatoleranz vieler Baumarten
hervorgehoben. Leider ist zunehmend festzustellen, dass auch bisher
hitzebeständige oder trockenresistente Baumarten unter dem enormen Wasserdefizit
leiden, welches sich seit dem Sommer 2018 aufgebaut hat. Es müssen nun nach
Ansicht der Fragesteller bereits neue Überlegungen angestoßen werden, mit
welchen Baumarten ein konkreter klimaplastischer Waldumbau realisiert
werden soll.
1. Geht die Bundesregierung davon aus, dass bereits irreversible
Waldschäden und ein signifikanter Waldverlust im Bundesgebiet zu verzeichnen
sind?
Die Länder berichten über Schäden aufgrund Sturm, Dürre und Borkenkäfer
seit Herbst 2017. Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 1, Teilfrage 1
der Kleinen Anfrage „Situation der Waldschäden“ auf Bundestagsdrucksache
19/9580 wird verwiesen.
2. Was versteht die Bundesregierung unter dem Begriff des klimaplastischen
Waldumbaus, und wie soll dieser reell umgesetzt werden (bitte die
Einzelmaßnahmen in den nächsten Monaten und Jahren, die aus Sicht der
Bundesregierung einen klimaplastischen Waldumbau erfolgreich machen,
beschreiben)?
Das Eigenschaftswort „klimaplastisch“ bezeichnet einen Waldbau hin zu einer
Waldstruktur, der verschiedene Witterungsgeschehen und unterschiedliche Kli-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13151
19. Wahlperiode 11.09.2019
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
vom 10. September 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
maentwicklungen verkraftet, ohne seine Struktur und Funktion dauerhaft zu
verlieren.
Eine Beschreibung von Einzelmaßnahmen ist angesichts der Vielfalt der
Baumarten und Standorte in diesem Rahmen unmöglich. Der Bund unterstützt
klimaplastischen Umbau durch Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ und durch
Modellprojekte, die im Rahmen des Waldklimafonds gefördert werden.
Weitere Details sind der Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 der Kleinen
Anfrage „Holz als nachwachsender Rohstoff – nachhaltiger Waldumbau“ der
Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/4686 zu entnehmen.
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Kiefernborkenkäfer
in den Jahren 2017, 2018 und 2019 verbreitet (bitte die Regionen mit
signifikanten Kiefernbeständen, die akut vom Kiefernborkenkäfer betroffen
sind, aufschlüsseln)?
Zur Verbreitung der Kiefernborkenkäfer liegen der Bundesregierung keine
eigenen Erkenntnisse vor. In der Fachpresse, AFZ/Der Wald, Heft 7/2019, ist die
aktuelle Waldschutzsituation dargestellt. Heft 7 der früheren Jahrgänge enthält
entsprechende Darstellungen.
a) Welches Schadensausmaß kann nach Kenntnis der Bundesregierung
und nach Informationen aus den Bundesländern dem
Kiefernborkenkäfer bis dato zugeschrieben werden und welche Maßnahmen wurden
bisher ergriffen (bitte die Regionen mit signifikanten
Kiefernbeständen und den vorliegenden Schadwirkungen aufschlüsseln)?
Hierüber liegen der Bundesregierung keine Informationen vor.
b) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Kiefernbeständen durch Insekten und
Trockenheit geht die Bundesregierung aus?
Hierüber liegen der Bundesregierung keine Informationen vor. Die Abfrage bei
den Ländern zu Schäden nach Sturm, Dürre und Borkenkäfer hat nicht
zwischen den einzelnen Nadelbaumarten oder Laubbaumarten unterschieden.
c) Wie schätzt die Bundesregierung die Gefahr durch den
Kiefernborkenkäfer, das Diplodia-Triebsterben und durch andere Schadinsekten
und Krankheiten für heimische Kiefern ein im Hinblick darauf, dass
Kiefern eine äußerst geeignete Baumart für Trockenstandorte
darstellen?
Bei den genannten Arten handelt es sich um sekundär auftretende Arten, die
erst nach einer Vorschädigung eigenständig hohe Populationsdichten aufbauen
können. Forschung und Beobachtung der Waldentwicklung in den kommenden
Jahren wird zeigen, inwieweit sich die Kiefer als Baumart für Trockenstandorte
weiterhin eignet.
Derzeit ist hierzu keine Aussage möglich.
d) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung in
Zusammenarbeit mit den Ländern zur Beobachtung und zur Bekämpfung des
Kiefernborkenkäfers, des Kiefernprachtkäfers und des großen und kleinen
Waldgärtners?
Die Bundesregierung empfiehlt die Maßnahmen des Integrierten
Pflanzenschutzes zur Beobachtung und Bekämpfung von Schädlingen im Wald.
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der
Douglasienborkenkäfer in den Jahren 2017, 2018 und 2019 verbreitet (bitte die Regionen
mit signifikanten Douglasienbeständen, die akut vom
Douglasienborkenkäfer betroffen sind, aufschlüsseln)?
In Deutschland wird die Douglasie von den vier einheimischen
Borkenkäferarten der Tanne und dem Kupferstecher erfolgreich befallen. Eine gesonderte
Douglasienborkenkäferart tritt in Deutschland bisher nicht auf. Über das
Ausmaß des derzeitigen Befalls der einheimischen Borkenkäferarten an der
Douglasie liegen der Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor. Im Übrigen
wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.
a) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Douglasien geht die Bundesregierung aus?
Auf die Antwort zu Frage 3 b wird verwiesen.
b) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur weiträumigen
Etablierung der Douglasie als wichtige Baumart für den
klimaplastischen Waldumbau in diesem Zusammenhang?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 11 der Kleinen Anfrage der
Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/4686 wird verwiesen.
5. Wie bewertet die Bundesregierung das Potenzial der Lärche als
klimarobuste Nadelholzbaumart?
Das Potenzial der Lärche ist nach den Extremwetterereignissen der letzten
beiden Jahre ggf. neu zu bewerten, sobald entsprechende Beobachtungsergebnisse
zum Überleben der Art in den nächsten Jahren gesammelt und ausgewertet
sind.
a) Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der
Lärchenborkenkäfer in den Jahren 2017, 2018 und 2019 verbreitet (bitten die
Regionen mit signifikanten Lärchenbeständen, die akut vom
Lärchenborkenkäfer betroffen sind, aufschlüsseln)?
Hierüber liegen der Bundesregierung keine eigenen Informationen vor. Im
Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.
b) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Lärchenbestände durch Insekten und
Trockenheit geht die Bundesregierung aus?
Auf die Antwort zu Frage 3b wird verwiesen.
c) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur weiträumigen
Etablierung der Lärche als wichtige Baumart für den klimaplastischen
Waldumbau in diesem Zusammenhang?
Auf die Antwort zu Frage 4b wird verwiesen.
6. Wie bewertet die Bundesregierung das Potenzial der Weißtanne als
klimarobuste Nadelholzbaumart?
Die Antwort zu Frage 5 gilt entsprechend für Weißtanne.
a) Von welchen bisherigen erheblichen oder nachhaltig erheblichen
Schäden an heimischen Weißtannenbeständen durch Insekten und
Trockenheit geht die Bundesregierung aus?
Die Antwort zu Frage 3b gilt entsprechend für Weißtanne.
b) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur weiträumigen
Etablierung der Weißtanne als wichtige Baumart für den
klimaplastischen Waldumbau in diesem Zusammenhang?
Die Antwort zu Frage 4b gilt entsprechend für Weißtanne.
7. Welche derzeitigen Schäden sind nach Kenntnis der Bundesregierung an
den verschiedenen Buchenarten in heimischen Wäldern zu verzeichnen?
Von den weltweit vorkommenden Buchenarten kommt in den deutschen
Wäldern nur Fagus sylvatica natürlich vor. Alle anderen Buchenarten kommen
allenfalls in Einzelexemplaren oder sporadischen Vorkommen vor.
Zur Baumart Buche liegen der Bundesregierung keine gesonderten
Informationen vor.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 3b verwiesen.
a) Welche dieser vorkommenden Schäden an Buchen durch Insekten und
Trockenheit bewertet die Bundesregierung als erheblich oder
nachhaltig erheblich?
Nach den Extremwetterereignissen seit Herbst 2017 zeigen sich seit Sommer
2019 zunehmend flächige Schäden an der Buche in mehreren Bundesländern.
Die Beobachtung der kommenden Jahre wird zeigen, inwieweit diese
nachhaltig erheblich sind. Eine Bewertung ist derzeit noch nicht möglich.
b) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur Erhaltung
heimischer Buchenbestände?
Mangels entsprechender Informationen (vgl. Antwort zu Frage 7a) kann die
Bundesregierung derzeit keine Empfehlung aussprechen. Zuständig hierfür sind
im Übrigen die Länder bzw. die einzelnen Waldbesitzer.
8. Welche derzeitigen Schäden sind nach Kenntnis der Bundesregierung an
den verschiedenen Ahornarten in heimischen Wäldern zu verzeichnen?
Auf die Antwort zu Frage 3b wird verwiesen.
a) Welche dieser vorkommenden Schäden an Ahornen durch Insekten
und Trockenheit bewertet die Bundesregierung als erheblich oder
nachhaltig erheblich?
Hierüber liegen der Bundesregierung keine Informationen vor. Im Übrigen wird
auf die Antwort zu Frage 7a verwiesen.
b) Welche Bedeutung hat aus Sicht der Bundesregierung die
Rindenrußkrankheit für die menschliche Gesundheit und für das Überleben
verschiedener Ahornarten?
Die Rußrindenkrankheit des Ahorns wird durch einen Pilz hervorgerufen,
dessen Sporen in sehr hoher Zahl an den erkrankten Ahornbäumen auftreten. Wenn
es trocken ist, können diese Pilzsporen eingeatmet werden und zu
Atembeschwerden führen (exogene allergische Alveolitis). Das Ausmaß der
Beschwerden korreliert mit der Intensität des Kontaktes. Gesundheitlich gefährdet
werden insbesondere Waldarbeiter und andere im Wald Beschäftigte sowie
Waldbesucher.
Inwieweit die Rußrindenkrankheit das Überleben verschiedener Ahornarten
beeinflusst, kann die Bundesregierung derzeit nicht einschätzen. Allerdings gibt
es in verschiedenen Bundesländern (Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen)
Beobachtungen zu Bestandesschäden durch die Krankheit.
c) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur Erhaltung
heimischer Ahornbestände?
Auf die Antwort zu Frage 7b wird verwiesen.
9. Welche derzeitigen Schäden sind nach Kenntnis der Bundesregierung an
den verschiedenen Eichenarten in heimischen Wäldern zu verzeichnen?
Auf die Antwort zu Frage 3b wird verwiesen.
a) Welche dieser Schäden durch Insekten und Trockenheit bewertet die
Bundesregierung als erheblich oder nachhaltig erheblich?
Die Antwort zu Frage 7a gilt entsprechend auch für Eiche.
b) Welche Bedeutung hat aus Sicht der Bundesregierung der
Eichenprozessionsspinner für die menschliche Gesundheit und für das
Überleben verschiedener Eichenarten?
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bilden Brennhaare, die beim
Menschen Gesundheitsbeeinträchtigungen hervorrufen. Häufig kommt es nach
einem Kontakt mit den Brennhaaren zu Symptomen an der Haut, seltener zu
Reizungen der Schleimhäute und in sehr seltenen Fällen zu
Allgemeinsymptomen wie Fieber und Kreislaufreaktionen. Die Symptome können noch Jahre
nach dem Befall auftreten.
Das Überleben der Eichenarten ist durch diesen Schädling bisher nicht
gefährdet. Allerdings kann bereits einmaliger Kahlfraß in Kombination mit weiteren
Schadfaktoren zu einer deutlichen Vitalitätsabnahme führen, die letztlich auch
das Absterben betroffener Individuen bedingen kann.
c) Welche Maßnahmen empfiehlt die Bundesregierung zur Erhaltung
heimischer Eichenbestände?
Die Antwort zu Frage 7b gilt entsprechend auch für die Eiche.
10. Welche Strategie verfolgt die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit
den Bundesländern und anderen europäischen Staaten, die Schädigung
von Baumarten zu vermindern, die als klimatolerant bewertet werden,
damit für den klimaplastischen Waldumbau vorgesehen sind, aber durch
einschlägig bekannte Schadinsekten und Krankheiten ebenso bedroht
sind?
Die Bundesregierung empfiehlt die Umsetzung der naturnahen
Waldbewirtschaftung und verfolgt diese Strategie durch Förderung im Rahmen der GAK,
des Waldklimafonds und der FNR-Förderung sowie durch forstliche Forschung
der nachgeordneten Behörden des Bundes sowie durch Öffentlichkeitsarbeit.
In Bezug auf nicht heimische Schadorganismen bzw. deren Wirtspflanzen
bestehen für alle EU-Mitgliedstaaten harmonisierte phytosanitäre
Einfuhrvorschriften, die primär in der Richtlinie 2000/29/EU festgelegt sind. Ab dem
14. Dezember 2019 gilt in der EU ein verschärftes Pflanzengesundheitsregime
(Verordnung (EU) 2016/2031), das geänderten phytosanitären
Rahmenbedingungen Rechnung trägt, mit dem Ziel der Verhinderung der Ein- und
Verschleppung von Schadorganismen in die EU.
11. Wann wird die Bundesregierung mit dem geplanten
Aufforstungsprogramm beginnen?
Mit Erweiterung der GAK um den neuen Fördergrundsatz Kapitel F sind die
entsprechenden Voraussetzungen für ein Aufforstungsprogramm gegeben. Die
Länder müssen dies durch entsprechende Landesrichtlinien umsetzen. Dies ist
in den meisten Ländern geschehen.
12. Welche Bedeutung nehmen Schaderregerdruck und Krankheitsdruck an
klimarobusten Baumarten in dem Vorhaben eines geplanten bundesweiten
Aufforstungsprogramms ein?
Die Vielfalt des deutschen Waldes hinsichtlich der Standorte, Baumarten und
Bewirtschaftungsziele lässt eine allgemeingültige Empfehlung in einem
bundesweiten Aufforstungsprogramm nicht zu.
13. Wie stellt die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern und
laut Bundeswaldgesetz sicher, dass Maßnahmen zur Bekämpfung von
Schädlingen und Krankheiten und zur Beseitigung von Sturmschäden, die
der Erhaltung des Waldes dienen, ordnungsgemäß durchgeführt und
überwacht werden?
Dies liegt in der Zuständigkeit der Länder.
14. Wie bewertet die Bundesregierung den Einsatz chemischer und
biologischer Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung bedeutender Schädlinge und
als kurzfristige Schutzmaßnahme zum Erhalt wichtiger Waldsubstanz?
Die Forstwirtschaft arbeitet in Deutschland nach dem Konzept des integrierten
Pflanzenschutzes überwiegend ohne Pflanzenschutzmittel.
Pflanzenschutzmittel werden im Wald bisweilen angewendet, um bestandsbedrohende
Insektenkalamitäten (z. B. von Borkenkäfern, Maikäfern oder Wickler- und
Spinnerarten) abzuwenden. Auch wenn sie abhängig von der Witterung und der
Vermehrung der Schaderreger stark schwankt, so ist die Anwendung chemischer
Pflanzenschutzmittel im Rahmen des Waldschutzes im Vergleich zu anderen
Kulturen gering. Im Einzelfall können sie erforderlich sein, um bei
Massenvermehrung von z. B. Schmetterlingen (wie z. B. Kiefernspinner) den Fortbestand des
betroffenen Waldbestands zu sichern.
15. Wie bewertet die Bundesregierung die Unterschutzstellung und
Stilllegung von Waldgebieten im Kontext Schädlingsbekämpfung, Erhaltung
des Schutzzweckes, klimaplastischer Waldumbau und der heimischen
Holzversorgung?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 6 der Kleinen Anfrage „Holz
als nachwachsender Rohstoff – nachhaltiger Waldumbau“ der Fraktion der FDP
auf Bundestagsdrucksache 19/4686 und auf die Antwort zu Frage 10 der
Kleinen Anfrage „Stilllegung für den Naturschutz“ auf Bundestagsdrucksache
19/7161 wird verwiesen.
16. Wie möchte die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern
mit der anhaltenden Trockenheit im nächsten Jahr und in Zukunft
umgehen?
Sieht die Bundesregierung in diesem Zusammenhang eine
Reformbedürftigkeit des Bundeswaldgesetzes?
Ob im nächsten Jahr die Trockenheit weiter anhält, kann die Bundesregierung
derzeit nicht voraussehen. Die Frage einer Änderung des Bundeswaldgesetzes
oder anderer Gesetze stellt sich erst, wenn alle notwendigen Informationen über
das genaue Ausmaß der Schäden und die erforderlichen Maßnahmen zu deren
Behebung vorliegen.
17. Welche Forschungsprojekte laufen aktuell nach Kenntnis der
Bundesregierung zu den Themen Trockenheit der Wälder, Baumartenanpassung,
Waldumbau und Waldschutz (bitte die Projektmittel je Initiator und
Projektthematik aufschlüsseln)?
Über Fördermittel der FNR werden 110 Projekte mit einem Volumen von
35 Mio. Euro zu der Thematik gefördert. Eine Übersicht gibt die nachfolgende
Tabelle:
Themenbereich Förderprogramm Nachwachsende
Rohstoffe
Förderrichtlinie Waldklimafonds
Anzahl Vorhaben Fördersumme
Anzahl
Vorhaben Fördersumme
Waldumbau 15 4.459.866,18 € 7 3.651.998,45 €
Baumartenanpassung
23 6.401.036,74 € 18 5.056.323,45 €
Waldschutz 28 9.793.231,08 € 8 2.611.458,54 €
Trockenheit 0 0,00 € 11 2.883.656,93 €
66 20.654.134,00 € 44 14.203.437,37 €
Sie verteilen sich auf die Zuwendungsempfänger wie folgt:
Zeilenbeschriftungen
Baumartenanpassung Trockenheit Waldschutz
Waldumbau
agrathaer GmbH 1
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 2 3
Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft
(ANW) e.V. 1
Bayerische Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF) 1 2
Bayerisches Amt für Waldgenetik 3
BIOCARE Gesellschaft für biologische
Schutzmittel mit beschränkter Haftung 1
Biomasse Schraden e.V. (BS e.V.) 1
CADmium GmbH Solutioncenter für CAD &
CAM 1
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. 1
Forschungsanstalt für Waldökologie und
Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) –
Zentralstelle der Forstverwaltung
1
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt
Baden-Württemberg 2 1 4 1
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V. 1 1
Georg-August-Universität Göttingen 4 1 3 2
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft
und Kunst – Hildesheim/Holzminden/Göttingen 1
Helmholtz Zentrum München Deutsches
Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
(GmbH)
1
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH
– UFZ
1
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg 1
Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg 1
Hochschule für nachhaltige Entwicklung
Eberswalde
1
Humboldt-Universität zu Berlin 2 1
Institut für Holztechnologie Dresden
gemeinnützige GmbH
1
Institut für Pflanzenkultur e.K. 1
ISOGEN im Institut für Forstgenetik 1
Johann Heinrich von Thünen-Institut
Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und
Fischerei
7 1 1
Zeilenbeschriftungen
Baumartenanpassung Trockenheit Waldschutz
Waldumbau
Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für
Kulturpflanzen (JKI)
3
Landesbetrieb Forst Brandenburg 1 1 2 1
Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-
Westfalen
1
Landesforst Mecklenburg-Vorpommern Anstalt
des öffentlichen Rechts
2 1
Landesverband Lippe 1
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
(ZALF) e.V.
1
Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt 2 1 3 2
OGF Ostdeutsche Gesellschaft für Forstplanung
mbH
2
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) –
Bund zur Förderung der Landespflege und des
Naturschutzes – Bundesverband e.V.
1
Sondervermögen Großforschung beim Karlsruher
Institut für Technologie (KIT)
1
Staatsbetrieb Sachsenforst 4 2 1
Technische Universität Dresden 6 2 2
Technische Universität München 1 1
ThüringenForst – Anstalt öffentlichen Rechts 1 1
Universität Hamburg 1 1
Universität Trier 1
WaldWieseHolz GmbH 1
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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DIE LINKE22.05.2017
Tätigkeiten der Bundesregierung im Bereich Digitalisierung in der Landwirtschaft
AfD17.07.2020