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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Raupenplagen in Deutschland
(insgesamt 9 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Datum
15.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1366730.09.2019
Raupenplagen in Deutschland
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Thomas L. Kemmerich, Frank Sitta,
Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Karlheinz Busen, Nicole Bauer,
Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Dr. Marcus Faber,
Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel,
Dr. Christoph Hoffmann, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Daniela Kluckert,
Konstantin Kuhle, Michael Georg Link, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm,
Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Michael Theurer,
Dr. Florian Toncar und der Fraktion der FDP
Raupenplagen in Deutschland
Verschiedene Regionen in Deutschland, darunter vor allem Thüringen und
Franken, hatten in den vergangenen Monaten erhebliche Probleme mit
Überpopulationen von Insekten. Besonders die Region um die Stadt Gera war von der
Raupe des Schwammspinners betroffen (www.mdr.de/brisant/ratgeber/
schwammspinner-invasion-was-tun-gegen-den-raupenbefall-100.html).
Auch die für den Menschen gefährlichere Raupe des
Eichenprozessionsspinners verbreitet sich mehr und mehr aus (etwa in Thüringen: www.thueringer-
allgemeine.de/regionen/sondershausen/eichenprozessionsspinner-in-nord-und-
ostthueringen-auf-dem-vormarsch-id226351359.html).
Dabei sind die Wälder geschwächt. Dürre und Trockenheit der letzten Jahre
haben den Wäldern und Bäumen erheblich zugesetzt. Die anfälligen Pflanzen
müssen sich nun mit einer weiteren Bedrohung auseinandersetzen. Selbst
Pflanzen, die diese überstehen, sind soweit angeschlagen, dass sie anfällig für
weitere Schädlinge sind. Aus Sicht der Fragesteller ist eine solche
Abwärtsspirale eine erhebliche Gefahr für die deutschen Wälder.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hoch schätzt die Bundesregierung die Schäden (Anzahl/Fläche von
betroffenen Bäumen und Wäldern; wirtschaftliche Verluste) an deutschen
Wäldern ein, welche durch die Raupe des Schwammspinners und den
ausgewachsenen Schwammspinner seit 2015 entstanden sind?
Welche Bundesländer sind dabei besonders betroffen (bitte auflisten), und
welche Gründe sieht sie für etwaige Unterschiede?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13667
19. Wahlperiode 30.09.2019
2. Welche Maßnahmen sind aus Sicht der Bundesregierung notwendig, um
zukünftige Plagen von Schwammspinnerraupen und den ausgewachsenen
Schwammspinner zu verhindern, und wie bewertet sie dabei den Einsatz von
a) biologisch basierten Schutzmitteln nach Pflanzenschutzrecht (Wirkstoff
Bacillus thuringiensis);
b) Pflanzenschutzmitteln auf chemischer Basis (etwa Wirkstoff
Tebufenozid);
c) Sammeln und Vernichten der Eier durch den Menschen;
d) Mitteln nach Biozidrecht (etwa Wirkstoff Margosa-Extrakt)?
3. Sind nach Kenntnis der Bundesregierung weitere Mittel zur Bekämpfung
der Raupe des Schwammspinners oder des ausgewachsenen
Schwammspinners in Entwicklung oder Zulassung?
4. Welche Regionen werden bundesweit und besonders in Thüringen aus Sicht
der Bundesregierung zukünftig mit Überpopulationen der Raupe des
Schwammspinners konfrontiert sein?
Welche Maßnahmen rät die Bundesregierung diesen Regionen?
5. Wie bewertet die Bundesregierung die Gefährdung durch die Raupe des
Eichenprozessionsspinners bundesweit, und welche Gebiete sind nach
Kenntnis der Bundesregierung besonders betroffen?
6. Wie hoch schätzt die Bundesregierung die Schäden (Anzahl/Fläche von
betroffenen Bäumen und Wäldern; wirtschaftliche Verluste) an deutschen
Wäldern ein, welche durch die Raupe des Eichenprozessionsspinners und des
ausgewachsenen Eichenprozessionsspinners seit 2015 entstanden sind?
Welche Bundesländer sind dabei besonders betroffen (bitte auflisten), und
welche Gründe sieht sie für etwaige Unterschiede?
7. Welche Maßnahmen sind aus Sicht der Bundesregierung zur Verringerung
der Gefahr durch die Raupe des Eichenprozessionsspinners für den
Menschen sinnvoll, und welche Maßnahmen rät sie betroffenen Regionen?
8. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Waldgesundheit in
Thüringen?
Existieren Regionen, welche besonders positive oder negative
Entwicklungen vorweisen?
Wie viel Kubikmeter Restholz befinden sich derweil nach Kenntnis der
Bundesregierung noch in den Thüringer Wäldern?
9. Welche Gefahren bestehen nach Einschätzung der Bundesregierung für das
UNESCO-Weltnaturerbe „Nationalpark Hainich“ durch eine Zunahme von
Insektenplagen in Thüringen?
Berlin, den 10. September 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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